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Forlax 10 g – Fachinformation (SmPC) für Ärzte und Apotheker

Die Fachinformation richtet sich an Ärzte und Apotheker. Verständliche Hinweise für Patienten enthält der Beipackzettel: Einnahme, Nebenwirkungen, Andere Arzneimittel, Schwangerschaft und Stillzeit.

Aktualisiert:
Fakten
Status:
Apothekenpflichtig, rezeptfrei
Stärke:
10 g
Wirkstoff:

Fachinformation - Forlax 10 g (Mayoly Pharma France Rechtsform: S.A.S.)

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Forlax 10 g

Pulver zur Herstellung einer Lösung zum Einnehmen

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Macrogol 4000 10 g pro Beutel.

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung

Dieses Arzneimittel enthält 1,7 mg Sorbitol (E420) pro Beutel.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Pulver zur Herstellung einer Lösung zum Einnehmen.

Nahezu weißes Pulver mit Geruch und Geschmack nach Orange-Grapefruit.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Symptomatische Behandlung einer Obstipation bei Erwachsenen und bei Kindern ab 8 Jahren.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Zum Einnehmen.

Dosierung

1 – 2 Beutel (10 – 20 g) täglich, die vorzugsweise als eine Dosis morgens eingenommen werden sollten. Die tägliche Dosis sollte gemäß klinischer Wirkung angepasst werden und kann von einem Beutel alle zwei Tage (vor allem bei Kindern) bis zu 2 Beuteln am Tag variieren.

Die Wirkung von Forlax 10 g tritt 24 bis 48 Stunden nach der Einnahme ein.

Kinder und Jugendliche

Bei Kindern sollte die Behandlungsdauer 3 Monate nicht überschreiten, da darüber hinaus keine klinischen Daten vorliegen. Eine Anwendung von Forlax 10 g bei Kindern unter 8 Jahren wird nicht empfohlen, da die Dosisstärke für diese Patientengruppe nicht geeignet ist. Es stehen jedoch für diese Patientengruppe geeignete Dosisstärken bzw. Darreichungsformen zur Verfügung.

Das behandlungsbedingte Wiedereinsetzen der Darmtätigkeit wird durch eine gesunde Lebensführung und Ernährung aufrechterhalten.

Art der Anwendung Zum Einnehmen

Der Inhalt eines jeden Beutels wird unmittelbar vor der Einnahme in ca. 50 ml Wasser aufgelöst und morgens eingenommen. Die gewonnene Lösung ist klar und durchsichtig wie Wasser.

4.3 Gegenanzeigen

  • Schwere entzündliche Darmerkrankungen (z. B. Colitis ulcerosa, Morbus Crohn) oder toxisches Megakolon
  • Perforation oder Gefahr einer Perforation im Verdauungstrakt
  • Ileus oder Verdacht auf intestinale Obstruktion
  • Abdominalschmerz unbestimmten Ursprungs
  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Vor Behandlungsbeginn muss eine organische Funktionsstörung ausgeschlossen werden.

Besondere Warnhinweise

Die Behandlung der Verstopfung mit Arzneimitteln ist nur eine Unterstützung einer gesunden Lebensführung und Ernährung, zum Beispiel:

  • gesteigerte Flüssigkeitsaufnahme, ballaststoffreiche Ernährung
  • geeignete körperliche Aktivitäten und Trainieren der Darmtätigkeit gemäß fachlichem Rat

Wenn die Symptome trotz begleitender diätetischer Maßnahmen bestehen bleiben, ist zu klären, ob eine behandlungsbedürftige organische Ursache zugrunde liegt. Vor Beginn der Behandlung sollte eine organische Erkrankung ausgeschlossen werden.

Forlax 10 g enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Beutel, d. h. es ist nahezu „natriumfrei“.

Bei Kindern sollte die Behandlungsdauer maximal 3 Monate betragen. Wenn die Symptome trotz begleitender diätetischer Maßnahmen bestehen bleiben, sollte überlegt werden, ob diesen eine organische Ursache zu Grunde liegt, die behandelt werden sollte.

Im Fall von Diarrhoe ist bei Patienten mit dem Risiko von Störungen des Wasser-Elektrolyt-Haushalts (z. B. ältere Menschen oder Patienten mit gestörter Leber- oder Nierenfunktion oder Patienten, die Diuretika einnehmen), Vorsicht geboten und eine Kontrolle der Elektrolyte in Erwägung zu ziehen.

Mit Vorsicht anzuwenden bei Patienten mit beeinträchtigtem Würgereflex und Patienten, die zu Regurgitation oder Aspiration neigen. Neurologisch beeinträchtigte Kinder mit oralmotorischer Funktionsstörung unterliegen einem besonderen Risiko zur Aspiration.

Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung Forlax 10 g enthält eine nicht signifikante Menge an Zucker oder Zuckeralkoholen und kann Diabetikern oder Patienten, die eine Galaktose-freie Diät einhalten müssen, verordnet werden.

Bei Patienten mit Schluckbeschwerden, die den Zusatz eines Lebensmittelverdickers zu Flüssigkeiten benötigen, um sie angemessen schlucken zu können, sind Wechselwirkungen zu berücksichtigen, siehe Abschnitt 4.5.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Während der Anwendung mit Forlax 10 g kann die Resorption anderer Arzneimittel vorübergehend reduziert sein, was insbesondere bei Arzneimitteln mit einer engen therapeutischen Breite oder einer kurzen Halbwertszeit, wie Digoxin, Antiepileptika, Cumarinen und Immunsuppressiva, zu einer verminderten Wirksamkeit führen kann.

Falls Forlax 10 g mit stärkebasierten Verdickungsmitteln in Lebensmitteln verwendet wird, kann es zu einer potentiellen Wechselwirkung kommen. Der Bestandteil Macrogol wirkt der verdickenden Wirkung von Stärke entgegen und hat einen verflüssigenden Effekt auf Präparate, die für Menschen mit Schluckbeschwerden dick bleiben müssen.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Bisher liegen begrenzte Erfahrungen (weniger als 300 Schwangerschaftsausgänge) mit der Anwendung von Forlax 10 g bei Schwangeren vor.

Tierexperimentelle Studien ergaben keine Hinweise auf direkte oder indirekte gesundheitsschädliche Wirkungen in Bezug auf eine Reproduktionstoxizität (s. Abschnitt 5.3).

Da die systemische Exposition durch Forlax 10 g zu vernachlässigen ist, wird davon ausgegangen, dass während einer Schwangerschaft keine unerwünschten Wirkungen auftreten.

Forlax 10 g kann während der Schwangerschaft eingenommen werden.

Stillzeit

Es gibt keine Informationen darüber, ob Forlax 10 g in die Muttermilch übergeht. Auswirkungen auf den Säugling sind nicht zu erwarten, da Macrogol 4000 von der stillenden Mutter kaum resorbiert wird. Forlax 10 g kann während der Stillzeit eingenommen werden.

Fertilität

Mit Forlax 10 g wurden keine Fertilitätsstudien durchgeführt. Da jedoch Macrogol 4000 nicht signifikant resorbiert wird, ist keine Wirkung auf die Fertilität zu erwarten.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen durchgeführt. Forlax 10 g hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.

4.8 Nebenwirkungen

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

Sehr häufig (≥ 1/10); Häufig (≥ 1/100 bis < 1/10); Gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100); Selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000); Sehr selten (< 1/10.000); Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Erwachsene:

Die Nebenwirkungen in der folgenden Liste wurden in klinischen Prüfungen (600 erwachsene Patienten) und nach Markteinführung berichtet. Im Allgemeinen waren die Nebenwirkungen meist schwach und vorübergehend und betrafen hauptsächlich den Gastrointestinaltrakt.

SystemorganklasseNebenwirkungen

Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes

HäufigAbdominalschmerz, Meteorismus, Diarrhoe, Übelkeit
GelegentlichErbrechen, imperativer Stuhldrang, Stuhlinkontinenz

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Nicht bekanntElektrolytstörungen (Hyponatriämie, Hypokaliämie) und/oder Dehydratation, insbesondere bei älteren Patienten

Erkrankungen des Immunsystems

Nicht bekanntÜberempfindlichkeitsreaktionen (anaphylaktischer Schock, Angioödem, Urtikaria, Exanthem, Pruritus, Erythem)

Schwefeldioxid kann selten schwere Überempfindlichkeitsreaktionen und Bronchospasmen hervorrufen.

Kinder und Jugendliche:

Die Nebenwirkungen in der folgenden Liste wurden in klinischen Prüfungen mit 147 Kindern im Alter von 6 Monaten bis 15 Jahren und nach Markteinführung berichtet. Wie bei Erwachsenen waren die Nebenwirkungen im Allgemeinen meist schwach und vorübergehend und betrafen hauptsächlich den Gastrointestinaltrakt.

SystemorganklasseNebenwirkungen

Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes

HäufigAbdominalschmerz, Diarrhoe *
GelegentlichErbrechen, Meteorismus, Übelkeit

Erkrankungen des Immunsystems

Nicht bekanntÜberempfindlichkeitsreaktionen (Anaphylaktischer Schock, Angioödem, Urtikaria, Exanthem, Pruritus)

* Diarrhoe kann perianale Entzündung verursachen.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimttels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger- Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Diarrhoe, Abdominalschmerzen und Erbrechen wurden berichtet. Diarrhoe aufgrund von Überdosierung klingt ab, wenn die Behandlung vorübergehend unterbrochen oder die Dosis reduziert wird. In Fällen von schwerer Diarrhoe können Gewichtsverlust und eine Elektrolytverschiebung auftreten. Hoher Flüssigkeitsverlust durch Diarrhoe oder Erbrechen kann eine Korrektur des Elektrolythaushaltes erfordern.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Mittel gegen Obstipation

ATC-Code: A06 AD15

Macrogole mit einem hohen Molekulargewicht (4000) sind lange lineare Polymere, welche Wassermoleküle über Wasserstoffbrücken binden. Bei oraler Anwendung erhöhen diese das Volumen der Darmflüssigkeit. Das Volumen der nicht resorbierten Darmflüssigkeit ergibt die abführenden Eigenschaften der Lösung.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Die pharmakokinetischen Daten bestätigen, dass Macrogol 4000 weder im Magen-Darm-Trakt resorbiert wird, noch dass eine Metabolisierung nach oraler Einnahme stattfindet.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Toxikologische Studien an verschiedenen Tierarten zeigten keine Anzeichen einer systemischen oder lokalen gastrointestinalen Toxizität von Macrogol 4000. Macrogol 4000 hatte weder eine teratogene noch mutagene Wirkung. Studien an Ratten zu möglichen Arzneimittelwechselwirkungen mit NSAIDs, Antikoagulantien, Stoffen, die die Magensekretion hemmen oder antidiabetisch wirkenden Sulfonamiden zeigten, dass Forlax 10 g die gastrointestinale Resorption dieser Substanzen nicht beeinflusste. Es wurden keine Kanzerogenitätsstudien durchgeführt.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Saccharin-Natrium (E 954), Orange-Grapefruit-Aroma

* Zusammensetzung des Orange-Grapefruit-Aromas: essenzielle Orangen- und Grapefruitöle, Orangensaftkonzentrat, Citral, Acetaldehyd, Linalol, Ethylbutyrat, α-Terpineol, Octanal, β–γ-Hexenol, Maltodextrin, Gummi arabicum, Sorbitol (E420), Butylhydroxyanisol (BHA; E 320), Schwefeldioxid (E 220).

6.2 Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Papier/Aluminium/PE-Beutel

Portionsbeutel in Packungen mit 10, 20, 40 und 50 Beuteln

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.

7. INHABER DER ZULASSUNG

MAYOLY PHARMA FRANCE

3 Place Renault

92500 Rueil-Malmaison

Frankreich

8. ZULASSUNGSNUMMER

41469.00.00

9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG / VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

29.04.1999 / 11.07.2008

10. STAND DER INFORMATION

Februar 2025

11. VERKAUFSABGRENZUNG

Apothekenpflichtig

Über dieses Dokument

Quelle: BfArM – Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (AMIce) · Zulassungsnummer: 41469.00.00 · ENR 2141469

Stand der Information laut Text: 02/2025

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Die Informationen auf dieser Website ersetzen nicht den Rat eines Arztes oder Apothekers.

Fakten zu Forlax 10 g (Mayoly Pharma France Rechtsform: S.A.S.)

Rezeptpflicht
Apothekenpflichtig, rezeptfrei?
  • Sie erhalten das Arzneimittel ohne Rezept, aber nur in der Apotheke. Lassen Sie sich dort beraten.
  • Rechtsgrundlage laut BfArM: apothekenpflichtig gemäß §43 oder §46 AMG.
Wirkstoff Macrogol 4000 10 g
Darreichungsform Lösung
Art der Anwendung Einnehmen nach Auflösen
Sonstige Bestandteile Saccharin-Natrium (Ph.Eur.), Orangen-Grapefruit-Aroma, Pulver, künstlich, 32/D/114, International Flavors & Fragrances (IFF)
Packungsgrößen 101,67 g, 203,34 g, 406,68 g, 508,35 g
Haltbarkeit 3 Jahre (ungeöffnete Packung)
ATC-Klassifikation
  1. A Alimentäres System und Stoffwechsel
    1. A06 Mittel gegen Obstipation
      1. A06A Mittel gegen Obstipation
        1. A06AX Andere Mittel gegen Obstipation
Zulassung 41469.00.00, seit 04.05.1999, verlängert 16.07.2008; nationales Verfahren (Deutschland)
Pharmazeutischer Unternehmer Mayoly Pharma France Rechtsform: S.A.S., 92500 RUEIL-MALMAISON, Frankreich
Hersteller (Freigabe) Mayoly Industrie (BS 1)
Frühere Namen Forlax (ab 26.04.1999), Curiso (ab 29.06.1999), Forlax 4000 (ab 23.08.1999), Dulcolax M Balance (ab 22.06.2009)

Quelle: BfArM, Arzneimittel-Informationssystem AMIce (ENR 2141469), Datensatz vom 09.05.2026. Angaben ohne Gewähr – fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke.