Fachinformation - Furosemid AbZ 125 mg Tabletten
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Furosemid AbZ 125 mg Tabletten
Furosemid AbZ 250 mg Tabletten
Furosemid AbZ 500 mg Tabletten
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Furosemid AbZ 125 mg Tabletten
Jede Tablette enthält 125 mg Furosemid.
Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung
Jede Tablette enthält 32,1 mg Lactose-Monohydrat.
Furosemid AbZ 250 mg Tabletten
Jede Tablette enthält 250 mg Furosemid.
Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung
Jede Tablette enthält 64,2 mg Lactose-Monohydrat.
Furosemid AbZ 500 mg Tabletten
Jede Tablette enthält 500 mg Furosemid.
Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung
Jede Tablette enthält 128,4 mg Lactose-Monohydrat.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Tablette
Furosemid AbZ 125 mg Tabletten
Weiße oder fast weiße, runde, bikonvexe Tabletten mit Bruchkerbe auf einer Seite und glatter Oberfläche auf der anderen Seite. Durchmesser: ca. 9 mm
Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.
Furosemid AbZ 250 mg Tabletten
Weiße oder fast weiße, runde, bikonvexe Tabletten mit zwei gekreuzt verlaufenden Bruchkerben auf einer Seite der Tablette und glatter Oberfläche auf der anderen Seite. Durchmesser: ca. 11 mm Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.
Furosemid AbZ 500 mg Tabletten
Weiße oder fast weiße, runde, bikonvexe Tabletten mit zwei gekreuzt verlaufenden Bruchkerben auf einer Seite der Tablette und glatter Oberfläche auf der anderen Seite. Durchmesser: ca. 14 mm Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Furosemid AbZ Tabletten werden angewendet bei erwachsenen Patienten mit Ödemen und stark verminderter Glomerulumfiltration (glomeruläre Filtrationsrate [GFR] < 20 ml/min).
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Dosierung
Die Dosierung sollte individuell − vor allem nach dem Behandlungserfolg − festgelegt werden. Es ist stets die niedrigste Dosis anzuwenden, mit der der gewünschte Effekt erzielt wird.
Erwachsene
Beim nephrotischen Syndrom beträgt die Dosis in der Regel 250 mg bis 500 mg Furosemid täglich. In anderen Anwendungsgebieten kann die Dosis von 250 mg bis 1 500 mg Furosemid täglich variieren.
Bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz muss die Dosis sorgfältig eingestellt werden, sodass die Ausschwemmung von Ödemen allmählich erfolgt.
Der Hydratationsstatus und die Serumelektrolyte des Patienten sollen überwacht und das Ansprechen auf die Behandlung regelmäßig bewertet werden.
Die Dauer der Anwendung richtet sich nach Art und Schwere der Erkrankung.
Kinder und Jugendliche
Die Sicherheit und Wirksamkeit der Furosemid AbZ-Stärken 125 mg, 250 mg und 500 mg bei Kindern und Jugendlichen im Alter von unter 18 Jahren ist nicht erwiesen. Es liegen keine Daten vor. Andere Darreichungsformen/Stärken können für die Anwendung bei dieser Patientengruppe besser geeignet sein.
Ältere Menschen
Es wird eine vorsichtige Titration beginnend mit einer niedrigen Dosis empfohlen, bis die gewünschte Wirkung erreicht ist.
Art der Anwendung
Zum Einnehmen. Die Tabletten sind nüchtern und unzerkaut mit viel Flüssigkeit einzunehmen.
4.3 Gegenanzeigen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile. Patienten, die allergisch gegen Sulfonamide (z. B. Sulfonamid-Antibiotika oder Sulfonylharnstoffe) sind, können eine Kreuzallergie gegenüber Furosemid aufweisen.
- Normale Nierenleistung sowie eingeschränkte Nierenfunktion mit Glomerulumfiltratwerten größer als 20 ml/min, da in diesen Fällen die Gefahr eines zu starken Flüssigkeits- und Elektrolytverlustes besteht
- Coma und Praecoma hepaticum im Zusammenhang mit einer hepatischen Enzephalopathie
- Nierenversagen mit Anurie
- Hypokaliämie
- Hyponatriämie
- Hypovolämie oder Dehydratation
- Stillzeit
- Digitalisintoxikation (z. B. Digoxin, Digitoxin)
- Morbus Addison
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Der diuresesteigernde Effekt sollte regelmäßig kontrolliert werden.
Eine besonders sorgfältige Überwachung ist erforderlich bei:
- Hypotonie
- Gicht (regelmäßige Kontrolle der Harnsäure im Serum)
- Harnabflussbehinderung (z. B. bei Prostatahypertrophie, Hydronephrose, Ureterstenose)
- Hypoproteinämie, z. B. bei nephrotischem Syndrom (vorsichtige Einstellung der Dosierung)
- Leberzirrhose und begleitender Nierenfunktionsstörung
- Patienten, die durch einen unerwünscht starken Blutdruckabfall besonders gefährdet wären, z. B. Patienten mit zerebrovaskulären Durchblutungsstörungen oder koronarer Herzkrankheit
Frühgeborenen (Gefahr der Entwicklung einer Nephrokalzinose/Nephrolithiasis; die
Nierenfunktion ist zu überwachen und eine Nierensonographie durchzuführen).
Furosemid darf nur bei Patienten mit einer deutlichen Verringerung der glomerulären Filtration angewendet werden. Andernfalls besteht die Gefahr eines übermäßigen Flüssigkeits- und Elektrolytverlusts.
Unter Furosemid wurden Lichtempfindlichkeitsreaktionen beobachtet (siehe Abschnitt 4.8). Treten während der Behandlung Lichtempfindlichkeitsreaktionen auf, wird empfohlen, die Behandlung abzubrechen. Wenn eine erneute Behandlung erforderlich ist, wird empfohlen, die der Sonne oder künstlichem UVA-Licht ausgesetzten Bereiche zu schützen.
Bei Frühgeborenen mit Atemnotsyndrom kann eine diuretische Behandlung mit Furosemid in den ersten Lebenswochen das Risiko eines persistierenden Ductus arteriosus Botalli erhöhen.
Bei Patienten, die mit Furosemid behandelt werden, kann eine symptomatische Hypotonie mit Schwindel, Ohnmacht oder Bewusstlosigkeit auftreten. Das betrifft insbesondere ältere Menschen, Patienten, die gleichzeitig andere Medikamente einnehmen, die Hypotonie verursachen können, und Patienten mit anderen Erkrankungen, die mit einem Hypotonierisiko verbunden sind.
Während einer Langzeittherapie mit Furosemid sollten die Serumelektrolyte (insbesondere Kalium, Natrium, Kalzium, Magnesium, Chlorid), Bikarbonat, Kreatinin, Harnstoff und Harnsäure sowie der Blutzucker regelmäßig kontrolliert werden. Eine regelmäßige Überwachung ist erforderlich bei Patienten mit einem hohen Risiko, Elektrolytstörungen zu entwickeln, oder im Falle eines signifikanten Flüssigkeitsverlustes (z. B. durch Erbrechen, Diarrhö oder intensives Schwitzen). Hypovolämie, Dehydratation, wesentliche Elektrolytstörungen und Störungen im Säure-Basen-Haushalt müssen korrigiert und die Behandlung gegebenenfalls abgesetzt werden.
Hypokaliämie
Eine Hypokaliämie ist zu berücksichtigen, insbesondere bei älteren Patienten, bei Patienten mit Leberzirrhose, gleichzeitiger Behandlung mit Kortikosteroiden, einseitiger Ernährung und Missbrauch von Laxanzien. Es ist ratsam, die Kaliumkonzentration im Plasma regelmäßig zu kontrollieren, insbesondere bei höheren Dosen und bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen, und gegebenenfalls eine zusätzliche Kaliumtherapie durchzuführen. Dies ist besonders wichtig bei gleichzeitiger Behandlung mit Digoxin, da ein Kaliummangel Symptome einer Digitalisintoxikation hervorrufen oder verschlimmern kann. Bei einer Langzeitanwendung von Furosemid AbZ wird empfohlen, eine kaliumreiche Ernährung (Kartoffeln, Bananen, Tomaten, Zitrusfrüchte, Fruchtsäfte, Trockenfrüchte, Blumenkohl und Spinat) zu verordnen.
Blutzucker
Die hyperglykämische Wirkung ist gering. Die Überwachung des Blutzuckerspiegels soll bei Diabetes und Prädiabetes verstärkt werden.
Nierenfunktion
Eine starke Diurese bei eingeschränkter Nierenfunktion kann zu einer reversiblen Nierenfunktionsbeeinträchtigung führen. Bei diesen Patienten ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr erforderlich. Die Nierenfunktion ist daher regelmäßig zu kontrollieren.
Der Harnabfluss muss gewährleistet sein. Bei Patienten mit einer teilweisen Obstruktion der Harnwege (z. B. Patienten mit Hydronephrose, Nephrolithiasis, Harnblasenerkrankungen, Prostatahyperplasie oder Ureterstriktur) kann eine erhöhte Urinproduktion Beschwerden verursachen oder verschlimmern. Diese Patienten müssen insbesondere während der Anfangsphase der Behandlung engmaschig überwacht werden.
Metabolismus
Eine bereits bestehende metabolische Alkalose kann sich unter der Behandlung mit Furosemid AbZ verschlimmern (z. B. bei dekompensierter Leberzirrhose).
Während der Behandlung mit Furosemid AbZ kann der Harnsäurespiegel im Plasma ansteigen; dies führt nur in Ausnahmefällen zu Gicht-Symptomen.
Auch die Cholesterin- und Triglyceridwerte im Blut können vorübergehend erhöht sein. Bei fortgesetzter Behandlung normalisieren sich die Werte in der Regel innerhalb von sechs Monaten.
Hyperkalzämie
Bei akuter Hyperkalzämie ist der Patient aufgrund von Erbrechen und Diurese häufig dehydriert. Daher sollte vor der Verabreichung von Furosemid AbZ der Dehydratationszustand korrigiert werden. Die Behandlung von Hyperkalzämie mit hochdosiertem Furosemid führt zu Flüssigkeits- und Elektrolytverlust. Bei dieser Behandlung ist ein adäquater Flüssigkeitsersatz und eine Elektrolytkorrektur erforderlich.
Levothyroxin
Hohe Dosen von Furosemid können die Proteinbindung von Schilddrüsenhormonen hemmen, was zunächst zu einem erhöhten Spiegel an freien Schilddrüsenhormonen führen kann, was wiederum zu einer allgemeinen Abnahme des Gesamt-Schilddrüsenhormonspiegels führt. Der Schilddrüsenhormonspiegel sollte überwacht werden.
Der durch die erhöhte Urinausscheidung bedingte Gewichtsverlust sollte unabhängig vom Ausmaß der Urinausscheidung 1 kg/Tag nicht überschreiten.
Bei Patienten mit nephrotischem Syndrom muss eine Dosisanpassung aufgrund des erhöhten Risikos von Nebenwirkungen mit Vorsicht erfolgen.
Gleichzeitige Anwendung mit Risperidon
In placebokontrollierten Studien bei älteren Patienten mit Demenz wurde eine höhere Mortalitätsinzidenz bei Patienten beobachtet, die gleichzeitig mit Furosemid und Risperidon behandelt wurden (7,3 %, Durchschnittsalter 89 Jahre, Altersspanne 75-97 Jahre), im Vergleich zu Patienten, die Risperidon allein (3,1 %, Durchschnittsalter 84 Jahre, Altersspanne 70-96 Jahre) oder Furosemid allein (4,1 %, Durchschnittsalter 80 Jahre, Altersspanne 67-90 Jahre) erhalten hatten. Die gleichzeitige Anwendung von Risperidon mit anderen Diuretika (hauptsächlich niedrig dosierte Thiaziddiuretika) war nicht mit einem ähnlichen Befund assoziiert.
Ein pathophysiologischer Mechanismus zur Erklärung dieser Beobachtung konnte nicht identifiziert werden, und es wurde kein einheitliches Muster für die Todesursache festgestellt. Dennoch ist Vorsicht angezeigt, und Risiken und Nutzen dieser Kombination oder der gleichzeitigen Behandlung mit anderen stark wirksamen Diuretika sind vor der Therapieentscheidung abzuwägen. Die Mortalitätsinzidenz war bei Patienten, die andere Diuretika als Begleittherapie zu Risperidon erhalten hatten, nicht erhöht. Behandlungsunabhängig war Dehydratation ein allgemeiner Risikofaktor für Mortalität und soll daher bei älteren Patienten mit Demenz vermieden werden (siehe Abschnitt 4.3).
Es besteht die Möglichkeit einer Exazerbation oder Aktivierung eines systemischen Lupus erythematodes.
Furosemid wird nicht zur vorbeugenden Diurese bei Patienten mit hohem Risiko einer Kontrastmittelnephropathie empfohlen (siehe Abschnitt 4.5).
Doping
Die Anwendung von Furosemid AbZ kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen. Die Anwendung von Furosemid AbZ als Dopingmittel kann zu einer Gefährdung Ihrer Gesundheit führen.
Sonstige Bestandteile
Lactose
Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, völligem Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nicht einnehmen.
Natrium
Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Tablette, d. h. es ist nahezu „natriumfrei“.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Die gleichzeitige Anwendung von Furosemid und Glukokortikoiden, Carbenoxolon oder Laxanzien kann zu verstärkten Kaliumverlusten mit dem Risiko, dass sich eine Hypokaliämie entwickelt, führen. Große Mengen Lakritze wirken in dieser Hinsicht wie Carbenoxolon.
Die gleichzeitige Gabe von Carbamazepin kann das Risiko einer Hyponatriämie erhöhen.
Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) (z. B. Indomethacin, Acetylsalicylsäure) können die Wirkung von Furosemid verringern. NSAR können bei Patienten, die Furosemid einnehmen und eine Hypovolämie oder Dehydratation entwickeln, zu akutem Nierenversagen führen.
Probenecid, Methotrexat und andere Arzneimittel, die wie Furosemid in der Niere beträchtlich tubulär sezerniert werden, können die Wirkung von Furosemid abschwächen. Furosemid kann die renale Ausscheidung solcher Substanzen verringern, was zu erhöhten Serumspiegeln und einem höheren Risiko unerwünschter Ereignisse führen kann, insbesondere bei Patienten, die eine hochdosierte Therapie mit Furosemid oder dem entsprechenden Wirkstoff erhalten.
Bei gleichzeitiger Gabe von Phenytoin wurde eine Wirkungsabschwächung von Furosemid beschrieben.
Da Sucralfat die Aufnahme von Furosemid aus dem Darm vermindert und somit dessen Wirkung abschwächt, sollten die beiden Arzneimittel in einem zeitlichen Abstand von mindestens 2 Stunden angewendet werden.
Es ist zu beachten, dass aufgrund einer durch Furosemid verursachten Hypokaliämie und/oder Hypomagnesiämie die Empfindlichkeit des Myokards gegenüber Herzglykosiden erhöht ist. Das Risiko für ventrikuläre Arrhythmien (einschließlich Torsades de Pointes) kann in Kombination mit Wirkstoffen, die mit dem Long-QT-Syndrom assoziiert sind (z. B. Terfenadin, einige Antiarrhythmika der Klassen I und III), sowie bei Vorliegen von Elektrolytstörungen erhöht sein.
Die Toxizität hoch dosierter Salicylate kann bei gleichzeitiger Anwendung von Furosemid verstärkt werden.
Furosemid kann die schädlichen Effekte nephrotoxischer Arzneimittel (z. B. Antibiotika wie Aminoglykoside, Cephalosporine, Polymyxine) verstärken.
Bei Patienten, die gleichzeitig mit Furosemid und hohen Dosen bestimmter Cephalosporine behandelt werden, kann es zu einer Verschlechterung der Nierenfunktion kommen.
Die Ototoxizität von Aminoglykosiden (z. B. Kanamycin, Gentamicin, Tobramycin) und anderen ototoxischen Arzneimitteln kann bei gleichzeitiger Gabe von Furosemid verstärkt werden. Resultierende Hörstörungen können irreversibel sein. Die gleichzeitige Anwendung der genannten Arzneimittel sollte daher vermieden werden.
Bei gleichzeitiger Anwendung von Cisplatin und Furosemid ist mit der Möglichkeit eines Hörschadens zu rechnen. Wird bei einer Cisplatin-Behandlung eine forcierte Diurese mit Furosemid angestrebt, so darf Furosemid nur in niedriger Dosis (z. B. 40 mg bei normaler Nierenfunktion) und bei positiver Flüssigkeitsbilanz eingesetzt werden. Andernfalls kann es zu einer Verstärkung der Nephrotoxizität von Cisplatin kommen.
Die gleichzeitige Gabe von Furosemid und Lithium führt über eine verminderte Lithiumausscheidung zu einer Verstärkung der kardio- und neurotoxischen Wirkung des Lithiums. Daher wird empfohlen, bei Patienten, die diese Kombination benötigen, die Lithiumwerte sorgfältig zu überwachen.
Wenn andere Antihypertensiva, Diuretika oder Arzneimittel mit blutdrucksenkendem Potenzial gleichzeitig mit Furosemid angewendet werden, ist ein stärkerer Blutdruckabfall zu erwarten. Massive Blutdruckabfälle bis zum Schock und eine Verschlechterung der Nierenfunktion (in Einzelfällen akutes Nierenversagen) wurden insbesondere beobachtet, wenn ein ACE-Hemmer oder Angiotensin-II-Rezeptorantagonist zum ersten Mal oder erstmals in höherer Dosierung gegeben wurde. Wenn möglich sollte die Furosemid-Therapie daher vorübergehend eingestellt oder zumindest die Dosis für 3 Tage reduziert werden, bevor die Therapie mit einem ACE-Hemmer oder Angiotensin-II-Rezeptorantagonisten begonnen oder seine Dosis erhöht wird.
Furosemid kann die Wirkung von Theophyllin und Curare-artigen Muskelrelaxanzien verstärken.
Furosemid kann die Wirkung von Antidiabetika und Sympathomimetika (z. B. Adrenalin, Noradrenalin) verringern.
Bei Patienten, die mit Risperidon behandelt werden, ist Vorsicht angezeigt, und Risiken und Nutzen der Kombination oder gleichzeitigen Behandlung mit Furosemid oder mit anderen stark wirksamen Diuretika sind vor der Therapieentscheidung abzuwägen (siehe Abschnitt 4.4).
Hohe Dosen Furosemid können die Bindung von Schilddrüsenhormonen (z. B. Levothyroxin) an Transportproteine inhibieren. Dadurch kann es zu einem anfänglichen, vorübergehenden Anstieg freier Schilddrüsenhormone kommen, insgesamt gefolgt von einer Abnahme des Gesamt-Schilddrüsenhormonspiegels. Der Schilddrüsenhormonspiegel sollte überwacht werden.
Die gleichzeitige Anwendung von Ciclosporin A und Furosemid ist mit einem erhöhten Risiko von Arthritis urica verbunden, als Folge einer durch Furosemid verursachten Hyperurikämie und einer Beeinträchtigung der renalen Harnsäureausscheidung durch Ciclosporin.
Patienten, die mit Furosemid behandelt wurden, hatten ein höheres Risiko für Nierenschäden durch Röntgenkontrastmittel als Risikopatienten, denen vor der Kontrastuntersuchung nur eine intravenöse Flüssigkeitszufuhr (Hydratation) verabreicht wurde.
In einzelnen Fällen kann es nach intravenöser Gabe von Furosemid innerhalb von 24 Stunden nach Einnahme von Chloralhydrat zu Hitzegefühl, Schweißausbruch, Unruhe, Übelkeit, Blutdruckanstieg und Tachykardie kommen. Die gleichzeitige Anwendung von Furosemid und Chloralhydrat ist daher zu vermeiden.
Aliskiren senkt die Plasmakonzentration von oral verabreichtem Furosemid. Es wird empfohlen, die diuretische Wirkung von Furosemid zu überwachen, wenn eine Begleitbehandlung mit Aliskiren begonnen und die Dosis angepasst wird.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Schwangerschaft
Furosemid ist in der Schwangerschaft nur kurzfristig und unter besonders strenger Indikationsstellung anzuwenden, da es die Plazenta passiert.
Diuretika sind für die routinemäßige Therapie von Hypertonie und Ödemen in der Schwangerschaft nicht geeignet, da sie die Perfusion der Plazenta beeinträchtigen und damit das intrauterine Wachstum.
Falls Furosemid bei Herz- oder Niereninsuffizienz der Schwangeren angewendet werden muss, sind Elektrolyte und Hämatokrit sowie das Wachstum des Fetus genau zu überwachen. Eine Verdrängung des Bilirubins aus der Albuminbindung und damit ein erhöhtes Kernikterusrisiko bei Hyperbilirubinämie werden für Furosemid berichtet.
Furosemid passiert die Plazenta und erreicht im Nabelschnurblut 100 % der maternalen Serumkonzentration. Bisher sind keine Fehlbildungen beim Menschen bekannt geworden, die mit einer Furosemid-Exposition in Zusammenhang stehen könnten. Es liegen jedoch zur abschließenden Beurteilung einer eventuellen schädigenden Wirkung auf den Embryo/Fetus keine ausreichenden Erfahrungen vor. Beim Fetus kann dessen Urinproduktion in utero stimuliert werden. Bei der Behandlung von Frühgeborenen mit Furosemid wurde das Auftreten von Urolithiasis beobachtet.
Stillzeit
Furosemid wird in die Muttermilch ausgeschieden und hemmt die Laktation. Furosemid soll daher während der Stillzeit nicht angewendet werden. Andernfalls soll das Stillen unterbrochen werden (siehe Abschnitt 4.3).
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von
Maschinen
Furosemid hat geringen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Durch individuell auftretende unterschiedliche Reaktionen kann die Verkehrstüchtigkeit oder die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt werden. Dies gilt in verstärktem Maße bei Behandlungsbeginn, Dosiserhöhung und Präparatewechsel sowie im Zusammenwirken mit Alkohol.
4.8 Nebenwirkungen
Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:
Sehr häufig (≥ 1/10)
Häufig (≥ 1/100, < 1/10)
Gelegentlich (≥ 1/1 000, < 1/100)
Selten (≥ 1/10 000, < 1/1 000)
Sehr selten (< 1/10 000)
Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)
Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
Häufig: Hämokonzentration (bei übermäßiger Diurese)
Gelegentlich: Thrombozytopenie
Selten: Eosinophilie, Leukopenie
Sehr selten: Hämolytische Anämie, aplastische Anämie, Agranulozytose
Erkrankungen des Immunsystems
Gelegentlich: Pruritus, Haut- und Schleimhautreaktionen (siehe „Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes“) Selten: Schwere anaphylaktische und anaphylaktoide Reaktionen wie anaphylaktischer
Schock (siehe Abschnitt 4.9) Nicht bekannt: Exazerbation oder Aktivierung eines systemischen Lupus erythematodes
Endokrine Erkrankungen:
Die Glukosetoleranz kann sich unter Furosemid verschlechtern und es kann zu einer Hyperglykämie kommen. Bei Patienten mit manifestem Diabetes mellitus kann dies zu einer Verschlechterung der Stoffwechsellage führen. Ein latenter Diabetes mellitus kann manifest werden.
Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen (siehe Abschnitt 4.4)
Sehr häufig: Elektrolytstörungen (einschließlich symptomatischer), Dehydratation und
Hypovolämie (besonders bei älteren Patienten), Triglyzeride im Blut erhöht Häufig: Hyponatriämie, Hypochlorämie, Hypokaliämie, Cholesterin im Blut erhöht,
Harnsäure im Blut erhöht und Gichtanfälle
Nicht bekannt: Hypokalzämie, Hypomagnesiämie, Hyperglykämie, metabolische Alkalose,
Pseudo-Bartter-Syndrom
Flüssigkeits- und Elektrolytstörungen werden während der Behandlung mit Furosemid aufgrund der erhöhten Elektrolytausscheidung häufig beobachtet. Eine regelmäßige Kontrolle der Serumelektrolyte (insbesondere Kalium, Natrium und Kalzium) wird daher empfohlen.
Das Risiko von Elektrolytstörungen hängt von Begleiterkrankungen (z. B. Leberzirrhose, Herzinsuffizienz), Begleittherapien (siehe Abschnitt 4.5) und der Ernährung ab.
Eine Hyponatriämie und entsprechende Symptome können durch einen erhöhten Natriumverlust über die Nieren verursacht werden, insbesondere bei verminderter Natriumzufuhr. Die häufigsten Symptome eines Natriummangels sind Apathie, Wadenkrämpfe, Appetitlosigkeit, Erbrechen und Verwirrtheit.
Eine Hypokaliämie, die mit neuromuskulären (Muskelschwäche, Parästhesien, Paresen), intestinalen (Erbrechen, Obstipation, Meteorismus), renalen (Polyurie, Polydipsie) und kardialen (Reizbildungs- und Reizleitungsstörungen) Symptomen einhergehen kann, kann durch einen erhöhten renalen Kaliumverlust verursacht werden, insbesondere bei gleichzeitig reduzierter Kaliumaufnahme und/oder erhöhtem extrarenalem Kaliumverlust (z. B. bei Erbrechen oder chronischer Diarrhö). Schwere Kaliumverluste können zu einem paralytischen Ileus oder zu Bewusstseinsstörungen und Koma führen.
Ein erhöhter Kalziumverlust kann zu Hypokalzämie führen. Dies kann in seltenen Fällen eine Tetanie auslösen.
Ein erhöhter Magnesiumverlust über die Nieren kann zu einer Hypomagnesiämie führen und in seltenen Fällen Tetanie oder Herzrhythmusstörungen verursachen.
Als Folge des Elektrolyt- und Flüssigkeitsverlusts während der Behandlung mit Furosemid kann sich eine metabolische Alkalose entwickeln oder verschlimmern.
Während der Behandlung mit Furosemid kommt es häufig zu einer Hyperurikämie, die bei prädisponierten Patienten zu Gicht führen kann.
Die Serumcholesterin- und Triglyceridwerte können während der Behandlung mit Furosemid ansteigen.
Erkrankungen des Nervensystems
Häufig: Hepatische Enzephalopathie bei Patienten mit Leberinsuffizienz Selten: Parästhesie, hyperosmolares Koma
Nicht bekannt: Schwindelgefühl, Ohnmacht und Bewusstlosigkeit (verursacht durch symptomatische Hypotonie), Kopfschmerzen
Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths
Gelegentlich: Taubheit (manchmal irreversibel), Hörstörungen (meist reversibel), besonders bei Patienten mit Niereninsuffizienz oder Hypoproteinämie (z. B. bei nephrotischem Syndrom) und/oder bei zu schneller intravenöser Injektion Selten: Tinnitus
Gefäßerkrankungen
Sehr häufig: (bei intravenöser Infusion): Hypotonie einschließlich Orthostasesyndrom (siehe
Selten: Vaskulitis
Nicht bekannt: Thrombose (insbesondere bei älteren Patienten)
Bei übermäßiger Diurese können, insbesondere bei älteren Patienten und Kindern, Kreislaufbeschwerden auftreten, die sich vor allem als Kopfschmerz, Schwindelgefühl, Sehstörungen, Mundtrockenheit und Durst, Hypotonie und orthostatische Regulationsstörungen äußern. Dehydratation, Kreislaufkollaps aufgrund von Hypovolämie und Hämokonzentration können auftreten. Letztere kann das Thromboserisiko erhöhen, insbesondere bei älteren Patienten.
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
Gelegentlich: Übelkeit
Selten: Erbrechen, Diarrhö
Leber- und Gallenerkrankungen
Sehr selten: Akute Pankreatitis, intrahepatische Cholestase, Transaminasen erhöht
Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes
Gelegentlich: Pruritus, Haut- und Schleimhautreaktionen (z. B. bullöses Exanthem, Urtikaria,
Ausschlag, Purpura, Erythema multiforme, bullöses Pemphigoid, exfoliative Dermatitis, Lichtempfindlichkeit)
Sehr selten: Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse Nicht bekannt: Akute generalisierte exanthematische Pustulose (AGEP), Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS), lichenoide Reaktionen
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
Nicht bekannt: Fälle von Rhabdomyolyse wurden berichtet, oftmals im Zusammenhang mit schwerer Hypokaliämie (siehe Abschnitt 4.3)
Erkrankungen der Nieren und Harnwege
Sehr häufig: Kreatinin im Blut erhöht
Häufig: Urinvolumen erhöht
Selten: Interstitielle Nephritis
Nicht bekannt: Natrium im Urin erhöht, Chlorid im Urin erhöht, Blutharnstoff erhöht,
Symptome einer Harnwegsobstruktion (z. B. bei Prostatahyperplasie, Hydronephrose, Ureterstenose) bis hin zur Harnsperre (Harnverhaltung) mit Sekundärkomplikationen (siehe Abschnitt 4.4), Nierenversagen (siehe Abschnitt 4.5)
Schwangerschaft, Wochenbett und perinatale Erkrankungen
Bei Frühgeborenen, die mit Furosemid behandelt werden, kann es zu Nephrolithiasis und/oder Nephrokalzinose kommen.
Bei Frühgeborenen mit Atemnotsyndrom kann eine diuretische Behandlung mit Furosemid in den ersten Lebenswochen das Risiko eines persistierenden Ductus arteriosus Botalli erhöhen.
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
Selten: Fieber
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Symptome
Das klinische Bild bei akuter oder chronischer Überdosierung ist vom Ausmaß des Wasser- und Elektrolytverlustes abhängig. Überdosierung kann zu Hypotonie, orthostatischen Regulationsstörungen, Elektrolytstörungen (Hypokaliämie, Hyponatriämie, Hypochlorämie) oder Alkalose führen. Bei stärkeren Flüssigkeitsverlusten kann es zu ausgeprägter Hypovolämie, Dehydratation, Kreislaufkollaps und Hämokonzentration mit Thromboseneigung kommen. Bei raschen Wasser- und Elektrolytverlusten kann es zu Delirium kommen. Selten tritt ein anaphylaktischer Schock (Symptome: Schweißausbruch, Übelkeit, Zyanose, starker Blutdruckabfall, Bewusstseinsverlust, Koma) auf.
Behandlung
Bei Überdosierung oder Anzeichen einer Hypovolämie (Hypotonie, orthostatische Regulationsstörungen) muss die Behandlung mit Furosemid sofort abgesetzt werden.
Wenn die Überdosierung erst kürzlich erfolgte, empfehlen sich Maßnahmen der primären Giftelimination (induziertes Erbrechen, Magenspülung) und resorptionsmindernde Maßnahmen (medizinische Kohle).
In schwereren Fällen müssen die Vitalparameter überwacht, sowie wiederholt Kontrollen des Wasser- und Elektrolythaushalts, des Säure-Basen-Haushalts, des Blutzuckers und der harnpflichtigen Substanzen durchgeführt und Abweichungen gegebenenfalls korrigiert werden.
Bei Patienten mit Miktionsstörungen (z. B. bei Prostatahypertrophie) muss für freien Harnabfluss gesorgt werden, da eine plötzlich einsetzende Harnflut zu einer Anurie mit Überdehnung der Blase führen kann.
Therapie bei Hypovolämie: Volumensubstitution
Therapie bei Hypokaliämie: Kaliumsubstitution
Therapie bei Kreislaufkollaps: Schocklagerung, falls nötig Schocktherapie
Sofortmaßnahmen bei anaphylaktischem Schock: Bei den ersten Anzeichen (z. B. kutane Reaktionen wie Urtikaria, Flush, Unruhe, Kopfschmerz, Schweißausbruch, Übelkeit, Zyanose)
- Kreislauf erhalten
- Atemwege freihalten, Applikation von Sauerstoff
Es können weitere, ggf. auch intensivmedizinische Maßnahmen (u. a. Gabe von Epinephrin,
Volumenersatzmittel, Glukokortikoide) erforderlich sein.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Diuretika, High-Ceiling-Diuretika, Sulfonamide, rein ATC-Code: C03CA01
Wirkmechanismus
Furosemid ist ein starkes, kurz und schnell wirkendes Schleifendiuretikum. Es hemmt die Rückresorption von Natrium, Chlorid und Kalium im aufsteigenden Teil der Henle-Schleife, indem es den Na+/2Cl-/K+-Cotransporter blockiert. Die fraktionelle Natriumausscheidung kann deshalb bis zu 35 % des glomerulär filtrierten Natriums betragen. Als Folge der erhöhten Natriumausscheidung kommt es sekundär durch osmotisch gebundenes Wasser zu einer verstärkten Harnausscheidung und zu einer Steigerung der distal-tubulären Kaliumsekretion. Ebenfalls erhöht ist die Kalzium- und Magnesiumausscheidung. Neben den Verlusten dieser Elektrolyte kann es zu einer verminderten Harnsäureausscheidung und zu Störungen des Säure-Basen-Haushalts in Richtung metabolische Alkalose kommen.
Pharmakodynamische Wirkungen
Furosemid unterbricht den tubuloglomerulären Feedback-Mechanismus an der Macula densa, sodass es zu keiner Abschwächung der diuretischen Wirksamkeit kommt.
Furosemid führt zu einer dosisabhängigen Stimulierung des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems.
Furosemid führt bei Herzinsuffizienz akut zu einer Senkung der Vorlast des Herzens durch Erweiterung der venösen Kapazitätsgefäße. Dieser frühe vaskuläre Effekt scheint durch Prostaglandine vermittelt zu sein und setzt eine ausreichende Nierenfunktion mit Aktivierung des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems und eine intakte Prostaglandinsynthese voraus.
Furosemid wirkt blutdrucksenkend, indem es die Natriumausscheidung steigert und die Ansprechbarkeit der glatten Gefäßmuskulatur auf vasokonstriktorische Reize senkt und indem es das Blutvolumen reduziert.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Resorption
Nach oraler Applikation wird Furosemid zu 60-70 % aus dem Gastrointestinaltrakt resorbiert. Bei Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz oder nephrotischem Syndrom kann die Resorption auf weniger als 30 % reduziert sein.
Die Wirkung von Furosemid setzt nach ca. 30 Minuten ein. Die maximalen Plasmakonzentrationen werden innerhalb von ca. 1 Stunde nach Tabletteneinnahme erreicht.
Verteilung
Die Plasmaproteinbindung von Furosemid beträgt ca. 95 %. Sie kann bei Niereninsuffizienz auf 10 % reduziert sein. Das relative Verteilungsvolumen liegt bei ca. 0,2 l/kg Körpergewicht (0,8 l/kg Körpergewicht bei Neugeborenen).
Biotransformation
Furosemid wird in der Leber nur geringgradig (ca. 10 %) metabolisiert und überwiegend unverändert ausgeschieden.
Elimination
Die Elimination erfolgt zu zwei Dritteln renal, zu einem Drittel über Galle und Faeces. Die Eliminationshalbwertszeit liegt bei normaler Nierenfunktion bei ca. 1 Stunde; sie kann sich bei terminaler Niereninsuffizienz auf bis zu 24 Stunden verlängern.
5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit
Die akute orale Toxizität war bei allen getesteten Spezies gering. Studien zur chronischen Toxizität an Ratte und Hund führten zu Veränderungen an den Nieren (u. a. Fibrosierung und Kalzifizierung der Nieren).
In-vitro- und In-vivo-Tests zur genetischen Toxikologie ergaben für Furosemid keine klinisch relevanten Hinweise auf ein genotoxisches Potenzial.
Langzeituntersuchungen an Ratte und Maus ergaben keine Hinweise auf ein tumorerzeugendes Potenzial.
In Studien zur Reproduktionstoxikologie traten an Rattenfeten nach Gabe hoher Dosen eine verminderte Anzahl differenzierter Glomeruli, Skelettanomalien an Scapula, Humerus und Rippen (bedingt durch Hypokaliämie) sowie Hydronephrosen bei Maus- und Kaninchenfeten auf.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Mikrokristalline Cellulose (E 460)
Lactose-Monohydrat
Povidon K90 (E 1201)
Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A) (Ph.Eur.)
Magnesiumstearat (Ph.Eur.) [pflanzlich] (E 470b)
6.2 Inkompatibilitäten
Nicht zutreffend.
6.3 Dauer der Haltbarkeit
3 Jahre
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen. Blisterpackungen im Umkarton aufbewahren.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Furosemid AbZ 125 mg Tabletten
Furosemid AbZ 250 mg Tabletten
PVC-Alu-Blisterpackungen mit 10, 20, 30, 50 oder 100 Tabletten und Einzeldosis-Blisterpackungen mit 10 × 1, 20 × 1, 30 × 1, 50 × 1 oder 100 × 1 Tablette.
HDPE-Flaschen mit PP-Schutzkappe und Aluminiumversiegelung mit 50, 100, 105 oder 200 Tabletten.
Furosemid AbZ 500 mg Tabletten
PVC-Alu-Blisterpackungen mit 20, 30, 50 oder 100 Tabletten.
HDPE-Flaschen mit PP-Schutzkappe und Aluminiumversiegelung mit 50, 100, 105 oder 200 Tabletten.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur
Handhabung
Keine besonderen Anforderungen für die Beseitigung.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu beseitigen.
7. INHABER DER ZULASSUNG
AbZ-Pharma GmbH
Graf-Arco-Str. 3
89079 Ulm
8. ZULASSUNGSNUMMERN
Furosemid AbZ 125 mg Tabletten 7017984.00.00
Furosemid AbZ 250 mg Tabletten 7017985.00.00
Furosemid AbZ 500 mg Tabletten 7017986.00.00
9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 21. Mai 2026
10. STAND DER INFORMATION
Mai 2026
11. VERKAUFSABGRENZUNG
Verschreibungspflichtig
