Fachinformation - Tavanic 250 mg Filmtabletten
1. BEZEICHNUNG DER ARZNEIMITTEL
Tavanic 250 mg Filmtabletten
Tavanic 500 mg Filmtabletten
- 2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE
ZUSAMMENSETZUNG
Eine Filmtablette Tavanic 250 mg enthält 250 mg Levofloxacin als Levofloxacinhemi-hydrat.
Eine Filmtablette Tavanic 500 mg enthält 500 mg Levofloxacin als Levofloxacinhemi-hydrat.
Vollständige Auflistung der sonstigen Be-standteile siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Filmtablette.
Blass gelblich weiße bis rötlich weiße Film-tabletten mit Bruchrille.
Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Tavanic ist angezeigt bei Erwachsenen zur Behandlung der folgenden Infektionen (sie-he Abschnitte 4.4 und 5.1):
- akute Pyelonephritis und komplizierte Harn-wegsinfektionen (siehe Abschnitt 4.4), – chronische bakterielle Prostatitis, – Lungenmilzbrand: zur Prophylaxe nach einer Exposition und als kurative Be-handlung (siehe Abschnitt 4.4).
Bei den unten aufgeführten Infektionen soll-te Tavanic nur angewendet werden, wenn andere Antibiotika, die für die Behandlung dieser Infektionen üblicherweise empfohlen werden, für ungeeignet erachtet werden.
- akute bakterielle Sinusitis,
- akute Exazerbation einer chronisch ob-struktiven Lungenerkrankung einschließ-lich Bronchitis,
- ambulant erworbene Pneumonie, – komplizierte Haut- und Weichteilinfektio-nen,
- unkomplizierte Zystitis (siehe Abschnitt 4.4).
Tavanic kann auch genutzt werden, um eine Behandlung bei Patienten, die wäh-rend der Initialbehandlung mit intravenösem Levofloxacin eine Besserung zeigten, fort-zuführen.
Offizielle Empfehlungen zum angemesse-nen Gebrauch von Antibiotika sollten be-rücksichtigt werden.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Tavanic-Filmtabletten werden einmal oder zweimal täglich eingenommen. Die Dosie-rung richtet sich nach Art und Schwere der Infektion und der Empfindlichkeit des ver-muteten ursächlichen Erregers.
Tavanic-Filmtabletten können auch genutzt werden, um eine Behandlung bei Patien-ten, die während der Initialbehandlung mit intravenösem Levofloxacin eine Besserung zeigten, fortzuführen. Aufgrund der Bio-äquivalenz der parenteralen und oralen Formen kann die gleiche Dosis verwendet werden.
Dosierung
Für Tavanic können folgende Dosierungs-empfehlungen gegeben werden:
Siehe oben stehende Tabelle.
Spezielle Patientengruppen
Siehe unten stehende Tabelle.
Eingeschränkte Leberfunktion
Eine Dosisanpassung ist nicht erforderlich, da Levofloxacin nicht nennenswert in der Leber metabolisiert und vorwiegend renal ausgeschieden wird.
Ältere Patienten
Neben der Beachtung der Nierenfunktion ist bei älteren Patienten keine weitere Dosis-anpassung erforderlich (siehe Abschnitt 4.4 „Tendinitis und Sehnenruptur“ sowie „QT-Intervallverlängerung“).
Kinder und Jugendliche
Tavanic ist kontraindiziert bei Kindern und Jugendlichen in der Wachstumsphase (sie-he Abschnitt 4.3).
Art der Anwendung
Die Filmtabletten sind unzerkaut mit aus-reichend Flüssigkeit einzunehmen. Sie kön-nen zur Dosisanpassung an der Bruchrille geteilt werden. Die Filmtabletten können während oder zwischen den Mahlzeiten ein-genommen werden. Die Filmtabletten soll-ten mindestens 2 Stunden vor oder nach Einnahme von Eisensalzen, Zinksalzen, magnesium- oder aluminiumhaltigen Ant-azida, Didanosin (gilt nur für Formulierun-gen, die mit aluminium- oder magnesium-haltigen Puffersubstanzen versehen sind) oder Sucralfat eingenommen werden, da
sonst eine Reduktion der Resorption auf-treten kann (siehe Abschnitt 4.5).
4.3 Gegenanzeigen
Levofloxacin-Filmtabletten dürfen nicht an-gewendet werden:
- bei Patienten mit Überempfindlichkeit gegen Levofloxacin oder andere Chino-lone oder einen der in Abschnitt 6.1 ge-nannten sonstigen Bestandteile, – bei Patienten mit Epilepsie,
- bei Patienten mit anamnestisch bekann-ten Sehnenbeschwerden nach früherer Anwendung von Fluorchinolonen, – bei Kindern und Jugendlichen in der Wachstumsphase,
- während der Schwangerschaft, – während der Stillzeit.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vor-
sichtsmaßnahmen für die Anwendung
Die Anwendung von Levofloxacin soll bei Patienten vermieden werden, bei denen in der Vergangenheit schwerwiegende Ne-benwirkungen bei der Anwendung von chinolon- oder fluorchinolonhaltigen Arz-neimitteln auftraten (siehe Abschnitt 4.8). Die Behandlung dieser Patienten mit Levo-floxacin soll nur dann begonnen werden, wenn keine alternativen Behandlungsmög-lichkeiten zur Verfügung stehen und eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung er-folgt ist (siehe auch Abschnitt 4.3).
Resistenzrisiken
Methicillin-resistente S. aureus besitzen wahrscheinlich eine Koresistenz gegen Fluorchinolone (einschließlich Levofloxacin).
Dosierung bei Patienten mit normaler Nierenf Indikation Tagesd (entspre Schwere Akute bakterielle Sinusitis 500 mg Akute Exazerbation einer chro- nisch obstruktiven Lungenerkran-kung einschließlich Bronchitis 500 mg Ambulant erworbene Pneumonie 500 mg Akute Pyelonephritis 500 mg Komplizierte Harnwegsinfektionen 500 mg Unkomplizierte Zystitis 250 mg Chronische bakterielle Prostatitis 500 mg Komplizierte Haut- und Weichteil-infektionen 500 mg Lungenmilzbrand 500 mg | unktion (Kreatinin-Clearance > 50 ml/min) | |||
osierung chend dem grad) | Behandlungsdauer (entsprechend dem Schweregrad) | |||
| einmal täglich | 10 – 14 Tage | |||
| einmal täglich | 7 – 10 Tage | |||
| ein- oder zweimal täglich | 7 – 14 Tage | |||
| einmal täglich | 7 – 10 Tage | |||
| einmal täglich | 7 – 14 Tage | |||
| einmal täglich | 3 Tage | |||
| einmal täglich | 28 Tage | |||
| ein- oder zweimal täglich | 7 – 14 Tage | |||
| einmal täglich | 8 Wochen | |||
Spezielle Patientengruppen Eingeschränkte Nierenfunktion (Kreatinin-Cle 250 mg/24 Stunde Kreatinin-Clearance Erstdosis: 250 mg 50 – 20 ml/min dann: 125 mg/24 Stunden 19 – 10 ml/min dann: 125 mg/48 Stunden < 10 ml/min (einschließlich Hämo- dialyse und CAPD)1 dann: 125 mg/48 Stunden 1 Nach Hämodialyse oder kontinuierlicher am sätzlichen Dosen erforderlich. | arance ≤ 50 ml/min) | ||||
| Dosierungsschema | |||||
| n | 500 mg/24 Stunden | 500 mg/12 Stunden | |||
| Erstdosis: 500 mg | Erstdosis: 500 mg | ||||
dann: 250 mg/24 Stunden | dann: 250 mg/12 Stunden | ||||
dann: 125 mg/24 Stunden | dann: 125 mg/12 Stunden | ||||
dann: 125 mg/24 Stunden | dann: 125 mg/24 Stunden | ||||
| bulanter Peritonealdialyse (CAPD) sind keine zu- | |||||
Bei bekannter oder vermuteter MRSA-In-fektion wird Levofloxacin daher nicht für die Behandlung empfohlen, es sei denn, die Laborergebnisse bestätigen eine Empfind-lichkeit des Erregers gegen Levofloxacin (und üblicherweise für die Behandlung von MRSA empfohlene Antibiotika werden als nicht indiziert erachtet).
Levofloxacin kann zur Behandlung von aku-ter bakterieller Sinusitis oder akuter Exazer-bation einer chronischen Bronchitis einge-setzt werden, wenn diese Infektionen fach-gerecht diagnostiziert wurden.
Die Resistenz von E. coli – der häufigste E r-reger von Harnwegsinfektionen – gegen Fluorchinolone ist innerhalb der Europäi-schen Union unterschiedlich ausgeprägt. Die Ärzte sollen bei der Verordnung die lo-kale Prävalenz der Resistenz von E. coli gegen Fluorchinolone berücksichtigen.
Lungenmilzbrand: Die Anwendung bei Menschen beruht auf In-vitro-Empfindlich-keitsdaten für Bacillus anthracis und auf experimentellen Daten bei Tieren zusam-men mit begrenzten Daten bei Menschen. Bei der Behandlung von Milzbrand sollen sich die behandelnden Ärzte auf nationale oder internationale Konsensus-Papiere be-ziehen.
Anhaltende, die Lebensqualität beeinträch-tigende und potenziell irreversible schwer-wiegende Nebenwirkungen
In sehr seltenen Fällen wurde bei Patienten, die Chinolone und Fluorchinolone erhielten, von anhaltenden (über Monate oder Jahre andauernden), die Lebensqualität beein-trächtigenden und potenziell irreversiblen schwerwiegenden Nebenwirkungen berich-tet, die verschiedene, manchmal auch meh-rere, Körpersysteme betrafen (Bewegungs-apparat, Nerven, Psyche und Sinnesorgane), unabhängig vom Alter und bereits beste-henden Risikofaktoren. Levofloxacin soll bei den ersten Anzeichen oder Symptomen einer schwerwiegenden Nebenwirkung so-fort abgesetzt werden und die Patienten sollen angewiesen werden, ihren verschrei-benden Arzt zu Rate zu ziehen.
Tendinitis und Sehnenruptur
Tendinitis und Sehnenruptur (insbesondere, aber nicht beschränkt auf die Achillessehne), manchmal beidseitig, können bereits wäh-rend der ersten 48 Stunden nach Behand-lungsbeginn mit Chinolonen und Fluorchi-nolonen auftreten, wobei ein Auftreten auch noch mehrere Monate nach Absetzen der Behandlung berichtet wurde. Das Risiko einer Tendinitis und Sehnenruptur ist erhöht bei älteren Patienten, Patienten mit Nieren-funktionsstörung, Patienten nach Trans-plantation solider Organe, bei Patienten, die Tagesdosen von 1.000 mg Levofloxacin erhalten, und bei Patienten, die gleichzeitig mit Kortikosteroiden behandelt werden. Die gleichzeitige Anwendung von Kortikostero-iden soll daher vermieden werden.
Beim ersten Anzeichen einer Tendinitis (z. B. schmerzhafte Schwellung, Entzündung) soll die Behandlung mit Levofloxacin been-det und eine alternative Behandlung erwo-gen werden. Die betroffenen Gliedmaßen sollen angemessen behandelt werden
(z. B. Ruhigstellen). Bei Anzeichen einer Tendinopathie sollen Kortikosteroide nicht angewendet werden.
Enzephalopathie und Myoklonie
Bei Patienten, die Levofloxacin erhielten, wurden Fälle von Enzephalopathien und Myoklonien berichtet (siehe Abschnitte 4.8 und 4.9). Die Risiken für eine Enzephalo-pathie und Myoklonie sind bei älteren Pa-tienten und bei Patienten mit eingeschränk-ter Nierenfunktion erhöht, wenn die Levo-floxacin-Dosis nicht entsprechend der Kreatinin-Clearance angepasst wird, sowie bei Patienten mit vorbestehenden Erkran-kungen des zentralen Nervensystems. Bei vermuteter Levofloxacin-assoziierter Enze-phalopathie und/oder Myoklonie soll das Absetzen von Levofloxacin in Betracht ge-zogen und eine entsprechende Behand-lung eingeleitet werden.
Durch Clostridium difficile hervorgerufene Erkrankungen
Diarrhö, insbesondere wenn sie schwer, anhaltend und/oder blutig während oder nach der Behandlung (einschließlich meh-rerer Wochen nach Behandlungsende) mit Levofloxacin auftritt, kann ein Hinweis auf eine durch Clostridium difficile hervorgeru-fene Erkrankung (CDAD) sein. Der Schwe-regrad einer CDAD kann von einer milden Verlaufsform bis zu deren schwerster (lebensbedrohlicher) Form, der pseudo-membranösen Kolitis, reichen (siehe Ab-schnitt 4.8). Daher ist es wichtig, diese Diagnose in Betracht zu ziehen, wenn sich bei Patienten während oder nach Behand-lung mit Levofloxacin eine schwere Diarrhö entwickelt. Bei vermuteter oder bestätigter CDAD muss die Behandlung mit Levoflox-acin sofort beendet und eine angemessene Behandlung eingeleitet werden. Arzneimit-tel, die die Peristaltik hemmen, sind in sol-chen Fällen kontraindiziert.
Patienten mit Neigung zu Krampfanfällen Chinolone können die Krampfschwelle herabsetzen und Krampfanfälle auslösen. Levofloxacin ist kontraindiziert bei Patien-ten mit bekannter Epilepsie (siehe Ab-schnitt 4.3) und soll, wie andere Chinolone auch, nur mit äußerster Vorsicht angewen-det werden bei Prädisposition für epilepti-sche Anfälle oder bei gleichzeitiger Be-handlung mit Arzneimitteln, die die Krampf-schwelle herabsetzen, wie beispielsweise Theophyllin (siehe Abschnitt 4.5). Bei Auf-treten konvulsiver Krämpfe (siehe Ab-schnitt 4.8) soll die Behandlung mit Levo-floxacin abgebrochen werden.
Patienten mit Glucose-6-Phosphat-Dehy-drogenasemangel
Patienten mit latentem oder bestehendem Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenaseman-gel neigen möglicherweise zu hämolyti-schen Reaktionen, wenn sie mit Chinolo-nen behandelt werden. Deshalb soll bei Behandlung solcher Patienten mit Levoflox-acin das mögliche Auftreten einer Hämolyse genau überwacht werden.
Patienten mit eingeschränkter Nierenfunk-tion
Da Levofloxacin vorwiegend renal ausge-schieden wird, soll die Dosis bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion ange-passt werden (siehe Abschnitt 4.2).
Überempfindlichkeitsreaktionen
Levofloxacin kann schwerwiegende, poten-ziell lebensbedrohliche Überempfindlich-keitsreaktionen (z. B. Angioödeme bis hin zum anaphylaktischen Schock) hervorrufen, gelegentlich schon nach der ersten Dosis (siehe Abschnitt 4.8). Die Patienten sollen die Behandlung sofort abbrechen und ihren Arzt oder einen Notarzt informieren, der an-gemessene Notfallmaßnahmen einleiten wird.
Schwere arzneimittelinduzierte
Hautreaktionen
Im Zusammenhang mit einer Levofloxacin-Behandlung wurde über schwere arzneimittel-induzierte Hautreaktionen (SCARs), ein-schließlich toxischer epidermaler Nekrolyse (TEN, auch bekannt als Lyell-Syndrom), Stevens-Johnson-Syndrom (SJS), Arznei-mittelreaktion mit Eosinophilie und systemi-schen Symptomen (DRESS), akute generali-sierte exanthematische Pustulose (AGEP) und Dermatitis exfoliativa, die lebensbe-drohlich oder tödlich verlaufen können, be-richtet (siehe Abschnitt 4.8). Patienten sollen zum Zeitpunkt der Verschreibung auf Anzei-chen und Symptome schwerer Hautreaktio-nen hingewiesen und engmaschig über-wacht werden. Wenn Anzeichen und Symp-tome, die diese Reaktionen vermuten las-sen, auftreten, soll Levofloxacin sofort abge-setzt und eine alternative Behandlung in Betracht gezogen werden. Hat der Patient eine schwerwiegende Reaktion wie SJS, TEN, DRESS, AGEP oder Dermatitis exfolia-tiva unter Levofloxacin entwickelt, darf eine Levofloxacin-Behandlung bei diesem Pa-tienten zu keinem Zeitpunkt wieder aufge-nommen werden.
Dysglykämie
Wie bei allen Chinolonen sind Abweichun-gen der Blutglucosewerte (einschließlich Hyper- und Hypoglykämien) berichtet wor-den, die häufiger bei älteren Patienten auf-traten und üblicherweise bei Diabetikern, die gleichzeitig mit einem oralen Antidiabeti-kum (z. B. Glibenclamid) oder mit Insulin behandelt wurden. Es sind Fälle von hypo-glykämischem Koma bekannt. Bei diabeti-schen Patienten wird eine sorgfältige Über-wachung der Blutzuckerwerte empfohlen (siehe Abschnitt 4.8).
Die Behandlung mit Tavanic soll sofort ab-gesetzt und eine alternative antibiotische Behandlung ohne Fluorchinolon in Betracht gezogen werden, wenn ein Patient von Ab-weichungen der Blutglucosewerte berichtet.
Prävention der Photosensibilisierung Unter Levofloxacin ist eine Photosensibilität berichtet worden (siehe Abschnitt 4.8). Es wird empfohlen, dass sich Patienten wäh-rend und bis zu 48 Stunden nach der Be-handlung nicht unnötig starker Sonnenbe-strahlung oder künstlichen UV-Strahlungen (z. B. Höhensonne, Solarium) aussetzen, um eine Photosensibilität zu vermeiden.
Patienten unter Behandlung mit Vitamin-K-Antagonisten
Wegen möglicher Erhöhung der Gerinnungs-werte (PT/INR) und/oder Blutungen bei Pa-tienten, die mit Levofloxacin und Vitamin-K-Antagonisten (z. B. Warfarin) in Kombina-tion behandelt werden, sollen die Gerin-nungswerte überwacht werden, wenn diese
Arzneimittel gleichzeitig angewendet wer-den (siehe Abschnitt 4.5).
Psychotische Reaktionen
Unter der Behandlung mit Chinolonen, ein-schließlich Levofloxacin, sind psychotische Reaktionen bei Patienten berichtet worden. Sehr selten entwickelten sie sich zu suizi-dalen Gedanken und selbstgefährdendem Verhalten – manchmal schon nach einer einzelnen Dosis von Levofloxacin (siehe Abschnitt 4.8). Falls ein Patient solche Re-aktionen entwickelt, ist Levofloxacin sofort bei deren ersten Anzeichen oder Sympto-men abzusetzen. Des Weiteren soll der Patient angewiesen werden, seinen ver-schreibenden Arzt zu Rate zu ziehen. Eine alternative antibiotische Behandlung ohne Fluorchinolon ist in Betracht zu ziehen und es sind geeignete Maßnahmen einzuleiten. Vorsicht ist angezeigt, wenn Levofloxacin bei psychotischen Patienten oder solchen mit psychiatrischen Erkrankungen in ihrer Krankengeschichte angewendet wird.
QT-Intervallverlängerung
Fluorchinolone, einschließlich Levofloxacin, sollen nur unter Vorsicht bei Patienten an-gewendet werden, die bekannte Risikofak-toren für eine Verlängerung des QT-Inter-valls aufweisen, wie zum Beispiel: – angeborenes Long-QT-Syndrom, – gleichzeitige Anwendung von anderen Arzneimitteln, die bekanntermaßen das QT-Intervall verlängern (z. B. Antiarrhyth-mika der Klassen IA und III, trizyklische Antidepressiva, Makrolide, Antipsychotika), – unkorrigierte Störungen des Elektrolyt-haushaltes (z. B. Hypokaliämie, Hypoma-gnesiämie),
- Herzerkrankung (z. B. Herzinsuffizienz, Myokardinfarkt, Bradykardie).
Ältere Patienten und Frauen reagieren möglicherweise empfindlicher auf QTc- verlängernde Arzneimittel. Deshalb sollen Fluorchinolone, einschließlich Levofloxacin, bei diesen Patienten mit Vorsicht angewen-det werden (siehe Abschnitte 4.2 „Ältere Patienten“, 4.5, 4.8 und 4.9).
Periphere Neuropathie
Fälle sensorischer oder sensomotorischer Polyneuropathie, die zu Parästhesie, Hyp-ästhesie, Dysästhesie oder Schwäche führ-ten, wurden bei Patienten berichtet, die Chinolone oder Fluorchinolone erhielten. Mit Levofloxacin behandelte Patienten sol-len angewiesen werden, ihren Arzt vor dem Fortsetzen der Behandlung zu informieren, wenn Symptome einer Neuropathie wie z. B. Schmerzen, Brennen, Kribbeln, Taub-heitsgefühl oder Schwäche auftreten, um der Entwicklung einer potenziell irreversi-blen Schädigung vorzubeugen (siehe Ab-schnitt 4.8).
Leber- und Gallenerkrankungen
Unter Levofloxacin wurden Fälle von Leber-nekrosen bis hin zum letalen Leberversa-gen berichtet, insbesondere bei Patienten mit schweren Grund-/Begleiterkrankungen, z. B. Sepsis (siehe Abschnitt 4.8). Die Pa-tienten sind darauf hinzuweisen, dass sie die Behandlung abbrechen und ihren Arzt konsultieren sollen, wenn sich Anzeichen und Symptome einer Lebererkrankung ent-wickeln, wie z. B. Appetitlosigkeit, Gelb-
sucht, Dunkelfärbung des Urins, Juckreiz und Druckschmerz im Bauch.
Exazerbation einer Myasthenia gravis Fluorchinolone, einschließlich Levofloxacin, können eine neuromuskuläre Blockade aus-lösen und eine Muskelschwäche bei Pa-tienten mit Myasthenia gravis verschlimmern. Schwere Nebenwirkungen nach Marktein-führung (einschließlich Tod oder Beatmungs-pflicht) werden mit der Anwendung von Fluorchinolonen bei Patienten mit Myas-thenia gravis in Zusammenhang gebracht. Daher wird Levofloxacin für Patienten mit bekannter Myasthenia gravis nicht emp-fohlen.
Sehstörungen
Falls es zu Sehstörungen oder anderen Wirkungen auf die Augen kommt, soll un-verzüglich ein Augenspezialist konsultiert werden (siehe Abschnitte 4.7 und 4.8).
Superinfektion
Bei längerer Behandlung mit Levofloxacin kann es zu einem übermäßigen Wachstum von unempfindlichen Organismen kommen. Im Falle einer Superinfektion sollen geeig-nete Maßnahmen unternommen werden.
Beeinträchtigung von Laborergebnissen Unter Behandlung mit Levofloxacin kann bei Patienten der Opiatnachweis im Urin falsch positiv ausfallen. Positive Ergebnisse müssen gegebenenfalls durch spezifischere Methoden bestätigt werden.
Levofloxacin kann das Wachstum von Mycobacterium tuberculosis hemmen und so zu falsch negativen Ergebnissen in der bakteriologischen Tuberkulose-Diagnostik führen.
Aortenaneurysma, Aortendissektion und Herzklappenregurgitation/-insuffizienz In epidemiologischen Studien wird von einem erhöhten Risiko für Aortenaneurys-ma und Aortendissektion, insbesondere bei älteren Patienten, und von Aorten- und Mitralklappenregurgitation nach der An-wendung von Fluorchinolonen berichtet. Fälle von Aortenaneurysma und Aortendis-sektion, manchmal durch Rupturen kom-pliziert (einschließlich tödlicher Fälle), so-wie Regurgitation/Insuffizienz einer der Herzklappen wurden bei Patienten berich-tet, die Fluorchinolone erhielten (siehe Ab-schnitt 4.8).
Daher sollen Fluorchinolone nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Bewertung und nach Abwägung anderer Therapieoptionen bei Patienten mit positiver Familienanam-nese in Bezug auf Aneurysma oder ange-borenen Herzklappenfehlern oder bei Pa-tienten mit diagnostiziertem Aortenaneu-rysma und/oder diagnostizierter Aortendis-sektion oder einem diagnostizierten Herz-klappenfehler oder bei Vorliegen anderer Risikofaktoren oder prädisponierender Be-dingungen
sowohl für Aortenaneurysma und Aor-tendissektion und Herzklappenregurgita-tion/-insuffizienz (z. B. Bindegewebser-krankungen wie das Marfan-Syndrom oder Ehlers-Danlos-Syndrom, Turner-Syndrom, Morbus Behçet, Hypertonie, rheumatoide Arthritis) oder zusätzlich
- für Aortenaneurysma und Aortendissek-tion (z. B. Gefäßerkrankungen wie Taka-yasu-Arteriitis oder Riesenzellarteriitis oder bekannte Atherosklerose oder Sjö-gren-Syndrom) oder zusätzlich – für Herzklappenregurgitation/-insuffizienz (z. B. infektiöse Endokarditis)
angewendet werden.
Das Risiko von Aortenaneurysmen und Aortendissektionen sowie ihrer Ruptur kann auch bei Patienten erhöht sein, die gleichzeitig mit systemischen Kortikoste-roiden behandelt werden.
Bei plötzlichen Bauch-, Brust- oder Rü-ckenschmerzen sollen die Patienten ange-wiesen werden, sofort einen Arzt in der Notaufnahme aufzusuchen.
Patienten sollen unverzüglich medizinische Hilfe aufsuchen im Fall von akuter Atemnot, neu auftretendem Herzklopfen oder der Entwicklung von Ödemen am Bauch oder den unteren Extremitäten.
Akute Pankreatitis
Bei Patienten unter Levofloxacin kann eine akute Pankreatitis auftreten. Die Patienten sollen über die charakteristischen Sympto-me einer akuten Pankreatitis informiert werden. Bei Patienten, bei denen Übelkeit, Unwohlsein, abdominale Beschwerden, akute Abdominalschmerzen oder Erbre-chen auftreten, soll umgehend eine ärztli-che Untersuchung erfolgen. Bei Verdacht auf eine akute Pankreatitis soll Levofloxacin abgesetzt werden; bei Bestätigung soll Levofloxacin nicht wieder angewendet wer-den. Bei Patienten mit Pankreatitis in der Anamnese ist Vorsicht geboten (siehe Ab-schnitt 4.8).
Erkrankungen des Blutes
Während der Behandlung mit Levofloxacin kann es zu Knochenmarksversagen ein-schließlich Leukopenie, Neutropenie, Pan-zytopenie, hämolytischer Anämie, Throm-bozytopenie, aplastischer Anämie oder Agranulozytose kommen (siehe Abschnitt 4.8). Wenn eine dieser Bluterkrankungen vermutet wird, soll das Blutbild überwacht werden. Bei auffälligen Ergebnissen soll ein Abbruch der Behandlung mit Levofloxacin in Betracht gezogen werden.
Natrium
Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Tablette, d. h., es ist nahezu „natriumfrei“.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen
Arzneimitteln und sonstige
Wechselwirkungen
Wirkungen anderer Arzneimittel auf Tavanic Eisensalze, Zinksalze, magnesium- oder aluminiumhaltige Antazida, Didanosin Bei gleichzeitiger Anwendung von Eisensal-zen oder von magnesium- oder aluminium-haltigen Antazida oder Didanosin (gilt nur für Formulierungen, die mit aluminium- oder magnesiumhaltigen Puffersubstanzen versehen sind) und Tavanic-Filmtabletten ist die Resorption von Levofloxacin signifi-kant reduziert. Eine gleichzeitige Verwen-dung von Fluorchinolonen mit Multivitamin-Zubereitungen, die Zink enthalten, senkt anscheinend die Resorption. Es wird emp-fohlen, Zubereitungen, die zweiwertige oder dreiwertige Kationen enthalten, wie bei-spielsweise Eisen- oder Zinksalze oder magnesium- oder aluminiumhaltige Ant-azida oder Didanosin (gilt nur für Formulie-rungen, die mit aluminium- oder magnesi-umhaltigen Puffersubstanzen versehen sind), 2 Stunden vor bis 2 Stunden nach der Anwendung von Tavanic-Filmtabletten nicht einzunehmen (siehe Abschnitt 4.2). Für Calciumsalze konnte ein minimaler Effekt auf die Resorption von Levofloxacin nach oraler Gabe nachgewiesen werden.
Sucralfat
Die Bioverfügbarkeit von Tavanic-Filmtablet-ten ist bei gleichzeitiger Anwendung von Sucralfat signifikant reduziert. Muss der Patient mit Sucralfat und Tavanic-Filmta-bletten gleichzeitig behandelt werden, ist es am besten, Sucralfat 2 Stunden nach Einnahme der Tavanic-Filmtabletten einzu-nehmen (siehe Abschnitt 4.2).
Theophyllin, Fenbufen oder vergleichbare nichtsteroidale Antiphlogistika
In einer klinischen Studie konnten keine pharmakokinetischen Interaktionen von Levofloxacin mit Theophyllin nachgewiesen werden. Es kann jedoch möglicherweise zu einer deutlichen Herabsetzung der Krampf-schwelle kommen, wenn Chinolone gleich-zeitig mit Theophyllin, nichtsteroidalen Anti-phlogistika oder anderen Substanzen ge-geben werden, die die zerebrale Krampf-schwelle herabsetzen.
Die Levofloxacin-Konzentrationen waren un-ter gleichzeitiger Fenbufen-Medikation ca. 13 % höher als bei alleiniger Gabe.
Probenecid und Cimetidin
Probenecid und Cimetidin hatten einen statistisch signifikanten Effekt auf die Elimi-nation von Levofloxacin. Die renale Clea-rance von Levofloxacin wurde durch Cimeti-din (24 %) und Probenecid (34 %) reduziert, da beide Arzneimittel die renale tubuläre Sekretion von Levofloxacin hemmen kön-nen. Es ist jedoch bei den in der Studie getesteten Dosen unwahrscheinlich, dass die statistisch signifikanten kinetischen Un-terschiede klinisch relevant sind. Bei gleichzeitiger Gabe von Arzneimitteln, die die tubuläre renale Sekretion beeinflus-sen, z. B. Probenecid und Cimetidin, sollte Levofloxacin vorsichtig angewendet wer-den. Dies gilt besonders bei Patienten mit Niereninsuffizienz.
Weitere Hinweise
In klinisch-pharmakologischen Studien zeig-te sich keine klinisch relevante Beeinflus-sung der Pharmakokinetik von Levofloxacin bei gleichzeitiger Gabe folgender Arznei-mittel: Calciumcarbonat, Digoxin, Gliben-clamid, Ranitidin.
Wirkungen von Tavanic auf andere Arznei-mittel
Ciclosporin
Die Halbwertszeit von Ciclosporin war bei gleichzeitiger Gabe von Levofloxacin um 33 % verlängert.
Vitamin-K-Antagonisten
Bei Patienten, die gleichzeitig mit Levoflox-acin und Vitamin-K-Antagonisten (z. B. War-farin) behandelt wurden, wurden eine Ver-längerung der Prothrombinzeit (Erhöhung der INR/Abfall des Quick-Wertes) und/oder
auch Blutungen berichtet. Diese Blutungen können auch schwer sein. Deshalb sollten die Gerinnungswerte bei Patienten, die mit Vitamin-K-Antagonisten behandelt werden, überwacht werden (siehe Abschnitt 4.4).
Arzneimittel, die bekanntermaßen das QT-Intervall verlängern
Wie andere Fluorchinolone auch sollte Levofloxacin nur unter Vorsicht bei Patien-ten angewendet werden, die gleichzeitig andere Arzneimittel einnehmen, die be-kanntermaßen das QT-Intervall verlängern (z. B. Antiarrhythmika der Klassen IA und III, trizyklische Antidepressiva, Makrolide, Anti-psychotika), (siehe Abschnitt 4.4 „QT-Inter-vallverlängerung“).
Weitere Hinweise
Eine pharmakokinetische Studie zeigte, dass Levofloxacin keinen Effekt auf die Pharma-kokinetik von Theophyllin (ein Test-Substrat für CYP1A2) ausübt; ein Hinweis, dass Levofloxacin kein CYP1A2-Inhibitor ist.
Sonstige Interaktionen
Nahrungsmittel
Es gibt keine klinisch relevante Wechsel-wirkung mit der Nahrung. Tavanic-Filmta-bletten können deshalb unabhängig von der Nahrungsaufnahme eingenommen werden.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und
Stillzeit
Schwangerschaft
Es gibt nur wenige Daten über den Einsatz von Levofloxacin bei Schwangeren. Tier-experimentelle Studien ergaben keine Hin-weise auf direkte oder indirekte gesund-heitsschädliche Wirkungen in Bezug auf eine Reproduktionstoxizität (siehe Ab-schnitt 5.3). Dennoch darf Levofloxacin bei Schwangeren nicht angewendet werden, da Studien am Menschen fehlen und tier-experimentelle Daten auf das Risiko einer möglichen Schädigung von Knorpelg ewebe belasteter Gelenke durch Fluorchinolone bei heranwachsenden Tieren hinweisen (siehe Abschnitte 4.3 und 5.3).
Stillzeit
Tavanic ist kontraindiziert während der Still-zeit. Es gibt nicht genügend Informationen über die Ausscheidung von Levofloxacin in die menschliche Muttermilch. Allerdings weiß man von anderen Fluorchinolonen, dass sie in die Muttermilch übergehen. Aufgrund fehlender Studien am Menschen und weil tierexperimentelle Daten auf ein Risiko einer möglichen Schädigung von Knorpelge-webe belasteter Gelenke bei heranwach-senden Tieren durch Fluorchinolone schlie-ßen lassen, darf Levofloxacin bei stillenden Frauen nicht angewendet werden (siehe Abschnitte 4.3 und 5.3).
Fertilität
Levofloxacin verursachte keine Beeinträch-tigung der Fertilität oder der Reproduktivi-tät bei Ratten.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrs-
tüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
Tavanic hat einen geringen oder mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Ei-
nige unerwünschte Wirkungen wie Enzepha-lopathie, Benommenheit/Schwindel, Schläf-rigkeit, Sehstörungen können die Konzentra-tions- und Reaktionsfähigkeit des Patienten beeinträchtigen und können somit in Situa-tionen, in denen diese Fähigkeiten von be-sonderer Bedeutung sind (z. B. Autofahren, Bedienen von Maschinen), ein Risiko dar-stellen.
4.8 Nebenwirkungen
Die nachfolgenden Angaben basieren auf Daten aus klinischen Studien mit mehr als 8.300 Patienten und auf umfangreicher Er-fahrung nach Markteinführung.
Die Häufigkeiten sind gemäß folgender Konvention definiert: sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100, < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1.000, < 1/100), selten (≥ 1/10.000, < 1/1.000), sehr selten (< 1/10.000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der ver-fügbaren Daten nicht abschätzbar). Innerhalb jeder Häufigkeitskategorie wer-den die Nebenwirkungen nach abnehmen-dem Schweregrad sortiert.
Siehe Tabelle auf Seite 5.
Andere Nebenwirkungen, die unter Fluor-chinolonen auftraten:
- Porphyrie-Attacken bei Patienten mit Porphyrie.
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen Die Meldung des Verdachts auf Nebenwir-kungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuier-liche Überwachung des Nutzen-Risiko-Ver-hältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem
Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte
Abt. Pharmakovigilanz
Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3
D-53175 Bonn
Website: www.bfarm.de anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Gemäß tierexperimentellen Toxizitätsstu-dien bzw. klinisch-pharmakologischen Stu-dien mit supratherapeutischen Dosen sind die wichtigsten zu erwartenden Symptome nach einer akuten Überdosierung mit Tava-nic-Filmtabletten zentralnervöse Störungen (Verwirrtheit, Benommenheit, Bewusstseins-störungen und Krampfanfälle), Verlängerun-gen des QT-Intervalls und gastrointestinale Störungen wie Übelkeit und Schleimhaut-erosionen.
ZNS-Effekte und Anzeichen einer Enzepha-lopathie, einschließlich Verwirrtheit, Krampf-anfällen, Myoklonie, Halluzinationen und Tremor, wurden nach Markteinführung be-obachtet. Es besteht ein erhöhtes Risiko einer Enzephalopathie nach Überdosierung, insbesondere bei älteren Patienten und Pa-tienten mit Nierenfunktionsstörung.
Im Falle einer Überdosierung sollte eine symptomatische Behandlung eingeleitet werden. Eine EKG-Überwachung sollte auf-grund des möglichen Auftretens einer QT-Intervallverlängerung durchgeführt werden.
Nebenwirkungstabelle Systemorganklasse Häufig (≥ 1/100 b Infektionen und parasitäre Erkrankungen Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems Erkrankungen des Immun- systems Endokrine Erkrankungen Stoffwechsel- und Ernährungs- störungen Psychiatrische Erkrankungen* Schlaflosi Erkrankungen des Nerven- systems* Kopfschm Benomme Augenerkrankungen* Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths* Herzerkrankungen** Gefäßerkrankungen** (nur nach kation:) P Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums Erkrankungen des Gastrointestinal trakts Diarrhö, E Übelkeit Leber- und Gallenerkrankungen erhöhte L zymwerte alkalische phatase, | |||||||
| is < 1/10) | Gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100) | Selten (≥ 1/10.000 bis < 1 | /1.000) | Nicht bekannt (auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar) | |||
| Pilzinfektion, ein-schließlich Candi-da-Infektion, Erre-ger-Resistenz | |||||||
| Leukopenie, Eosi-nophilie | Thrombozytopenie, | Neutropenie | Knochenmarksversagen ein-schließlich aplastischer Anämie, Panzytopenie, Agranulozytose, hämolytischer Anämie | ||||
| Angioödem, Übere keitsreaktionen (sie schnitt 4.4) | mpfindlich-he Ab- | anaphylaktischer Schock1, ana-phylaktoider Schock1 (siehe Ab-schnitt 4.4) | |||||
| Syndrom der inadä Sekretion des antid Hormons (SIADH) | quaten iuretischen | ||||||
| Anorexie | Hypoglykämie, insb Diabetikern, hypogl Koma (siehe Absch | esondere bei ykämisches nitt 4.4) | Hyperglykämie (siehe Ab-schnitt 4.4) | ||||
| gkeit | Angstzustände, Verwirrtheit, Nervo-sität | psychotische Reak z. B. Halluzinatione Depression, Agitati Träume, Albträume | tionen (mit n, Paranoia), on, abnorme , Delirium | psychotische Reaktionen mit selbstgefährdendem Verhalten, einschließlich suizidaler Gedanken und Handlungen (siehe Ab-schnitt 4.4), Manie, Panikattacke | |||
| erzen, nheit | Schläfrigkeit, Tre-mor, Geschmacks-störungen | Krampfanfälle (sieh te 4.3 und 4.4), Pa eingeschränktes Er vermögen | e Abschnit-rästhesien, innerungs- | periphere sensorische Neuropathie (siehe Abschnitt 4.4), periphere sensomotorische Neuropathie (siehe Abschnitt 4.4), Geruchsstö-rungen, einschließlich Geruchsver-lust, Dyskinesie, extrapyramidale Störungen, Ageusie, Synkopen, benigne intrakranielle Hypertonie, Myoklonie, Neuralgie, Enzephalo-pathie | |||
| Sehstörungen wie mensehen (siehe A | Verschwom-bschnitt 4.4) | vorübergehender Sehverlust (siehe Abschnitt 4.4), Uveitis | |||||
| Vertigo | Tinnitus | Hörverlust, Hörstörungen | |||||
| Tachykardie, Palpit | ationen | ventrikuläre Tachykardie, die zum Herzstillstand führen kann, ventri-kuläre Arrhythmie und Torsade de pointes (vorwiegend berichtet bei Patienten mit Risikofaktoren für eine QT-Verlängerung), EKG QT-Verlängerung (siehe Abschnitte 4.4 und 4.9) | |||||
| i. v. Appli-hlebitis | Hypotonie | ||||||
| Dyspnoe | Bronchospasmus, allergische Pneumonitis | ||||||
| rbrechen, | Abdominalschmer-zen, Dyspepsie, Blähungen, Obsti-pation | hämorrhagische Diarrhö, welche in sehr seltenen Fällen ein Hinweis auf eine Enterokolitis, einschließ-lich pseudomembranöser Kolitis, sein kann (siehe Abschnitt 4.4), Pankreatitis (siehe Abschnitt 4.4) | |||||
eberen- (ALT/AST, Phos- GGT) | erhöhte Bilirubin-werte | Gelbsucht und schwere Leber-schäden, einschließlich Fällen von letalem akutem Leberversagen, insbesondere bei Patienten mit schweren Grunderkrankungen (siehe Abschnitt 4.4), Hepatitis | |||||
| Fortsetzung Tabelle auf Seite 6 | |||||||
Antazida können zum Schutz der Magen-schleimhaut eingesetzt werden. Hämodia-lyse, einschließlich Peritonealdialyse und CAPD, können Levofloxacin nicht wirksam eliminieren. Ein spezifisches Antidot exis-tiert nicht.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGEN-
SCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Chinolon-Antibiotikum, Fluorchinolone,
ATC-Code: J01MA12.
Bei Levofloxacin handelt es sich um ein synthetisches Antibiotikum aus der Gruppe der Fluorchinolone. Es ist das S-(-)-Enan-tiomer des Racemates Ofloxacin.
Wirkungsmechanismus
Als Fluorchinolon-Antibiotikum wirkt Levo-floxacin auf den DNS-/DNS-Gyrase-Kom-plex und die Topoisomerase IV.
Beziehung zwischen Pharmakokinetik und Pharmakodynamik
Das Ausmaß der bakteriziden Aktivität von Levofloxacin hängt ab vom Verhältnis der maximalen Serumkonzentration (Cmax) oder der Fläche unter der Kurve (AUC) und der
minimalen inhibitorischen Konzentration (MHK).
Resistenzmechanismus
Resistenz gegen Levofloxacin wird erwor-ben durch schrittweise Mutationen an der Angriffsstelle in beiden Typ-II-Topoisomera-sen, der DNA-Gyrase und der Topoisome-rase IV. Andere Resistenzmechanismen wie beispielsweise Durchtrittsbarrieren (häufig bei Pseudomonas aeruginosa) und Aus-schleusungsmechanismen können ebenso Einfluss auf die Empfindlichkeit gegenüber Levofloxacin ausüben.
Es wurde eine Kreuzresistenz zwischen Levofloxacin und anderen Fluorchinolonen beobachtet.
Aufgrund des Wirkungsmechanismus be-steht im Allgemeinen keine Kreuzresistenz zwischen Levofloxacin und anderen Anti-biotikaklassen.
Grenzwerte für die Empfindlichkeitstestung
Die von EUCAST empfohlenen MHK-Grenzwerte für Levofloxacin zur Unter-scheidung der sensiblen von den bei er-höhter Exposition sensiblen Erregern sowie der bei erhöhter Exposition sensiblen von den resistenten Erregern sind in der folgen-den Tabelle zur MHK-Testung (in mg/l) an-gegeben:
Klinische MHK-Grenzwerte für Levofloxacin gemäß EUCAST (Version 10.0, 2020-01-01):
| Erreger | Sensibel | Resistent |
| Enterobacte-rales | ≤ 0,5 mg/l | > 1 mg/l |
| Pseudomonas spp. | ≤ 0,001 mg/l | > 1 mg/l |
| Acinetobacter spp. | ≤ 0,5 mg/l | > 1 mg/l |
| Staphylococ-cus aureus | ≤ 0,001 mg/l | > 1 mg/l |
Koagulase-negative Staphylokok-ken | ≤ 0,001 mg/l | > 1 mg/l |
| Enterococcus spp.1 | ≤ 4 mg/l | > 4 mg/l |
| Streptococcus pneumoniae | ≤ 0,001 mg/l | > 2 mg/l |
| Streptococcus spp. (Gruppen A, B, C und G) | ≤ 0,001 mg/l | > 2 mg/l |
| Haemophilus influenzae | ≤ 0,06 mg/l | > 0,06 mg/l |
| Moraxella catarrhalis | ≤ 0,125 mg/l | > 0,125 mg/l |
| Helicobacter pylori | ≤ 1 mg/l | > 1 mg/l |
Fortsetzung Tabelle Systemorganklasse Häufig (≥ 1/100 b Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes2 Skelettmuskulatur-, Binde- gewebs- und Knochen- erkrankungen* Erkrankungen der Nieren und Harnwege Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort* (nur nach kation:) R an der Inf stelle (Sch Rötung) 1 Anaphylaktische und anaphylaktoide Reak 2 Mukokutane Reaktionen können schon na * In sehr seltenen Fällen wurde im Zusamme Jahre andauernden), die Lebensqualität b schiedene, manchmal mehrere, Systemor Arthralgie, Schmerzen in den Extremitäten sche Symptome (inklusive Schlafstörunge gens und der Konzentration sowie Beeint bereits bestehenden Risikofaktoren (siehe ** Fälle von Aortenaneurysma und Aortendis Insuffizienz einer der Herzklappen wurden | |||||||
| is < 1/10) | Gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100) | Selten (≥ 1/10.000 bis < 1 | /1.000) | Nicht bekannt (auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar) | |||
| Exanthem, Pruritus, Urtikaria, Hyperhi-drose | Arzneimittelreaktion Eosinophilie und sy Symptomen (DRES (siehe Abschnitt 4. Arznei mittelexanthe | mit stemischen S) 4), fixes m | toxische epidermale Nekrolyse, Stevens-Johnson-Syndrom, Ery-thema multiforme, Photosensibili-tätsreaktionen (siehe Abschnitt 4.4), leukozytoklastische Vaskulitis, Stomatitis, Hyperpigmentierung der Haut, akute generalisierte exanthematische Pustulose (AGEP) (siehe Abschnitt 4.4), Dermatitis exfoliativa (siehe Ab-schnitt 4.4) | ||||
| Arthralgie, Myalgie | Sehnenbeschwerd Abschnitte 4.3 und schließlich Tendiniti lessehne), Muskelsc bei Patienten mit M gravis von besonde tung sein kann (sie schnitt 4.4) | en (siehe 4.4), ein-s (z. B. Achil-hwäche, die yasthenia rer Bedeu-he Ab- | Rhabdomyolyse, Sehnenriss (z. B. Achillessehne) (siehe Ab-schnitte 4.3 und 4.4), Bänderriss, Muskelriss, Arthritis | ||||
| erhöhte Serum-kreatininwerte | akutes Nierenversa (z. B. bei interstitiell | gen er Nephritis) | Nierentubulusnekrose | ||||
i. v. Appli-eaktionen usions- merzen, | Asthenie | Fieber | Schmerzen (einschließlich Schmer-zen im Rücken, in der Brust und in den Extremitäten) | ||||
tionen können schon nach der ersten Dosis auftret ch der ersten Dosis auftreten. nhang mit der Anwendung von Chinolonen und Flu eeinträchtigenden und potenziell irreversiblen schw ganklassen und Sinnesorgane betrafen (einschließli , Gangstörung, Neuropathien mit einhergehender n, Angst, Panikattacken, Depression und Suizidged rächtigung des Hör-, Seh-, Geschmacks- und Rie sektion, manchmal durch Rupturen kompliziert (ei bei Patienten berichtet, die Fluorchinolone erhielten | en. orchinolonen von anhaltenden (über Monate oder erwiegenden Nebenwirkungen berichtet, die ver-ch Nebenwirkungen wie Tendinitis, Sehnenruptur, Parästhesie und Neuralgie, Ermüdung, psychiatri-anken), Beeinträchtigung des Erinnerungsvermö-chvermögens), in einigen Fällen unabhängig von nschließlich tödlicher Fälle), sowie Regurgitation/ (siehe Abschnitt 4.4). | ||||||
| Erreger | Sensibel | Resistent |
| Aerococcus sanguinicola und urinae2 | ≤ 2 mg/l | > 2 mg/l |
| Aeromonas spp. | ≤ 0,5 mg/l | > 1 mg/l |
PK-PD- Grenzwerte (nicht spezies-spezifisch) | ≤ 0,5 mg/l | > 1 mg/l |
1 Nur unkomplizierte Harnwegsinfektionen. 2 Die Sensibilität kann von der Cipro-floxacin-Sensibilität abgeleitet werden.
Die Prävalenz der erworbenen Resistenz einzelner Spezies kann örtlich und im Ver-lauf der Zeit variieren. Deshalb sind – ins-besondere für die adäquate Behandlung schwerer Infektionen – lokale Informationen über die Resistenzsituation wünschens-wert. Falls aufgrund der lokalen Resistenz-situation die Wirksamkeit von Levofloxacin mindestens bei einigen Infektionen in Frage gestellt ist, sollte eine Therapieberatung durch Experten angestrebt werden.
Die folgenden Angaben entsprechen den europäisch harmonisierten Daten mit Stand von August 2012. Die Daten zur aktuellen Resistenzsituation für Levofloxacin in Deutschland finden Sie als weitere Angabe nach Abschnitt 11. am Ende dieser Fach-information.
Üblicherweise empfindliche Spezies Aerobe grampositive Bakterien
Bacillus anthracis
Staphylococcus aureus
Methicillin-sensibel
Staphylococcus saprophyticus
Streptokokken, Gruppe C und G Streptococcus agalactiae
Streptococcus pneumoniae
Streptococcus pyogenes
Aerobe gramnegative Bakterien
Eikenella corrodens
Haemophilus influenzae
Haemophilus parainfluenzae
Klebsiella oxytoca
Moraxella catarrhalis
Pasteurella multocida
Proteus vulgaris
Providencia rettgeri
A naerobe Bakterien
Peptostreptococcus
Andere
Chlamydophila pneumoniae
Chlamydophila psittaci
Chlamydia trachomatis
Legionella pneumophila
Mycoplasma pneumoniae
Mycoplasma hominis
Ureaplasma urealyticum
Spezies, bei denen erworbene Resis-tenzen ein Problem darstellen können Aerobe grampositive Bakterien
Enterococcus faecalis
Staphylococcus aureus
Methicillin-resistent#
Koagulase-negative Staphylococcus spp.
Aerobe gramnegative Bakterien
Acinetobacter baumannii
Citrobacter freundii
Enterobacter aerogenes
Enterobacter cloacae
Escherichia coli
Klebsiella pneumoniae
Morganella morganii
Proteus mirabilis
Providencia stuartii
Pseudomonas aeruginosa
Serratia marcescens
Anaerobe Bakterien
Bacteroides fragilis
Von Natur aus resistente Stämme Aerobe grampositive Bakterien
Enterococcus faecium
# Methicillin-resistente S. aureus besitzen sehr wahrscheinlich eine Koresistenz gegen Fluorchinolone (einschließlich Levofloxacin).
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Resorption
Oral verabreichtes Levofloxacin wird schnell und fast vollständig resorbiert, und die ma-ximalen Plasmakonzentrationen werden in-nerhalb etwa 1 bis 2 Stunden erreicht. Die absolute Bioverfügbarkeit beträgt etwa 99 bis 100 %.
Die Nahrungsaufnahme hat nur einen ge-ringen Effekt auf die Resorption von Levo-floxacin.
Ein Steady State wird innerhalb von 48 Stun-den erreicht bei einer Dosierung von 500 mg 1- bis 2-mal täglich.
Verteilung
Ungefähr 30 bis 40 % von Levofloxacin sind an Serumproteine gebunden.
Das mittlere Verteilungsvolumen liegt un-gefähr bei 100 l nach einzelner und wieder-holter Gabe von 500 mg Levofloxacin und zeigt eine hohe Verteilung in die Körperge-webe an.
Penetration in Gewebe und Körperflüssig-keiten
Levofloxacin penetriert in Bronchialmukosa, Oberflächenfilm der Lunge, Alveolarmakro-phagen, Lungengewebe, Haut (Blasenflüs-sigkeit), Prostatagewebe und Urin. Die Pe-netration von Levofloxacin in die Zerebro-spinalflüssigkeit dagegen ist gering.
Biotransformation
Levofloxacin wird nur in sehr geringem Aus-maß metabolisiert. Die Metaboliten Desme-thyllevofloxacin und Levofloxacin-N-Oxid stellen weniger als 5 % der mit dem Urin ausgeschiedenen Dosis dar. Levofloxacin ist stereochemisch stabil und unterliegt keiner chiralen Inversion.
Elimination
Nach oraler und intravenöser Verabrei-chung von Levofloxacin wird die Substanz relativ langsam aus dem Plasma eliminiert (t½: 6 – 8 Stunden). Die Elimination erfolgt vorwiegend renal (> 85 % der verabreichten Dosis).
Die mittlere scheinbare Clearance von Levofloxacin nach einer einzelnen Gabe von 500 mg lag bei 175 ± 29,2 ml/min.
Es gibt keine wesentlichen Unterschiede hinsichtlich der Pharmakokinetik von Levo-floxacin nach intravenöser oder oraler Ver-abreichung, woraus sich schließen lässt, dass der orale und intravenöse Verabrei-chungsweg austauschbar sind.
Linearität
Levofloxacin zeigt im Dosisbereich von 50 bis 1.000 mg eine lineare Pharmakokinetik.
Spezielle Patientengruppen
Patienten mit eingeschränkter Nierenfunk-tion
Die Pharmakokinetik von Levofloxacin ist bei Nierenfunktionsstörungen beeinflusst. Mit abnehmender Nierenfunktion sind die renale Elimination und Clearance verringert und die Eliminationshalbwertszeiten erhöht (siehe Tabelle).
Die Pharmakokinetik bei Niereninsuffizienz nach einer Einzeldosis von 500 mg:
| ClCR [ml/min] | < 20 | 20 – 40 | 50 – 80 |
| ClR [ml/min] | 13 | 26 | 57 |
| t½ [h] | 35 | 27 | 9 |
Ältere Patienten
Es gibt keine signifikanten Unterschiede hinsichtlich der Pharmakokinetik zwischen jungen und älteren Patienten, außer denen, die mit einer veränderten Kreatinin-Clea-rance verbunden sind.
Geschlechtsunterschiede
Eine getrennte Analyse für Männer und Frauen zeigte kleine bis unbedeutende Unterschiede in der Pharmakokinetik von Levofloxacin. Es gibt keine Hinweise, dass diese geschlechtsspezifischen Unterschie-de klinisch relevant sind.
5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit
Präklinische Daten zeigen keine spezielle Gefahr für Menschen (basierend auf kon-ventionellen Studien zu Einzeldosis-Toxi-zität, Toxizität bei wiederholter Gabe, Karzi-nogenität und Reproduktions- und Entwick-lungstoxizität).
Levofloxacin verursachte keine Störungen der Fertilität oder Reproduktionsfähigkeit bei Ratten, und als einziger Effekt mütter-licher Toxizität zeigte sich eine verzögerte Reife der Feten.
Levofloxacin induzierte keine Genmutatio-nen in Bakterien oder Zellen von Säugetie-ren, allerdings kam es in vitro zu Chromo-somenaberrationen in Lungenzellen von chinesischen Hamstern. Dies ist zurück-zuführen auf eine Hemmung der Topo-isomerase II. In-vivo-Tests (Mikronukleus-, Schwesterchromatidaustausch-, UDS-, Do-minant-letal-Test) ergaben keine Genotoxi-zität.
Nur in sehr hohen Dosen zeigte Levoflox-acin bei Mäusen ein phototoxisches Po-tenzial. Levofloxacin zeigte kein genotoxi-sches Potenzial in einem Test zur Photo-mutagenität und es reduzierte die Tumor-entwicklung in einer Studie zur Photokarzi-nogenität.
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Wie andere Fluorchinolone zeigte Levoflox-acin an Ratten und Hunden Auswirkungen auf den Knorpel (Bläschenbildung und Hohlräume). Diese Effekte waren bei jungen Tieren stärker ausgeprägt.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Tavanic 250 mg Filmtabletten mit einem Gewicht von 315 mg enthalten die nach-folgend genannten Hilfsstoffe:
Tavanic 500 mg Filmtabletten mit einem Gewicht von 630 mg enthalten die nach-folgend genannten Hilfsstoffe:
Tablettenkern
Crospovidon
Hypromellose
mikrokristalline Cellulose
Octadecylhydrogenfumarat, Natriumsalz
Tablettenfilm
Hypromellose
Titandioxid (E 171)
Talkum
Macrogol 8000
Eisenoxidhydrat (E 172)
Eisen(III)-oxid (E 172)
6.2 Inkompatibilitäten
Nicht zutreffend.
6.3 Dauer der Haltbarkeit
3 Jahre.
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen
für die Aufbewahrung
Für diese Arzneimittel sind keine besonde-ren Lagerungsbedingungen erforderlich.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
PVC-Aluminiumblister mit Filmtabletten.
Packungsgrößen für 250 mg Filmtabletten: 3, 5, 7, 10 und 200 Stück.
Packungsgrößen für 500 mg Filmtabletten: 5, 7, 10 und 200 Stück.
Es werden möglicherweise nicht alle Pa-ckungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen
für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
Die Bruchrille ermöglicht eine Dosisanpas-sung bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion.
Nicht verwendetes Arzneimittel ist entspre-chend den nationalen Anforderungen zu entsorgen.
7. INHABER DER ZULASSUNG
Sanofi-Aventis Deutschland GmbH 65926 Frankfurt am Main
Postanschrift:
Postfach 80 08 60
65908 Frankfurt am Main
Telefon: 0800 52 52 010
E-Mail: medinfo.de@sanofi.com
8. ZULASSUNGSNUMMERN
Tavanic 250 mg Filmtabletten: 41382.00.00 Tavanic 500 mg Filmtabletten: 41382.01.00
9. DATUM DER ERTEILUNG DER
ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung:
- 22. Januar 1998
Datum der letzten Verlängerung der Zulas-sung: 24. August 2007
10. STAND DER INFORMATION
Juli 2026
11. VERKAUFSABGRENZUNG
Verschreibungspflichtig.
Die aktuellen Resistenzdaten für Deutsch-land (Stand: Mai 2026) finden Sie in folgen-der Tabelle:
Üblicherweise empfindliche Spezies Aerobe Gram-positive Mikro-organismen
Bacillus anthracis°
Staphylococcus aureus#
Staphylococcus aureus
(Methicillin-sensibel)
Streptococcus agalactiae
Streptococcus pneumoniae Streptococcus pyogenes
Aerobe Gram-negative Mikro-organismen
Acinetobacter pittii
Citrobacter freundii
Citrobacter koseri
Enterobacter cloacae
Haemophilus influenzae
Klebsiella aerogenes
Klebsiella oxytoca
Legionella pneumophila°
Moraxella catarrhalis
Proteus vulgaris°
Serratia marcescens
Andere Mikroorganismen
Chlamydia trachomatis°
Chlamydia pneumoniae°
Mycoplasma hominis°
Mycoplasma pneumoniae° Ureaplasma urealyticum°
Spezies, bei denen erworbene Resistenzen ein Problem bei der Anwendung darstellen können Aerobe Gram-positive Mikro-organismen
Enterococcus faecalis1
Staphylococcus aureus
(Methicillin-resistent)(1)+
Staphylococcus epidermidis+
Staphylococcus haemolyticus+
Staphylococcus hominis
Aerobe Gram-negative Mikro-organismen
Acinetobacter baumannii
Escherichia coli
Klebsiella pneumoniae
Morganella morganii
Proteus mirabilis
Pseudomonas aeruginosa Stenotrophomonas maltophilia
Anaerobe Mikroorganismen
Bacteroides fragilis
Von Natur aus resistente Spezies Aerobe Gram-positive Mikro-organismen
Enterococcus faecium
° Bei Veröffentlichung der Tabellen lagen keine aktuellen Daten vor.
# Auf Intensivstationen liegt die Resistenz-rate bei ≥ 10 %.
+ In mindestens einer Region liegt die Re-sistenzrate bei über 50 %.
(1) Die Mehrzahl der Methicillin-(Oxacillin/ Cefoxitin-)resistenten S. aureus ist auch gegen Fluorchinolone resistent. Die Me-thicillin-Resistenzrate ist normalerweise in nosokomialen Isolaten höher. 1 Gilt nur für Isolate von unkomplizierter Zystitis.
