Fachinformation - Robinul zur Injektion
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Robinul® zur Injektion
0,2 mg/ml, Injektionslösung
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Wirkstoff: Glycopyrroniumbromid
1 ml Injektionslösung enthält:
Glycopyrroniumbromid 0,2 mg.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.
Enthält Natriumchlorid (Siehe Abschnitt 4.4).
3. DARREICHUNGSFORM
Injektionslösung
Robinul zur Injektion ist eine farblose, klare Injektionslösung.
Robinul zur Injektion ist eine isotonische Injektionslösung mit einem pH-Wert zwischen 2,5 - 4,0.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Robinul zur Injektion wird angewendet bei Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen.
Anästhesiologie:
Vor Operationen zur Herabsetzung des Speichelflusses, der Sekretion im Pharynx, in der Trachea und im Bronchialsystem, Reduzierung der Magensaftmenge und der freien Säure. Blockade des Ver-zögerungsreflexes des Vagus auf das Herz während der Narkoseeinleitung und der Intubation.

Zum Schutz vor Nebenwirkungen der Cholinergika, die zur Aufhebung der neuromuskulären Blockade nicht depolarisierender Muskelrelaxantien gegeben werden.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Dosierung
Anästhesiologische Operationsvor-bereitung
Für die Operationsvorbereitung ist die intramuskuläre Gabe zu bevorzugen, eine intravenöse Gabe ist bei entsprechender Überwachung des Patienten möglich.
Erwachsene:
Empfohlene Dosierung 0,2 - 0,4 mg bzw. 0,004 - 0,005 mg/kg KG 30 - 60 min vor Anästhesieeinleitung zur Prämedikation.
Die Maximaldosis von 0,4 mg sollte nicht überschritten werden.
Kinder und Jugendliche:
Empfohlene Dosierung 0,004 - 0,008 mg/kg KG bis zur Maximaldosis von 0,2 mg.
(Höhere Dosierungen können einen starken und lang andauernden Speichelfluss hemmenden Effekt hervorrufen, der für den Patienten unangenehm sein kann.)
Während der Narkoseeinleitung und Intubation
kann Glycopyrroniumbromid zur Beseitigung von bradykarden Herz-rhythmusstörungen wiederholt in Einzeldosen von 0,1 mg (intravenös) verabreicht werden.
Zum Schutz vor Nebenwirkungen bei der Aufhebung der neuromuskulären Blockade mit Cholinergika
Erwachsene:
Als empfohlene Dosis 0,2 mg Gly-copyrroniumbromid pro 1,0 mg Neostigmin oder pro 5,0 mg Pyrido-stigmin gemeinsam in einer Misch-spritze intravenös.
Kinder und Jugendliche:
Die Dosierung sollte entsprechend dem Körpergewicht erfolgen.
Art der Anwendung
Anleitung zum Öffnen der One-point-cut- (OPC-) Ampullen:
Farbpunkt nach oben
Die im Ampullenspieß befindliche Lösung durch Klopfen oder Schütteln nach unten fließen lassen.
Farbpunkt nach oben
Die Sollbruchstelle befindet sich unterhalb des Farbpunktes. Den Ampullenspieß nach unten abbrechen.
Robinul zur Injektion kann unverdünnt oder verdünnt intramuskulär oder intravenös angewendet werden. Intravenöse Injektionen sind für Fälle zu reservieren, die eine sofort einsetzende Wirkung erfordern.
Es dürfen nur klare Lösungen ver-wendet werden. Der Inhalt der In-jektionsflasche ist unmittelbar nach dem Öffnen zu verwenden und nur zur einmaligen Entnahme bestimmt. Reste von Injektionslösungen sind zu vernichten.
Robinul zur Injektion kann gleichzeitig mit folgenden als Injektabilia vorliegenden Medikamenten gemischt und injiziert werden: 5 % und 10 % Glukose-Lösung in Wasser oder einer Kochsalzlösung; Atropinsulfat; Physostigminsalicylat; Diphenhydramin-HCl; Codeinphos-phat; Hydromorphon-HCl; Droperidol; Droperidol + Fentanylcitrat; Propiomazin-HCl; Benzquinamid-HCl; Levorphanol-Tartrat; Lidocain; Meperidin-HCl + Promethazin-HCl; Meperidin-HCl; Pyridostigminbromid; Morphinsulfat; Alphaprodin-HCl; Nalbuphin-HCl; Oxymorphon-HCl; hydrochlorierte Opiumalkaloide; Procain-HCl; Promethazin-HCl; Neostigminmethylsulfat; Scopolamin-HBr; Promazin-HCl; Butorphanol-Tartrat; Fentanylcitrat; Pentazo-cinlaktat; Trimethobenzamid-HCl; Triflupromazin-HCl; Hydroxyzin-HCl.
Robinul zur Injektion kann in den Schlauch einer laufenden Infusion mit physiologischer Kochsalzlösung oder Ringerlösung mit Laktat-Zusatz gespritzt werden.
Obwohl das Mischen von Chlorpro-mazin-HCl oder Prochlorperazin mit anderen Wirkstoffen von den Her-stellern nicht empfohlen wird, ist Robinul zur Injektion mit den ge-nannten Substanzen kompatibel.
4.3 Gegenanzeigen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.
Glaukom, mechanische Stenosen der Harnwege (z.B. Verschluss des Harnblasenhalses infolge von Pros-tatahypertrophie), mechanische Stenosen im Bereich des Magen-Darm-Traktes, wie Achalasie (früher als Kardiospasmus bezeichnet) und andere, paralytischer Ileus, Darmatonie bei älteren oder ge-schwächten Patienten, kardiovaskuläre Labilität bei akuten Blutungen, schwere ulzerierende Colitis, ein toxisches Megakolon, wenn es eine ulzerierende Colitis verkompliziert, Myasthenia gravis.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die An-wendung
Jeder Fall von Tachykardie muss vor der Anwendung von Robinul zur Injektion genau untersucht werden, da das Präparat ein Ansteigen der Herzfrequenz verursachen kann.
Vorsicht ist geboten bei der An-wendung von Robinul zur Injektion bei Patienten mit Koronarinsuffizienz, Stauungsinsuffizienz des Herzens, Arrhythmien, Hypertonie oder Hyperthyreose.
Diarrhoe kann ein frühes Symptom eines unvollständigen Darmver-schlusses sein, insbesondere bei Patienten mit Ileostomie oder Kolostomie. In diesem Fall wäre die Behandlung mit Robinul zur Injektion ungeeignet und möglicherweise schädlich.
Bei schwerer Niereninsuffizienz kann die Wirkung von Robinul zur Injektion länger anhalten, da Glycopyrroniumbromid haupt-sächlich unverändert über den Urin ausgeschieden wird. Bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz sollte daher die Dosis von Robinul zur Injektion entsprechend angepasst werden.
Robinul zur Injektion enthält Natrium, aber weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Ampulle.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Robinul zur Injektion kann die ta-chykarde Wirkung von β-Sympathomimetika verstärken.
Anticholinergika können die Resorption anderer gleichzeitig verabfolgter Medikamente verzögern.
Sehr ausgeprägte anticholinerge Effekte können auftreten, wenn Robinul zur Injektion gleichzeitig mit Belladonna-Alkaloiden oder synthe-tischen Anticholinergika (wie Anti-parkinsonmitteln), Phenothiazinen, trizyklischen Antidepressiva, Diso-pyramid, Procainamid, Chinidin, Antihistaminika oder zentralwirksamen Analgetika wie Meperidin gegeben wird.
Die gleichzeitige Verwendung von Anticholinergika und Kortikosteroiden kann zu einem erhöhten Augeninnendruck führen.
Die gleichzeitige Verwendung von Anticholinergika und langsam freisetzenden Digoxintabletten kann zu erhöhten Digoxin-Serumwerten führen.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Schwangerschaft
Es liegen keine ausreichenden Er-fahrungen mit einer Anwendung von Robinul zur Injektion in der Schwangerschaft vor. Robinul zur Injektion sollte in der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn dies unbedingt erforderlich ist.
Stillzeit Anticholinergika können die Laktation unterdrücken. Es ist nicht bekannt, ob Glycopyrroniumbromid in die Muttermilch übertritt. Daher sollte Robinul zur Injektion in der Stillzeit nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung angewendet werden.
Fertilität
Es liegen keine Daten zur Fertilität vor. In Tierversuchen wurde Glycopyrroniumbromid nur unzureichend auf reproduk-tionstoxikologische Eigenschaften untersucht (siehe Abschnitt 5.3).
4.7 Auswirkungen auf die Ver-kehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
Nicht zutreffend, da die Anwendung ausschließlich im Rahmen einer Allgemeinanästhesie erfolgt, durch die bereits die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr und zum Bedienen von Maschinen be-einflusst werden.
4.8 Nebenwirkungen
Bei den Häufigkeitsangaben zu
Nebenwirkungen werden folgende
Kategorien zugrunde gelegt:
Sehr häufig: (≥ 1/10)
Häufig: (≥ 1/100 bis < 1/10)
Gelegentlich: (≥ 1/1.000 bis <1/100)
Selten: (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000)
Sehr selten: (< 1/10.000)
Nicht bekannt: (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)
Die meisten Nebenwirkungen von Anticholinergika ergeben sich aus ihren pharmakologischen Wirkungen. Im Allgemeinen werden unter Anticholinergika folgende Neben-wirkungen beobachtet:
Erkrankungen des Immunsystems
Nicht bekannt: schwere allergische Reaktionen oder Idiosynkrasie mit Anaphylaxie, Urtikaria und andere Hauterscheinungen, Überempfindlich-keit, Angioödem.
Psychiatrische Erkrankungen
Nicht bekannt: Nervosität, Schlaf-losigkeit, Verwirrtheit und/oder Erregtheit, insbesondere bei älteren Patienten.
Erkrankungen des Nervensystems
Nicht bekannt: Kopfschmerzen, Schläfrigkeit, Mattigkeit, Schwindel.
Die Nebenwirkungsinzidenz im ZNS ist im Vergleich zu der nach der An-wendung von Anticholinergika vom Typ der tertiären Amine (z.B. Atropin, Scopolamin) geringer wegen der verminderten Passage durch Lipidmembranen wie die Blut-Hirn-Schranke.
Augenerkrankungen
Nicht bekannt: Akkomodations-störungen infolge von Mydriasis, Akkomodationslähmung, erhöhter Augeninnendruck.
Herzerkrankungen
Häufig: Bei höherer Dosierung (10 µg/kg KG) und gemeinsamer Gabe mit indirekten Parasympathomimetika wie Neostigmin und Pyridostigmin werden Herz-rhythmusstörungen wie Knoten-rhythmus, Vorhof- und Kammer-extrasystolen und supraventrikuläre Tachykardie beobachtet.
Nicht bekannt: Tachykardie, Palpitation.
Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes
Sehr häufig: Mundtrockenheit.
Nicht bekannt: Geschmacksverlust, Übelkeit, Erbrechen, Obstipation, Völlegefühl.
Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
Sehr häufig:
Verminderte Transpiration.
Nicht bekannt: Während der Anwendung von Robinul zur Injektion kann es bei hoher Außentemperatur infolge eingeschränkter Schweißentwicklung zu Hitzestauungen kommen.
Erkrankungen der Nieren und Harnwege
Nicht bekannt: Verzögerte Miktion und Harnverhalten.
Erkrankungen der Geschlechts-organe und der Brustdrüse
Sehr häufig: Laktations-unterdrückung.
Nicht bekannt: Impotenz.
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem
Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte
Abt. Pharmakovigilanz
Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3
D-53175 Bonn
Website: www.bfarm.de
anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Symptome der Intoxikation
Einzelfälle von Vergiftungserschei-nungen sind bekannt geworden. Bei Überdosierung könnten anticholinerge Symptome wie Sehstörungen, Tachykardie, Mundtrockenheit und Hautrötung auftreten.
Therapie von Intoxikationen
Um derartige periphere anticholinerge Erscheinungen zu bekämpfen, sollte ein Acetylcholinesterase-Hemmer vom Typ der quaternären Ammonium-verbindung wie Neostigmin-methylsulfat (das die Blut-Hirn-Schranke nicht überwindet) intravenös in einer Dosis von 0,25 mg gegeben werden. Diese Dosierung wird alle 5 bis 10 Minuten so oft wiederholt, bis die anticholinergen Symptome abgeklungen sind oder das Maximum von 2,5 mg AChE-Hemmer erreicht ist.
Bei Kindern sollte entsprechend ge-ringer dosiert werden.
Die Behandlung einer Überdosierung muss unter ständiger Kontrolle am EKG-Monitor erfolgen.
Für den unwahrscheinlichen Fall, dass ZNS-Symptome auftreten (Aufgeregtheit, Rastlosigkeit, Kon-vulsionen, Symptome einer Psychose), sollte Physostigmin (als zentralgängiges Cholinergikum) an-gewendet werden. Eine Dosis von 0,5 bis 2,0 mg Physostigmin sollte langsam intravenös injiziert und, falls notwendig, bis zu einer Gesamtmenge von 5 mg (bei Erwachsenen) wiederholt werden. Bei Kindern sollten entsprechend geringere Mengen appliziert werden.
Fieber sollte symptomatisch behandelt werden.
Im Fall von Curare-ähnlicher Lähmung der Atemmuskulatur sollte künstlich beatmet werden, bis die Eigenatmung wieder wirksam funktioniert.
Bei Glaukomkranken kann lokal Pilocarpin gegeben werden.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGEN-SCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigen-schaften
Pharmakotherapeutische Gruppe:
Robinul zur Injektion ist ein syn-thetisches Anticholinergikum.
ATC-Code: A03A B02
Die chemische Bezeichnung ist
3-(2-Cyclopentyl-2-hydroxy-2-phenylacetoxy)-1,1-dimethyl-pyrrolidiniumbromid
Robinul zur Injektion verhindert wie andere Anticholinergika die Einwirkung von Acetylcholin auf Strukturen, die von postganglionären cholinergischen Nerven versorgt werden, sowie auf die glatte Muskulatur, die auf Acetylcholin anspricht, jedoch keine cholinergische Innervation besitzt. Solche peripheren cholinergischen Rezeptoren befinden sich in den autonomen Effektorzellen der glatten Muskulatur, des Herzmuskels, dem Sinusknoten, dem Atrioventrikularknoten, den exokrinen Drüsen und in beschränktem Maß auch in den autonomen Ganglien. Auf diese Weise reduziert Robinul zur In-jektion die freie Säure im Magensaft und dessen Menge. Im Pharynx, in der Trachea und in den Bronchien wird eine übermäßige Sekretproduktion eingeschränkt. Robinul zur Injektion wirkt muskarinartigen Symptomen wie Bronchorrhoe, Bronchialkrämpfen, Bradykardie und übermäßiger Darmtätigkeit, wie sie durch Cholinergika, z.B. durch Anticholinesterase-Mittel, hervorge-rufen werden können, entgegen. In einer Anzahl von grundlegenden pharmakologischen Tierversuchen konnte die starke antisekretorische Wirkung auf den Magen nachgewiesen werden. Robinul zur Injektion zeigte an Ratten einen bedeutenden Schutzeffekt gegen Shay-Ulzerationen. Seine Wirkung auf die Magen-Darmmotilität ist insofern besonders hervorzuheben, als der Darmtonus durch Dosen herabgesetzt wird, die wenig oder keine Wirkung auf die Peristaltik zeigen.
Im Gegensatz zu Atropinsulfat und Scopolaminhydrobromid passiert Robinul zur Injektion als quaternäre Ammoniumverbindung die Blut-liquorschranke nur in begrenztem Maße. Daher sind sowohl Wirkungen als auch die Nebenwirkungen im ZNS im Vergleich zu Anticholinergika vom Typ der tertiären Amine geringer.
5.2 Pharmakokinetische Eigen-schaften
Über das Verteilungsverhalten von Glycopyrroniumbromid ist wenig be-kannt. Quaternäre Ammonium-Anti-cholinergika sind vollständig ionisiert und somit wenig fettlöslich. Entsprechend schwer penetriert Glycopyrroniumbromid in das ZNS oder in das Augengewebe. Glyco-pyrroniumbromid geht in die Gal-lenflüssigkeit über. Nach intravenöser Applikation sinkt die Serumkon-zentration von Glycopyrroniumbromid rapide. Nach 5 Minuten werden weniger als 5 % im Serum gefunden; eine halbe Stunde bis 3 Stunden nach Applikation lässt sich überhaupt kein Glycopyrroniumbromid mehr nachweisen. Geringe Mengen werden zu verschiedenen Metaboliten umgesetzt. Glycopyrroniumbromid wird im wesentlichen unverändert biliär oder renal eliminiert.
Die Wirkung nach intramuskulärer Injektion tritt nach 20 - 40 Minuten ein. Das Wirkungsmaximum wird nach 30 - 45 Minuten erreicht, die Wirkungsdauer beträgt 2 - 3 Stunden. Die Speichelfluss hemmende Wirkung hält 7 Stunden an (weitaus länger als nach Atropingabe).
Nach intravenöser Injektion setzt die Wirkung gewöhnlich schon innerhalb einer Minute ein. Die Wirkungsdauer wechselt, ist jedoch bei intravenöser Injektion beträchtlich kürzer.
5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit
Experimentelle Tierstudien zur akuten Toxizität und zur Toxizität nach wiederholter Applikation zeigen keine relevanten Effekte, die nicht bereits an anderer Stelle der Fachinformation beschrieben sind.
Experimentelle Untersuchungen zur Ermittlung des Kanzerogenitäts- bzw. Mutagenitätspotenzials von Glycopyrroniumbromid sind bisher nicht durchgeführt worden. Aufgrund der nur einmaligen Anwendung von Robinul zur Injektion ist dies für die hier beantragte Indikation akzeptabel.
Glycopyrroniumbromid ist hinsichtlich reproduktionstoxikologischer Wirkungen nur unzureichend unter-sucht worden. Vorliegende Daten aus Studien an Ratten und Mäusen zeigten keine teratogenen Wirkungen.
In Reproduktionsstudien an Ratten wurde weiterhin beobachtet, dass die Empfängnisrate und die Über-lebensrate bei den mit Glycopyrro-niumbromid behandelten Tieren do-sisabhängig geringer waren. Studien an Hunden lassen vermuten, dass die verminderte Konzeptionsrate mit der verminderten Spermasekretion zusammenhängt, die unter hochdosiertem Glycopyrroniumbromid beobachtet wird.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Natriumchlorid, Wasser für Injek-tionszwecke.
6.2 Inkompatibilitäten
Die Robinul zur Injektion-Injektions-lösung hat einen pH-Wert von 2,5 - 4,0. Da die Stabilität des Wirkstoffes mit zunehmendem pH-Wert (ab pH 6) abnimmt, sollte Robinul zur Injektion nicht mit pH-Wert erhöhenden Wirkstoffen wie Chlor-amphenicolnatriumsuccinat, Nat-riumhydrogencarbonat, Natriumcar-bonat, Diazepam, Natriumpento-barbital, Natriumthiobarbital, Na-triumsecobarbital, verschiedenen Phenothiazinen, Dimenhydrinat, Dexamethasondinatriumphosphat oder gepufferter Ringer-Laktat-Lösung gemischt werden.
6.3 Dauer der Haltbarkeit
30 Monate.
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnah-men für die Aufbewahrung
Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
OP mit 5 Ampullen (Typ 1 Glas) zu 1 ml.
OP mit 10 Ampullen (Typ 1 Glas) zu 1 ml.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnah-men für die Beseitigung
Keine besonderen Anforderungen.
7. INHABER DER ZULASSUNG
Esteve Pharmaceuticals GmbH
Hohenzollerndamm 150-151
14199 Berlin
phone +49 30 338427-0
e-mail info.germany@esteve.com
8. ZULASSUNGSNUMMER
6739722.00.00
9. DATUM DER VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG
12.11.2012
10. STAND DER INFORMATION
11/2023
11. VERKAUFSABGRENZUNG
Verschreibungspflichtig.
