Info Patient

Minprostin E2 Vaginaltabletten – Fachinformation (SmPC) für Ärzte und Apotheker

Die Fachinformation richtet sich an Ärzte und Apotheker. Verständliche Hinweise für Patienten enthält der Beipackzettel: Einnahme, Nebenwirkungen, Andere Arzneimittel, Schwangerschaft und Stillzeit.

Aktualisiert:
Engpass
Status:
Verschreibungspflichtig Lieferengpass gemeldet seit 21.07.2025
Stärke:
3 mg
Wirkstoff:
ATC-Gruppe:
Ähnliche Arzneimittel:

Fachinformation - Minprostin E2 Vaginaltabletten

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

MINPROSTIN® E2 VAGINALTABLETTEN

3 mg

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Wirkstoff: Dinoproston (Prostaglandin E2)

1 Vaginaltablette Minprostin E2 enthält 3 mg Dinoproston.

Die vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Vaginaltablette

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Minprostin E2 Vaginaltabletten sind angezeigt zur Geburtseinleitung bei Patientinnen mit ausreichender Geburtsreife der Cervix uteri.

4.2 Dosierung, Art und Dauer der Anwendung

Die Anwendung ist auf qualifiziertes medizinisches Fachpersonal und Krankenhäuser und Kliniken mit spezialisierten geburtshilflichen Abteilungen und mit der Ausstattung zur kontinuierlichen Überwachung beschränkt.

Die empfohlene Dosis sollte nicht überschritten und das Dosierungsintervall nicht verkürzt werden, da dies das Risiko von Uterushyperstimulation, Uterusruptur, Uterusblutung, fetalem und neonatalem Tod erhöht.

Dosierung

Die Dosierung muss der Patientin individuell angepasst werden.

Die übliche Dosis beträgt 1 Vaginaltablette Minprostin E2. Falls nach 6 bis 8 Stunden die Wehentätigkeit nicht eingesetzt hat, kann eine zweite Vaginaltablette appliziert werden.

Die Tagesdosis sollte 6 mg Dinoproston (2 Vaginaltabletten) nicht überschreiten.

Dieses Vorgehen kann am zweiten Tag wiederholt werden. Falls nach 48 Stunden die Wehentätigkeit nicht begonnen hat, ist eine andere Methode zur Einleitung der Geburt anzuwenden.

Art der Anwendung

Üblicherweise wird eine Vaginaltablette in das hintere Scheidengewölbe eingelegt.

4.3 Gegenanzeigen

Minprostin E2 Vaginaltabletten dürfen nicht bei Patientinnen eingesetzt werden, die auf Prostaglandine oder einen der sonstigen Bestandteile allergisch sind.

Minprostin E2 Vaginaltabletten sind nicht anzuwenden zur Geburtseinleitung bei vorausgegangenen Uterusoperationen wie Kaiserschnitt oder Hysterotomie, bei Myomennukleation, bei Multiparität (6 oder mehr vorausgegangene Geburten), wenn der Kopf des Kindes noch nicht in das Becken eingetreten ist, bei fetopelviner Disproportion, bei fetalen Herzfrequenzmustern, die eine beginnende Gefährdung des Kindes vermuten lassen, bei geburtshilflichen Situationen, bei denen die Nutzen-Risiko-Bewertung für Mutter oder Kind für eine operative Geburtsbeendigung sprechen, bei ungeklärtem vaginalen Ausfluss und / oder anormalen Uterusblutungen während der aktuellen Schwangerschaft, bei vorliegenden Infektionen (Kolpitis, Cervicitis, Amnioninfektionssyndrom), bei regelwidriger Kindeslage oder Poleinstellung, bei Zervixläsion, vorzeitiger Plazentalösung und bei Placenta praevia.

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Minprostin E2 Vaginaltabletten dürfen nur von Ärzten in Kliniken angewandt werden, die über intensivmedizinische Überwachungsmöglichkeiten für Mutter und Kind und die Möglichkeit einer operativen Geburtsbeendigung (auch durch Sectio caesarea) verfügen.

Vor der Anwendung von Minprostin E2 Vaginaltabletten ist eine sorgfältige geburtshilfliche Untersuchung erforderlich. Die fortschreitende Erweiterung des Zervikalkanals ist sorgfältig zu beobachten.

Wie bei allen Oxytocica muss das Risiko einer Uterusruptur in Betracht gezogen werden. Begleitmedikation, mütterlicher und fetaler Status sollten berücksichtigt werden, um das Risiko von Uterushyperstimulation, Uterusruptur, Uterusblutung, fetalem und neonatalem Tod zu minimieren. Während der Anwendung von Dinoproston sollte eine kontinuierliche elektronische Überwachung der Uterusaktivität und der fetalen Herzfrequenz durchgeführt werden. Patientinnen, die einen Uterushypertonus oder eine Uterushyperkontraktilität entwickeln oder bei denen sich ungewöhnliche Herzfrequenzmuster des Fötus entwickeln, sollten in einer Weise behandelt werden, die das Wohlergehen des Fötus und der Mutter berücksichtigt.

Bei Patientinnen mit Störungen der Herz-Kreislauf-Funktion, der Leber- oder Nierenfunktion, mit Asthma, einer Asthmavorgeschichte, anamnestisch bekannten und bestehenden Lungenerkrankungen, bestehenden fieberhaften Infektionen, Glaukom oder erhöhtem Intraokulardruck oder mit einer Ruptur der chorioamniotischen Membranen sollte eine Behandlung mit Minprostin E2 Vaginaltabletten mit Vorsicht erfolgen. Dinoproston sollte bei Patientinnen mit Mehrlingsschwangerschaft mit Vorsicht angewendet werden.

Es gibt Hinweise darauf, dass das Risiko für das Auftreten einer postpartalen disseminierten intravasalen Gerinnung (DIG), einer seltenen Komplikation, bei einer pharmakologischen Weheninduktion mit Dinoproston erhöht ist. Dieses erhöhte Risiko ist von größerer Bedeutung für Frauen im Alter von 35 Jahren und älter, für Frauen mit Komplikationen in der Schwangerschaft und für Frauen mit einem Schwangerschaftsalter über 40 Wochen. Bei diesen Frauen sollte die Anwendung von Minprostin E2 Vaginaltabletten mit besonderer Vorsicht erfolgen. Der behandelnde Arzt sollte Anzeichen einer möglichen DIG (z. B. Fibrinolyse) besondere Aufmerksamkeit schenken.

Bei kindlicher Notlage und bei vorausgegangenen Komplikationen bei Geburten sollten Minprostin E2 Vaginaltabletten nicht angewendet werden.

Die intrazervikale Platzierung von Dinoproston als Gel (Prepidil Gel) kann zu einer versehentlichen Zerstörung mit anschließender Embolisierung von antigenem Gewebe (Amnion) führen, das in seltenen Fällen zu einer Entstehung des anaphylactoiden Syndroms der Schwangerschaft (Amniotic Fluid Embolism) führen kann.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Die Reaktion auf Oxytocin kann in Gegenwart einer exogenen Prostaglandin-Therapie verstärkt werden. Die gleichzeitige Anwendung mit anderen Oxytocica ist nicht empfohlen. Wird die Verabreichung von Oxytocin nach der Gabe von Dinoproston als notwendig erachtet, wird ein Dosierungsintervall von mindestens 6 Stunden empfohlen.

Die intravenöse Infusion von uterusrelaxierenden Substanzen, z. B. Beta-Sympathomimetika, kann die Dinoproston-Wirkung vermindern bzw. aufheben.

4.6 Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Dinoproston wird bei Schwangeren kurz vor oder am Termin angewendet.

In Studien an Ratten und Kaninchen hat Prostaglandin E2 zu Skelettanomalien geführt. Dinoproston erwies sich in Studien an Ratten und Kaninchen embryotoxisch. Jede Dosierung, die über einen längeren Zeitraum einen erhöhten Uterustonus bewirkt, birgt ein Risiko für den Embryo oder Fötus (s. Abschnitt 4.4).

Stillzeit

Dinoproston ist nicht für die Anwendung während der Stillzeit vorgesehen. Grundsätzlich werden Prostaglandine nur in sehr niedriger Konzentration in der Muttermilch ausgeschieden.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Nicht zutreffend.

4.8 Nebenwirkungen

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

Sehr häufig (≥ 1/10)

Häufig (≥ 1/100 bis < 1/10)

Gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100)

Selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000)

Sehr selten (< 1/10.000)

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Bei der Mutter:

Erkrankungen des Blutes und des Lymphystems
SeltenDisseminierte intravasale Gerinnung (DIG)
Erkrankungen des Nervensystems
HäufigKopfschmerzen
Gefäßerkrankungen
Sehr seltenHypertonie
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
Nicht bekanntAsthma, Bronchospasmen
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
HäufigÜbelkeit, Erbrechen, Krämpfe, Diarrhö
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
HäufigRückenschmerzen
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
HäufigFieber
Schwangerschaft, Wochenbett und perinatale Erkrankungen
HäufigUterine Überstimulation (erhöhte Frequenz, Intensität oder Dauer der Wehen, Basaltonuserhöhung)
Nicht bekanntPlazentalösung, pulmonale Fruchtwasser-embolie, plötzliche Zervixdilatation, Uterusruptur
Erkrankungen des Immunsystems
Nicht bekanntÜberempfindlichkeitsreaktionen, anaphylaktische Reaktion (anaphylaktischer Schock)
Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
HäufigWärmegefühl in der Vagina

Beim Kind:

Untersuchungen
Sehr häufigAlteration der kindlichen Herzfrequenz und deren Oszillationsmuster
Schwangerschaft, Wochenbett und perinatale Erkrankungen
Sehr seltenTotgeburt*, Neugeborenentod (neonataler Tod)*
Nicht bekanntFetaler Tod*

* Nach Anwendung von Dinoproston wurde über fetalen Tod, Totgeburt, neonatalen Tod berichtet, insbesondere nach dem Auftreten schwerwiegender Ereignisse wie einer Uterusruptur (siehe Abschnitte 4.2, 4.3 und 4.4).

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Eine Überdosierung von Dinoproston kann sich durch eine erhöhte Kontraktilität oder einen erhöhten Tonus des Uterus manifestieren. Da die Wirkung von Prostaglandin E2 auf die Uterusmuskulatur nur vorübergehend ist, reichten im Falle einer Überstimulation unspezifische, konservative Maßnahmen in der Mehrzahl der Fälle aus: Bei einer uterinen Überstimulation sollte das Medikament aus dem Vaginaltrakt entfernt werden. Die Patientin sollte seitlich gelagert werden und die Zufuhr von Sauerstoff gewährleistet sein. Ferner kann durch die intravenöse Zufuhr von Beta-Sympathomimetika die übermäßige Kontraktion des Myometriums aufgehoben werden.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Wehenförderndes Mittel, Prostaglandine

ATC-Code: G02AD02

Wirkmechanismus

Durch präpartale intravaginale Anwendung von Dinoproston als Minprostin E2 Vaginaltabletten werden bei bevorzugter Wirkung auf die Cervix uteri (Priming, Softening, Dilatation des Gebärmutterhalses) Wehen ausgelöst, die zur Geburt führen können. Diese direkte Anwendung am Wirkungsort ist einfach zu handhaben, führt meist zu einem langsamen Wehenbeginn und schränkt die natürliche Bewegungsfreiheit der Gebärenden nicht ein.

Außerdem konnte gezeigt werden, dass durch eine prophylaktische orale Gabe von ß-Sympathomimetika (Tokolytika) wie Fenoterol der zervixerweichende Effekt von Dinoproston nicht beeinträchtigt wurde.

Der exakte Wirkungsmechanismus, der der Zervixerweichung durch Dinoproston zugrunde liegt, ist bislang noch nicht vollständig aufgeklärt. Dinoproston löst im Myometrium des schwangeren Uterus Kontraktionen aus, die denen bei Geburtswehen ähneln. Ob dies durch eine direkte Wirkung von Dinoproston auf das Myometrium erfolgt, ist noch nicht geklärt. Durch die intravaginale Gabe von Dinoproston werden Uteruskontraktionen ausgelöst, die in den meisten Fällen ausreichen, um die Leibesfrucht auszutreiben.

Ganz allgemein werden die vielfältigen biologischen Aktivitäten des fast ubiquitär im Organismus vorkommenden Dinoprostons auf eine Stimulation der zellulären Adenylatzyklase mit Bildung von cAMP sowie auf die Beeinflussung des Kalzium-Ionen-Transports durch die Zellmembran zurückgeführt.

Im Speziellen konnte gezeigt werden, dass Dinoproston die Durchblutung der Zervix erhöht, vergleichbar der Durchblutungssteigerung zu Beginn einer Spontangeburt. Außerdem bewirkt Dinoproston eine Aufsplittung der Kollagenfasern und Vermehrung der Grundsubstanz der Zervix, was auch bei der spontanen Zervixreifung beobachtet werden kann.

Sowohl im Tierversuch als auch bei der Erprobung am Menschen konnte mit hohen Dosen Dinoproston eine blutdrucksenkende Wirkung, die wahrscheinlich eine Folge des Wirkstoffs auf die glatte Muskulatur des Gefäßsystems ist, gezeigt werden. Außerdem wurden vorübergehende Erhöhungen der Körpertemperatur beobachtet.

Sowohl durch intravenöse, intravaginale als auch intrazervikale Anwendung können rhythmische Uteruskontraktionen hervorgerufen werden. Dinoproston ist gleichzeitig in der Lage, Kontraktionen der glatten Muskulatur des Gastrointestinaltraktes zu induzieren, wodurch die teilweise auftretenden Nebenwirkungen wie Erbrechen und Durchfall erklärt werden können.

Die bei der systemischen Anwendung beschriebenen Nebenwirkungen sind jedoch bei der lokalen Anwendung wesentlich schwächer oder fehlen ganz.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Dinoproston wird nach intravaginaler Gabe schnell resorbiert. Dinoproston ist zu 73 % an menschliches Plasmaprotein gebunden.

Der Anstieg der Prostaglandin-Metabolite im Plasma war mit dem Vaginalgel signifikant größer als mit den Vaginaltabletten, woraus sich schließen lässt, dass das Vaginalgel eine höhere Bioverfügbarkeit aufweisen könnte.

Nach Anwendung einer Vaginaltablette erhöht sich die Prostaglandin E2-Resorption mit einem Konzentrationsmaximum nach ungefähr 40 Minuten, gemessen durch den Nachweis von Prostaglandin E2-Metaboliten.

Verteilung

Die Verteilung von Dinoproston in mütterlichen Geweben erfolgt systemisch. Nach i.v.-Gabe erfolgt eine sehr schnelle Verteilung und Metabolisierung. Nach 15 Minuten sind nur noch 3 % des unveränderten Wirkstoffes im Blut vorhanden. Es wurden mindestens 9 Metabolite im Blut und Urin nachgewiesen.

Biotransformation

Prostaglandin E2 wird rasch zu 13,14-Dihydro-15-keto-prostaglandin E2 metabolisiert. Dieses wiederum wird abgebaut zu 13,14-Dihydro-15-keto-prostaglandin A2. Dinoproston wird im Menschen vollständig in der Lunge metabolisiert. Die dabei entstehenden Metabolite werden in der Leber und Niere weiter metabolisiert.

Elimination

Die Elimination von Dinoproston und seinen Metaboliten erfolgt überwiegend über die Nieren, zum kleinen Teil über die Fäzes.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Akute Toxizität

Die intravenöse LD50 von Dinoproston an der Maus ist bei verschiedenen Mäusestämmen unterschiedlich und schwankt zwischen 47 mg/kg bis 182 mg/kg. Bei der Ratte betrug die LD50 nach intravenöser Applikation 45 mg/kg bzw. 66 mg/kg. Eine einzelne intravenöse Gabe von 30 mg/kg Dinoproston an trächtige und nicht trächtige Mäuse war nicht toxisch für dieselben, bewirkte jedoch den intrauterinen Tod praktisch aller Feten. Bei der Maus zeigte eine orale Gabe bis zu 500 mg/kg keine letale Wirkung. Die orale LD50 bei der Ratte schwankte zwischen 174 mg/kg und 513 mg/kg.

Chronische Toxizität

Die subakute und chronische Toxizität wurde an Ratten, Kaninchen, Hunden und Affen geprüft. Dabei kam es, unabhängig von der Art der Anwendung, dosisabhängig zu reduzierter Gewichtszunahme, eventuell Anstieg des Hämatokrits als Folge des Wasserverlustes, zu leichtem Temperaturanstieg, Steigerung der Speichelsekretion und des Tränenflusses, außerdem Erbrechen, Diarrhö und Sedation.

Bei der intravaginalen Applikation von 3,1 mg Dinoproston pro Tag in Tablettenform über 6 Tage an der Ratte und von 20 mg Dinoproston pro Tag über 5 Tage am Kaninchen kam es zu systemischen Wirkungen wie Diarrhö, Abdominalkrämpfen und leicht verminderter Futteraufnahme. Es wurden keine Zeichen einer Irritation der Vaginalschleimhaut festgestellt.

Eine einmalige intramyometriale Injektion von 0,125 mg Dinoproston führte beim Affen (Macaca mulatta) zu einer (geringen) Gewebenekrotisierung; eine Injektion von 1,25 mg Dinoproston bewirkte eine auf das Myometrium übergreifende ausgeprägtere endometriale Granulationsnekrose.

Bei Tierstudien, in denen über mehrere Wochen Prostaglandine der E- und F-Reihe in hohen Dosen verabreicht wurden, konnten Knochenwucherungen beobachtet werden. Ähnliches wurde bei Neugeborenen festgestellt, die über längere Zeit Prostaglandin E1-Infusionen erhielten. Jedoch gibt es keine Hinweise auf ähnliche Knochenveränderungen bei der Kurzzeitanwendung von Dinoproston (Prostaglandin E2).

Mutagenität und Kanzerogenität

Die Mutagenitätstestung (Mikronukleustest oder Ames-Assay) ergab keinen Hinweis auf eine potenzielle Mutagenität bzw. Kanzerogenität. Kanzerogenitätsstudien wurden nicht durchgeführt, da das Arzneimittel nur kurzzeitig angewendet wird.

Teratogene Wirkung

In Studien an Ratten und Kaninchen hat Prostaglandin E2 zu Skelettanomalien geführt. Dinoproston erwies sich in Studien an Ratten und Kaninchen embryotoxisch.

Bei der perinatalen Untersuchung an der Ratte (Applikation von Dinoproston am 20. Schwangerschaftstag und bei neugeborenen Ratten) wurden bei den behandelten Tieren keine pathologischen Veränderungen festgestellt.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Magnesiumstearat (Ph.Eur.)

Maisstärke

Mikrokristalline Cellulose

Siliciumdioxid

Wasserfreie Lactose

6.2 Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

Haltbarkeit des Arzneimittels in der Verkaufspackung

2 Jahre

Haltbarkeit nach Anbruch

Nach Öffnen der Aluminiumfolie sofort verwenden.

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Im Kühlschrank lagern (2 °C bis 8 °C).

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Packung mit 4 Vaginaltabletten.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen

7. INHABER DER ZULASSUNG

PFIZER PHARMA GmbH

Friedrichstr. 110

10117 Berlin

Tel.: 030 550055-51000

Fax: 030 550054-10000

8. ZULASSUNGSNUMMER

4496.00.00

9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG / VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

Erteilung der Zulassung: 16.04.1985

Verlängerung der Zulassung: 18.04.2000

10. STAND DER INFORMATION

November 2023

11. VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig.

spcde-3v19mpe-vt-0

Über dieses Dokument

Quelle: BfArM – Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (AMIce) · Zulassungsnummer: 4496.00.00 · ENR 2104496

Stand der Information laut Text: 11/2023

Einen Fehler gefunden? Schreiben Sie uns über die Kontaktseite.

Die Informationen auf dieser Website ersetzen nicht den Rat eines Arztes oder Apothekers.

Fakten zu Minprostin E2 Vaginaltabletten

Rezeptpflicht
Verschreibungspflichtig?
  • Sie erhalten das Arzneimittel nur mit einem ärztlichen Rezept in der Apotheke.
  • Rechtsgrundlage laut BfArM: verschreibungspflichtig gemäß § 48(1),(2)2 AMG.
Wirkstoff Dinoproston 3 mg
Darreichungsform Vaginaltablette
Art der Anwendung Einlegen in die Scheide
Sonstige Bestandteile Lactose, Maisstärke, Mikrokristalline Cellulose, Magnesiumstearat (Ph.Eur.), Hochdisperses Siliciumdioxid
Packungsgrößen 4 Stück
Haltbarkeit 2 Jahre (ungeöffnete Packung)
Fälschungsschutz Ja – die Packung trägt einen individuellen Code und einen Erstöffnungsschutz (securPharm), die Apotheke prüft die Echtheit
ATC-Klassifikation
  1. G Urogenitalsystem und Sexualhormone
    1. G02 Andere Gynäkologika
      1. G02A Wehen fördernde Mittel
        1. G02AD Prostaglandine
          1. G02AD02 Dinoproston
Zulassung 4496.00.00, seit 18.04.1985, verlängert 17.10.2011; nationales Verfahren (Deutschland)
Pharmazeutischer Unternehmer Pfizer Pharma GmbH, 10117 Berlin
Hersteller (Freigabe) Sanico N.V. (BS 2)
Frühere Namen Minprostin E2 (ab 16.04.1985)
PZN 03065112

Quelle: BfArM, Arzneimittel-Informationssystem AMIce (ENR 2104496), Datensatz vom 01.08.2025. Angaben ohne Gewähr – fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke.

Lieferengpässe – Minprostin E2 Vaginaltabletten

Lieferengpass gemeldet seit 21.07.2025

  • voraussichtlich bis 28.02.2027
  • Grund: Sonstige
  • vom BfArM als versorgungskritisch eingestuft
  • letzte Meldung des Zulassungsinhabers: 06.10.2026

Alternative laut Meldung: Minprostin E2 Vaginalgel 1mg

Ob ein anderes Arzneimittel für Sie geeignet ist, besprechen Sie bitte mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder in der Apotheke.

Quelle: Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), Lieferengpassmeldungen. Alle gemeldeten Lieferengpässe: Lieferengpässe bei Arzneimitteln.