Beipackzettel, Nebenwirkungen, Wirkung, Anwendungsgebiete - Gaviscon Advance Pfefferminz 1000mg/200mg Suspension zum Einnehmen im Beutel
1. Was ist Gaviscon Advance Pfefferminz und wofür wird es angewendet?
Gaviscon Advance Pfefferminz ist ein Alginsäure-Präparat zur symptomatischen Behandlung von Beschwerden, hervorgerufen durch Rückfluss von säurehaltigem Mageninhalt in die Speiseröhre.
Gaviscon Advance Pfefferminz wird angewendet zur symptomatischen Behandlung von Beschwerden durch Rückfluss von saurem Mageninhalt (gastro-ösophagealer Reflux) wie saures Aufstoßen, Sodbrennen, Verdauungsstörungen infolge eines Reflux des Mageninhalts, z.B. nach Mahlzeiten, während der Schwangerschaft oder als Begleiterscheinung bei Entzündung der Speiseröhre bedingt durch Rückfluss von saurem Mageninhalt in die Speiseröhre (Refluxösophagitis).
Wenn Sie sich nach 7 Tagen nicht besser oder gar schlechter fühlen, wenden Sie sich an Ihren Arzt.
2. Was sollten Sie vor der Einnahme von Gaviscon Advance Pfefferminz beachten?
Gaviscon Advance Pfefferminz darf nicht eingenommen werden
- wenn Sie allergisch gegen Natriumalginat, Kaliumhydrogencarbonat, Menthol, Methyl-4-hydroxybenzoat (E218), Propyl-4-hydroxybenzoat (E216) oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen
Gaviscon Advance Pfefferminz enthält Natrium und Kalium.
Dieses Arzneimittel enthält 115,7 mg Natrium (Hauptbestandteil von Kochsalz/Speisesalz) pro 10 ml Suspension. Dies entspricht 5,8 % der für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der Nahrung.
Die maximale empfohlene Tagesdosis dieses Arzneimittels enthält 462,8 mg Natrium (Hauptbestandteil von Kochsalz/Speisesalz). Dies entspricht 23,14 % der für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der Nahrung. Gaviscon Advance ist zur kurzfristigen Einnahme vorgesehen, wenn nicht von einem Arzt oder Apotheker eine andere Empfehlung gegeben wird. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie über einen längeren Zeitraum 4 oder mehr Beutel täglich benötigen, insbesondere, wenn Sie eine kochsalzarme (natriumarme) Diät einhalten sollen
10 ml Suspension enthalten 2,0 mmol (78,12 mg) Kalium. Wenn Sie an eingeschränkter Nierenfunktion leiden oder eine kontrollierte Kalium-Diät (Diät mit niedrigem Kaliumgehalt) einhalten müssen, sollten Sie dies berücksichtigen.
Sprechen Sie mit ihrem Arzt auch, wenn sie an einer Nieren- oder Herzkrankheit leiden, da bestimmte Salze diese Krankheiten beeinflussen können
10 ml Suspension enthalten 80 mg (2,0 mmol) Calcium. Bei der Behandlung von Patienten mit Hyperkalzämie (vermehrter Calciumgehalt im Blut), Nephrokalzinose (Einlagerung von Kalksalzen in Nierengewebe und -kanälen) und wiederholt auftretenden calciumhaltigen Nierensteinen ist Vorsicht geboten.
Kinder
Geben Sie Gaviscon Advance Pfefferminz Kindern unter 12 Jahren nur nach Rücksprache mit dem Arzt, da bisher keine ausreichenden Erfahrungen für eine allgemeine Empfehlung für diese Altersgruppe vorliegen.
Ältere Menschen
Für diese Altersgruppe ist keine Dosisanpassung erforderlich.
Einnahme von Gaviscon Advance Pfefferminz zusammen mit anderen Arzneimitteln
Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel anwenden, kürzlich andere Arzneimittel angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel anzuwenden, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.
Warten Sie mindestens 2 Stunden zwischen der Einnahme von Gaviscon Advance Pfefferminz und anderen Arzneimitteln wie Tetracyclinen, Fluorchinolonen (Gruppe von Antibiotika), Eisensalzen, Schilddrüsenhormonen, Chloroquin (Medikament zur Malariavorbeugung), Bisphosphonaten (Medikamente zur Behandlung von Osteoporose) und Estramustin (Medikament zur Behandlung von Prostatakrebs).
Schwangerschaft und Stillzeit
Wenn Sie schwanger sind oder stillen, können Sie dieses Arzneimittel einnehmen.
Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
Gaviscon Advance Pfefferminz hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.
3. Wie ist Gaviscon Advance Pfefferminz einzunehmen?
Nehmen Sie Gaviscon Advance Pfefferminz immer genau wie in dieser Packungsbeilage beschrieben bzw. genau nach Anweisung Ihres Arztes oder Apothekers ein. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.
Die empfohlene Dosis beträgt:
Für Erwachsene und Kinder ab 12 Jahren:
5-10 ml (entsprechend 1-2 Löffel á 5 ml) nach den Mahlzeiten und vor dem Schlafengehen.
Anwendung bei Kindern unter 12 Jahren:
Einnahme nur nach ärztlicher Empfehlung.
Für ältere Personen:
Für diese Altersgruppe ist keine Dosisanpassung erforderlich.
Art der Anwendung
Reißen Sie den Beutel an der perforierten Linie entlang auf.
Drücken Sie die Suspension aus dem Beutel entweder direkt in den Mund oder auf einen Teelöffel.
Werfen Sie den Beutel und den restlichen Inhalt nach Gebrauch von Gaviscon Advance Pfefferminz in den Abfall.
Nehmen Sie Gaviscon Advance Pfefferminz ohne ärztlichen Rat nicht länger als 7 Tage ein.
Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung von Gaviscon Advance Pfefferminz zu stark oder zu schwach ist.
Wenn Sie eine größere Menge von Gaviscon Advance Pfefferminz eingenommen haben, als Sie sollten
Sie können sich aufgebläht fühlen oder Unterbauchbeschwerden haben. Wenn diese Symptome andauern, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.
Wenn Sie die Einnahme von Gaviscon Advance Pfefferminz vergessen haben
Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben, sondern setzen Sie die Einnahme, wie in der Dosierungsanleitung beschrieben, fort.
Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?
Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.
Sollten Sie eine dieser Nebenwirkungen bemerken, beenden Sie die Einnahme von Gaviscon Advance Pfefferminz und fragen Sie Ihren Arzt um Rat.
Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen): Durchfall, Übelkeit, Erbrechen.
Sehr selten (kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen): allergische Reaktion auf einen der Inhaltsstoffe mit Symptomen wie Hautauschlag, Juckreiz, Atembeschwerden, Schwindel oder Schwellungen von Gesicht, Lippen, Zunge oder Hals.
Andere mögliche Nebenwirkungen:
Methyl-4-hydroxybenzoat (E 218) und Propyl-4-hydroxybenzoat (E 216) können Über-empfindlichkeitsreaktionen, auch mit zeitlicher Verzögerung, hervorrufen.
Bei entsprechend sensibilisierten Patienten können durch Menthol Überempfindlichkeitsreaktionen (einschließlich Atemnot) ausgelöst werden.
Meldung von Nebenwirkungen
Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.
5. Wie ist Gaviscon Advance Pfefferminz aufzubewahren?
Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.
Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Beutel bzw. Umkarton nach <Verwendbar bis> angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.
Nicht im Kühlschrank aufbewahren!
Entsorgen Sie Arzneimittel niemals über das Abwasser (z.B. nicht über die Toilette oder das Waschbecken). Fragen Sie in Ihrer Apotheke, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei. Weitere Informationen finden sie unter www.bfarm.de/arzneimittelentsorgung.
6. Inhalt der Packung und weitere Informationen
Was Gaviscon Advance Pfefferminz enthält
Die Wirkstoffe sind: Natriumalginat und Kaliumhydrogencarbonat
10 ml Suspension enthalten 1000 mg Natriumalginat und 200 mg Kaliumhydrogencarbonat.
Die sonstigen Bestandteile sind:
Calciumcarbonat; Carbomer 974 P; Methyl-4-hydroxybenzoat (E218) und Propyl-4-hydroxybenzoat (E216); Saccharin-Natrium; Natriumhydroxid; Pfefferminz-Aroma (enthält Menthol); gereinigtes Wasser.
Wie Gaviscon Advance Pfefferminz aussieht und Inhalt der Packung:
Gaviscon Advance Pfefferminz ist eine cremefarbene, viskose Suspension zum Einnehmen.
Gaviscon Advance Pfefferminz ist in Packungsgrößen mit 2, 4, 10, 12, 20, 24 oder 48 Beuteln erhältlich.
Jeder Beutel beinhaltet 10 ml Suspension.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
Pharmazeutischer Unternehmer
Reckitt Benckiser Deutschland GmbH
Darwinstrasse 2-4
69115 Heidelberg
Tel: (06221) 9982-333
Fax: (06221) 9982-500
www. gaviscon.de
Hersteller
RB NL Brands B.V.
Schiphol Boulevard 207
1118 BH Schiphol
Niederlande
Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) unter folgenden Bezeichnungen zugelassen:
Belgien: Gaviscon Advance Muntsmaak Unidose suspensie voor oraal gebruik/Goût Menthe
Deutschland: Gaviscon Advance Pfefferminz
Großbritannien: Gaviscon Advance Liquid Sachets
Frankreich: Gavisconpro Menthe, suspension buvable en sachet
Irland: Gaviscon Advance Peppermint Oral Suspension Sachets
Italien: Gaviscon Advance Sospensione orale aroma menta in bustine
Niederlande: Gaviscon Extra Sterk Liquid Sticks Pepermunt, Suspensie voor oraal gebruiik
Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im August 2021.
Information für Patienten So helfen Sie Ihrem Magen Wie kommt es zu saurem Aufstoßen, Sodbrennen und ähnlichen Verdauungsbeschwerden nach dem Essen? Normalerweise sind die Speiseröhre und der Magen durch einen Schließmechanismus voneinander getrennt, der sich nur für den Durchtritt der Nahrung in den Magen öffnet. | |
| Diese Trennung kann unterbrochen werden. Bei Überdruck im Bauchraum oder wenn die Schließmuskulatur am Mageneingang geschwächt wird, kommt es zum Rückfluss sauren Mageninhalts in die Speiseröhre. Die säureempfindliche Schleimhaut der Speiseröhre wird gereizt und kann sich entzünden. Sie empfinden nach dem Essen Verdauungsbeschwerden, wie saures Aufstoßen, Sodbrennen, Völlegefühl oder drückende, brennende Schmerzen direkt hinter dem Brustbein. Diese Beschwerden entstehen unabhängig davon, ob der Magen normal oder zu viel Magensäure enthält. Eine sinnvolle Behandlungsmöglichkeit besteht darin, den Rückfluss des sauren Mageninhalts zu verhindern. |


Wie wirkt Gaviscon Advance Pfefferminz?
Bei Kontakt mit Magensäure bildet Gaviscon Advance Pfefferminz eine neutrale Schutzschicht auf dem sauren Mageninhalt. Diese elastische Schicht schwimmt auf dem schwereren Ma-geninhalt und verhindert Rückfluss von saurem Magensaft. Mit fortschreitender Entleerung des Magens sinkt die schaumige Schutzschicht ab und wird nach Eintritt in den Dünndarm aufgelöst. Die Wirkung von Gaviscon Advance Pfefferminz beruht nicht auf der Aufnahme in den Blutkreislauf, sondern ist physikalischer Natur.
Einige Ratschläge
Was Sie über Ursachen für Rückfluss von Mageninhalt in die Speiseröhre wissen sollten.
Überdruck im Bauchraum kann entstehen nach üppigen Mahlzeiten, durch Übergewicht, Blä-hungen, Verstopfung oder durch hautenge Kleidung, durch unbequemes, nach vorn überge-beugtes Sitzen im Büro, bei längeren Autofahrten.
Die Schließmuskulatur am Mageneingang kann geschwächt werden, z.B. durch fette Kost, Schokolade, Alkohol, Kaffee, Nikotin, während der Schwangerschaft und auch durch Nervosität, Angst, Ärger, Hast, Reizüberflutung (Stress).
Was Sie für sich selbst außerdem tun können:
- 1. Achten Sie auf Ihr Körpergewicht. Die Faustregel für Normalgewicht in Kilogramm heißt: Körperlänge abzüglich 100 (z.B. 172 cm – 100 = 72 kg).
- 2. Verteilen Sie die Nahrung möglichst auf 4-5 kleinere Mahlzeiten über den Tag. Sorgen Sie für regelmäßige Stuhlentleerung. Vermeiden Sie enge Kleidungsstücke.
- 3. Ungestörte Nachtruhe bewahren Sie sich, wenn Sie 2-3 Stunden vor dem Schlafengehen nichts mehr essen. Sie können auch dazu beitragen, dass Sie nachts beschwerdefrei sind, wenn Sie mit erhöhtem Oberkörper schlafen (Kopfende des Bettes ca. 20 cm hochstellen).
Die Speiseröhre kann ernsthaft Schaden nehmen, wenn sie oft durch Magensäure gereizt wird. Häufige oder gar regelmäßige Verdauungsbeschwerden wie Sodbrennen und saures Aufstoßen nach dem Essen sollten deshalb nicht als harmlose Befindlichkeitsstörungen aufgefasst, sondern ärztlich untersucht und behandelt werden.
Wir wünschen Ihnen einen guten Behandlungserfolg.
