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Atifor Chiesi 12 Mikrogramm Druckgasinhalation, Lösung – Fachinformation (SmPC) für Ärzte und Apotheker

Die Fachinformation richtet sich an Ärzte und Apotheker. Verständliche Hinweise für Patienten enthält der Beipackzettel: Einnahme, Nebenwirkungen, Andere Arzneimittel, Schwangerschaft und Stillzeit.

Aktualisiert:
Fakten
Status:
Verschreibungspflichtig
Stärke:
0.012 mg/Dosis
Wirkstoff:
ATC-Gruppe:

Fachinformation - Atifor Chiesi 12 µg Druckgasinhalation, Lösung

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Atifor Chiesi 12 Mikrogramm Druckgasinhalation, Lösung

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Wirkstoff: Jeder Sprühstoß enthält 12 Mikrogramm Formoterolfumaratdihydrat. Dies ent-spricht einer über das Mundstück abgegebenen Menge von 10,1 Mikrogramm.

Dieses Arzneimittel enthält 8,9 mg Alkohol (Ethanol) pro Sprühstoß entsprechend 0,25 mg/kg pro Dosis von zwei Sprühstößen bei Erwachsenen und 0,44 mg/kg pro Dosis von zwei Sprüh-stößen bei Jugendlichen.

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung: Die vollständige Auflistung der sonstigen Be-standteile siehe Abschnitt 6.1

3. DARREICHUNGSFORM

Druckgasinhalation, Lösung.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Zur symptomatischen Langzeitbehandlung des persistierenden, mittelschweren bis schweren Asthma bronchiale bei Patienten, die eine regelmäßige bronchialerweiternde Therapie benöti-gen in Verbindung mit einer entzündungshemmenden Dauertherapie (inhalative und/oder orale Glukokortikoide).

Die Behandlung mit Glukokortikoiden ist regelmäßig weiterzuführen.

Atifor Chiesi ist ebenfalls angezeigt zur Erleichterung der bronchialobstruktiven Symptome bei Patienten mit chronisch-obstruktiver Atemwegserkrankung (COPD).

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Die Dosierung richtet sich nach Art und Schwere der Erkrankung.

Für Erwachsene, einschließlich älterer Patienten, sowie Jugendliche ab 12 Jahren gelten fol-gende Empfehlungen:

Asthma bronchiale

Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren:

In der Regel morgens und abends je 1 Sprühstoß (entspricht 24 Mikrogramm Formoterolfuma-ratdihydrat pro Tag). In schweren Fällen maximal bis zu 2 Sprühstöße morgens und abends (entspricht 48 Mikrogramm Formoterolfumaratdihydrat pro Tag).

Die maximale Tagesdosis beträgt 4 Sprühstöße (entspricht 48 Mikrogramm Formoterolfuma-ratdihydrat).

Kinder unter 12 Jahren:

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Atifor Chiesi in Kindern unter 12 Jahren ist noch nicht nachgewiesen, welhalb Atifor Chiesi bis zum Vorliegen umfangreicher Erfahrungen bei Kin-dern unter 12 Jahren nicht angewendet werden sollte.

Chronisch-obstruktive Atemwegserkrankung (COPD)

Erwachsene ab 18 Jahren:

In der Regel 1 Sprühstoß zweimal täglich (ein Sprühstoß morgens und einer abends, 24 Mikrogramm Formoterolfumaratdihydrat pro Tag).

Für den regelmäßigen Gebrauch sollte die Tagesdosis zwei Sprühstöße nicht überschreiten. Zur Erleichterung der Symptome können, falls erforderlich, zusätzliche Inhalationen, die über die reguläre Therapie hinausgehen, bis zu einer maximalen Tagesdosis von 4 Sprühstößen (reguläre plus erforderliche Dosis) angewendet werden. Als Einzeldosis sollten nicht mehr als 2 Sprühstöße inhaliert werden.

Patienten sollten das Druckbehältnis nicht länger als 3 Monate nach dem Datum der Abgabe durch den Apotheker verwenden (siehe Abschnitt 6.4).

Trotz des raschen Wirkungseintritts von Atifor Chiesi ist dieser langwirksame inhalative Bron-chodilatator für die bronchodilatatorische Erhaltungstherapie vorgesehen.

Atifor Chiesi ist nicht für die Linderung akuter Asthmaanfälle gedacht.

Im Falle eines akuten Anfalls ist ein schnellwirkender ß2-Agonist einzusetzen.

Patienten sollte empfohlen werden, nicht ihre Steroidtherapie abzusetzen oder zu ändern, wenn die Behandlung mit Atifor Chiesi begonnen wird.

Wenn die Symptome persistieren oder schlimmer werden oder wenn mit der empfohlenen Atifor-Chiesi-Dosis keine Symptomkontrolle (Aufrechterhaltung einer wirksamen Linderung) erreicht werden kann, dann ist dies in der Regel ein Hinweis auf eine Verschlimmerung der Grunderkrankung.

Nieren- und Leberfunktionsstörungen

Prinzipiell besteht kein Grund für eine Anpassung der Atifor-Chiesi-Dosis bei Patienten mit Nieren- oder Leberfunktionsstörungen. Es liegen jedoch keine klinischen Daten vor, die eine Anwendung bei diesen Patientengruppen stützen.

Art der Anwendung

Um die ordnungsgemäße Anwendung des Medikaments sicherzustellen, sollte ein Arzt oder eine andere medizinische Fachkraft dem Patienten zeigen, wie der Inhalator benutzt wird.

Vor der ersten Inbetriebnahme des Inhalators sowie nach Nichtgebrauch über 3 oder mehr Tage sollte ein Sprühstoß in die Luft abgegeben werden, um eine einwandfreie Funktion zu gewährleisten. Die Inhalation sollte nach Möglichkeit aufrecht im Stehen oder Sitzen erfolgen.

  1. 1. Die Schutzkappe vom Mundstück entfernen.
  2. 2. So tief wie möglich ausatmen.
  3. 3. Das Druckbehältnis senkrecht mit dem Behälterboden nach oben halten und das Mund-stück mit den Lippen umschließen.
  4. 4. Tief durch den Mund einatmen und gleichzeitig auf den oberen Teil des Inhalators drü-cken, um einen Sprühstoß freizusetzen.
  5. 5. Den Atem so lange wie ohne Anstrengung möglich anhalten und anschließend den Inha-lator aus dem Mund nehmen.

Falls ein weiterer Sprühstoß inhaliert werden soll, den Inhalator etwa eine halbe Minute in aufrechter Position halten und anschließend die Schritte 2 bis 5 wiederholen.

Nach Anwendung die Schutzkappe aufsetzen.

WICHTIG: die Schritte 2 bis 4 nicht überhastet vornehmen.

Sollte ein Teil des Gases vom oberen Teil des Inhalators oder seitlich aus dem Mund entwei-chen, sollte erneut mit Schritt 2 begonnen werden.

Für Patienten mit schwächerem Händedruck kann es leichter sein, den Inhalator mit beiden Händen zu halten. Dazu wird der Inhalator mit beiden Zeigefingern von oben und beiden Dau-men von unten fixiert.

Die Anwendung eines Inhalationshilfsmittels (Spacer) wird normalerweise für Patienten emp-fohlen, die Schwierigkeiten dabei haben, Atmung und Drücken des Inhalators zu koordinieren; es liegen jedoch keine klinischen Daten für Atifor Chiesi mit Spacern vor.

4.3 Gegenanzeigen

Bekannte Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile des Arzneimittels.

4.4 Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Atifor Chiesi sollte nicht zur Erstbehandlung von Asthma verwendet werden (Es ist dafür nicht ausreichend).

Asthmapatienten, die eine Therapie mit langwirksamen β2-Agonisten benötigen, sollten zur optimalen Erhaltung der antiinflammatorischen Wirkung auch eine Corticoidsteroidtherapie erhalten. Die Patienten müssen angewiesen werden, ihre anti-inflammatorische Therapie nach dem Beginn der Anwendung von Formoterol fortzuführen, selbst, wenn ihre Symptome ab-nehmen. Sollten weiterhin Symptome bestehen oder sollte die Behandlung mit β2-Agonisten intensiviert werden müssen, so weist dieses auf eine Verschlechterung der Grunderkrankung hin und erfordert eine Neueinstellung der Erhaltungstherapie.

Obwohl Atifor Chiesi zur Add-On-Therapie eingesetzt werden kann, wenn inhalative Corti-costeroide alleine keine adäquate Kontrolle der Asthmasymptome ermöglichen, sollte der The-rapiebeginn von Patienten mit Atifor Chiesi nicht während einer akuten schweren Asthma Exazerbation oder wenn sich das Asthma signifikant verschlechtert oder akut verschlimmert, erfolgen.

Während der Behandlung mit Atifor Chiesi können schwere Asthma-assoziierte unerwünschte Ereignisse und Exazerbationen auftreten.

Patienten sollten aufgefordert werden, die Behandlung fortzusetzen, jedoch

ärztlichen Rat einzuholen, wenn keine Kontrolle der Asthmasymptome zu erreichen ist oder sich diese nach Therapiebeginn mit Atifor Chiesi verschlimmern.

Atifor Chiesi sollte genau entsprechend den Dosierungsrichtlinien (siehe Abschnitt 4.2) ange-wendet werden.

Sobald eine Kontrolle der Asthmasymptome erreicht ist, sollte erwogen werden, die Dosierung von Atifor Chiesi schrittweise zu reduzieren. Es ist wichtig, dass Patienten regelmäßig hin-sichtlich einer möglichen Dosisreduktion untersucht werden. Es sollte die niedrigste wirksame Dosis von Atifor Chiesi eingesetzt werden (siehe Abschnitt 4.2).

Die maximale Tagesdosis sollte nicht überschritten werden.

Eine plötzliche und zunehmende Verschlechterung der Asthmabeschwerden kann lebensbe-drohlich sein und verlangt unverzüglich ärztliche Hilfe. Eine erhebliche Überschreitung der verordneten Einzeldosen, aber auch der Tagesdosis, kann gefährlich sein aufgrund der Wir-kungen auf das Herz (Herzrhythmusstörungen, Blutdruckanstieg) in Verbindung mit Verän-derungen der Salzkonzentrationen in Körperflüssigkeiten (Elektrolytverschiebungen) und muss deshalb vermieden werden.

Begleiterkrankungen

Vorsicht ist geboten bei der Behandlung von Patienten mitAV-Block III. Grades, schwer kon-trollierbarem Diabetes Mellitus, Thyreotoxikose, Phäochromozytom, hypertroph-obstruktiver Kardiomyo-pathie, idiopathisch-subvalvulärer Aortenstenose, schwerer Hypotonie, Aneurys-men oder anderen schweren kardiovaskulären Funktionsstörungen, wie ischämische Herzer-krankungen, Tachyarrhythmien oder schwere Herzfehler und okklusiven Gefäßerkrankungen, insbesondere Arteriosklerose.

Formoterol kann eine Verlängerung des QTc-Intervalls hervorrufen. Vorsicht ist geboten bei der Behandlung von Patienten mit verlängertem QTc-Intervall (angeboren oder arzneimittel-induziert mit QTc > 0,44 Sekunden) und bei Patienten, die gleichzeitig mit Arzneimitteln be-handelt werden, die das QTc-Intervall beeinflussen (siehe Abschnitt 4.5). Aufgrund der hy-perglykämischen Effekte von β2-Agonisten, werden bei Diabetikern anfänglich zusätzliche Blutzuckeruntersuchungen empfohlen.

Wenn eine Narkose unter Verwendung von halogenierten Anästhetika geplant ist, sollte darauf geachtet werden, dass Atifor Chiesi innerhalb von mindestens 12 Stunden vor Narkosebeginn nicht mehr angewendet wird.

Paradoxer Bronchospasmus

Wie bei jeder Inhalationstherapie sollte das Risiko eines paradoxen Bronchospasmuses be-dacht werden. Falls dieser auftritt, sollte das Arzneimittel sofort abgesetzt und eine alternative Therapie begonnen werden (siehe Abschnitt 4.8).

Hypokaliämie

Aus der Therapie mit β2-Agonisten können potentiell schwerwiegende Hypokaliämien resul-tieren. Besondere Vorsicht ist bei akutem schwerem Asthma geboten, da das assoziierte Risiko bei einer Hypoxie weiter steigen könnte. Der Hypokaliämieeffekt kann durch eine gleichzei-tige Behandlung mit Xanthin-Derivaten, Steroiden und Diuretika potenziert werden. Aus die-sem Grund sollte der Serumkaliumspiegel überwacht werden.

Daher ist insbesondere bei Patienten mit niedrigen Ausgangs-Kaliumwerten oder besonderen Risiken hinsichtlich einer Senkung des Blutkaliumspiegels dieser Wert regelmäßig zu kontrol-lieren, auch wenn unter einer bisherigen Therapie mit kurzwirksamen ß2-Sympathomimetika keine Senkung dieses Spiegels zu beobachten war. Gegebenenfalls ist Kalium zu substituieren.

Durch eine Senkung des Serum-Kalium-Spiegels kommt es zu einer Wirkungsverstärkung von Digitalis-haltigen Arzneimitteln.

Dieses Arzneimittel enthält eine kleine Menge Ethanol (Alkohol). Die Menge in zwei Sprüh-stößen dieses Arzneimittels entspricht weniger als 1 ml Bier oder 1 ml Wein. Die geringe Alkoholmenge in diesem Arzneimittel hat keine wahrnehmbaren Auswirkungen.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Es wurden keine speziellen Interaktionsstudien mit Formoterol durchgeführt. Es besteht ein theoretisches Risiko, dass eine gleichzeitige Behandlung mit Arzneistoffen, die das QTc-In-tervall verlängern, pharmakodynamische Interaktionen mit Formoterol hervorrufen und das potentielle Risiko einer ventrikulären Arrhythmie erhöhen könnte. Beispiele solcher Arz-neistoffe schließen bestimmte Antihistaminika (z.B. Terfenadin, Astemizol, Mizolastine), be-stimmte Antiarrhythmika (z.B. Chinin, Disopyramid, Procainamid), Erythromycin und trizyk-lische Antidepressiva ein.

Die gleichzeitige Behandlung mit anderen sympathomimetischen Substanzen wie anderen β2-Agonisten oder Ephedrin kann die möglichen Nebenwirkungen von Atifor Chiesi verstärken und möglicherweise eine Dosistitration erfordern.

Die gleichzeitige Gabe von Formoterol und Theophyllin kann zu einer wechselseitigen Wir-kungsverstärkung führen. Es besteht auch die Wahrscheinlichkeit einer Zunahme unerwünsch-ter Wirkungen, wie z. B. Herzrhythmusstörungen. Auch Substanzen, die ihrerseits sympatho-mimetische Effekte verstärken, wie L-Dopa, L-Thyroxin, Oxytocin oder Alkohol, können die Herz-Kreislauf-Regulation im Zusammenwirken mit Atifor Chiesi beeinflussen.

Wegen einer möglichen Potenzierung der Effekte von β2-Sympathomimetika sollte die gleich-zeitige Anwendung von Atifor Chiesi und Monoaminoxidase-Hemmern oder trizyklischen Antidepressiva mit Vorsicht erfolgen.

Die gleichzeitige Verabreichung von Xanthinderivaten, Steroiden oder Diuretika, wie Thiazi-den und Schleifendiuretika, kann die seltene hypokaliämische Nebenwirkung von ß2-Sympa-thomimetika verstärken. Die Hypokaliämie kann möglicherweise die Wahrscheinlichkeit einer Arrhythmie bei Patienten erhöhen, die mit Digitalis-Glykosiden behandelt werden. Es besteht ein erhöhtes Arrhythmie-Risiko bei Patienten, die gleichzeitig mit Anästhetika mit halogenier-ten Kohlenwasserstoffen behandelt werden.

Der bronchodilatatorische Effekt von Formoterol kann durch anticholinerge Arzneistoffe ver-stärkt werden.

ß-Rezeptoren-Blocker können die Wirkung von Atifor Chiesi abschwächen oder inhibieren. Atifor Chiesi sollte daher – außer bei zwingender Indikation – nicht zusammen mit ß-Rezep-toren-Blockern (einschließlich Augentropfen) verabreicht werden.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Es gibt keine ausreichenden Daten zur Anwendung von Formoterol bei schwangeren Frauen. In tierexperimentellen Studien verursachte Formoterol verminderte Einnistungen sowie eine verringerte frühe postnatale Überlebenswahrscheinlichkeit und ein geringeres Geburtsge-wicht. Die Effekte traten bei deutlich höheren systemischen Expositionen auf, als denen, die während der klinischen Anwendung von Formoterol erreicht werden. Eine Behandlung mit Formoterol kann in allen Schwangerschaftsphasen in Betracht gezogen werden, falls es benö-tigt wird, um die Asthmakontrolle zu erhalten und wenn der zu erwartende Benefit der Mutter größer ist, als jedes mögliche Risiko des Fötus. Das mögliche Risiko für Menschen ist unbe-kannt.

Stillzeit

Es ist unbekannt, ob Formoterol in die Muttermilch übergeht. In Ratten wurden geringe Men-gen Formoterol in der Muttermilch festgestellt. Die Gabe von Formoterol an stillende Frauen sollte nur dann erwogen werden, wenn der zu erwartende Benefit der Mutter größer ist, als jedes mögliche Risiko für das Kind.

Ein Risiko für Neugeborene/Säuglinge kann nicht ausgeschlossen werden.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Ma-schinen

Forair Chiesi hat keinen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.

4.8 Nebenwirkungen

Die am häufigsten gemeldeten Nebenwirkungen der Therapie mit β2-Agonisten, wie Tremor und Palpitationen sind in der Regel mild und verschwinden innerhalb von wenigen Behand-lungstagen. Nebenwirkungen, die mit Formoterol in Verbindung gebracht werden, sind im Folgenden aufgeführt, geordnet nach Organsystem und Häufigkeit. Die Häufigkeit ist definiert als:

Sehr häufig (≥ 1/10)

Häufig (≥ 1/100, < 1/10)

Gelegentlich (≥ 1/1.000, < 1/100)

Selten (≥ 1/10.000, < 1/1.000)

Sehr selten (< 1/10.000)

SystemorganklasseNebenwirkungHäufigkeit
Erkrankungen des Blutes und des LymphsystemsThrombopeniesehr selten
Erkrankungendes Immun-systemsÜberempfindlichkeitsreaktionen, z.B. Angioödem, Bronchospas-mus, Exanthem, Urticaria, Pruri-tusselten
Stoffwechsel- und Ernäh-rungsstörungenHypokaliämie, Hyperglykämiegelegentlich
Psychatrische Erkrankun-genUnruhe, Ruhelosigkeit, Schlafstö-rungengelegentlich
Verhaltensstörungen, Halluzinati-onensehr selten
Erkrankungen des Nerven-systemsTremor, Kopfschmerzenhäufig
Schwindel, Störungen des Ge-schmacksempfindensgelegentlich
Zentralnervöse Stimulationsehr selten
HerzerkrankungenPalpitationenhäufig
Tachykardiegelegentlich
Herzrhythmusstörungen, wie Vor-hofflimmern, supraventrikuläre Tachykardie, Extrasystolen, An-gina pectorisselten
Verlängerung des QTc-Intervallssehr selten
GefäßerkrankungenVeränderungen im Blutdruckselten
Erkrankungen der Atem-wege, des Brustraums und des MediastinumsHustenhäufig
Rachenreizunggelegentlich
Paradoxer Bronchospasmus (s. Abschnitt 4.4)selten
Dyspnoe, Asthma-Exazerbationsehr selten
Erkrankungen des Gastro-intestinaltraktsÜbelkeitgelegentlich
Erkrankungen der Haut und des UnterhautzellgewebesHyperhidrosegelegentlich
Skelettmuskulatur-, Binde-gewebs- und Knochener-krankungenMuskelkrämpfe, Myalgiegelegentlich
Erkrankungen der Nieren und HarnwegeNephritisselten
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Ver-abreichungsortperiphere Ödemesehr selten

Übelkeit, Störungen des Geschmacksempfindens, Missempfindungen im Mund- und Rachen-bereich, Hyperhidrose, Unruhe, Kopfschmerzen, Schwindel sowie Muskelkrämpfe können sich bei Fortführung der Behandlung im Verlauf von ein bis zwei Wochen spontan zurückbil-den.

Sporadisch ist über zentralnervös stimulierende Wirkungen nach Inhalation von β2-Sympa-thomimetika berichtet worden, die sich in Übererregbarkeit äußerten. Diese Beobachtungen wurden überwiegend bei Kindern im Alter bis zu 12 Jahren gemacht.

Durch Behandlungen mit β2-Agonisten können die Konzentrationen von Insulin, freien Fett-säuren, Glycerol und Ketonkörper im Blut ansteigen.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtig-keit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall ei-ner Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte Abt. Pharmakovigilanz Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3 D-53175 Bonn

Website: http://www.bfarm.de

anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Es liegen begrenzte klinische Erfahrungen zur Behandlung einer Überdosierung vor. Eine Überdosierung mit Atifor Chiesi wird wahrscheinlich Wirkungen hervorrufen, wie sie typisch für ß2-Adrenorezeptoragonisten sind: Kopfschmerzen, Tremor und Palpitationen. In Einzel-fällen wurden folgende Symptome berichtet: Tachykardie, verlängertes QTc-Intervall, ventri-kuläre Arrhythmien, metabolische Azidose, Hypokaliämie, Hyperglykämie, Übelkeit, Erbre-chen und Schläfrigkeit.

Behandlung einer Überdosierung

Die Behandlung sollte unterstützend und symptomatisch erfolgen. Schwere Fälle sind in eine Klinik einzuweisen. Die Anwendung von ß-Adrenorezeptorenblockern kann in Betracht ge-zogen werden, jedoch ist in diesem Fall extreme Vorsicht geboten, da die Anwendung von ß-Adrenorezeptorenblockern Bronchospasmen auslösen kann. Der Serumkaliumspiegel sollte überwacht werden

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Adrenergika, Inhalanzien; selektive ß2-Adrenorezeptorago-nisten

ATC-Code: R03 AC13

Wirkmechanismus und pharmakodynamische Effekte

Formoterol ist ein überwiegend selektiver ß2-Stimulator. Formoterol wirkt bronchodilatato-risch bei Patienten mit reversiblen obstruktiven Atemwegserkrankungen. Der Wirkungseintritt erfolgt innerhalb von 1-3 Minuten. Auch 12 Stunden nach Inhalation ist immer noch eine sig-nifikante Bronchodilatation vorhanden.

Beim Menschen ist Formoterol zur Prophylaxe von Bronchospasmen wirksam, die durch Me-thacholin-Provokation hervorgerufen werden.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Ebenso wie bei anderen inhalativ applizierten Substanzen, werden 90 % der inhalierten Formoterol-Dosis verschluckt und im Gastrointestinaltrakt resorbiert. Deshalb können die pharmakokinetischen Charakteristika der oralen Formulierung auf die Inhalation mit einem Dosieraerosol übertragen werden.

Die Absorption verläuft rasch und in einem hohen Ausmaß. Nach Inhalation einer therapeuti-schen Dosis (12 Mikrogramm) Atifor Chiesi, Druckgasinhalation, Lösung bei asthmatischen Patienten wird die maximale Plasmakonzentration früher als mit einem Formoterol-Pulverin-halator - etwa 15 Minuten nach der Inhalation - beobachtet. Im Allgemeinen sollte die Resorp-tionsgeschwindigkeit berücksichtigt werden, wenn Patienten von einer Formoterol-Formulie-rung auf eine andere umgestellt werden.

Die Formoterol-Resorption nach der Inhalation von 12 bis 96 Mikrogramm Formoterolfuma-ratdihydrat verläuft linear.

Orale Dosen bis zu 300 Mikrogramm Formoterol werden im Gastrointestinaltrakt rasch resor-biert. Die maximale Plasmakonzentration der unveränderten Substanz wird nach 0,5-1 Stunde erreicht. Über 65 % einer oralen Dosis von 80 Mikrogramm werden resorbiert.

Innerhalb eines Dosierungsbereichs (orale Applikation) von 20-300 Mikrogramm liegt Dosis-linearität vor.

Wiederholte tägliche Verabreichung von 40-160 Mikrogramm/Tag führt aufgrund der kurzen Halbwertszeit nicht zu einer Akkumulation. Die Pharmakokinetik von Formoterol zeigt bei Frauen und Männern keine signifikanten Unterschiede.

Verteilung

Die Plasmaproteinbindung liegt bei 61 bis 64 % (34 % an Albumin), wobei es bei therapeuti-schen Dosen nicht zu einer Absättigung der Bindungsstellen kommt.

Biotransformation

Formoterol wird primär über eine direkte Glukuronidierung metabolisiert und vollständig aus-geschieden. Eine weitere Metabolisierung ist die O-Demethylierung mit nachfolgender Glu-kuronidierung und konsekutiver vollständiger Ausscheidung.

Multiple CYP450-Isozyme katalysieren die Biotransformation (2D6, 2C19, 2C9 und 2A6), deshalb ist auch das Potenzial für metabolische Arzneimittelwechselwirkungen gering. Die Kinetik von Formoterol nach Einfachgabe und nach Mehrfachgabe ist vergleichbar, was auf die Abwesenheit einer Autoinduktion oder Stoffwechselhemmung hinweist.

Elimination

Die Elimination von Formoterol scheint polyphasisch zu verlaufen, deshalb ist die beschrie-bene Halbwertszeit abhängig von den jeweils betrachteten Zeitintervallen. Auf der Basis von Plasma- oder Blutkonzentrationen 6, 8 oder 12 Stunden nach der oralen Applikation wurde eine Eliminationshalbwertszeit von 2-3 Stunden bestimmt. Aus der renalen Ausscheidungsrate zwischen 3 und 16 Stunden nach der Inhalation wurde eine Halbwertszeit von 5 Stunden be-rechnet.

Der Wirkstoff und die Metaboliten werden vollständig ausgeschieden, 2/3 einer oral applizier-ten Dosis mit dem Urin, 1/3 mit den Fäzes. Nach der Inhalation von Formoterol werden durch-schnittlich 6-9 % der Substanz unverändert mit dem Urin ausgeschieden. Die renale Clearance von Formoterol beträgt 150 ml/min.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Die Wirkungen von Formoterol bei Ratten und Hunden beschränkten sich vorwiegend auf das Herzkreislaufsystem; es handelte sich um die bekannten pharmakologischen Erscheinungen nach hohen Dosen von ß2-Adrenozeptoragonisten.

Nach sehr hoher systemischer Exposition von Formoterol wurde bei männlichen Ratten eine leichte reduzierte Fertilität beobachtet.

Studien mit Formoterol zeigten in vivo und in vitro keine genotoxischen Effekte. Bei Ratten und Mäusen wurde ein leicht erhöhtes Auftreten von benignen Uterusleiomyomen beobachtet. Diese Wirkung gilt als ein Klasseneffekt bei Nagetieren nach hohen Dosen über einen längeren Zeitraum von ß2-Adrenozeptoragonisten.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Norfluran

Ethanol

Salzsäure

6.2 Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

18 Monate (siehe auch Abschnitt 6.4).

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Bis zur Abgabe an den Patienten:

Im Kühlschrank lagern (2-8 °C) (nicht länger als 15 Monate)

Nach Abgabe:

Nicht über 30 °C aufbewahren (nicht länger als 3 Monate)

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

1 Druckbehältnis aus Aluminium mit Dosierventil, Auslöser und Schutzkappe mit Lösung zur Druckgasinhalation.

Pro Druckbehältnis: 50, 100 bzw. 120 Sprühstöße

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Hand-habung

Für Apotheken:

Bitte schreiben Sie das Datum der Abgabe an den Patienten auf die Packung.

Es ist darauf zu achten, dass zwischen Abgabedatum und aufgedrucktem Verfallsdatum ein Zeitraum von mindestens 3 Monaten liegt.

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforde-rungen zu beseitigen

7. INHABER DER ZULASSUNG

Chiesi Farmaceutici S.p.A.

Via Palermo 26/A

43122 Parma

Italien

8. ZULASSUNGSNUMMER

59067.00.00

9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 24. November 2004

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 02. Dezember 2012

10. STAND DER INFORMATION

September 2022

11. VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

Über dieses Dokument

Quelle: BfArM – Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (AMIce) · Zulassungsnummer: 59067.00.00 · ENR 2159067

Stand der Information laut Text: 09/2022

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Die Informationen auf dieser Website ersetzen nicht den Rat eines Arztes oder Apothekers.

Fakten zu Atifor Chiesi 12 µg Druckgasinhalation, Lösung

Rezeptpflicht
Verschreibungspflichtig?
  • Sie erhalten das Arzneimittel nur mit einem ärztlichen Rezept in der Apotheke.
  • Rechtsgrundlage laut BfArM: verschreibungspflichtig gemäß § 48(1),(2)2 AMG.
Wirkstoff Formoterol 0.012 mg/Dosis
Darreichungsform Dosierspray
Art der Anwendung Zur Inhalation
Sonstige Bestandteile Ethanol, Salzsäure x%
Packungsgrößen 5,15 g, 10,3 g, 11,3 g, 20,6 g, 22,6 g (außerdem Klinikpackungen: 515 g, 565 g, 1030 g, 1130 g, 2575 g, 2825 g, 5150 g, 5650 g)
Haltbarkeit 18 Monate (ungeöffnete Packung)
Lagerung In Originalverpackung aufbewahren
Fälschungsschutz Ja – die Packung trägt einen individuellen Code und einen Erstöffnungsschutz (securPharm), die Apotheke prüft die Echtheit
ATC-Klassifikation
  1. R Respirationstrakt
    1. R03 Mittel bei obstruktiven Atemwegserkrankungen
      1. R03A Inhalative Sympathomimetika
        1. R03AC Selektive Beta2-Adrenozeptoragonisten
          1. R03AC13 Formoterol
Referenzarzneimittel Generikum von Foradil P
Zulassung 59067.00.00, seit 29.11.2004, verlängert 23.02.2012; Verfahren der gegenseitigen Anerkennung (EU)
Pharmazeutischer Unternehmer Chiesi Farmaceutici S.p.A., 43122 PARMA, Italien
Hersteller (Freigabe) Chiesi Farmaceutici S.p.A., Chiesi Pharmaceuticals GmbH

Quelle: BfArM, Arzneimittel-Informationssystem AMIce (ENR 2159067), Datensatz vom 10.07.2026. Angaben ohne Gewähr – fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke.