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VentriLind® 600 mg – Fachinformation (SmPC) für Ärzte und Apotheker

Die Fachinformation richtet sich an Ärzte und Apotheker. Verständliche Hinweise für Patienten enthält der Beipackzettel: Einnahme, Nebenwirkungen, Andere Arzneimittel, Schwangerschaft und Stillzeit.

Aktualisiert:
Fakten
Status:
Freiverkäuflich
Stärke:
600 mg

Fachinformation - VentriLind 600 mg Überzogene Tabletten

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

VentriLind® 600 mg

Überzogene Tabletten

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

1 überzogene Tablette enthält:

600 mg Trockenextrakt aus Artischockenblättern (4-6:1)

Auszugsmittel: Wasser

Hinweis für Diabetiker:

1 überzogene Tablette enthält weniger als 0,1 BE.

Enthält Saccharose.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Überzogene Tabletten

Weiße, leicht gewölbte, überzogene Oblong-Tabletten.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Bei Verdauungsstörungen (dyspeptischen Beschwerden) besonders bei funktionellen Störungen des ableitenden Gallensystems.

Bei Beschwerden, die länger als 1 Woche andauern oder regelmäßig wiederkehren, sollte, wie bei allen unklaren Beschwerden, ein Arzt aufgesucht werden.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Erwachsene und Jugendliche über 12 Jahren:

2 mal täglich 1 überzogene Tablette zu den Mahlzeiten mit ausreichend Flüssigkeit (z.B. 1 Glas Wasser) einnehmen.

Für konkrete Dosierungsempfehlungen bei eingeschränkter Nieren- und/oder Leberfunktion gibt es keine hinreichenden Daten.

Art der Anwendung

VentriLind 600 mg wird mit ausreichend Flüssigkeit (vorzugsweise 1 Glas Wasser) zu den Mahlzeiten eingenommen.

4.3 Gegenanzeigen

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder andere Korbblütler oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.
  • Gallenerkrankungen wie z.B. Verschluss oder Entzündung der Gallenwege, Gallensteinleiden.
  • Leberentzündung (Hepatitis)

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Zur Anwendung bei Kindern liegen keine ausreichenden Untersuchungen vor. Deshalb soll VentriLind 600 mg bei Kindern unter 12 Jahren nicht angewendet werden.

Patienten mit der seltenen hereditären Fructose-Intoleranz, Glucose-Galactose-Malabsorption oder Saccharase-Isomaltase-Mangel sollten VentriLind 600 mg nicht einnehmen.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Bei gleichzeitiger Gabe von VentriLind 600 mg kann die Wirksamkeit von blutgerinnungshemmenden Mitteln vom Cumarin-Typ (Phenprocoumon, Warfarin) abgeschwächt sein. Deshalb kann es notwendig sein, dass die Dosierung dieser Arzneimittel angepasst werden muss. Patienten, die VentriLind 600 mg und gleichzeitig Arzneimittel mit einem dieser Wirkstoffe einnehmen, sollten daher ihren Arzt aufsuchen.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

VentriLind 600 mg soll wegen nicht ausreichender Untersuchungen in Schwangerschaft und Stillzeit nicht angewendet werden.

Es liegen keine Untersuchungen zur Beeinflussung der Fertilität vor.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Nicht zutreffend.

4.8 Nebenwirkungen

Mögliche Nebenwirkungen:

Es wurde über leichte Durchfälle mit typischer Begleitsymptomatik (z.B. Bauchkrämpfe), Oberbauchbeschwerden, Übelkeit und Sodbrennen sowie über Überempfindlichkeitsreaktionen, wie z.B. Hautausschläge, berichtet.

Die Häufigkeit dieser möglichen Nebenwirkungen ist auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar.

Bei den ersten Anzeichen einer Überempfindlichkeitsreaktion darf VentriLind 600 mg nicht nochmals eingenommen werden.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Intoxikationen mit Zubereitungen aus Artischockenblättern sind bisher nicht bekannt geworden. Möglicherweise treten die aufgeführten Nebenwirkungen verstärkt auf.

In der Gebrauchsinformation wird der Patient auf Folgendes hingewiesen: „In diesem Fall benachrichtigen Sie bitte einen Arzt. Dieser kann über gegebenenfalls erforderliche Maßnahmen entscheiden.“

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe:

Pflanzliches Arzneimittel bei Verdauungsbeschwerden.

ATC-Code: A05AP03

Für Zubereitungen aus Artischockenblättern wird eine choleretische Wirkung diskutiert.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Es liegen keine Erkenntnisse zur Pharmakokinetik von Artischockenextrakten vor.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Toxikologische Untersuchungen zur Anwendung von Artischockenextrakten am Menschen liegen nicht vor.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Saccharose, hochdisperses Siliciumdioxid, Maltodextrin, Talkum, Hydroxypropylcellulose, Magnesiumstearat, Arabisches Gummi, Titandioxid (E 171), Eudragit E, Methylcellulose, Calciumcarbonat, Povidon (K30), Glycerol (85%), Montanglykolwachs

6.2 Inkompatibilitäten

Keine bekannt.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

Dauer der Haltbarkeit: 36 Monate

Das Verfalldatum dieses Arzneimittels ist auf der Packung aufgedruckt.

Verwenden Sie das Arzneimittel nicht mehr nach diesem Datum.

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 30 °C lagern.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

VentriLind 600 mg überzogene Tabletten sind in PVC/PVDC/Aluminium-Blister eingesiegelt und in Faltschachteln verpackt.

Packungen mit 15, 30, 50, 56, 60, 90, 98, 100 und 120 überzogenen Tabletten sowie Bündelpackungen mit 120 (2 x 60) überzogenen Tabletten

Unverkäufliches Muster mit 15 überzogenen Tabletten

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.

7. INHABER DER ZULASSUNG

BEH Pharma GmbH

Franz-Marc-Straße 4

50999 Köln

8. ZULASSUNGSNUMMER

49081.00.00

9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG / VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 21. März 2003

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 23. September 2014

10. STAND DER INFORMATION

11.2024

11. VERKAUFSABGRENZUNG

Freiverkäuflich

Über dieses Dokument

Quelle: BfArM – Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (AMIce) · Zulassungsnummer: 49081.00.00 · ENR 2149081

Stand der Information laut Text: 11/2024

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Die Informationen auf dieser Website ersetzen nicht den Rat eines Arztes oder Apothekers.

Fakten zu VentriLind 600 mg Überzogene Tabletten

Rezeptpflicht
Freiverkäuflich?
  • Das Arzneimittel darf auch außerhalb von Apotheken verkauft werden, zum Beispiel in Drogerien.
  • Rechtsgrundlage laut BfArM: freiverkäuflich gemäß § 44(1) AMG.
Wirkstoff Artischockenblättertrockenextrakt 600 mg
Darreichungsform Tablette
Art der Anwendung Zum Einnehmen
Art des Arzneimittels Pflanzliches Arzneimittel
Sonstige Bestandteile
Magnesiumstearat (Ph.Eur.), Maltodextrin, Hochdisperses Siliciumdioxid, Talkum und 10 weitere+

Magnesiumstearat (Ph.Eur.), Maltodextrin, Hochdisperses Siliciumdioxid, Talkum, Arabisches Gummi, Calciumcarbonat, Basisches Butylmethacrylat-Copolymer (Ph.Eur.), Glycerol 85%, Methylcellulose, Povidon, Sucrose, Titandioxid, Montanglycolwachs, Niedrig substituierte Hydroxypropylcellulose

Packungsgrößen 15 Stück, 30 Stück, 50 Stück, 56 Stück, 60 Stück, 90 Stück, 98 Stück, 100 Stück, 120 Stück
Haltbarkeit 3 Jahre (ungeöffnete Packung)
ATC-Klassifikation
  1. A Alimentäres System und Stoffwechsel
    1. A05 Gallen- und Lebertherapie
      1. A05A Gallentherapie
        1. A05AX Andere Mittel zur Gallentherapie
Zulassung 49081.00.00, seit 25.03.2003, verlängert 23.09.2014; nationales Verfahren (Deutschland)
Pharmazeutischer Unternehmer BEH Pharma GmbH, 50999 Köln
Hersteller (Freigabe) Biokanol Pharma GmbH, Pharmazeutische Fabrik Montavit Gesellschaft m.b.H., BEH Pharma GmbH
Frühere Namen Artischocke 600 mg Sabona (ab 20.03.2003), Cynalip duo (ab 28.03.2003), Cynalip (ab 26.09.2014), Cynalip 600 mg Überzogene Tabletten (ab 09.05.2017)

Quelle: BfArM, Arzneimittel-Informationssystem AMIce (ENR 2149081), Datensatz vom 11.12.2024. Angaben ohne Gewähr – fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke.