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Cefepim PANPHARMA 1 g Pulver zur Herstellung einer Injektions- bzw. Infusionslösung – Fachinformation (SmPC) für Ärzte und Apotheker

Die Fachinformation richtet sich an Ärzte und Apotheker. Verständliche Hinweise für Patienten enthält der Beipackzettel: Einnahme, Nebenwirkungen, Andere Arzneimittel, Schwangerschaft und Stillzeit.

Aktualisiert:
Fakten
Status:
Verschreibungspflichtig
Stärke:
1 g
Wirkstoff:
ATC-Gruppe:

Fachinformation - Cefepim PANPHARMA 1 g Pulver zur Herstellung einer Injektions- bzw. Infusionslösung

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Cefepim PANPHARMA 1 g Pulver zur Herstellung einer Injektions- bzw. Infusionslösung

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

1 Durchstechflasche enthält 1,0 g Cefepim als Cefepimdihydrochlorid-Monohydrat.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Pulver zur Herstellung einer Injektions- bzw. Infusionslösung

Weißes bis blassgelbes wasserlösliches Pulver.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Erwachsene

Für die Behandlung von Infektionen, die durch Cefepim-empfindliche Erreger verursacht werden:

  • schwere Lungenentzündung;
  • komplizierte Harnwegsinfektionen;
  • Infektionen des Bauchraumes einschließlich Bauchfellentzündung (Peritonitis), falls erforderlich in Kombination mit einem weiteren Antibiotikum;
  • Infektionen der Gallenblase und Gallenwege;
  • empirische Behandlung von febrilen Episoden bei Patienten mit mittelschwerer (neutrophile Granulozyten ≤ 1000/mm3) bzw. schwerer (neutrophile Granulozyten ≤ 500/mm3) Neutropenie. Bei Patienten mit hohem Risiko für eine schwere Infektion (z. B. Patienten mit kürzlich erfolgter Knochenmarktransplantation, mit niedrigem Blutdruck, mit zugrunde liegender hämatologischer Malignität oder schwerer oder lang anhaltender Neutropenie) kann eine antimikrobielle Monotherapie ungeeignet sein. Die Datenlage für die Wirksamkeit einer Cefepim-Monotherapie ist bei solchen Patienten unzureichend. Eine Kombinationstherapie mit einem Antibiotikum aus der Gruppe der Aminoglykoside oder der Glykopeptide ist unter Berücksichtigung des individuellen Risikoprofils des Patienten gegebenenfalls zu empfehlen.
  • Behandlung von Patienten mit Bakteriämie, die im Zusammenhang mit einer der oben aufgeführten Infektionen auftritt oder wenn ein entsprechender Zusammenhang vermutet wird (Septikämie).

Kinder

Für die Behandlung von Infektionen, die durch Cefepim-empfindliche Erreger verursacht werden:

  • schwere Lungenentzündung;
  • komplizierte Harnwegsinfektionen;
  • bakterielle Hirnhautentzündung (Meningitis);
  • empirische Behandlung von febrilen Episoden bei Patienten mit mittelschwerer (neutrophile Granulozyten ≤ 1000/mm3) bzw. schwerer (neutrophile Granulozyten ≤ 500/mm3) Neutropenie. Bei Patienten mit hohem Risiko für eine schwere Infektion (z. B. Patienten mit kürzlich erfolgter Knochenmarktransplantation, mit niedrigem Blutdruck, mit zugrunde liegender hämatologischer Malignität oder schwerer oder lang anhaltender Neutropenie) kann eine antimikrobielle Monotherapie ungeeignet sein. Die Datenlage für die Wirksamkeit einer Cefepim-Monotherapie ist bei solchen Patienten unzureichend. Eine Kombinationstherapie mit einem Antibiotikum aus

    • der Gruppe der Aminoglykoside oder der Glykopeptide ist unter Berücksichtigung des individuellen Risikoprofils des Patienten gegebenenfalls zu empfehlen.
  • Behandlung von Patienten mit Bakteriämie, die im Zusammenhang mit einer der oben aufgeführten Infektionen auftritt oder wenn ein entsprechender Zusammenhang vermutet wird (Septikämie).

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Cefepim PANPHARMA wird nach Auflösung intravenös verabreicht und kann entweder als langsame Injektion über 3 – 5 Minuten oder als Kurzzeitinfusion über einen Zeitraum von etwa 30 Minuten verabreicht werden.

Die Dosierung variiert in Abhängigkeit von der Empfindlichkeit der Erreger, der Schwere der Infektion, der Nierenfunktion und vom Allgemeinzustand des Patienten.

Dosierung bei Patienten mit normaler Nierenfunktion

Erwachsene und Jugendliche mit einem Körpergewicht von 40 kg oder mehr (ca. 12 Jahre)

Einzeldosis Cefepim und Dosierungsintervall

Schwere Infektionen:

  • Sepsis
  • Lungenentzündung
  • komplizierte Infektionen der Nieren und der Harnwege
  • Infektionen der Gallenblase und Gallenwege

Sehr schwere Infektionen:

  • Infektionen des Bauchraumes einschließlich Peritonitis
  • empirische Behandlung febriler Episoden bei Neutropenie
2,0 g i.v. alle 12 Stunden2,0 g i.v. alle 8 Stunden

Behandlungsdauer

Die übliche Behandlungsdauer beträgt 7 - 10 Tage. Im Allgemeinen sollte Cefepim PANPHARMA nicht kürzer als 7 Tage oder länger als 14 Tage pro Behandlung angewendet werden.

Bei der empirischen Behandlung der febrilen Neutropenie beträgt die übliche Behandlungsdauer 7 Tage oder solange, bis die Neutropenie zurückgegangen ist.

Kinder von 1 Monat bis zu 40 kg Körpergewicht (ca. 12 Jahre)

Einzeldosis Cefepim (mg/kg Körpergewicht)/Dosierungsintervall/Dauer der Behandlung

Schwere Infektionen:

  • Lungenentzündung
  • komplizierte Infektionen der Nieren und der Harnwege

Sehr schwere Infektionen:

  • Sepsis
  • bakterielle Hirnhautentzündung (Meningitis)
  • empirische Behandlung febriler Episoden bei Neutropenie
Kinder von 2 Monaten bis zu 40 kg Körpergewicht

50 mg/kg Körpergewicht alle 12 Stunden

Schwere Infektionen:

50 mg/kg Körpergewicht alle 8 Stunden

Dauer: 10 Tage

50 mg/kg Körpergewicht alle 8 Stunden

Dauer: 7 - 10 Tage

Kleinkinder ab

1 bis 2 Monaten

30 mg/kg Körpergewicht alle 12 Stunden30 mg/kg Körpergewicht alle 8 Stunden

Schwere Infektionen:

30 mg/kg Körpergewicht alle 8 Stunden

Dauer: 10 Tage

Dauer: 7 - 10 Tage

Die Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit bei Kindern unter 2 Monaten sind begrenzt, wobei diese Erfahrungen mit einer Dosierung von 50 mg/kg Körpergewicht gewonnen wurden. Jedoch lässt sich aus den pharmakologischen Daten bei Patienten über 2 Monaten ableiten, dass eine Dosierung von 30 mg/kg Körpergewicht alle 12 oder 8 Stunden für Kinder im Alter von 1 - 2 Monaten ausreichend ist. Kinder dieses Alters sollten während der Verabreichung sorgfältig überwacht werden.

Für Kinder mit einem Körpergewicht von mehr als 40 kg gilt die empfohlene Dosierung für Erwachsene (siehe Tabelle). Bei Jugendlichen über 12 Jahren mit einem Körpergewicht unter 40 kg sollen die Dosierungsempfehlungen für jüngere Patienten mit einem Körpergewicht von 40 kg angewendet werden. Die Dosierung bei Kindern darf die Maximaldosis für Erwachsene (2,0 g alle 8 Stunden) nicht übersteigen.

Dosierung bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

Erwachsene und Jugendliche mit einem Körpergewicht von 40 kg oder mehr (ca. 12 Jahre)

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion muss eine Dosisanpassung erfolgen, um die langsamere Ausscheidung durch die Niere auszugleichen. Die erste Dosis für Patienten mit leicht bis mäßig eingeschränkter Nierenfunktion ist die gleiche wie für Patienten mit normaler Nierenfunktion, also 2,0 g Cefepim.

In der folgenden Tabelle ist die daran anschließende Dosierung (Erhaltungsdosierung) angegeben:

Empfohlene Erhaltungsdosis:

Einzeldosis Cefepim und Dosierungsintervall

Kreatinin-Clearance

(ml/min)

Schwere Infektionen:

  • Sepsis
  • Lungenentzündung
  • komplizierte Infektionen der Nieren und der Harnwege
  • Infektionen der Gallenblase und Gallenwege

Sehr schwere Infektionen:

  • Infektionen des Bauchraumes einschließlich Peritonitis
  • empirische Behandlung febriler Episoden bei Neutropenie
> 50

2,0 g alle 12 Stunden

(keine Dosisanpassung erforderlich)

2,0 g alle 8 Stunden

(keine Dosisanpassung erforderlich)

30 – 502,0 g alle 24 Stunden2,0 g alle 12 Stunden
11 – 291,0 g alle 24 Stunden2,0 g alle 24 Stunden
≤ 100,5 g alle 24 Stunden1,0 g alle 24 Stunden

Dialyse-Patienten

Bei Hämodialyse sind ca. 68 % der im Körper befindlichen Cefepim-Gesamtmenge nach Dialyse über 3 Stunden ausgeschieden.

Einige pharmakokinetische Modelle weisen darauf hin, dass bei Hämodialyse-Patienten eine Dosisreduktion notwendig ist. Die folgenden Dosierungen werden empfohlen:

  • 1,0 g Cefepim am ersten Behandlungstag, an den folgenden Tagen jeweils 0,5 g Cefepim/Tag bei allen Infektionen außer febriler Neutropenie. In diesem Fall beträgt die Dosierung 1,0 g/Tag.

Cefepim sollte möglichst jeden Tag zur gleichen Zeit gegeben werden und muss an den Dialysetagen nach Beendigung der Dialyse verabreicht werden.

Bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen, die eine kontinuierliche Peritonealdialyse erhalten, wird folgende Dosierung empfohlen:

  • 1,0 g Cefepim alle 48 Stunden bei schweren Infektionen (Sepsis, Pneumonie, komplizierte Infektionen der Harnwege, Infektionen der Gallenwege);
  • 2,0 g Cefepim alle 48 Stunden bei sehr schweren Infektionen (Infektionen des Bauchraumes einschließlich Peritonitis, empirische Behandlung von febriler Neutropenie).

Kinder ab 1 Monat bis zu 40 kg Körpergewicht (ca. 12 Jahre)

Eine Dosis von 50 mg/kg Körpergewicht bei Kindern von 2 Monaten bis 12 Jahren oder eine Dosis von 30 mg/kg Körpergewicht bei Kindern von 1 – 2 Monaten, entsprechen einer Dosis von 2,0 g bei Erwachsenen. Deshalb wird bei Kindern die gleiche Verlängerung des Dosierungsintervalls und/oder Reduzierung der Dosis empfohlen wie bei Erwachsenen, entsprechend den folgenden Tabellen.

Kinder ab 2 Monaten bis zu 40 kg Körpergewicht (ca. 12 Jahre)

Einzeldosis Cefepim (mg/kg Körpergewicht)/Dosierungsintervall

Kreatinin-Clearance

(ml/min)

Schwere Infektionen:

  • Lungenentzündung
  • komplizierte Infektionen der Nieren und der Harnwege

Sehr schwere Infektionen:

  • Sepsis
  • bakterielle Hirnhautentzündung (Meningitis)
  • empirische Behandlung febriler Episoden bei Neutropenie
> 50

50 mg/kg Körpergewicht alle 12 Stunden

(keine Anpassung der Dosierung erforderlich)

50 mg/kg Körpergewicht alle 8 Stunden

(keine Anpassung der Dosierung erforderlich)

30 – 5050 mg/kg Körpergewicht alle 24 Stunden50 mg/kg Körpergewicht alle 12 Stunden
11 – 2925 mg/kg Körpergewicht alle 24 Stunden50 mg/kg Körpergewicht alle 24 Stunden
≤ 1012,5 mg/kg Körpergewicht alle 24 Stunden25 mg/kg Körpergewicht alle 24 Stunden

Säuglinge im Alter von 1-2 Monaten:

Einzeldosis Cefepim (mg/kg Körpergewicht)/Dosierungsintervall

Kreatinin-Clearance

(ml/min)

Schwere Infektionen:

  • Lungenentzündung
  • komplizierte Infektionen der Nieren und der Harnwege

Sehr schwere Infektionen:

  • Sepsis
  • bakterielle Hirnhautentzündung (Meningitis)
  • empirische Behandlung febriler Episoden bei Neutropenie
> 50

30 mg/kg Körpergewicht alle 12 Stunden

(keine Anpassung der Dosierung erforderlich)

30 mg/kg Körpergewicht alle 8 Stunden

(keine Anpassung der Dosierung erforderlich)

30 – 5030 mg/kg Körpergewicht alle 24 Stunden30 mg/kg Körpergewicht alle 12 Stunden
11 – 2915 mg/kg Körpergewicht alle 24 Stunden30 mg/kg Körpergewicht alle 24 Stunden
≤ 107,5 mg/kg Körpergewicht alle 24 Stunden15 mg/kg Körpergewicht alle 24 Stunden

Leberfunktionsstörungen:

Bei Patienten mit Leberfunktionsstörung ist keine Dosisanpassung erforderlich (siehe Abschnitt 5.2).

Ältere Patienten

Bei älteren Patienten sollte die Wahl der Dosierung mit Sorgfalt und entsprechend der Nierenfunktion erfolgen, da die Wahrscheinlichkeit höher ist, dass sie eine Nierenerkrankung entwickeln (siehe Abschnitt 4.4).

Art der Anwendung

Aus mikrobiologischer Sicht sollte das Arzneimittel sofort verwendet werden. Siehe Abschnitt 6.6 für die Vorbereitung der gebrauchsfertigen Lösung.

Diese Lösungen können unmittelbar als langsame i.v. Injektion (3 - 5 Minuten) über eine Spritze oder einen Infusionsschlauch verabreicht werden.

Es ist auch möglich die Lösung mit einer der in Abschnitt 6.6. genannten Infusionslösungen zu mischen und als Kurzinfusion über einen Zeitraum von etwa 30 Minuten zu verabreichen.

Cefepim darf nicht mit anderen Arzneimitteln oder Lösungen als den unter Abschnitt 6.6 a) und b) angegebenen gemischt werden.

Die gleichzeitige intravenöse Gabe von Cefepim mit Antibiotika ist möglich, aber diese dürfen nicht zusammen mit Cefepim oder über denselben intravenösen Zugang (siehe Abschnitt 6.2) verabreicht werden.

4.3 Gegenanzeigen

Cefepim ist kontraindiziert bei Patienten mit bekannter Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile, andere Cephalosporin-Antibiotika und Beta-Lactam-Antibiotika (z. B. Penicilline, Monobactame und Carbapeneme).

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Überempfindlichkeitsreaktionen

Wie bei allen Betalaktam-Antibiotika wurden schwere und manchmal tödlich verlaufende Überempfindlichkeitsreaktionen berichtet.

Vor Beginn einer Therapie mit Cefepim muss die Vorgeschichte des Patienten sorgfältig auf schwere Überempfindlichkeitsreaktionen gegen Cefepim, andere Betalaktam-Antibiotika oder andere Arzneimittel überprüft werden.

Cefepim sollte bei Patienten mit einer Krankheitsgeschichte mit Asthma oder allergischer Diathesie mit Vorsicht verabreicht werden. Der Patient muss während der ersten Anwendung sorgfältig überwacht werden. Wenn eine allergische Reaktion auftritt, muss die Behandlung unverzüglich beendet werden.

Schwere Überempfindlichkeitsreaktionen erfordern die Gabe von Epinephrin und die Einleitung anderer unterstützender Maßnahmen.

Antibakterielle Wirkung von Cefepim

Aufgrund des relativ begrenzten antibakteriellen Wirkungsspektrums von Cefepim ist es zur Behandlung bestimmter Arten von Infektionen nicht geeignet, es sei denn, der Erreger ist bereits dokumentiert und als empfindlich bekannt oder es besteht ein besteht ein starker Grund zur Annahme dass die wahrscheinlichsten Erreger für die Behandlung mit Cefepim geeignet sind (siehe Abschnitt 5.1).

Nierenfunktionsstörungen

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion, (Kreatinin clearance <50ml/min) oder anderen Erkrankungen, die die Nierenfunktion beeinträchtigen können, muss die Dosis von Cefepimangepasst werden, um die reduzierte renale Eliminationsrate zu kompensieren. Da bei Patienten mit Niereninsuffizienz oder anderen Erkrankungen, die die Nierenfunktion beeinträchtigen können, mit herkömmlicher Dosierung hohe und länger anhaltande antibiotische Serumkonzentrationen auftreten können, ist die Erhaltungsdosis von Cefepim bei diesen Patienten zu verringern. Die fortzusetzende Dosis richtet sich nach dem Ausmaß der Nierenfunktionsstörung, der Schwere der Infektion und der Empfindlichkeit der ursächlichen Erreger (siehe Abschnitte 4.2 und 5.2).

Nach Markteinführung wurde von schweren Nebenwirkungen einschließlich reversibler Enzephalopathie (Bewusstseinsstörung mit Verwirrung, Halluzinationen, Stupor und Koma), Myoklonus, Krampfanfällen (einschließlich nicht-konvulsiver Status epilepticus) und/oder Nierenversagen (siehe Abschnitt 4.8) berichtet.

In den meisten Fällen waren Patienten mit Nierenfunktionsstörung betroffen, die Cefepim in höheren Dosierungen als empfohlenen erhalten hatten.

Die Symptome einer Neurotoxizität bildeten sich im Allgemeinen nach Absetzen der

Therapie und/oder nach einer Hämodialyse zurück, es traten jedoch auch Fälle mit letalem

Ausgang auf.

Clostridium-difficile-assoziierte Diarrhoe

Im Zusammenhang mit dem Einsatz von nahezu allen Antibiotika, einschließlich Cefepim, ist von Clostridium difficile assoziierter Diarrhoe (CDAD) berichtet worden, welche hinsichtlich des Schweregrads von leichter Diarrhoe bis zur tödlich verlaufenden Colitis reichen kann. An CDAD ist bei allen Patienten zu denken, die sich mit Diarrhoe nach der Anwendung von Antibiotika vorstellen. Eine sorgfältige Anamnese ist notwendig, da vom Auftreten von CDAD zwei Monate nach der Anwendung von Antibiotika berichtet wurde. Wenn eine CDAD vermutet oder bestätigt wird, ist eine Beendigung der Therapie mit Antibiotika, die nicht speziell gegen

C. difficile gerichtet ist, zu erwägen.

Bei Patienten mit Allergien, vor allem gegen Arzneimittel, in der Vorgeschichte ist Vorsicht geboten. Cefepim muss bei Auftreten jeglicher Art von Überempfindlichkeitsreaktion abgesetzt werden und geeignete therapeutische Maßnahmen müssen eingeleitet werden.

Wie bei anderen Antibiotika kann die Anwendung von Cefepim zu übermäßigem Wachstum von nicht empfindlichen Keimen führen. Sollte es während der Therapie zu einer Superinfektion kommen, sind geeignete Maßnahmen zu ergreifen.

Cefepim darf während der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn dies eindeutig erforderlich ist. Cefepim darf während der Stillzeit nur mit Vorsicht angewendet werden (siehe Abschnitt 4.6).

Bei Kombination von Cefepim mit Arzneimitteln, die nierenschädigend wirken können, wie Aminoglykosiden und stark wirksamen Diuretika muss die Nierenfunktion sorgfältig überwacht werden.

Ältere Patienten:

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Cefepim bei älteren Patienten, die die empfohlene Erwachsenendosierung erhielten, war mit jenen von jüngeren Patienten vergleichbar, außer die Patienten hatten eine eingeschränkte Nierenfunktion. Von mehr als 6400 in klinischen Studien mit Cefepim behandelten Patienten waren 35 % älter als 65 Jahre und 16 % älter als 75 Jahre. Im Vergleich zu jüngeren Patienten wurden eine mäßig verlängerte Eliminations-Halbwertszeit und niedrigere renale Clearance-Werte beobachtet. Eine Dosisanpassung wird empfohlen, wenn die Nierenfunktion beeinträchtigt ist (siehe Abschnitt 4.2). Cefepim wird im Wesentlichen über die Niere ausgeschieden und das Risiko auf toxische Reaktionen kann bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion erhöht sein. Da bei älteren Patienten die Wahrscheinlichkeit einer verminderten Nierenfunktion erhöht ist, sollte die Wahl der Dosierung mit Sorgfalt erfolgen und die Nierenfunktion überwacht werden. Bei

älteren Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion, welche die übliche Dosierung von Cefepim erhielten, sind schwere Nebenwirkungen einschließlich reversibler Enzephalopathie (Bewusstseinsstörungen mit Verwirrtheit, Halluzinationen, Stupor und Koma), Myoklonus, Krampfanfälle (auch mit nicht konvulsivem Status epilepticus) und/oder Nierenversagen aufgetreten (siehe Abschnitt 4.2 und 4.8).

Wechselwirkungen bei serologischen Untersuchungen:

Bei Patienten, die zweimal täglich Cefepim erhielten, wurde ein positiver Coombs-Test beschrieben, obwohl keine Anzeichen einer Hämolyse vorlagen.

Cephalosporine können bei der Harnzuckerbestimmungen mit kupferhaltigen Reagenzien (Benedict-Reagenz oder Fehling-Lösung oder Clinitest-Tabletten) zu falsch positiven Resultaten führen. Bei enzyminduzierten Glucose-Oxidase-Tests wird das Resultat allerdings nicht beeinflusst. Es wird daher die Anwendung von Glucose-Tests auf Basis enzymatischer Glucose-Oxidase-Reaktionen empfohlen.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Eine gleichzeitige Behandlung mit bakteriostatischen Antibiotika kann möglicherweise die Wirkung von Betalaktam-Antibiotika beeinträchtigen.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Es liegen keine hinreichenden Daten über die Anwendung von Cefepim bei Schwangeren vor. Tierexperimentelle Studien ergaben keine Hinweise auf direkte oder indirekte gesundheitsschädliche Wirkungen in Bezug auf eine Reproduktionstoxizität (siehe Abschnitt 5.3).

Cefepim ist plazentagängig. Aufgrund der fehlenden klinischen Erfahrung sollte Cefepim, vor allem in den ersten 3 Monaten der Schwangerschaft, nur nach einer sorgfältigen Nutzen-Risiko-Abwägung verwendet werden.

Stillzeit

Da Cefepim in die Muttermilch übergeht, sollte Cefepim in der Stillzeit nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung angewendet werden, wobei die möglichen Nachteile für den Säugling (Einfluss auf Darmflora mit möglicher Sprosspilzbesiedelung und Sensibilisierung gegen Cephalosporin-Antibiotika) berücksichtigt werden müssen.

Fertilität

In Studien an Ratten wurde keine Beeinträchtigung der Fertilität festgestellt. Es liegen keine Daten über die Verwendung von Cefepim bei der menschlichen Fruchtbarkeit vor.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Die Auswirkungen des Arzneimittels auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen wurden nicht untersucht. Allerdings ist Vorsicht geboten bei möglichen Nebenwirkungen wie Bewusstseinsstörungen, Benommenheit, Verwirrtheit oder Halluzinationen, da diese die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigen können (siehe Abschnitt 4.8).

4.8 Nebenwirkungen

Die Nebenwirkungen sind gemäß MedDRA-Systemorganklassen und Häufigkeit klassifiziert:

Sehr häufig (≥ 1/10)

Häufig (≥ 1/100, < 1/10)

Gelegentlich (≥ 1/1.000, < 1/100)

Selten (≥ 1/10.000, < 1/1.000)

Sehr selten (< 1/10.000)

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad angegeben.

SystemorganklasseHäufigkeitMedDRA Begriff
Infektionen und parasitäre ErkrankungenGelegentlichorale Candidiasis, Vaginitis
SeltenCandidiasis
Erkrankungen des Blutes und des LymphsystemsSehr häufigpositiver Coombs-Test
HäufigVerlängerung der Prothrombin-Zeit und der partiellen Thromboplastin-Zeit, Anämie, Eosinophilie
GelegentlichThrombozytopenie, Leukopenie, Neutropenie
Nicht bekanntaplastische Anämie, hämolytische Anämie, Agranulozytose
Erkrankungen des ImmunsystemsSelten

anaphylaktische Reaktionen

Angioödem

Nicht bekanntanaphylaktischer Schock
Stoffwechsel- und ErnährungsstörungenNicht bekanntfalsch positiver Urin-Glucose-Test
Psychiatrische ErkrankungenNicht bekanntVerwirrtheit, Halluzinationen
Erkrankungen des NervensystemsGelegentlichKopfschmerzen
SeltenKonvulsionen, Parästhesien, Geschmacksveränderungen, Schwindel
Nicht bekanntKoma, Stupor, Enzephalopathie, Bewusstseinsstörung, Myoklonus
GefäßerkrankungenHäufigGefäßwandentzündung an der Infusionsstelle
SeltenGefäßerweiterung
Nicht bekanntBlutung
Erkrankungen des Ohrs und des LabyrinthsSeltenTinnitus
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und MediastinumsSeltenDyspnoe
Erkrankungen des GastrointestinaltraktsHäufigDiarrhoe
Gelegentlichpseudomembranöse Colitis, Colitis, Übelkeit, Erbrechen
SeltenBauchschmerzen, Verstopfung
Nicht bekanntMagen-Darm-Störungen
Leber- und GallenerkrankungenHäufigErhöhte Alanin-Aminotransferase, erhöhte Aspartat-Aminotransferase, Bilirubin im Blut erhöht
Erkrankungen der Haut und des UnterhautzellgewebesHäufigHautausschlag
GelegentlichErythem, Urtikaria, Pruritus
SeltenÖdeme
Nicht bekannttoxische epidermale Nekrolyse, Stevens-Johnson-Syndrom, Erythema multiforme.
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und KnochenerkrankungenSeltenGelenkschmerzen
SystemorganklasseHäufigkeitMedDRA Begriff
Erkrankungen der Nieren und HarnwegeGelegentlichErhöhung des Harnstoff-Stickstoffs im Blut, Erhöhung des Serum-Kreatinins
Nicht bekanntNierenversagen, toxische Nephropathie
Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der BrustdrüseSeltenJuckreiz im Genitalbereich
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am VerabreichungsortHäufigReaktionen an der Einstichstelle, Schmerzen an der Injektionsstelle, Entzündung an der Injektionsstelle
GelegentlichFieber, Entzündungen an der Infusionsstelle
SeltenShivering
UntersuchungenHäufigErhöhung der alkalischen Phosphatase

Das Sicherheitsprofil von Cefepim für Säuglinge und Kinder ist ähnlich dem von Erwachsenen. Die am häufigsten berichtete Nebenwirkung von Cefepim in klinischen Studien war Hautrötung.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Wenn Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion Dosen von Cefepim verabreicht werden, die der Nierenfunktion nicht angepasst sind, kann eine unbeabsichtigte Überdosierung die Folge sein (siehe Abschnitte 4.2 und 4.4). In Fällen schwerer Überdosierung, speziell bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion, kann Cefepim mit Hilfe der Hämodialyse aus dem Körper entfernt werden. Die Peritonealdialyse ist ungeeignet.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: parenterale Beta-Laktamantibiotika, Cephalosporine der 4. Generation, ATC-Code: J01DE01

Wirkmechanismus

Der Wirkmechanismus von Cefepim beruht auf einer Hemmung der bakteriellen Zellwandsynthese (in der Wachstumsphase) durch Hemmung der Penicillin-bindenden Proteine (PBPs) wie z. B. der Transpeptidasen. Hieraus resultiert eine bakterizide Wirkung.

Resistenz

Eine Resistenz gegenüber Cefepim kann auf folgenden Mechanismen beruhen:

  • Inaktivierung durch Betalactamasen. Cefepim kann durch bestimmte Betalactamasen hydrolysiert werden, insbesondere durch Betalactamasen mit erweitertem Spektrum (sog. extended spectrum

    • betalactamases, ESBLs), die z. B. bei Stämmen von Escherichia coli oder Klebsiella pneumoniae vorkommen.
  • Reduzierte Affinität von PBPs gegenüber Cefepim: Die erworbene Resistenz bei Pneumokokken und anderen Streptokokken beruht auf Modifikationen vorhandener PBPs als Folge einer Mutation.

    Für die Resistenz bei Methicillin (Oxacillin)-resistenten Staphylokokken hingegen ist die Bildung eines zusätzlichen PBPs mit verminderter Affinität gegenüber Cefepim verantwortlich.

  • Unzureichende Penetration von Cefepim durch die äußere Zellwand kann bei Gram-negativen Bakterien dazu führen, dass die PBPs nicht ausreichend gehemmt werden.
  • Durch Effluxpumpen kann Cefepim aktiv aus der Zelle transportiert werden. Eine partielle oder vollständige Kreuzresistenz von Cefepim besteht mit anderen Cephalosporinen und Penicillinen.

Empfindlichkeitstestung - Grenzwerte

Die Testung von Cefepim erfolgt unter Benutzung der üblichen Verdünnungsreihe.

Folgende minimale Hemmkonzentrationen für sensible und resistente Keime wurden festgelegt:

EUCAST (European Committee on Antimicrobial Susceptibility Testing)

Grenzwerte:

Erregerempfindlichresistent
Enterobacteriaceae≤ 1 mg/l> 4 mg/l
Pseudomonas spp≤ 8 mg/l1> 8 mg/l
Staphylococcus spp. 2–2–2

Streptococcus spp.3

(Gruppen A, B, C, G)

≤ 0,25 mg/l3> 0,25 mg/l 3
Streptococcus pneumoniae≤ 1 mg/l4> 2 mg/l
Haemophilus influenzae≤ 0,25 mg/l4> 0,25mg/l
Moraxella catarrhalis≤ 4 mg/l> 4 mg/l
Nicht spezies-spezifische Grenzwerte5≤ 4 mg/l> 8 mg/l

1 Die Grenzwerte beziehen sich auf die Hochdosis-Therapie (2 g x 3).

2 Die Empfindlichkeit von Staphylokokken gegenüber Cephalosporinen wird aus der Empfindlichkeit gegenüber Cefoxitin abgeleitet.

3 Die Betalactam-Empfindlichkeit von Streptokokken der Gruppen A, B, C und G wird aus der Empfindlichkeit gegenüber Penicillin abgeleitet.

4 Isolate mit MHK-Werten über dem Empfindlichkeitsgrenzwert sind sehr selten oder wurden noch nicht gemeldet. Bei derartigen Isolaten müssen die Identifizierung und die antimikrobiellen Empfindlichkeitstests wiederholt werden und das Isolat bei einer Bestätigung der Ergebnisse an ein Referenzlabor geschickt werden. Bis es Beweise für klinisches Ansprechen für bestätigte Isolate mit MHK-Werten über dem aktuellen Resistenz-Grenzwert gibt, sollten sie als resistent berichtet werden.

5 Die Grenzwerte gelten für eine tägliche intravenöse Dosis von 2 x 2 g und eine hohe Dosis von mindestens 3 x 2 g

Beziehung zwischen Pharmakokinetik und Pharmakodynamik

Die Wirksamkeit hängt im Wesentlichen von der Länge der Zeit ab, während der die Konzentration über der minimalen Hemmkonzentration (MHK) des Erregers liegt.

Klinische Wirksamkeit gegen bestimmte Krankheitserreger

Die Prävalenz der erworbenen Resistenz einzelner Spezies kann örtlich und im Verlauf der Zeit variieren. Deshalb wird empfohlen, vor Beginn der Behandlung lokale Informationen über die Resistenzsituation einzuholen. Falls auf Grund der lokalen Resistenzsituation die Wirksamkeit von Cefepim in Frage gestellt ist, sollte eine Therapieberatung durch Experten angestrebt werden. Insbesondere bei schwerwiegenden Infektionen oder bei Therapieversagen ist eine mikrobiologische Diagnose mit dem Nachweis des Erregers und dessen Empfindlichkeit gegenüber Cefepim anzustreben.

Üblicherweise empfindliche Spezies
Gram-positive Aerobier
Staphylococcus aureus (Methicillin-empfindlich)°
Streptococcus pneumoniae (inkl. Penicillin-resistente Stämme)
Streptococcus pyogenes°
Gram-negative Aerobier
Acinetobacter baumannii
Citrobacter freundii
Enterobacter aerogenes
Haemophilus influenzae°
Moraxella catarrhalis°
Morganella morganii
Proteus mirabilis%
Proteus vulgaris
Serratia liquefaciens°
Serratia marcescens
Spezies, bei denen eine erworbene Resistenz ein Problem sein könnte
Gram-positive Aerobier
Staphylococcus aureus3
Staphylococcus epidermidis+
Staphylococcus haemolyticus+
Staphylococcus hominis+
Gram-negative Aerobier

Enterobacter cloacae

Escherichia coli%

Klebsiella oxytoca%

Klebsiella pneumoniae%

Pseudomonas aeruginosa#,1

Von Natur aus resistente Spezies
Gram-positive Aerobier
Enterococcus spp.
Listeria monocytogenes

Staphylococcus aureus (Methicillin-resistent)

Gram-negative Aerobier

Stenotrophomonas maltophilia+

Anaerobier

Bacteroides fragilis

Clostridium difficile
Andere Mikroorganismen
Chlamydia spp.
Chlamydophila spp.
Legionella spp.
Mycoplasma spp.

° Bei Veröffentlichung dieser Tabelle lagen keine aktuellen Daten vor. In der Primärliteratur, Standardwerken und Therapieempfehlungen wird von einer Empfindlichkeit ausgegangen.

+ In mindestens einer Region liegt die Resistenzrate bei über 50 %.

# Auf Intensivstationen liegt die Resistenzrate bei > 10 %.

% Extended-Spectrum Beta-Lactamase (ESBL)-produzierende Stämme sind immer resistent.

3 Im ambulanten Bereich liegt die Resistenzrate bei < 10 %.

1 In Isolaten von speziellen Patientengruppen, z. B. bei Patienten mit zystischer Fibrose liegt die Resistenzrate bei < 10 %.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Nach intramuskulärer Verabreichung wird Cefepim rasch und vollständig resorbiert.

Verteilung

Die folgende Tabelle zeigt die durchschnittlichen Konzentrationen von Cefepim im Blutplasma von männlichen Erwachsenen, die eine Einzeldosis von 2,0 g Cefepim als intravenöse Infusion über 30 Minuten erhielten.

Cefepim-DosierungMittlere Cefepim-Konzentration im Plasma (μg/ml) bei gesunden Erwachsenen
0,5 h1,0 h2,0 h4,0 h8,0 h12,0 h
2,0 g i.v.163,185,844,819,23,91,1

Metabolisierung

Cefepim wird zu N-Methylpyrrolidin metabolisiert, welches schnell in

N-Methylpyrrolidin-N-oxid umgewandelt wird. 85 % der verabreichten Dosis werden unverändert im Urin wiedergefunden. Im Urin werden hohe Konzentrationen von unverändertem Cefepim gefunden. Weniger als 1 % der verabreichten Dosis werden im Urin als N-Methylpyrrolidin, 6,8 % als N-Oxid und 2,5 % als Epimer von Cefepim wiedergefunden.

Elimination

Die durchschnittliche Eliminations-Halbwertszeit von Cefepim beträgt 2 Stunden und ändert sich nicht über einen Dosisbereich von 250 mg bis 2,0 g. Es gibt keine Anzeichen einer Akkumulation bei Probanden, die eine Dosis von 2,0 g i.v. alle

8 Stunden über einen Zeitraum von 9 Tagen erhielten. Die durchschnittliche Gesamtausscheidungsrate beträgt 120 ml/min, die mittlere renale Clearance von Cefepim beträgt 110 ml/min. Cefepim wird fast ausschließlich über renale Wege ausgeschieden, in erster Linie durch glomeruläre Filtration.

Nierenfunktionsstörungen

Bei Patienten mit unterschiedlich ausgeprägten Nierenfunktionsstörungen kommt es zu einer signifikanten Verlängerung der Eliminations-Halbwertszeit. Eine lineare Beziehung besteht bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion zwischen der individuellen Gesamtausscheidungsrate und der Kreatinin-Clearance (siehe Abschnitt 4.2). Die durchschnittliche Eliminations-Halbwertszeit beträgt bei Dialyse-Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung 13 Stunden bei Hämodialyse und 19 Stunden bei kontinuierlicher ambulanter Peritonealdialyse.

Leberfunktionsstörungen

Bei Patienten mit Leberfunktionsstörung ist die Pharmakokinetik nach einer Einzeldosis von 1,0 g nicht verändert. Eine Dosisanpassung ist daher nicht erforderlich.

Ältere Patienten

Ältere freiwillige Testpersonen ≥ 65 Jahre, die eine Einzeldosis von 1,0 g i.v. erhielten, wiesen eine höhere Fläche unter der Konzentration-Zeit-Kurve und niedrigere renale Clearance-Werte auf als jüngere Personen. Bei älteren Patienten wird eine Dosisanpassung empfohlen, wenn die Nierenfunktion eingeschränkt ist (siehe Abschnitte 4.2 und 4.3).

Kinder

Die Pharmakokinetik nach Einzel- und Mehrfachgabe wurde bei Patienten im Alter von 2,1 Monaten bis 11,2 Jahren untersucht, wobei 50 mg/kg Körpergewicht als i.v. Infusion verabreicht wurden. Bei Mehrfachgabe wurde diese Dosis alle 8 oder

12 Stunden über mindestens 48 Stunden verabreicht. Nach i.v. Einzeldosis betrug die Gesamtausscheidungsrate 3,3 ml/min/kg und das durchschnittliche Verteilungsvolumen betrug 0,3 l/kg.

Der Mittelwert lag bei 1,7 Stunden. 60,4 % der verabreichten Dosis wurde unverändert im Urin wiedergefunden, die renale Clearance mit etwa 2,0 ml/min/kg stellt den primären Eliminationsweg dar.

Die mittlere Plasmakonzentration von Cefepim war nach der ersten Dosis ähnlich der im Steady State mit einer nur geringfügigen Akkumulation nach Mehrfachgabe. Die anderen pharmakokinetischen Parameter bei Säuglingen und Kindern unterschieden sich nach der ersten Dosis und im Steady State nicht, unabhängig vom Dosierungsintervall (alle 12 oder 8 Stunden). Des Weiteren konnten keine Unterschiede in der Pharmakokinetik zwischen den verschiedenen Altersstufen oder zwischen männlichen und weiblichen Patienten festgestellt werden.

Die folgende Tabelle enthält die Cefepim-Konzentrationen im Liquor relativ zu den Plasmakonzentrationen.

Durchschnittliche Konzentration in Plasma (PL) und Cerebrospinalflüssigkeit

(CSF) sowie CSF/PL Ratios von Cefepim bei Säuglingen und Kindern:

Zeit (Std.)Zahl der PatientenPlasmakonzentration (µg/ml)CSF-Konzentration (µg/ml)

Ratio

CSF/PL

0,5767,1 (51,2)5,7 (7,3)0,12 (0,14)
1444,1 (7,8)4,3 (1,5)0,10 (0,04)
2523,9 (12,9)3,6 (2,0)0,17 (0,09)
4511,7 (15,7)4,2 (1,1)0,87 (0,56)
854,9 (5,9)3,3 (2,8)1,02 (0,64)

Die Patienten waren in einem Alter von 3,1 Monaten bis 12,0 Jahren, das Durchschnittsalter (Standardabweichung SD) betrug 2,6 (3,0) Jahre. Patienten mit Verdacht auf Infektion des ZNS wurden mit Dosen von 50 mg Cefepim/kg Körpergewicht als i.v. Infusion über 5 – 20 Minuten mit einem Dosierungsintervall von 8 Stunden behandelt. Die einzelnen Plasma- und CSF-Proben wurden von ausgewählten Patienten an Tag 2 oder 3 der Cefepim-Behandlung zu den angegebenen Zeiten nach Beendigung der Infusion entnommen.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Basierend auf konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter Gabe, Genotoxizität, Reproduktions- und Entwicklungstoxizität lassen die präklinischen Daten keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen. Karzinogenitätsstudien wurden nicht durchgeführt.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Arginin

6.2 Inkompatibilitäten

Das Arzneimittel darf, außer mit den unter Abschnitt 6.aufgeführten, nicht mit anderen Arzneimitteln oder Lösungen gemischt werden.

Es besteht eine physikalisch-chemische Inkompatibilität mit Metronidazol, Vancomycin, Gentamycin, Tobramycin, Netilmicin und Aminophyllin. Falls eine gleichzeitige intravenöse Gabe angezeigt ist, dürfen diese Wirkstoffe nicht gemischt mit Cefepim oder über denselben intravenösen Zugang verabreicht werden.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

Arzneimittel in Originalverpackung:

3 Jahre.

Gebrauchsfertige Injektionslösung, rekonstituiert mit Wasser für Injektionszwecke:

Die chemische und physikalische Stabilität wurde bei Raumtemperatur (15 - 25 °C) für 18 Stunden und bei Aufbewahrung im Kühlschrank (2 – 8 °C) für 2 Tage nachgewiesen.

Mit anderen Lösungsmitteln (0,9 % Natriumchlorid-Lösung, 0,9 % Natriumchlorid-Lösung mit 5 % Glucose, 5 % oder 10 % Glucose-Lösung, Ringer-Lactat-Lösung, Ringer-Lactat-Lösung mit 5 % Glucose, 1/6 M Natriumlactat-Lösung ) rekonstituierte Infusionslösung:

Die chemische und physikalische Stabilität wurde bei Raumtemperatur (15 - 25 °C) für 4 Stunden nachgewiesen.

Aus mikrobiologischer Sicht sollte die gebrauchsfertige Zubereitung sofort verwendet werden. Wenn die gebrauchsfertige Zubereitung nicht sofort eingesetzt wird, ist der Anwender für die Dauer und die Bedingungen der Aufbewahrung verantwortlich.

Sofern die Herstellung der gebrauchsfertigen Zubereitung nicht unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen erfolgt, ist diese nicht länger als 24 Stunden bei 2 °C bis 8 °C aufzubewahren.

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Durchstechflasche im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

20 ml-Durchstechflasche (farbloses Glas, Typ II) mit Chlorbutyl-Gummistopfen und Aluminiumverschluss mit Kunststoff-Schnappdeckel.

Packungsgrößen: 1, 5 und 10 Durchstechflaschen.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu beseitigen.

Zubereitung und Verabreichung der gebrauchsfertigen Lösung:

Cefepim PANPHARMA Pulver zur Herstellung einer Injektions- bzw. Infusionslösung kann aufgelöst werden in:

  1. a)

    Wasser für Injektionszwecke

    oder in einer der unter b) aufgeführten Lösungen für die intravenöse Anwendung

  2. b)

    0,9 % Natriumchlorid-Lösung

    0,9 % Natriumchlorid-Lösung mit 5 % Glucose

    5 % oder 10 % Glucose-Lösung

    Ringer-Laktat-Lösung

    Ringer-Laktat-Lösung mit 5 % Glucose

    1/6 M Natriumlactat-Lösung.

Das Volumen des Lösungsmittels, das zu jeder Durchstechflasche hinzugefügt wird, und die dabei entstehende Cefepim-Konzentration können der folgenden Tabelle entnommen werden.

Menge an Cefepim pro DurchstechflascheVolumen des zugegebenen Lösungsmittels (ml)Endgültiges Endvolumen ca. (ml)Cefepim-Konzentration ca. (mg/ml)
1,0 g i.v.10,011,490
2,0 g i.v.10,012,8160

Hinweis:

Die gebrauchsfertigen Lösungen, die ordnungsgemäß hergestellt wurden, können eine gelbe bis gelbbraune Farbe haben. Dies ist kein Indiz dafür, dass die Wirksamkeit von Cefepim PANPHARMA verringert sein könnte.

Der Inhalt einer Durchstechflasche ist für den einmaligen Gebrauch bestimmt. Jegliche verbleibende Restlösung muss verworfen werden.

Die Durchstechflasche ist vor Gebrauch genau zu prüfen. Sie darf nur verwendet werden, wenn die Lösung frei von Partikeln ist.

7. INHABER DER ZULASSUNG

Panmedica

406 Bureaux de la Colline

92213 Saint-Cloud cedex

Frankreich

Mitvertrieb:

PANPHARMA GmbH

Bunsenstraße 4

22946 Trittau

Deutschland

8. ZULASSUNGSNUMMER(N)

87870.00.00

9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

27 Juni 2013

10. STAND DER INFORMATION

05/08/2020

Über dieses Dokument

Quelle: BfArM – Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (AMIce) · Zulassungsnummer: 87870.00.00 · ENR 2187870

Stand der Information laut Text: 05.08.2020

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Fakten zu Cefepim PANPHARMA 1 g Pulver zur Herstellung einer Injektions- bzw. Infusionslösung

Rezeptpflicht
Verschreibungspflichtig?
  • Sie erhalten das Arzneimittel nur mit einem ärztlichen Rezept in der Apotheke.
  • Rechtsgrundlage laut BfArM: verschreibungspflichtig gemäß § 48(1),(2)2 AMG.
Wirkstoff Cefepim 1 g
Darreichungsform Injektion
Art der Anwendung Intravenöse Anwendung
Sonstige Bestandteile Arginin
Packungsgrößen Originalpackung, in der EU zugelassen 1,897 g, Originalpackung, in der EU zugelassen 9,485 g, Originalpackung, in der EU zugelassen 18,97 g, 1,897 g, 9,485 g, 18,97 g
Haltbarkeit 3 Jahre (ungeöffnete Packung)
Fälschungsschutz Ja – die Packung trägt einen individuellen Code und einen Erstöffnungsschutz (securPharm), die Apotheke prüft die Echtheit
ATC-Klassifikation
  1. J Antiinfektiva zur systemischen Anwendung
    1. J01 Antibiotika zur systemischen Anwendung
      1. J01D Andere beta-Lactam-Antibiotika
        1. J01DE Cephalosporine der 4. Generation
          1. J01DE01 Cefepim
Referenzarzneimittel Generikum von Maxipime 1,0 g
Zulassung 87870.00.00, seit 01.07.2013, verlängert 24.01.2020; dezentrales Verfahren (mehrere EU-Staaten)
Pharmazeutischer Unternehmer PANMEDICA HR-Beiname: Panpharma Rotexmedica GmbH Rechtsform: S.A.S., 92213 SAINT-CLOUD CEDEX, Frankreich
Hersteller (Freigabe) LDP Laboratorios TORLAN S.A.
Frühere Namen Cefepim Rotexmedica 1 g Pulver zur Herstellung einer Injektions- bzw. Infusionslösung (ab 21.06.2013), Cefepim Rotexmedica 1 g Pulver zur Herstellung einer Injektions- bzw. Infusionslösung (ab 04.05.2020)
PZN 17255520

Quelle: BfArM, Arzneimittel-Informationssystem AMIce (ENR 2187870), Datensatz vom 24.09.2026. Angaben ohne Gewähr – fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke.