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Chlortalidon AXiromed 12,5 mg Tabletten – Fachinformation (SmPC) für Ärzte und Apotheker

Die Fachinformation richtet sich an Ärzte und Apotheker. Verständliche Hinweise für Patienten enthält der Beipackzettel: Einnahme, Nebenwirkungen, Andere Arzneimittel, Schwangerschaft und Stillzeit.

Aktualisiert:
Fakten
Status:
Verschreibungspflichtig
Stärke:
12,5 mg
Wirkstoff:
ATC-Gruppe:
Ähnliche Arzneimittel:

Fachinformation - Chlortalidon AXiromed 12,5 mg Tabletten

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Chlortalidon AXiromed 12,5 mg Tabletten

Chlortalidon AXiromed 25 mg Tabletten

Chlortalidon AXiromed 50 mg Tabletten

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Eine Chlortalidon AXiromed 12,5 mg Tablette enthält 12,5 mg Chlortalidon. Eine Chlortalidon AXiromed 25 mg Tablette enthält 25 mg Chlortalidon.

Eine Chlortalidon AXiromed 50 mg Tablette enthält 50 mg Chlortalidon.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Tablette

Chlortalidon AXiromed 12,5 mg Tabletten:

Gelbe, gesprenkelte, runde, Tabletten mit flacher, abgeschrägter Kante, mit einem Durchmesser von ca. 4,75 mm und der Prägung „L“ auf einer Seite und „1“ auf der anderen Seite.

Chlortalidon AXiromed 25 mg Tabletten:

Gelbe, gesprenkelte, runde, Tabletten mit flacher, abgeschrägter Kante, mit einem Durchmesser von ca. 6,00 mm und der Prägung „L“ und „2“ jeweils links und rechts der Bruchlinie auf der einen Seite und glatt auf der anderen Seite. Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

Chlortalidon AXiromed 50 mg Tabletten:

Gelbe, gesprenkelte, runde, Tabletten mit flacher, abgeschrägter Kante, mit einem Durchmesser von ca. 7,20 mm und der Prägung „J“ und „5“ jeweils links und rechts der Bruchlinie auf der einen Seite und glatt auf der anderen Seite. Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Chlortalidon AXiromed ist angezeigt für die Behandlung von Erwachsenen mit

  • kardialen, hepatischen und nephrogenen Ödemen
  • Hypertonie
  • Stabile chronische Herzinsuffizienz geringer bis mittlerer Schwere (Funktionsklasse II oder III laut Klassifikation der New York Heart Association [NYHA])
  • Renaler Diabetes insipidus, wenn andere medikamentöse Maßnahmen nicht in Frage kommen

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Die Dosierung richtet sich nach dem individuellen Krankheitsbild und dem Ansprechen des Patienten auf die Therapie.

Es soll die niedrigste Dosis zur Erhaltung der optimalen Wirksamkeit Anwendung finden. Besonders vorsichtige Dosierung ist bei Patienten mit koronarer Herzerkrankung oder Zerebralsklerose sowie bei Zustand nach Herzinfarkt oder Apoplexie geboten.

Es gelten folgende Dosierungsempfehlungen:

Kardiales, hepatisches und nephrogenes Ödem sowie stabile chronische Herzinsuffizienz (NYHA-Funktionsklasse II oder III)

Die empfohlene Anfangsdosis beträgt 12,5 – 100 mg täglich.

In der Erhaltungstherapie ist die geringste wirksame Dosis anzuwenden, üblicherweise 12,5 – 50 mg täglich.

Die Dosis ist so niedrig wie möglich zu halten, um das Risiko von Sicherheitsproblemen zu minimieren, z. B. hinsichtlich (schwerer) Hypotonie, Nierenfunktionsstörungen oder Hypokaliämie (siehe Abschnitt 4.4).

Maximaldosis: 200 mg Chlortalidon täglich, da höhere Dosierungen die Wirkung nicht erhöhen.

Hypertonie

Der klinisch nützliche Dosisbereich reicht von 12,5 bis 50 mg täglich.

Die empfohlene Anfangsdosis beträgt 12,5 mg täglich.

Die Erhaltungsdosis beträgt 12,5 – 25 mg täglich.

Eine maximale blutdrucksenkende Wirkung wird üblicherweise mit 25 mg täglich erzielt. Die volle Wirkungsausprägung einer spezifischen Dosis wird nach 3 – 4 Wochen erreicht.

Renaler Diabetes insipidus

Die empfohlene Anfangsdosis beträgt 25 mg Chlortalidon täglich.

In Abhängigkeit von der Wirksamkeit und Verträglichkeit kann die Dosis gesteigert werden. Die übliche Erhaltungsdosis beträgt 50 mg täglich. Eine höhere Dosis ist nur mit besonderer Vorsicht anzuwenden. Die Maximaldosis beträgt 100 mg zweimal täglich.

Ältere Patienten und Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

Bei älteren Patienten und/oder Patienten mit leichter bis mäßiger Niereninsuffizienz (Kreatinin- Clearance 30 – 60 ml/min und/oder Serum-Kreatinin 1,1 – 1,8 mg/100 ml) muss die Dosierung den therapeutischen Erfordernissen und der Verträglichkeit entsprechend angepasst werden (siehe Abschnitt 4.4).

Thiazid-Diuretika und Thiazid-Analoge einschließlich Chlortalidon verlieren ihre Wirksamkeit bei schwerer Niereninsuffizienz, d.h. bei einer Kreatinin-Clearance unter 30 ml/min und/oder einem Serum-Kreatinin über 1,8 mg/100 ml (siehe Abschnitt 4.3).

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion

Bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen sollte Chlortalidon AXiromed der Einschränkung entsprechend dosiert werden. Bei schweren Leberfunktionsstörungen darf Chlortalidon AXiromed nicht eingenommen werden (siehe Abschnitt 4.3).

Patienten mit eingeschränkter Herzfunktion

Bei schwer kardial dekompensierten Patienten kann es vorkommen, dass Chlortalidon praktisch nicht mehr resorbiert wird.

Kinder

Da keine ausreichenden Therapieerfahrungen vorliegen, darf Chlortalidon AXiromed bei Kindern nicht angewendet werden.

Art und Dauer der Anwendung

Dieses Arzneimittel ist mit ausreichend Flüssigkeit (1 Glas Wasser) einzunehmen. Bei der Einmalgabe sollte die Einnahme morgens mit dem Frühstück erfolgen, bei zweimaliger täglicher Gabe zusätzlich zum Abendessen.

Dosissteigerungen sollten nicht vor Ablauf von 2 bis 3 Wochen erfolgen.

Über die Dauer der Anwendung entscheidet der behandelnde Arzt.

Nach einer längeren Behandlung sollte Chlortalidon AXiromed grundsätzlich nicht plötzlich, sondern ausschleichend abgesetzt werden.

4.3 Gegenanzeigen

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, andere Thiazide und Sulfonamidderivate

    (Kreuzreaktionen; Vorsicht bei Patienten mit Bronchialasthma) oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile

  • Anurie (Harnproduktion unter 100 mg/24 h)
  • schwere Nierenfunktionsstörungen (mit stark eingeschränkter Harnproduktion; Kreatinin-

    Clearance kleiner als 30 ml/min und/oder Serum-Kreatinin über 1,8 mg/100 ml)

  • Glomerulonephritis
  • schwere Leberfunktionsstörungen (Präcoma und Coma hepaticum)
  • Hyperkalzämie
  • therapieresistente Hypokaliämie oder Zustände mit erhöhten Kaliumverlusten
  • schwere Hyponatriämie
  • symptomatische Hyperurikämie

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Eingeschränkte Nierenfunktion

Chlortalidon AXiromed darf bei Patienten mit Nierenerkrankungen nur mit Vorsicht eingesetzt werden.

Bei Patienten mit leichter bis mäßiger Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance 30 – 60 ml/min und/oder Serum-Kreatinin 1,1 – 1,8 mg/100 ml) muss die Dosierung den therapeutischen Erfordernissen und der Verträglichkeit entsprechend angepasst werden (siehe Abschnitt 4.2).

Bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance unter 30 ml/min und/oder Serum- Kreatinin über 1,8 mg/100 ml) verlieren Thiazid-Diuretika und Thiazidanaloga einschließlich Chlortalidon ihre diuretische Wirkung (siehe Abschnitt 4.3).

Bei Patienten mit einer Nierenerkrankung können Thiazide eine Azotämie auslösen. Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion können kumulative Effekte des Arzneimittels entstehen. Bei einem Fortschreiten der Niereninsuffizienz, charakterisiert durch ein Ansteigen des Gesamtstickstoffgehalts des Blutes ohne Eiweißstickstoff, muss kritisch über ein Weiterführen der Behandlung entschieden werden. Ein Absetzen der Diuretikatherapie sollte in Erwägung gezogen werden.

Bei chronischem Diuretika-Abusus kann ein Pseudo-Bartter-Syndrom mit der Folge von Ödemen auftreten. Die Ödeme sind Ausdruck eines Anstiegs des Renins mit der Folge eines sekundären Hyperaldosteronismus.

Der blutdrucksenkende Effekt der ACE-Hemmer wird durch Substanzen, die die Plasma-Renin- Aktivität steigern (Diuretika), verstärkt. Eine Diuretika-Therapie sollte daher 2 – 3 Tage vor Beginn einer Behandlung mit einem ACE-Hemmer abgesetzt werden, um die Möglichkeit einer Hypotonie zu Therapiebeginn zu vermindern.

Aderhauterguss (choroidaler Erguss), akute Myopie und sekundäres Winkelverschlussglaukom: Sulfonamide und Sulfonamid-Derivate können eine idiosynkratische Reaktion auslösen, die zu einem Aderhauterguss mit Gesichtsfelddefekt, transienter Myopie und zu einem akuten Winkelverschlussglaukom führen kann. Symptome beinhalten eine akut einsetzende Verringerung der Sehschärfe oder Augenschmerzen und treten typischerweise innerhalb von Stunden bis Wochen nach Therapiebeginn auf. Ein unbehandeltes akutes Winkelverschlussglaukom kann zu permanentem Sehverlust führen. Als Erstmaßnahme ist die Arzneimitteleinnahme so schnell als möglich zu beenden. Sofortige medizinische oder chirurgische Behandlung kann in Erwägung gezogen werden,

wenn der Augeninnendruck unkontrolliert bleibt. Eine Allergie gegenüber Sulfonamiden oder Penicillin zählt zu den Risikofaktoren, ein akutes Winkelverschlussglaukom zu entwickeln.

Eingeschränkte Leberfunktion

Chlortalidon AXiromed sollte bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen oder fortschreitender Lebererkrankung nur mit Vorsicht angewendet werden, da schon geringfügige Veränderungen im Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt durch Thiaziddiuretika, besonders bei Patienten mit Leberzirrhose, ein hepatisches Koma auslösen können (siehe Abschnitt 4.3).

Metabolische und endokrine Effekte

Patienten mit Diabetes mellitus oder Gicht müssen besonders sorgfältig überwacht werden.

Die Thiazidtherapie kann die Glucosetoleranz beeinträchtigen. Bei Patienten mit manifestem Diabetes mellitus kann es zu einer Verschlechterung der Stoffwechsellage kommen, so dass möglicherweise eine Dosisanpassung von Insulin oder oralen blutzuckersenkenden Substanzen erforderlich ist. Ein latenter Diabetes mellitus kann während der Thiazidtherapie manifest werden.

Unter Chlortalidon können Harnsäurespiegel im Blut ansteigen, jedoch sind Gichtanfälle unter einer Dauertherapie selten aufgetreten.

Geringfügige und teilweise reversible Anstiege der Plasmakonzentrationen des Gesamtcholesterins, des LDL-Cholesterins oder der Triglyceride sind bei Patienten unter der Langzeittherapie mit Thiaziden und thiazidverwandten Diuretika beobachtet worden.

Störungen im Elektrolythaushalt

Unter einer Diuretikatherapie sollte regelmäßig in angemessenen Abständen eine Bestimmung der Serumelektrolyte (insbesondere Kalium, Natrium, Kalzium) durchgeführt werden.

Die laufende Kontrolle der Serumelektrolyte ist besonders angezeigt bei älteren Patienten, Patienten mit Aszites in Folge einer Leberzirrhose und Patienten mit renal bedingten Ödemen. Unter solchen Bedingungen darf Chlortalidon AXiromed nur unter engmaschiger Kontrolle und nur bei Patienten mit Kaliumwerten im Normbereich ohne Anzeichen von Volumenverlusten eingesetzt werden.

Thiaziddiuretika, einschließlich Chlortalidon, können Störungen im Flüssigkeits- oder Elektrolythaushalt (Hypokaliämie, Hyponatriämie und hypochlorämische Alkalose) verursachen. Warnhinweise für Störungen im Flüssigkeits- oder Elektrolythaushalt sind Mundtrockenheit, Durst, Schwäche, Lethargie, Schläfrigkeit, Unruhe, Muskelschmerzen oder -krämpfe, Muskelschwäche, Hypotonie, Oligurie, Tachykardie und Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit und Erbrechen.

Eine Hypokaliämie kann darüber hinaus das Herz sensibilisieren und die Empfindlichkeit auf die toxischen Effekte von Herzglykosiden steigern.

Das Risiko einer Hypokaliämie ist am größten bei Patienten mit Leberzirrhose, bei Patienten mit gesteigerter Diurese, bei Patienten ohne ausreichende orale Elektrolytaufnahme und bei Patienten unter gleichzeitiger Therapie mit Kortikosteroiden, ACTH, Herzglykosiden oder Laxanzien (siehe Abschnitt 4.5). Diese Patienten müssen besonders sorgfältig überwacht werden.

Wie bei allen Thiaziddiuretika ist die durch Chlortalidon AXiromed induzierte Kaliurese dosisabhängig und ihr Ausmaß individuell verschieden. Bei einer Dosierung von 25 mg täglich beträgt der Abfall der Serum-Kalium-Konzentration im Mittel 0,5 mmol/l. In der Dauerbehandlung muss die Serum-Kalium-Konzentration initial und dann nach 3 – 4 Wochen bestimmt werden. Danach kann, wenn die Kaliumbilanz nicht durch zusätzliche Faktoren (z. B. Erbrechen, Diarrhö, Änderung der Nierenfunktion u.a.) beeinflusst wird, die Serum-Kalium-Konzentration alle 4 – 6 Monate bestimmt werden.

Wenn es sich als notwendig erweist, kann Chlortalidon mit oral kaliumsubstituierenden Präparaten oder kaliumsparenden Diuretika (z. B. Triamteren) kombiniert werden. Im Falle einer

Kombinationstherapie ist der Serum-Kalium-Spiegel zu überprüfen. Ist eine Hypokaliämie von klinischen Symptomen (z. B. Muskelschwäche, Parese und EKG-Veränderungen) begleitet, muss Chlortalidon abgesetzt werden.

Eine Kombination von Chlortalidon AXiromed und Kaliumpräparaten oder kaliumsparenden Diuretika ist bei Patienten, die gleichzeitig ACE-Hemmer erhalten, zu unterlassen, wenn es nicht unbedingt erforderlich ist.

Dilutions-Hyponatriämie kann bei ödematösen Patienten bei heißem Wetter auftreten. Ein Chloridmangel ist im Allgemeinen mild und nicht behandlungsbedürftig.

Thiazide können die Kalziumausscheidung im Urin verringern und eine vorübergehende und leichte Erhöhung des Serumkalziums ohne bekannte Störungen des Kalziumstoffwechsels verursachen. Eine deutliche Hyperkalzämie kann ein Anzeichen für einen versteckten Hyperparathyreoidismus sein. Thiazide sollten vor einer Untersuchung der Nebenschilddrüsenfunktion abgesetzt werden.

Es hat sich gezeigt, dass Thiazide die Magnesiumausscheidung im Urin erhöhen. Dies kann zu einer Hypomagesiämie führen.

Herzinsuffizienz

Bei schwer kardial dekompensierten Patienten (ausgeprägte Ödeme) kann es vorkommen, dass Chlortalidon praktisch nicht mehr resorbiert wird.

Sonstige

Überempfindlichkeitsreaktionen können bei Patienten mit oder ohne Allergien oder Bronchialasthma in der Anamnese auftreten.

Besondere Hinweise

Während einer Therapie mit Chlortalidon AXiromed sollten die Serumelektrolyte (insbesondere Kalium-, Natrium-, Kalziumionen), Kreatinin und Harnstoff, die Serumlipide (Cholesterin und Triglyzeride), die Harnsäure sowie der Blutzucker regelmäßig kontrolliert werden.

Während der Behandlung mit Chlortalidon AXiromed sollten die Patienten auf eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme achten und wegen erhöhter Kaliumverluste kaliumreiche Nahrungsmittel zu sich nehmen (Bananen, Gemüse, Nüsse).

Die Behandlung des Bluthochdrucks mit Chlortalidon AXiromed bedarf der regelmäßigen ärztlichen Kontrolle.

Die Therapie mit Chlortalidon AXiromed sollte abgebrochen werden bei

  • therapieresistenter Entgleisung des Elektrolythaushalts
  • Überempfindlichkeitsreaktionen
  • ausgeprägten gastrointestinalen Beschwerden
  • zentralnervösen Störungen
  • Pankreatitis
  • Blutbildungsveränderungen (Anämie, Leukopenie, Thrombozytopenie)
  • akuter Cholezystitis
  • Auftreten einer Vaskulitis
  • Verschlimmerung einer bestehenden Kurzsichtigkeit
  • Serumkreatininkonzentration über 1,8 mg/100 ml bzw. Kreatininchlearance unter 30 ml/min.

Auswirkungen bei Fehlgebrauch zu Dopingzwecken

Die Anwendung von Chlortalidon AXiromed kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen. Die gesundheitlichen Folgen der Anwendung von Chlortalidon AXiromed als Dopingmittel können nicht abgesehen werden, schwerwiegende Gesundheitsgefährdungen sind nicht auszuschließen.

Hinweise zu sonstigen Bestandteilen des Arzneimittels

Chlortalidon AXiromed enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Tablette, d.h., es ist nahezu „natriumfrei“.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Folgende Wechselwirkungen können bei gleichzeitiger Anwendung von Chlortalidon und den nachfolgend genannten Arzneimitteln bzw. Substanzen auftreten:

Von folgenden Kombinationen wird abgeraten:

Lithium

Die gleichzeitige Gabe von Chlortalidon AXiromed und Lithium führt über eine verminderte Lithiumausscheidung zu einer Verstärkung der kardio- und neurotoxischen Wirkung von Lithium. Ist die Diuretikagabe dennoch unumgänglich, sind eine engmaschige Kontrolle des Lithiumblutspiegels und eine Dosierungsanpassung erforderlich.

Bei folgenden Kombinationen sind besondere Vorsichtsmaßnahmen erforderlich:

Substanzen, die „Torsade de pointes“ auslösen können:

  • Klasse-Ia-Antiarrhythmika (z. B. Chinidin, Hydrochinidin, Disopyramid)
  • Klasse-III-Antiarrhythmika (z. B. Amiodaron, Sotalol)
  • Bestimmte Antipsychotika: Phenothiazine (z. B. Chlorpromazin, Cyamemazin,

    Levomepromazin, Thioridazin, Trifluoperazin), Benzamide (z. B. Amisulpirid, Sulpirid, Sultoprid, Tiaprid), Butyrophenone (z. B. Drosperidol, Haloperidol)

  • Andere: Bepridil, Cisaprid, Diphemanil, Erythromycin i.v., Halofantrin, Mizolastin,

    Pentamidin, Sparfloxacin, Moxifloxacin, Vincamin i.v.

Bei gleichzeitiger Gabe dieser Arzneimittel mit Chlortalidon AXiromed besteht, insbesondere bei einer Hypokaliämie, ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von ventrikulären Arrhythmien, insbesondere Torsade de pointes. Der Kalium-Serumspiegel muss bestimmt und ggf. korrigiert werden, bevor mit dieser Kombination begonnen wird. Es muss eine regelmäßige Kontrolle der Plasmaelektrolyte und EKG-Überwachung erfolgen. Es sollten bevorzugt Substanzen verwendet werden, die bei gleichzeitig vorhandener Hypokaliämie keine Torsade de pointes hervorrufen.

ACE-Hemmer (z. B. Captopril, Enalapril)

Unter der Behandlung mit Chlortalidon AXiromed besteht bei zusätzlicher Einnahme von ACE-Hemmern (z. B. Captopril, Enalapril) zu Behandlungsbeginn das Risiko eines massiven Blutdruckabfalls sowie einer Verschlechterung der Nierenfunktion.

Eine Diuretikatherapie sollte daher 2 – 3 Tage vor Beginn einer Behandlung mit einem ACE-Hemmer abgesetzt werden, um die Möglichkeit einer Hypotonie zu Therapiebeginn zu vermindern.

Nicht-steroidale Antiphlogistika (z. B Indometacin, Acetylsalicylsäure) inklusive COX-2 Inhibitoren, Salicylate

Nicht-steroidale Antiphlogistika (z. B. Indometacin, Acetylsalicylsäure) inklusive COX-2 Inhibitoren sowie Salicylate können die antihypertensive und diuretische Wirkung von Chlortalidon AXiromed vermindern. Bei hochdosierter Salicylateinnahme kann die toxische Wirkung der Salicylate auf das zentrale Nervensystem verstärkt werden. Bei Patienten, die unter der Therapie mit Chlortalidon AXiromed eine Hypovolämie entwickeln, kann die gleichzeitige Gabe nicht-steroidaler Antiphlogistika ein akutes Nierenversagen auslösen.

Kaliuretische Diuretika (z. B. Furosemid), Glukokortikoide, ACTH, Carbenoxolon, Penicillin G, Salicylate, stimulierende Laxanzien, Amphotericin B (parenteral)

Die gleichzeitige Anwendung von Chlortalidon AXiromed und diesen Arzneimitteln kann zu Störungen im Elektrolythaushalt, insbesondere zu verstärkten Kaliumverlusten, führen. Dies ist insbesondere unter einer Behandlung mit Herzglykosiden zu beachten. Der Kaliumplasmaspiegel muss entsprechend engmaschig kontrolliert und ggf. korrigiert werden.

Die gleichzeitige Anwendung von Chlortalidon und einem Schleifendiuretikum hat eine synergistische Wirkung auf die Diurese; daher ist eine engmaschige Überwachung der Nierenfunktion, Elektrolytwerte und Anzeichen von Volumendepletion erforderlich.

Andere Diuretika, andere Antihypertensiva (z. B. Beta-Rezeptorenblocker, Kalziumantagonisten, ACE-Hemmer, Vasodilatatoren, Methyldopa, Guanethidin), Nitrate, Barbiturate, Phenothiazine, trizyklische Antidepressiva, Alkohol

Die blutdrucksenkende Wirkung von Chlortalidon AXiromed kann durch diese Arzneimittel oder durch Alkoholgenuss verstärkt werden.

Herzglykoside

Bei gleichzeitiger Behandlung mit Herzglykosiden ist zu beachten, dass bei einer sich unter der Therapie mit Chlortalidon AXiromed entwickelnden Hypokaliämie und/oder Hypomagnesiämie die Empfindlichkeit des Myokards gegenüber Herzglykosiden erhöht ist und die Wirkungen und Nebenwirkungen der Herzglykoside entsprechend verstärkt werden.

Bei folgenden Kombinationen sind ferner Wechselwirkungen möglich:

Insulin, orale Antidiabetika, harnsäuresenkende Arzneimittel, Sympathomimetika (Noradrenalin [Norepinephrin], Adrenalin, [Epinephrin])

Die Wirkung dieser Arzneimittel kann bei gleichzeitiger Anwendung von Chlortalidon AXiromed abgeschwächt werden.

Es kann sich als notwendig erweisen, die Dosierung von Insulin und oralen Antidiabetika anzupassen.

Nicht-depolarisierende (curareartige) Muskelrelaxanzien (z. B. Tubocurarinchlorid) Die Wirkung curareartiger Muskelrelaxanzien kann durch Chlortalidon AXiromed verstärkt oder verlängert werden. Für den Fall, dass Chlortalidon AXiromed vor der Anwendung curareartiger Muskelrelaxanzien nicht abgesetzt werden kann, muss der Narkosearzt über die Behandlung mit Chlortalidon AXiromed informiert werden.

Zytostatika (z. B. Cyclophosphamid, Fluorouracil, Methotrexat)

Chlortalidon AXiromed kann die renale Ausscheidung von Zytostatika (z. B. Cyclophosphamid, Fluorouracil, Methotrexat) herabsetzen. Bei gleichzeitiger Anwendung von Zytostatika ist mit verstärkter Knochenmarkstoxizität (insbesondere Granulozytopenie) zu rechnen.

Colestyramin, Colestipol

Die gleichzeitige Anwendung von Colestyramin oder Colestipol vermindert die Absorption von Chlortalidon. Chlortalidon AXiromed sollte deshalb mindestens eine Stunde vor oder vier bis sechs Stunden nach diesen Arzneimitteln eingenommen werden.

Kalziumsalze, Vitamin D

Bei gleichzeitiger Gabe von Chlortalidon AXiromed und Kalziumsalzen oder Vitamin D können erhöhte Kalziumspiegel im Serum infolge einer verringerten Ausscheidung auftreten.

Allopurinol

Chlortalidon AXiromed kann die Überempfindlichkeitsreaktionen auf Allopurinol verstärken.

Amantadin

Chlortalidon AXiromed kann das Risiko unerwünschter Wirkungen von Amantadin steigern.

Beta-Rezeptorenblocker, Diazoxid

Es besteht ein erhöhtes Risiko für das Auftreten einer Hyperglykämie bei gleichzeitiger Gabe von Chlortalidon AXiromed und Beta-Rezeptorenblockern oder Diazoxid.

Ciclosporin

Die gleichzeitige Gabe von Ciclosporin kann das Risiko einer Hyperurikämie und gichtartiger Komplikationen erhöhen.

Anticholinergika (z. B. Atropin, Biperidin)

Durch Anticholinergika (z. B. Atropin, Biperidin) kann die Bioverfügbarkeit der Thiaziddiuretika erhöht sein, wahrscheinlich verursacht durch die herabgesetzte gastrointestinale Motilität und die reduzierte Magenentleerung.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft darf Chlortalidon AXiromed nicht angewendet werden. Chlortalidon kann, wie andere Diuretika, eine Verminderung der Plazentadurchblutung bewirken. Thiazide und Thiazidderivate gelangen auch in den fetalen Kreislauf und können Elektrolytstörungen verursachen. Über eine Thrombozytopenie beim Neugeborenen unter Thiaziden und Thiazidderivaten wurde berichtet.

Stillzeit

Die Wirksubstanz in Chlortalidon AXiromed, Chlortalidon, geht in die Muttermilch über. Aus Sicherheitsgründen sollen stillende Mütter kein Chlortalidon AXiromed anwenden bzw. abstillen.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Durch individuell auftretende unterschiedliche Reaktionen kann das Reaktionsvermögen soweit verändert sein, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr, zum Bedienen von Maschinen oder zum Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt wird. Dies gilt in verstärktem Maße bei Behandlungsbeginn, Dosiserhöhung, in Kombination mit anderen Antihypertensiva, Präparatewechsel sowie im Zusammenwirken mit Alkohol.

4.8 Nebenwirkungen

Organsystemklassen (MedDRA)

Sehr häufig

(≥ 1/10)

Häufig

(≥1/100, <1/10)

Selten

(≥1/10.000, <1/1.000)

Sehr selten

(<1/10.000)

Nicht bekannt

(Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Thrombo-

zytopenie,

Leukopenie, Agranulozytose, Eosinophilie

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Hypokaliämie (vorzugsweise bei höheren Dosen); Hyperurikämie, dies kann bei prädisponierten Patienten zu

Gichtanfällen führen; Erhöhung der Cholesterin- und Triglycerid-spiegel

Hyponatriämie, Hypomagnesiämie, Hyperglykämie und Glukosurie; bei Patienten mit

manifestem Diabetes mellitus kann es zu einer

Verschlechterung der Stoffwechsellage kommen, ein

latenter Diabetes mellitus kann in Erscheinung treten; Anstieg stickstoff-haltiger Stoffe

(Harnstoff,

Kreatinin), vor allem zu Behandlungs-

Hyperkalzämie

Hypochlorä-mische

Alkalose

beginn
Erkrankungen des NervensystemsKopfschmerzen, Schwindel- und SchwächegefühlParästhesien
AugenerkrankungenSehstörungen, Einschränkung der Bildung von Tränenflüssig-keit

Aderhauterguss,

Akutes Winkel-block Glaukom

Herzerkrankungen

Hypotonie, orthostatische Regulations- störungen,

Herzklopfen (Palpitationen)

kardiale

Arrhythmien

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Idio-

synkratische (allergisch bedingte) Lungen-

ödeme,

Atem-

beschwerden

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Appetitlosigkeit, Mundtrockenheit, gastrointestinale Beschwer-

den, Übelkeit, Erbrechen,

Oberbauch-

schmerzen,

krampfartige Beschwerden im Bauchraum,

Obstipation,

Diarrhö

Pankreatitis
Leber- und Gallen-erkrankungenintrahepatische Cholestase oder Gelbsucht
Erkrankungen der Haut und des Unterhaut- gewebes

allergische

Hautreaktionen wie Exanthem, Urtikaria (Nesselsucht),

Pruritus (Juckreiz)

Photosensibilität, allergisch

bedingte

Vaskulitis

Skelettmuskulatur, Bindegewebs- und KnochenerkrankungenHypotonie der Skelettmuskulatur, Muskelkrämpfe

Erkrankungen der Nieren und

Harnwege

allergische interstitielle Nephritis
Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der BrustdrüseImpotenz

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Symptome einer Überdosierung

Das klinische Bild bei akuter oder chronischer Überdosierung ist vom Ausmaß des Flüssigkeits- und Elektrolytverlustes abhängig.

Bei Überdosierung kann es zu folgenden Symptomen kommen:

Schwindel- und Schwächegefühl, Übelkeit, Muskelschmerzen und Muskelkrämpfe (z. B. Waden- krämpfe), Kopfschmerzen, Tachykardie, Hypotonie und orthostatische Regulationsstörungen, Elektrolytstörungen (Hypokaliämie und/oder Hyponatriämie). Infolge Dehydratation und Hypovolämie kann es zur Hämokonzentration, zu Konvulsionen, Benommenheit, Lethargie, Verwirrtheitszuständen, Kreislaufkollaps und zu einem akuten Nierenversagen kommen.

Infolge der Hypokaliämie kann es zu Müdigkeit, Muskelschwäche, Parästhesien, Paresen, Apathie, Meteorismus und Obstipation oder zu Herzrhythmusstörungen kommen. Schwere Kaliumverluste können zu einem paralytischen Ileus oder zu Bewusstseinsstörungen bis zum hypokaliämischen Koma führen.

Therapiemaßnahmen bei Überdosierung

Bei Anzeichen einer Überdosierung muss die Behandlung sofort abgesetzt werden. Neben allgemeinen Maßnahmen sollen unter intensivmedizinischen Bedingungen die vitalen Parameter überwacht und ggf. korrigiert werden.

Ein spezifisches Antidot ist nicht bekannt.

Eine Giftentfernung erfolgt mittels Magenspülung und Verabreichung von Aktivkohle, wenn der Patient bei Bewusstsein ist.

Intravenöse Flüssigkeitssubstitution und wiederholte Kontrollen des Blutdrucks, Wasser- und Elektrolythaushaltes und der Stoffwechselfunktionen können angezeigt sein.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Sulfonamide, rein

ATC-Code: C03BA04

Chlortalidon ist ein den Benzothiadiazinen (Thiazide) verwandtes Diuretikum mit lang anhaltender Wirkungsdauer.

Chlortalidon, die aktive Substanz von Chlortalidon AXiromed, ist ein den Benzothiaziden (Thiazide) verwandtes Diuretikum mit lang anhaltender Wirksamkeit.

Chlortalidon bewirkt primär eine Mehrausscheidung von Elektrolyten, sekundär vergrößert es durch das osmotisch gebundene Wasser den Harnfluss.

Chlortalidon hemmt vorwiegend im distalen Tubulus die Natriumreabsorption, wobei maximal etwa 15% des glomerulär filtrierten Natriums ausgeschieden werden können. Das Ausmaß der Chloridausscheidung entspricht in etwa dem der Natriumausscheidung. Durch Chlortalidon nimmt auch die Kaliumausscheidung zu, die im Wesentlichen durch die Kaliumsekretion im distalen Tubulus und im Sammelrohr bestimmt wird (vermehrter Austausch zwischen Natrium- und Kaliumionen).

Durch hohe Chlortalidondosen kann Bicarbonat infolge einer Hemmung der Carboanhydratase vermehrt ausgeschieden werden, wodurch der Harn alkalisiert wird.

Durch Azidose oder Alkalose wird die saluretische bzw. diuretische Wirkung des Chlortalidons nicht wesentlich beeinflusst.

Während einer Langzeittherapie mit Chlortalidon wird die Kalziumausscheidung über die Nieren vermindert, so dass eine Hyperkalzämie resultieren kann.

Die diuretische Wirkung setzt nach 2 – 3 Stunden ein, erreicht ihr Maximum nach 4 – 24 Stunden und kann 2 – 3 Tage anhalten.

Die thiazidinduzierte Diurese führt initial zu einer Abnahme des Plasmavolumens, des Herzminutenvolumens und des systemischen Blutdrucks.

Bei hypertensiven Patienten hat Chlortalidon einen hypotensiven Effekt. Der antihypertensive Effekt von Chlortalidon kommt bei Therapiebeginn durch die Verminderung des Extrazellularvolumens zustande, mit der Folge eines herabgesetzten peripheren Widerstandes. Bei längerer Behandlung normalisiert sich das Extrazellularvolumen bei erhaltener antihypertensiver Wirksamkeit, die durch eine spätere Abnahme der Natriumkonzentration in den Gefäßwänden und damit durch eine verringerte Ansprechbarkeit auf Noradrenalin bedingt sein könnte.

Bei Patienten mit renalem und ADH-sensiblem Diabetes insipidus wirkt Chlortalidon antidiuretisch. Der Wirkmechanismus ist noch nicht aufgeklärt.

Bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance unter 30 ml/min und/oder Serum- Kreatinin über 1,8 mg/100 ml) ist Chlortalidon unwirksam.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Die Bioverfügbarkeit einer oralen Dosis von 50 mg Chlortalidon beträgt ca. 64 %. Maximale Plasmaspiegel werden nach 8 – 12 Stunden erreicht. Bei Dosen von 25 mg und 50 mg betragen die Cmax-Werte durchschnittlich 1,5 μg/ml (4,4 μmol/l) bzw. 3,2 μg/ml (9,4 μmol/l). Für Dosen von bis zu 100 mg nimmt die AUC proportional zu. Bei wiederholten täglichen Dosen von 50 mg wird eine Steady-State-Blutkonzentration von 7,2 μg/ml (21,2 μmol/l), gemessen am Ende des 24-stündigen Dosierungsintervalls, nach 1–2 Wochen erreicht.

Verteilung und Biotransformation

Im Blut liegt nur ein geringer Anteil des Chlortalidons frei vor, da der Wirkstoff sich in hohem Maße in Erythrozyten anreichert und an Plasmaproteine bindet. Aufgrund der ausgeprägten hochaffinen Bindung an die Carboanhydrase der Erythrozyten wurden im Steady-State während der Behandlung mit 50-mg-Dosen nur etwa 1,4 % des im Vollblut insgesamt enthaltenen Chlortalidons im Plasma wiedergefunden. Die Plasmaproteinbindung liegt in vitro bei rund 76 %, das Hauptbindungsprotein ist Albumin.

Chlortalidon passiert die Plazentaschranke und geht in die Muttermilch über. Bei Frauen, die vor und nach der Entbindung mit 50 mg Chlortalidon behandelt wurden, ist die Chlortalidonkonzentration im fetalen Vollblut etwa 15 % so hoch wie im mütterlichen Blut. Die Chlortalidonkonzentrationen im Fruchtwasser und in der Muttermilch betragen etwa 4 % der Konzentration im mütterlichen Blut.

Metabolisierung

Metabolisierung und hepatische Ausscheidung in die Gallenflüssigkeit stellen einen Eliminationsweg geringerer Bedeutung dar. Etwa 70 % der Dosis werden, hauptsächlich in unveränderter Form, im Zeitraum von 120 Stunden über Urin und Fäzes ausgeschieden.

Elimination

Chlortalidon wird aus dem Vollblut und Plasma mit einer Eliminationshalbwertszeit von durchschnittlich 50 Stunden eliminiert. Bei dauerhafter Anwendung bleibt die Eliminationshalbwertszeit unverändert. Der Großteil einer aufgenommenen Dosis Chlortalidon wird über die Nieren ausgeschieden; die mittlere renale Clearance beträgt 60 ml/min.

Eingeschränkte Nieren-/Leberfunktion

Eine Nierenfunktionsstörung verändert nicht die Pharmakokinetik von Chlortalidon, da der limitierende Faktor für die Rate der Elimination des Wirkstoffs aus dem Blut bzw. Plasma wahrscheinlich die Affinität des Wirkstoffs zur Carboanhydrase der Erythrozyten ist. Eine Dosisanpassung ist bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion nicht erforderlich.

Ältere Patienten

Die Elimination von Chlortalidon erfolgt bei gleicher Resorptionsrate bei älteren Patienten langsamer als bei jüngeren, gesunden Erwachsenen. Deshalb ist bei der Behandlung von Patienten fortgeschrittenen Alters mit Chlortalidon eine engmaschige medizinische Beobachtung angezeigt.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Symptome und Therapie einer akuten Intoxikation siehe unter Abschnitt 4.9.

Reproduktionstoxizität

Teratogenitätsstudien an Ratten und Kaninchen zeigten keine Hinweise auf ein teratogenes Potential. Für Chlortalidon liegen unzureichende Erfahrungen mit der Anwendung in der Frühschwangerschaft vor. Eine Studie mit 20 im ersten Trimenon exponierten Frauen hat Anhaltspunkte für ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko ergeben.

Tumorerzeugendes und mutagenes Potential

Chlortalidon induziert in Säugerzellen In-vitro-Chromosomenmutationen. In-vivo-Experimente an Mäusen erbrachten keine derartigen Hinweise im Knochenmark und in Hepatozyten. Die Bedeutung der positiven In-vitro-Befunde ist nicht ausreichend geklärt. Langzeituntersuchungen am Tier auf ein tumorerzeugendes Potential von Chlortalidon liegen nicht vor.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Mikrokristalline Cellulose

Eisen(III)-hydroxid-oxid x H2O

Natriumdodecylsulfat

Povidon K-30

Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A) (Ph.Eur.)

Hochdisperses Siliciumdioxid

Magnesiumstearat (Ph.Eur.) [pflanzlich]

6.2 Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend

6.3 Dauer der Haltbarkeit

2 Jahre

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für diese Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Chlortalidon AXiromed 12,5/25/50 mg Tabletten sind in Blisterpackungen verpackt als: Transparente PVC/PVDC-Blisterpackung 90 g/m² mit 0,025 mm dicke einfarbiger Aluminiumfolie und Alu-Alu-Blisterpackung mit 0,025 mm dicker einfarbiger Aluminiumfolie.

Die Tabletten sind in Blisterpackungen mit 50, 90 oder 100 Tabletten erhältlich.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen

7. INHABER DER ZULASSUNG

Medical Valley Invest AB

Beiname: AXiromed, Xiromed

Brädgårdsvägen 28

236 32 Höllviken

Schweden

8. ZULASSUNGSNUMMERN

Chlortalidon AXiromed 12,5 mg Tabletten: 7008001.00.00 Chlortalidon AXiromed 25 mg Tabletten: 7008002.00.00 Chlortalidon AXiromed 50 mg Tabletten: 7008003.00.00

9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG

25.01.2025

10. STAND DER INFORMATION

09.2026

11. VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

Über dieses Dokument

Quelle: BfArM – Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (AMIce) · Zulassungsnummer: 7008001.00.00 · ENR 7008001

Stand der Information laut Text: 09/2026

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Fakten zu Chlortalidon AXiromed 12,5 mg Tabletten

Rezeptpflicht
Verschreibungspflichtig?
  • Sie erhalten das Arzneimittel nur mit einem ärztlichen Rezept in der Apotheke.
  • Rechtsgrundlage laut BfArM: verschreibungspflichtig gemäß § 48(1),(2)2 AMG.
Wirkstoff Chlortalidon 12,5 mg
Darreichungsform Tablette
Art der Anwendung Zum Einnehmen
Art des Arzneimittels Chemisches Arzneimittel
Sonstige Bestandteile
Mikrokristalline Cellulose, Eisen(III)-hydroxid-oxid x H<2>O, Natriumdodecylsulfat, Povidon K30 und 3 weitere+

Mikrokristalline Cellulose, Eisen(III)-hydroxid-oxid x H<2>O, Natriumdodecylsulfat, Povidon K30, Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A) (Ph.Eur.), Hochdisperses Siliciumdioxid, Magnesiumstearat (Ph.Eur.) [pflanzlich]

Packungsgrößen 50 Stück, 90 Stück, 100 Stück
Haltbarkeit 2 Jahre (ungeöffnete Packung)
Lagerung Lagerung und Transport: Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich
Fälschungsschutz Ja – die Packung trägt einen individuellen Code und einen Erstöffnungsschutz (securPharm), die Apotheke prüft die Echtheit
ATC-Klassifikation
  1. C Kardiovaskuläres System
    1. C03 Diuretika
      1. C03B Low-ceiling-Diuretika, exkl. Thiazide
        1. C03BA Sulfonamide, rein
          1. C03BA04 Chlortalidon
Referenzarzneimittel Generikum von Hygroton 50mg
Zulassung 7008001.00.00, seit 26.01.2025; dezentrales Verfahren (mehrere EU-Staaten)
Pharmazeutischer Unternehmer Medical Valley Invest AB HR-Beiname: AXiromed, Xiromed, 236 32 HÖLLVIKEN, Schweden
Hersteller (Freigabe) Laboratorios Liconsa S.A. (BS 1), Laboratorios Liconsa S.A.
PZN 20162331, 20162325

Quelle: BfArM, Arzneimittel-Informationssystem AMIce (ENR 7008001), Datensatz vom 15.09.2026. Angaben ohne Gewähr – fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke.