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Clarium 50 mg Retardtabletten – Fachinformation (SmPC) für Ärzte und Apotheker

Die Fachinformation richtet sich an Ärzte und Apotheker. Verständliche Hinweise für Patienten enthält der Beipackzettel: Einnahme, Nebenwirkungen, Andere Arzneimittel, Schwangerschaft und Stillzeit.

Aktualisiert:
Fakten
Status:
Verschreibungspflichtig
Stärke:
50 mg
Wirkstoff:
ATC-Gruppe:

Fachinformation - Clarium 50 mg Retardtabletten

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Clarium 50 mg Retardtabletten

Wirkstoff: Piribedil

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

1 Retardtablette enthält:

Piribedil 50 mg

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung: Enthält 57,17 mg Saccharose und 3,87 mg Ponceau 4R (E124) pro Retardtablette.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Retardtabletten.

Rote, runde, linsenförmige Tabletten

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Behandlung der Parkinsonschen Krankheit:

entweder in Monotherapie

oder in Kombinationstherapie mit L-Dopa vom Behandlungsbeginn an oder sekundär

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Zum Einnehmen.

Dosierung

Zur Behandlung der Parkinsonschen Krankheit als Monotherapie oder als Zusatztherapie zur L-Dopa-Therapie: 150 mg bis 250 mg, d. h. 3 bis 5 Tabletten pro Tag, die auf 3 Einzelgaben verteilt eingenommen werden.

Die angegebenen Dosierungen sollten langsam, durch schrittweise Erhöhung um eine Tablette (50 mg) alle zwei Wochen, erreicht werden.

Absetzen der Behandlung

Bei plötzlichem Absetzen von Dopaminergika besteht das Risiko eines "malignen neuroleptischen Syndroms". Um dieses Risiko zu vermeiden, sollte die Dosis von Clarium bis zum vollständigen Absetzen schrittweise reduziert werden.

Impulskontrollstörungen

Um das Risiko von Impulskontrollstörungen zu vermeiden, wird die Verschreibung der niedrigsten wirksamen Dosis empfohlen. Eine Reduzierung der Dosis oder schrittweises Absetzen sollte in Betracht gezogen werden, wenn der Patient derartige Symptome entwickelt (siehe Abschnitt 4.4).

Patienten mit eingeschränkter Nieren- und/oder Leberfunktion

Piribedil wurde in diesen Patientengruppen nicht untersucht. Vorsicht ist bei der Behandlung von Patienten mit eingeschränkter Nieren- und/oder Leberfunktion geboten.

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Piribedil bei Kindern unter 18 Jahren ist bisher noch nicht erwiesen. Es liegen keine Daten vor. Es gibt im Anwendungsgebiet keinen relevanten Nutzen von Piribedil bei Kindern und Jugendlichen.

Art der Anwendung

Die Tabletten sollen mit etwa einem halben Glas Wasser unzerkaut nach den Mahlzeiten geschluckt werden. Die Tabletten sollen nicht geteilt werden.

4.3 Gegenanzeigen

Dieses Arzneimittel ist unter folgenden Umständen kontraindiziert:

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

    Bestandteile

  • kardiovaskulärer Schock
  • in der akuten Phase eines Herzinfarktes
  • in Kombination mit Neuroleptika (ausgenommen Clozapin) (siehe Abschnitt 4.5)

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Schläfrigkeit oder plötzliche Schlafanfälle

Bei der Behandlung mit Piribedil kann es zu Schläfrigkeit oder plötzlichen Schlafanfällen kommen, besonders bei Patienten mit Parkinsonscher Krankheit. In sehr seltenen Fällen wurden plötzliche Schlafanfälle während der täglichen Aktivitäten beobachtet, manchmal ohne dass der Patient sich dessen bewusst war oder ohne vorherige Warnsignale. Die Patienten müssen darüber informiert und darauf aufmerksam gemacht werden, dass sie, wenn sie ein Fahrzeug lenken oder eine Maschine betätigen, während der Behandlung mit Piribedil sehr vorsichtig sein müssen. Patienten, bei denen Benommenheit bzw. ein plötzlicher Schlafanfall aufgetreten ist, dürfen weder ein Fahrzeug lenken noch eine Maschine bedienen. Außerdem kann eine Senkung der Dosis oder der Abbruch der Therapie in Betracht gezogen werden.

Orthostatische Hypotonie

Es ist bekannt, dass Dopaminagonisten die systemische Regulation des Blutdrucks beeinträchtigen, welches eine posturale orthostatische Hypotonie zur Folge hat. Es wird daher empfohlen, den Blutdruck besonders zu Beginn der Behandlung zu kontrollieren, da eine dopaminerge Therapie generell mit dem Risiko einer orthostatischen Hypotonie verbunden ist.

Angesichts des Alters der behandelten Patienten muss das Risiko von Stürzen in Verbindung mit Hypotonie, Schlafattacken oder Zerstreutheit berücksichtigt werden.

Impulskontrollstörungen

Die Patienten sollten regelmäßig hinsichtlich der Entwicklung von Impulskontrollstörungen überwacht werden. Patienten und Betreuer sollten darauf aufmerksam gemacht werden, dass bei Patienten, die mit Dopaminagonisten, einschließlich Clarium 50 mg, behandelt werden, Verhaltensauffälligkeiten im Sinne von Impulskontrollstörungen auftreten können, einschließlich pathologischer Spielsucht, Libidosteigerung, Hypersexualität, zwanghaftes Geldausgeben oder Einkaufen, Essattacken und Esszwang. Wenn sich solche Symptome entwickeln, sollte eine Dosisreduktion bzw. eine ausschleichende Behandlung in Erwägung gezogen werden.

Anormales Verhalten

Anormales Verhalten wurde berichtet und kann sich wie folgt äußern in: Verwirrung, Agitiertheit, Aggression. Eine Reduzierung der Dosis oder schrittweises Absetzen sollte in Betracht gezogen werden, wenn diese Symptome auftreten.

Psychotische Störungen

Dopaminagonisten können psychotische Störungen verursachen oder verstärken wie z.B. Wahnvorstellungen, Delirium und Halluzinationen (siehe Abschnitt 4.5). Eine Reduzierung der Dosis oder schrittweises Absetzen sollte in Betracht gezogen werden, wenn solche Symptome auftreten.

Dyskinesien

Bei fortgeschrittener Parkinsonerkrankung und in Kombination mit Levodopa kann es bei der initialen Aufdosierung von Clarium zu Dyskinesien kommen. Falls Dyskinesien auftreten, sollte die Dosis von Clarium reduziert werden.

Malignes neuroleptisches Syndrom

Symptome, die auf ein malignes neuroleptisches Syndrom hindeuten, wurden beim plötzlichen Beenden der Therapie mit Dopaminergika berichtet (siehe Abschnitt 4.2).

Periphere Ödeme

Periphere Ödeme wurden bei der Anwendung von Dopaminagonisten beobachtet. Dies sollte auch bei der Verschreibung von Clarium 50 mg in Betracht gezogen werden.

Informationen zu sonstigen Bestandteilen

Patienten mit der seltenen hereditären Fructose-Intoleranz, Glucose-Galactose-Malabsorption oder Saccharase-Isomaltase-Mangel sollten Clarium 50 mg nicht einnehmen.

Ponceau 4R kann allergische Reaktionen hervorrufen.

Clarium 50 mg enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Retardtablette, d.h. es ist nahezu „natriumfrei“.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Die Kombination mit Neuroleptika (ausgenommen Clozapin) ist kontraindiziert, da ein wechselseitiger Antagonismus zwischen dopaminergen Antiparkinson-Mitteln und Neuroleptika existiert (siehe Abschnitt 4.3).

  1. 1. Patienten mit einem durch Neuroleptika induzierten extrapyramidalen Syndrom sollten mit anticholinergen Arzneimitteln und nicht mit dopaminergen Antiparkinson-Mitteln behandelt werden (Blockade der dopaminergen Rezeptoren durch Neuroleptika).
  2. 2.

    Der dopaminerge Agonist kann zu psychotischen Störungen führen oder sie verstärken (siehe

    Abschnitt 4.4). Wenn eine neuroleptische Behandlung bei Patienten mit Parkinsonscher Krankheit nötig ist, die mit dopaminergen Agonisten behandelt werden, müssen letztere schrittweise bis zum vollständigen Absetzen reduziert werden (bei plötzlichem Absetzen von Dopaminergika besteht das Risiko eines "malignen neuroleptischen Syndroms”).

  3. 3. Bei Neuroleptika mit antiemetischer Wirksamkeit: Es sollte ein Antiemetikum ohne extrapyramidale Wirkungen verwendet werden.

Die gleichzeitige Einnahme mit Tetrabenazin wird nicht empfohlen, da ein wechselseitiger Antagonismus zwischen dopaminergen Anti-Parkinson-Medikamenten und Tetrabenazin existiert. Die Kombination von Piribedil und Alkohol wird nicht empfohlen.

Vorsicht ist geboten, wenn Piribedil mit anderen Sedativa verabreicht wird.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Es liegen keine hinreichenden Daten für die Verwendung von Piribedil bei Schwangeren vor. Clarium 50 mg wird daher nicht für die Anwendung in der Schwangerschaft empfohlen und auch nicht für Frauen im gebärfähigen Alter, die keine Verhütungsmethode anwenden. Das potentielle Risiko für den Menschen ist nicht bekannt.

Stillzeit

Clarium 50 mg sollte nicht während der Stillzeit angewendet werden.

Fertilität

Tierexperimentelle Studien haben keine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3).

4.7. Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Patienten, die mit Piribedil behandelt werden und die unter Schläfrigkeit bzw. plötzlichen Schlafanfällen leiden, müssen darüber informiert werden, dass sie kein Fahrzeug lenken oder anderen Aktivitäten nachgehen dürfen, bei denen sie oder andere durch eine Beeinträchtigung der Aufmerksamkeit Gefahr laufen, verletzt oder gar getötet zu werden (z.B. beim Bedienen von Maschinen), bis diese Schlafanfälle und Benommenheit sich nicht mehr wiederholen (siehe Abschnitt 4.4).

4.8 Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Nebenwirkungen, die bei der Einnahme von Piribedil beobachtet wurden, sind von der Dosis abhängig und meist auf die dopaminerge Aktivität von Piribedil zurückzuführen. Sie sind eher wenig ausgeprägt, treten meist nur bei Behandlungsbeginn auf und verschwinden nach Abbruch der Behandlung.

Häufig gemeldete Nebenwirkungen (> 1%) waren: leichte Magen-Darm-Beschwerden (Übelkeit, Erbrechen, Blähungen), psychische Störungen wie Zerstreutheit, Erregung oder Halluzinationen (visuell, akustisch, gemischt) und Schwindelgefühle.

Tabellarische Liste der Nebenwirkungen

Nebenwirkungen sind nachstehend nach MedDRA-Systemorganklassen unter Anwendung der folgenden Häufigkeitskonvention aufgeführt:

Sehr häufig (≥ 1/10)

Häufig (≥ 1/100 bis < 1/10)

Gelegentlich (≥ 1/1 000 bis < 1/100)

Selten (≥ 1/10 000 bis < 1/1 000)

Sehr selten (< 1/10 000)

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Psychiatrische Erkrankungen
Häufig:Psychische Störungen wie Zerstreutheit, Erregung oder Halluzinationen (visuell, akustisch, gemischt)1
Nicht bekannt:

Aggression, psychotische Störungen (Wahnvorstellung, Delirium)

Impulskontrollstörungen

Erkrankungen des Nervensystems
Häufig:Schwindelgefühle1
Sehr selten:übermäßige Schläfrigkeit während des Tages, plötzliche Schlafanfälle (s. Abschnitt 4.4)
Nicht bekannt:Schläfrigkeit, Dyskinesien
Herzerkrankungen
Gelegentlich:Hypotonie, orthostatische Hypotonie mit Synkopen oder Unwohlsein oder instabilem Blutdruck
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
Häufig:leichte Magen-Darm-Beschwerden (Übelkeit, Erbrechen, Blähungen)
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
Nicht bekannt:periphere Ödeme

1 Diese Nebenwirkungen verschwinden, sobald die Behandlung beendet wird.

Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen

Gastrointestinale Beschwerden

Die Nebenwirkungen können wieder verschwinden, insbesondere bei individueller Dosisanpassung. Die Symptome im Magen-Darm-Bereich können stark reduziert werden, indem die Dosis stufenweise erhöht wird (alle zwei Wochen um 50 mg).

Impulskontrollstörungen

Pathologische Spielsucht, Libidosteigerung, Hypersexualität, zwanghaftes Geldausgeben oder Einkaufen, Essattacken und Esszwang können bei Patienten auftreten, die mit Dopaminagonisten, einschließlich Clarium 50 mg, behandelt werden (siehe Abschnitt 4.4).

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Symptome einer Überdosierung

Angesichts der emetischen Wirkung bei sehr hohen Dosen von Piribedil ist eine Überdosierung bei der Einnahme von Tabletten unwahrscheinlich.

Maßnahmen bei Überdosierung

Die Anzeichen einer Überdosis sind:

  • instabiler Blutdruck (Hypertonie oder Hypotonie),
  • gastrointestinale Symptome (Übelkeit, Erbrechen).

Diese Symptome legen sich, wenn die Einnahme gestoppt wird und bei symptomatischer Behandlung.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Anti-Parkinson-Mittel, Dopamin-Agonist

ATC-Code: N04BC08

Wirkmechanismus

Bei dem Wirkstoff Piribedil handelt es sich um einen dopaminergen Agonisten. Er passiert die Blut-Hirn-Schranke und bindet an die Dopamin-Rezeptoren des Gehirns mit einer hohen und spezifischen Affinität für die Subtypen D2 und D3.

Aufgrund dieser Eigenschaften eignet sich Piribedil zur Behandlung des frühen und fortgeschrittenen Stadiums der Parkinsonschen Krankheit, da es auf alle wesentlichen motorischen Symptome wirkt. Im Gegensatz zu anderen Dopamin-Agonisten wirkt Piribedil auch als Antagonist der beiden wichtigsten α2-adrenergen Rezeptoren des Zentralnervensystems (α2A und α2C). Die synergistische Wirkung von Piribedil sowohl eines α2-Antagonisten als auch eines Dopamin-Agonisten wurde bei Versuchen mit verschiedenen Tiermodellen der Parkinsonschen Krankheit nachgewiesen: Bei der chronischen Einnahme von Piribedil wurden weniger Dyskinesien als bei der Behandlung mit L-Dopa festgestellt, bei vergleichbarer Wirksamkeit in der Umkehrung der für die Parkinsonsche Krankheit üblichen Akinesien.

Pharmakodynamische Wirkungen

Beim Menschen wurde in klinisch-pharmakodynamischen Studien eine Stimulierung der “dopaminergen” kortikalen Elektrogenese sowohl im wachen als auch im schlafenden Zustand, sowie eine klinische Wirkung auf die verschiedenen Dopamin-gesteuerten Funktionen nachgewiesen; diese Wirkung wurde unter Verwendung von Verhaltens- und psychometrischen Beurteilungsskalen gezeigt. Bei gesunden freiwilligen Testpersonen zeigte sich auch, dass Piribedil die Aufmerksamkeit sowie die Wachsamkeit bei kognitiven Übungen erhöhte.

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit

Die Wirksamkeit von Clarium 50 mg als Monotherapie oder in Kombination mit L-Dopa bei der Behandlung der Parkinsonschen Krankheit wurde in 3 doppelblinden, randomisierten Studien (2 gegen Plazebo und 1 gegen Bromocriptin) untersucht. Diese Studien schlossen insgesamt 1103 Patienten im Stadium 1 bis 3 nach Hoehn und Yahr ein, 543 dieser Patienten erhielten Clarium 50 mg. Es konnte gezeigt werden, dass 150 bis 300 mg Clarium pro Tag auf alle motorischen Symptome wirkt, mit einer 30%igen Verbesserung des UPDRS-III-Indexes über mindestens 7 Monate in Monotherapie und über 12 Monate in Kombination mit L-Dopa. Die Verbesserung des UPDRS-II-Indexes (Aktivitäten des täglichen Lebens) war von gleichem Ausmaß.

Während einer Monotherapie benötigte ein statistisch signifikant kleinerer Anteil der mit Piribedil behandelten Patienten (16,6%) im Vergleich zu den mit Plazebo behandelten Patienten (40,2%) eine Notfallbehandlung mit L-Dopa.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Piribedil wird vom Menschen schnell und beinahe vollständig im Magen-Darm-Trakt absorbiert und verteilt sich extensiv.

Die maximale Plasmakonzentration wird 3-6 Stunden nach der Einnahme von Piribedil in Form von Retardtabletten erreicht.

Verteilung

Beim Menschen wird Piribedil mäßig an Plasmaproteine gebunden (ungebundene Fraktion: 0,2-0,3). Daraus folgt, dass das Risiko von Wechselwirkungen aufgrund der Proteinbindung gering ist.

Biotransformation, Elimination

Die Plasmaelimination erfolgt in zwei Phasen, einer ersten Initialphase und einer zweiten, langsameren Phase. Dies resultiert in gleichmäßigen Plasmakonzentrationen von Piribedil über 24 Stunden während steady-state Bedingungen. Eine zusammenfassende Analyse einiger Studien nach i.v.-Gabe ergab eine mittlere Halbwertszeit von 12 Stunden, unabhängig von der verabreichten Dosis.

Piribedil wird extensiv in der Leber metabolisiert und zum größten Teil im Urin eliminiert: 75 % des absorbierten Piribedils wird über die Nieren, hauptsächlich in Form von Metaboliten, ausgeschieden.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Toxikologische Studien bei verschiedenen Spezies und wiederholter Gabe auf oralem, i.v.-, i.m.- und i.p.-Wege ergaben, dass eine systemische Toxizität hauptsächlich mit Symptomen des Zentralnervensystems in Verbindung steht (Hypoaktivität, Erbrechen, Krämpfe). Chronische Toxizität

Eine chronische Toxizitätsstudie bei Affen ergab keine funktionalen oder morphologischen Veränderungen.

Präklinische Effekte wurden nur bei verabreichten Mengen festgestellt, die so weit über der maximalen für den Menschen vorgesehenen Dosierung lagen, dass sie für die klinische Anwendung wenig relevant sind.

Genotoxisches Potential

In den verschiedenen durchgeführten In-vitro- und In-vivo-Studien, welche unterschiedliche genetische Endpunkte umfassen, wurden keine Hinweise auf ein mögliches genotoxisches Potential von Piribedil gefunden.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Tablettenkern:

Povidon

Magnesiumstearat (Ph. Eur.)

Talkum

Tablettenüberzug:

Natriumhydrogencarbonat

Carmellose-Natrium

Gebleichtes Wachs

Titandioxid (E171)

Ponceau 4R Aluminiumsalz (E 124)

Polysorbat 80

Povidon

Saccharose (Sucrose)

Hochdisperses Siliciumdioxid

Talkum

6.2 Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 30°C lagern.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

30 Retardtabletten

50 Retardtabletten

60 Retardtabletten

100 Retardtabletten

200 Retardtabletten

Klinikpackung 50 Retardtabletten

in Blisterstreifen (PVC/Aluminium) im Umkarton

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen

7. INHABER DER ZULASSUNG

Desitin Arzneimittel GmbH

Weg beim Jäger 214

22335 Hamburg

Telefon: (040) 591 01-525

Telefax: (040) 591 01-377

8. ZULASSUNGSNUMMER

57338.00.00

9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 01. August 2006

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 23. Mai 2018

10. STAND DER INFORMATION

02/2025

11. VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

Über dieses Dokument

Quelle: BfArM – Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (AMIce) · Zulassungsnummer: 57338.00.00 · ENR 2157338

Stand der Information laut Text: 02/2025

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Fakten zu Clarium 50 mg Retardtabletten

Rezeptpflicht
Verschreibungspflichtig?
  • Sie erhalten das Arzneimittel nur mit einem ärztlichen Rezept in der Apotheke.
  • Rechtsgrundlage laut BfArM: verschreibungspflichtig gemäß § 48(1),(2)2 AMG.
Wirkstoff Piribedil 50 mg
Darreichungsform Retardtablette
Art der Anwendung Zum Einnehmen
Sonstige Bestandteile
Povidon, Magnesiumstearat (Ph.Eur.), Talkum, Natriumhydrogencarbonat und 7 weitere+

Povidon, Magnesiumstearat (Ph.Eur.), Talkum, Natriumhydrogencarbonat, Carmellose-Natrium (Ph.Eur.), Gebleichtes Wachs, Titandioxid, Ponceau-4R-Aluminiumsalz, Polysorbat 80, Sucrose, Hochdisperses Siliciumdioxid

Packungsgrößen 30 Stück, 50 Stück, 60 Stück, 100 Stück, 200 Stück (außerdem Klinikpackungen: 50 Stück)
Haltbarkeit 3 Jahre (ungeöffnete Packung)
Lagerung In Originalverpackung aufbewahren; Nicht über +30°C; Nicht über +30°C; In Originalverpackung aufbewahren
Fälschungsschutz Ja – die Packung trägt einen individuellen Code und einen Erstöffnungsschutz (securPharm), die Apotheke prüft die Echtheit
ATC-Klassifikation
  1. N Nervensystem
    1. N04 Antiparkinsonmittel
      1. N04B Dopaminerge Mittel
        1. N04BC Dopaminrezeptoragonisten
          1. N04BC08 Piribedil
Zulassung 57338.00.00, seit 08.08.2006, verlängert 23.05.2018; nationales Verfahren (Deutschland)
Pharmazeutischer Unternehmer Desitin Arzneimittel GmbH, 22335 Hamburg
Hersteller (Freigabe) Desitin Arzneimittel GmbH
Risikoverfahren
2 Verfahren zur Arzneimittelsicherheit+
  • Dopamin-Agonisten: 1. Risiken zur krankhaften Libidosteigerung und Spielsucht (alle Dopamin-Agonisten) sowie Risiken zu Fibrosen und Herzklappenveränderungen (Cabergolin und Pergolid) / 2. Risiken zu Fibrosen und Herzklappenveränderungen (Bromocriptin, Cabergolin, Dihydroergocryptin, Lisurid, Pergolid) - Artikel 31-Verfahren (EMEA/H/A-31/881) (abgeschlossen 15.05.2017)
  • Dopaminerge Substanzen: Impulskontrollstörungen (abgeschlossen 07.11.2016)
Frühere Namen Trivastal SR 50 mg (ab 01.08.2006)
PZN 06159440, 07789166, 10013021, 14250427

Quelle: BfArM, Arzneimittel-Informationssystem AMIce (ENR 2157338), Datensatz vom 09.12.2025. Angaben ohne Gewähr – fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke.