Fachinformation - Ventizolve 1,26 mg Nasenspray, Lösung im Einzeldosisbehältnis
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Ventizolve 1,26 mg Nasenspray, Lösung im Einzeldosisbehältnis
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Jedes Nasenspray-Behältnis gibt 1,26 mg Naloxon (als Hydrochlorid-Dihydrat) ab.
Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung
Jede Dosis gibt 20 Mikrogramm Benzalkoniumchlorid ab.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe, Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Nasenspray, Lösung (Nasenspray).
Klare, farblose Lösung.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Ventizolve ist bestimmt für die sofortige Anwendung als Notfalltherapie bei bekannter oder vermuteter Opioid-Überdosierung, die sich als Atemdepression und/oder Depression des Zentralnervensystems (ZNS) manifestiert, sowohl im nicht-medizinischen als auch im medizinischen Umfeld.
Ventizolve wird angewendet bei Erwachsenen.
Ventizolve ersetzt nicht die Behandlung durch einen Notarzt.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Dosierung
Erwachsene
Die empfohlene Dosis beträgt 1,26 mg und wird in ein Nasenloch gegeben (ein Nasenspray).
Sobald die Atmung wieder stabil ist, muss der Patient überwacht und bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes in die stabile Seitenlage gebracht werden.
Ventizolve wird angewendet bei opioidabhängigen Personen, insbesondere wenn davon auszugehen ist, dass ein Risiko für einen schweren Opioidentzug besteht. In einigen Fällen können weitere Dosen erforderlich sein. Die angemessene Höchstdosis von Ventizolve ist situationsabhängig. Spricht der Patient nicht an, sollte nach 2-3 Minuten eine zweite Dosis gegeben werden. Spricht der Patient zunächst auf die erste Dosis an, die Atemdepression tritt aber erneut auf, sollte sofort eine zweite Dosis gegeben werden. Weitere Dosen (falls vorhanden) sollten abwechselnd in das linke und das rechte Nasenloch gegeben und der Patient muss bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes überwacht werden.
Kinder und Jugendliche
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Ventizolve bei Kindern und Jugendlichen ist nicht erwiesen. Es liegen keine Daten vor.
Ältere Menschen
Eine Dosisanpassung ist nicht erforderlich.
Art der Anwendung
Nasale Anwendung
Ventizolve muss so bald wie möglich angewendet werden, um eine Schädigung des zentralen Nervensystems oder Tod zu verhindern.
Ausführliche Anweisungen zur Anwendung von Ventizolve finden sich in der Packungsbeilage. Eine Kurzanleitung liegt bei.
Das Behältnis enthält nur eine Dosis. Daher darf vor der Anwendung weder vorgepumpt noch ein Probesprühstoß abgegeben werden. Das Behältnis darf nach der Anwendung nicht wiederverwendet werden.
4.3 Gegenanzeigen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Unterweisung von Patienten/Anwendern in der ordnungsgemäßen Anwendung von Ventizolve
Ventizolve ist vorgesehen als Teil der Wiederbelebungsmaßnahmen bei Verdacht auf eine Überdosierung mit möglicher oder vermuteter Beteiligung von Opioiden-, wahrscheinlich in einem nicht medizinischen Umfeld. Daher muss der Gesundheitsfachkräfte geeignete Maßnahmen ergreifen, um sicherzustellen, dass der Patient und/oder jede andere Person, die in die Lage kommen könnte, bei einem Patienten dieses Arzneimittel anzuwenden, genau versteht, in welchen Situationen und auf welche Weise Ventizolve anzuwenden ist.
Der Gesundheitsfachkräfte muss die Symptome zur Erkennung einer mutmaßlichen Depression des zentralen Nervensystems (ZNS)/Atemdepression, die Indikation und die Anweisungen zur Anwendung mit dem Patienten und/oder der Person besprechen, die in die Lage kommen könnte, bei einem Patienten, bei dem eine bekannte oder vermutete Opioid-Überdosierung auftritt, dieses Arzneimittel anzuwenden. Dies muss in Übereinstimmung mit dem Schulungsmaterial zu Ventizolve erfolgen.
Ventizolve enthält eine Einzeldosis Naloxon. Patienten und Betreuer müssen deshalb entsprechende Anweisungen erhalten, wie das Spraybehältnis anzuwenden ist, dass vor der Anwendung weder vorgepumpt noch ein Probesprühstoß abgegeben werden darf und dass es nach Anwendung der Dosis nicht wiederverwendet werden kann (siehe Abschnitt 4.2).
Überwachen des Ansprechens des Patienten
Bei Bedarf können weitere Dosen gegeben werden, wenn der Patient nicht ausreichend auf die erste Dosis anspricht oder wenn die Atemdepression nach dem Ansprechen auf die erste Dosis erneut auftritt (siehe Abschnitt 4.2).
Notwendigkeit einer medizinischen Versorgung
Die Patienten müssen solange überwacht werden, bis qualifizierte Rettungskräfte eintreffen. Die Wirkung der meisten Opioide kann länger andauern als die Wirkung von Ventizolve. Hierdurch kann es nach einer anfänglichen Verbesserung der Symptome erneut zu einer Atemdepression und/oder einer Dämpfung des ZNS kommen. Es ist deshalb wichtig, sofort notärztliche Hilfe anzufordern und den Patienten bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes kontinuierlich zu überwachen.
Wirksamkeit von Naloxon
Naloxon ist nicht wirksam bei einer durch Nicht-Opioide verursachten Atemdepression oder Dämpfung des ZNS. Die Aufhebung einer durch partielle Agonisten oder gemischte Agonisten/ Antagonisten, wie z. B. Buprenorphin und Pentazocin, verursachten Atemdepression ist möglicherweise unvollständig und erfordert unter Umständen eine höhere Dosis von Naloxonhydrochlorid oder die wiederholte Anwendung. Die nasale Resorption und die Wirksamkeit von Naloxon können bei Patienten mit geschädigter Nasenschleimhaut und Septumdefekten verändert sein. Bei unvollständigem Ansprechen sollte die Atmung mechanisch unterstützt werden.
Opioidentzugssyndrom
Die schnelle Aufhebung der Opioidwirkung kann bei Personen mit einer physischen Opioidabhängigkeit ein akutes Entzugssyndrom auslösen. Der Schweregrad und die Dauer des Entzugssyndroms sind abhängig von der Naloxon-Dosis und dem Ausmaß und der Art der Opioidabhängigkeit (siehe Abschnitt 4.8). Bei Patienten, die Opioide zur Linderung chronischer Schmerzen erhalten, kommt es nach der Anwendung von Ventizolve möglicherweise zu Schmerzen und Entzugserscheinungen.
Ventizolve enthält das Konservierungsmittel Benzalkoniumchlorid. Benzalkoniumchlorid kann eine Reizung oder Schwellung der Nasenschleimhaut hervorrufen, insbesondere bei längerer Anwendung.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Naloxon führt aufgrund der Wechselwirkung mit Opioiden und Opioid-Agonisten zu einem pharmakologischen Ansprechen. Bei der Anwendung von Standarddosen von Naloxonhydrochlorid kommt es nicht zu Wechselwirkungen mit Barbituraten oder Tranquilizern. Wenn es bei opioidabhängigen Personen angewendet wird, kann Naloxon bei manchen Personen akute Entzugssymptome auslösen. Hypertonie, Herzrhythmusstörungen, Lungenödeme und Herzstillstand wurden berichtet, vorwiegend, wenn Naloxon postoperativ angewendet wurde (siehe Abschnitte 4.4 und 4.8).
Die Anwendung von Naloxon kann die analgetischen Wirkungen von Opioiden, die primär zur Schmerzlinderung angewendet werden, aufgrund seiner antagonistischen Eigenschaften verringern (siehe Abschnitt 4.4).
Bei Patienten, die Buprenorphin zur Schmerzbehandlung erhalten, kann die vollständige analgetische Wirkung von Buprenorphin durch die Gabe von Naloxon möglicherweise wiederhergestellt werden. Man geht davon aus, dass diese Wirkung ein Ergebnis der bogenförmigen Dosis-Wirkungs-Kurve von Buprenorphin mit abnehmender Analgesie im Fall von hohen Dosen ist. Die Aufhebung einer durch Buprenorphin ausgelösten Atemdepression ist jedoch begrenzt.
Die Datenlage hinsichtlich einer Wechselwirkung mit Alkohol ist nicht eindeutig. Abhängig von der Ursache der Intoxikation kann die nach der Gabe von Naloxon einsetzende Wirkung bei Patienten mit Polyintoxikation, die durch Opioide und Sedativa oder Alkohol verursacht wurde, verzögert sein.
Im Fall eines Komas infolge einer Clonidin-Überdosierung wurde unter Anwendung von Naloxon über schwerwiegende Hypertonie berichtet.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Schwangerschaft
Es liegen keine hinreichenden Daten zur Anwendung von Naloxon bei Schwangeren. Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität nur bei maternal toxischen Dosen gezeigt. Das potentielle Risiko für den Menschen ist nicht bekannt. Ventizolve sollte während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, der klinische Zustand der Frau erfordert eine Behandlung mit Naloxon.
Bei schwangeren Frauen, die mit Ventizolve behandelt wurden, sollte der Fötus auf Anzeichen einer Notlage überwacht werden.
Stillzeit
Es ist nicht bekannt, ob Naloxon beim Menschen in die Muttermilch ausgeschieden wird, und es wurde nicht nachgewiesen, ob Kinder, die gestillt werden, durch Naloxon beeinträchtigt werden. Da Naloxon aber praktisch keine orale Bioverfügbarkeit aufweist ist sein Potential ein gestilltes Kind zu beeinträchtigen, vernachlässigbar. Bei der Gabe von Naloxon an eine stillende Mutter ist Vorsicht geboten, aber es besteht keine Notwendigkeit, das Stillen abzubrechen. Gestillte Kinder von Müttern, die mit Ventizolve behandelt wurden, sollten auf Zeichen von Sedierung und Reizbarkeit überwacht werden.
Fertilität
Es liegen keine klinischen Daten über die Auswirkungen von Naloxon auf die Fertilität vor. Jedoch zeigen Daten aus Studien mit Ratten keine Auswirkungen (siehe Abschnitt 5.3).
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
Patienten, die Naloxon zur Aufhebung der Opioidwirkung erhalten haben, dürfen mindestens 24 Stunden lang nicht am Straßenverkehr teilnehmen, keine Maschinen bedienen oder andere körperlich oder geistig fordernde Arbeiten ausführen, da die Wirkung der Opioide wieder auftreten kann.
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des Sicherheitsprofils
Die häufigste unerwünschte Arzneimittelwirkung (UAW) von Naloxon ist Übelkeit (sehr häufig). Eine abrupte Aufhebung der Wirkung von Opioiden kann bei körperlich abhängigen Personen ein akutes Entzugssyndrom auslösen.
Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen
Die folgenden Nebenwirkungen wurden unter Ventizolve und/oder anderen Naloxon-haltigen Arzneimitteln in klinischen Studien und nach der Marktzulassung berichtet. Sie sind weiter unten nach Systemorganklasse und Häufigkeit aufgeführt.
Häufigkeitsangaben sind den Nebenwirkungen mit einem zumindest möglichen kausalen Zusammenhang mit Naloxon zugeordnet und sind wie folgt definiert: sehr häufig (≥1/10); häufig (≥1/100, <1/10); gelegentlich (≥1/1.000, <1/100); selten (≥1/10.000, <1/1.000); sehr selten (<1/10.000); nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
| Systemorganklasse | Nebenwirkung |
|---|---|
| Erkrankungen des Immunsystems | |
| Sehr selten: | Überempfindlichkeit, anaphylaktischer Schock |
| Erkrankungen des Nervensystems | |
Häufig: Gelegentlich: | Schwindel, Kopfschmerz Tremor |
| Herzerkrankungen | |
Häufig: Gelegentlich: Sehr selten: | Tachykardie Arrhythmie, Bradykardie Herzflimmern, Herzstillstand |
| Gefäßerkrankungen | |
| Häufig: | Hypotonie, Hypertonie |
| Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums | |
| Gelegentlich: | Hyperventilation |
| Sehr selten: | Lungenödem |
| Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts | |
Sehr häufig: Häufig: Gelegentlich: | Übelkeit Erbrechen Durchfall, Mundtrockenheit |
| Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes | |
| Gelegentlich: | Hyperhidrose |
| Sehr selten: | Erythema multiforme |
| Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort | |
| Gelegentlich: | Arzneimittelentzugssyndrom (bei Patienten, die von Opioiden abhängig sind) |
Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen
Arzneimittelentzugssyndrom
Zu den Anzeichen und Symptomen eines Arzneimittelentzugssyndroms zählen Ruhelosigkeit, Reizbarkeit, Hyperästhesie, Übelkeit, Erbrechen, Schmerzen im Magen-Darm-Trakt, Muskelkrämpfe, Dysphorie, Schlafstörungen, Angstzustände, Hyperhidrose, Piloerektion, Tachykardie, erhöhter Blutdruck, Gähnen, Pyrexie. Verhaltensänderungen, einschließlich gewalttätigem Verhalten, Nervosität und Erregungszustände, können ebenfalls beobachtet werden.
Gefäßerkrankungen
In Berichten über die intravenöse/intramuskuläre Anwendung von Naloxon: Hypotonie, Hypertonie, Herzrhythmusstörung (einschließlich ventrikulärer Tachykardie und Vorhofflimmern) und Lungenödem traten bei postoperativer Anwendung von Naloxon auf. Unerwünschte kardiovaskuläre Wirkungen traten postoperativ häufiger bei Patienten mit einer vorbestehenden kardiovaskulären Erkrankung auf oder bei Patienten, die andere Arzneimittel mit ähnlichen unerwünschten kardiovaskulären Wirkungen erhielten.
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Eine Überdosierung ist angesichts der Indikation und der großen therapeutischen Breite nicht zu erwarten. Nach intravenös gegebenen Einzeldosen von 10 mg Naloxon wurden keine Nebenwirkungen oder Veränderungen der klinischen Laborwerte beobachtet.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antidote,
ATC-Code: V03AB15
Wirkmechanismus
Naloxon ist ein halbsynthetisches Morphinderivat (N-Allyl-nor-oxymorphon) und ein spezifischer Opioid-Antagonist, der Opioidwirkungen antagonisiert, indem er kompetitiv an Opioidrezeptoren bindet. Die Wirkung beruht auf einem Antagonismus an den μ-, κ- und δ-Opioidrezeptoren. Der Antagonismus am μ-Rezeptors hebt die Atemdepression auf.
Pharmakodynamische Wirkungen
Naloxon hebt die Wirkung von Opioiden auf, einschließlich Atemdepression, Sedierung und Hypotonie. Durch seine sehr hohe Affinität zu den Opioidrezeptoren verdrängt Naloxon sowohl Opioid-Agonisten als auch partielle Antagonisten wie Pentazocin und Nalorphin. Naloxon hebt nicht durch Hypnotika oder andere Nicht-Opioide verursachte zentralnervöse Dämpfungszustände auf und besitzt nicht die agonistischen oder morphinähnlichen Eigenschaften anderer Opioid-Antagonisten.
Bei Opioidabhängigkeit verstärkt Naloxon die Symptome der physischen Abhängigkeit. Die pharmakologischen Effekte von Naloxon sind gewöhnlich innerhalb von 2 Minuten nach der Anwendung sichtbar. Die Dauer der antagonistischen Wirkung ist dosisabhängig, beträgt aber gewöhnlich 1–4 Stunden. Die Notwendigkeit einer wiederholten Gabe ist abhängig von der Dosis, dem Typ und der Art der Anwendung des Opioids, das antagonisiert werden soll.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Resorption
In eine Studie zur Pharmakokinetik, an der 22 gesunde Erwachsene teilnahmen, wurde die relative Bioverfügbarkeit eines Nasensprays in ein Nasenloch (Gesamtdosis 1,4 mg Naloxonhydrochlorid, entsprechend 1,26 mg Naloxon, angewendet als 0,1 ml einer 14 mg/ml Naloxonhydrochlorid-Lösung) sowie von zwei Nasensprays in dasselbe Nasenloch (Gesamtdosis 2,8 mg Naloxonhydrochlorid, entsprechend 2 x 1,26 mg Naloxon, angewendet als 2 x 0,1 ml einer 14 mg/ml Naloxonhydrochlorid-Lösung), mit einer Einzeldosis von 0,8 mg intramuskulär und von 0,4 mg intravenös injiziertem Naloxonhydrochlorid verglichen. Die absolute Bioverfügbarkeit des Nasensprays betrug im Durchschnitt 0,49 ± 0,24. Die Ergebnisse der Studie sind in der untenstehenden Tabelle 1 dargestellt.
Tabelle 1: Mittelwerte der pharmakokinetischen Parameter für Naloxon nach Gabe von Ventizolve und intramuskulärer und intravenöser Gabe von Naloxonhydrochlorid an gesunde Probanden
| Parameter | 1,4 mg/Dosis intranasal – 1 Dosis | 1,4 mg/Dosis intranasal – 2 Dosen | 0,8 mg intramuskuläre Injektion | 0,4 mg intravenöse Injektion |
|---|---|---|---|---|
| tmax (min) | 20,16 | 20,7 | 13,62 | 3,48* |
| Cmax (ng/ml) | 2,356 | 4,181 | 3,734 | 7,437* |
| AUC0-last (h*ng/ml) | 2,622 | 5,232 | 3,091 | 1,839 |
| AUC0-inf (h*ng/ml) | 2,842 | 5,469 | 3,431 | 2,087 |
| t1/2 (h) | 1,216 | 1,162 | 1,414 | 1,239 |
| Dosisnormalisierte relative Bioverfügbarkeit (%) intranasal vs. intramuskulär | 0,52 |
*Zeit und Konzentration zum Zeitpunkt der ersten Messung = 2 Minuten
Die mittlere Plasmakonzentration von Naloxon nach Gabe von 1,4 mg Naloxonhydrochlorid intranasal betrug 0,5475 ng/ml (23% der Cmax) nach 2 Minuten und 0,9519 ng/ml (40% der Cmax) nach 5 Minuten. Man kann davon ausgehen, dass die Wirkung von Naloxon nach intranasaler Anwendung bei jedem Patienten bereits vor Erreichen der tmax eintritt. Die entsprechenden mittleren Plasmakonzentrationen von Naloxon 2 und 5 Minuten nach intramuskulärer Gabe von 0,8 mg betrugen 1,4979 ng/ml (40% der Cmax) bzw. 3,1551 ng/ml (85% der Cmax).
Verteilung
Naloxon ist eine hoch lipophile Verbindung und wird nach parenteraler Gabe schnell und umfangreich in Körperflüssigkeiten und -geweben, einschließlich dem Gehirn, verteilt. Naloxon ist plazentagängig. Es ist nicht bekannt, ob Naloxon in die Muttermilch ausgeschieden wird.
Naloxon bindet an Plasmaproteine, aber nur relativ schwach (32-45%). Naloxon bindet hauptsächlich an Plasmaalbumin, aber auch in signifikantem Maß an andere Plasmabestandteile.
Biotransformation
Naloxon wird in der Leber primär über Glucuronid-Konjugation metabolisiert. Der Hauptmetabolit ist Naloxon-3-glucuronid.
Elimination
Die Eliminationshalbwertszeit nach parenteraler Anwendung beträgt bei Erwachsenen etwa 1 bis 1,5 Stunden. In einer Studie zur Pharmakokinetik gab es hinsichtlich der Elimination keinen signifikanten Unterschied zwischen Ventizolve und der intramuskulären Gabe von 0,8 mg und der intravenösen Gabe von 0,4 mg.
5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit
Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, akuten Toxizität und Toxizität bei wiederholter Gabe lassen die präklinischen Daten keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen.
Genotoxizität und Kanzerogenität
Naloxon war im Ames-Mutagenitätstest und im In-vitro-Test auf Chromosomenaberrationen in humanen Lymphozyten schwach positiv und im In-vitro-HGPRT-Mutagenitätstests an V79-Zellen (Chinesischer Hamster) und in einer In-vivo-Untersuchung auf Chromosomenaberrationen in Knochenmarkszellen von Ratten negativ.
Insgesamt legen die Nachweise in ihrer Summe nahe, dass Naloxon, wenn überhaupt, nur ein minimales genotoxisches und kanzerogenes Risiko für den Menschen darstellt.
Reproduktions- und Entwicklungstoxizität
Naloxon hatte keine Auswirkungen auf Fertilität und Reproduktion der Ratte oder auf die frühe embryonale Entwicklung bei Ratte und Maus. Naloxon ist bei Tieren nicht teratogen.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Povidon
Glycerol
Natriumedetat (Ph.Eur.)
Benzalkoniumchlorid
Citronensäure-Monohydrat
Natriumcitrat (Ph.Eur.)
Natriumhydroxid (zur Einstellung des pH-Wertes)
Salzsäure (zur Einstellung des pH-Wertes)
Wasser für Injektionszwecke
6.2 Inkompatibilitäten
Nicht zutreffend.
6.3 Dauer der Haltbarkeit
3 Jahre
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Nicht einfrieren.
Einzeldosisbehältnisse im Kunststoffbehältnis aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Blisterpackung im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Das Primärbehältnis besteht aus einer Durchstechflasche (Typ 1 Glas) mit Chlorbutylgummi-Stopfen. Es ist integriert in ein Spraybehältnis bestehend aus einem Aktuator und einem Sprühzylinder aus Polypropylen und einer Kanüle aus Edelstahl.
Packungsgrößen:
Ein Umkarton mit einem Kunststoffbehältnis enthält 2 Einzeldosisbehältnisse zu je 0,1 ml Nasenspray.
Umkarton mit 10 Kunststoffbehältnissen mit je 2 Einzeldosisbehältnissen zu je 0,1 ml Nasenspray.
Umkarton mit 6 Blisterpackungen jeweils mit Einzeldosisbehältnis zu je 0,1 ml Nasenspray
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigun
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu beseitigen.
7. INHABER DER ZULASSUNG
Navamedic ASA
Henrik Ibsens gate 100
0255 Oslo
Norwegen
8. ZULASSUNGSNUMMER
2200177.00.00
9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG
(siehe Unterschrift)
10. STAND DER INFORMATION
- 29. Mai 2026
