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Terzolin® 2% Creme – Fachinformation (SmPC) für Ärzte und Apotheker

Die Fachinformation richtet sich an Ärzte und Apotheker. Verständliche Hinweise für Patienten enthält der Beipackzettel: Einnahme, Nebenwirkungen, Andere Arzneimittel, Schwangerschaft und Stillzeit.

Aktualisiert:
Fakten
Status:
Apothekenpflichtig, rezeptfrei
Stärke:
20 mg/g
Wirkstoff:
ATC-Gruppe:

Fachinformation - Terzolin 2 % Creme

1. Bezeichnung des Arzneimittels

Terzolin® 2% Creme

2. Qualitative und quantitative Zusammensetzung

1 g Creme zur Anwendung auf der Haut enthält 20 mg Ketoconazol.

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung:

Dieses Arzneimittel enthält 200 mg Propylenglycol, 20 mg Cetylalkohol, 75 mg Stearylalkohol, 15 mg Polysorbat 60 und 1 mg Polysorbat 80 pro 1 g Creme.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3. Darreichungsform

Creme zur Anwendung auf der Haut

Terzolin 2% Creme ist eine weiße Emulsion.

4. Klinische Angaben

4.1 Anwendungsgebiete

Zur Therapie von seborrhoischer Dermatitis und Pityriasis versicolor.

Terzolin 2% Creme ist zur Anwendung bei Erwachsenen bestimmt.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Seborrhoische Dermatitis: Terzolin 2% Creme sollte 1 - 2-mal täglich auf die erkrankte Haut aufgetragen werden.

Pityriasis versicolor: Terzolin 2% Creme sollte 1-mal täglich auf die erkrankte Haut aufgetragen werden.

Art der Anwendung

Terzolin 2% Creme wird auf die erkrankte Haut und die umgebende Hautfläche (ca. 1 – 2 cm) aufgetragen und anschließend solange mit dem Finger einmassiert, bis sie eingezogen ist.

Die übliche anfängliche Behandlungsdauer bei seborrhoischer Dermatitis beträgt 2 - 4 Wochen. Bei seborrhoischer Dermatitis kann eine Erhaltungstherapie intermittierend (einmal wöchentlich) durchgeführt werden.

Die übliche Behandlungsdauer bei Pityriasis versicolor beträgt 2 - 3 Wochen.

Die Behandlung sollte zur Vermeidung eines Rezidivs mindestens einige Tage über das Verschwinden der Beschwerden hinaus fortgesetzt werden. Wenn nach 4-wöchiger Behandlung keine klinische Besserung festgestellt wird, sollte die Diagnose überdacht werden.

Der Patient wird in der Gebrauchsinformation auf die allgemeinen Hygieneregeln zur Vermeidung von Infektions- und Reinfektionsquellen hingewiesen.

Vorsichtsmaßnahmen bei der Anwendung

Terzolin 2% Creme nicht in die Augen bringen!

4.3 Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Hinweis

Um einen Rebound-Effekt nach Absetzen einer vorangegangenen, längerfristigen, topischen Kortikosteroid-Behandlung zu vermeiden, wird empfohlen, eine milde topische Kortikosteroid-Behandlung zunächst morgens fortzuführen und abends Terzolin 2% Creme aufzutragen. Die Steroidtherapie sollte über einen Zeitraum von 2 – 3 Wochen langsam ausgeschlichen werden.

Sonstige Bestandteile

Propylenglycol kann Hautreizungen hervorrufen.

Stearylalkohol und Cetylalkohol können örtlich begrenzte Hautreizungen (z.B. Kontaktdermatitis) hervorrufen.

Polysorbate können allergische Reaktionen hervorrufen.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Bisher keine bekannt.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Bisher liegen keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Ketoconazol bei Schwangeren vor. Nach topischer Applikation von Terzolin

2% Creme auf die Haut von nicht-schwangeren Probanden ist kein Ketoconazol im Plasma messbar. Ketoconazol ist plazentagängig. In Tierstudien nach systemischer Anwendung von Ketoconazol sind Fruchtschädigungen aufgetreten (siehe Abschnitt 5.3).

Es gibt keine bekannten Risiken, die mit der Anwendung von Terzolin 2% Creme während einer Schwangerschaft in Verbindung stehen. Daher darf Terzolin 2% Creme während der Schwangerschaft nach entsprechender Nutzen-Risiko-Abwägung angewendet werden.

Stillzeit

Bisher liegen keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Ketoconazol während der Stillzeit vor. Nach topischer Applikation von Terzolin 2% Creme auf die Haut von nicht-stillenden Probanden ist kein Ketoconazol im Plasma messbar.

Ketoconazol geht in die Muttermilch über. Es gibt keine bekannten Risiken, die mit der Anwendung von Terzolin 2% Creme während des Stillens in Verbindung stehen. Daher kann Terzolin 2% Creme während der Stillzeit angewendet werden. Während der Stillzeit sollte Terzolin 2% Creme nicht im Brustbereich angewendet werden. So wird ein Kontakt des Säuglings mit den behandelten Körperstellen vermieden.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Nicht zutreffend.

4.8 Nebenwirkungen

Die Sicherheit von Terzolin 2% Creme wurde an 1079 Teilnehmern in 30 klinischen Studien untersucht. Terzolin 2% Creme wurde auf die Haut aufgetragen. Gemittelte Sicherheitsdaten aus diesen klinischen Studien ergaben als häufigste Nebenwirkungen (≥1% Häufigkeit): Pruritus (2%), Brennen (1,9%) und Erythem (1%) am Verabreichungsort.

Die folgende Tabelle zeigt Nebenwirkungen, die nach der Anwendung von Terzolin 2% Creme in klinischen Studien und nach Markteinführung, einschließlich der oben genannten Nebenwirkungen, berichtet wurden.

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeiten zugrunde gelegt: sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100, <1/10), gelegentlich (≥1/1.000, <1/100), selten (≥1/10.000, <1/1.000), sehr selten (<1/10.000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

OrganklasseNebenwirkungen
Häufigkeitskategorie
HäufigGelegentlichNicht bekannt
Erkrankungen des ImmunsystemsÜberempfindlichkeit
Erkankungen der Haut und des UnterhautgewebesBrennenBläschenbildung, Kontaktdermatitis, Ausschlag, Hautschuppung, ÖdemUrticaria
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am VerabreichungsortErythem, PruritusHautreaktionen: Blutungen, leichte Schmerzen, trockene Haut, Entzündungen, Hautreizungen, Parästhesien

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3

D-53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Topische Anwendung

Übermäßige topische Anwendung kann zu Erythem, Ödem und Brennen führen, die nach Beendigung der Behandlung wieder verschwinden.

Einnahme

Im Falle versehentlicher Einnahme sollten unterstützende und symptomatische Maßnahmen ergriffen werden.

5. Pharmakologische Eigenschaften

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antimykotika zur topischen Anwendung, Imidazol- und Triazol-Derivate

ATC Code: D01AC08

Ketoconazol, ein synthetisches Imidazoldioxolanderivat, ist ein potenter Inhibitor der Biosynthese des Ergosterins, einem Hauptsterin der Zellmembran von Hefen und anderen Pilzen. Ergosterin ist ein wichtiger Regulator der Membranpermeabilität. Ketoconazol verändert außerdem die Zusammensetzung anderer Lipidkomponenten in der Membran. In fungistatischer Konzentration kommt es zu einer Proliferation des Plasmalemmas und zu einer Verdickung der Zellwand. Diese morphologischen Veränderungen werden von Änderungen in der Membranpermeabilität begleitet, die zu einer selektiven Hemmung der Aufnahme von essentiellen nutritiven Substanzen führen können. In fungizider Konzentration kommt es zu einer Nekrotisierung des Zellinneren.

Pharmakologische Testungen zeigen, dass Ketoconazol gegen eine Vielzahl von Erregern (insbesondere Dermatophyten wie z.B. Trichophyton sp., Epidermophyton floccosum und Microsporum sp., Hefe, einschließlich Malassezia spp. und Candida spp., Schimmel und andere pathogene Pilze) wirksam ist. Bei der Pathogenese der seborrhoischen Dermatitis spielt das vermehrte Vorkommen von Malassezia-Arten, insbesondere von Malassezia furfur, eine wichtige Rolle. Die Wirkung von Ketoconazol gegenüber Malassezia-Arten ist besonders ausgeprägt.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Nach topischer Anwendung von Ketoconazol 2% Creme auf der Haut von Erwachsenen waren keine Plasmakonzentrationen von Ketoconazol nachweisbar.

In einer Studie mit Kleinkindern mit seborrhoischer Dermatitis (n = 19), wobei täglich ca. 40 g Ketoconazol 2% Creme auf 40% der Körperoberfläche aufgetragen wurden, wurden bei 5 Kleinkindern Plasmakonzentrationen von Ketoconazol im Bereich von 32 bis 133 ng/ml nachgewiesen.

Die Hautpenetration von Ketoconazol bleibt auf die oberflächlichen Hautschichten beschränkt. Die höchsten Konzentrationen fanden sich im Stratum corneum und am Übergang zum Stratum granulosum.

Im Stratum corneum wurden hohe Konzentrationen von Tritium markierter Substanz innerhalb von 1 Stunde nach Applikation gefunden. Eine verlängerte Kontaktzeit (16 Stunden) zwischen Haut und Creme hatte keinen Einfluss auf die Penetrationskinetik.

Verteilung

Plasmakonzentrationen von Ketoconazol konnten nach topischer Anwendung von Terzolin 2% Creme auf der Haut von Erwachsenen nicht festgestellt werden.

In einer Studie mit Kleinkindern mit seborrhoischer Dermatitis (n = 19), wobei täglich ca. 40 g Terzolin 2% Creme auf 40% der Körperoberfläche aufgetragen wurde, wurden bei 5 Kleinkindern Plasmakonzentrationen von Ketoconazol im Bereich von 32 bis 133 ng/ml festgestellt.

Daten zur topischen Verträglichkeit

Studien zur subakuten dermalen Toxizität von Ketoconazol wurden am Kaninchen durchgeführt. Auf intakte, rasierte Haut von Kaninchen wurde für 30 Tage 1x täglich Ketoconazol Creme (2%), in einer Menge von 0,5 bis 2 g/kg Körpergewicht aufgetragen. Es waren lediglich kaum sichtbare Anzeichen einer Irritation sowohl in der Placebo-Gruppe als auch in allen Dosisgruppen zu beobachten.

Daten zur systemischen Verträglichkeit

Da Ketoconazol bei topischer Applikation nur in Spuren verfügbar ist und es nicht zu einem messbaren Nachweis im Plasma kommt, sind keine systemischen Effekte zu erwarten. Die Daten zur systemischen Verträglichkeit wurden daher nach oraler Gabe ermittelt.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Akute Toxizität

Die orale LD50 lag bei Mäusen über 600 mg/kg KG und bei Ratten und Meerschweinchen um 200 mg/kg KG.

Chronische Toxizität

An Ratten und Hunden (3 bis 12 Monate) zeigten Dosen bis zu 10 mg/kg KG keine Unterschiede zu den Kontrollgruppen. Wichtigstes Zielorgan bei toxischer Überdosierung war die Leber.

Mutagenes und tumorerzeugendes Potential

Es ergaben sich keine Hinweise auf mutagene Eigenschaften von Ketoconazol.

Ketoconazol zeigte in Langzeitstudien an Ratte und Maus keine onkogenen Eigenschaften.

Reproduktionstoxizität

Systemisch verabreicht beeinträchtigt Ketoconazol bei Ratten Fertilität und Embryonalentwicklung und führt zu Missbildungen des Skeletts und des kardiovaskulären Systems.

6. Pharmazeutische Angaben

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Propylenglycol

Stearylalkohol (Ph.Eur.)

Cetylalkohol (Ph.Eur.)

Sorbitanstearat

Polysorbat 60

Isopropylmyristat (Ph.Eur.)

Natriumsulfit (E 221)

Polysorbat 80

Gereinigtes Wasser

6.2 Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Aluminiumtube mit 15 g Creme

Aluminiumtube mit 30 g Creme

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den regionalen Anforderungen zu beseitigen.

7. Inhaber der Zulassung

STADA Consumer Health Deutschland GmbH

Stadastraße 2–18

61118 Bad Vilbel

Telefon: 06101 603-0

Telefax: 06101 603-259

Internet: www.stada.de

8. Zulassungsnummer

15003.00.00

9. Datum der Erteilung der Zulassung/Verlängerung der Zulassung

Datum der Erteilung der Zulassung: 27. August 1990

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 04. März 2002

10. Stand der Information

Mai 2025

11. Verkaufsabgrenzung

Apothekenpflichtig

Über dieses Dokument

Quelle: BfArM – Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (AMIce) · Zulassungsnummer: 15003.00.00 · ENR 2115003

Stand der Information laut Text: 05/2025

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Die Informationen auf dieser Website ersetzen nicht den Rat eines Arztes oder Apothekers.

Fakten zu Terzolin 2 % Creme

Rezeptpflicht
Apothekenpflichtig, rezeptfrei?
  • Sie erhalten das Arzneimittel ohne Rezept, aber nur in der Apotheke. Lassen Sie sich dort beraten.
  • Rechtsgrundlage laut BfArM: apothekenpflichtig gemäß §43 oder §46 AMG.
Wirkstoff Ketoconazol 20 mg/g
Darreichungsform Creme
Art der Anwendung Auftragen auf die Haut
Sonstige Bestandteile
Gereinigtes Wasser, Polysorbat 60, Polysorbat 80, Hexadecan-1-ol und 5 weitere+

Gereinigtes Wasser, Polysorbat 60, Polysorbat 80, Hexadecan-1-ol, Propylenglycol, Natriumsulfit, Sorbitanstearat, Stearylalkohol (Ph.Eur.), Isopropylmyristat (Ph.Eur.)

Packungsgrößen 15 g, 30 g (außerdem Klinikpackungen: 150 g)
Haltbarkeit 3 Jahre (ungeöffnete Packung)
ATC-Klassifikation
  1. D Dermatika
    1. D01 Antimykotika zur dermatologischen Anwendung
      1. D01A Antimykotika zur topischen Anwendung
        1. D01AC Imidazol- und Triazol-Derivate
          1. D01AC08 Ketoconazol
Zulassung 15003.00.00, seit 28.08.1990, verlängert 28.08.2000; nationales Verfahren (Deutschland)
Pharmazeutischer Unternehmer STADA Consumer Health Deutschland GmbH, 61118 Bad Vilbel
Hersteller (Freigabe) Janssen Pharmaceutica N.V., STADA Arzneimittel Aktiengesellschaft
Frühere Namen Nizoral Creme (ab 27.08.1990), Terzolin Creme (ab 24.05.1995)
PZN 07242396

Quelle: BfArM, Arzneimittel-Informationssystem AMIce (ENR 2115003), Datensatz vom 14.11.2025. Angaben ohne Gewähr – fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke.