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Carbetocin Aguettant 100 Mikrogramm/ml, Injektionslösung in einer Fertigspritze – Fachinformation (SmPC) für Ärzte und Apotheker

Die Fachinformation richtet sich an Ärzte und Apotheker. Verständliche Hinweise für Patienten enthält der Beipackzettel: Einnahme, Nebenwirkungen, Andere Arzneimittel, Schwangerschaft und Stillzeit.

Aktualisiert:
Fakten
Status:
Verschreibungspflichtig
Stärke:
0.1 mg/ml
Wirkstoff:
ATC-Gruppe:
Ähnliche Arzneimittel:

Fachinformation - Carbetocin Aguettant 100 Mikrogramm/ml, Injektionslösung in einer Fertigspritze

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Carbetocin Aguettant 100 Mikrogramm/ml, Injektionslösung in einer Fertigspritze

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Jede Fertigspritze enthält 1 ml mit 100 Mikrogramm Carbetocin.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Injektionslösung, Fertigspritze

Klare, farblose wässrige Lösung mit einem pH-Wert von 3,0-4,5, partikelfrei.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Carbetocin Aguettant ist angezeigt zur Prävention von postpartalen Blutungen aufgrund von Uterusatonie.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Kaiserschnittentbindung unter Epidural- oder Spinalanästhesie:

Injektion von 1 ml Carbetocin Aguettant, das 100 Mikrogramm Carbetocin enthält. Verabreichung ausschließlich über intravenöse Injektion unter ärztlicher Aufsicht in einem Krankenhaus.

Vaginale Entbindung:

Injektion von 1 ml Carbetocin Aguettant, das 100 Mikrogramm Carbetocin enthält. Verabreichung über intravenöse Injektion oder intramuskuläre Injektion unter ärztlicher Aufsicht in einem Krankenhaus.

Art der Anwendung

Zur intravenösen oder intramuskulären Verabreichung.

Carbetocin darf erst nach der Entbindung verabreicht werden, und zwar so schnell wie möglich nach der Geburt, vorzugsweise vor der Ausstoßung der Plazenta.

Bei der intravenösen Verabreichung muss Carbetocin langsam, über den Zeitraum von 1 Minute verabreicht werden.

Carbetocin Aguettant ist nur zur einmaligen Anwendung bestimmt. Es darf keine weitere Dosis Carbetocin Aguettant verabreicht werden.

Kinder und Jugendliche

Es liegt keine relevante Nutzung von Carbetocin bei Kindern unter 12 Jahren vor.

Sicherheit und Wirksamkeit von Carbetocin bei Jugendlichen wurden noch nicht bestimmt.

Zurzeit vorliegende Daten werden in Abschnitt 5.1 beschrieben; eine Dosierungsempfehlung kann jedoch nicht gegeben werden.

4.3 Gegenanzeigen

  • Überempfindlichkeit gegen Carbetocin, Oxytocin oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile
  • während einer Schwangerschaft und Wehen vor der Geburt des Kindes
  • darf nicht zur Einleitung der Wehentätigkeit verwendet werden
  • Nieren- oder Lebererkrankungen
  • schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Epilepsie

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Carbetocin ist nur zur Anwendung in gut ausgestatteten Geburtshilfeabteilungen mit erfahrenem qualifiziertem Personal vorgesehen.

Carbetocin darf nicht vor der Geburt des Kindes verabreicht werden, da die uterotone Wirkung über mehrere Stunden anhält.

Dies steht in markantem Gegensatz zur schnellen Abnahme der Wirkung von Oxytocin nach Beendigung der Infusion.

Sollten die vaginalen oder uterinen Blutungen nach Verabreichung von Carbetocin anhalten, muss die Ursache festgestellt werden. Eventuelle Ursachen könnten Reste der Plazenta, perineale, vaginale und zervikale Risswunden, eine unzureichende Versorgung des Uterus oder Blutgerinnungsstörungen sein.

Carbetocin ist nur zur einmaligen intramuskulären oder intravenösen Anwendung bestimmt. Im Falle einer intravenösen Verabreichung muss es langsam, über einen Zeitraum von 1 Minute verabreicht werden. Bei fortgesetzter Uterushypotonie oder -atonie und den sich daraus ergebenden übermäßigen Blutungen sollte eine zusätzliche Behandlung mit einem anderen Uterotonikum in Betracht gezogen werden. Es gibt keine Daten über zusätzliche Dosen von Carbetocin, oder über die Anwendung von Carbetocin bei persistierender Uterusatonie nach Oxytocin-Gabe.

Tierstudien haben ergeben, dass Carbetocin einen antidiuretischen Effekt hat (Vasopressin-Aktivität: <0,025 I.E./Fertigspritze). Daher kann die Möglichkeit einer Hyponatriämie nicht ausgeschlossen werden, insbesondere bei Patientinnen, die große Volumina von Infusionslösungen erhalten. Frühe Anzeichen von Benommenheit, Apathie und Kopfschmerzen sollten beachtet werden, um Krämpfe und Koma zu verhindern.

Grundsätzlich sollte Carbetocin bei Vorliegen von Migräne, Asthma und kardiovaskulären Erkrankungen oder anderen Situationen, in denen eine schnelle Erhöhung des extrazellulären Wassers den ohnehin überlasteten Organismus gefährden kann, mit Vorsicht angewendet werden. Die Entscheidung, Carbetocin anzuwenden, sollte in diesen Fällen vom Arzt unter sorgfältiger Nutzen-Risiko-Analyse getroffen werden.

Es liegen keine Daten zur Anwendung von Carbetocin bei Patientinnen mit Eklampsie vor. Patientinnen mit Eklampsie und Präeklampsie müssen sorgfältig überwacht werden.

Es wurden keine Studien hinsichtlich Schwangerschaftsdiabetes durchgeführt.

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Dosis, d.h. es ist nahezu "natriumfrei".

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

In klinischen Studien wurde Carbetocin zusammen mit verschiedenen Analgetika, Spasmolytika und Mitteln zur epiduralen oder spinalen Anästhesie verabreicht. Es wurden keine Wechselwirkungen festgestellt. Es wurden keine Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen durchgeführt.

Da Carbetocin strukturell dem Oxytocin verwandt ist, können Wechselwirkungen, die mit Oxytocin assoziiert werden, auch bei Carbetocin nicht ausgeschlossen werden.

Wenn Oxytocin 3 - 4 Stunden nach der prophylaktischen Verabreichung eines Vasokonstriktors zusammen mit einer Kaudalanästhesie verabreicht wurde, wurde schwere Hypertonie beobachtet.

Bei der Kombination mit Ergot-Akaloiden wie Methylergometrin können Oxytocin und Carbetocin deren blutdrucksteigernde Wirkung verstärken. Bei der Anwendung von Methylergometrin oder Oxytocin nach der Gabe von Carbetocin besteht das Risiko einer kumulierten Wirkung.

Da festgestellt wurde, dass Prostaglandine die Wirkung von Oxytocin verstärken, kann erwartet werden, dass dies auch bei Carbetocin der Fall ist. Deshalb sollten Prostaglandine nicht gleichzeitig mit Carbetocin angewendet werden. Falls diese Substanzen trotzdem gleichzeitig verabreicht werden, muss die Patientin streng überwacht werden.

Einige Inhalations-Anästhetika wie Halothane und Cyclopropan können die blutdrucksenkende Wirkung verstärken und die Wirkung von Carbetocin auf den Uterus schwächen. Bei gleichzeitiger Anwendung von Oxytocin wurden Arrhythmien beobachtet.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Carbetocin ist in der Schwangerschaft kontraindiziert und darf nicht zur Einleitung der Wehentätigkeit verwendet werden (siehe Abschnitt 4.3).

Stillzeit

Während der klinischen Studien wurde kein signifikanter Einfluss auf das Einschießen der Muttermilch beobachtet. Bei stillenden Frauen wurden geringe Mengen von Carbetocin in der Muttermilch festgestellt (siehe Abschnitt 5.2). Die geringen Mengen Carbetocin, die nach einer einmaligen Gabe ins Kolostrum oder in die Muttermilch übergehen und vom Säugling aufgenommen werden, werden vermutlich durch Enzyme im Darm abgebaut.

Das Stillen muss nach der Anwendung von Carbetocin nicht eingeschränkt werden.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Nicht zutreffend.

4.8 Nebenwirkungen

Die Nebenwirkungen, die während klinischer Studien mit Carbetocin beobachtet wurden, waren in Häufigkeit und Schweregrad vergleichbar mit denen von Oxytocin.

Intravenöse Verabreichung* – Tabellarische Zusammenfassung der Nebenwirkungen

OrgansystemSehr häufig ≥1/10Häufig ≥1/100 und <1/10

Nicht bekannt

(kann auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abgeschätzt werden)

Erkrankungen des Blutes und des LymphsystemsAnämie
Erkrankungen des NervensystemsKopfschmerzen, TremorSchwindel
GefäßerkrankungenHypotonie, Hitzewallungen
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und MediastinumsSchmerzen im Brustkorb, Atemnot
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakt sNausea, BauchschmerzenMetallischer Geschmack, Erbrechen
Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgeweb esPruritus
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankung enRückenschmerzen
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am VerabreichungsortWärmegefühlSchüttelfrost, Schmerzen
HerzerkrankungenTachykardie, Bradykardie die zum Herzstillstand führen kann , Arrhythmie***, Myokardischämie*** und QT-Verlängerung***
Erkrankungen des ImmunsystemsÜberempfindlichkeit (einschließlich anaphylaktischer Reaktionen)

* Basierend auf Studien zu Kaiserschnitten

*** Mit Oxytocin angegeben (strukturell eng mit Carbetocin verwandt)

In klinischen Studien wurde vereinzelt von Schwitzen berichtet.

Intramuskuläre Verabreichung** – Tabellarische Zusammenfassung der Nebenwirkungen

Organsystem

Gelegentlich

≥1/1000 und <1/100

Selten

≥1/10000 and <1/1000

Nicht bekannt (kann auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abgeschätzt werden)
Erkrankungen des Blutes und des LymphsystemsAnämie
Erkrankungen des NervensystemsKopfschmerzen, SchwindelgefühlZittern
HerzerkrankungenTachykardieBradykardie***, Arrhythmie***, Myokardischämie*** und QT-Verlängerung***
GefäßerkrankungenHypotonieHitzewallungen
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und MediastinumsBrustschmerzenAtemnot
Erkrankungen des GastrointestinaltraktsÜbelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen
Erkrankungen der Haut und des UnterhautzellgewebesPruritus
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und KnochenerkrankungenRückenschmerzen, Muskelschwäche
Erkrankungen der Nieren und HarnwegeHarnverhalt
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am VerabreichungsortSchüttelfrost, Pyrexie, Schmerzen
Erkrankungen des ImmunsystemsÜberempfindlichkeit (einschließlich anaphylaktischer Reaktionen)

** Basierend auf Studien zu vaginaler Entbindung

*** Mit Oxytocin angegeben (strukturell eng mit Carbetocin verwandt)

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Überdosierung mit Carbetocin kann uterine Hyperaktivität hervorrufen. Die Ursache hierfür kann Überempfindlichkeit auf diesen Wirkstoff sein.

Überstimulierung mit starken (hypertonen) oder verlängerten (tetanischen) Kontraktionen aufgrund von Oxytocin-Überdosierung kann eine Uterusruptur oder Blutungen post partum hervorrufen.

Überdosierung mit Oxytocin kann in schweren Fällen zu Hyponatriämie und Wasserintoxikation führen, insbesondere bei gleichzeitiger exzessiver Flüssigkeitsaufnahme. Da Carbetocin ein Analogon von Oxytocin ist, kann ein ähnlicher Effekt nicht ausgeschlossen werden.

Bei Überdosierung von Carbetocin sollte eine symptomatische und unterstützende Behandlung erfolgen. Beim Auftreten von Anzeichen oder Symptomen einer Überdosierung sollte der Mutter Sauerstoff zugeführt werden. Im Falle einer Wasserintoxikation ist es wichtig, die Flüssigkeitsaufnahme einzuschränken, die Diurese anzuregen, die Elektrolyt-Störung zu korrigieren und eventuell auftretende Konvulsionen zu kontrollieren.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Oxytocin und Analoga,

ATC-Code: H01BB03

Wirkmechanismus

Die pharmakologischen und klinischen Eigenschaften von Carbetocin entsprechen denen eines langwirkenden Oxytocin-Agonisten.

Wie Oxytocin bindet Carbetocin selektiv an Oxytocin-Rezeptoren im glatten Uterusmuskel, stimuliert rhythmische Kontraktionen des Uterus, steigert die Frequenz bereits vorhandener Kontraktionen und erhöht den Tonus der Uterusmuskulatur.

Post partum kann Carbetocin Rate und Stärke der spontanen uterinen Kontraktionen steigern. Nach Verabreichung von Carbetocin beginnen die uterinen Kontraktionen rasch mit einer starken Kontraktion innerhalb von 2 Minuten.

Eine einmalige intravenöse oder intramuskuläre Dosis von 100 Mikrogramm Carbetocin nach der Geburt ist ausreichend, um adäquate uterine Kontraktionen zu erreichen, die Uterusatonie und übermäßige Blutungen verhindern. Dies ist vergleichbar mit einer Oxytocin-Infusion über mehrere Stunden.

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit

Die Wirksamkeit von Carbetocin bei der Prävention von Blutungen post partum aufgrund von Uterusatonie infolge einer Kaiserschnittgeburt wurde in einer randomisierten, aktiv kontrollierten, doppelblinden, Double-Dummy Parallelgruppenstudie zur Feststellung der Wirksamkeit und Sicherheit von Carbetocin im Vergleich zu Oxytocin 25 I.E. festgestellt. 659 gesunde, schwangere Frauen mit einem geplanten Kaiserschnitt unter Epiduralanästhesie bekamen entweder Carbetocin 100 µg/ml als i.v. Bolusdosis oder Oxytocin 25 I.E. als 8-stündige i.v. Infusion verabreicht.

Die Ergebnisse der Analyse des primären Endpunktes, der Bedarf einer zusätzlichen oxytozischen Intervention, zeigten, dass eine zusätzliche oxytozische Intervention bei 15 (5 %) der Studienteilnehmerinnen erforderlich war, die Carbetocin 100 µg i.v. erhielten, verglichen mit 32 (10 %) der Studienteilnehmerinnen in der Oxytocin 25 I.E.-Gruppe (p=0,031).

Die Wirksamkeit von Carbetocin bei der Prävention von Blutungen post partum infolge einer vaginalen Entbindung wurde in einer randomisierten, aktiv kontrollierten, doppelblinden Studie festgestellt. Insgesamt wurden 29.645 Studienteilnehmerinnen randomisiert, um eine einzelne intramuskuläre Dosis von entweder Carbetocin 100 µg oder Oxytocin 10 I.E. verabreicht zu bekommen. Für den primären Endpunkt eines Blutverlusts von ≥500 ml oder der Anwendung zusätzlicher Uterotonika wurden in beiden Behandlungsgruppen ähnliche Werte erzielt (Carbetocin: 2.135 Studienteilnehmerinnen, 14,47 %; Oxytocin: 2.122 Studienteilnehmerinnen, 14,38 %; relatives Risiko [RR] 1,01; 95 % CI: 0,95 bis 1,06), wodurch die Nicht-Unterlegenheit von Carbetocin im Vergleich zu Oxytocin im Hinblick auf den primären Endpunkt belegt wird.

Kinder und Jugendliche

Bei der klinischen Entwicklung von Carbetocin zur Prävention von Blutungen post partum infolge einer vaginalen Entbindung wurde 151 Frauen im Alter zwischen 12 und 18 Jahren Carbetocin in der empfohlenen Dosis von 100 µg verabreicht und 162 wurde Oxytocin 10 I.E. verabreicht. Die Wirksamkeit und Sicherheit war in beiden Behandlungsgruppen bei diesen Patientinnen ähnlich.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Die Pharmakokinetik von Carbetocin wurde bei gesunden weiblichen Studienteilnehmerinnen untersucht. Nach intravenöser Verabreichung weist Carbetocin eine biphasische Elimination mit linearer Pharmakokinetik im Dosisbereich von 400 bis 800 Mikrogramm auf. Die mediane terminale Eliminationshalbwertzeit ist 33 Minuten nach intravenöser Verabreichung und 55 Minuten nach intramuskulärer Verabreichung. Nach intramuskulärer Verabreichung werden Spitzenkonzentrationen nach 30 Minuten erreicht, und die mittlere Bioverfügbarkeit beträgt 77 %. Das mittlere Verteilungsvolumen bei Pseudogleichgewicht (Vz) beträgt 22 l. Die renale Clearance der unveränderten Form ist niedrig; <1 % der injizierten Dosis werden unverändert von den Nieren ausgeschieden.

Nach intramuskulärer Verabreichung von 70 µg Carbetocin an 5 gesunde, stillende Mütter waren Carbetocin-Konzentrationen in Milchproben nachweisbar. Die mittleren Höchstkonzentrationen in der Milch lagen nach 120 Minuten unter 20 pg/ml, was einem in etwa 56-mal niedrigeren Wert entspricht als jenem im Plasma.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter Gabe, und Genotoxizität lassen die präklinischen Daten keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen. Eine Studie zur Reproduktionstoxizität an Ratten mit täglichen Injektionen von der Geburt bis zum 21. Tag der Laktation zeigte eine reduzierte Gewichtszunahme bei den Nachkommen. Andere toxische Wirkungen wurden nicht beobachtet. Aufgrund der Indikation waren Fertilitäts- und Embryotoxizitätsstudien nicht erforderlich.

Karzinogenitätsstudien mit Carbetocin wurden aufgrund der indikationsbedingten, einmaligen Gabe nicht durchgeführt.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Natriumchlorid

Essigsäure zur pH-Einstellung

Wasser für Injektionszwecke.

6.2 Inkompatibilitäten

Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

4 Jahre

Nach Anbruch der Spritze muss die Lösung sofort verwendet werden.

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Im Kühlschrank lagern (2 - 8 °C).

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

1 ml Injektionslösung in einer Fertigspritze (Typ-I-Glas) mit einem Kolben und einer Kappenspitze (Elastomer) ohne Kanüle in Packungen zu je 5 Fertigspritzen.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Carbetocin Aguettant ist nur zur intravenösen und intramuskulären Anwendung bestimmt.

Die Lösung muss vor der Anwendung visuell kontrolliert werden. Es dürfen nur klare, partikelfreie Lösungen in einem unbeschädigten Behältnis verwendet werden.

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu beseitigen.

7. INHABER DER ZULASSUNG

Laboratoire AGUETTANT

1, rue Alexander Fleming

69007 Lyon

FRANKREICH

Mitvertrieb:

AGUETTANT Deutschland GmbH

Hans-Böckler-Str. 24

40764 Langenfeld

DEUTSCHLAND

8. ZULASSUNGSNUMMER

91044.00.00

9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG

  1. 25. November 2014

10. STAND DER INFORMATION

Juni 2023

11. VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

Über dieses Dokument

Quelle: BfArM – Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (AMIce) · Zulassungsnummer: 91044.00.00 · ENR 2191044

Stand der Information laut Text: 06/2023

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Die Informationen auf dieser Website ersetzen nicht den Rat eines Arztes oder Apothekers.

Fakten zu Carbetocin Aguettant 100 Mikrogramm/ml, Injektionslösung in einer Fertigspritze

Rezeptpflicht
Verschreibungspflichtig?
  • Sie erhalten das Arzneimittel nur mit einem ärztlichen Rezept in der Apotheke.
  • Rechtsgrundlage laut BfArM: verschreibungspflichtig gemäß § 48(1),(2)2 AMG.
Wirkstoff Carbetocin 0.1 mg/ml
Darreichungsform Injektion
Art der Anwendung Intravenöse Anwendung
Sonstige Bestandteile Natriumchlorid, Essigsäure x%, Wasser für Injektionszwecke
Packungsgrößen Originalpackung, in der EU zugelassen 5 ml, 5 ml
Haltbarkeit 4 Jahre (ungeöffnete Packung)
Fälschungsschutz Ja – die Packung trägt einen individuellen Code und einen Erstöffnungsschutz (securPharm), die Apotheke prüft die Echtheit
ATC-Klassifikation
  1. H Systemische Hormonpräparate, exkl. Sexualhormone und Insuline
    1. H01 Hypophysen- und Hypothalamushormone und Analoga
      1. H01B Hypophysenhinterlappenhormone
        1. H01BB Oxytocin und Analoga
          1. H01BB03 Carbetocin
Referenzarzneimittel Generikum von PABAL 100 Mikrogramm/ml Injektionslösung
Zulassung 91044.00.00, seit 05.12.2014, verlängert 06.03.2019; dezentrales Verfahren (mehrere EU-Staaten)
Pharmazeutischer Unternehmer Laboratoire Aguettant, 69007 LYON, Frankreich
Hersteller (Freigabe) GP-Pharm S.A. (BS 1)
Risikoverfahren
1 Verfahren zur Arzneimittelsicherheit+
  • AM mit Wirkstoff Carbetocin
Frühere Namen CRINESAL 100 Mikrogramm/ml Injektionslösung, Fertigspritze (ab 25.11.2014)
PZN 14169062

Quelle: BfArM, Arzneimittel-Informationssystem AMIce (ENR 2191044), Datensatz vom 07.10.2026. Angaben ohne Gewähr – fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke.