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Trazodon AL 100 mg Tabletten – Fachinformation (SmPC) für Ärzte und Apotheker

Die Fachinformation richtet sich an Ärzte und Apotheker. Verständliche Hinweise für Patienten enthält der Beipackzettel: Einnahme, Nebenwirkungen, Andere Arzneimittel, Schwangerschaft und Stillzeit.

Aktualisiert:
Fakten
Status:
Verschreibungspflichtig
Stärke:
100 mg
Dieselbe Fachinformation gilt auch für:
Wirkstoff:
ATC-Gruppe:

Fachinformation - Trazodon AL 100 mg Tabletten

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Trazodon AL 50 mg Tabletten

Trazodon AL 100 mg Tabletten

Trazodon AL 150 mg Tabletten

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Trazodon AL 50 mg Tabletten

Jede Tablette enthält 50 mg Trazodonhydrochlorid.

Trazodon AL 100 mg Tabletten

Jede Tablette enthält 100 mg Trazodonhydrochlorid.

Trazodon AL 150 mg Tabletten

Jede Tablette enthält 150 mg Trazodonhydrochlorid.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Tablette.

Trazodon AL 50 mg Tabletten

Weiße bis gebrochen weiße, runde, bikonvexe Tabletten mit einer Kerbe und einem Durchmesser von 7,14 mm, mit der Prägung „IT“ und „I“ (jeweils auf einer Tablettenhälfte) auf der einen Seite und ohne Prägung auf der anderen Seite.

Die Kerbe dient nicht zum Teilen der Tablette.

Trazodon AL 100 mg Tabletten

Weiße bis gebrochen weiße, runde, bikonvexe Tabletten mit einer Bruchkerbe und einem Durchmesser von 9,52 mm, mit der Prägung „IT“ und „II“ (jeweils auf einer Tablettenhälfte) auf der einen Seite und ohne Prägung auf der anderen Seite.

Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

Trazodon AL 150 mg Tabletten

Weiße bis gebrochen weiße, ovale, flache, abgeschrägte Tabletten mit einer Bruchkerbe, 16,90 mm lang und 8,40 mm breit, mit der Prägung „IT“ und „III“ (jeweils auf einer Tablettenhälfte) auf der einen Seite und ohne Prägung auf der anderen Seite.

Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Episoden einer Major Depression bei Erwachsenen.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Erwachsene

Die Behandlung sollte mit 150 mg/Tag begonnen werden, aufgeteilt in Teildosen nach dem Essen oder als Einzeldosis am Abend.

Diese Dosis kann schrittweise, z.B. alle 3 - 4 Tage um jeweils 50 mg, bis zu einer Höchstdosis von 300 mg/Tag, entweder als Einzeldosis oder aufgeteilt in Teildosen, erhöht werden. Wird die Tagesdosis in Teildosen aufgeteilt, so ist der größte Teil der Tagesdosis vor dem Schlafengehen einzunehmen.

Bei stationär behandelten Patienten mit einer besonders schweren Depression kann die Dosis weiter auf bis zu 600 mg/Tag, aufgeteilt in Teildosen, gesteigert werden.

Nach Erreichen einer wirksamen Dosis zeigt sich ein klinisches Ansprechen in der Regel innerhalb von zwei bis vier Wochen.

Bei Nichtansprechen kann die Dosis bis zur empfohlenen Höchstdosis gesteigert werden. Wenn danach ein klinisches Ansprechen nach zwei bis vier Wochen immer noch ausbleibt, sollte die Therapie abgesetzt werden.

Nach Erreichen eines zufriedenstellenden klinischen Ansprechens sollte die Dosis mindestens vier Wochen lang beibehalten werden. Danach kann die Dosis im Allgemeinen je nach dem therapeutischen Ansprechen schrittweise verringert werden. Die Behandlung sollte mit der niedrigsten wirksamen Dosis fortgesetzt werden, wobei die Notwendigkeit der Fortsetzung der Erhaltungstherapie in regelmäßigen Abständen überprüft werden sollte.

Grundsätzlich ist es vorzuziehen, die Therapie mit einem Antidepressivum so lange fortzusetzen, bis der Patient vier bis sechs Monate lang symptomfrei war.

Zur Verhinderung von Absetzsymptomen sollte ein abruptes Absetzen der Behandlung vermieden werden. Am Ende der Behandlung sollte die Dosis schrittweise verringert werden.

Besondere Patientengruppen

Ältere Patienten

Bei älteren oder geschwächten Patienten reduziert sich die empfohlene Anfangsdosis auf 100 mg/Tag, die entweder aufgeteilt in Teildosen oder als Einzeldosis vor dem Schlafengehen eingenommen wird (siehe Abschnitt 4.4). Diese kann je nach Wirksamkeit und Verträglichkeit schrittweise, wie oben unter „Erwachsene“ beschrieben, unter ärztlicher Aufsicht erhöht werden. In der Regel sollten Einzeldosen von mehr als 100 mg bei diesen Patienten vermieden werden. Es ist unwahrscheinlich, dass eine Tagesdosis von 300 mg überschritten werden muss.

Leberfunktionsstörungen

Trazodon wird umfassend über die Leber metabolisiert (siehe Abschnitt 5.2) und wurde auch mit Hepatotoxizität in Verbindung gebracht (siehe Abschnitte 4.4 und 4.8). Deshalb ist Vorsicht geboten, wenn das Arzneimittel Patienten mit Leberfunktionsstörungen, insbesondere solchen mit einer schweren Leberfunktionsstörung, verordnet wird. Eine regelmäßige Überwachung der Leberfunktion kann in Erwägung gezogen werden.

Nierenfunktionsstörungen

In der Regel ist keine Dosisanpassung notwendig. Vorsicht ist aber geboten, wenn das Arzneimittel Patienten mit schweren Nierenfunktionsstörungen verordnet wird (siehe auch Abschnitte 4.4 und 5.2).

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Trazodon bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren wurde bisher nicht erwiesen. Daher wird die Anwendung von Trazodon in dieser Altersgruppe nicht empfohlen.

Art der Anwendung

Zum Einnehmen.

Die Tabletten sollten im Ganzen mit einem Glas Wasser eingenommen werden.

Eine Verringerung der Nebenwirkungen kann erreicht werden, wenn Trazodon nach einer Mahlzeit eingenommen wird (Steigerung der Resorption und Abnahme der Peak-Plasmakonzentration).

4.3 Gegenanzeigen

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.
  • Alkoholintoxikation und Intoxikation mit Hypnotika.
  • Akuter Myokardinfarkt.

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Suizid/Suizidgedanken oder klinische Verschlechterung

Depressive Erkrankungen sind mit einem erhöhten Risiko für die Auslösung von Suizidgedanken, selbstschädigendem Verhalten und Suizid (suizidbezogene Ereignisse) verbunden. Dieses erhöhte Risiko besteht, bis es zu einer signifikanten Linderung der Symptome kommt. Da diese nicht unbedingt schon während der ersten Behandlungswochen auftritt, sollten die Patienten daher bis zum Eintritt einer Besserung engmaschig überwacht werden. Die bisherige klinische Erfahrung zeigt, dass das Suizidrisiko zu Beginn der Besserung der Symptomatik ansteigen kann.

Bei Patienten mit suizidalem Verhalten in der Anamnese oder solchen, die vor der Therapie ausgeprägte Suizidabsichten hatten, ist das Risiko für die Auslösung von Suizidgedanken oder -versuchen erhöht. Sie sollten daher während der Behandlung besonders sorgfältig überwacht werden. Eine Metaanalyse von placebokontrollierten klinischen Studien zur Anwendung von Antidepressiva bei Erwachsenen mit psychiatrischen Störungen zeigte für Patienten unter 25 Jahren, die Antidepressiva einnahmen, ein erhöhtes Risiko für suizidales Verhalten im Vergleich zu Placebo.

Die Arzneimitteltherapie sollte mit einer engmaschigen Überwachung der Patienten, vor allem der Patienten mit hohem Suizidrisiko, insbesondere zu Beginn der Behandlung und nach Dosisanpassungen einhergehen. Die Patienten (und deren Betreuungspersonen) sind auf die Notwendigkeit einer Überwachung hinsichtlich jeder klinischen Verschlechterung, des Auftretens von suizidalem Verhalten oder Suizidgedanken und ungewöhnlicher Verhaltensänderungen hinzuweisen. Sie sollten unverzüglich medizinischen Rat einholen, wenn derartige Symptome auftreten.

Um das potenzielle Risiko von Suizidversuchen, besonders zu Therapiebeginn, so gering wie möglich zu halten, sollten bei jeder Verordnung nur begrenzte Mengen Trazodon verordnet werden.

Bei Patienten mit den folgenden Erkrankungen wird besondere Vorsicht bei der Dosierung und eine regelmäßige Überwachung empfohlen:

  • Epilepsie; insbesondere abrupte Dosissteigerungen oder -verringerungen sollten vermieden werden.
  • Patienten mit Leber- oder Nierenfunktionsstörungen, insbesondere in schweren Fällen.
  • Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie z.B. Herz-Kreislauf-Insuffizienz, Angina pectoris, Reizleitungsstörungen oder AV-Block verschiedener Grade, Herzrhythmusstörungen, kürzlich erlittener Myokardinfarkt, angeborenes Long-QT-Syndrom oder Bradykardie. Bei diesen Patienten sollte Trazodon nur mit besonderer Vorsicht angewendet werden.
  • Hyperthyreose.
  • Miktionsstörungen, wie Prostatahypertrophie, obwohl Probleme nicht zu erwarten sind, da die anticholinerge Wirkung von Trazodon nur geringfügig ist.
  • Akutes Engwinkelglaukom, erhöhter Augeninnendruck, auch wenn wesentliche Veränderungen aufgrund der nur geringfügigen anticholinergen Wirkung von Trazodon nicht zu erwarten sind.
  • Ältere Patienten, da diese häufig anfälliger für Nebenwirkungen, die durch Antidepressiva hervorgerufen werden, sind. Dies gilt insbesondere für orthostatische Hypotonie, Somnolenz und andere anticholinerge Wirkungen sowie für Hyponatriämie.

Die Anwendung von Antidepressiva kann bei Patienten mit Schizophrenie oder anderen psychotischen Erkrankungen zu einer möglichen Verschlechterung der psychotischen Symptome führen. Paranoide Gedanken können sich verstärken. Während der Behandlung mit Trazodon kann eine depressive Phase von einer manisch-depressiven Psychose in eine manische Phase übergehen. In diesem Fall muss Trazodon abgesetzt werden.

Malignes neuroleptisches Syndrom und Serotoninsyndrom

Bei gleichzeitiger Anwendung von anderen serotonergen Wirkstoffen wie anderen Antidepressiva (z.B. trizyklische Antidepressiva, SSRIs, SNRIs, Tryptophan und MAO-Hemmer), Triptanen und Neuroleptika wurden Wechselwirkungen im Sinne des Serotoninsyndroms (ein potenziell lebensbedrohlicher Zustand) / malignen neuroleptischen Syndroms berichtet. Es wurde über Fälle des malignen neuroleptischen Syndroms mit tödlichem Ausgang bei gleichzeitiger Anwendung von Neuroleptika, für die dieses Syndrom eine bekannte mögliche Nebenwirkung ist, berichtet (siehe Abschnitte 4.5 und 4.8).

Die Behandlung mit Trazodon muss sofort beendet werden und eine unterstützende symptomatische Behandlung ist einzuleiten.

Die gleichzeitige Anwendung von Trazodon und Buprenorphin kann zu einem Serotoninsyndrom führen (siehe Abschnitt 4.5).

Wenn eine gleichzeitige Behandlung mit anderen serotonergen Arzneimitteln klinisch angezeigt ist, wird eine sorgfältige Beobachtung des Patienten empfohlen, insbesondere bei Behandlungsbeginn und Dosiserhöhungen.

Die Symptome des Serotoninsyndroms umfassen unter anderem Veränderungen des Gemütszustandes, autonome Instabilität, neuromuskuläre Auffälligkeiten und/oder gastrointestinale Symptome.

Wenn ein Serotoninsyndrom vermutet wird, sind je nach der Schwere der Symptome eine Dosisverringerung oder das Absetzen der Behandlung in Erwägung zu ziehen.

Agranulozytose

Da sich eine Agranulozytose klinisch in Form von Influenza-artigen Symptomen, Halsschmerzen und Fieber manifestieren kann, sollten die Blutwerte kontrolliert werden, falls solche Symptome auftreten.

Hypotonie

Bei Patienten, die mit Trazodon behandelt wurden, wurde Hypotonie, einschließlich orthostatischer Hypotonie und Synkopen, berichtet. Bei gleichzeitiger Anwendung von Antihypertensiva und Trazodon kann eine Dosisreduktion des Antihypertensivums erforderlich sein.

Absetzen

Bei Beendigung der Therapie mit Trazodon, insbesondere wenn diese über einen längeren Zeitraum erfolgte, wird eine schrittweise Dosisreduktion bis zum vollständigen Absetzen empfohlen, um das Auftreten von Absetzerscheinungen wie Agitiertheit, Schlafstörungen, Übelkeit, Kopfschmerzen und Unwohlsein zu minimieren.

QT-Verlängerung

Unter Trazodon wurde über Verlängerungen des QT-Intervalls berichtet. Vorsicht ist geboten, wenn Trazodon zusammen mit Arzneimitteln verordnet wird, von denen bekannt ist, dass sie das QT-Intervall verlängern, wie z.B. Antiarrhythmika der Klasse IA oder III, Antipsychotika (z.B. Phenothiazinderivate, Pimozid, Haloperidol), trizyklische Antidepressiva, bestimmte Antibiotika (z.B. Sparfloxacin, Moxifloxacin, Erythromycin i.v., Pentamidin, Malariamittel, insbesondere Halofantrin), bestimmte Antihistaminika (Astemizol, Mizolastin). Bei Anwendung von Trazodon bei Patienten mit bekannten kardiovaskulären Erkrankungen einschließlich derjenigen mit einer Verlängerung des QT-Intervalls ist Vorsicht geboten.

Priapismus

Unter der Behandlung mit Trazodon trat Priapismus auf. Dieser kann durch eine intrakavernöse Injektion eines alpha-adrenergen Wirkstoffs wie Adrenalin oder Metaraminol behandelt werden. Es gibt jedoch Berichte über Trazodon-induzierte Priapismen, bei denen eine operative Intervention erforderlich war oder die zu einer dauerhaften sexuellen Funktionsstörung führten. Bei Verdacht auf die Entwicklung dieser Nebenwirkung ist die Behandlung mit Trazodon sofort abzusetzen.

Starke CYP3A4-Inhibitoren können zu erhöhten Trazodonspiegeln im Serum führen. Weitere Informationen siehe Abschnitt 4.5.

Ältere Patienten

Bei älteren Patienten können häufiger eine orthostatische Hypotonie, Somnolenz und andere anticholinerge Wirkungen von Trazodon auftreten. Besondere Beachtung sollte der Möglichkeit additiver Wirkungen bei der Gabe von Begleitmedikationen wie anderen Psychopharmaka oder Antihypertensiva oder beim Vorliegen von Risikofaktoren wie Komorbiditäten, welche diese Reaktion verschlimmern können, beigemessen werden. Es wird empfohlen, dass der Patient bzw. dessen Betreuungsperson über das mögliche Auftreten dieser Reaktionen informiert wird und der Patient bezüglich derartiger Wirkungen nach Beginn der Therapie sowie vor und nach einer Dosissteigerung engmaschig überwacht wird.

Leberfunktionsstörungen

Unter der Anwendung von Trazodon wurde über schwere Leberfunktionsstörungen mit potenziell tödlichem Verlauf berichtet (siehe Abschnitt 4.8). Die Patienten sind anzuweisen, Anzeichen wie Asthenie, Anorexie, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen oder Ikterus sofort einem Arzt zu melden.

Untersuchungen einschließlich klinischer Untersuchung und Bestimmung der Leberfunktionsparameter sollten unverzüglich vorgenommen werden. Zudem sollte das Absetzen der Trazodon-Therapie in Erwägung gezogen werden. Sollte ein Patient einen Ikterus entwickeln, muss die Therapie mit Trazodon abgesetzt werden.

Kinder und Jugendliche

Trazodon sollte nicht zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren angewendet werden. Suizidale Verhaltensweisen (Suizidversuche und Suizidgedanken) sowie Feindseligkeit (vorwiegend Aggressivität, oppositionelles Verhalten und Wut) wurden in klinischen Studien häufiger bei mit Antidepressiva behandelten Kindern und Jugendlichen beobachtet als bei Kindern und Jugendlichen, die mit Placebo behandelt wurden. Außerdem fehlen Langzeitdaten zur Sicherheit bei Kindern und Jugendlichen in Bezug auf Wachstum, Reifung sowie kognitive Entwicklung und Verhaltensentwicklung.

Sonstige Bestandteile

Trazodon AL enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Tablette, d.h., es ist nahezu „natriumfrei“.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Allgemein

Die sedierenden Wirkungen von Antipsychotika, Hypnotika, Sedativa, Anxiolytika und Antihistaminika können verstärkt werden; in solchen Fällen wird eine Verringerung der Dosis empfohlen.

Die Metabolisierung von Antidepressiva wird aufgrund hepatischer Wirkungen durch orale Kontrazeptiva, Phenytoin, Carbamazepin und Barbiturate beschleunigt. Die Metabolisierung von Antidepressiva wird durch Cimetidin sowie durch einige andere Antipsychotika gehemmt.

CYP3A4-Inhibitoren

In-vitro-Studien zum Metabolismus weisen auf potenzielle Wechselwirkungen hin, wenn Trazodon zusammen mit starken CYP3A4-Inhibitoren wie Erythromycin, Ketoconazol, Itraconazol, Ritonavir, Indinavir und Nefazodon eingenommen wird. Wahrscheinlich können starke CYP3A4-Inhibitoren zu einem erheblichen Anstieg der Plasmakonzentrationen von Trazodon und damit möglicherweise zu Nebenwirkungen wie übermäßiger Sedierung führen. In In-vivo-Studien an gesunden Probanden wurde bestätigt, dass die Gabe von zweimal täglich 200 mg Ritonavir die Plasmaspiegel von Trazodon um mehr als das Zweifache erhöhte, was zu Übelkeit, Synkopen und Hypotonie führte. Wenn Trazodon zusammen mit einem starken CYP3A4-Inhibitor eingenommen wird, sollte eine niedrigere Dosierung von Trazodon erwogen werden.

Die gleichzeitige Anwendung von Trazodon und starken CYP3A4-Inhibitoren sollte jedoch möglichst vermieden werden.

Carbamazepin

Carbamazepin führte bei gleichzeitiger Anwendung zu niedrigeren Plasmakonzentrationen von Trazodon. Die gleichzeitige Anwendung von Carbamazepin 400 mg täglich führte zu einem Absinken der Plasmakonzentrationen von Trazodon und seinem aktiven Metaboliten meta-Chlorphenylpiperazin um 76% bzw. 60%. Die Patienten sollten engmaschig überwacht werden, um festzustellen, ob die Trazodon-Dosis erhöht werden muss.

Trizyklische Antidepressiva

Aufgrund des Risikos von Wechselwirkungen sollte die gleichzeitige Anwendung vermieden werden. Das Auftreten eines Serotoninsyndroms und kardiovaskulärer Nebenwirkungen ist möglich.

Fluoxetin

In seltenen Fällen wurden erhöhte Plasmaspiegel von Trazodon und Nebenwirkungen berichtet, wenn Trazodon zusammen mit dem CYP1A2/-2D6-Inhibitor Fluoxetin angewendet wurde. Der einer möglichen pharmakokinetischen Wechselwirkung zugrundeliegende Mechanismus ist noch nicht vollständig geklärt. Eine pharmakodynamische Wechselwirkung (Serotoninsyndrom) ließ sich nicht ausschließen.

Monoaminoxidase-Hemmer (MAO-Hemmer)

Über mögliche Wechselwirkungen mit MAO-Hemmern wurde gelegentlich berichtet. Die Anwendung von Trazodon zusammen mit MAO-Hemmern oder innerhalb von zwei Wochen nach Beendigung einer Behandlung mit MAO-Hemmern wird nicht empfohlen. Von der Gabe von MAO-Hemmern innerhalb von einer Woche nach dem Absetzen von Trazodon wird ebenfalls abgeraten.

Phenothiazine

Bei gleichzeitiger Anwendung von Phenothiazinen wie Chlorpromazin, Fluphenazin, Levomepromazin und Perphenazin wurden schwere orthostatischen Hypotonien beobachtet.

Anästhetika und Muskelrelaxanzien

Trazodon kann die Wirkungen von Muskelrelaxanzien und volatilen Anästhetika verstärken. In solchen Fällen ist Vorsicht geboten.

Alkohol

Trazodon verstärkt die sedierende Wirkung von Alkohol. Alkohol sollte während der Behandlung mit Trazodon vermieden werden.

Levodopa

Antidepressiva können die Metabolisierung von Levodopa beschleunigen.

Buprenorphin

Trazodon sollte bei gleichzeitiger Anwendung mit Buprenorphin vorsichtig angewendet werden, da das Risiko eines Serotoninsyndroms, einer potenziell lebensbedrohlichen Erkrankung, erhöht ist (siehe Abschnitt 4.4).

Sonstige

Die gleichzeitige Anwendung von Trazodon und Arzneimitteln, von denen bekannt ist, dass sie das QT-Intervall verlängern, kann das Risiko ventrikulärer Arrhythmien einschließlich Torsades de pointes erhöhen. Bei gleichzeitiger Anwendung dieser Arzneimittel mit Trazodon ist Vorsicht geboten.

Trazodon ist nur ein sehr schwacher Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer und verändert die Reaktion des Blutdrucks auf Tyramin nicht. Eine Beeinflussung der blutdrucksenkenden Wirkung von Guanethidin-ähnlichen Verbindungen ist daher unwahrscheinlich. Tierexperimentelle Studien ergaben jedoch Hinweise darauf, dass Trazodon die meisten akuten Wirkungen von Clonidin hemmen kann. Obwohl keine klinischen Wechselwirkungen berichtet wurden, sollte bei anderen Arten von Antihypertensiva die Möglichkeit einer Wirkungsverstärkung in Betracht gezogen werden.

Johanniskraut

Bei der gleichzeitigen Anwendung von Trazodon und Präparaten, die Johanniskraut (Hypericum perforatum) enthalten, kann es häufiger zu Nebenwirkungen kommen.

Warfarin

Bei Patienten, die gleichzeitig mit Trazodon und Warfarin behandelt wurden, wurde über Veränderungen der Prothrombinzeit berichtet.

Digoxin und Phenytoin

Die gleichzeitige Anwendung von Trazodon und Digoxin oder Phenytoin kann zu einem erhöhten Serumspiegel von Digoxin bzw. Phenytoin führen. Bei diesen Patienten sollte die Überwachung des Serumspiegels erwogen werden.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Die vorhandenen Daten zu einer begrenzten Anzahl von exponierten Schwangerschaften (<200) ergeben keine Hinweise auf Nebenwirkungen von Trazodon auf den Verlauf der Schwangerschaft oder die Gesundheit des Fötus/Neugeborenen. Bislang liegen keine weiteren einschlägigen epidemiologischen Daten vor. Die Sicherheit von Trazodon in der Schwangerschaft beim Menschen ist nicht erwiesen. Tierexperimentelle Studien ergaben bei therapeutischen Dosen keine Hinweise auf direkte oder indirekte gesundheitsschädliche Wirkungen in Bezug auf Schwangerschaft, embryonale/fetale Entwicklung, Geburt oder postnatale Entwicklung (siehe Abschnitt 5.3).

Als Vorsichtsmaßnahme sollte eine Anwendung von Trazodon im ersten Trimenon vermieden werden.

Bei der Verordnung des Arzneimittels an schwangere Frauen ist Vorsicht geboten. Wird Trazodon bis zur Entbindung angewendet, sollten die Neugeborenen im Hinblick auf das Auftreten von Absetzsymptomen überwacht werden.

Stillzeit

Begrenzte Daten deuten darauf hin, dass die Ausscheidung von Trazodon in die Muttermilch gering ist. Die Konzentrationen des aktiven Metaboliten sind jedoch nicht bekannt. Aufgrund des Mangels an Daten muss eine Entscheidung darüber getroffen werden, ob das Stillen fortzusetzen/zu unterbrechen ist oder ob die Behandlung mit Trazodon fortzusetzen/abzusetzen ist. Dabei ist sowohl der Nutzen des Stillens für das Kind als auch der Nutzen der Therapie für die Frau zu berücksichtigen.

Fertilität

Es liegen keine Daten zur Auswirkung auf die Fertilität beim Menschen vor. Bei Ratten beeinträchtigte Trazodon die Fertilität (siehe Abschnitt 5.3). Die Relevanz für den Mensch ist nicht bekannt.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Trazodon hat geringen oder mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Die Patienten sollten gewarnt werden, dass beim Führen von Fahrzeugen oder Bedienen von Maschinen Risiken bestehen, solange sie sich nicht sicher sind, dass sie nicht von Benommenheit, Sedierung, Schwindel, Verwirrtheitszuständen oder verschwommenem Sehen betroffen sind.

4.8 Nebenwirkungen

Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen sind: Somnolenz, Sedierung, Schwindel, Mundtrockenheit, gastrointestinale Störungen, Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Agitiertheit, orthostatische Hypotonie.

Fälle von Suizidgedanken und suizidalem Verhalten während der Therapie mit Trazodon oder kurze Zeit nach Beendigung der Behandlung sind berichtet worden (siehe Abschnitt 4.4).

Außerdem wurden die nachfolgenden Symptome bei Patienten unter Trazodon-Therapie verzeichnet; einige dieser Symptome werden häufig in Fällen von unbehandelter Depression berichtet.

MedDRA-SystemorganklasseHäufigkeit nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)
Erkrankungen des Blutes und des LymphsystemsBlutdyskrasien (einschließlich Agranulozytose, Thrombozytopenie, Eosinophilie, Leukopenie und Anämie)
Erkrankungen des Immunsystemsallergische Reaktionen
Endokrine ErkrankungenSyndrom der inadäquaten Sekretion des antidiuretischen Hormons (SIADH)
Stoffwechsel- und ErnährungsstörungenHyponatriämie1, Gewichtsverlust, Anorexie, gesteigerter Appetit
Psychiatrische ErkrankungenSuizidgedanken oder suizidales Verhalten2, Verwirrtheitszustand, Schlaflosigkeit, Orientierungsstörung, Manie, Angst, Nervosität, Agitiertheit (sehr vereinzelt Verschlimmerung bis hin zum Delirium), Wahn, aggressive Reaktion, Halluzinationen, Albträume, verminderte Libido, Absetzsyndrom
Erkrankungen des NervensystemsSerotoninsyndrom, Konvulsionen, malignes neuroleptisches Syndrom, Schwindel, Vertigo, Kopfschmerzen, Benommenheit3, Unruhe, verminderte Wachsamkeit, Tremor, verschwommenes Sehen, Gedächtnisstörung, Myoklonus, expressive Aphasie, Parästhesie, Dystonie, veränderte Geschmackswahrnehmung
HerzerkrankungenHerzrhythmusstörungen4 (einschließlich Torsade de pointes, Palpitationen, vorzeitige ventrikuläre Kontraktionen, ventrikuläre Couplets, ventrikuläre Tachykardie), Bradykardie, Tachykardie, EKG-Anomalien (QT-Verlängerung)2
Gefäßerkrankungenorthostatische Hypotonie, Hypertonie, Synkope
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinumsverstopfte Nase, Dyspnoe
Erkrankungen des GastrointestinaltraktsÜbelkeit, Erbrechen, Mundtrockenheit, Obstipation, Diarrhö, Dyspepsie, Magenschmerzen, Gastroenteritis, vermehrte Speichelbildung, paralytischer Ileus
Leber- und Gallenerkrankungenschwere Lebererkrankungen wie Hepatitis/fulminante Hepatitis, Leberversagen mit möglicherweise tödlichem Verlauf, Leberfunktionsanomalien (einschließlich Ikterus und Leberzellschädigung)5, intrahepatische Cholestase
Erkrankungen der Haut und des UnterhautgewebesHautausschlag, Pruritus, Hyperhidrose
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und KnochenerkrankungenSchmerzen in den Extremitäten, Rückenschmerzen, Myalgie, Arthralgie
Erkrankungen der Nieren und HarnwegeMiktionsstörungen
Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der BrustdrüsePriapismus6
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am VerabreichungsortSchwäche, Ödem, Influenza-artige Symptome, Ermüdung, Brustkorbschmerzen, Fieber
Untersuchungenerhöhte Leberenzymwerte

1 Bei symptomatischen Patienten sollte der Flüssigkeits- und Elektrolytstatus überwacht werden.

2 Siehe auch Abschnitt 4.4.

3 Trazodon ist ein sedierendes Antidepressivum und die Benommenheit, die manchmal in den ersten Tagen der Behandlung auftritt, klingt in der Regel bei fortgesetzter Therapie ab.

4 Klinische Studien an Patienten mit vorbestehenden Herzerkrankungen weisen darauf hin, dass bei dieser Patientengruppe unter Trazodon in manchen Fällen arrhythmogene Effekte auftreten können.

5 Nebenwirkungen auf die Leberfunktion, die manchmal stark ausgeprägt sein können, wurden selten berichtet. Sollte es zu solchen Wirkungen kommen, dann sollte Trazodon sofort abgesetzt werden.

6 Siehe auch Abschnitt 4.4.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Symptome

Die am häufigsten berichteten Reaktionen bei einer Überdosierung sind unter anderem Benommenheit, Schwindel, Übelkeit und Erbrechen. In schwerwiegenderen Fällen wurden Koma, Tachykardie, Hypotonie, Hyponatriämie, Konvulsionen und respiratorische Insuffizienz berichtet. Herzsymptome können Bradykardie, QT-Verlängerung und Torsade de pointes sein. Die Symptome können innerhalb von 24 Stunden nach der Überdosierung oder auch später auftreten.

Eine Trazodon-Überdosis kann bei gleichzeitiger Anwendung von anderen Antidepressiva ein Serotoninsyndrom verursachen.

Maßnahmen

Es ist kein spezifisches Antidot für Trazodon bekannt. Bei Erwachsenen, die mehr als 1 g Trazodon zu sich genommen haben, oder bei Kindern, die mehr als 150 mg Trazodon zu sich genommen haben, sollte innerhalb von 1 Stunde nach der Einnahme die Gabe von Aktivkohle in Erwägung gezogen werden. Bei Erwachsenen kann alternativ eine Magenspülung innerhalb von 1 Stunde nach Einnahme einer potenziell lebensbedrohlichen Überdosis in Erwägung gezogen werden.

Der Patient muss nach der Überdosierung mindestens 6 Stunden lang beobachtet werden (oder 12 Stunden, wenn ein Arzneimittel mit retardierter Wirkstofffreisetzung eingenommen wurde). Blutdruck, Puls und Glasgow-Koma-Skala (GCS) müssen überwacht werden. Bei niedrigem GCS-Wert muss die Sauerstoffsättigung überwacht werden. Bei symptomatischen Patienten ist eine Überwachung der Herzfunktion angezeigt.

Einzelne kurze Konvulsionen machen keine Behandlung erforderlich. Häufige oder längere Konvulsionen sind mit intravenösem Diazepam (0,1 - 0,3 mg/kg Körpergewicht) oder Lorazepam (4 mg bei Erwachsenen bzw. 0,05 mg/kg bei Kindern) zu behandeln. Wenn die Anfälle durch diese Maßnahmen nicht kontrolliert werden können, kann Phenytoin als intravenöse Infusion hilfreich sein. Gegebenenfalls ist Sauerstoff zu verabreichen, und der Säure-Basen-Haushalt und Stoffwechselstörungen sind bei Bedarf zu korrigieren.

Bei Hypotonie und starker Sedierung ist symptomatisch und unterstützend zu behandeln. Wenn eine schwere Hypotonie andauert, sollte die Anwendung von inotropen Substanzen wie Dopamin oder Dobutamin erwogen werden.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Psychoanaleptika, andere Antidepressiva

ATC-Code: N06AX05

Trazodon ist ein sedierendes Antidepressivum mit angstlösender Wirkung. Trazodon ist ein Triazolopyridinderivat, das mit den bekannten trizyklischen, tetrazyklischen und sonstigen Antidepressiva chemisch nicht verwandt ist. Es hat einen vernachlässigbaren Effekt auf Noradrenalin-Wiederaufnahmemechanismen. Während die Wirkungsweise von Trazodon nicht genau bekannt ist, kann an seiner antidepressiven Aktivität eine noradrenerge Verstärkung über andere Mechanismen als der Aufnahmehemmung beteiligt sein. Eine zentrale gegen Serotonin gerichtete Wirkung kann die angstlösenden Eigenschaften des Wirkstoffs eventuell erklären.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Trazodon wird im Magen-Darm-Trakt rasch resorbiert und umfangreich metabolisiert. Zu den Metabolisierungswegen von Trazodon gehören N-Oxidation und Hydroxylierung. Der Metabolit meta-Chlorphenylpiperazin ist aktiv.

Die Plasmaspitzenkonzentration wird ungefähr nach 1,5 Stunden (nüchtern) bzw. nach 2,5 Stunden (nach einer Mahlzeit) erreicht. Nach der Einnahme von 200 mg Trazodon, liegt die Plasmaspitzenkonzentration bei 2,5 μg/ml.

Die Bioverfügbarkeit von Trazodon liegt bei ungefähr 65% und wird durch die Einnahme nach einer Mahlzeit nicht beeinflusst. Die erreichte Spitzenkonzentration ist jedoch niedriger als nach der Einnahme auf nüchternen Magen.

Verteilung

Trazodon verteilt sich im gesamten Körper mit höheren Konzentrationen in der Leber, im Knochenmark und im Gehirn, insbesondere in Hippocampus, Thalamus und Hypophyse.

Die Plasmaproteinbindung beträgt 85 - 95%.

Biotransformation

In-vitro-Untersuchungen an menschlichen Lebermikrosomen zeigen, dass Trazodon hauptsächlich über Cytochrom P450 3A4 (CYP3A4) zum aktiven Metaboliten meta-Chlorphenylpiperazin metabolisiert wird.

Die Plasmakonzentration des unveränderten Trazodon ist zum Zeitpunkt der Spitzenkonzentration signifikant höher als die der Metaboliten.

Nach der Metabolisierung werden ungefähr 70% mit dem Urin und ungefähr 30% mit den Fäzes ausgeschieden. Die Ausscheidung ist 72 Stunden nach der Einnahme abgeschlossen.

Elimination

Trazodon wird im Urin fast vollständig in Form seiner Metaboliten, entweder in freier oder in konjugierter Form, ausgeschieden. Die Elimination von Trazodon erfolgt biphasisch mit einer terminalen Eliminationshalbwertszeit von 5 bis 13 Stunden. Steady-State-Konzentrationen im Plasma werden nach vier Tagen erreicht. Trazodon geht in die Muttermilch über.

Besondere Patientengruppen

Ältere Patienten

Bei 10 Probanden im Alter von 65 bis 74 Jahren fanden sich im Vergleich zu 12 Probanden im Alter von 23 bis 30 Jahren nach Gabe einer 100-mg-Dosis Trazodon eine etwa zweifache Verlängerung der terminalen Halbwertszeit sowie signifikant höhere Plasmakonzentrationen von Trazodon. Es wurde vermutet, dass die hepatische Metabolisierung von Trazodon altersbedingt abnimmt.

Leberfunktionsstörungen

Da Trazodon in der Leber umfangreich metabolisiert wird, ist Vorsicht geboten, wenn das Arzneimittel Patienten mit Leberfunktionsstörungen, insbesondere solchen mit einer schweren Leberfunktionsstörung, verordnet wird (siehe Abschnitte 4.2, 4.4 und 4.8).

Nierenfunktionsstörungen

Trazodon wird mit dem Urin ausgeschieden. Vorsicht ist geboten, wenn das Arzneimittel Patienten mit schweren Nierenfunktionsstörungen verordnet wird (siehe auch Abschnitte 4.2 und 4.4).

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter Gabe und zum kanzerogenen Potenzial lassen die präklinischen Daten keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen.

Bis zu Tagesdosen von 300 mg/kg wurden keine Auswirkungen auf die Fertilität von Ratten festgestellt. In Untersuchungen zur embryofetalen Entwicklung wurden bei Ratten und Kaninchen bei maternal-toxischen Dosen von 150 mg/kg/Tag oder darüber erhöhte Embryoletalität und fetale Wachstumsretardierung (verzögerte Ossifikation) beobachtet. In einer Untersuchung zur peri-/postnatalen Entwicklung an Ratten war das Geburtsgewicht der Nachkommen bei einer Dosis von 300 mg/kg/Tag vermindert.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Mikrokristalline Cellulose

Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A) (Ph.Eur.)

Vorverkleisterte Stärke (Mais)

Hochdisperses Siliciumdioxid

Magnesiumstearat (Ph.Eur.) [pflanzlich]

6.2 Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre.

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für dieses Arzneimittel sind bezüglich der Temperatur keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

PVC-PVdC/Aluminium-Blisterpackungen.

Packungen mit 20, 30, 50 und 100 Tabletten.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu beseitigen.

7. INHABER DER ZULASSUNG

ALIUD PHARMA GmbH

Gottlieb-Daimler-Str. 19

D-89150 Laichingen

Telefon: 07333/9651-0

Telefax: 07333/9651-6004

info@aliud.de

8. ZULASSUNGSNUMMERN

7012411.00.00

7012412.00.00

7012413.00.00

9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG

13.03.2026

10. STAND DER INFORMATION

März 2026

11. VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

Über dieses Dokument

Quelle: BfArM – Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (AMIce) · Zulassungsnummer: 7012412.00.00 · ENR 7012412

Stand der Information laut Text: 03/2026

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Fakten zu Trazodon AL 100 mg Tabletten

Rezeptpflicht
Verschreibungspflichtig?
  • Sie erhalten das Arzneimittel nur mit einem ärztlichen Rezept in der Apotheke.
  • Rechtsgrundlage laut BfArM: verschreibungspflichtig gemäß § 48(1),(2)2 AMG.
Wirkstoff Trazodonhydrochlorid 100 mg
Darreichungsform Tablette
Art der Anwendung Zum Einnehmen
Art des Arzneimittels Chemisches Arzneimittel
Sonstige Bestandteile Mikrokristalline Cellulose, Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A) (Ph.Eur.), Vorverkleisterte Stärke, Hochdisperses Siliciumdioxid, Magnesiumstearat (Ph.Eur.)
Packungsgrößen 20 Stück, 30 Stück, 50 Stück, 100 Stück
Haltbarkeit 3 Jahre (ungeöffnete Packung)
Lagerung Lagerung und Transport: In Originalverpackung aufbewahren; Für dieses Arzneimittel sind bezüglich der Temperatur keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich; um den Inhalt vor Licht zu schützen; Lagerung und Transport: um den Inhalt vor Licht zu schützen; Für dieses Arzneimittel sind bezüglich der Temperatur keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich; In Originalverpackung aufbewahren; Lagerung und Transport: Für dieses Arzneimittel sind bezüglich der Temperatur keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich; In Originalverpackung aufbewahren; um den Inhalt vor Licht zu schützen; Lagerung und Transport: Für dieses Arzneimittel sind bezüglich der Temperatur keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich; um den Inhalt vor Licht zu schützen; In Originalverpackung aufbewahren
Fälschungsschutz Ja – die Packung trägt einen individuellen Code und einen Erstöffnungsschutz (securPharm), die Apotheke prüft die Echtheit
ATC-Klassifikation
  1. N Nervensystem
    1. N06 Psychoanaleptika
      1. N06A Antidepressiva
        1. N06AX Andere Antidepressiva
          1. N06AX05 Trazodon
Zulassung 7012412.00.00, seit 09.03.2026; dezentrales Verfahren (mehrere EU-Staaten)
Pharmazeutischer Unternehmer ALIUD PHARMA GmbH, 89150 Laichingen
Hersteller (Freigabe) STADA Arzneimittel Aktiengesellschaft (BS 1), Fundació Privada DAU, STADA Arzneimittel Aktiengesellschaft, Laboratori Fundació DAU (BS 1)

Quelle: BfArM, Arzneimittel-Informationssystem AMIce (ENR 7012412), Datensatz vom 22.04.2026. Angaben ohne Gewähr – fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke.