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Valocordin-Doxylamin – Fachinformation (SmPC) für Ärzte und Apotheker

Die Fachinformation richtet sich an Ärzte und Apotheker. Verständliche Hinweise für Patienten enthält der Beipackzettel: Einnahme, Nebenwirkungen, Andere Arzneimittel, Schwangerschaft und Stillzeit.

Aktualisiert:
Fakten
Status:
Apothekenpflichtig, rezeptfrei
Stärke:
25 mg/ml
Wirkstoff:

Fachinformation - Valocordin-Doxylamin

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Dr. Theiss DOLGINOX Schlaftropfen

25 mg/ml Tropfen zum Einnehmen, Lösung

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

1 ml (22 Tropfen) enthält 25 mg Doxylaminsuccinat.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung:

Dieses Arzneimittel enthält 450 mg Alkohol (Ethanol) pro ml.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Tropfen zum Einnehmen, Lösung

Dr. Theiss DOLGINOX Schlaftropfen ist eine klare, farblose Lösung.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Zur symptomatischen Behandlung gelegentlich auftretender Schlafstörungen (Einschlaf- oder Durchschlafstörungen) bei Erwachsenen.

Hinweis:

Nicht alle Schlafstörungen bedürfen einer medikamentösen Therapie. Oftmals sind sie Ausdruck körperlicher oder seelischer Erkrankungen und können durch andere Maßnahmen oder eine Therapie der Grundkrankheit beeinflusst werden. Deshalb sollte bei länger anhaltenden Schlafstörungen (Einschlaf- oder Durchschlafstörungen) keine Dauerbehandlung mit Dr. Theiss DOLGINOX Schlaftropfen erfolgen, sondern der behandelnde Arzt aufgesucht werden.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Soweit nicht anders verordnet, nehmen Erwachsene 22 Tropfen Dr. Theiss DOLGINOX Schlaftropfen (entsprechend 25 mg Doxylaminsuccinat) ein. Bei stärkeren Schlafstörungen können als Höchstdosis bis zu 44 Tropfen Dr. Theiss DOLGINOX Schlaftropfen (entsprechend 50 mg Doxylaminsuccinat) eingenommen werden.

Die maximale tägliche Dosis sollte nicht überschritten werden.

Patienten mit Einschränkung der Nieren- oder Leberfunktion, älteren oder geschwächten Patienten, die auf Wirkungen von Doxylamin besonders empfindlich reagieren, wird empfohlen, die Dosis zu reduzieren.

Kinder und Jugendliche

Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sollten nicht mit Dr. Theiss DOLGINOX Schlaftropfen behandelt werden, da die Sicherheit und Wirksamkeit von Doxylamin zur Behandlung von Schlafstörungen bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht nachgewiesen wurde.

Art der Anwendung

Zum Einnehmen.

Die Tropfen werden mit ausreichend Flüssigkeit (Wasser) und ca. ½ bis 1 Stunde vor dem Schlafengehen eingenommen.

Es ist darauf zu achten, dass nach der Einnahme von Dr. Theiss DOLGINOX Schlaftropfen für eine ausreichende Schlafdauer gesorgt wird, um eine Beeinträchtigung des Reaktionsvermögens am folgenden Morgen zu vermeiden.

Dauer der Anwendung

Bei akuten Schlafstörungen ist die Behandlung möglichst auf Einzelgaben zu beschränken. Die Dauer der Behandlung sollte so kurz wie möglich sein. Sie sollte im Allgemeinen nur wenige Tage betragen und 2 Wochen nicht überschreiten. Bei fortbestehenden Schlafstörungen ist ein Arzt zu konsultieren.

4.3 Gegenanzeigen

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, Minzöl oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile
  • Überempfindlichkeit gegenüber anderen Antihistaminika
  • akuter Asthma-Anfall
  • Engwinkel-Glaukom
  • angeborenes langes QT-Syndrom
  • Phäochromozytom
  • Prostata-Hypertrophie mit Restharnbildung
  • akute Vergiftung durch Alkohol, Schlaf- oder Schmerzmittel sowie Psychopharmaka (Neuroleptika, Tranquilizer, Antidepressiva, Lithium)
  • Epilepsie
  • gleichzeitige Therapie mit Monoaminoxidase-Inhibitoren.
  • Dr. Theiss DOLGINOX Schlaftropfen sind während der Stillzeit kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.6).

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Dr. Theiss DOLGINOX Schlaftropfen dürfen nur unter besonderer Vorsicht angewendet werden bei Patienten mit:

  • eingeschränkter Leberfunktion
  • Herzinsuffizienz und Hypertonie
  • chronischen Atembeschwerden und Asthma
  • gastro-oesophagealem Reflux
  • Pylorusstenose
  • Kardiaachalasie

Besondere Vorsicht ist geboten bei Patienten mit fokalen kortikalen Hirnschäden und Krampfanfällen in der Anamnese, da bereits durch die Gabe von kleinen Dosen des Arzneimittels Grand-mal-Epilepsie-Anfälle ausgelöst werden können.

Bei Patienten mit organischen Hirnschäden und mit anamnestisch bekannten Krampfanfällen ist zu berücksichtigen, dass bereits relativ geringe Dosen von Doxylaminsuccinat Krampfanfälle auslösen können. EEG-Kontrollen (Elektroenzephalogramm) werden empfohlen. Eine bestehende Therapie der Krampfanfälle sollte während der Behandlung mit Dr. Theiss DOLGINOX Schlaftropfen nicht unterbrochen werden.

Unter der Therapie mit Antihistaminika ist über EKG-Veränderungen, insbesondere über Repolarisationsstörungen, berichtet worden, so dass eine regelmäßige Überwachung der Herzfunktion empfohlen wird. Dies gilt in besonderem Maße für ältere Patienten und Patienten mit Herzinsuffizienz. Besondere Vorsicht ist auch bei Patienten mit arterieller Hypertonie geboten, da Antihistaminika blutdrucksteigernd wirken können.

Kinder und Jugendliche

Kinder und Jugendliche sollen nicht mit Dr. Theiss DOLGINOX Schlaftropfen behandelt werden.

Abhängigkeit:

Wie auch bei anderen Hypnotika kann die Einnahme von Doxylaminsuccinat zur Entwicklung von physischer und psychischer Abhängigkeit führen. Das Risiko einer Abhängigkeit steigt mit der Dosis und der Dauer der Behandlung und ist bei Patienten mit Alkohol-, Arzneimittel- oder Drogenabhängigkeit in der Anamnese zusätzlich erhöht (siehe Abschnitt 4.8).

Toleranzentwicklung:

Nach wiederholter Einnahme von Sedativa / Hypnotika kann es zu einem Verlust an Wirksamkeit (Toleranz) kommen (siehe Abschnitt 4.8).

Rebound-Schlaflosigkeit:

Auch bei Beenden einer kürzeren Behandlung mit Doxylaminsuccinat können durch plötzliches Absetzen Schlafstörungen vorübergehend wieder auftreten. Deshalb wird empfohlen, die Behandlung ggf. durch schrittweise Reduktion der Dosis zu beenden (siehe Abschnitt 4.8).

Anterograde Amnesie:

Auch in therapeutischen Dosen können Hypnotika anterograde Amnesien verursachen, insbesondere während der ersten Stunden nach der Einnahme. Dieses Risiko erhöht sich mit steigenden Dosen, kann aber durch eine ausreichend lange und ununterbrochene Schlafdauer (7 – 8 Stunden) verringert werden (siehe Abschnitt 4.8).

Dieses Arzneimittel enthält Alkohol (Ethanol).

Die Menge in 2 ml (44 Tropfen) dieses Arzneimittels entspricht weniger als 23 ml Bier oder 9 ml Wein.

Eine Dosis von 2 ml (44 Tropfen) dieses Arzneimittels, angewendet bei einem Erwachsenen mit einem Körpergewicht von 70 kg würde einer Exposition von 13 mg Ethanol /kg Körpergewicht entsprechen, was zu einem Anstieg der Blutalkoholkonzentration von ungefähr 2,2 mg/100 ml führen kann.

Zum Vergleich: bei einem Erwachsenen, der ein Glas Wein oder 500 ml Bier trinkt, beträgt die Blutalkoholkonzentration wahrscheinlich ungefähr 50 mg/100 ml.

Die Anwendung zusammen mit Arzneimitteln, die z.B. Propylenglycol oder Ethanol enthalten, kann zur Akkumulation von Ethanol führen und Nebenwirkungen verursachen, insbesondere bei kleinen Kindern mit niedriger oder unreifer Stoffwechselkapazität.

Ein gesundheitliches Risiko besteht u.a. bei Schwangeren, Stillenden und Alkoholkranken.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Die Alkoholmenge in diesem Arzneimittel kann die Wirkungen anderer Arzneimittel verändern.

Bei gleichzeitiger Anwendung anderer zentral dämpfender Arzneimittel (z. B. Neuroleptika, Tranquilizer, Antidepressiva, Hypnotika, Analgetika, Anästhetika, Antiepileptika) kann es zu einer wechselseitigen Verstärkung der Wirkung kommen.

Die Kombination mit Procarbazin und anderen Antihistaminika kann zu einer gegenseitigen Verstärkung der zentraldämpfenden Wirkung führen und sollte daher mit Vorsicht erfolgen.

Während der Behandlung mit Dr. Theiss DOLGINOX Schlaftropfen darf kein Alkohol getrunken werden, da hierdurch die Wirkung von Doxylaminsuccinat in nicht vorhersehbarer Weise verstärkt wird.

Ergebnisse einer Untersuchung an Mäusen zeigten eine dosisabhängige Zunahme der CYP450-Enzymaktivität in der Leber. Die Behandlung mit Doxylamin führte zu einer deutlichen Zunahme der CYP2B-Enzymaktivität und einer mäßigen Induktion von CYP3A und CYP2A. Eine Interaktion mit Arzneimitteln, die von diesen CYP-Enzymen metabolisiert werden (z. B. Antiarrhythmika, Proteaseinhibitoren, Neuroleptika, Betablocker, Immunsuppressiva, Antiepileptika) kann nicht ausgeschlossen werden.

Die anticholinerge Wirkung von Doxylaminsuccinat kann durch die gleichzeitige Gabe von anderen Wirkstoffen mit anticholinerger Wirkung (z. B. Atropin, Biperiden, trizyklische Antidepressiva) in nicht vorhersehbarer Weise verstärkt und verlängert werden. Doxylaminsuccinat darf nicht zusammen mit Monoaminoxidase-Hemmern gegeben werden. Durch gleichzeitige Einnahme von Monoaminoxidase-Hemmern kann die anticholinerge Wirkung von Doxylaminsuccinat ebenfalls verstärkt werden, dies kann sich durch einen lebensbedrohlichen paralytischen Ileus, Harnretention oder Glaukomanfall äußern. Durch kombinierte Anwendung mit Monoaminoxidase-Hemmern kann es außerdem zu Hypotension und einer verstärkten Depression von ZNS und Atemfunktion kommen.

Die Anwendung von Antihypertensiva mit zentralnervöser Wirkkomponente wie Guanabenz, Clonidin, Alpha-Methyldopa zusammen mit Dr. Theiss DOLGINOX Schlaftropfen kann zu einer verstärkten Sedierung führen.

Unter einer Therapie mit Antihistaminika können die Symptome einer beginnenden Schädigung des Innenohres (Tinnitus, Schwindel, Benommenheit), die durch gleichzeitige Einnahme ototoxischer Arzneimittel (z. B. Aminoglykoside, Salicylate, Diuretika) ausgelöst wurden, maskiert werden.

Das Ergebnis von Hauttests kann unter einer Therapie mit Doxylaminsuccinat verfälscht sein (falsch negativ).

Zur Behandlung einer Hypotonie sollte Epinephrin bei Patienten, die mit Doxylaminsuccinat behandelt werden, nicht angewendet werden, da die Gabe von Epinephrin zu einem weiteren Blutdruckabfall führen kann (Adrenalinumkehr). Schwere Schockzustände können jedoch mit Norepinephrin behandelt werden (siehe Abschnitt 4.9).

Bei gleichzeitiger Behandlung mit Arzneimitteln, die photosensibilisierend wirken, ist eine Verstärkung phototoxischer Wirkungen möglich.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Epidemiologische Studien mit einem Doxylamin-haltigen Arzneimittel haben beim Menschen keinen Hinweis auf teratogene Wirkungen erbracht. Die Erfahrungen mit der Anwendung von Doxylamin während des zweiten und dritten Trimesters sind nicht ausreichend. Pharmakologische Wirkungen auf den Fetus können nicht ausgeschlossen werden. Die präklinischen Daten zur Reproduktionstoxizität sind nicht ausreichend (siehe Abschnitt 5.3). Es empfiehlt sich, die Anwendung von Dr. Theiss DOLGINOX Schlaftropfen während der Schwangerschaft zu vermeiden.

Stillzeit

Physikalisch-chemische Daten lassen auf eine Ausscheidung von Doxylaminsuccinat in die Muttermilch beim Menschen schließen. Da Neugeborene empfindlicher für die Wirkungen von Antihistaminika und für das Auftreten von paradoxer Erregung und Unruhe sein können, kann ein Risiko für das gestillte Kind nicht ausgeschlossen werden. Doxylamin ist daher während der Stillzeit kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

Fertilität

Es liegen keine Daten über mögliche Wirkungen von Doxylamin auf die Fertilität des Menschen vor. Tierexperimentelle Studien zeigten keine Wirkungen auf die Fertilität, auch nicht bei Anwendung von Dosen, die weitaus höher waren als die für die klinische Praxis empfohlenen (siehe Abschnitt 5.3).

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Dieses Arzneimittel kann (auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch) das Reaktionsvermögen soweit verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt wird. Dies gilt in verstärktem Maße im Zusammenwirken mit Alkohol. Daher sollten das Führen von Fahrzeugen, das Bedienen von Maschinen oder sonstige gefahrvolle Tätigkeiten - zumindest während der ersten Phase der Behandlung - ganz unterbleiben. Die Entscheidung in jedem Einzelfall trifft der behandelnde Arzt unter Berücksichtigung der individuellen Reaktion und der jeweiligen Dosierung.

4.8 Nebenwirkungen

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

Sehr häufig (≥ 1/10)

Häufig (≥ 1/100, < 1/10)

Gelegentlich (≥ 1/1.000, < 1/100)

Selten (≥ 1/10.000, < 1/1.000)

Sehr selten (< 1/10.000)

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems:

Blutbildveränderungen in Form von Leukopenie, Thrombopenie und hämolytischer Anämie können in Ausnahmefällen unter der Therapie mit Antihistaminika vorkommen, sehr selten wurde über das Auftreten von aplastischer Anämie und Agranulozytose berichtet.

Endokrine Erkrankungen:

Bei Patienten mit Phäochromozytom kann es durch die Gabe von Antihistaminika zu einer verstärkten Katecholamin-Freisetzung kommen.

Psychiatrische Erkrankungen:

Die von der individuellen Empfindlichkeit und der eingenommenen Dosis abhängigen Nebenwirkungen sind:

Verlängerte Reaktionszeit, Konzentrationsstörungen, Depressionen.

Ferner besteht die Möglichkeit des Auftretens „paradoxer“ Reaktionen wie Unruhe, Erregung, Spannung, Schlaflosigkeit, Alpträume, Verwirrtheit, Halluzinationen, Zittern.

Nach längerfristiger täglicher Anwendung können durch plötzliches Absetzen der Therapie Schlafstörungen wieder verstärkt auftreten.

Abhängigkeit:

Wie auch bei anderen Hypnotika kann die Einnahme von Doxylaminsuccinat zur Entwicklung von physischer und psychischer Abhängigkeit führen. Das Risiko einer Abhängigkeit steigt mit der Dosis und der Dauer der Behandlung und ist bei Patienten mit Alkohol-, Arzneimittel- oder Drogenabhängigkeit in der Anamnese zusätzlich erhöht (siehe Abschnitt 4.4).

Rebound-Schlaflosigkeit:

Auch bei Beenden einer kürzeren Behandlung mit Doxylaminsuccinat können durch plötzliches Absetzen Schlafstörungen vorübergehend wieder auftreten. Deshalb wird empfohlen, die Behandlung ggf. durch schrittweise Reduktion der Dosis zu beenden (siehe Abschnitt 4.4).

Anterograde Amnesie:

Auch in therapeutischen Dosen können Hypnotika anterograde Amnesien verursachen, insbesondere während der ersten Stunden nach der Einnahme. Dieses Risiko erhöht sich mit steigenden Dosen, kann aber durch eine ausreichend lange und ununterbrochene Schlafdauer (7 – 8 Stunden) verringert werden (siehe Abschnitt 4.4).

Erkrankungen des Nervensystems:

Schwindelgefühl, Benommenheit, Kopfschmerzen. In seltenen Fällen können zerebrale Krampfanfälle auftreten.

Augenerkrankungen:

Akkommodationsstörungen, Erhöhung des Augeninnendruckes.

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths:

Tinnitus.

Herzerkrankungen:

Tachykardie, Herzrhythmusstörungen, Hypotension, Hypertension und Dekompensation einer bestehenden Herzinsuffizienz können auftreten. EKG-Veränderungen wurden in mehreren Fällen beobachtet.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums:

Zu einer Beeinträchtigung der Atemfunktion kann es durch Sekreteindickung, Bronchialobstruktion und Bronchospasmus kommen.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts:

Vegetative Begleitwirkungen wie Mundtrockenheit und Obstipation können auftreten, ebenso Übelkeit, Erbrechen, Diarrhöe, Appetitverlust oder gesteigerter Appetit, epigastrische Schmerzen. Sehr selten kann es zu einem lebensbedrohlichen paralytischen Ileus kommen.

Leber- und Gallenerkrankungen:

Über Leberfunktionsstörungen (cholestatischer Ikterus) unter der Therapie mit Antihistaminika ist berichtet worden.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes:

Über allergische Hautreaktionen und Photosensibilität unter der Therapie mit Antihistaminika ist berichtet worden, ferner über Störungen der Körpertemperaturregulierung.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen:

Muskelschwäche.

Erkrankungen der Nieren und Harnwege:

Miktionsstörungen.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort:

Gefühl der verstopften Nase, Müdigkeit, Mattigkeit.

Toleranzentwicklung:

Nach wiederholter Einnahme von Sedativa / Hypnotika kann es zu einem Verlust an Wirksamkeit (Toleranz) kommen (siehe Abschnitt 4.4).

Hinweise:

Durch sorgfältige und individuelle Einstellung der Tagesdosen lassen sich Häufigkeit und Ausmaß von Nebenwirkungen reduzieren. Die Gefahr des Auftretens von Nebenwirkungen ist bei älteren Patienten größer, bei diesem Personenkreis kann sich dadurch auch die Sturzgefahr erhöhen.

Bei entsprechend sensibilisierten Patienten können durch Minzöl Überempfindlichkeitsreaktionen (einschließlich Atemnot) ausgelöst werden.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Grundsätzlich sollte immer an die Möglichkeit einer Mehrfachintoxikation, beispielsweise bei Einnahme mehrerer Arzneimittel in suizidaler Absicht, gedacht werden.

Symptome einer Intoxikation sind:

  • Somnolenz bis Koma, mitunter Erregung und Delirium
  • anticholinerge Effekte: Verschwommenes Sehen, Glaukomanfall, Ausbleiben der Darmmotilität, Urinretention
  • kardiovaskuläres System: Hypotension, Tachykardie oder Bradykardie, ventrikuläre Tachyarrhythmie, Herz- und Kreislaufversagen
  • Hyperthermie oder Hypothermie
  • zerebrale Krampfanfälle
  • respiratorische Komplikationen: Zyanose, Atemdepression, Atemstillstand, Aspiration.

Rhabdomyolyse ist nach Intoxikation mit Doxylaminsuccinat berichtet worden.

Lee und Lee (2002) berichteten von einem Patienten, der nach Einnahme von 500 mg Doxylamin, aufgrund hartnäckiger Schlaflosigkeit, eine akute Pankreatitis und akutes Nierenversagen entwickelte.

Die Therapie erfolgt symptomatisch und unterstützend, orientiert an den allgemeinen Prinzipien der Vorgehensweise bei Überdosierungen, mit folgenden Besonderheiten:

  • Bei Einnahme größerer Mengen frühzeitige Magenspülung bzw. induziertes Erbrechen.
  • Analeptika sind kontraindiziert, da infolge einer möglichen Senkung der Krampfschwelle durch Dr. Theiss DOLGINOX Schlaftropfen eine Neigung zu zerebralen Krampfanfällen besteht.
  • Bei Hypotonie wegen der paradoxen Verstärkung keine epinephrinartig wirkenden Kreislaufmittel, sondern norepinephrinartig wirkende Mittel (z. B. Norepinephrin-Dauertropfinfusion) oder Angiotensinamid geben. Betaagonisten sollten vermieden werden, weil sie die Vasodilatation erhöhen.
  • Eine schwere Intoxikation (Bewusstseinsverlust, Herzrhythmusstörungen) oder ein anticholinerges Syndrom können unter intensivmedizinischen Bedingungen (EKG-Kontrolle!) mit dem Antidot Physostigminsalicylat behandelt werden.
  • Bei wiederholten epileptischen Anfällen sind Antikonvulsiva unter der Voraussetzung indiziert, dass eine künstliche Beatmung möglich ist, weil die Gefahr einer Atemdepression besteht.

Hämodialyse, Hämofiltration und Peritonealdialyse sind im Fall von Doxylamin-Überdosierungen nicht untersucht, dürften aber aufgrund des großen Verteilungsvolumens von geringem Nutzen sein. Die Wirksamkeit der forcierten Diurese ist nicht nachgewiesen.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Andere Hypnotika und Sedativa

ATC Code: N05CM

Doxylaminsuccinat ist ein Monoethanolaminderivat-Antihistaminikum mit sedierenden Eigenschaften.

Antihistaminika, auch als H1-Rezeptorantagonisten bezeichnet, sind als schlaffördernde Substanzen beim Menschen gut bekannt.

Doxylamin antagonisiert viele der Wirkungen des endogenen Histamins durch Blockade von H1-Rezeptoren. Die zentraldämpfenden Wirkungen hängen höchstwahrscheinlich mit der hohen Affinität zu den H1-Rezeptoren im Gehirn zusammen.

Doxylaminsuccinat wird aufgrund seiner sedierenden Eigenschaften zur Kurzzeitbehandlung von Schlafstörungen angewendet. Doxylaminsuccinat verbessert den Schlaf, die Einschlafzeit wird verkürzt und die Schlafdauer verlängert.

Viele der H1-Rezeptorantagonisten inhibieren die Wirkung des Acetylcholins an den muskarinergen Rezeptoren. Mögliche anticholinerge Nebenwirkungen sind im Abschnitt 4.8 aufgeführt. Der anticholinerge Effekt ist für die Wirksamkeit von Doxylamin nicht relevant.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Doxylamin wird nach Einnahme rasch und nahezu vollständig resorbiert. Der Wirkungseintritt erfolgt innerhalb von 30 Minuten, maximale Serumkonzentrationen wurden mit 99 ng/ml 2,4 Stunden nach Einnahme einer Einzeldosis von 25 mg gemessen, die Länge der Wirkungsdauer wird mit 3 bis 6 Stunden angegeben.

Die Metabolisierung von Doxylamin erfolgt vorrangig in der Leber. N-Desmethyldoxylamin, N,N-Didesmethyldoxylamin und deren N-Acetyl-Verbindungen wurden nachgewiesen.

Die Eliminationshalbwertszeit der Ausgangsverbindung reicht von 10,1 bis 12 Stunden. Der größte Teil der verabreichten Dosis (ca. 60 %) wird unverändert mit dem Urin ausgeschieden. Der Rest wird über verschiedene Stoffwechselwege eliminiert.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Basierend auf konventionellen Studien zur Genotoxizität, Toxizität bei wiederholter Gabe und zur Reproduktions- und Entwicklungstoxizität lassen die präklinischen Daten keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen.

Studien zur Toxizität nach Mehrfachgabe haben gezeigt, dass die orale Anwendung von Doxylamin bei Nagern zu Leberschäden führt. Bei Mäusen ist Doxylamin ein starker Induktor (vom Phenobarbital-Typ) der hepatischen Cytochrom-P450-Enzyme. Allerdings wurden keine Beweise für eine solche Enzyminduktion beim Menschen gefunden.

Studien zur Toxizität nach Mehrfachgabe bei Hunden führten zu verminderter Gewichtszunahme und darüber hinaus zu Mydriasis und Tremor.

In Karzinogenitätsstudien (104 Wochen) induzierte Doxylamin Lebertumore bei Ratten und Mäusen sowie Schilddrüsentumore bei Mäusen. Die Induktion von CYP450-Enzymen und die Thyroxinglucuronidation mit anschließender Abnahme der Thyroxinserumspiegel und Anstieg von schilddrüsenstimulierenden Hormonen sind die wahrscheinlichsten Mechanismen für die Induktion von Schilddrüsentumoren bei Tieren.

Für den Menschen wird dieser Mechanismus nicht als relevant betrachtet. Daten zur systemischen Exposition wurden in den oben beschriebenen Studien nicht gewonnen.

Tierexperimentelle Untersuchungen an Mäusen haben gezeigt, dass Doxylamin in die Plazenta übertritt. Das Arzneimittel ist bei Embryonen in Konzentrationen nachzuweisen, die über den Plasmaspiegeln der trächtigen Weibchen liegen.

Es wurden keine Wirkungen auf die Fertilität von Ratten beobachtet, auch nicht nach Anwendung von Dosen, die weit über den für die klinische Praxis empfohlenen lagen. Über die peri- und postnatale Entwicklung liegen keine Daten vor.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Ethanol 96 %,

gereinigtes Wasser,

Minzöl.

6.2 Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

5 Jahre

Haltbarkeit nach Anbruch: 6 Monate.

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Braunglasflasche der hydrolytischen Klasse 3

Senkrechttropfer aus Polyethylen

Kombischraubkappe aus Polypropylen

20 ml Lösung zum Einnehmen N1

50 ml Lösung zum Einnehmen N2

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.

7. INHABER DER ZULASSUNG

Dr. Theiss Naturwaren GmbH

Michelinstraße 10

66424 Homburg

8. ZULASSUNGSNUMMER

84482.00.00

9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG / VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 24.01.2011

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 17.03.2017

10. STAND DER INFORMATION

Mai 2026

11. VERKAUFSABGRENZUNG

Apothekenpflichtig

Über dieses Dokument

Quelle: BfArM – Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (AMIce) · Zulassungsnummer: 84482.00.00 · ENR 2184482

Stand der Information laut Text: 05/2026

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Fakten zu Valocordin-Doxylamin

Rezeptpflicht
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  • Rechtsgrundlage laut BfArM: apothekenpflichtig gemäß §43 oder §46 AMG.
Wirkstoff Doxylaminsuccinat 25 mg/ml
Darreichungsform Lösung
Art der Anwendung Zum Einnehmen
Sonstige Bestandteile Ethanol 96%), Minzöl, Gereinigtes Wasser
Packungsgrößen 20 ml, 50 ml
Haltbarkeit 5 Jahre (ungeöffnete Packung)
ATC-Klassifikation
  1. N Nervensystem
    1. N05 Psycholeptika
      1. N05C Hypnotika und Sedativa
        1. N05CM Andere Hypnotika und Sedativa
Zulassung 84482.00.00, seit 26.01.2011, verlängert 17.03.2017; nationales Verfahren (Deutschland)
Pharmazeutischer Unternehmer Dr. Theiss Naturwaren GmbH, 66424 Homburg
Hersteller (Freigabe) KM Pharma GmbH
Frühere Namen Valocordin-Doxylamin (ab 24.01.2011)
PZN 20612099

Quelle: BfArM, Arzneimittel-Informationssystem AMIce (ENR 2184482), Datensatz vom 30.07.2026. Angaben ohne Gewähr – fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke.