Fachinformation - Sertralin TAD 50 mg Filmtabletten
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEI-MITTELS
Sertralin TAD® 50 mg Filmtabletten
Sertralin TAD® 100 mg Filmtabletten
2. QUALITATIVE UND QUANTITATI-VE ZUSAMMENSETZUNG
Sertralin TAD® 50 mg Filmtabletten:
Jede Filmtablette enthält 50 mg Sertralin als Sertralinhydrochlorid.
Sertralin TAD® 100 mg Filmtabletten:
Jede Filmtablette enthält 100 mg Sertralin als Sertralinhydrochlorid.
Vollständige Auflistung der sonstigen Be-standteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Filmtablette
Sertralin TAD® 50 mg Filmtabletten:
Hellgelbe, runde, bikonvexe Filmtabletten mit einer Bruchrille auf einer Seite und der Prägung „3“ auf der anderen Seite. Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt wer-den. Tablettengröße: Durchmesser ca. 8 mm.
Sertralin TAD® 100 mg Filmtabletten:
Orange, runde, bikonvexe Filmtabletten mit einer Bruchrille auf einer Seite und der Prägung „4“ auf der anderen Seite. Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt wer-den. Tablettengröße: Durchmesser ca. 11 mm.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Sertralin ist indiziert zur Behandlung von
- Episoden einer Major Depression. Zur Rezidivprophylaxe von Episoden einer Major Depression.
- Panikstörung mit oder ohne Agorapho-bie.
- Zwangsstörung bei Erwachsenen und pädiatrischen Patienten im Alter von 6 bis 17 Jahren.
- Soziale Angststörung.
- Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS).
4.2 Dosierung und Art Anwendung
.
Dosierung
Initiale Behandlung
Depression und Zwangsstörung
Die Sertralin-Behandlung sollte mit einer Anfangsdosis von 50 mg/Tag begonnen werden.
Panikstörung, PTBS und soziale Angststö-rung
Die Therapie sollte mit 25 mg/Tag einge-
leitet und die Dosis nach einer Woche auf einmal täglich 50 mg erhöht werden. Unter diesem Dosisschema verringerte sich die Inzidenz der Nebenwirkungen, die typi-scherweise bei Panikstörungen in der frü-hen Behandlungsphase auftreten.
Titration
Depression, Zwangsstörung, Panikstörung, soziale Angststörung und PTBS
Bei Patienten, die unzureichend auf eine Dosis von 50 mg ansprechen, könnten Do-sissteigerungen von Nutzen sein. Dosisän-derungen sollten in 50-mg-Schritten in Ab-ständen von mindestens einer Woche bis zu einer maximalen Tagesdosis von 200 mg erfolgen. Wegen der 24-stündigen Elimina-tionshalbwertzeit von Sertralin sollten Do-sisänderungen nicht häufiger als einmal pro Woche vorgenommen werden.
Zum Eintritt der therapeutischen Wirkung kann es innerhalb von 7 Tagen kommen. Allerdings lässt sich ein therapeutisches Ansprechen meist erst nach einem längeren Zeitraum nachweisen. Dies gilt insbesonde-re für Zwangsstörungen.
Erhaltungstherapie
Während einer Langzeitbehandlung sollte die niedrigste wirksame Dosis verabreicht werden. Im Verlauf der Behandlung muss, entsprechend dem therapeutischen Anspre-chen des Patienten, die Dosis gegebenen-falls angepasst werden.
Depression
Eine Langzeitbehandlung kann sich auch zur Rezidivprophylaxe von Episoden einer Major Depression (MDE) eignen. Meist entspricht die zur Rezidivprophylaxe von Episoden einer Major Depression empfoh-lene Dosis derjenigen, die während der akuten Episode verwendet wird. Depressive Patienten sollten über eine ausreichende Zeitspanne von mindestens 6 Monaten be-handelt werden, um sicherzustellen, dass sie beschwerdefrei sind.
Panikstörung und Zwangsstörung
Eine fortgesetzte Behandlung von Panikstö-rung und Zwangsstörung sollte regelmäßig evaluiert werden, da eine Rückfallpräventi-on bei diesen Erkrankungen nicht nachge-wiesen wurde.
Ältere Patienten
Bei älteren Patienten sollte die Dosierung vorsichtig erfolgen, da sie ein höheres Risi-ko für die Entstehung einer Hyponatriämie aufweisen (siehe Abschnitt 4.4).
Patienten mit eingeschränkter Leberfunkti-on
Bei der Anwendung von Sertralin bei Pati-enten mit Lebererkrankung ist Vorsicht ge-boten. Bei Funktionsstörungen der Leber sollte eine niedrigere Dosis gewählt oder die Dosen in größeren Intervallen verab-reicht werden (siehe Abschnitt 4.4). Sertra-lin sollte bei schwerer Leberfunktionsstö-rung nicht eingesetzt werden, da hierzu keine klinischen Daten vorliegen (siehe Abschnitt 4.4).
Patienten mit eingeschränkter Nierenfunk-tion
Bei Patienten mit eingeschränkter Nieren-funktion ist keine Dosisanpassung erforder-lich (siehe Abschnitt 4.4).
Kinder und Jugendliche
Kinder und Jugendliche mit Zwangsstörung
13 - 17 Jahre: Initial 50 mg einmal täglich.
6 - 12 Jahre: Initial 25 mg einmal täglich. Nach einer Woche kann die Dosierung auf 50 mg einmal täglich erhöht werden.
Spricht der Patient nicht wie gewünscht an, so können die anschließenden Dosen nach Bedarf in 50 mg-Schritten über einen Zeit-raum von einigen Wochen erhöht werden. Die maximale Tagesdosis beträgt 200 mg. Bei einer Steigerung der Dosis auf über 50 mg sollte allerdings das im Vergleich zu Erwachsenen generell niedrigere Körper-gewicht von Kindern berücksichtigt wer-den. Zwischen den einzelnen Dosisände-rungen sollten Abstände von mindestens einer Woche eingehalten werden.
Die Wirksamkeit bei der Behandlung von Episoden einer Major Depression bei Kin-dern ist nicht belegt.
Für Kinder unter 6 Jahren liegen keine Da-ten vor (siehe Abschnitt 4.4).
Art der Anwendung
Sertralin sollte einmal täglich morgens oder abends eingenommen werden.
Sertralin-Filmtabletten können unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden
Absetzsymptome bei Beendigung einer Ser-tralin-Behandlung
Ein plötzliches Absetzen sollte vermieden werden. Bei Beendigung einer Behandlung mit Sertralin sollte die Dosis über einen Zeitraum von mindestens ein bis zwei Wo-chen schrittweise reduziert werden, um das Risiko von Absetzsymptomen zu verrin-gern (siehe Abschnitte 4.4 und 4.8). Falls nach Dosisverringerung oder Absetzen des Arzneimittels stark beeinträchtigende Ab-setzsymptome auftreten, sollte erwogen werden, die zuletzt verordnete Dosis erneut einzunehmen, um diese dann nach Anwei-sung des Arztes in nunmehr kleineren Schritten zu reduzieren.
4.3 Gegenanzeigen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 aufgeführ-ten sonstigen Bestandteile.
Die gleichzeitige Anwendung mit irrever-siblen Monoaminoxidase-Hemmern (MAO-Hemmern) ist kontraindiziert, da die Gefahr eines Serotonin-Syndroms, mit Symptomen wie z. B. Agitiertheit, Tremor und Hyperthermie, besteht. Die Behand-lung mit Sertralin darf frühestens 14 Tage nach Beendigung der Behandlung mit ei-nem irreversiblen MAO-Hemmer begonnen werden. Sertralin muss mindestens 7 Tage vor Beginn der Behandlung mit einem irre-versiblen MAO-Hemmer abgesetzt werden (siehe Abschnitt 4.5). Die gleichzeitige Einnahme von Pimozid ist kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.5).
4.4 Besondere Warnhinweise und Vor-sichtsmaßnahmen für die Anwendung
Serotonin-Syndrom (SS) und Neurolepti-sches Malignes Syndrom (NMS)
Unter SSRIs, dazu gehört auch Sertralin, ist über das Auftreten potentiell lebensbedroh-licher Syndrome wie das Serotonin-Syndrom (SS) und das Neuroleptische Ma-ligne Syndrom (NMS) berichtet worden. Das Risiko für das Serotonon-Syndrom oder NMS bei SSRIs ist erhöht bei gleich-zeitiger Anwendung mit anderen serotoner-gen Arzneimitteln (einschließlich anderer serotonerger Antidepressiva, Amphetami-nen, Triptanen), bei Arzneimitteln, die den Serotoninmetabolismus beeinträchtigen (einschließlich MAO-Hemmer wie z. B. Methylenblau), bei Antipsychotika und an-deren Dopaminantagonisten sowie bei Opi-aten (einschließlich Buprenorphin). Patien-ten sollten auf Anzeichen und Symptome von SS und NMS überwacht werden (siehe Abschnitt 4.3).
Umstellung von selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRIs), Antide-pressiva oder Arzneimitteln zur Behand-lung der Zwangsstörung
Daten aus kontrollierten Studien zum opti-malen Zeitpunkt der Umstellung von SSRIs, Antidepressiva oder Arzneimitteln zur Behandlung der Zwangsstörung auf Sertralin liegen nur begrenzt vor. Eine Um-stellung insbesondere von langwirkenden Substanzen wie z. B. Fluoxetin sollte daher mit Vorsicht und nach sorgfältigem ärztli-chem Ermessen erfolgen.
Andere serotonerge Arzneimittel, wie z. B. Tryptophan, Fenfluramin und 5-HT-Agonisten
Die gleichzeitige Gabe von Sertralin und anderen Arzneimitteln, die die Wirkung der serotonergen Neurotransmission verstärken, wie z. B. Amphetaminen, Tryptophan, Fen-fluramin oder 5-HT-Agonisten, oder dem pflanzlichen Arzneimittel Johanniskraut (Hypericum perforatum) sollte mit Vorsicht erfolgen und aufgrund des pharmakodyna-mischen Interaktionspotenzials möglichst vermieden werden.
QTc-Verlängerung/Torsade de Pointes (TdP)
Seit Markteinführung wurde nach Einnah-me von Sertralin über Fälle von QTc-Verlängerung und TdP berichtet. Überwie-gend traten diese bei Patienten mit erhöh-tem Risiko für QTc-Verlängerung/TdP auf. Die Auswirkung auf die QTc-Verlängerung wurde in einer umfangreichen QTc-Studie an gesunden Probanden bestätigt, in der das Verhältnis zwischen Exposition und Reak-tion statistisch signifikant positiv war. Ser-tralin sollte daher bei Patienten mit zusätz-lichen Risikofaktoren für eine QTc-Verlängerung, wie Herzerkrankungen, Hy-pokaliämie oder Hypomagnesiämie, famili-ärer Vorgeschichte von QTc-Verlängerung, Bradykardie und gleichzeitiger Anwendung von Arzneimitteln, die das QTc-Intervall verlängern, mit Vorsicht angewendet wer-den (siehe Abschnitte 4.5 und 5.1).
Aktivierung von Hypomanie oder Manie
Bei einem kleinen Teil der Patienten, die zugelassene Antidepressiva und Arzneimit-tel zur Behandlung der Zwangsstörung ein-schließlich Sertralin erhielten, wurden ma-nische/hypomanische Symptome berichtet. Vorsicht ist daher bei der Anwendung von Sertralin bei Patienten mit anamnestisch bekannter Manie/Hypomanie geboten. Eine engmaschige Überwachung durch den Arzt ist erforderlich. Tritt ein Patient in eine ma-nische Phase, sollte die Sertralin-Therapie abgebrochen werden.
Schizophrenie
Bei schizophrenen Patienten können sich psychotische Symptome verschlimmern.
Krampfanfälle
Unter Sertralin-Therapie kann es zu epilep-tischen Anfällen kommen. Sertralin sollte bei Patienten mit instabiler Epilepsie nicht, und bei solchen mit kontrollierter Epilepsie nur unter sorgfältiger Überwachung gege-ben werden. Beim Auftreten eines epilepti-schen Anfalls sollte die Sertralin-Therapie abgebrochen werden.
Suizid/Suizidgedanken/Suizidversuche oder klinische Verschlechterung
Depressive Erkrankungen sind mit einem erhöhten Risiko für die Auslösung von Sui-zidgedanken, selbstschädigendem Verhal-ten und Suizid (suizidbezogene Ereignisse) verbunden. Dieses erhöhte Risiko besteht, bis es zu einer signifikanten Linderung der Symptome kommt. Da diese nicht unbe-dingt schon während der ersten Behand-lungswochen auftritt, sollten die Patienten daher bis zum Eintritt einer Besserung engmaschig überwacht werden. Die bishe-rige klinische Erfahrung zeigt, dass das Su-izidrisiko zu Beginn einer Behandlung an-steigen kann.
Andere psychiatrische Erkrankungen, für die Sertralin verschrieben wird, können ebenso mit einem erhöhten Risiko für sui-zidbezogene Ereignisse einhergehen. Zu-sätzlich können diese Erkrankungen zu-sammen mit einer depressiven Erkrankung (Episoden einer Major Depression) auftre-ten. Daher sollten bei Behandlung anderer psychiatrischer Erkrankungen die gleichen Vorsichtsmaßnahmen eingehalten werden wie bei der Behandlung von depressiven Erkrankungen.
Bei Patienten mit suizidalem Verhalten in der Anamnese oder solchen, die vor der Therapie ausgeprägte Suizidabsichten hat-ten, ist das Risiko für die Auslösung von Suizidgedanken oder -versuchen erhöht. Sie sollten daher während der Behandlung be-sonders sorgfältig überwacht werden. Eine Metaanalyse von plazebokontrollierten kli-nischen Studien zur Anwendung von Anti-depressiva bei Erwachsenen mit psychiatri-schen Störungen zeigte für Patienten unter 25 Jahren, die Antidepressiva einnahmen, ein erhöhtes Risiko für suizidales Verhalten im Vergleich zu Placebo.
Die Arzneimitteltherapie sollte mit einer engmaschigen Überwachung der Patienten, vor allem der Patienten mit hohem Sui-zidrisiko, insbesondere zu Beginn der Be-handlung und nach Dosisanpassungen ein-hergehen. Patienten (und deren Betreuer) sind auf die Notwendigkeit einer Überwa-chung hinsichtlich jeder klinischen Ver-schlechterung, des Auftretens von suizida-lem Verhalten oder Suizidgedanken und ungewöhnlicher Verhaltensänderungen hinzuweisen. Sie sollten unverzüglich me-dizinischen Rat einholen, wenn derartige Symptome auftreten.
Kinder und Jugendliche
Sertralin sollte nicht zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren, mit Ausnahme von Patienten mit Zwangs-störungen im Alter von 6 bis 17 Jahren, an-gewendet werden. Suizidale Verhaltens-weisen (Suizidversuch und Suizidgedan-ken) sowie Feindseligkeit (vorwiegend Ag-gression, oppositionelles Verhalten und Wut) wurden in klinischen Studien häufiger bei mit Antidepressiva behandelten Kin-dern und Jugendlichen beobachtet, als bei Kindern und Jugendlichen, die mit Plazebo behandelt wurden. Sollte aufgrund klini-scher Notwendigkeit dennoch die Entschei-dung für eine Behandlung getroffen wer-den, ist der Patient in Hinblick auf das Auf-treten suizidaler Symptome sorgfältig zu überwachen, insbesondere zu Beginn der Behandlung. Die langfristige Sicherheit zur kognitiven, emotionalen, körperlichen und pubertären Reifung bei Kindern und Ju-gendlichen im Alter von 6 bis 16 Jahren wurde in einer Langzeitbeobachtungsstudie über einen Zeitraum von bis zu 3 Jahren untersucht (siehe Abschnitt 5.1). Einige wenige Fälle von Wachstumsverzögerung und verspäteter Pubertät wurden nach Markteinführung gemeldet. Die klinische Relevanz und Kausalität sind noch nicht geklärt (entsprechende präklinische Daten zur Sicherheit siehe Abschnitt 5.3). Bei ei-ner Langzeittherapie muss der Arzt die pä-diatrischen Patienten hinsichtlich Wachs-tum und Entwicklung überwachen.
Ungewöhnliche Blutung/Hämorrhagie
Bei Einnahme von SSRIs wurde über un-gewöhnliche Hautblutungen einschließlich Hautblutungen (Ekchymosen, Purpura) und andere Blutungsereignisse wie gastrointes-tinale oder gynäkologische Blutungen, ein-schließlich tödlicher Hämorrhagien, berich-tet. SSRIs/ SNRIs können das Risiko einer postpartalen Hämorrhagie erhöhen (siehe Abschnitte 4.6 und 4.8). Vorsicht ist bei der Einnahme von SSRIs geboten, insbesonde-re bei gleichzeitiger Anwendung von Arz-neimitteln mit bekannten Auswirkungen auf die Blutplättchenfunktion (z. B. An-tikoagulanzien, atypische Psychopharmaka und Phenothiazine, die meisten trizykli-schen Antidepressiva, Acetylsalicylsäure und nichtsteroidale Antirheumatika (NSARs)) sowie bei Patienten mit Blu-tungsstörungen in der Anamnese (siehe Ab-schnitt 4.5).
Hyponatriämie
Hyponatriämie kann infolge einer Behand-lung mit SSRIs oder SNRIs einschließlich Sertralin auftreten. In vielen Fällen scheint dies auf ein Syndrom der inadäquaten Sek-retion des antidiuretischen Hormons (SIADH) zurückzuführen zu sein. Fälle von Serumnatrium-Spiegeln unter 110 mmol/l wurden berichtet. Bei älteren Patienten, die mit SSRIs und SNRIs behandelt werden, kann ein höheres Risiko für die Entstehung einer Hyponatriämie bestehen. Auch kön-nen Patienten, die Diuretika einnehmen oder die aus anderen Gründen eine Hy-povolämie aufweisen, stärker gefährdet sein (siehe „Anwendung bei älteren Patienten“). Bei Patienten mit einer symptomatischen Hyponatriämie ist das Absetzen von Sertra-lin in Betracht zu ziehen und eine geeignete Behandlung einzuleiten. Die Symptomatik der Hyponatriämie umfasst Kopfschmer-zen, Konzentrationsschwierigkeiten, einge-schränktes Erinnerungsvermögen, Ver-wirrtheit, Schwäche und Gleichgewichts-störung, was zu Stürzen führen kann. Zur Symptomatik schwererer und/oder akuter Fälle gehören Halluzinationen, Synkope, Krampfanfälle, Koma, Atemstillstand und Tod.
Absetzsymptome bei Beendigung einer Ser-tralin-Behandlung
Absetzsymptome treten bei einer Beendi-gung der Behandlung häufig auf, besonders wenn die Behandlung plötzlich abgebro-chen wird (siehe Abschnitt 4.8). In klini-schen Prüfungen wurden Absetzsymptome nach Absetzen von Sertralin bei 23 % der Patienten beobachtet, im Vergleich zu 12 % bei Patienten, die die Behandlung mit Ser-tralin fortsetzten.
Das Risiko von Absetzreaktionen kann von mehreren Faktoren abhängen, einschließ-lich Dauer der Behandlung, Dosis und Ge-schwindigkeit der Dosisreduktion. Schwin-delgefühl, Empfindungsstörungen (ein-schließlich Parästhesien), Schlafstörungen (einschließlich Schlaflosigkeit und intensi-ver Träume), Erregtheit oder Angst, Übel-keit und/oder Erbrechen, Zittern und Kopf-schmerzen sind die am häufigsten berichte-ten Reaktionen. Im Allgemeinen sind diese Symptome leicht bis mäßig schwer, bei ei-nigen Patienten können sie jedoch schwer ausgeprägt sein. Sie treten normalerweise innerhalb der ersten Tage nach Absetzen der Behandlung auf, aber in sehr seltenen Fällen wurde von solchen Symptomen auch nach unbeabsichtigtem Auslassen einer Do-sis berichtet. Im Allgemeinen bilden sich diese Symptome von selbst zurück und klingen innerhalb von 2 Wochen ab. Bei einigen Personen können sie jedoch auch länger anhalten (2 – 3 Monate oder länger). Es wird daher empfohlen, bei einer Beendi-gung der Behandlung mit Sertralin die Do-sis über einen Zeitraum von mehreren Wo-chen oder Monaten schrittweise zu reduzie-ren, entsprechend den Bedürfnissen des Pa-tienten (siehe Abschnitt 4.2).
Akathisie/psychomotorische Unruhe
Die Anwendung von Sertralin wurde mit der Entwicklung von Akathisie in Verbin-dung gebracht, die charakterisiert ist durch eine subjektiv unangenehme oder als quä-lend erlebte Ruhelosigkeit und Bewe-gungsdrang, oft begleitet von einer Unfä-higkeit, still zu sitzen oder still zu stehen. Dies tritt am ehesten während der ersten Behandlungswochen auf. Für Patienten, bei denen solche Symptome auftreten, kann ei-ne Dosiserhöhung schädlich sein.
Leberfunktionsstörung
Sertralin unterliegt einer intensiven
Metabolisierung in der Leber. Eine Phar-makokinetik-Studie mit wiederholter Gabe bei Personen mit leichter, stabiler Zirrhose zeigte eine verlängerte Eliminationshalb-wertzeit und etwa um das Dreifache höhere AUC und Cmax im Vergleich zu Leberge-sunden. Zwischen beiden Gruppen wurden keine signifikanten Unterschiede bei der Plasmaproteinbindung beobachtet. Bei der Anwendung von Sertralin bei Patienten mit Lebererkrankungen ist Vorsicht geboten. Wenn Sertralin bei Patienten mit Leber-funktionsstörung angewendet wird, sollte eine Verringerung der Dosierung bzw. Ver-längerung des Einnahmeintervalls in Be-tracht gezogen werden. Sertralin sollte bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstö-rung nicht angewendet werden (siehe Ab-schnitt 4.2).
Nierenfunktionsstörung
Aufgrund der ausgeprägten Metabolisie-rung wird nur ein unwesentlicher Teil von Sertralin unverändert über den Urin elimi-niert. In Studien bei Patienten mit leichter bis mäßiger (Kreatinin Clearance 30 bis 60 ml/min) oder mäßiger bis schwerer Nieren-funktionsstörung (Kreatinin-Clearance 10 bis 29 ml/min) unterschieden sich nach mehrmaliger Gabe die pharmakokineti-schen Parameter (AUC0-24 und Cmax) nicht signifikant von denen bei Nierenge-sunden. Die Sertralin-Dosierung muss nicht entsprechend dem Grad der Nierenfunkti-onsstörung angepasst werden.
Anwendung bei älteren Patienten
Über 700 ältere Patienten (> 65 Jahre) nahmen an klinischen Studien teil. Die Art und Häufigkeit der unerwünschten Ereig-nisse war bei älteren und jüngeren Patien-ten ähnlich.
SSRIs oder SNRIs einschließlich Sertralin wurden allerdings mit Fällen von klinisch signifikanter Hyponatriämie bei älteren Pa-tienten in Verbindung gebracht, bei denen das Risiko dieses unerwünschten Ereignis-ses erhöht sein könnte (siehe Hyponatriä-mie in Abschnitt 4.4).
Diabetes
Bei Diabetikern kann eine Behandlung mit einem SSRI die Blutzuckereinstellung ver-ändern. Eine Anpassung der Insulindosis und/oder der Dosierung des oralen Antidia-betikums kann notwendig werden.
Elektrokrampftherapie (EKT)
Es liegen keine klinischen Studien zu den
Risiken oder Nutzen der kombinierten An-wendung von EKT und Sertralin vor.
Grapefruitsaft
Die Einnahme von Sertralin zusammen mit Grapefruitsaft wird nicht empfohlen (siehe Abschnitt 4.5).
Beeinträchtigung von Urintests
Bei Patienten, die Sertralin eingenommen haben, wurden bei Urin-Immuntests falsch-positive Testergebnisse auf Benzodiazepine berichtet. Grund dafür ist die fehlende Spe-zifität der Immuntests. Solche falsch-positiven Testergebnisse können über meh-rere Tage nach dem Absetzen der Sertralin-Therapie erwartet werden. Bestätigende Untersuchungen wie z. B. Gaschromato-graphie/Massenspektrometrie werden Ser-tralin und Benzodiazepine differenzieren.
Engwinkelglaukom
SSRIs einschließlich Sertralin können einen Einfluss auf die Pupillengröße haben, der in einer Mydriasis resultiert. Vor allem bei prädisponierten Patienten kann dieser myd-riatische Effekt zur Verengung des Augen-winkels führen, wodurch der Augeninnen-druck steigen und sich ein Engwinkelglau-kom entwickeln kann. Daher ist bei Patien-ten mit einem Engwinkelglaukom oder ei-nem Glaukom in der Vorgeschichte Vor-sicht geboten.
Sexuelle Funktionsstörung
Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehem-mer (SSRI)/Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer SNRI) können Symptome einer sexuellen Funktionsstö-rung verursachen (siehe Abschnitt 4.8). Es wurden lang anhaltende sexuelle Funkti-onsstörungen berichtet, bei denen die Symptome trotz der Absetzung von SSRI/SNRI bestehen blieben.
Natrium
Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Dosis, d.h. es ist nahezu „natriumfrei“.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arz-neimitteln und sonstige Wechselwirkun-gen
Kontraindiziert
Monoaminoxidase-Hemmer
Irreversible MAO-Hemmer (Selegilin)
Sertralin darf nicht zusammen mit irrever-siblen MAO-Hemmern, wie z. B. Selegilin, gegeben werden. Die Behandlung mit Ser-tralin darf nicht vor Ablauf von mindestens 14 Tagen nach Beendigung der Behandlung mit einem irreversiblen (nichtselektiven) MAO-Hemmer begonnen werden. Sertralin muss mindestens 7 Tage vor Beginn der Behandlung mit einem irreversiblen MAO-Hemmer abgesetzt werden (siehe Abschnitt 4.3).
Reversible selektive MAO-Hemmer (Mo-clobemid)
Wegen der Gefahr eines Serotonin-Syndroms sollte Sertralin nicht mit einem reversiblen und selektiven MAO-Hemmer, wie z. B. Moclobemid, kombiniert werden. Nach der Behandlung mit einem reversib-len MAO-Hemmer kann vor dem Beginn der Sertralin-Therapie eine kürzere Aus-waschphase als 14 Tage gewählt werden. Es wird empfohlen, Sertralin mindestens 7 Tage vor Beginn der Behandlung mit einem reversiblen MAO-Hemmer abzusetzen (siehe Abschnitt 4.3).
Reversible nichtselektive MAO-Hemmer (Linezolid)
Das Antibiotikum Linezolid ist ein schwa-cher, reversibler und nichtselektiver MAO-Hemmer. Es sollte Patienten, die mit Ser-tralin behandelt werden, nicht verabreicht werden (siehe Abschnitt 4.3).
Bei Patienten, die kürzlich die Therapie mit einem MAO-Hemmer (z. B. Methylenblau) abgebrochen und mit Sertralin weiterge-führt oder Sertralin vor der Weiterbehand-lung mit einem MAO-Hemmer abgesetzt haben, wurden schwerwiegende Nebenwir-kungen beobachtet. Dazu zählten Tremor, Myoklonus, Diaphorese, Übelkeit, Erbre-chen, Flush, Benommenheit und Hyper-thermie mit Erscheinungen ähnlich einem malignen neuroleptischen Syndrom, Krämpfe und Todesfälle.
Pimozid
In einer Studie wurden nach einer niedrigen Einmaldosis Pimozid (2 mg) um etwa 35 % erhöhte Pimozid-Spiegel beobachtet. Diese erhöhten Spiegel waren nicht mit Verände-rungen im EKG verbunden. Der Mecha-nismus der Wechselwirkung ist unbekannt. Aufgrund der geringen therapeutischen Breite von Pimozid ist die gleichzeitige Einnahme von Sertralin und Pimozid kont-raindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
Die gleichzeitige Gabe mit Sertralin wird nicht empfohlen:
ZNS-Depressiva und Alkohol
Die Wirkung von Alkohol, Carbamazepin, Haloperidol oder Phenytoin auf die kogni-tive und psychomotorische Leistungsfähig-keit bei Gesunden wurde durch gleichzeiti-ge Einnahme von 200 mg Sertralin pro Tag nicht verstärkt; dennoch wird der Konsum von Alkohol während der Therapie mit Ser-tralin nicht empfohlen.
Andere serotonerge Arzneimittel
Siehe Abschnitt 4.4.
Vorsicht ist auch geboten bei der Anwen-dung von Fentanyl (während einer Vollnar-kose oder zur Behandlung chronischer Schmerzen), bei der Anwendung von ande-ren serotonergen Arzneimitteln (einschließ-lich anderer serotonerger Antidepressiva, Amphetaminen, Triptanen) oder bei der Anwendung von anderen Opiaten (ein-schließlich Buprenorphin).
Besondere Vorsichtsmaßnahmen
Substanzen, die das QT-Intervall verlän-gern
Das Risiko einer QTc-Verlängerung und/oder ventrikulären Arrhythmien (z. B. TdP) kann bei gleichzeitiger Anwendung mit Substanzen, die das QTc-Intervall ver-längern (z. B. manche Antipsychotika und Antibiotika), erhöht sein (siehe Abschnitt 4.4 und 5.1).
Lithium
Bei gleichzeitiger Einnahme von Lithium und Sertralin zeigte sich in einer plazebo-kontrollierten Studie bei Gesunden keine signifikante Veränderung der Pharmakoki-netik von Lithium, jedoch zeigte sich eine höhere Inzidenz von Tremor im Vergleich zu den Personen, die Plazebo erhielten, was auf eine mögliche pharmakodynamische In-teraktion hinweist. Bei gleichzeitiger Gabe von Sertralin und Lithium sollten die Pati-enten entsprechend überwacht werden.
Phenytoin
Die langfristige Gabe von 200 mg Sertralin pro Tag zeigte in einer plazebokontrollier-ten Studie bei Gesunden keine klinisch sig-nifikante Hemmung des Metabolismus von Phenytoin. Dennoch sollten die Plasmakon-zentrationen von Phenytoin nach Beginn einer Sertralin-Therapie kontrolliert werden und gegebenenfalls eine angemessene An-passung der Phenytoin-Dosis erfolgen, da einige Fälle von hoher Phenytoinexposition unter Sertralin berichtet wurden. Die gleichzeitige Gabe von Phenytoin kann zu-dem die Plasmaspiegel von Sertralin ver-ringern. Es kann nicht ausgeschlossen wer-den, dass andere Induktoren von CYP3A4, z.B. Phenobarbital, Carbamazepin, Johan-niskraut, Rifampicin die Plasmaspiegel von Sertralin verringern.
Triptane
Nach der Gabe von Sertralin und Sumatrip-tan wurde in der Anwendung nach Markteinführung in seltenen Fällen über Schwäche, Hyperreflexie, Inkoordination, Verwirrtheit, Angst und Agitiertheit berich-tet. Die Symptome eines Serotonin-Syndroms können auch bei anderen Arz-neimitteln aus der gleichen Klasse (Tripta-ne) auftreten. Wenn die gleichzeitige Gabe von Sertralin und Triptanen klinisch erfor-derlich ist, sollte der Patient entsprechend überwacht werden (siehe Abschnitt 4.4).
Warfarin
Bei gleichzeitiger Gabe von 200 mg Sertra-lin pro Tag und Warfarin zeigte sich eine geringfügige, aber statistisch signifikante Erhöhung der Prothrombinzeit, was in eini-gen seltenen Fällen zu einem Ungleichge-wicht des INR-Wertes führen kann. Daher sollte die Prothrombinzeit sorgfältig kon-trolliert werden, wenn eine Therapie mit Sertralin begonnen bzw. beendet wird.
Sonstige Arzneimittelwechselwirkungen, Digoxin, Atenolol, Cimetidin
Die gleichzeitige Verabreichung mit Cime-tidin verursachte eine erhebliche Abnahme der Eliminationsrate von Sertralin. Die kli-nische Bedeutung dieser Veränderungen ist nicht bekannt. Sertralin zeigte keinen Ef-fekt auf die beta-adrenerge Blockadewir-kung von Atenolol, ebensowenig zeigten sich bei der Gabe von 200 mg Sertralin pro Tag Interaktionen mit Digoxin.
Arzneimittel, die die Thrombozytenfunktion beeinträchtigen
Das Blutungsrisiko kann erhöht sein, wenn Arzneimittel, die die Thrombozytenfunkti-on beeinträchtigen (beispielsweise NSAR, Acetylsalicylsäure und Ticlopidin) oder an-dere Arzneimittel, die das Blutungsrisiko steigern könnten, gleichzeitig mit SSRIs, einschließlich Sertralin, gegeben werden (siehe Abschnitt 4.4).
Muskelrelaxantien (NMBA)
Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Inhibitoren (SSRI) können die Aktivität der Cholinesterase im Plasma reduzieren und damit die Wirkung von Muskelrelaxantien wie Mivacurium oder anderen neuromusku-lär wirkenden Muskelrelaxantien verlän-gern.
Durch Cytochrom P450 metabolisierte Wirkstoffe
Sertralin kann CYP 2D6 leicht bis mäßig hemmen. Die Langzeitgabe von 50 mg Ser-tralin pro Tag führte zu einer moderaten Erhöhung (im Mittel 23 – 37 %) der Steady-State-Plasmaspiegel von Desipra-min (einem Marker der CYP 2D6 Isozym-aktivität). Klinisch relevante Interaktionen mit anderen CYP 2D6-Substraten mit enger therapeutischer Breite, beispielsweise Anti-arrhythmika der Klasse 1C wie Propafenon und Flecainid, trizyklische Antidepressiva und typische Psychopharmaka, können auf-treten und sind insbesondere bei höheren Sertralin-Dosierungen zu beobachten. CYP 3A4, CYP 2C9, CYP 2C19 und CYP 1A2 werden durch Sertralin nicht in klinisch signifikantem Ausmaß gehemmt. Das konnte in In-vivo-Interaktionsstudien mit CYP 3A4-Substraten (endogenes Kortison, Carbamazepin, Terfenadin, Alprazolam), mit dem CYP 2C19-Substrat Diazepam und den CYP 2C9-Substraten Tolbutamid, Gli-benclamid und Phenytoin gezeigt werden. In-vitro-Studien zeigen, dass Sertralin nur ein geringes oder kein Potenzial zur Hem-mung von CYP 1A2 besitzt.
In einer Crossover-Studie mit acht japani-schen Probanden erhöhte sie Einnahme von drei Gläsern mit Grapefruitsaft die Plasma-spiegel von Sertralin um etwa 100 %. Die Einnahme von Grapefruitsaft sollte daher während der Behandlung mit Sertralin ver-mieden werden (siehe Abschnitt 4.4).
Aufgrund einer Interaktionsstudie mit Grapefruitsaft kann nicht ausgeschlossen werden, dass die gleichzeitige Gabe von Sertralin und starken CYP3A4 Inhibitoren, z.B. Proteaseinhibitoren, Ketoconazol, Itra-conazol, Posaconazol, Voriconazol, Cla-rithromycin, Telithromycin und Nefazodon zu größeren Anstiegen von Sertralin führt. Dies betrifft auch mittelstarke CYP3A4 In-hibitoren, z.B. Aprepitant, Erythromycin, Fluconazol, Verapamil und Diltiazem. Die Einnahme starker CYP3A4 Inhibitoren sollte während der Behandlung mit Sertra-lin vermieden werden.
Die Plasmaspiegel von Sertralin sind in langsamen CYP2C19-Metabolisierern im Vergleich zu schnellen Metabolisierern um etwa 50 % erhöht (siehe Abschnitt 5.2). Ei-ne Wechselwirkung mit starken Inhibitoren von CYP2C19, z.B. Omeprazol, Lansop-razol, Pantoprazol, Rabeprazol, Fluoxetin, Fluoxamin kann nicht ausgeschlossen wer-den.
Die gleichzeitige Anwendung von Sertralin mit Metamizol, einem Induktor für metabo-lisierende Enzyme einschließlich CYP2B6 und CYP3A4, kann eine Reduktion der Plasmakonzentration von Sertralin mit ei-ner potentiellen Abnahme der klinischen Wirksamkeit bewirken. Daher ist bei gleichzeitiger Anwendung von Sertralin mit Metamizol Vorsicht geboten: das klinische Ansprechen und/oder die Wirkstoffspiegel sollten entsprechend überwacht werden.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Still-zeit
Schwangerschaft
Kontrollierte klinische Studien bei Schwangeren wurden nicht durchgeführt. Eine umfangreiche Datenlage liefert jedoch keine Hinweise, dass Sertralin zu angebo-renen Missbildungen führt. In tierexperi-mentellen Studien wurden Auswirkungen auf die Reproduktion gezeigt. Diese sind wahrscheinlich auf die durch die pharma-kodynamische Wirkung der Substanz be-dingte Toxizität bei der Mutter und/oder die direkte pharmakodynamische Wirkung der Substanz auf den Fötus zurückzuführen (siehe Abschnitt 5.3).
Bei einigen Neugeborenen, deren Mütter während der Schwangerschaft Sertralin eingenommen hatten, wurden ähnliche Symptome wie nach Absetzen von Sertralin beobachtet. Dieses Phänomen wurde auch unter anderen selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRIs) beo-bachtet. Die Einnahme von Sertralin wäh-rend der Schwangerschaft wird nicht emp-fohlen, es sei denn, der klinische Zustand der Patientin lässt einen Nutzen der Be-handlung erwarten, der das potentielle Ri-siko übertrifft. Neugeborene, deren Mütter Sertralin bis in spätere Stadien der Schwangerschaft, insbesondere bis ins drit-te Trimenon, angewendet haben, sollten beobachtet werden. Folgende Symptome können beim Neugeborenen auftreten, wenn die Mutter Sertralin in späteren Sta-dien der Schwangerschaft anwendet: Atemnot, Zyanose, Apnoe, Krampfanfälle, Instabilität der Körpertemperatur, Schwie-rigkeiten beim Füttern, Erbrechen, Hy-poglykämie, Hypertonie, Hypotonie, Hy-perreflexie, Tremor, Muskelzittern, Reiz-barkeit, Lethargie, anhaltendes Weinen, Somnolenz und Schlafstörungen. Diese Symptome könnten sowohl auf serotonerge Wirkungen als auch auf Entzugssymptome zurückzuführen sein. In den meisten Fällen setzen diese Symptome unmittelbar oder bald (< 24 Stunden) nach der Geburt ein.
Daten aus epidemiologischen Studien deu-ten darauf hin, dass die Anwendung von se-lektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Inhibitoren (SSRI) in der Schwangerschaft, insbesondere im späten Stadium einer Schwangerschaft, das Risiko für das Auf-treten einer primären pulmonalen Hyperto-nie bei Neugeborenen (PPHN, auch persis-tierende pulmonale Hypertonie genannt) erhöhen kann. Das beobachtete Risiko lag bei etwa 5 Fällen pro 1000 Schwanger-schaften. In der Gesamtbevölkerung treten 1 bis 2 Fälle von PPHN pro 1000 Schwan-gerschaften auf.
Beobachtungsdaten weisen auf ein erhöhtes Risiko (weniger als das 2-fache) für eine postpartale Hämorrhagie infolge einer Ex-position gegenüber SSRI/SNRI innerhalb des Monats vor der Geburt hin (siehe Ab-schnitte 4.4 und 4.8).
Stillzeit
Veröffentlichte Daten zu Sertralin-Spiegeln in der Muttermilch zeigen, dass kleine Mengen an Sertralin und dessen Metabolit N-Desmethylsertralin in die Muttermilch ausgeschieden werden. Generell wurden vernachlässigbare bis nicht messbare Ser-tralin-Spiegel im kindlichen Serum ermit-telt, ausgenommen bei einem Säugling, dessen Serum-Spiegel etwa 50 % des müt-terlichen Spiegels betrug (eine Auswirkung auf die Gesundheit zeigte sich bei diesem Säugling allerdings nicht). Bisher wurden keine gesundheitsschädlichen Nebenwir-kungen bei Säuglingen berichtet, deren Mütter Sertralin während der Stillzeit an-wenden; ein Risiko kann jedoch nicht aus-geschlossen werden. Die Einnahme von Sertralin in der Stillzeit wird nicht empfoh-len, es sei denn, der behandelnde Arzt beur-teilt den Nutzen der Behandlung höher als das Risiko.
Fertilität
Tierexperimentelle Studien zeigten keinen Einfluss von Sertralin auf die Fertilitätspa-rameter (siehe Abschnitt 5.3).
Fallberichte in Zusammenhang mit einigen SSRIs haben gezeigt, dass die Wirkung auf die Spermienqualität beim Menschen rever-sibel ist.
Ein Einfluss auf die Fertilität beim Men-schen wurde bislang nicht beobachtet.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüch-tigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
Klinisch-pharmakologische Studien haben gezeigt, dass Sertralin keinen Einfluss auf die psychomotorische Leistungsfähigkeit hat. Da Psychopharmaka jedoch die psychi-schen oder physischen Fähigkeiten für po-tenziell gefährliche Aufgaben wie das Füh-ren eines Fahrzeuges oder das Bedienen von Maschinen beeinträchtigen können, sollten die Patienten zu entsprechender Vorsicht angehalten werden.
4.8 Nebenwirkungen
Übelkeit wird als häufigste Nebenwirkung berichtet. Bei der Behandlung der sozialen Angststörung kam es bei 14 % der Männer unter Sertralin im Vergleich zu 0 % der Männer unter Plazebo zu Sexualstörungen (Ejakulationsversagen). Die Nebenwirkun-gen sind dosisabhängig und gehen bei fort-dauernder Behandlung meist zurück.
Das Profil der Nebenwirkungen, das häufig im Rahmen von doppelblinden, plazebo-kontrollierten Studien bei Patienten mit Zwangsstörung, Panikstörung, PTBS und sozialer Angststörung beobachtet wurde, war ähnlich dem, welches in klinischen Prüfungen bei Patienten mit Depression ermittelt wurde.
Tabelle 1 listet Nebenwirkungen auf, die nach der Markteinführung (Inzidenz unbe-kannt) und in plazebokontrollierten klini-schen Prüfungen (mit insgesamt 2542 Pati-enten unter Sertralin-Behandlung und 2145 unter Plazebo) bei Depression, Zwangsstö-rung, Panikstörung, PTBS und sozialer Angststörung beobachtet wurden. Die In-tensität und Inzidenz einiger der in Tabelle 1 aufgeführten Nebenwirkungen kann bei fortgesetzter Behandlung abnehmen und führt in der Regel nicht zur Beendigung der Therapie.
Tabelle 1: Nebenwirkungen Inzidenz von Nebenwirkungen aus plazebokontrollierten klinischen Prüfungen bei Depression, Zwangsstörung, Panikstö-rung, PTBS und sozialer Angststörung. Gepoolte Analyse und Daten. | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Systemor-ganklasse | Sehr häufig (≥1/10) | Häufig (≥ 1/100 bis < 1/10) | Gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100) | Selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000) | Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Da-ten nicht ab-schätzbar) |
| Infektionen und parasitäre Er-krankungen | Infektion der oberen Atemwege, Pharyngitis, Rhinitis | Gastroenteritis, Otitis media | Divertikulitis§ | ||
| Gutartige und bösartige Nachbildungen (einschließlich Zysten und Po-lypen) | Neoplasie | ||||
| Erkrankungen des Blutes und des Lymphsys-tems | Lymphadenopa-thie, Thrombozy-topenie*§, Leuko-penie*§ | ||||
| Erkrankungen des Immunsys-tems | Überempfindlichkeit *, saisonale Allergie* | anaphylaktoide Reaktion | |||
| Endokrine Er-krankungen | Hypothyreose* | Hyperprolaktinä-mie, inadäquate Ausschüttung von antidiuretischem Hormon*§ | |||
| Stoffwechsel- und Ernäh-rungsstörungen | verminderter Appetit, verstärkter Appetit* | Hypercholesteri-nämie, Diabetes mellitus, Hpogly-kämie*, Hyper-glykämie*§, Hy-ponatriämie*§ | |||
| Psychiatrische Erkrankungen | Schlaflosigkeit | Angst*, Depression*, Agitiertheit*, vermin-derte Libido*, Nervosi-tät, Depersonalisation, Albträume, Bruxismus* | Suizidgedan-ken/suizidales Verhal-ten, psychotische Er-krankung*, gestörtes Denken, Apathie, Hal- | Konversionsstö-rung, Arzneimit-telabhängigkeit, psychotische Er-krankung*, Para- | |
| luzination*, Aggressi-on*, euphorische Stimmung*, Paranoia | noia, Suizidge-danken/suizidales Verhalten***, Schlafwandeln, vorzeitiger Sa-menerguss | ||||
| Erkrankungen des Nervensys-tems | Schwindelgefühl, Kopfschmerzen*, Somnolenz | Tremor, Bewegungs-störungen (einschließ-lich extrapyramidaler Symptome wie Hy-perkinesie, erhöhter Muskeltonus, Dysto-nie, Zähneknirschen oder Gangstörungen), Parästhesie*, Tremor, erhöhter Muskeltonus, Aufmerksamkeitsstö-rung, Geschmacks-veränderungen .Konvulsion* | Amnesie, Hypästhe-sie*, unwillkürliche Muskelkontraktionen*, Synkope*, Hyperkine-sie*, Migräne*, Kon-vulsion*, orthostati-scher Schwindel, ge-störte Koordination, Sprachstörung | Koma*, Akathisie (siehe Abschnitt 4.4), Dyskinesie, Hyperästhesie, ze-rebrovaskulärer Spasmus (ein-schließlich dem reversiblen zereb-ralen Vasokon-striktionssyndrom und dem Call-Fleming-Syndrom)*§, psychomotorische Unruhe* (siehe Abschnitt 4.4), Sensibilitätsstö-rung, Choreoathe-tose§, auch berich-tet wurden Symp-tome in Verbin-dung mit dem Se-rotonin-Syndrom* oder einem ma-lignen neurolepti-schen Syndrom: Agitiertheit, Ver-wirrtheit, Diapho-rese, Diarrhoe, Fieber, Hyperto-nie, Rigidität und Tachykardie§. In einigen Fällen tra-ten diese Symp-tome zusammen mit dem gleich-zeitigen Gebrauch von serotonergen Arzneimitteln auf. | |
| Augenerkran-kungen | Sehstörungen * | Mydriasis* | Skotom, Glau-kom, Diplopie, Photophobie, Hy-phäma*§, unglei-che Pupillen*§, verändertes Seh-vermögen§, Trä-nenflussstörung | Makulopathie | |
| Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths | Tinnitus* | Ohrenschmerzen | |||
| Herzerkrankun-gen | Palpitationen* | Tachykardie, Herzer-krankung | Myokardinfarkt*§, Torsade de Poin-tes*§ (siehe Ab-schnitte 4.4, 4.5 und 5.1), Bradykardie, Ver-längerung des QTc-Intervalls* (siehe Abschnitte | ||
| 4.4, 4.5 und 5.1) | |||||
| Gefäßerkran-kungen | Hitzewallung* | Veränderte Blutungs-neigung (wie gastroin-testinale Blutungen)*, Hypertonie*, Hautrö-tung, Hämaturie* | Periphere Ischä-mie | ||
| Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediasti-nums | Gähnen* | Dyspnoe, Eistaxis*, Bronchospasmus* | Hyperventilation, interstitielle Lun-generkrankung*§, eosinophile Pneumonie*§, La-ryngospasmus, Dysphonie, Stridor*§, Hy-poventilation, Schluckauf | ||
| Erkrankungen des Gastrointes-tinaltrakts | Übelkeit, Diarrhoe, Mundtrockenheit | Dyspepsie, Obstipati-on*, abdominelle Schmerzen*, Erbre-chen*, Blähungen | Melaenea, Zahnerkran-kung, Ösophagitis, Glossitis, Hämorrhoi-den, vermehrter Spei-chelfluss, Dysphagie, Aufstoßen, Zungener-krankung | Geschwürbildung im Mund, Pankre-atitis*§, Hämato-chezie, Zungenge-schwür, Stomatitis | Mikroskopische Kolitis |
| Leber- und Gal-lenerkrankun-gen | veränderte Leber-funktion, schwere Leberstörungen (einschließlich Hepatitis, Gelb-sucht und Leber-versagen) | ||||
| Erkrankungen der Haut und des Unterhaut-zellgewebes | Hyperhidrose, Hautaus-schlag* | periorbitales Ödem*, Urtikaria*, Alopezie*, Pruritus*, Purpura*, Dermatitis, trockene Haut, Gesichtsödem, kalter Schweiß | seltene Berichte schwerer uner-wünschter Hautre-aktionen: z. B. Ste-vens- Johnson-Syndrom* und epi-dermale Nekroly-se*§, Hautreakti-on*§, Lichtemp-findlichkeit§, An-gioödem, veränder-te Haarstruktur, veränderter Haut-geruch, bullöse Dermatitis, folliku-lärer Hautausschlag | ||
| Skelettmuskula-tur-, Bindege-webs- und Kno-chenerkrankun-gen | Rückenschmerzen, Arthralgie*, Myalgie | Osteoarthritis, Muskel-zucken, Muskelkrämp-fe*, Muskelschwäche | Rhabdomyoly-se*§, Knochener-krankung | Trismus*, Mul-tiple Acyl-Coenzym-A-Dehydrogenase-Mangel(MADD)-ähnliche Stö-rung* | |
| Erkrankungen der Nieren und Harnwege | Pollakisurie, Miktions-störung, Harnverhalt, Harninkontinenz*, Po-lyurie, Nykturie | Verzögertes Was-serlassen*, Oligu-rie | |||
| Erkrankungen der Ge-schlechtsorgane und der Brust-drüse | Ejakulationsversa-gen | Menstruationsstörung*, Erektionsstörung | Sexualstörung, Menor-rhagie, Vaginalblutung, Sexualstörungen bei der Frau | Galaktorrhoe*, atrophische Vul-vovaginitis, Geni-talfluor, Balan-oposthitis*§, Gy-näkomastie*, Pri-apismus* | Postpartale Hä-morrhagie** |
| Allgemeine Er- | Müdigkeit* | Unwohlsein*, Brust- | Peripheres Ödem*, | Hernie, vermin- | |
| krankungen und Beschwerden am Verabrei-chungsort | schmerzen*, Asthenie*, Fieber* | Schüttelfrost, Gangstö-rungen, Durst | derte Arzneimit-telverträglichkeit | ||
| Untersuchun-gen | Gewichtszunahme* | erhöhte Alanin-Aminotransferase*, er-höhte Aspartat-Aminotransferase*, Gewichtsabnahme* | erhöhter Choleste-rinspiegel im Blut*, auffällige klinische Labo-rergebnisse, ver-ändertes Sperma, veränderte Thrombozyten-funktion*§ | ||
| Verletzung und Vergiftung | Verletzung | ||||
| Chirurgische und medizini-sche Eingriffe | Vasodilatation | ||||
* UAW nach der Markteinführung § Angabe der Inzidenz der UAW durch die geschätzte Obergrenze des 95-%-Konfidenzintervalls mittels „Dreierregel“ ** Dieses Ereignis wurde für die therapeutische Klasse der SSRI/SNRI berichtet (siehe Abschnitte 4.4 und 4.6). | |||||
Absetzsymptome bei Beendigung einer Ser-tralin-Behandlung
Die Beendigung der Sertralin-Behandlung (insbesondere, wenn sie abrupt erfolgt) führt häufig zu Absetzsymptomen. Schwin-delgefühl, Empfindungsstörungen (ein-schließlich Parästhesien), Schlafstörungen (einschließlich Schlaflosigkeit und intensi-ver Träume), Agitiertheit oder Angst, Übelkeit und / oder Erbrechen, Tremor und Kopfschmerzen sind die am häufigsten be-richteten Reaktionen. Im Allgemeinen sind diese Symptome leicht bis mäßig schwer und gehen von selbst zurück, bei einigen Patienten können sie jedoch schwerwie-gend sein und / oder länger bestehen blei-ben. Es wird daher geraten, die Dosis schrittweise auszuschleichen, wenn eine Behandlung mit Sertralin nicht mehr erfor-derlich ist (siehe Abschnitte 4.2 und 4.4).
Ältere Patienten
SSRIs oder SNRIs einschließlich Sertralin wurden mit Fällen von klinisch signifikan-ter Hyponatriämie bei älteren Patienten in Verbindung gebracht, bei denen das Risiko dieses unerwünschten Ereignisses erhöht sein könnte (siehe Abschnitt 4.4).
Kinder und Jugendliche
Bei über 600 mit Sertralin behandelten Kindern glich das Gesamtprofil der Ne-benwirkungen im Allgemeinen dem, das in Studien mit Erwachsenen beobachtet wur-de. Die folgenden Nebenwirkungen wurden aus kontrollierten Studien berichtet (n = 281 mit Sertralin behandelte Patienten):
Sehr häufig (≥ 1/10): Kopfschmerzen (22 %), Schlaflosigkeit (21 %), Diarrhoe (11 %) und Übelkeit (15 %).
Häufig (≥ 1/100 bis < 1/10): Brustschmerz, Manie, Fieber, Erbrechen, Anorexie, Af-fektlabilität, Aggression, Agitiertheit, Ner-vosität, Aufmerksamkeitsstörung, Schwin-delgefühl, Hyperkinäsie, Migräne, Somno-lenz, Tremor, Sehstörungen, Mundtrocken-heit, Dyspepsie, Alpträume, Müdigkeit, Harninkontinenz, Hautausschlag, Akne, Epistaxis, Blähungen.
Gelegentlich (≥ 1/1000 bis < 1/100): Ver-längertes QT-Intervall im EKG (siehe Ab-schnitte 4.4, 4.5 und 5.1), Suizidversuch, Konvulsion, extrapyramidale Störungen, Parästhesie, Depression, Halluzination, Purpura, Hyperventilation, Anämie, verän-derte Leberfunktion, erhöhte Alaninaminot-ransferase, Zystitis, Herpes simplex, Otitis externa, Ohrenschmerzen, Augenschmer-zen, Mydriasis, Unwohlsein, Hämaturie, pustulöser Hautausschlag, Rhinitis, Verlet-zung, Gewichtsabnahme, Muskelzucken, ungewöhnliche Träume, Apathie, Albumi-nurie, Pollakisurie, Polyurie, Brustschmer-zen, Menstruationsstörungen, Alopezie, Dermatitis, Hauterkrankung, veränderter Hautgeruch, Urtikaria, Bruxismus, Flush.
Häufigkeit nicht bekannt: Enuresis
Klasseneffekte
In epidemiologischen Studien, die haupt-sächlich mit Patienten durchgeführt wur-den, die 50 Jahre oder älter waren, wurde bei denen, die mit selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Inhibitoren (SSRIs) oder tricyclischen Antidepressiva (TCAs) be-handelt wurden, ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von Knochenbrüchen beobachtet. Der Mechanismus, der zu diesem Risiko führt, ist nicht bekannt.
Meldung des Verdachts auf Nebenwir-kungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwir-kungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinu-ierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehöri-ge von Gesundheitsberufen sind aufgefor-dert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwir-kung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovi-gilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de an-zuzeigen.
4.9 Überdosierung
Toxizität
Der Sicherheitsspielraum von Sertralin hängt von der Patientengruppe und/oder der gleichzeitigen Medikation ab. Todesfälle traten bei Intoxikation mit Sertralin alleine oder in Kombination mit anderen Arznei-mittel und/oder Alkohol auf. Daher sollte jede Überdosierung konsequent medizi-nisch behandelt werden.
Symptome
Symptome einer Überdosierung von Sertra-lin beinhalten Serotonin-vermittelte Ne-benwirkungen wie Somnolenz, gastrointes-tinale Störungen (z. B. Übelkeit und Erbre-chen), Tachykardie, Tremor, Agitiertheit und Schwindel. Fälle von Koma wurden berichtet, wenn auch mit geringerer Häu-figkeit.
Bei Überdosierung mit Sertralin traten Fälle von QTc-Verlängerung/Torsade de Pointes auf; daher wird bei einer Überdosierung die Überwachung mittels EKG empfohlen (sie-he Abschnitte 4.4, 4.5 und 5.1).
Behandlung
Ein spezifisches Antidot für Sertralin ist nicht bekannt. Es wird empfohlen die Atemwege zu überwachen und frei zu hal-ten und, falls erforderlich, eine ausreichen-de Ventilation und Sauerstoffversorgung sicher zu stellen. Aktivkohle, eventuell in
Kombination mit einem Abführmittel, kann ebenso effektiv wie oder wirkungsvoller als eine Magenspülung sein und sollte bei der Behandlung einer Überdosierung in Be-tracht gezogen werden. Induziertes Erbre-chen wird nicht empfohlen. Eine generelle Überwachung der Herz-Kreislauf-Funktionen und Vitalzeichen sowie allge-meine unterstützende Maßnahmen sollten ebenfalls durchgeführt werden. Forcierte Diurese, Dialyse, Hämoperfusion oder Aus-tauschtransfusion sind aufgrund des großen Verteilungsvolumens von Sertralin wenig Erfolg versprechend.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Psycho-anleptika, selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRIs), ATC-Code: N06AB06
Wirkmechanismus
Sertralin hat sich in vitro als potenter und selektiver Hemmer der neuronalen Wieder-aufnahme von Serotonin (5-HT) erwiesen, wodurch im Tiermodell dessen physiologi-sche Wirkung verstärkt wurde. Es hat nur sehr schwache Effekte auf die neuronale Noradrenalin- oder Dopamin-Aufnahme. In klinischen Dosierungen hemmt Sertralin die Aufnahme von Serotonin in menschli-che Thrombozyten. Sertralin hat sich in den tierexperimentellen Untersuchungen als frei von stimulierenden, sedierenden oder anti-cholinergen bzw. kardiotoxischen Effekten erwiesen. In kontrollierten Studien bei Ge-sunden zeigte Sertralin keine sedierenden Eigenschaften und veränderte nicht die psychomotorische Leistungsfähigkeit. We-gen seiner selektiven Hemmwirkung auf die 5-HT-Wiederaufnahme beeinflusst Ser-tralin die Katecholaminaktivität nicht. Ser-tralin zeigt keine Affinität zu Muskarin- (cholinergen), Serotonin-, Dopamin-, adr-energen, Histamin-, GABA- oder Benzodi-azepin-Rezeptoren. Wie auch bei anderen klinisch wirksamen Antidepressiva und Arzneimitteln zur Behandlung der Zwangs-störung war die chronische Verabreichung von Sertralin im Tiermodell mit einer Ver-minderung der Ansprechbarkeit zerebraler Noradrenalinrezeptoren verbunden.
Sertralin zeigte kein Missbrauchspotenzial. In einer doppelblinden, randomisierten, plazebokontrollierten Studie zum diesbe-züglichen Vergleich von Sertralin, Al-prazolam und d-Amphetamin beim Men-schen zeigte Sertralin keine subjektiven Ef-fekte, die auf ein Missbrauchspotenzial hindeuteten. Dagegen stuften die Stu-dienteilnehmer sowohl Alprazolam als auch d-Amphetamin in Bezug auf die Parameter Drug-Liking, Euphorie und Missbrauch-spozential als signifikant höher ein als Pla-zebo. Sertralin führte nicht zu der Stimula-tion und Angst, die in Verbindung mit d-Amphetamin steht, oder zu der Sedierung und psychomotorischen Störung, die mit Alprazolam einhergeht. Sertralin wirkt nicht als positiver Verstärker bei Rhesusaf-fen, die auf die Selbstapplikation von Ko-kain trainiert wurden, noch wirkt es substi-tuierend für d-Amphetamin oder Pentobar-bital bei Rhesusaffen.
Klinische Wirksamkeit und Sicherheit
Episoden einer Major Depression
Eine Studie untersuchte ambulante Patien-ten mit Depression, die am Ende einer zu-nächst 8-wöchigen offenen Behandlungs-phase auf 50 - 200 mg Sertralin pro Tag angesprochen hatten. Diese Patienten (n = 295) erhielten randomisiert 44 weitere Wo-chen lang doppelblind entweder 50 – 200 mg Sertralin pro Tag oder Plazebo. In der Sertralin-Gruppe zeigte sich eine statistisch signifikant niedrigere Rezidivrate als in der Plazebo-Gruppe. Patienten, die die Behand-lung abschlossen, hatten eine mittlere Ta-gesdosis von 70 mg erhalten. Der Prozent-satz der Responder (definiert als diejenigen Patienten, die keinen Rückfall erlitten) be-trug in der Sertralin- bzw. Plazebo-Gruppe 83,4 % bzw. 60,8 %.
Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)
Die kombinierten Daten der drei PTBS-Studien in der Allgemeinbevölkerung erga-ben für die Männer eine niedrigere An-sprechrate als für die Frauen. In den beiden positiven Studien in der Allgemeinbevölke-rung waren die Anzahl der Responder von Sertralin vs. Plazebo für Männer und Frau-en vergleichbar (Frauen: 57,2 % vs. 34,5 %; Männer: 53,9 % vs. 38,2 %). Die An-zahl männlicher und weiblicher Patienten in den gepoolten Studien in der Allgemeinbe-völkerung waren 184 und 430, sodass die Ergebnisse bei den Frauen aussagekräftiger sind und mit den Männern andere Variab-len in der Ausgangssituation in Zusammen-hang gebracht wurden (häufigerer Sub-stanzmissbrauch, längere Krankheitsdauer, Trauma-Auslöser, u. a.), die mit einer ver-ringerten Wirkung einhergehen.
Kardiale Elektrophysiologie
In einer umfangreichen QTc-Studie, durch-geführt im Steady State bei supratherapeu-tischer Exposition an gesunden Probanden (behandelt mit 400 mg/Tag, d. h. dem Dop-pelten der empfohlenen Tagesdosis) lag die obere Grenze des zweiseitigen 90 %-Konfidenzintervalls für die zeitadjustierte Least-Square-Mittelwertdifferenz der QTcF zwischen Sertralin und Placebo (11,666 ms) über dem vordefinierten Grenzwert von 10 ms 4Stunden nach Dosisgabe. Die Ex-position-Reaktion-Analyse zeigte ein leicht positives Verhältnis zwischen QTcF und Sertralin-Plasmakonzentrationen [0,036 ms/(ng/ml); p<0,0001]. Basierend auf dem Exposition-Reaktion-Modell liegt der Grenzwert für eine klinisch signifikante Verlängerung des QTcF (d.h. prognostizier-tes 90%-KI übersteigt 10ms) bei mindes-tens 2,6-mal der durchschnittlichen Cmax (86 ng/ml) nach der höchsten empfohlenen Sertralin-Dosis (200 mg/Tag, siehe Ab-schnitte4.4, 4.5, 4.8 und 4.9).
Kinder und Jugendliche mit Zwangsstörung
Die Unbedenklichkeit und Wirksamkeit von Sertralin (50 - 200 mg/Tag) wurde bei der Behandlung von ambulant behandelten, nicht depressiven Kindern (im Alter von 6 bis 12 Jahren) und Jugendlichen (im Alter von 13 bis 17 Jahren) mit Zwangsstörung untersucht. Im Anschluss an eine einwö-chige einfachblinde Therapieeinleitung mit Plazebo wurden die Patienten randomisiert einer flexiblen, 12-wöchigen Dosisgabe von entweder Sertralin oder Plazebo zuge-ordnet. Bei Kindern (6 bis 12 Jahre) wurde zunächst mit einer Anfangdosis von 25 mg begonnen. Bei Patienten, die randomisiert Sertralin zugeordnet worden waren, kam es in Bezug auf folgende Skalen zu signifikant größeren Verbesserungen gegenüber den Patienten, die randomisiert Plazebo erhiel-ten: Children’s Yale-Brown Obsessive Compulsive Scale CY-BOCS (p = 0,005), NIMH Global Obsessive Compulsive Scale (p = 0,019) und CGI Improvement (p = 0,002). Darüber hinaus wurde auch in Be-zug auf die CGI Severity-Skala bei der Ser-tralin-Gruppe ein Trend zu größerer Ver-besserung verzeichnet als in der Plazebo-Gruppe (p = 0,089). Für CY-BOCS lagen die mittleren Ausgangswerte und Verände-rungen gegenüber dem Ausgangwert in der Plazebo-Gruppe bei 22,25 ± 6,15 und -3,4 ± 0,82 und in der Sertralin-Gruppe bei 23,36 ± 4,56 und -6,8 ± 0,87. Als Respon-der, definiert als Patienten mit einer min-destens 25-prozentigen Abnahme in Bezug auf CY-BOCS (primärer Wirksamkeitspa-rameter) von Studienbeginn (Baseline) bis zum Endpunkt, erwiesen sich in einer post-hoc-Analyse 53 % der Patienten unter Ser-tralin gegenüber 37 % der Patienten unter Plazebo (p = 0,03).
Es gibt keine klinischen Langzeitstudien, die die Wirksamkeit in dieser pädiatrischen Population untersuchen.
Studie SPRITES zur Sicherheit nach Markteinführung
Nach der Marktzulassung wurde eine Be-obachtungsstudie mit 941 Patienten im Al-ter von 6 bis 16 Jahren durchgeführt, um die langfristige Sicherheit einer Behand-lung mit Sertralin (mit und ohne Psychothe-rapie) im Vergleich zu einer Psychotherapie zur kognitiven, emotionalen, körperlichen und pubertären Reifung über einen Zeit-raum von bis zu 3 Jahren zu untersuchen. Diese Studie wurde in der klinischen Praxis bei Kindern und Jugendlichen mit der Pri-märdiagnose Zwangsstörung, Depression oder anderen Angststörungen durchgeführt und bewertete die kognitiven Fähigkeiten (bewertet mit dem Trails-B-Test und dem Metacognition Index des Behaviour Rating Inventory of Executive Function [BRIEF], die Verhaltens-/ Emotionsregulation [be-wertet mit dem Behavioural Regulation In-dex des BRIEF] und die körperliche/ puber-täre Reifung [bewertet mit standardisiertem Größe/Gewicht/Körpermassenindex [BMI] und Tanner-Stadium]). Sertralin ist in der pädiatrischen Population nur für Patienten im Alter von 6 Jahren und älter mit Zwangsstörungen zugelassen (siehe Ab-schnitt 4.1).
Die Standardisierung der einzelnen pri-mären Ergebnisgrößen auf der Grundlage von Geschlechts- und Altersnormen zeigte, dass die Gesamtergebnisse mit einer nor-malen Entwicklung übereinstimmten. Mit Ausnahme des Gewichts wurden keine sta-tistisch signifikanten Unterschiede bei den primären Ergebnisgrößen festgestellt. In vergleichenden Analysen wurde ein statis-tisch signifikanter Befund für das standar-disierte Gewicht festgestellt, allerdings war das Ausmaß der Veränderung des Gewichts gering (mittlere [SD] Veränderung des standardisierten z-Scores < 0,5 SD). Es gab eine Dosis-Wirkungs-Beziehung bei der Gewichtszunahme.
Kinder und Jugendliche
Für Kinder unter 6 Jahre liegen keine Daten vor.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Resorption
Beim Menschen werden nach einmal tägli-cher Einnahme von 50 bis 200 mg Sertralin über 14 Tage maximale Plasmaspiegel 4,5 bis 8,4 Stunden nach der täglichen Gabe er-reicht. Durch Nahrungszufuhr wird die Bioverfügbarkeit von Sertralin-Tabletten nicht signifikant beeinflusst.
Verteilung
Die Plasmaproteinbindung beträgt ungefähr 98 %.
Biotransformation
Sertralin unterliegt einem ausgeprägten First-Pass-Metabolismus durch die Leber.
Aus klinischen und in vitro Daten kann der Schluss gezogen werden, dass Sertralin über zahlreiche Stoffwechselwege wie CYP3A4, CYP2C19 (siehe Abschnitt 4.5) und CYP2B6 metabolisiert wird. Sertralin und sein Hauptmetabolit Desmethylsertra-lin sind in vitro ebenfalls Substrate von P-Glykoprotein.
Elimination
Die mittlere Halbwertszeit von Sertralin be-
trägt rund 26 Stunden (22 - 36 Stunden). Entsprechend seiner terminalen Elimina-tionshalbwertszeit erfolgt eine etwa zweifa-che Akkumulation bis zur Steady-State-Konzentration, die bei einmal täglicher Einnahme nach etwa einer Woche erreicht wird. Die Halbwertszeit von N-Desmethylsertralin beträgt 62 bis 104 Stun-den. Sowohl Sertralin als auch NDesme-thylsertralin werden im menschlichen Or-ganismus stark metabolisiert, wobei die entstehenden Metaboliten zu gleichen Tei-len in Faeces und Urin ausgeschieden wer-den. Im Urin findet sich nur ein kleiner An-teil (unter 0,2 %) unverändertes Sertralin wieder.
Linearität/Nicht-Linearität
Sertralin zeigt dosisproportionale Pharma-kokinetik über einen Bereich von 50 bis 200 mg.
Pharmakokinetik bei besonderen Patien-tengruppen
Kinder und Jugendliche mit Zwangsstörun-gen
Die Pharmakokinetik von Sertralin wurde bei 29 pädiatrischen Patienten im Alter von 6 bis 12 Jahren und 32 jugendlichen Patien-ten im Alter von 13 bis 17 Jahren unter-sucht. Die Patienten wurden innerhalb von 32 Tagen schrittweise auf eine Tagesdosis von 200 mg hochtitriert, entweder mit einer Anfangdosis und Steigerungsschritten von je 25 mg oder mit einer Anfangsdosis und Steigerungsschritten von je 50 mg. Die Verträglichkeit erwies sich unter dem 25-mg-Schema und unter dem 50-mg-Schema gleich gut. Im Steady-State bei der 200-mg-Dosis waren die Sertralin-Spiegel im Plas-ma in der Gruppe der 6 bis 12-Jährigen et-wa 35 % höher als in der Gruppe der 13 bis 17-Jährigen, und 21 % höher als in der Vergleichsgruppe der Erwachsenen. Es wurden keine signifikanten Unterschiede bei der Elimination zwischen Jungen und Mädchen festgestellt. Eine niedrige An-fangsdosis und Titrationsschritte von 25 mg werden daher bei Kindern empfohlen, ins-besondere bei niedrigem Körpergewicht. Jugendliche könnten die gleichen Dosen erhalten wie Erwachsene.
Jugendliche und ältere Patienten
Das pharmakokinetische Profil bei Jugend-lichen und älteren Patienten unterscheidet sich nicht signifikant von dem von Erwach-senen im Alter zwischen 18 und 65 Jahren.
Leberfunktionsstörung
Bei Patienten mit Leberschädigung ist die Halbwertszeit von Sertralin verzögert und die AUC um das Dreifache erhöht (siehe Abschnitte 4.2 und 4.4).
Nierenfunktionsstörung
Bei Patienten mit mäßiger bis schwerer Nierenfunktionsstörung kam es nicht zu ei-ner signifikanten Akkumulation von Sertra-lin.
Pharmakogenetik
In langsamen CYP2C19-Metabolisierern waren die Plasmaspeigel von Sertralin ge-genüber schnellen Metabolisierern um 50 % höher. Die klinische Bedeutung ist un-klar. Sertralin sollte entsprechend dem kli-nischen Ansprechen titriert werden.
5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit
Basierend auf konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter Gabe, Genotoxizität und zum kanzerogenen Potenzial lassen die präklini-schen Daten keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen. Tierexperimentel-le Studien zur Reproduktionstoxizität erga-ben keinen Hinweis auf Teratogenität oder unerwünschte Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit beim Männchen. Die beo-bachtete Fetotoxizität stand vermutlich mit toxischen Wirkungen bei der Mutter in Zu-sammenhang. Das Überleben der Jungtiere nach der Geburt und deren Körpergewicht waren lediglich während der ersten Tage nach der Geburt verringert. Es wurde nach-gewiesen, dass die frühe postnatale Morta-lität auf die Exposition in utero nach dem 15. Tag der Trächtigkeit zurückzuführen war. Postnatale Entwicklungsverzögerun-gen bei Jungtieren von behandelten Mutter-tieren traten wahrscheinlich infolge der Auswirkungen auf die Muttertiere auf und waren für das Risiko beim Menschen daher nicht relevant.
Tierexperimentelle Studien an Nagern und Nichtnagern zeigten keinen Einfluss auf die Fertilität.
Juvenile tierexperimentelle Studien
An Jungtieren der Ratte wurde eine toxiko-logische Studie durchgeführt, bei der männ-lichen und weiblichen Ratten Sertralin oral (mit den Dosen 10, 40 oder 80mg/kg/Tag) von Tag 21 bis 56 postnatal verabreicht wurde, gefolgt von einer dosisfreien Erho-lungsphase bis Tag 196 postnatal. Verzöge-rungen der sexuellen Reifung traten bei männlichen und weiblichen Tieren bei un-terschiedlichen Dosierungen auf (bei männ-lichen Ratten bei 80mg/kg und bei weibli-chen Ratten bei ≥10 mg/kg). Trotz dieser Befunde wurden keine Sertralin-bedingten Auswirkungen bei den in der Studie erfass-ten männlichen und weiblichen Reproduk-tionsendpunkten beobachtet. Darüber hin-aus wurden an den Tagen 21 bis 56 postna-tal Dehydrierung, Chromorhinorrhoe und eine Reduktion der durchschnittlichen Ge-wichtszunahme beobachtet. Alle vorste-hend genannten Sertralin-bedingten Aus-wirkungen waren in der dosisfreien Erho-lungsphase der Studie reversibel. Die klini-sche Relevanz dieser Befunde, die nach Verabreichung von Sertralin an Ratten er-hoben wurden, wurde nicht festgestellt.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Tablettenkern:
Mannitol (Ph.Eur.),
Mikrokristalline Cellulose,
Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A) (Ph.Eur.),
Hyprolose,
Ascorbinsäure,
Eisen(III)-hydroxid-oxid-Hydrat (E172),
Talkum,
Magnesiumstearat (Ph.Eur.) [pflanzlich]
Filmüberzug:
Hypromellose,
Titandioxid (E 171),
Talkum,
Propylenglycol
Eisen(III)-hydroxid-oxid-Hydrat (E172),
Eisen(III)-oxid (E172) – nur für 100 mg
6.2 Inkompatibilitäten
Nicht zutreffend.
6.3 Dauer der Haltbarkeit
Blister: 2 Jahre
HDPE-Kunststoffflasche: 2 Jahre
Haltbarkeitsdauer nach dem ersten Öffnen des Kunststoffbehälters: 100 Tage. Kunst-stoffbehälter fest verschlossen halten, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen. Nicht über 25ºC lagern.
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Für dieses Arzneimittel sind keine besonde-ren Lagerungsbedingungen erforderlich.
Für Lagerungsbedingungen nach dem ers-ten Öffnen des Arzneimittels, siehe Ab-schnitt 6.3.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Transparente PVC/Aluminium-Blister in der Faltschachtel: 20, 28, 30, 50, 98 und 100 Filmtabletten.
Polyethylen (HDPE)-Kunststoffflasche mit Silikagel Trockenkapsel im Polypropylen-vesrchluss: 250 Tabletten.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung
Keine besonderen Anforderungen.
7. INHABER DER ZULASSUNG
TAD Pharma GmbH
Heinz-Lohmann-Straße 5
27472 Cuxhaven
Telefon: (0 47 21) 6 06-0
Telefax: (0 47 21) 6 06-333
E-Mail: info@tad.de
8. ZULASSUNGSNUMMER(N)
Sertralin TAD 50 mg:
63020.00.00
Sertralin TAD 100 mg:
63020.01.00
9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 07. November 2005
Datum der letzten Verlängerung der Zulas-sung: 23. November 2016
10. STAND DER INFORMATION
November 2025
11. VERKAUFSABGRENZUNG
Verschreibungspflichtig
