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Adenosin Macure 5 mg/ml, Injektions-/Infusionslösung – Fachinformation (SmPC) für Ärzte und Apotheker

Die Fachinformation richtet sich an Ärzte und Apotheker. Verständliche Hinweise für Patienten enthält der Beipackzettel: Einnahme, Nebenwirkungen, Andere Arzneimittel, Schwangerschaft und Stillzeit.

Status:
Verschreibungspflichtig Fakten
Stärke:
5 mg/ml
Wirkstoff:
ATC-Gruppe:

Fachinformation - Adenosin Macure 5 mg/ml Injektions-/Infusionslösung

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Adenosin Macure 5 mg/ml, Injektions-/Infusionslösung

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

1 ml enthält 5 mg Adenosin.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Injektions-/Infusionslösung

pH: 4,5 bis 7,5

Osmolarität: 280,0-340,0 mOSm/l

Klare, farblose Lösung.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Beseitigung paroxysmaler supraventrikulärer Tachykardien (PSVT) bei Beteiligung des AV-Knotens.

Induktion eines kurzen AV-Blocks zur Erfassung und Lokalisierung akzessorischer Leitungsbahnen beim Präexzitations-Syndrom.

Pharmakologische Provokation einer Myokardischämie in Verbindung mit Myokardszintigraphie (Thallium oder Technetium) bei Patienten, die nicht ausreichend körperlich belastungsfähig sind oder bei denen ein körperlicher Belastungstest nicht angezeigt ist. Es kann ebenfalls in Verbindung mit einer Echokardiographie in Fällen, bei denen andere pharmakologische Stress-Mittel nicht anwendbar sind, verwendet werden.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Intravenöse Injektion

Adenosin Macure ist ausschließlich zur Anwendung in Notfall- oder Intensivabteilungen unter kontinuierlichem Monitoring des Herzrhythmus bestimmt. Die nachstehend angegebenen Dosierungsempfehlungen gelten für die Applikation in eine periphere Vene. Adenosin sollte als schneller intravenöser (i.v.) Bolus in eine Vene oder über einen intravenösen Zugang injiziert werden. Bei Gabe über einen intravenösen Zugang sollte Adenosin so proximal wie möglich appliziert werden. Anschließend ist der Zugang zügig mit physiologischer Kochsalzlösung zu spülen. Bei Gabe über eine periphere Vene sollte eine Kanüle mit großem Durchmesser gewählt werden. Unter Berücksichtigung der äußerst kurzen Eliminationshalbwertszeit von Adenosin muss die Initialdosis um ca. 50 % reduziert werden, wenn das Arzneimittel über eine Zentralvene zugeführt wird.

Intravenöse Infusion

Die Applikation zu diagnostischen Zwecken sollte nur von einem qualifizierten Arzt durchgeführt werden, der über die notwendigen Fachkenntnisse verfügt. Eine kardiologische Notfallausrüstung sollte bereitstehen. Zur Vermeidung möglicher Boluseffekte, sollte die Infusion über einen separaten venösen Zugang erfolgen. Der Blutdruck sollte an dem nicht zur Adenosin-Infusion benutzten Arm gemessen werden.

Behandlung paroxysmaler supraventrikulärer Tachykardien

Erwachsene

Dieses Produkt kann sowohl mit einem Dosis-Eskalationsschema von 5-10-15 mg als auch mit einem Dosis-Eskalationsschema von 3-6-9-12 mg angewendet werden.

5-10-15 mg Dosis-Eskalationsschema

Anfangsdosis von 5 mg als schnelle intravenöse Bolusinjektion (über 1-2 Sekunden) mit anschließender Nachspülung mit physiologischer Kochsalzlösung (ca. 5 ml). Falls erforderlich, kann nach 1-2 Minuten eine weitere Dosis von 10 mg (mit anschließender Nachspülung) gegeben werden. Falls das gewünschte Ergebnis noch immer nicht erreicht ist, kann die Dosis ein weiteres Mal auf 15 mg erhöht werden, bis ein AV-Block eintritt. Die Behandlung kann 2-mal im Abstand von 1-2 Minuten wiederholt werden. Eine höhere Dosierung als 15 mg ist in der Regel nicht erforderlich.

5-10-15 mg: Aus der Ampulle/Durchstechflasche zu entnehmende Menge an Lösung in ml

DosisAus der Ampulle/Durchstechflasche zu entnehmende Menge an Lösung in ml
5 mg1 ml
10 mg2 ml
15 mg3 ml

3-6-9-12 mg Dosis-Eskalationsschema

Anfangsdosis von 3 mg als schnelle intravenöse Injektion über 1-2 Sekunden mit anschließender Nachspülung mit physiologischer Kochsalzlösung (ca. 5 ml). Falls erforderlich, kann nach 1-2 Minuten eine weitere Dosis von 6 mg (mit anschließender Nachspülung) gegeben werden. Falls noch erforderlich, kann nach 1-2 Minuten eine weitere Dosis von 9 mg (mit anschließender Nachspülung) gegeben werden. Falls das gewünschte Ergebnis noch immer nicht erreicht ist, kann die Dosis ein weiteres Mal auf 12 mg erhöht werden, bis ein AV-Block eintritt.

3-6-9-12 mg: Aus der Ampulle/Durchstechflasche zu entnehmende Menge an Lösung in ml

DosisAus der Ampulle/Durchstechflasche zu entnehmende Menge an Lösung in ml
3 mg0,6 ml
6 mg1,2 ml
9 mg1,8 ml
12 mg2,4 ml

Säuglinge, Kinder und Jugendliche

Die Behandlung sollte in einer spezialisierten Abteilung erfolgen. Eine Ausrüstung zur kardiopulmonalen Reanimation muss während der Gabe von Adenosin im Bedarfsfall sofort zur Verfügung stehen. Während der Verabreichung von Adenosin ist eine kontinuierliche EKG-Kontrolle erforderlich. Adenosin Macure wird unter Anpassung an das Körpergewicht dosiert und die Applikation wird unter schrittweiser Dosissteigerung mit jeweils anschließender Nachspülung mit physiologischer Kochsalzlösung vorgenommen.

Empfohlene Dosierung:

  • Erste Bolusinjektion: 0,1 mg/kg Körpergewicht (Maximaldosis 6 mg)
  • Schrittweise Erhöhung der Dosis um jeweils 0,1 mg/kg Körpergewicht, bis eine Beendigung der supraventrikulären Tachykardie erreicht werden kann.

Falls keine dauerhafte Wiederherstellung des Sinusrhythmus erreicht wird, kann die Behandlung wiederholt werden. Eine höhere Dosierung als 12 mg wird in der Regel nicht empfohlen.

Induktion eines kurzen AV-Blocks zur Erfassung und Lokalisierung akzessorischer Leitungsbahnen beim Präexzitations-Syndrom

Erwachsene

Individuelle Dosis-Titration mittels rascher i.v. Injektionen (von 3-15 mg beim Erwachsenen), um einen kurzzeitigen (< 10 Sek.) AV-Block herzustellen. Die Behandlung kann in 1-2 Minuten-Abständen wiederholt werden.

Säuglinge, Kinder und Jugendliche

Es sollten die gleichen Vorsichtsmaßnahmen wie für die Behandlung von paroxysmalen supraventrikulären Tachykardien beachtet werden. Adenosin Macure muss unter Anpassung an das Körpergewicht dosiert werden und die Applikation muss unter schrittweiser Dosissteigerung mit jeweils anschließender Nachspülung mit physiologischer Kochsalzlösung vorgenommen werden. Als Initialdosis sollten 50 Mikrogramm/kg Körpergewicht appliziert werden. Anschließend kann die Dosis alle 2 Minuten um 50 Mikrogramm/kg Körpergewicht mit jedem Dosisschritt (d. h. 100, 150, 200, 250, 300 Mikrogramm/kg Körpergewicht) gesteigert werden, bis eine transitorische Beeinflussung der AV-Überleitung beobachtet wird. Eine höhere Dosierung als 15 mg ist in der Regel nicht erforderlich.

Da die exakte Dosierung von Volumina unter 0,1 ml schwierig sein kann, wird empfohlen, Adenosin Macure zur Verabreichung an Säuglingen mit einem Körpergewicht unter 5 kg auf 2,5 mg/ml zu verdünnen. Die Verdünnung von Adenosin Macure sollte vorzugsweise mit physiologischer Kochsalzlösung (5 ml Adenosin Macure + 5 ml Kochsalzlösung) erfolgen.

Applikationsmengen in ml verdünnter Lösung (2,5 mg/ml) für Kinder

Körpergewicht (kg)Dosis (Mikrogramm/kg)
501)1001501)2002501)300
10,02 ml0,04 ml0,06 ml0,08 ml0,10 ml0,12 ml
20,04 ml0,08 ml0,12 ml0,16 ml0,20 ml0,24 ml
30,06 ml0,12 ml0,18 ml0,24 ml0,30 ml0,36 ml
40,08 ml0,16 ml0,24 ml0,32 ml0,40 ml0,48 ml
50,10 ml0,20 ml0,30 ml0,40 ml0,50 ml0,60 ml
> 5----- Unverdünnte Lösung -----

Applikationsmengen in ml unverdünnter Lösung (5 mg/ml) für Kinder

Körpergewicht (kg)Dosis (Mikrogramm/kg)
501)1001501)2002501)300
100,10 ml0,20 ml0,30 ml0,40 ml0,50 ml0,60 ml
150,15 ml0,30 ml0,45 ml0,60 ml0,75 ml0,90 ml
200,20 ml0,40 ml0,60 ml0,80 ml1,00 ml1,20 ml
250,25 ml0,50 ml0,75 ml1,00 ml1,25 ml1,50 ml
300,30 ml0,60 ml0,90 ml1,20 ml1,50 ml1,80 ml
350,35 ml0,70 ml1,05 ml1,40 ml1,75 ml2,10 ml
400,40 ml0,80 ml1,20 ml1,60 ml2,00 ml2,40 ml
450,45 ml0,90 ml1,35 ml1,80 ml2,25 ml2,70 ml2)
500,50 ml1,00 ml1,50 ml2,00 ml2,50 ml2)3,00 ml2)
  1. 1) PSVT-Anwendung: Initialdosis von 100 Mikrogramm/kg und anschließend, falls erforderlich, in Dosisschritten von 100 Mikrogramm/kg.
  2. 2) PSVT-Anwendung: Eine höhere Dosierung als 12 mg wird in der Regel nicht empfohlen.

Kinder mit einem Körpergewicht von über 50 kg können die gleiche Dosis wie Erwachsene erhalten.

Pharmakologische Provokation der Myokardischämie bei Myokardszintigraphie (Thallium oder Technetium) oder Echokardiographie

Adenosin Macure wird intravenös in eine periphere Vene infundiert. Die Infusionsrate sollte normalerweise 140 Mikrogramm/kg/min betragen. Bei der Szintigraphie wird Adenosin über einen Zeitraum von 4-6 Minuten infundiert und das entsprechende Isotop 3 Minuten nach Beginn der Adenosin-Infusion injiziert. Nach der Injektion des Isotops wird die Infusion normalerweise noch 2 Minuten lang fortgesetzt. Zur Verminderung von Nebenwirkungen kann während der Infusion eine leichte körperliche Betätigung stattfinden.

Menge von Adenosin Macure in ml, die pro Minute abhängig vom Körpergewicht infundiert wird

Körpergewicht (kg)ml/min
401,1
501,4
601,7
702,0
802,2
902,5
1002,8
1103,1
1203,4
1303,6
1403,9
1504,2

Bei massivem Blutdruckabfall (mehr als 25 % gegenüber dem Ausgangswert) sollte eine Dosisreduktion erwogen werden (empfohlen wird eine schrittweise Reduktion um jeweils 30 Mikrogramm/kg/min in 1-minütigen Abständen), um eine weitere Blutdrucksenkung zu vermeiden.

4.3 Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.

Vorherige unerwünschte Reaktion auf Adenosin. AV-Block 2. oder 3. Grades und Sick-Sinus-Syndrom bei Patienten, die nicht über einen funktionierenden Herzschrittmacher verfügen. Schwere Hypotonie. Instabile Angina Pectoris. Dekompensiertes Herzversagen.

Nur für Infusion: Erhöhter intrakranialer Druck. Hypovolämie. Gleichzeitige Behandlung mit Dipyridamol.

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Da Adenosin Macure eine spürbare Hypotonie verursachen kann, sollte es bei Patienten mit nicht korrigierter Hypovolämie, Stamm-Stenose, Links-Rechts-Shunt, Perikarditis, Perikarderguss, Störung des autonomen Nervensystems oder Karotis-Stenose mit cerebraler Gefäßinsuffizienz mit Vorsichtangewendet werden. Adenosin Macure sollte nach einem Myokardinfarkt mit Vorsicht angewendet werden.

Adenosin Macure sollte als Infusion zur Diagnostik bei Patienten mit niedriggradigen Störungen der Reizleitungsbahnen (AV-Block 1. Grades und Schenkelblock) mit Vorsicht angewendet werden, da es während der Infusion zu einer vorübergehenden Verschlechterung kommen kann. Bei Patienten mit Vorhofflimmern/-flattern und einem akzessorischen Leitungsbündel kann es zu vermehrter Erregungsleitung über diese abnormale Leitungsbahn kommen. Adenosin kann bei Patienten, die unter chronisch obstruktiven Atemwegserkrankungen leiden, Bronchospasmus auslösen oder verstärken.

In seltenen Fällen wurde über eine schwere Bradykardie berichtet. Eine schwere Bradykardie sollte als Warnung dafür angesehen werden, dass eine Störung in der Erregungsbildung und/oder im Erregungsleitungssystem vorliegt. Die Behandlung sollte abgebrochen werden. Eine schwere Bradykardie würde insbesondere das Auftreten von Torsade de pointes bei Patienten mit verlängertem QT-Intervall begünstigen. Wenn diesen Patienten Adenosin per Injektion verabreicht wird, ist Vorsicht geboten. Im Zusammenhang mit der kontinuierlichen Infusion von Adenosin bei Belastungstests ist jedoch bisher kein Fall von Torsade de pointes berichtet worden. Dies kann dadurch erklärt werden, dass die Dosis pro Zeiteinheit bei der Infusion von Adenosin für Belastungstests wesentlich geringer ist als bei der Injektion für therapeutische Zwecke.

Bei herztransplantierten Patienten (weniger als ein Jahr nach Herztransplantation) wurde eine erhöhte kardiale Empfindlichkeit gegenüber Adenosin beobachtet.

Kinder und Jugendliche

Adenosin kann bei Kindern mit Wolff-Parkinson-White-Syndrom (WPW-Syndrom) Vorhofarrhythmien auslösen und somit zu einer ventrikulären Beschleunigung führen. Siehe auch Abschnitt 5.1.

Die Wirksamkeit einer intraossären Gabe wurde nicht untersucht.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Dipyridamol, Coffein und Theophyllin führen zu Interaktionen mit Adenosin. Bei gleichzeitiger Behandlung mit Theophyllin kann eine geringfügig höhere Dosis zur Einleitung des AV-Blocks notwendig sein. Coffein ist ein schwacher Adenosin-Rezeptorantagonist, daher kann eine gleichzeitige Coffeinaufnahme zu interindividuellen Schwankungen des Dosisbedarfs von Adenosin führen. Coffeinhaltige Nahrungsmittel und Getränke sollten 12 Stunden vor der diagnostischen Anwendung von Adenosin möglichst nicht mehr verzehrt werden.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Zur Anwendung von Adenosin während der Schwangerschaft liegen nur begrenzte Daten vor (33 Schwangerschaften, davon 3 im ersten Schwangerschaftsdrittel). Diese lassen nicht auf unerwünschte Nebenwirkungen auf die Schwangerschaft oder die Gesundheit des Fötus oder Neugeborenen schließen. Es stehen zurzeit keine weiteren relevanten epidemiologischen Daten zur Verfügung. Bei der Behandlung von schwangeren Frauen ist Vorsicht geboten und besser untersuchte und sicherere Therapiealternativen sollten zuerst in Betracht gezogen werden.

Es ist nicht bekannt, ob Adenosin in die Muttermilch übergeht. Aufgrund der kurzen Halbwertszeit von Adenosin wird davon ausgegangen, dass kein Risiko für das Kind besteht. Adenosin kann folglich während der Stillzeit angewendet werden.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Nicht zutreffend.

4.8 Nebenwirkungen

Intravenöse Injektion: Die Nebenwirkungen sind leichter Natur und klingen (üblicherweise innerhalb von 30 Sekunden) wieder ab. Die häufigsten Nebenwirkungen sind: Dyspnoe (ca. 17 %), Flush (ca. 17 %) und Brustkorbbeschwerden (ca. 14 %). Bei ungefähr 50 % aller Patienten treten keine symptomatischen Nebenwirkungen auf.

Häufig (≥ 1/100, < 1/10)Gelegentlich (≥ 1/1 000, < 1/100)

Selten

(≥ 1/10 000, < 1/1 000)

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am VerabreichungsortKopfschmerzen, Schwindelgefühl, Brustkorbschmer zVermehrtes Schwitzen
HerzerkrankungenFlush, Reflextachykardi ePalpitationen, Hypotonie

Ausgeprägte Hypotonie und Arrhythmien einschließlich Kammerflimmern.

Ventrikuläre Extrasystolen und Vorhofflimmern

Koronararterienspa smus, der zu einem Myokardinfarkt führen kann.
Erkrankungen des GastrointestinaltraktsÜbelkeitMetallischer Geschmack, Druck in der Leistengegen d
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und MediastinumsDyspnoe, thorakales DruckgefühlHyperventi-lationVerstärkte Asthmabeschwerd en
Psychiatrische ErkrankungenAgitiertheit
Erkrankungen des NervensystemsParästhesien
AugenerkrankungenVerschwomm enes Sehen

Intravenöse Infusion: Bei intravenöser Infusion treten unerwünschte Wirkungen häufiger auf. Diese sind jedoch zumeist von leichter Natur und klingen rasch (innerhalb weniger Minuten) wieder ab. Die häufigste Nebenwirkung sind Brustkorbschmerzen (ca. 40 %). Leichte Körperübungen während der Infusion können die Nebenwirkungen reduzieren.

Häufig

(≥ 1/100, < 1/10)

Gelegentlich

(≥ 1/1 000, < 1/100)

Selten

(≥ 1/10 000, < 1/1 000)

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am VerabreichungsortBrust-, Kopf- und Kieferschmerzen, Schwindelgefühl
HerzerkrankungenFlush, AV-Block I-II, ST-SenkungPalpitationen, Hypotonie, AV-Block III

Ausgeprägte Hypotonie und ventrikuläre Arrhythmien,

einschließlich Kammerflimmern.

Ventrikuläre Extrasystolen und Vorhofflimmern

Koronararteriens pasmus, der zu einem Myokardinfarkt führen kann.
Erkrankungen des Gastrointestinaltra ktsÜbelkeit, epigastrischer Schmerz
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und MediastinumsDyspnoeHyperventilati onBronchospasmus

Seltene (auch schwere) Fälle von Bronchospasmus wurden auch bei Patienten beobachtet, die nicht an Asthma bronchiale oder obstruktiven Atemwegserkrankungen litten.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Adenosin Macure ist ausschließlich für die Anwendung im Klinikbereich mit sorgfältigem Monitoring der Patienten bestimmt, so dass eine Überdosierung im eigentlichen Sinne nicht vorkommt. Durch Nebenwirkungen bedingte schwerwiegende Symptome können jedoch mit Aminophyllin behandelt werden, wenn die Reduzierung der Dosis von Adenosin Macure keinen Erfolg hat. Die klinischen Erfahrungen haben indessen gezeigt, dass die Verabreichung von Aminophyllin nur selten erforderlich ist.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Andere Herzmittel, ATC-Code: C01EB10.

Adenosin ist ein in allen Körperzellen vorkommendes endogenes Nucleosid. Die Wirkungen von Adenosin werden über Purin-1-Rezeptoren (P1-Rezeptoren) vermittelt. Adenosin hat eine hemmende Wirkung auf die Überleitungszeit sowohl am AV-Knoten als auch am Sinusknoten ebenso wie einen relaxierenden Effekt auf die Gefäßmuskelzellen, insbesondere der Arteriolen. Adenosin kann die Überleitung am AV-Knoten hemmen und kann dadurch Reentry-Tachykardien mit Beteiligung des AV-Knotens unterbrechen, wodurch bei Patienten mit supraventrikulärer Tachykardie – einschließlich des WPW-Syndroms (Wolff-Parkinson-White) – die Wiederherstellung des normalen Sinusrhythmus erreicht wird. Die Überleitungszeit akzessorischer Bahnen wird durch die Behandlung mit Adenosin nicht verlangsamt. Der Effekt auf die AV-Überleitung ist bei intravenöser Injektion von extrem kurzer Dauer (ca. 30 Sekunden). Bei Patienten mit WPW-Syndrom und antegrader Erregung über die akzessorische Leitungsbahn wird eine maximale Präexzitation erreicht, wenn der AV-Knoten durch Applikation von Adenosin blockiert wird.

Die Registrierung der maximalen Präexzitation mittels EKG mit 12 Ableitungen kann zur Lokalisierung der akzessorischen Leitungsbahn herangezogen werden. Bei Patienten mit vorübergehend normalem EKG kann Adenosin zur Diagnose der Präexzitation eingesetzt werden.

Der stark vasodilatatorische Effekt von Adenosin auf die Widerstandsgefäße des Myokards resultiert in einer dosisabhängigen Vasodilatation, vor allem in nicht arteriosklerotischen Gefäßbezirken. Die intravenöse Infusion von Adenosin bewirkt daher bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit eine Umverteilung des Blutstromes aus den arteriosklerotischen Koronargefäßen in die normal durchbluteten Strombahnen (koronares Steal-Phänomen). Gleichzeitig führt die generelle vasodilatatorische Wirkung von Adenosin zu einer reflexogenen Verstärkung der inotropen und chronotropen Effekte am Myokard mit daraus resultierender erhöhter Herzarbeit.

Kinder und Jugendliche

Injektionslösung

Bei pädiatrischen Patienten wurden keine kontrollierten Studien zur Anwendung von Adenosin zur Beendigung einer paroxysmalen supraventrikulären Tachykardie (PSVT) durchgeführt. Allerdings werden Sicherheit und Wirksamkeit von Adenosin bei Kindern im Alter von 0 bis 18 Jahren bei PSVT als erwiesen angesehen, basierend auf umfangreichem klinischen Einsatz und Literaturdaten (Open-Label-Studien, Fallberichte, klinische Richtlinien).

Eine Literaturübersichtsarbeit lieferte 14 Studien, in denen Adenosin i.v. zur akuten Beendigung einer supraventrikulären Tachykardie (SVT) bei etwa 450 pädiatrischen Patienten im Alter von 6 Stunden bis 18 Jahren angewendet wurde. Die Studien waren in Bezug auf Alter und Dosierungsregime heterogen. In einem Großteil der veröffentlichten Studien wurde die SVT in 72-100 % der Fälle beendet. Die verwendeten Dosierungen variierten von 37,5 Mikrogramm/kg bis 400 Mikrogramm/kg. Mehrere Studien diskutierten eine mangelnde Reaktion auf Initialdosen von weniger als 100 Mikrogramm/kg.

In Abhängigkeit von der Krankengeschichte, den Symptomen und der EKG-Diagnose des Kindes, wurde Adenosin in der klinischen Praxis unter fachkundiger Aufsicht bei Kindern mit stabiler Tachykardie mit breitem QRS-Komplex und Wolff-Parkinson-White-Syndrom angewendet. Eine pädiatrische Indikation wird von den derzeit verfügbaren Daten nicht unterstützt. Bei 6 Kindern im Alter von 0 bis 16 Jahren mit manifestem oder verdecktem WPW-Syndrom wurden insgesamt 6 Fälle Adenosin-induzierter Arrhythmien (3 Fälle von Vorhofflimmern, 2 von Vorhofflattern, 1 Fall von Kammerflimmern) beschrieben, von denen sich 3 spontan erholten und 3 die Gabe von Amiodaron mit oder ohne Kardioversion benötigten (siehe auch Abschnitt 4.4).

Adenosin wurde zur Unterstützung einer Diagnose von supraventrikulären Tachykardien mit engem oder breitem QRS-Komplex, in denselben Dosierungen wie zur Behandlung von supraventrikulären Tachykardien, verwendet. Obwohl Adenosin Vorhofflattern, Vorhofflimmern und ventrikuläre Tachykardien nicht in einen normalen Sinusrhythmus umschlagen lässt, hilft die Verlangsamung der AV-Überleitung bei der Diagnose der Vorhofaktivität. Die derzeit vorliegenden Daten stützen jedoch keine pädiatrische Indikation für die Verwendung von Adenosin zu diagnostischen Zwecken.

Infusionslösung

Eine Literaturübersichtsarbeit führte zu drei Studien in denen Adenosin, bei pädiatrischen Patienten im Alter von 1 Monat bis 18 Jahren, im Zusammenhang mit einer Myokard-Perfusionsszintigraphie und als intravenöse Infusion in einer Dosis von 0,14 mg/kg Körpergewicht/min für 2-4 Minuten, angewendet wurde. Die größte Studie umfasste 47 Patienten im Alter von 1 Monat bis 18 Jahren: Sie berichtete für eine kardiovaskuläre Magnetresonanztomographie unter pharmakologischer Belastung mit intravenösem Adenosin in einer Dosis von 0,14 mg/kg/min für 3 Minuten, eine Sensitivität von 87 % (Konfidenzintervall 52-97 %) und eine Spezifität von 95 % (Konfidenzintervall 79-99 %). In der Studie wurden keine Nebenwirkungen berichtet. Allerdings sind die derzeit verfügbaren Daten nicht ausreichend, um Adenosin zur Anwendung für diagnostische Zwecke bei pädiatrischen Patienten zu empfehlen.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Exogen zugeführtes Adenosin wird rasch wieder aus dem Blutkreislauf eliminiert, vor allem durch zelluläre Aufnahme, aber auch durch Metabolisierungsvorgänge. Adenosin wird teilweise durch Phosphorylierung im Blut und in den Endothelzellen in Adenosinmonophosphat (AMP) und weiter in ADP und ATP umgewandelt, und teilweise durch Deaminierung in Inosin umgesetzt, woraus durch Metabolisierung wiederum Hypoxanthin, Xanthin und als Endprodukt Harnsäure entsteht. In In-vitro-Versuchen mit menschlichem Blut wurde festgestellt, dass die Plasmahalbwertszeit von Adenosin weniger als 10 Sekunden (teilweise abhängig vom Hämatokrit des Blutes) beträgt, deshalb konnten die gängigen pharmakokinetischen Parameter nicht bestimmt werden. In geringer Menge wird Adenosin möglicherweise mit dem Harn ausgeschieden, der Hauptanteil wird jedoch in Form von Metaboliten ausgeschieden.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Da Adenosin von Natur aus in allen lebenden Zellen vorkommt, wurden keine Tierversuche zur Bewertung des karzinogenen Potentials durchgeführt.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Mannitol (Ph.Eur.)

Wasser für Injektionszwecke

6.2 Inkompatibilitäten

Das Arzneimittel darf, außer mit den unter Abschnitt 4.2 und 6.6 aufgeführten, nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

Ungeöffnet: 2 Jahre

Nach Anbruch: Sofort verwenden.

Nach Verdünnung: Die chemische und physikalische Stabilität bei Anwendung wurde für 24 Stunden bei 2-8 °C oder für 24 Stunden bei 25 °C oder für 24 Stunden bei 40 °C nachgewiesen.

Aus mikrobiologischer Sicht sollte das Arzneimittel sofort nach Anbruch verwendet werden. Falls keine sofortige Verwendung erfolgt, unterliegen die Aufbewahrungsdauer und die Aufbewahrungsbedingung bis zur Anwendung der Verantwortung des Verwenders und sollten in der Regel 24 Stunden bei 2 bis 8 °C nicht überschreiten, es sei denn, die Verdünnung erfolgte unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen.

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich

Aufbewahrungsbedingungen nach Verdünnung des Arzneimittels, siehe Abschnitt 6.3.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

10 ml: Abgefüllt in eine 20-ml-Durchstechflasche aus (durchsichtigem) Glas mit einem Gummistopfen (graues Brombutyl mit Silikatfüllstoff) und einem roten Flip-Off-Verschluss (Aluminium und Polypropylen).

Packungsgrößen: 5 × 10 ml.

50 ml: Abgefüllt in einer Durchstechflasche aus (durchsichtigem) Glas mit einem Gummistopfen (graues Brombutyl mit Silikatfüllstoff) und einem grauen Flip-Off-Verschluss (Aluminium und Polypropylen).

Packungsgrößen: 4 × 50 ml.

2 ml: Abgefüllt in Ampullen (durchsichtiges Glas) mit einem grünen Ring am Ampullenhals.

Packungsgrößen: 5 × 2 ml.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Nur zum Einmalgebrauch.

Kann mit einer 0,9%igen Natriumchloridlösung zu einer Konzentration von 2,5 mg/ml gemischt werden, siehe Abschnitt 4.2.

Die Lösung soll vor der Verabreichung visuell auf Partikel und Verfärbungen überprüft werden. Nicht verwenden, wenn der Inhalt trüb ist oder sich Ablagerungen gebildet haben. Die Lösung muss zum Zeitpunkt der Verwendung klar sein.

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu beseitigen.

7. INHABER DER ZULASSUNG

Macure Healthcare Ltd.

62 Arclight Building

Triq L Gharbiel

Is-Swieqi, SWQ 3251

Malta

8. ZULASSUNGSNUMMER

7019998.00.00

9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG

  1. 24. August 2026

10. STAND DER INFORMATION

11. VERKAUFSABGRENZUNG

August 2026

Über dieses Dokument

Quelle: BfArM – Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (AMIce) · Zulassungsnummer: 7019998.00.00 · ENR 7019998

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Die Informationen auf dieser Website ersetzen nicht den Rat eines Arztes oder Apothekers.

Fakten zu Adenosin Macure 5 mg/ml Injektions-/Infusionslösung

Rezeptpflicht
Verschreibungspflichtig?
  • Sie erhalten das Arzneimittel nur mit einem ärztlichen Rezept in der Apotheke.
  • Rechtsgrundlage laut BfArM: verschreibungspflichtig gemäß § 48(1),(2)2 AMG.
Wirkstoff Adenosin 5 mg/ml
Darreichungsform Injekt/Infusion
Art der Anwendung Intravenöse Anwendung
Art des Arzneimittels Chemisches Arzneimittel
Sonstige Bestandteile Mannitol (Ph.Eur.), Wasser für Injektionszwecke
Packungsgrößen 10 ml, 50 ml, 200 ml
Haltbarkeit 2 Jahre (ungeöffnete Packung)
Lagerung Lagerung und Transport: Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich
Fälschungsschutz Ja – die Packung trägt einen individuellen Code und einen Erstöffnungsschutz (securPharm), die Apotheke prüft die Echtheit
ATC-Klassifikation
  1. C Kardiovaskuläres System
    1. C01 Herztherapie
      1. C01E Andere Herzmittel
        1. C01EB Andere Herzmittel
          1. C01EB10 Adenosin
Referenzarzneimittel Generikum von Adenosin Life Medical
Zulassung 7019998.00.00, seit 28.08.2026; dezentrales Verfahren (mehrere EU-Staaten)
Pharmazeutischer Unternehmer Macure Healthcare Ltd., SWQ 3251 IS-SWIEQI, Malta
Hersteller (Freigabe) S.A.L.F. - SpA Laboratorio Farmacologico (BS 1), S.A.L.F. - SpA Laboratorio Farmacologico

Quelle: BfArM, Arzneimittel-Informationssystem AMIce (ENR 7019998), Datensatz vom 12.10.2026. Angaben ohne Gewähr – fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke.