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Venoruton Intens – Fachinformation (SmPC) für Ärzte und Apotheker

Die Fachinformation richtet sich an Ärzte und Apotheker. Verständliche Hinweise für Patienten enthält der Beipackzettel: Einnahme, Nebenwirkungen, Andere Arzneimittel, Schwangerschaft und Stillzeit.

Aktualisiert:
Fakten
Status:
Apothekenpflichtig, rezeptfrei
Stärke:
500 mg
ATC-Gruppe:
Ähnliche Arzneimittel:

Fachinformation - Venoruton Intens

1. Bezeichnung des Arzneimittels

Venoruton® Intens

500 mg Filmtabletten

Poly(O-2-hydroxyethyl)rutosid

2. Qualitative und quantitative Zusammensetzung

1 Filmtablette enthält 500 mg Poly(O-2-hydroxyethyl)rutosid.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung

1 Filmtablette enthält 2,68 mg Gelborange-S-Aluminiumsalz.

Die vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3. Darreichungsform

Filmtablette

4. Klinische Angaben

4.1 Anwendungsgebiete

Zur Anwendung bei Beschwerden in Folge von Erkrankungen der Beinvenen (chronische Veneninsuffizienz): Behandlung von Beinschwellungen (Ödemen) und Linderung bei schweren, müden Beinen, Spannungsgefühlen und Kribbeln.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Soweit nicht anders verordnet, 2-mal täglich 1 Filmtablette.

Filmtabletten während der Mahlzeiten oder unmittelbar danach unzerkaut mit etwas Flüssigkeit einnehmen.

Die Dauer der Einnahme hängt von den Beschwerden ab. Grundsätzlich besteht keine zeitliche Begrenzung der Anwendungsdauer. Bei Anhalten der Beschwerden kann nach ärztlicher Rücksprache die Behandlung über einen längeren Zeitraum fortgesetzt werden.

Der Erfolg hängt wesentlich von der konsequenten Beachtung der vorgeschriebenen Dosierung und der Behandlungsdauer ab.

Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Es liegen keine Daten vor, daher wird die Einnahme von Poly(O-2-hydroxyethyl)rutosid in dieser Altersgruppe nicht empfohlen.

Patienten mit eingeschränkter Herz-, Nieren- oder Leberfunktion

Patienten, deren Beinödeme durch Herz-, Nieren- oder Lebererkrankungen bedingt sind, sollten Poly(O-2-hydroxyethyl)rutosid nicht einnehmen, da die Wirksamkeit von Poly(O-2-hydroxyethyl)rutosid bei diesen Anwendungsgebieten nicht erwiesen ist.

4.3 Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff Poly(O-2-hydroxyethyl)rutosid oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Bei der Filmtablette von Venoruton® Intens wird der Wirkstoff in ein Trägergerüst eingelagert. In Einzelfällen kann es vorkommen, dass das Trägergerüst im Darm nicht abgebaut wird und deshalb im Stuhl erscheint. Die Wirkstoffabgabe aus den Filmtabletten in den Körper wurde dadurch jedoch nicht beeinträchtigt.

Die Einnahme von Poly(O-2-hydroxyethyl)rutosid bei Kindern wird nicht empfohlen.

Sonstige Bestandteile

Gelborange-S-Aluminiumsalz kann allergische Reaktionen hervorrufen.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Keine bekannt.

Poly(O-2-hydroxyethyl)rutosid zeigt keine Interaktionen mit Antikoagulantien des Cumarin-Typs.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Mit der Anwendung von Venoruton® Intens in den ersten Monaten der Schwangerschaft liegen nur unzureichende Erfahrungen vor. Für das zweite und dritte Schwangerschaftstrimester haben verschiedene Untersuchungen mit mehr als 1.400 Schwangeren keine Hinweise auf eine Schädigung des Feten ergeben. Die Anwendung in der Schwangerschaft sollte nur bei zwingender Notwendigkeit und ab dem vierten Schwangerschaftsmonat erfolgen.

Stillzeit

Für den Menschen sind keine Untersuchungen zum Übergang des Wirkstoffs in die Muttermilch durchgeführt worden. Stillende sollten vor der Einnahme von Poly(O-2-hydroxyethyl)rutosid ärztlichen Rat einholen. Tierversuche zeigten nur geringe Wirkstoffmengen in der Milch und auch bei sehr hohen Substanzgaben an die Mutter keine Auswirkungen auf die gesäugten Jungen. Daher ist die bei therapeutischen Konzentrationen in die Milch ausgeschiedene Menge für den Säugling vermutlich unbedenklich.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

In sehr seltenen Fällen wurde nach der Anwendung über Müdigkeit und Schwindel berichtet. Betroffenen wird empfohlen, nicht zu fahren oder Maschinen zu bedienen.

4.8 Nebenwirkungen

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeiten zugrunde gelegt: sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100, <1/10), gelegentlich (≥1/1.000, <1/100), selten (≥1/10.000, <1/1.000), sehr selten (<1/10.000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Systemorganklasse

Häufigkeit

Nebenwirkung

Erkrankungen des Immunsystems

Sehr selten

Überempfindlichkeitsreaktionen inklusive anaphylaktoide Reaktionen.

Erkrankungen des Nervensystems

Sehr selten

Schwindel, Kopfschmerzen.

Erkrankungen des Gefäßsystems

Sehr selten

Flush

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Selten

Magen-Darm-Beschwerden.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes

Selten

Allergische Hautreaktionen, Juckreiz, Urtikaria.

Allgemeine Erkrankungen

Sehr selten

Müdigkeit.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3

D-53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Venoruton® ist seit mehr als 30 Jahren im therapeutischen Einsatz. Vergiftungen durch Überdosierung sind in dieser Zeit nicht bekanntgeworden. Es ist nicht mit Intoxikationen zu rechnen. Auch die Prüfung der akuten Toxizität gab keine Anhaltspunkte für ein spezifisches Vergiftungsbild. Konkrete Angaben für die Therapie von Intoxikationen durch Überdosierung sind daher derzeit nicht möglich. Die Therapie müsste auf symptomatische Maßnahmen ausgerichtet sein.

5. Pharmakologische Eigenschaften

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Teilsynthetische Rutoside

ATC-Code: C05CA01

Die primäre pharmakologische Wirkung von Poly(O-2-hydroxyethyl)rutosid (HR) besteht in einer Verringerung der kapillären Filtrationsrate für Wasser und der mikrovaskulären Permeabilität für Proteine. Dies wurde sowohl in verschiedenen tierexperimentellen Modellen gezeigt, als auch in klinischen Studien bei chronisch venöser Insuffizienz (CVI), Leberzirrhose, idiopathischen Ödemen und diabetischer Retinopathie. Die Wirkung auf die mikrovaskuläre Funktion kann erklärt werden durch eine Verringerung der endothelialen Zwischenräume, einer Modifikation der interendothelialen Zellmatrix und einer erhöhten Adhäsion endothelialer Zellen an die Wand der Mikrogefäße.

Weiterhin lassen sich die Ergebnisse zahlreicher experimenteller Modelle in vitro auf die Wechselwirkungen von HR mit integralen Membranbestandteilen zurückführen, die Veränderungen der Barrierefunktion der biologischen Membranen, ihrer Fluidität und osmotischen Stabilität, aber auch der Aktivität membrangebundener Enzyme und aktiver Transportsysteme auslösen.

Eine Hemmung der Erythrozyten-Aggregation und eine verbesserte Erythrozyten-Verformbarkeit, welche die beobachtete Verbesserung der mikrovaskulären Strömung und des Sauerstoffgehalts der Haut erklären können, wurden ebenfalls am Menschen gezeigt.

Diese pharmakologischen Wirkungen führen zu einer Ödemreduktion und der damit verbundenen Symptome bei der chronisch venösen Insuffizienz (CVI) und anderen Indikationen, die durch eine erhöhte lokale mikrovaskuläre Permeabilität charakterisiert sind.

Ferner konnte ein signifikanter protektiver Effekt bei durch radioaktive Strahlung bedingten Membranläsionen nachgewiesen werden. Zusätzlich konnte belegt werden, dass Venoruton® die Strahlensensibilität von Tumorgewebe nicht herabsetzt.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Die Pharmakokinetik von Poly(O-2-hydroxyethyl)rutosid wurde an Ratte, Maus, Kaninchen, Hund, Rhesusaffe und Mensch untersucht. Die zunehmende Substitution der Hydroxylgruppen des Rutingrundgerüstes durch Hydroxyethylgruppen führt zu einer erhöhten Wasserlöslichkeit, einer erhöhten Resistenz des Moleküls gegenüber bakteriellem Abbau im Darmtrakt sowie zu einer Abnahme der Proteinbindung. Die reversible Proteinbindung von HR liegt bei etwa 30%. Bei der Ratte wurden HR-Glykoside und Glucuronide in Urin und Galle (14 - 20% der oral verabreichten Dosis) gefunden. Die Elimination erfolgt überwiegend, zu ca. 65%, biliär sowie renal und ist nach 24 - 48 Stunden abgeschlossen. Daneben besteht ein ausgeprägter enterohepatischer Kreislauf. HR passiert nicht die Blut-/ Hirn-Schranke. Nach oraler oder intravenöser Applikation ist die Plazentapassage von HR minimal, nur Spuren wurden im Foetus von Ratte und Maus gefunden. Ebenso fanden sich nur Spuren in der Milch säugender Ratten.

Beim Menschen werden nach oraler Applikation von 14C-HR maximale Plasmakonzentrationen nach 1 - 9 Stunden erreicht. Messbare Spiegel bleiben für etwa 120 Stunden bestehen. Der Abfall ist biphasisch: 3 - 6% der verabreichten Radioaktivität wird innerhalb von 48 Stunden mit dem Urin ausgeschieden. Die gesamte Eliminationshalbwertszeit variiert von 10 - 25 Stunden, ist jedoch intraindividuell relativ konstant. Die biliäre Elimination von HR und seiner glucuronidierten Metaboliten wurde beim Menschen bestätigt.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Poly(O-2-hydroxyethyl)rutosid ist bei einmaliger oraler und parenteraler Verabreichung als praktisch ungiftig zu bezeichnen. Es gelang nicht, die LD50 zu bestimmen. Auch die Prüfung der subakuten, subchronischen, chronischen Toxizität am Hund nach parenteraler Verabreichung sowie Untersuchungen zur Teratogenität erbrachten auch in den höchsten Dosierungen keine Hinweise auf substanzspezifische toxische Eigenschaften. Ein mutagenes Potential konnte in entsprechenden Versuchen nicht beobachtet werden.

6. Pharmazeutische Angaben

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Polyacrylat-Dispersion 30%, Talkum, Copovidon, Gelborange-S-Aluminiumsalz (E 110), Magnesiumstearat (Ph.Eur.), Titandioxid (E 171), Macrogol 6000.

6.2 Inkompatibilitäten

Nicht bekannt.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

5 Jahre

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Blisterstreifen aus PVC/Aluminium oder PVC/PVDC/Aluminium.

Verfügbare Packungsgrößen:

20 Filmtabletten

50 Filmtabletten

100 Filmtabletten

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.

7. Inhaber der Zulassung

STADA Consumer Health Deutschland GmbH

Stadastraße 2–18

61118 Bad Vilbel

Telefon: 06101 603-0

Telefax: 06101 603-259

Internet: www.stada.de

8. Zulassungsnummer

6336591.00.00

9. Datum der Erteilung der Zulassung

  1. 01. Juli 2012

10. Stand der Information

Juni 2025

11. Verkaufsabgrenzung

Apothekenpflichtig

Über dieses Dokument

Quelle: BfArM – Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (AMIce) · Zulassungsnummer: 6336591.00.00 · ENR 0336591

Stand der Information laut Text: 06/2025

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Die Informationen auf dieser Website ersetzen nicht den Rat eines Arztes oder Apothekers.

Fakten zu Venoruton Intens

Rezeptpflicht
Apothekenpflichtig, rezeptfrei?
  • Sie erhalten das Arzneimittel ohne Rezept, aber nur in der Apotheke. Lassen Sie sich dort beraten.
  • Rechtsgrundlage laut BfArM: apothekenpflichtig gemäß §43 oder §46 AMG.
Wirkstoff Poly(O-2-hydroxyethyl)rutosid 500 mg
Darreichungsform Tablette
Art der Anwendung Zum Einnehmen
Sonstige Bestandteile
Macrogol, Titandioxid, Gelborange-S-Aluminiumsalz, Magnesiumstearat (Ph.Eur.) und 3 weitere+

Macrogol, Titandioxid, Gelborange-S-Aluminiumsalz, Magnesiumstearat (Ph.Eur.), Talkum, Copovidon, Polyacrylat-Dispersion 30%

Packungsgrößen 20 Stück, 50 Stück, 100 Stück
Haltbarkeit 5 Jahre (ungeöffnete Packung)
ATC-Klassifikation
  1. C Kardiovaskuläres System
    1. C05 Vasoprotektoren
      1. C05C Kapillarstabilisierende Mittel
        1. C05CA Bioflavonoide
          1. C05CA01 Rutoside
Zulassung 6336591.00.00, seit 04.07.2012; nationales Verfahren (Deutschland)
Pharmazeutischer Unternehmer STADA Consumer Health Deutschland GmbH, 61118 Bad Vilbel
Hersteller (Freigabe) Recipharm Uppsala AB, STADA Arzneimittel Aktiengesellschaft, Recipharm Uppsala AB (BS 2)
Frühere Namen Venoruton-intens (ab 01.01.1978)
PZN 01867095, 01867103

Quelle: BfArM, Arzneimittel-Informationssystem AMIce (ENR 0336591), Datensatz vom 16.10.2026. Angaben ohne Gewähr – fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke.