Fachinformation - Buprenorphin Aristo 52,5 Mikrogramm/Stunde transdermales Pflaster
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Buprenorphin Aristo 35 Mikrogramm/Stunde transdermales Pflaster
Buprenorphin Aristo 52,5 Mikrogramm/Stunde transdermales Pflaster
Buprenorphin Aristo 70 Mikrogramm/Stunde transdermales Pflaster
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Buprenorphin Aristo 35 Mikrogramm/Stunde transdermales Pflaster
Ein transdermales Pflaster enthält: 20 mg Buprenorphin.
Wirkstoffhaltige Fläche: 25 cm2.
Nominale Abgaberate: 35 Mikrogramm Buprenorphin pro Stunde.
Buprenorphin Aristo 52,5 Mikrogramm/Stunde transdermales Pflaster
Ein transdermales Pflaster enthält: 30 mg Buprenorphin.
Wirkstoffhaltige Fläche: 37,5 cm2.
Nominale Abgaberate: 52,5 Mikrogramm Buprenorphin pro Stunde.
Buprenorphin Aristo 70 Mikrogramm/Stunde transdermales Pflaster
Ein transdermales Pflaster enthält: 40 mg Buprenorphin.
Wirkstoffhaltige Fläche: 50 cm2.
Nominale Abgaberate: 70 Mikrogramm Buprenorphin pro Stunde.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Transdermales Pflaster
Buprenorphin Aristo 35 Mikrogramm/Stunde transdermales Pflaster
Hautfarbenes, an den Ecken abgerundetes transdermales Pflaster mit einer Größe von 51,8 cm2 mit der Aufschrift: Buprenorphin 35 µg/h.
Buprenorphin Aristo 52,5 Mikrogramm/Stunde transdermales Pflaster
Hautfarbenes, an den Ecken abgerundetes transdermales Pflaster mit einer Größe von 69,8 cm2 mit der Aufschrift: Buprenorphin 52,5 µg/h.
Buprenorphin Aristo 70 Mikrogramm/Stunde transdermales Pflaster
Hautfarbenes, an den Ecken abgerundetes transdermales Pflaster mit einer Größe von 87,8 cm2 mit der Aufschrift: Buprenorphin 70 µg/h.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Mäßig starke bis starke Tumorschmerzen und starke Schmerzen bei ungenügender Wirksamkeit nicht opioider Schmerzmittel.
Buprenorphin Aristo ist für die Behandlung akuter Schmerzen nicht geeignet.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Dosierung
Patienten über 18 Jahren
Die Dosierung soll der Situation des einzelnen Patienten (Schmerzstärke, Leidensdruck, individuelle Reaktion) angepasst werden. Es ist jeweils die niedrigste ausreichend schmerzlindernde Dosierung an-zustreben. Für eine entsprechend adaptive Behandlung stehen drei Stärken des transdermalen Pflasters zur Verfügung: Buprenorphin Aristo 35 Mikrogramm/Stunde, Buprenorphin Aristo 52,5 Mikrogramm/Stunde und Buprenorphin Aristo 70 Mikrogramm/Stunde.
Wahl der Anfangsdosis
Bei Patienten ohne vorherige Anwendung von Analgetika soll die Behandlung mit der niedrigsten Stärke des transdermalen Pflasters (Buprenorphin Aristo 35 Mikrogramm/Stunde) begonnen werden. Bei Vorbehandlung mit einem Analgetikum der WHO-Stufe I (Nichtopioid) oder der WHO-Stufe II (schwach wirksames Opioid) soll ebenfalls zu Beginn Buprenorphin Aristo 35 Mikrogramm/Stunde gewählt werden. Gemäß den Empfehlungen der WHO kann abhängig von der medizinischen Gesamt-situation des Patienten die Einnahme eines Nichtopioid-Analgetikums beibehalten werden.
Bei Umstellung von einem Analgetikum der WHO-Stufe III (stark wirksames Opioid) auf Buprenor-phin Aristo empfiehlt es sich zur Minimierung einer Versorgungslücke, bei der Wahl der initialen Stärke des transdermalen Pflasters die Vorbehandlung nach Art des Wirkstoffs, Art der Anwendung und der durchschnittlichen Tagesdosierung zu berücksichtigen.
Allgemein ist es empfehlenswert, die Dosis individuell zu titrieren, indem mit der kleinsten Pflaster-stärke (Buprenorphin Aristo 35 Mikrogramm/Stunde) begonnen wird. Klinische Erfahrungen haben gezeigt, dass Patienten, die zuvor mit höheren Tagesdosen eines stark wirksamen Opioids behandelt wurden (in der Größenordnung von etwa 120 mg oral appliziertem Morphin), die Therapie auch mit der nächst höheren Pflasterstärke beginnen können (siehe auch Abschnitt 5.1).
Um die individuelle Dosisfindung innerhalb einer angemessenen Zeit zu ermöglichen, sollten während der Dosistitration geeignete schnell freisetzende Analgetika verfügbar gemacht werden.
Da die Buprenorphin-Konzentrationen im Serum sowohl bei nicht mit Analgetika vorbehandelten als auch bei derart vorbehandelten Patienten nach Applikation des ersten Buprenorphin Aristo transder-malen Pflasters langsam ansteigen, ist ein rascher Wirkungseintritt unwahrscheinlich. Eine erste Be-wertung der schmerzlindernden Wirkung sollte aus diesem Grund erst nach 24 Stunden erfolgen.
Das vorher angewendete Analgetikum (mit Ausnahme von transdermalen Opioiden) sollte nach Um-stellung auf Buprenorphin Aristo über die ersten 12 Stunden in unveränderter Dosierung gegeben wer-den und geeignete Zusatzmedikation in den folgenden 12 Stunden bedarfsorientiert.
Dosistitrierung und Erhaltungstherapie
Buprenorphin Aristo sollte spätestens nach 96 Stunden (4 Tagen) ersetzt werden. Zur Vereinfachung der Anwendung kann der Pflasterwechsel zweimal in der Woche an festen Zeitpunkten, z. B. jeden Montagmorgen und jeden Donnerstagabend, durchgeführt werden. Die Dosistitrierung sollte individu-ell durchgeführt werden, bis die analgetische Wirkung erreicht ist. Ist die Analgesie am Ende des ers-ten Applikationszeitraums unzureichend, kann die Dosis erhöht werden, entweder, indem mehr als ein transdermales Pflaster der gleichen Stärke appliziert wird, oder, indem zur nächsthöheren Pflaster-stärke übergegangen wird. Unabhängig von der Pflasterstärke sollten gleichzeitig nicht mehr als zwei transdermale Pflaster angewendet werden.
Vor Applikation der nächsthöheren Pflasterstärke von Buprenorphin Aristo sollte die Gesamtmenge an Opioiden, die ggf. zusätzlich zu dem bisherigen transdermalen Pflaster verabreicht wurde, bedacht werden. Das heißt, die Gesamtmenge an benötigten Opioiden muss bedacht und die Dosierung muss entsprechend angepasst werden. Patienten, die während der Erhaltungstherapie eine zusätzliche Anal-getikagabe benötigen (z. B. bei Schmerzspitzen), können alle 24 Stunden z. B. 0,2 mg - 0,4 mg Buprenorphin sublingual zusätzlich zu dem transdermalen Pflaster einnehmen. Bei regelmäßiger Not-wendigkeit von zusätzlich 0,4 mg bis 0,6 mg Buprenorphin sublingual sollte die nächsthöhere Pflaster-stärke eingesetzt werden.
Dauer der Anwendung
Buprenorphin Aristo sollte auf keinen Fall länger als therapeutisch unbedingt notwendig angewendet werden. Wenn entsprechend Art und Schwere der Erkrankung eine länger dauernde Schmerzbehand-lung mit Buprenorphin Aristo erforderlich ist, sollte sorgfältig und in regelmäßigen Abständen über-prüft werden (gegebenenfalls durch Einlegen von Anwendungspausen), ob und in welchem Umfang eine weitere Behandlung erforderlich ist.
Absetzen von Buprenorphin Aristo
Nach Entfernen von Buprenorphin Aristo fällt die Buprenorphin-Konzentration im Serum kontinuier-lich ab, wodurch die schmerzlindernde Wirkung noch über einen bestimmten Zeitraum erhalten bleibt. Dies muss bedacht werden, wenn nach Buprenorphin Aristo ein anderes Opioid angewendet werden soll. Allgemein gilt, dass ein nachfolgendes Opioid nicht innerhalb der nächsten 24 Stunden nach Ab-setzen von Buprenorphin Aristo angewendet werden darf. Derzeit liegen nur sehr wenige Informatio-nen über die Initialdosis eines anderen Opioids nach Absetzen von Buprenorphin vor.
Ältere Patienten
Bei älteren Patienten ist keine Dosisanpassung von Buprenorphin Aristo erforderlich.
Patienten unter 18 Jahren
Da Buprenorphin Aristo bei Patienten, die jünger als 18 Jahre sind, nicht untersucht wurde, wird eine Anwendung in dieser Altersgruppe nicht empfohlen.
Behandlungsziele und Absetzen der Behandlung
Vor Beginn der Behandlung mit Buprenorphin Aristo sollte eine Behandlungsstrategie, einschließlich Behandlungsdauer und Behandlungszielen sowie ein Plan für das Behandlungsende gemeinsam mit dem Patienten und in Übereinstimmung mit den Leitlinien zur Schmerztherapie vereinbart werden. Während der Behandlung sollte ein häufiger Kontakt zwischen Arzt und Patient stattfinden, um die Notwendigkeit einer Fortsetzung der Behandlung zu beurteilen, die Beendigung der Behandlung in Erwägung zu ziehen und die Dosis bei Bedarf anzupassen. Wenn ein Patient die Therapie mit Bupren-orphin Aristo nicht mehr benötigt, kann es ratsam sein, die Dosis schrittweise zu reduzieren, um Ent-zugserscheinungen zu vermeiden. Bei unzureichender Schmerzkontrolle sollte die Möglichkeit einer Hyperalgesie, einer Gewöhnung (Toleranz) und einer Progression der Grunderkrankung in Erwägung gezogen werden (siehe Abschnitt 4.4).
Art der Anwendung
Buprenorphin Aristo ist zur transdermalen Anwendung.
Buprenorphin Aristo soll auf nicht-gereizte, gereinigte, unbehaarte, flache Hautpartien und nicht auf Hautstellen mit größeren Narben aufgebracht werden. Vorzugsweise erfolgt die Applikation am Ober-körper: auf der oberen Rückenpartie beziehungsweise unterhalb des Schlüsselbeins auf der Brust. Eventuell vorhandene Haare sollen nicht rasiert, sondern mit einer Schere entfernt werden. Falls die Applikationsstelle gereinigt werden muss, soll dies mit Wasser geschehen. Dabei dürfen weder Seife noch andere Reinigungsmittel benutzt werden. Die Anwendung von Dermatika, die das Kleben von Buprenorphin Aristo auf der ausgewählten Hautstelle beeinträchtigen könnten, ist zu vermeiden.
Die Haut muss vor der Applikation vollkommen trocken sein. Buprenorphin Aristo soll unmittelbar nach Entnahme aus dem Beutel appliziert werden. Nach Entfernung der Schutzfolie wird das transder-male Pflaster mit der flachen Hand ca. 30 Sekunden fest auf die gewählte Hautstelle gepresst. Das Pflaster wird durch Baden, Duschen oder Schwimmen nicht beeinflusst.
Buprenorphin Aristo soll kontinuierlich bis zu 4 Tage getragen werden. Nachdem das vorangegangene transdermale Pflaster entfernt wurde, ist ein neues Buprenorphin Aristo Pflaster an einer anderen Stelle anzubringen. Bevor auf dieselbe Hautstelle wieder ein neues transdermales Pflaster appliziert wird, sollte mindestens 1 Woche vergangen sein.
Im unwahrscheinlichen Fall, dass sich das transdermale Pflaster vor dem nächsten Wechsel löst, darf dasselbe transdermale Pflaster nicht nochmals benutzt werden. Es ist umgehend ein neues Pflaster auf-zukleben.
4.3 Gegenanzeigen
- Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile
- opioidabhängige Patienten und zur Drogensubstitution
- Krankheitszustände, bei denen eine schwergradige Störung des Atemzentrums und der Atemfunk-tion vorliegt oder sich entwickeln kann
- Patienten, die MAO-Hemmer erhalten oder innerhalb der letzten 2 Wochen erhalten haben (siehe Abschnitt 4.5)
- Patienten mit Myasthenia gravis
- Patienten mit Delirium tremens
- Schwangerschaft (siehe Abschnitt 4.6)
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Buprenorphin Aristo darf nur unter besonderer Vorsicht angewendet werden bei Patienten mit akuter Alkoholintoxikation, zerebralen Anfallsleiden, Kopfverletzung, Schock, Bewusstseinsstörungen unbe-kannter Genese sowie bei erhöhtem Hirndruck ohne Möglichkeit der Beatmung.
Risiken einer gleichzeitigen Anwendung von sedierenden Arzneimitteln wie Benzodiazepine oder ver-wandte Arzneimittel:
Die gleichzeitige Anwendung von Buprenorphin Aristo und sedierenden Arzneimitteln, wie Benzodia-zepine oder verwandte Arzneimitteln, kann zu Sedierung, Atemdepression, Koma und Tod führen. Aufgrund dieser Risiken ist die gleichzeitige Verschreibung mit diesen sedierenden Arzneimitteln nur bei den Patienten angebracht, für die es keine alternativen Behandlungsmöglichkeiten gibt. Wenn den-noch eine gleichzeitige Verschreibung von Buprenorphin Aristo zusammen mit Sedativa für notwen-dig erachtet wird, sollte die niedrigste wirksame Dosis verwendet werden und die Behandlungsdauer sollte so kurz wie möglich sein.
Die Patienten sollten engmaschig auf Anzeichen und Symptome von Atemdepression und Sedierung überwacht werden. In diesem Zusammenhang wird dringend empfohlen, Patienten und ihre Bezugs-personen über diese Symptome zu informieren (siehe Abschnitt 4.5).
Buprenorphin verursacht gelegentlich eine Atemdepression. Bei Patienten mit eingeschränkter Atem-funktion beziehungsweise unter gleichzeitiger Behandlung mit Arzneimitteln, die auch eine Atemde-pression auslösen können, soll Buprenorphin Aristo nur daher mit Vorsicht angewendet werden.
Schlafbezogene Atmungsstörungen
Opioide können schlafbezogene Atmungsstörungen einschließlich zentraler Schlafapnoe und schlafbe-zogener Hypoxämie verursachen. Die Anwendung von Opioiden geht mit einer dosisabhängigen Erhö-hung des Risikos für eine zentrale Schlafapnoe einher. Bei Patienten mit zentraler Schlafapnoe sollte eine Verringerung der Opioidgesamtdosis in Betracht gezogen werden.
Serotoninsyndrom
Die gleichzeitige Anwendung von Buprenorphin Aristo mit anderen serotonergen Arzneimitteln wie MAO-Hemmern, selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (Selective Serotonin Re-Uptake In-hibitors, SSRI), Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmern (Serotonin Norepinephrine Re-
Uptake Inhibitors, SNRI) oder trizyklischen Antidepressiva kann zu einem Serotoninsyndrom, einer potenziell lebensbedrohlichen Erkrankung, führen (siehe Abschnitt 4.5).
Wenn eine gleichzeitige Behandlung mit anderen serotonergen Arzneimitteln klinisch angezeigt ist, wird eine sorgfältige Beobachtung des Patienten empfohlen, insbesondere bei Behandlungsbeginn und Dosiserhöhungen.
Die Symptome des Serotoninsyndroms umfassen unter anderem Veränderungen des Gemütszustandes, autonome Instabilität, neuromuskuläre Auffälligkeiten und/oder gastrointestinale Symptome.
Wenn ein Serotoninsyndrom vermutet wird, sind je nach der Schwere der Symptome eine Dosisverrin-gerung oder das Absetzen der Behandlung in Erwägung zu ziehen.
Toleranz und Opioidgebrauchsstörung (Missbrauch und Abhängigkeit)
Bei wiederholter Anwendung von Opioiden wie Buprenorphin Aristo können sich eine Toleranz, eine physische und psychische Abhängigkeit und eine Opioidgebrauchsstörung entwickeln. Die wieder-holte Anwendung von Buprenorphin Aristo kann zu einer Opioidgebrauchsstörung führen. Eine hö-here Dosis und längere Dauer der Opioidbehandlung können das Risiko erhöhen, eine Opioidge-brauchsstörung zu entwickeln. Durch Missbrauch oder absichtliche Falschanwendung von Buprenor-phin Aristo kann es zu einer Überdosierung und/oder zum Tod kommen. Das Risiko, eine Opioidge-brauchsstörung zu entwickeln, ist bei Patienten mit einer Substanzgebrauchsstörung (einschließlich Alkoholgebrauchsstörung) in der persönlichen oder familiären Vorgeschichte (Eltern oder Geschwis-ter), bei Rauchern oder bei Patienten mit anderen psychischen Erkrankungen in der persönlichen Vor-geschichte (z. B. Major Depression, Angststörungen und Persönlichkeitsstörungen) erhöht.
Vor Beginn der Behandlung mit Buprenorphin Aristo und während der Behandlung sollten die Be-handlungsziele und ein Plan für die Beendigung der Behandlung mit dem Patienten vereinbart werden (siehe Abschnitt 4.2). Vor und während der Behandlung sollte der Patient außerdem über die Risiken und Anzeichen einer Opioidgebrauchsstörung aufgeklärt werden. Den Patienten sollte geraten werden, sich bei Auftreten dieser Anzeichen mit ihrem Arzt in Verbindung zu setzen.
Die Patienten müssen auf Anzeichen eines Suchtverhaltens (drug-seeking behaviour) überwacht wer-den (z. B. zu frühe Anfrage nach Folgerezepten). Hierzu gehört auch die Überprüfung der gleichzeiti-gen Anwendung von Opioiden und Psychopharmaka (wie Benzodiazepinen). Bei Patienten mit Anzei-chen und Symptomen einer Opioidgebrauchsstörung sollte die Konsultation eines Suchtspezialisten in Betracht gezogen werden.
Nach einer Langzeitanwendung von Buprenorphin können Entzugssymptome, die einem Opiatentzug ähnlich sind, nicht völlig ausgeschlossen werden (siehe Abschnitt 4.8). Diese Symptomatik umfasst: Erregung, Angst, Nervosität, Schlaflosigkeit, Hyperkinesie, Zittern und gastrointestinale Beschwer-den.
Bei Patienten, die Opioide missbräuchlich anwenden, kann die Substitution mit Buprenorphin Ent-zugserscheinungen verhindern. Dies hat gelegentlich zu einem Buprenorphin-Missbrauch geführt. Bei Patienten mit Neigung zu Arzneimittel-/Drogenmissbrauch ist deshalb entsprechende Vorsicht gebo-ten.
Patienten mit Niereninsuffizienz
Da sich die Pharmakokinetik von Buprenorphin bei Nierenversagen nicht verändert, ist die Anwen-dung bei Niereninsuffizienz, einschließlich Dialysepatienten, möglich.
Patienten mit Leberinsuffizienz
Buprenorphin wird in der Leber metabolisiert. Die Intensität und Dauer seiner Wirkung kann bei Pati-enten mit Leberfunktionsstörungen verändert sein. Daher sollten solche Patienten bei Behandlung mit Buprenorphin einer sorgfältigen Kontrolle unterliegen.
Patienten mit Fieber/äußere Wärmeeinwirkung
Fieber und äußere Wärmeeinwirkung können zu einer erhöhten Hautpermeabilität führen.
Bei Anwendung von Buprenorphin Aristo können in solchen Situationen theoretisch die Buprenor-phin-Konzentrationen im Serum erhöht sein. Bei Patienten mit Fieber bzw. anderweitig verursachter erhöhter Hauttemperatur sollte deshalb bei Behandlung mit Buprenorphin Aristo auf evtl. verstärkte Opioidreaktionen geachtet werden.
Das transdermale Pflaster darf keiner starken Hitze ausgesetzt werden (z. B. Sauna, Infrarotbestrah-lung).
Die Anwendung von Buprenorphin Aristo kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen füh-ren.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Bei Gabe von MAO-Hemmstoffen innerhalb der letzten 14 Tage vor einer Gabe des Opioids Pethidin sind lebensbedrohliche Wechselwirkungen beobachtet worden, die das Zentralnervensystem sowie Atmungs- und Kreislauffunktion betrafen. Die gleichen Wechselwirkungen mit MAO-Hemmstoffen sind bei Buprenorphin nicht auszuschließen (siehe Abschnitt 4.3).
Sedativa wie Benzodiazepine oder verwandte Arzneimittel:
Die gleichzeitige Anwendung von Opioiden zusammen mit sedierenden Arzneimitteln wie Benzodia-zepine oder verwandte Arzneimittel erhöht das Risiko von Sedierung, Atemdepression, Koma und Tod aufgrund einer additiven ZNS-dämpfenden Wirkung. Die Dosis und Dauer der gleichzeitigen Anwen-dung sollten begrenzt werden (siehe Abschnitt 4.4).
Bei Anwendung von Buprenorphin zusammen mit anderen Opioiden, Anästhetika, Hypnotika, Seda-tiva, Antidepressiva, Neuroleptika und generell mit Arzneimitteln, die dämpfende Wirkungen auf At-mung und zentrales Nervensystem haben, kann es zur gegenseitigen Verstärkung von ZNS-Effekten kommen. Dies gilt auch für die Anwendung mit Alkohol.
Die gleichzeitige Anwendung von Buprenorphin Aristo und Gabapentinoiden (Gabapentin und Prega-balin) kann zu Atemdepression, Hypotonie, starker Sedierung, Koma oder Tod führen (siehe Ab-schnitt 4.4).
Die gleichzeitige Anwendung von Buprenorphin Aristo und Anticholinergika oder Arzneimitteln mit anticholinerger Wirkung (z. B. trizyklische Antidepressiva, Antihistaminika, Antipsychotika, Muskel-relaxantien, Antiparkinson-Arzneimitteln) kann zu verstärkten anticholinergen Nebenwirkungen füh-ren.
Buprenorphin Aristo sollte bei gleichzeitiger Verabreichung mit folgenden Arzneimitteln vorsichtig angewendet werden:
Serotonerge Arzneimittel wie MAO-Hemmer, selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (Selective Serotonin Re-Uptake Inhibitors, SSRI), Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (Serotonin Norepinephrine Re-Uptake Inhibitors, SNRI) oder trizyklische Antidepressiva, da das Risiko eines Se-rotoninsyndroms, einer potenziell lebensbedrohlichen Erkrankung, erhöht ist (siehe Abschnitt 4.4).
Bei Anwendung zusammen mit CYP-3A4-Inhibitoren kann die Wirksamkeit von Buprenorphin ver-stärkt werden (z. B. bestimmte Antiinfektiva/Antimykotika (z. B. mit dem Wirkstoff Erythromycin oder Ketoconazol) oder Arzneimittel gegen HIV (z. B. mit dem Wirkstoff Ritonavir)).
Bei Anwendung zusammen mit CYP-3A4-Induktoren kann die Wirksamkeit von Buprenorphin verrin-gert werden (z. B. Dexamethason, Arzneimittel zur Behandlung von Epilepsie (z. B. mit dem Wirk-stoff Carbamazepin oder Phenytoin) oder Arzneimittel zur Behandlung von Tuberkulose (z. B. Rifam-picin)).
Grapefruit-Saft kann die Wirkungen von Buprenorphin Aristo verstärken.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Schwangerschaft
Es liegen keine hinreichenden Daten für die Anwendung von Buprenorphin bei Schwangeren vor. Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3). Das po-tenzielle Risiko für den Menschen ist nicht bekannt.
Gegen Ende der Schwangerschaft können hohe Dosen von Buprenorphin, auch nach kurzer Anwen-dungsdauer, eine Atemdepression bei Neugeborenen induzieren. Die chronische Anwendung von Buprenorphin während der letzten drei Schwangerschaftsmonate kann bei Neugeborenen ein Entzugs-syndrom hervorrufen.
Daher ist die Anwendung von Buprenorphin während der Schwangerschaft kontraindiziert.
Stillzeit
Buprenorphin wird beim Menschen in die Muttermilch ausgeschieden.
Studien an Ratten haben gezeigt, dass Buprenorphin die Laktation hemmen kann. Buprenorphin sollte während der Stillzeit nicht angewendet werden.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
Buprenorphin hat einen großen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.
Buprenorphin kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen so weit beein-flussen, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschi-nen beeinträchtigt wird.
Dies trifft insbesondere zu Behandlungsbeginn, im Falle von Dosierungsänderungen sowie im Zusam-menwirken mit anderen zentral wirksamen Mitteln, einschließlich Alkohol, Beruhigungsmitteln, Seda-tiva und Hypnotika zu.
Patienten, die aus zuvor genannten Gründen Anzeichen zeigen (wie z. B. Schwindel, Müdigkeit, ver-schwommenes Sehen oder Doppelt-Sehen), sollten der Anwendung mit Buprenorphin während und bis zu 24 Stunden nach Entfernen des transdermalen Pflasters weder ein Fahrzeug führen noch Ma-schinen bedienen.
Treten die oben erwähnten Symptome nicht auf, so sind Patienten, deren Dosierung stabil eingestellt ist, nicht unbedingt in ihrer Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen einge-schränkt.
4.8 Nebenwirkungen
Die folgenden Nebenwirkungen wurden nach der Anwendung von Buprenorphin in klinischen Studien und im Rahmen der Überwachung nach Markteinführung berichtet.
Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeiten zugrunde gelegt:
Sehr häufig (≥ 1/10)
Häufig (≥ 1/100 bis < 1/10)
Gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100)
Selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000)
Sehr selten (≤ 1/10.000)
Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)
Die am häufigsten berichteten systemischen Nebenwirkungen waren Übelkeit und Erbrechen. Von lo-kalen Nebenwirkungen wurden am häufigsten Erytheme und Juckreiz gemeldet.
| Sehr häufig | Häufig | Gelegentlich | Selten | Sehr selten | Nicht be-kannt |
|---|---|---|---|---|---|
| Erkrankungen des Immunsystems | |||||
| Schwere aller-gische Reakti-onen | |||||
| Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen | |||||
| Appetitverlust | |||||
| Psychiatrische Erkrankungen | |||||
| Verwirrtheit, Schlafstörun-gen, Unruhe | Psychotomi-metische Ef-fekte (z. B. Halluzinatio-nen, Angstzu-stände, Alb-träume), Li-bidovermin-derung | Abhängigkeit, Stimmungs-schwankun-gen | |||
| Erkrankungen des Nervensystems | |||||
| Schwindel, Kopfschmer-zen | Sedierung, Somnolenz | Konzentrati-ons-störun-gen, Sprach-störung, Be-nommenheit, Gleichge-wichts-störun-gen, Parästhe-sien (z. B. Hautprickeln und bren-nende Hautir-ritationen) | Faszikuläre Muskel-zu-ckungen, Ge-schmacks-stö-rungen | ||
| Augenerkrankungen | |||||
| Sehstörungen, verschwom-menes Sehen, Lidödeme | Miosis | ||||
| Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths | |||||
| Ohrenschmer-zen | |||||
| Gefäßerkrankungen | |||||
| Beeinflussung der Kreislauf-regulation (wie Hypoto-nie oder in seltenen Fäl-len Kreislauf-Kollaps) | Hitzegefühl | ||||
| Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums | |||||
| Kurzatmigkeit | Atemdepres-sion | Hyperventila-tion, Schluck-auf | |||
| Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts | |||||
| Sehr häufig | Häufig | Gelegentlich | Selten | Sehr selten | Nicht be-kannt |
|---|---|---|---|---|---|
| Übelkeit | Erbrechen, Verstopfung | Mundtrocken-heit | Sodbrennen | Brechreiz | |
| Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes | |||||
| Erytheme, Juckreiz | Exantheme, Schwitzen | Ausschlag | Urtikaria | Pusteln, Bläs-chen | Kontaktder-matitis, Haut-verfärbung an der Anwen-dungsstelle |
| Erkrankungen der Nieren und Harnwege | |||||
| Harnverhal-tung, Mikti-ons-störungen | |||||
| Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse | |||||
| Erektions-schwäche | |||||
| Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort | |||||
| Ödeme, Müdigkeit | Abgeschla-genheit | Entzugs-er-scheinungen, Reaktionen am Verabrei-chungsort | Brustschmerz | ||
In einigen Fällen traten verzögert allergische Reaktionen mit deutlichen Entzündungszeichen auf. In diesen Fällen sollte die Behandlung mit Buprenorphin beendet werden.
Arzneimittelabhängigkeit
Die wiederholte Anwendung von Buprenorphin Aristo kann, auch in therapeutischen Dosen, zu einer Arzneimittelabhängigkeit führen. Das Risiko für eine Arzneimittelabhängigkeit kann je nach individu-ellen Risikofaktoren des Patienten, Dosierung und Dauer der Opioidbehandlung variieren (siehe Ab-schnitt 4.4).
Nach Langzeitanwendung von Buprenorphin können Entzugssymptome wie bei Opiatentzug nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Zur Symptomatik gehören Unruhe, Angst, Nervosität, Schlaflosig-keit, Hyperkinesie, Zittern und Magen-Darm-Störungen.
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Buprenorphin besitzt eine große therapeutische Breite. Da Buprenorphin kontrolliert in kleinen Men-gen in den Blutkreislauf abgegeben wird, ist es unwahrscheinlich, dass hohe bzw. toxische Buprenor-phin-Konzentrationen im Blut auftreten. Die maximale Buprenorphin-Konzentration im Serum nach Applikation eines Buprenorphin 70 Mikrogramm/Stunde transdermalen Pflasters ist um das 6-Fache niedriger als nach intravenöser Applikation der therapeutischen Dosis von 0,3 mg Buprenorphin.
Symptome
Grundsätzlich sind nach einer Überdosis Buprenorphin ähnliche Symptome, wie bei anderen zentral wirksamen Analgetika (Opioide) zu erwarten. Sie umfassen Atemdepression, Sedierung, Somnolenz, Übelkeit, Erbrechen, Kreislaufkollaps und ausgeprägte Miosis.
Behandlung
Es sind die allgemeinen Notfallmaßnahmen zu ergreifen. Die Atemwege sind freizuhalten (Aspira-tion!), Atmung und Kreislauf entsprechend den Symptomen aufrechtzuerhalten. Die Möglichkeiten, die durch Buprenorphin hervorgerufene Atemdepression durch Naloxon aufzuheben, sind begrenzt. Hierzu ist Naloxon in hohen Dosen als wiederholter Bolus oder als Infusion zu verabreichen (z. B. mit einem Bolus [intravenös] zu Beginn von 1 bis 2 mg. Nach Erreichen eines adäquaten antagonistischen Effekts ist die Anwendung einer Infusion nötig, um die Plasmaspiegel von Naloxon aufrechtzuerhal-ten). Eine ausreichende Ventilation muss daher sichergestellt werden.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Opioide, Oripavin-Derivate.
ATC-Code: N02AE01
Buprenorphin ist ein stark wirksames Opioid mit agonistischer Aktivität am µ Opioidrezeptor und an-tagonistischer Aktivität am κ-Opioidrezeptor. Die Eigenschaften von Buprenorphin scheinen ver-gleichbar mit denen von Morphin, die Substanz weist jedoch spezifische pharmakologische und klini-sche Besonderheiten auf.
Darüber hinaus muss der Einfluss zahlreicher Faktoren, wie z. B. Indikation, klinische Situation, Ap-plikationsweg und interindividuelle Variabilität, auf die analgetische Wirksamkeit bei einem Vergleich verschiedener Analgetika berücksichtigt werden.
In der täglichen klinischen Praxis werden unterschiedliche Opioide mittels einer relativen Potenz ein-geordnet, obwohl dies eine Vereinfachung darstellt.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Allgemeine Eigenschaften des Wirkstoffs
Die Bindung von Buprenorphin an Plasmaproteine beträgt etwa 96 %.
Buprenorphin wird in der Leber zu N-Dealkylbuprenorphin (Norbuprenorphin) und glukuronidierten Metaboliten verstoffwechselt. Zwei Drittel des Wirkstoffs werden unverändert mit den Fäzes ausge-schieden und ein Drittel als Konjugate von unverändertem oder dealkyliertem Buprenorphin über die Harnwege. Es gibt Hinweise auf eine enterohepatische Rezirkulation.
Eigenschaften von Buprenorphin bei gesunden Probanden
Nach Applikation von Buprenorphin transdermalem Pflaster wird Buprenorphin über die Haut aufge-nommen. Die kontinuierliche Abgabe von Buprenorphin in den Kreislauf erfolgt durch kontrollierte Freisetzung aus dem anhaftenden Polymer-Matrix-System.
Nach der ersten Applikation von Buprenorphin transdermalem Pflaster steigt die Buprenorphin-Kon-zentration im Plasma langsam an und erreicht die minimaleffektive Konzentration von 100 pg/ml nach 12 bis 24 Stunden. In Studien an Probanden mit Buprenorphin transdermalen Pflastern mit 35 Mikrogramm/Stunde wurde eine durchschnittliche maximale Konzentration Cmax von 200 bis 300 pg/ml und eine durchschnittliche tmax von 60 bis 80 Stunden ermittelt.
In einer weiteren Studie wurden Buprenorphin transdermale Pflaster mit 35 Mikrogramm/Stunde und Buprenorphin transdermale Pflaster mit 70 Mikrogramm/Stunde im Cross-over-Design untersucht. Diese Studie zeigte die Dosisproportionalität der beiden Wirkstärken.
Nach Entfernen der Buprenorphin transdermalem Pflaster fielen die Buprenorphin-Konzentrationen im Plasma kontinuierlich ab mit einer Halbwertszeit von etwa 30 Stunden (im Mittel 22 bis 36 Stunden). Die kontinuierliche Resorption von Buprenorphin aus dem Hautdepot führt zu einer langsameren Eli-mination als nach intravenöser Gabe.
Klebkraft
Klebkraft und Hautverträglichkeit von Buprenorphin 70 Mikrogramm/Stunde transdermalen Pflastern wurden in klinischen Studien im Cross-Over Design an gesunden Probanden untersucht. Klebkraft und Hautverträglichkeit waren über den Applikationszeitraum von 4 Tagen mit dem Referenzprodukt ver-gleichbar. Buprenorphin transdermale Pflaster wurden allgemein gut vertragen.
5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit
Die Standarduntersuchungen zur Toxikologie ergaben keine Hinweise auf ein besonderes Gefahrenpo-tenzial für den Menschen. In Studien mit wiederholter Gabe von Buprenorphin bei Ratten wurde eine reduzierte Körpergewichtszunahme beobachtet.
Studien zur Fertilität und allgemeinen Reproduktionsfähigkeit an Ratten zeigten keine nachteiligen Ef-fekte. Untersuchungen an Ratten und Kaninchen haben Hinweise auf Fetotoxizität und einen erhöhten Postimplantationsverlust ergeben.
Studien an Ratten haben ein vermindertes intrauterines Wachstum, Entwicklungsverzögerungen eini-ger neurologischer Funktionen und eine hohe peri- und postnatale Sterblichkeit der Neugeborenen nach Behandlung der Muttertiere während der Trächtigkeit beziehungsweise der Laktation ergeben. Es liegen Hinweise vor, dass Geburtsschwierigkeiten und eine reduzierte Milchproduktion zu diesen Ef-fekten beigetragen haben. Anzeichen für Embryotoxizität, einschließlich Teratogenität, gab es weder bei Ratten noch bei Kaninchen.
Untersuchungen an trächtigen und nicht trächtigen Ratten haben gezeigt, dass Buprenorphin sowohl die Blut-Hirn-Schranke als auch die Plazentaschranke passiert. Nach parenteraler Gabe waren die Konzentrationen im Gehirn (nur unverändertes Buprenorphin vorhanden) 2- bis 3-fach höher als nach oraler Gabe. Nach intramuskulärer beziehungsweise oraler Verabreichung kumulierte Buprenorphin offenbar im Gastrointestinallumen des Fetus - vermutlich aufgrund der biliären Ausscheidung, da der enterohepatische Kreislauf nicht voll entwickelt ist.
Untersuchungen in vitro und in vivo zum mutagenen Potenzial von Buprenorphin zeigten keine kli-nisch relevanten Effekte.
Langzeituntersuchungen an Ratte und Maus ergaben keine für den Menschen relevanten Hinweise auf ein karzinogenes Potenzial.
Die vorhandenen toxikologischen Daten wiesen nicht auf ein allergisierendes Potenzial der sonstigen Bestandteile der transdermalen Pflaster hin.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Selbstklebende Matrix (mit Buprenorphin):
Oleyloleat
Povidon K 90
4-Oxopentansäure
Poly[acrylsäure-co-butylacrylat-co-(2-ethylhexyl)acrylat-co-vinylacetat] (5:15:75:5)
Selbstklebende Matrix (ohne Buprenorphin):
Poly[acrylsäure-co-butylacrylat-co-(2-ethylhexyl)acrylat-co-vinylacetat] (5:15:75:5)
Trennfolie zwischen den beiden selbstklebenden Matrizes mit und ohne Buprenorphin:
Poly(ethylenterephthalat)
Trägerschicht:
Polyolefin-Schaum
Schutzfolie:
Poly(ethylenterephthalat), silikonisiert
Drucktinte
6.2 Inkompatibilitäten
Nicht zutreffend
6.3 Dauer der Haltbarkeit
30 Monate
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Art des Behältnisses
Versiegelte Beutel aus Verbundwerkstoff (Oberseite: Papier / Aluminium /Polethylen; Unterseite: Po-lyamid / Aluminium / Polethylen)
Packungsgrößen
Packungen mit 4, 5, 8, 10, 16 oder 20 einzeln eingesiegelten transdermalen Pflastern.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung
Größere Mengen Buprenophin verbleiben auch nach der Anwendung im transdermalen Pflaster.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu beseitigen.
7. INHABER DER ZULASSUNG
Aristo Pharma GmbH
Wallenroder Str. 8-10
13435 Berlin
Deutschland
Tel.: +49 30 71094-4200
Fax: +49 30 71094-4250
8. ZULASSUNGSNUMMERN
93896.00.00
93897.00.00
93898.00.00
9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 27.01.2016
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 30.03.2020
10. STAND DER INFORMATION
09/2024
11. VERKAUFSABGRENZUNG
Verschreibungspflichtig, Betäubungsmittel
