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Artelac UNO Augentropfen – Fachinformation (SmPC) für Ärzte und Apotheker

Die Fachinformation richtet sich an Ärzte und Apotheker. Verständliche Hinweise für Patienten enthält der Beipackzettel: Einnahme, Nebenwirkungen, Andere Arzneimittel, Schwangerschaft und Stillzeit.

Aktualisiert:
Fakten
Status:
Apothekenpflichtig, rezeptfrei
Stärke:
3.2 mg/ml
Wirkstoff:
ATC-Gruppe:

Fachinformation - Artelac UNO Augentropfen

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Artelac® UNO Augentropfen, 3,2 mg / ml, Augentropfen, Lösung

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

1 ml Lösung enthält 3,2 mg Hypromellose.

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung: Dinatriumphosphat-Dodecahydrat (Ph.Eur.) und Natriumdihydrogenphosphat-Dihydrat:

Dieses Arzneimittel enthält 0,068 mg Phosphate pro Tropfen entsprechend 1,84 mg/ml.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Augentropfen, Lösung

Artelac® UNO Augentropfen ist eine farblose, sterile, klare Lösung.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Artelac® UNO Augentropfen ist angezeigt bei Erwachsenen und Kindern über 12 Monaten zur symptomatischen Behandlung von Austrocknungserscheinungen der Horn- und Bindehäute („Syndrom des Trockenen Auges“) durch Tränensekretions- und Tränenfunktionsstörungen infolge lokaler oder systemischer Erkrankungen oder bei mangelndem oder unvollständigem Lidschluss.

Besonders geeignet für Patienten, die konservierte Formulierungen von künstlichen Tränen nicht vertragen, da Artelac® UNO Augentropfen keine Konservierungsmittel enthält.

4.2 Dosierung, Art und Dauer der Anwendung

Dosierung

Die Therapie des Trockenen Auges erfordert eine individuelle Dosierung.

Soweit nicht anders verordnet, 3- bis 5-mal täglich oder häufiger 1 Tropfen in den Bindehautsack eintropfen, um für eine ausreichende Befeuchtung zu sorgen.

Bei der Anwendung von Artelac® UNO Augentropfen zur Behandlung des Trockenen Auges, die in der Regel als Langzeit- oder Dauertherapie erfolgt, sollte grundsätzlich ein Augenarzt konsultiert werden.

Pädiatrische Patienten

Die Therapie des Trockenen Auges erfordert eine individuelle Dosierung.

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Artelac® UNO Augentropfen bei Kindern unter 12 Monaten ist wegen nicht relevanter Anwendung bei der Indikation Trockenes Auge für diese Altersgruppe noch nicht nachgewiesen.

Art der Anwendung

Zur Anwendung am Auge.

Hinweise zur Handhabung siehe Abschnitt 6.6.

4.3 Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Nur zur ophthalmischen Anwendung.

Falls während der Anwendung Augenreizungen, Schmerzen, Rötung oder Veränderungen des Sehvermögens auftreten oder sich verschlimmern, sollte die Behandlung beendet und eine erneute Beurteilung in Erwägung gezogen werden.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Es wurden keine Wechselwirkungsstudien durchgeführt.

4.6 Fertiliät, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Es sind keine Nebenwirkungen während der Schwangerschaft zu erwarten, da die systemische Exposition mit Hypromellose vernachlässigbar ist. Artelac® UNO Augentropfen kann während der Schwangerschaft verwendet werden.

Stillzeit

Hypromellose und seine Metaboliten werden nicht in die Muttermilch ausgeschieden. Artelac® UNO Augentropfen kann während der Stillzeit verwendet werden.

Fertilität

Es liegen keine veröffentlichten Berichte über Wirkungen von Hypromellose auf die Fertilität vor.

Frauen im gebärfähigen Alter

Es liegen keine veröffentlichten Berichte über Wirkungen von okulärer Hypromellose bei Frauen im gebärfähigen Alter vor, die keine Kontrazeption anwenden.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Artelac® UNO Augentropfen hat geringen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen aufgrund vorübergehenden verschwommen Sehens nach der Instillation. Falls verschwommenes Sehen auftritt, muss gewartet werden, bis das Sehvermögen wiederhergestellt ist, bevor ein Fahrzeug gelenkt oder Maschinen bedient werden.

4.8 Nebenwirkungen

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

  • Sehr häufig (≥ 1/10)
  • Häufig (≥ 1/100, <1/10)
  • Gelegentlich (≥ 1/1.000, <1/100)
  • Selten (≥ 1/10.000, <1/1.000)
  • Sehr selten (<1/10.000)
  • nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Erkrankungen des Immunsystems:

Sehr selten: Überempfindlichkeitsreaktionen (Hautausschlag, Juckreiz)

Augenerkrankungen:

Sehr selten:

  • Überempfindlichkeits- und Unverträglichkeitsreaktionen, wie z.B. Augenbrennen, Schmerzen, vermehrter Tränenfluss, Fremdkörpergefühl, Bindehauthyperämie, Augenlidschwellung, Juckreiz.
  • Augenreizung
  • Klebrige Augenlider
  • Verschwommenes Sehen
  • Verminderter Geruchssinn
  • Empfindlichkeit gegenüber blendendem Licht

Sehr selten wurden bei einigen Patienten mit stark geschädigter Hornhaut im Zusammenhang mit der Anwendung von phosphathaltigen Augentropfen Fälle von Kalkablagerungen in der Hornhaut berichtet.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3, 53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Nicht zutreffend.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Künstliche Tränen und andere indiffernte Mittel, ATC-Code: S01XA20.

Hypromellose ist eine partiell methylierte und hydroxypropylierte Cellulose.

Wirkmechanismus

Beim gesunden Auge erfolgt eine Befeuchtung der Hornhautoberfläche besonders durch das in der Bindehaut gebildete Mucin. Mucin wird auf der Hornhautoberfläche adsorbiert und bildet eine hydrophile Oberfläche. Beim Trockenen Auge und besonders bei Mucinmangel ist die Gabe von künstlicher Tränenflüssigkeit angezeigt. Hypromellose ist sowohl aufgrund seiner Oberflächenaktivität als auch seiner Adsorptionsfähigkeit für diese Anwendung besonders geeignet. Hypromellose wirkt physikalisch-chemisch und bewirkt in wässriger Lösung eine erniedrigte Oberflächenspannung sowie eine erhöhte Viskosität. Hypromellose haftet gut auf der Horn- und Bindehaut und sorgt für eine ausreichende Befeuchtung. Dadurch werden die bei Tränenmangel auftretenden Reizungen durch den Lidschlag gemindert und Folgen der Austrocknung der Epithelien vermieden.

Pharmakodynamische Eigenschaften

Hypromellose gilt als inerte Substanz, da sie keine direkte pharmakologische Wirksamkeit besitzt. Die viskositätssteigernden Eigenschaften von Hypromellose verlängern die Retentionszeit und verbessern die Adhäsion des Tränenersatzmittels an der Hornhaut und der Bindenhaut. Als Folge ist die Tränenfilmabrisszeit verlängert und/oder die Tränenfilmstabilität erhöht. Ein stabiler Tränenfilm schützt die Hornhaut vor Austrocknungserscheinungen und Läsionen der Epithelzellen.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Nicht zutreffend für topische (ophthalmische) Präparationen.

Hypromellose wird nicht systemisch resorbiert.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Nicht-klinische Daten in der Literatur aufgrund der verfügbaren Studien lassen keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen. Hypromellose gilt als nicht-toxisch und ist in der GRAS-Liste aufgeführt. Die Sicherheit von Hypromellose wird darüber hinaus durch die weit verbreitete Verwendung in Pharmazeutika und Kosmetika untermauert.

Beurteilung der Risiken für die Umwelt (Environmental Risk Assessment [ERA])

Nicht zutreffend. Hypromellose wird aus Cellulose von Pflanzenfasern gewonnen. Sie hat keine signifikanten Auswirkungen auf die Umgebung, wenn sie in den kleinen Mengen verwendet wird, wie sie bei der Verwendung von Augentropfen entstehen.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

  • Dinatriumphosphat-Dodecahydrat (Ph. Eur.)
  • Natriumdihydrogenphosphat-Dihydrat
  • Sorbitol E420 (Ph. Eur.)
  • Wasser für Injektionszwecke

6.2 Inkompatibilitäten

Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

2 Jahre

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 25 °C lagern.

Bewahren Sie keine geöffneten Einzeldosisbehältnisse auf. Geöffnete Einzeldosisbehältnisse sind nach dem Gebrauch zu entsorgen.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Das Behältnis ist ein LDPE-Einzeldosisbehältnis-Bottelpack®-System. Jede Einheit enthält ungefähr 0,6 ml Lösung. Die Einzeldosisbehälter befinden sich in einem Streifen mit 10 Einheiten und sind in einer geeigneten Schachtel verpackt.

Artelac® UNO Augentropfen ist in den folgenden Packungsgrößen erhältlich:

10 x 0,6 ml Einzeldosisbehältnisse

30 x 0,6 ml Einzeldosisbehältnisse

60 x 0,6 ml Einzeldosisbehältnisse

120 (2 x 60) x 0,6 ml Einzeldosisbehältnisse, Bündelpackung

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Die Viskosität der Lösung liegt zwischen 4 und 11 mPa s.

Andere zur gleichen Zeit angewendete Augenarzneimittel sollten 15 Minuten vor der Instillation von Artelac® UNO Augentropfen angewendet werden.

Flaschenspitze nicht mit dem Auge oder einer Oberfläche in Kontakt bringen, um Verunreinigungen zu vermeiden.

Einzeldosisbehältnisse nur zur einmaligen Anwendung, d.h. zum Eintropfen in beide Augen. Nicht verwendeter Inhalt ist nach der Anwendung zu verwerfen.

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu entsorgen.

Gebrauchanweisung:

  1. 1. Waschen Sie Ihre Hände gründlich, bevor Sie die Augentropfen anwenden.
  2. 2. Wischen Sie sich die Augen ab, um restliche Feuchtigkeit und Absonderungen zu entfernen.
  3. 3. Drehen Sie die Verschlusskappe von dem Einzeldosisbehältnis ab.
  4. 4. Neigen Sie den Kopf nach hinten.
  5. 5. Ziehen Sie das untere Augenlid vorsichtig nach unten und tropfen Sie dann einen Tropfen auf die Innenseite des unteren Augenlids im Augenwinkel neben der Nase.
  6. 6. Lassen Sie das untere Augenlid wieder los und blinzeln Sie mehrmals, damit sich die Flüssigkeit über das Auge verteilt.
  7. 7. Wiederholen Sie den Vorgang am anderen Auge.
  8. 8. Wenn Sie fertig sind, muss das Behältnis weggeworfen werden, da es sich um ein Einzeldosisbehältnis handelt.

Arzneimittel sollen niemals über das Abwasser (z. B. nicht über die Toilette oder das Waschbecken) entsorgt werden. Weitere Informationen finden Sie unter www.bfarm.de/arzneimittelentsorgung.

7. INHABER DER ZULASSUNG

Dr. Gerhard Mann

Chem.- pharm. Fabrik GmbH Brunsbütteler Damm 165/173

13581 Berlin

Deutschland

E-Mail: kontakt@bausch.com

8. ZULASSUNGSNUMMER

33565.00.00

9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 30. April 1997

Datum der Verlängerung der Zulassung: 02. September 2011

10. STAND DER INFORMATION

03.2024

Über dieses Dokument

Quelle: BfArM – Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (AMIce) · Zulassungsnummer: 33565.00.00 · ENR 2133565

Stand der Information laut Text: 03/2024

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Die Informationen auf dieser Website ersetzen nicht den Rat eines Arztes oder Apothekers.

Fakten zu Artelac UNO Augentropfen

Rezeptpflicht
Apothekenpflichtig, rezeptfrei?
  • Sie erhalten das Arzneimittel ohne Rezept, aber nur in der Apotheke. Lassen Sie sich dort beraten.
  • Rechtsgrundlage laut BfArM: apothekenpflichtig gemäß §43 oder §46 AMG.
Wirkstoff Hypromellose 3.2 mg/ml
Darreichungsform Augentropfen
Art der Anwendung Eintropfen in den Bindehautsack
Sonstige Bestandteile Natriumdihydrogenphosphat-Dihydrat, Sorbitol (Ph.Eur.), Wasser für Injektionszwecke, Natriummonohydrogenphosphat-Dodecahydrat (Ph.Eur.)
Packungsgrößen Originalpackung, in der EU zugelassen 6 ml, Originalpackung, in der EU zugelassen 18 ml, Originalpackung, in der EU zugelassen 36 ml, Originalpackung, in der EU zugelassen 72 ml, 6 ml, 18 ml, 36 ml, 72 ml
Haltbarkeit 2 Jahre (ungeöffnete Packung)
ATC-Klassifikation
  1. S Sinnesorgane
    1. S01 Ophthalmika
      1. S01K Chirurgische Hilfsmittel
        1. S01KA Viskoelastische Substanzen
          1. S01KA02 Hypromellose
Zulassung 33565.00.00, seit 06.05.1997, verlängert 20.09.2011; Verfahren der gegenseitigen Anerkennung (EU)
Pharmazeutischer Unternehmer Dr. Gerhard Mann chem.-pharm. Fabrik Gesellschaft mit beschränkter Haftung, 13581 Berlin
Hersteller (Freigabe) Dr. Gerhard Mann chem.-pharm. Fabrik Gesellschaft mit beschränkter Haftung
Frühere Namen Artelac + CL EDO (ab 30.04.1997), Artelac EDO (ab 11.05.1998)

Quelle: BfArM, Arzneimittel-Informationssystem AMIce (ENR 2133565), Datensatz vom 07.04.2026. Angaben ohne Gewähr – fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke.