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Cystohipp® 1 g Tabletten – Fachinformation (SmPC) für Ärzte und Apotheker

Die Fachinformation richtet sich an Ärzte und Apotheker. Verständliche Hinweise für Patienten enthält der Beipackzettel: Einnahme, Nebenwirkungen, Andere Arzneimittel, Schwangerschaft und Stillzeit.

Aktualisiert:
Fakten
Status:
Verschreibungspflichtig
Stärke:
1 g
ATC-Gruppe:

Fachinformation - Cystohipp 1 g Tabletten

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Cystohipp® 1 g Tabletten

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Eine Tablette enthält 1 g Methenamin(benzamidoacetat).

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Tablette.

Weiße bis cremefarbene, kapselförmige Tabletten mit den Maßen 19 mm x 8 mm und mit beidseitiger Bruchkerbe. Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Cystohipp wird zur Prophylaxe unkomplizierter Infektionen der unteren Harnwege angewendet:

  1. 1. Als langfristige prophylaktische Therapie nach der Erstbehandlung mit einem geeigneten Chemotherapeutikum bei wiederkehrenden Harnwegsinfektionen.
  2. 2. Als Langzeittherapie zur Vorbeugung wiederkehrender Blasenentzündungen.
  3. 3. Zur kurzfristigen Prophylaxe bei Patienten mit Verweilkathetern, Urinsammlern usw. und zur Reduzierung des Auftretens von Katheterverstopfungen.
  4. 4. Zur Prophylaxe gegen die Einschleppung einer Infektion in die Harnwege bei chirurgischen Eingriffen.
  5. 5. Asymptomatische Bakteriurie bei Personen, die sich endourologischen Eingriffen unterziehen.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Erwachsene:

1 g zweimal täglich.

Bei Patienten mit Kathetern kann die Dosierung auf dreimal täglich 1 g erhöht werden.

Bei alkalischem pH-Wert des Urins kann die Zufuhr eines Säuerungsmittels erforderlich sein.

Kinder und Jugendliche

Jugendliche über 12 Jahre: 1 g zweimal täglich.

Kinder 6 – 12 Jahre: 0,5 g zweimal täglich.

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Cystohipp bei Kindern im Alter von unter 6 Jahren ist nicht erwiesen. Es sind keine Daten verfügbar.

Art der Anwendung

Zum Einnehmen.

Wenn der Patient nicht in der Lage ist, ganze Tabletten zu schlucken, können die Tabletten halbiert oder zerkleinert und mit Wasser eingenommen werden.

4.3 Gegenanzeigen

Cystohipp ist kontraindiziert bei Patienten mit:

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.
  • Unverträglichkeit oder allergische Reaktionen gegenüber Formalin.
  • Niereninsuffizienz, schwere Dehydrierung und Gicht.
  • Leberfunktionsstörung.
  • Metabolische Azidose.
  • Infektion der Niere.

Aufgrund der Möglichkeit einer Kristallurie darf Cystohipp nicht gleichzeitig mit Sulfonamiden eingenommen werden.

Alkalische Wirkstoffe verringern die Wirkung von Cystohipp und sind zu vermeiden. Antazida können zu einem Anstieg des pH-Werts im Urin führen und somit die Wirkung von Cystohipp verringern.

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Natrium

Cystohipp enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Tablette, d.h. es ist nahezu “natriumfrei”.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Alkalische Wirkstoffe verringern die Wirkung von Methenamin und sind zu vermeiden. Antazida können zu einem Anstieg des pH-Werts im Urin führen und somit die Wirkung von Cystohipp verringern.

Die gleichzeitige Anwendung mit Sulfonamiden erhöht das Risiko einer Kristallurie.

Je nach Analyseverfahren kann Methenamin die Bestimmung von Steroid, Katecholamin und 5-Hydroxyindolessigsäure beeinflussen und zu falschen Ergebnissen führen.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Eine moderate Menge an Daten zu schwangeren Frauen (zwischen 300 – 1.000 Schwangerschaften) hat keine Anzeichen von Missbildungen oder fetaler/neonataler Toxizität gezeigt. Tierversuche sind hinsichtlich der Reproduktionstoxizität unzureichend (siehe Abschnitt 5.3). Als Vorsichtsmaßnahme ist die Anwendung von Cystohipp während der Schwangerschaft zu vermeiden.

Stillzeit

Methenamin(benzamidoacetat) geht in die Muttermilch über. Bei therapeutischen Dosen von Cystohipp sind jedoch keine Auswirkungen auf gestillte Neugeborene/Säuglinge zu erwarten. Cystohipp kann während der Stillzeit angewendet werden. Um jedoch die Exposition des gestillten Kindes zu verringern, ist das Stillen für 4 Stunden nach der Verabreichung des Arzneimittels zu vermeiden.

Fertilität

Es liegen keine Studien am Menschen zur Fruchtbarkeit und zu Methenamin(benzamidoacetat) vor.

Tierversuche lassen keine direkten oder indirekten schädlichen Wirkungen hinsichtlich der Reproduktionstoxizität erkennen.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Cystohipp hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.

4.8 Nebenwirkungen

Die Häufigkeiten von Nebenwirkungen sind wie folgt definiert:

Sehr häufig (≥1/l0)

Häufig (≥1/100, <1/10)

Gelegentlich (≥1/1000, <1/100)

Selten (≥ 1/10 000, <1/1000)

Sehr selten (<1/10 000)

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

SystemorganklasseHäufigkeit
HäufigSeltenNicht bekannt
Erkrankungen des GastrointestinaltraktsÜbelkeit, ErbrechenDiarrhoe, Bauchschmerzen
Erkrankungen der Haut und des Unterhaut-gewebesAusschlagPruritus
Nieren- und HarnwegserkrankungenBlasenreizungHämaturie

Gelegentlich kann es zu einer Superinfektion mit Hefen kommen. Bei hoher Dosierung kann es zu einer chemischen Zystitis kommen, die zu einer Dysurie führt.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: http://www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Toxizität: 8 g führten bei einem 2½-jährigen Kind zu einer mäßigen Vergiftung.

Symptome: Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Tinnitus und metabolische Azidose können auftreten. Reizende Wirkung auf die Harnwege mit Albuminurie und Hämaturie.

Behandlung: Die Behandlung ist symptomatisch und unterstützend, die Verwendung eines Antiemetikums und das Trinken reichlicher Mengen an Wasser. Blasenbeschwerden können durch das Trinken von reichlich Wasser und 2 – 3 Teelöffeln Natron behandelt werden.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antibiotika zur systemischen Anwendung, andere Antibiotika, ATC-Code: J01XX05

Wirkmechanismus

Cystohipp enthält Methenamin(benzamidoacetat), ein Salz aus Methenamin und Benzamidoessigsäure (Hippursäure), das schnell absorbiert und ausgeschieden wird. Im sauren Milieu wird Methenamin zu Formaldehyd hydrolysiert, das zusammen mit Benzamidoessigsäure (Hippursäure) die antibakterielle Wirkung im Urin vermittelt. Bakteriologische Untersuchungen haben gezeigt, dass der Urin bereits 30 Minuten nach Einnahme des Arzneimittels eine antibakterielle Wirkung hat.

Pharmakodynamische Wirkungen

Cystohipp wirkt gegen Mikroorganismen, die normalerweise Harnwegsinfektionen verursachen, z. B. Escherichia coli und Aerobacter aerogenes. Die Substanz hat eine verminderte Wirkung auf Harnstoff-abbauende Bakterien, z.B. Pseudomonas und einige Proteus-Stämme. Harnstoff-abbauende Bakterien hydrolysieren den Harnstoff zu Ammoniumhydroxid, das basisch ist und den pH-Wert des Urins erhöht. Dies führt zu einer verringerten Hydrolyse von Methenamin zu Formaldehyd.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Cystohipp wird leicht aus dem Magen-Darm-Trakt resorbiert und über die Niere ausgeschieden.

Verteilung

Die Plasmakonzentrationen von Methenamin(benzamidoacetat) erreichen 1 – 2 Stunden nach einer Einzeldosis ihr Maximum und nehmen mit einer Halbwertszeit von etwa 4 Stunden ab. Die antibakterielle Wirkung zeigt sich 30 Minuten nach der Verabreichung des Arzneimittels, wie in Abschnitt 5.1 erwähnt. Das im Urin nachgewiesene Methenamin entspricht etwa 80 % der verabreichten Dosis.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Die präklinischen Studien lassen keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen, obwohl die Studien zur Reproduktionstoxizität nicht als überzeugend angesehen werden.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Hochdisperses Siliciumdioxid

Povidon K30

Magnesiumstearat (Ph.Eur.) [pflanzlich]

Croscarmellose-Natrium

6.2 Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

Flasche: 3 Jahre

Blisterpackung: 3 Jahre

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Flasche

Farbige Glasflasche mit undurchsichtigem Schraubdeckel aus Polyethylen hoher Dichte mit 20, 60 oder 100 Tabletten.

Blisterpackung

Alu-Alu-Blisterpackung in einem Umkarton mit 20, 60, 100, 180 und 200 Tabletten.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu beseitigen.

7. INHABER DER ZULASSUNG

Dr. Pfleger Arzneimittel GmbH

Dr.-Robert-Pfleger-Str. 12

96052 Bamberg

Deutschland

Telefon: 0951/6043-0

Telefax: 0951/604329

E-Mail: info@dr-pfleger.de

8. ZULASSUNGSNUMMER

7016239.00.00

9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 14. November 2025

10. STAND DER INFORMATION

Januar 2026

11. VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

Über dieses Dokument

Quelle: BfArM – Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (AMIce) · Zulassungsnummer: 7016239.00.00 · ENR 7016239

Stand der Information laut Text: 01/2026

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Die Informationen auf dieser Website ersetzen nicht den Rat eines Arztes oder Apothekers.

Fakten zu Cystohipp 1 g Tabletten

Rezeptpflicht
Verschreibungspflichtig?
  • Sie erhalten das Arzneimittel nur mit einem ärztlichen Rezept in der Apotheke.
  • Rechtsgrundlage laut BfArM: verschreibungspflichtig gemäß § 48(1),(2)2 AMG.
Wirkstoff Methenamin(benzamidoacetat) 1 g
Darreichungsform Tablette
Art der Anwendung Zum Einnehmen
Art des Arzneimittels Chemisches Arzneimittel
Sonstige Bestandteile Povidon K30, Hochdisperses Siliciumdioxid, Croscarmellose-Natrium, Magnesiumstearat (Ph.Eur.) [pflanzlich]
Packungsgrößen 20 Stück, 60 Stück, 100 Stück, 180 Stück, 200 Stück
Haltbarkeit 3 Jahre (ungeöffnete Packung)
Lagerung Lagerung und Transport: In Originalverpackung aufbewahren; um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen; Lagerung und Transport: um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen; In Originalverpackung aufbewahren
Fälschungsschutz Ja – die Packung trägt einen individuellen Code und einen Erstöffnungsschutz (securPharm), die Apotheke prüft die Echtheit
ATC-Klassifikation
  1. J Antiinfektiva zur systemischen Anwendung
    1. J01 Antibiotika zur systemischen Anwendung
      1. J01X Andere Antibiotika
        1. J01XX Andere Antibiotika
          1. J01XX05 Methenamin
Zulassung 7016239.00.00, seit 14.11.2025; dezentrales Verfahren (mehrere EU-Staaten)
Pharmazeutischer Unternehmer Dr. Pfleger Arzneimittel GmbH, 96052 Bamberg
Hersteller (Freigabe) EQL Pharma AB, EQL Pharma AB (BS 1)

Quelle: BfArM, Arzneimittel-Informationssystem AMIce (ENR 7016239), Datensatz vom 13.05.2026. Angaben ohne Gewähr – fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke.