Die Kamillenblüten gehören zur ATC-Gruppe A03AP02 und werden in der Volksmedizin seit Jahrhunderten verwendet. In Deutschland ist die Kamille eine der beliebtesten Heilpflanzen und wird oft als Tee oder in Form von Salben und Cremes angewendet.
Statistiken zeigen, dass die Verwendung von Kamillenblüten in Deutschland in den letzten Jahren zugenommen hat. Im Jahr 2019 wurden über 3.000 Tonnen Kamillenblüten importiert, hauptsächlich aus Ägypten, Polen und Ungarn.
Die Wirkstoffe der Kamillenblüten haben entzündungshemmende, krampflösende und beruhigende Eigenschaften. Sie können bei Magen-Darm-Beschwerden wie Blähungen, Durchfall oder Krämpfen helfen sowie bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum eingesetzt werden.
Auch äußerlich angewendet kann die Kamille ihre Wirkung entfalten. Bei Hautirritationen wie Juckreiz oder Entzündungen kann sie als Badezusatz oder in Form von Salben Linderung verschaffen.
In der Apotheke sind verschiedene Präparate mit Kamillenblüten erhältlich, darunter Tees, Kapseln, Tinkturen und Salben. Auch in der Kosmetikindustrie findet die Kamille Verwendung – beispielsweise als Inhaltsstoff von Shampoos oder Gesichtscremes.
Wer unter einer Allergie gegen Korbblütler leidet, sollte auf eine Anwendung von Produkten mit Kamillenblüten verzichten. Auch während der Schwangerschaft und Stillzeit sollte man vorsichtig sein und vor der Anwendung einen Arzt oder Apotheker konsultieren.
Insgesamt ist die Kamille eine vielseitige Heilpflanze mit einer langen Tradition in der Volksmedizin. Ihre Wirkstoffe können bei verschiedenen Beschwerden helfen und sind in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich. Wer sich unsicher ist, welche Form der Anwendung am besten geeignet ist, sollte sich von einem Arzt oder Apotheker beraten lassen.