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Baldriparan Zur Beruhigung – Fachinformation (SmPC) für Ärzte und Apotheker

Die Fachinformation richtet sich an Ärzte und Apotheker. Verständliche Hinweise für Patienten enthält der Beipackzettel: Einnahme, Nebenwirkungen, Andere Arzneimittel, Schwangerschaft und Stillzeit.

Aktualisiert:
Fakten
Status:
Apothekenpflichtig, rezeptfrei
Stärke:
95 mg / 16.5 mg / 85 mg

Fachinformation - Baldriparan Zur Beruhigung

1. Bezeichnung des Arzneimittels

Baldriparan Zur Beruhigung

überzogene Tabletten

2. Qualitative und quantitative Zusammen-

setzung

1 überzogene Tablette enthält:

95 mg Trockenextrakt aus Baldrianwurzel (3–6:1); Auszugsmittel: Ethanol 70 % (V/V). 15 mg Trockenextrakt aus Hopfenzapfen (4–8:1); Auszugsmittel: Ethanol 40 % (V/V). 85 mg Trockenextrakt aus Melissenblättern (4–6:1); Auszugsmittel: Wasser

3. Darreichungsform

Überzogene Tablette

4. Klinische Angaben

4.1 Anwendungsgebiete

Unruhezustände und nervös bedingte Ein-schlafstörungen.

4.2 Dosierung, Art und Dauer der Anwen-

dung

Zur Behandlung von Unruhezuständen nehmen Erwachsene und Heranwachsende ab 12 Jahre bis zu 3mal täglich 2 überzogene Tabletten ein.

Zur Behandlung von nervös bedingten Ein-schlafstörungen nehmen Erwachsene und Heranwachsende ab 12 Jahren 2 überzo-gene Tabletten eine halbe bis 1 Stunde vor dem Schlafengehen ein.

Falls notwendig, können zusätzlich 2 über-zogene Tabletten bereits früher im Verlauf des Abends eingenommen werden.

Maximale Tagesdosis: 6 überzogene Tabletten

Die Anwendung bei Kindern unter 12 Jahren ist nicht vorgesehen.

Für konkrete Dosierungsempfehlungen bei eingeschränkter Nierenfunktion / Leberfunk-tion gibt es keine hinreichenden Daten.

Aufgrund der allmählich einsetzenden Wirkung ist Baldriparan Zur Beruhigung nicht zur akuten Behandlung von Unruhezuständen und nervös bedingten Einschlafstörungen geeignet. Um einen optimalen Behandlungserfolg zu erzielen, wird empfohlen, eine kontinuierliche Behandlung über 2 – 4 Wochen einzuhalten.

4.3 Gegenanzeigen

Allergie gegen Baldrian, Hopfen, Melisse oder einen der sonstigen Bestandteile.

4.4 Besondere Warnhinweise und Vor-

sichtsmaßnahmen für die Anwendung

In der Gebrauchsinformation wird der Patient darauf hingewiesen, dass auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden muss, falls diese Beschwerden länger als 2 Wochen andauern oder sich verschlimmern.

Zur Anwendung dieses Arzneimittels bei Kindern liegen keine ausreichenden Unter-suchungen vor. Daher wird seine Einnahme für Kinder unter 12 Jahren nicht empfohlen.

Patienten mit der seltenen hereditären Ga-lactose-Intolerenz bzw. Fructose-Intoleranz, Lactase-Mangel, Glucose-Galactose-Mal-absorption oder Saccharase-Isomaltase-Mangel sollten Baldriparan Zur Beruhigung nicht einnehmen.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arznei-

mitteln und sonstige Wechselwirkungen

Mit Baldriparan Zur Beruhigung wurden keine Untersuchungen durchgeführt. Es liegen nur begrenzt Daten über pharmakologische Wechselwirkungen von Baldrian-, Hopfen-, und Melissezubereitungen mit anderen Arzneimitteln vor. Klinisch relevante Wechselwirkungen mit Arzneimitteln, die über CYP 2D6, CYP 3A4/5, CYP 1A2 oder CYP 2E1 metabolisiert werden, wurden nicht beobachtet.

Die Kombination mit synthetischen Sedativa bedarf einer ärztlichen Diagnose und Überwachung.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Die Sicherheit während der Schwangerschaft und Stillzeit wurde nicht ausreichend untersucht. Für Schwangere und Stillende wird die Einnahme von Baldriparan Zur Beruhigung nicht empfohlen.

Es liegen keine Untersuchungen zur Beein-flussung der Fertilität vor.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrs-tüchtig-

keit und das Bedienen von Maschinen

Baldriparan Zur Beruhigung kann die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen. Beeinträchtigte Patienten sollten nicht fahren oder Maschinen bedienen.

4.8 Nebenwirkungen

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwir-kungen werden folgende Kategorien zu-grundegelegt:

Sehr häufig (≥ 1/10)

Häufig (≥ 1/100 bis < 1/10)

Gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100) Selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000)

Sehr selten (<1/10.000)

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Magen-Darm-Beschwerden, Häufigkeit nicht bekannt.

Allergische Hauterscheinungen, Häufigkeit nicht bekannt .

In der Regel genügt ein Absetzen des Arz-neimittels, um die Nebenwirkungen wieder verschwinden zu lassen.

Bei den ersten Anzeichen einer Überemp-findlichkeitsreaktion darf dieses Arzneimittel nicht nochmals eingenommen werden

Meldung des Verdachts auf Nebenwir-kungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwir-kungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine konti-nuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Me-dizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Die Einnahme von Baldrianwurzel in einer Dosierung von über 20g (entspricht 46 überzogenen Tabletten dieses Arzneimittels) führte in einem Einzelfall zu folgenden Symptomen: Müdigkeit, Bauchkrämpfe, En-gegefühl in der Brust, Leeregefühl im Kopf, Zittern der Hände und Erweiterung der Pu-pillen. Diese Beschwerden waren nach 24 Stunden wieder abgeklungen.

In der Gebrauchsinformation wird der Patient darauf hingewiesen, bei erheblicher Überdosierung Rücksprache mit einem Arzt zu nehmen. Spezielle Maßnahmen sind nicht bekannt, die Therapie erfolgt symptomatisch.

5. Pharmakologische Eigenschaften

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Empirisch ist die sedative Wirkung von Zu-bereitungen aus Baldrianwurzel, Hopfen-zapfen und Melissenblättern belegt, diese kann jedoch nicht mit Sicherheit bestimmten Inhaltsstoffen zugeschrieben werden. Pharmakologische Untersuchungen der fixen Kombination ergaben Hinweise auf eine beruhigende und schlaffördernde Wirkung.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Angaben zur Pharmakokinetik liegen nicht vor.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Baldrianwurzel:

Extrakte mit Ethanol und Baldrianöl zeigten bei Nagetieren in Tests zur akuten und zur chronischen Toxizität über einen Zeitraum von 4-8 Wochen eine geringe Toxizität. Es liegen keine Studien zur Repro-duktionstoxikologie, zur Genotoxizität und zur Kanzerogenität vor.

Hopfenzapfen:

Extrakte mit Ethanol und Hopfenzapfen zeigen in Tests keine Genotoxizität.

Melissenblätter:

Im AMES-Test wurden für eine Tinktur aus Melissenblättern keine mutagenen Effekte beobachtet.

Untersuchungen mit Baldriparan Zur Beruhigung zur Reproduktionstoxikologie und Kanzerogenität liegen nicht vor.

6. Pharmazeutische Angaben

6.1 Sonstige Bestandteile

Maltodextrin, Lactose-Monohydrat, hoch-disperses Siliciumdioxid, Cellulosepulver, Magnesiumstearat (Ph.Eur.) [pflanzlich], Sucrose (Saccharose), Talkum, Titandioxid (E 171), Hypromellose, Macrogol 6000, Po-vidon 25, Montanglycolwachs, Carminsäure, Aluminiumsalz E 120.

6.2 Inkompatibilitäten

Keine bekannt.

Baldriparan Zur Beruhigung

6.3 Dauer der Haltbarkeit

Die Dauer der Haltbarkeit beträgt 36 Monate.

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmenfür die

Aufbewahrung

Nicht über +30 °C aufbewahren.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Blisterpackung mit 30, 60, 120 überzogenen Tabletten

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die

Beseitigung

Keine speziellen Hinweise.

7. Inhaber der Zulassung

PharmaSGP GmbH,

Am Haag 14, 82166 Gräfelfing

Tel.: 089 / 85 89 639- 150,

Fax: 089 / 85 89 639- 201,

E- Mail: info@pharmasgp.com

8. Zulassungsnummer

59358.00.00

9. Datum der Erteilung der Zulassung/Ver-

längerung der Zulassung

24.11.2005

10. Stand der Information

Mai 2025

11. Verkaufsabgrenzung

Nicht apothekenpflichtig.

Über dieses Dokument

Quelle: BfArM – Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (AMIce) · Zulassungsnummer: 59358.00.00 · ENR 2159358

Stand der Information laut Text: 05/2025

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Die Informationen auf dieser Website ersetzen nicht den Rat eines Arztes oder Apothekers.

Fakten zu Baldriparan Zur Beruhigung

Rezeptpflicht
Apothekenpflichtig, rezeptfrei?
  • Sie erhalten das Arzneimittel ohne Rezept, aber nur in der Apotheke. Lassen Sie sich dort beraten.
  • Rechtsgrundlage laut BfArM: apothekenpflichtig gemäß §43 oder §46 AMG.
Wirkstoffe Baldrianwurzeltrockenextrakt 95 mg, Hopfenzapfen 16.5 mg, Melissenblätter 85 mg
Darreichungsform Tablette
Art der Anwendung Zum Einnehmen
Art des Arzneimittels Pflanzliches Arzneimittel
Sonstige Bestandteile
Maltodextrin, Lactose-Monohydrat, Hochdisperses Siliciumdioxid, Cellulosepulver und 10 weitere+

Maltodextrin, Lactose-Monohydrat, Hochdisperses Siliciumdioxid, Cellulosepulver, Magnesiumstearat (Ph.Eur.) [pflanzlich], Montanglycolwachs, Saccharose, Talkum, Titandioxid, Hypromellose, Macrogol, Povidon, Stoffangabe (teilweise) unklar, Carmin

Packungsgrößen 30 Stück, 60 Stück, 120 Stück
Haltbarkeit 3 Jahre (ungeöffnete Packung)
Lagerung Nicht über +30°C; In Originalverpackung aufbewahren
ATC-Klassifikation
  1. N Nervensystem
    1. N05 Psycholeptika
      1. N05C Hypnotika und Sedativa
        1. N05CP Pflanzliche Hypnotika und Sedativa
          1. N05CP51 Baldrianwurzel, Kombinationen
Zulassung 59358.00.00, seit 29.11.2005, verlängert 05.12.2012; nationales Verfahren (Deutschland)
Pharmazeutischer Unternehmer PharmaSGP GmbH, 82166 Gräfelfing
Hersteller (Freigabe) Wiewelhove Gesellschaft mit beschränkter Haftung
Frühere Namen Baldriparan N zur Beruhigung (ab 24.11.2005)
PZN 17884339, 17884316, 17884322

Quelle: BfArM, Arzneimittel-Informationssystem AMIce (ENR 2159358), Datensatz vom 13.12.2025. Angaben ohne Gewähr – fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke.