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Dexamethason TAD® 20 mg Tabletten Dexamethason TAD® 40 mg Tabletten – Fachinformation (SmPC) für Ärzte und Apotheker

Die Fachinformation richtet sich an Ärzte und Apotheker. Verständliche Hinweise für Patienten enthält der Beipackzettel: Einnahme, Nebenwirkungen, Andere Arzneimittel, Schwangerschaft und Stillzeit.

Aktualisiert:
Fakten
Status:
Verschreibungspflichtig
Stärke:
20 mg
Dieselbe Fachinformation gilt auch für:
Wirkstoff:
ATC-Gruppe:

Fachinformation - Dexamethason TAD 20 mg Tabletten

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Dexamethason TAD® 20 mg Tabletten Dexamethason TAD® 40 mg Tabletten

  1. 2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE

ZUSAMMENSETZUNG

Dexamethason TAD 20 mg Tabletten: Jede Tablette enthält 20 mg Dexamethason.

Dexamethason TAD 40 mg Tabletten: Jede Tablette enthält 40 mg Dexamethason.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wir-kung:

Dexamethason TAD 20 mg Tabletten: Jede Tablette enthält 389,5 mg Lactose (als Lactose-Monohydrat).

Dexamethason TAD 40 mg Tabletten: Jede Tablette enthält 779 mg Lactose (als Lactose-Monohydrat).

Vollständige Auflistung der sonstigen Be-standteile, siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Tablette

Dexamethason TAD 20 mg Tabletten Wei-ße oder fast weiße, runde Tabletten mit ab-geschrägten Kanten, einer Bruchrille und einer gravierten 20 auf einer Seite (Dicke: 4,0-6,0 mm; Durchmesser: 10,7-11,3 mm). Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

Dexamethason TAD 40 mg Tabletten Wei-ße oder fast weiße, ovale Tabletten, mit je einer Bruchrille auf beiden Seiten (Dicke: 6,0-8,0 mm; Länge: 18,7-19,3 mm). Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt wer-den.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Dermatologie

Pemphigus vulgaris.

Autoimmunerkrankun-

gen/Rheumatologie

Myositis.

Hämatologische Erkrankung

Idiopathische thrombozytopenische Purpu-ra bei Erwachsenen.

Onkologie

Metastasierte Rückenmarkskompression. Prophylaxe und Therapie von durch Zytos-tatika induziertem Erbrechen, emetogene Chemotherapie im Rahmen einer antiemeti-schen Behandlung.

Behandlung des symptomatischen multip-len Myeloms, akuter lymphatischer Leu-

kämie, Hodgkin-Lymphom und Non-Hodgkin-Lymphom in Kombination mit anderen Arzneimitteln.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Bitte beachten Sie, dass dies ein Arz-neimittel mit hoher Dosierung ist. Dexamethason TAD sollte in der niedrigsten wirksamen Dosis ange-wendet werden.

Dexamethason wird täglich in üblichen Do-sen von 0,5 bis 10 mg, abhängig von der zu behandelnden Krankheit, verabreicht. Bei schwereren Krankheitszuständen können Dosen über 10 mg pro Tag erforderlich sein. Die Dosis sollte dem individuellen Ansprechen des Patienten und der Schwere der Erkrankung angepasst werden. Um Ne-benwirkungen zu minimieren, sollte die ge-ringstmögliche wirksame Dosis verwendet werden.

Soweit nicht anders verordnet, gelten folgende Dosierungsempfehlungen: Die unten genannten Dosierungsempfeh-lungen dienen nur zur Orientierung. Die Anfangs- und Tagesdosen sollten immer auf das individuelle Ansprechen des Pa-tienten und die Schwere der Erkrankung abgestimmt werden.

  • Pemphigus: Initialdosis von 300 mg für

    drei Tage, gefolgt von einer fallenden Dosierung entsprechend dem klinischen Bedarf.

  • Myositis: 40 mg für 4 Tage in Zyklen.
  • Idiopathische thrombozytopenische

    Purpura: 40 mg für 4 Tage in Zyklen.

  • Metastasierte Rückenmarkskompres-

    sion: Initialdosis und Dauer der Behand-lung in Abhängigkeit von Ursache und Schweregrad. Für die palliative Behand-lung können sehr hohe Dosen bis zu 96 mg verwendet werden. Für eine op-timale Dosierung und eine Verringerung der Anzahl der Tabletten, können Kom-binationen von niedrigen Dosisstärken (4 und 8 mg) und höheren Dosisstärken (20 mg oder 40 mg) verwendet werden.

  • Prophylaxe und Therapie von zytosta-

    tikainduziertem Erbrechen, emetoge-ne Chemotherapie im Rahmen einer antiemetischen Behandlung: 8-20 mg (eine 20 mg Tablette oder eine halbe 40 mg Tablette) vor Beginn der Chemothe-rapie, dann 4-16 mg/Tag an Tag 2 und

    3.

  • Behandlung des symptomatischen

    multiplen Myeloms, akuter lymphati-scher Leukämie, Hodgkin-Lymphom und Non-Hodgkin-Lymphom in Kombination mit anderen Arzneimit-

    teln: die übliche Dosierung beträgt 40 mg oder 20 mg einmal pro Tag. Die Dosis und die Verabreichungshäufig-keit variieren in Abhängigkeit mit dem the-rapeutischen Protokoll und der zugehörigen Behandlung(en). Die Dexamethason Verab-reichung sollte den Anweisungen für die Verabreichung von Dexamethason entspre-chen, wenn sie in der Fachinformation der zugehörigen Behandlung(en) beschrieben ist. Sollte dies nicht der Fall sein, sollten örtliche oder internationale Behandlungs-protokolle und Richtlinien angewendet werden. Verschreibende Ärzte sollten, un-ter Berücksichtigung der Verfassung und des Krankheitsstatus des Patienten, sorgfäl-tig ermitteln, welche Dosierung von Dexa-methason verwendet werden sollte.

    Nierenfunktionsstörung

    Patienten, die sich einer laufenden aktiven Hämodialyse unterziehen, können eine er-höhte Ausscheidung von Arzneimitteln über das Dialysat zeigen und somit eine Anpassung der Steroiddosis erfordern.

    Leberfunktionsstörung

    Bei Patienten mit schweren Lebererkran-kungen können Dosisanpassungen erforder-lich sein. Bei Patienten mit einer schweren Leberfunktionsstörung können die biologi-schen Wirkungen von Dexamethason po-tenziert werden, aufgrund der langsameren Verstoffwechslung (verlängerte Plasma-halbwertszeit) und der Hypoalbuminämie (erhöhte Plasmaspiegel des freien Arznei-mittels), was auch mehr Nebenwirkungen verursachen kann.

    Ältere Patienten

    Die Behandlung von älteren Patienten, vor allem, wenn sie langfristig durchgeführt wird, sollte unter Berücksichtigung einiger der schwerwiegenderen Folgen der gängi-gen Nebenwirkungen von Corticosteroiden im Alter (Osteoporose, Diabetes mellitus, Bluthochdruck, reduzierte Immunität, psy-chische Veränderungen) geplant werden. Bei solchen Patienten können die Plasma-konzentrationen von Dexamethason höher sein und seine Ausscheidung langsamer als bei jüngeren Patienten erfolgen, weshalb die Dosis entsprechend reduziert werden sollte.

    Kinder und Jugendliche

    Die Ausscheidung von Dexamethason ist bei Kindern und Erwachsenen in etwa gleich, wenn die Dosierung ihrem Körper entsprechend eingestellt wird. Die Dosie-rung sollte unter Berücksichtigung mögli-cher Auswirkungen auf Wachstum und Entwicklung und auf Anzeichen von Ne-bennierensuppression geplant werden.

    Langzeitbehandlung

Bei einer Langzeittherapie verschiedener Erkrankungen nach der Initialtherapie sollte die Glucocorticoid-Behandlung von Dexa-methason auf Prednison/Prednisolon umge-stellt werden, da es hierbei zu einer gerin-geren Nebennierenrindensuppression kommt.

Absetzen der Behandlung

Nach abruptem Absetzen einer Langzeitbe-handlung mit hohen Dosen von Glucocorti-coiden kann akutes Nebennierenversagen auftreten. Aus diesem Grund sollte die Glu-cocorticoiddosierung in diesen Fällen stu-fenweise reduziert und die Behandlung stu-fenweise abgesetzt werden. (siehe Ab-schnitt 4.4)

Art der Anwendung

Dexamethason sollte mit oder nach einer Mahlzeit eingenommen werden, um eine Reizung des Magen-Darm-Traktes zu mi-nimieren.

Alkohol- sowie koffeinhaltige Getränke sollten vermieden werden.

Dexamethason TAD liegt in Tablettenform von 4 mg, 8 mg, 20 mg und 40 mg vor. Die Tabletten können in gleiche Hälften geteilt werden und somit zusätzliche 2 mg und 10 mg Stärken zur Verfügung stellen und das Herunterschlucken der Tabletten für den Patienten vereinfachen.

Wenn die Therapie jeden zweiten Tag nicht möglich ist, kann die gesamte tägliche Do-sis vom Glucocorticoid in der Regel als ei-ne einzige Morgendosis verabreicht wer-den; allerdings werden einige Patienten aufgeteilte Tagesdosen benötigen.

4.3 Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.

Systemische Infektion, sofern nicht eine spezifische antiinfektive Therapie ange-wendet wird.

Magengeschwür oder Zwölffingerdarmge-schwür.

Die Impfung mit Lebendimpfstoffen wäh-rend der Behandlung mit hohen therapeuti-schen Dosen von Dexamethason (und ande-ren Corticosteroiden) ist aufgrund der Mög-lichkeit einer viralen Infektion kontraindi-ziert (siehe Abschnitt 4.4 und 4.5).

4.4 Besondere Warnhinweise und Vor-sichtsmaßnahmen für die Anwendung

Nebennierenrindeninsuffizienz

Eine Nebennierenrindeninsuffizienz, die durch eine Glucocorticoidtherapie bedingt ist, kann abhängig von Dosis und Therapie-dauer noch mehrere Monate und in Einzel-fällen länger als ein Jahr nach Absetzen der Therapie anhalten. Kommt es während der Behandlung mit Dexamethason zu beson-deren körperlichen Stresssituationen

(Trauma, Operation, Entbindung, usw.), kann eine vorübergehende Dosiserhöhung erforderlich werden. Wegen der möglichen Gefährdung in Stresssituationen sollte da-her für den Patienten bei länger dauernder Therapie ein Corticoid-Ausweis ausgestellt werden. Auch bei anhaltender Nebennie-renrindeninsuffizienz nach Therapieende kann die Gabe von Glucocorticoiden in körperlichen Stresssituationen erforderlich sein. Eine therapieinduzierte akute Neben-nierenrindeninsuffizienz kann durch lang-same Dosisreduktion bis zu einem geplan-ten Therapieende minimiert werden.

Eine Behandlung mit Dexamethason sollte bei folgenden Krankheiten nur bei stärkster Indikation und, wenn nötig, zusätzlicher gezielter antiinfektiöser Therapie durchge-führt werden:

  • Akute Virusinfektionen (Herpes zoster,

    Herpes simplex, Varizellen, Keratitis herpetica)

  • HBsAg-positive chronisch aktive Hepa-

    titis

  • Ca. 8 Wochen vor bis 2 Wochen nach

    Schutzimpfungen mit Lebendimpfstof-fen (siehe Abschnitte 4.3 und 4.5)

  • Systemische Mykosen und Parasitosen

    (z. B. Nematoden)

  • Poliomyelitis
  • Lymphadenitis nach BCG-Impfung
  • Akute und chronische bakterielle Infek-

    tionen

  • Bei Tuberkulose in der Anamnese (Re-

    aktivierungsrisiko) Anwendung nur un-ter Tuberkulostatika-Schutz

  • Mit Verdacht auf oder bestätigter

    Strongyloidiasis (Zwergfadenwurmin-fektion). Die Behandlung mit Glucocor-ticoiden kann zur Strongyloides-Hyperinfektion und Verbreitung mit ausgedehnter Larvenwanderung führen.

Zusätzlich sollte eine Therapie mit Dexa-methason nur bei starker Indikation und, wenn nötig, zusätzlicher spezifischer The-rapie durchgeführt werden bei:

  • Magen-Darm-Geschwüren
  • Schwerer Osteoporose (da Corticostero-

    ide eine negative Wirkung auf den Kal-ziumhaushalt haben)

  • Schwer einstellbarem Bluthochdruck
  • Schwer einstellbarem Diabetes mellitus
  • Psychiatrischen Erkrankungen (ein-

    schließlich der Anamnese)

  • Engwinkelglaukom und Weitwinkel-

    glaukom

  • Hornhautulzerationen und Hornhautver-

    letzungen

  • Schwerer Herzinsuffizienz

Anaphylaktische Reaktionen

Schwere anaphylaktische Reaktionen kön-nen auftreten.

Tendinitis

Das Risiko von Sehnenentzündung und Sehnenriss ist bei Patienten, die gleichzeitig mit Glucocorticoiden und Fluorchinolonen behandelt werden, erhöht.

Myasthenia gravis

Eine vorbestehende Myasthenia gravis kann sich zu Beginn der Behandlung mit Dexamethason verschlechtern.

Sehstörung

Bei der systemischen und topischen An-wendung von Corticosteroiden können Sehstörungen auftreten. Wenn ein Patient mit Symptomen wie verschwommenem Sehen oder anderen Sehstörungen vorstellig wird, sollte eine Überweisung des Patienten an einen Augenarzt zur Bewertung mögli-cher Ursachen in Erwägung gezogen wer-den; diese umfassen unter anderem Kata-rakt, Glaukom oder seltene Erkrankungen, wie z. B. zentrale seröse Chorioretinopathie (CSC), die nach der Anwendung systemi-scher oder topischer Corticosteroide ge-meldet wurden.

Eine längere Anwendung von Corticostero-iden kann hinteres subkapsuläres Katarakt und Glaukome mit einer möglichen Be-schädigung des Sehnervs verursachen und kann das Risiko vermehrter sekundärer Au-geninfektionen aufgrund von Pilzen oder Viren erhöhen.

Corticosteroide sollten wegen möglicher Hornhautperforation bei Patienten mit einer Herpes simplex-Infektion im Auge mit Vorsicht eingesetzt werden.

Darmperforation

Wegen der Gefahr einer Darmperforation darf Dexamethason nur bei dringender In-dikation und unter angemessener Überwa-chung angewendet werden bei:

  • Schwerer Colitis ulcerosa mit drohender

    Perforation

  • Divertikulitis
  • Enteroanastomosen (unmittelbar posto-perativ)

Die Anzeichen einer peritonealen Reizung nach gastrointestinaler Perforation können bei Patienten, die hohe Dosen von Glu-cocorticoiden erhalten, fehlen.

Diabetes

Während der Anwendung von Dexame-thason bei Diabetikern ist ein eventuell er-höhter Bedarf an Insulin oder oralen Anti-diabetika zu berücksichtigen.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Während der Behandlung mit Dexame-thason ist eine regelmäßige Blutdruckkon-trolle erforderlich, insbesondere bei An-wendung hoher Dosen und bei Patienten mit schwer einstellbarem Bluthochdruck. Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz sind sorgfältig zu überwachen, da die Ge-fahr einer Verschlechterung besteht. Unter hohen Dexamethasondosen kann eine Bradykardie auftreten.

Vorsicht ist geboten bei der Anwendung von Corticosteroiden bei Patienten, die kürzlich einen Myokardinfarkt erlitten hat-ten, da von Myokardrupturen berichtet wurde.

Infektionen

Die Behandlung mit Dexamethason kann die Symptome einer existierenden, oder sich entwickelnden Infektion verbergen und so eine Diagnose erschweren. Der verlän-gerte Gebrauch selbst geringer Mengen Dexamethason kann zu einem erhöhten In-fektionsrisiko führen, auch durch Mikroor-ganismen, die sonst selten Infektionen ver-ursachen (sogenannte opportunistische In-fektionen).

Impfung

Impfungen mit Totimpfstoff sind immer möglich. Es ist jedoch zu beachten, dass die Immunreaktion und damit der Impferfolg bei höheren Dosierungen der Corticoide beeinträchtigt werden kann.

Bei einer Langzeitbehandlung mit Dexame-thason sind regelmäßige ärztliche Kontrol-len (einschließlich augenärztlicher Kontrol-len in dreimonatigen Abständen) empfoh-len.

Stoffwechselstörungen

Bei hohen Dosen sollte eine ausreichende Kalziumzufuhr und Natriumrestriktion so-wie der Serum-Kaliumspiegel überwacht werden. Abhängig von Dauer und Dosie-rung der Behandlung muss mit einem nega-tiven Einfluss auf den Kalzium-Stoffwechsel gerechnet werden, so dass ei-ne Osteoporose-Prophylaxe zu empfehlen ist. Dies gilt vor allem bei gleichzeitig be-stehenden Risikofaktoren, wie familiärer Veranlagung, höherem Lebensalter, nach der Menopause, ungenügender Protein- und Kalziumzufuhr, starkem Rauchen, übermä-ßigem Alkoholkonsum, sowie Mangel an körperlicher Aktivität. Die Vorbeugung be-steht in ausreichender Kalzium- und Vita-min-D-Zufuhr und körperlicher Aktivität. Bei bereits bestehender Osteoporose sollte zusätzlich eine medikamentöse Therapie erwogen werden.

Bei Patienten mit Migräne sollten Corti-costeroide mit Vorsicht eingesetzt werden, da Corticosteroide Flüssigkeitsansammlun-gen verursachen können.

Psychologische Veränderungen

Psychologische Veränderungen manifestie-ren sich in verschiedenen Formen, wobei die gängigste Euphorie ist. Depression, psychotische Reaktionen und suizidale Tendenzen können ebenfalls auftreten. Diese Krankheiten können schwerwiegend sein. Normalerweise beginnen sie innerhalb weniger Tage oder Wochen nach Beginn der Medikation. Ihr Auftreten ist am wahr-scheinlichsten bei hohen Dosen. Die meis-ten dieser Probleme verschwinden, wenn die Dosis gesenkt wird oder die Medika-mentengabe gestoppt wird. Wenn jedoch Probleme auftreten, könnte eine Behand-lung notwendig werden. In einigen Fällen traten psychische Probleme auf, wenn Do-sen verringert oder abgesetzt wurden.

Hirnödem oder erhöhter Hirndruck Corticosteroide sollten nicht in Verbindung mit einer Kopfverletzung angewendet wer-den, da sie wahrscheinlich nicht von Nut-zen sein werden oder sogar Schäden anrich-ten können.

Tumorlyse-Syndrom

Nach Markteinführung wurde bei Patienten mit hämatologischen Tumoren nach An-wendung von Dexamethason oder in Kom-bination mit anderen chemotherapeutischen Präparaten über Tumorlyse-Syndrom (TLS) berichtet. Patienten mit einem hohen Risiko für TLS, z. B. Patienten mit hoher Wachs-tumsrate, hoher Tumorlast und hoher Emp-findlichkeit für zellschädigende Arzneimit-tel, sollten engmaschig überwacht werden und es sollten geeignete Vorsichtsmaßnah-men getroffen werden.

Absetzen der Behandlung

Glucocorticoid Dosen sollten schrittweise reduziert werden.

Folgende Risiken sollten bei einer Unter-brechung oder einem Abbruch der langfris-tigen Glucocorticoidgabe in Betracht gezo-gen werden:

  • Verschlimmerung oder Wiederauftreten

    der zugrunde liegenden Erkrankung, akute Nebennierenrindeninsuffizienz, Corticosteroid Entzugssyndrom (Ein „Entzugssyndrom“ kann Fieber, Mus-kel- und Gelenkschmerzen, Entzündun-gen der Nasenschleimhaut (Rhinitis), Gewichtsverlust, juckende Haut und Entzündungen des Auges (Bindehaut-entzündung) umfassen).

  • Bestimmte Viruserkrankungen (Wind-

    pocken, Masern) können bei Patienten, die mit Glucocorticoiden behandelt wurden, besonders schwer verlaufen.

  • Kinder und immungeschwächte Perso-

    nen ohne vorherige Windpocken- oder Maserninfektion sind besonders gefähr-

    det. Wenn diese Patienten während einer Behandlung mit Dexamethason Kontakt zu masern- oder windpockenerkrankten Personen haben, sollte ggf. eine vorbeu-gende Behandlung eingeleitet werden.

    Phäochromozytom-Krise

    Nach Anwendung von systemischen Corti-costeroiden wurden Phäochromozytom-Krisen berichtet, die tödlich verlaufen kön-nen. Corticosteroide sollten daher Patienten mit vermutetem oder identifiziertem Phäochromozytom nur nach einer ange-messenen Risiko-Nutzen-Abwägung verab-reicht werden.

    Kinder und Jugendliche

    Corticosteroide verursachen eine dosisab-hängige Hemmung des Wachstums in der frühen Kindheit, Kindheit und Jugend da Corticosteroide eine vorzeitige Schließung der Epiphysen verursachen können, welche irreversibel sein kann.

    Daher sollte während der Langzeitbehand-lung mit Dexamethason eine sehr starke In-dikation bei Kindern vorliegen und ihre Wachstumsrate sollte regelmäßig überprüft werden.

    Verfügbare Daten nach einer frühen Be-handlung (< 96 Stunden) von Frühgebore-nen mit bronchopulmonarer Dysplasie mit Initialdosen von zweimal täglich 0,25 mg/kg deuten auf unerwünschte Langzeit-folgen bei der neurologischen Entwicklung hin.

    Ältere Patienten

    Die unerwünschten Wirkungen von syste-mischen Corticosteroiden können insbe-sondere im Alter schwerwiegende Folgen haben, vor allem Osteoporose, Hypertonie, Hypokaliämie, Diabetes, Infektanfälligkeit und Atrophie der Haut. Eine engmaschige klinische Überwachung ist erforderlich um lebensbedrohliche Reaktionen zu verhin-dern.

    Einfluss von diagnostischen Tests Glucocorticoide können Hautreaktion auf Allergietests unterdrücken. Ebenfalls kön-nen sie den Nitroblau-Tetrazolium Test für bakterielle Infektionen beeinflussen und zu falsch-negativen Ergebnissen führen.

    Hinweis auf Doping

    Die Einnahme von Dexamethason kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen.

    Dexamethason TAD enthält Lactose. Pati-enten mit der seltenen hereditären Galacto-se-Intoleranz, Lactase-Mangel oder Gluco-se-Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nicht einnehmen.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arz-neimitteln und sonstige Wechselwirkun-gen

Vor der Anwendung von Dexamethason TAD in Verbindung mit anderen Arznei-mitteln sollte auf die Fachinformation die-ses Arzneimittels Bezug genommen wer-den.

Pharmakodynamische Wechselwirkungen

Patienten, die NSARs einnehmen, sollten überwacht werden, da NSARs die Häufig-keit und/oder die Schwere von Magenge-schwüren erhöhen können. Acetylsalicyl-säure sollte in Kombination mit Corticoste-roiden bei Hypoprothrombinämie nur unter Vorsicht angewendet werden.

Die renale Ausscheidung von Salicylaten wird durch Corticosteroide erhöht. Daher sollte die Dosierung von Salicylaten redu-ziert werden, sobald die Steroide abgesetzt werden. Der Entzug von Steroiden kann aufgrund der Zunahme von Salicylat-Konzentration im Serum zu einer Salicylat-Vergiftung führen.

Corticosteroide reduzieren die Wirkung von Antidiabetika wie Insulin, Sulfonyl-harnstoffen und Metformin. Hyperglykämie und diabetische Ketoazidose können gele-gentlich auftreten.

Diabetiker sollten daher zu Beginn der Be-handlung häufigeren Blut- und Urintests unterzogen werden.

Die hypokalemische Wirkung von Ace-tazolamid, Schleifendiuretika, Thiazid-Diuretika, Kaliuretica, Amphotericin B-Injektionen (Glukomineral)-Corticosteroide, Tetracosactid und Ab-führmitteln wird zunehmen. Hypokaliämie fördert Herzarrhythmien, insbesondere Tor-sade de Pointes und erhöht die Toxizität von Herzglykosiden. Vor der Behandlung mit Corticosteroiden sollte eine Hypokali-ämie korrigiert werden. Patienten sollten mit Elektrokardiographie und in Hinblick auf Elektrolyte klinisch überwacht werden. Darüber hinaus gibt es Berichte über Fälle, in denen die gleichzeitige Verwendung von Amphotericin B und Hydrocortison zu ei-nem vergrößerten Herzen und zu Herzver-sagen führte.

Anti-Ulcer-Medikamente: Carbenoxolon erhöht das Risiko einer Hypokaliämie. Chloroquin, Hydroxychloroquin und Mefloquin: Erhöhtes Risiko von Myopa-thien und Kardiomyopathien.

Die gleichzeitige Verabreichung von ACE-Hemmern schafft ein erhöhtes Risiko für Blutkrankheiten.

Die blutdrucksenkende Wirkung von Anti-hypertensiva kann durch Corticosteroide beeinflusst werden. Die Dosierung der an-

tihypertensiven Behandlung muss während der Behandlung mit Dexamethason gege-benenfalls angepasst werden.

Thalidomid: Große Vorsicht ist bei der gleichzeitigen Anwendung mit Thalidomid angebracht sein, da bereits von Fällen von toxischer epidermaler Nekrolyse berichtet worden ist.

Die Wirkung von Schutzimpfungen kann während der Behandlung mit Dexame-thason reduziert werden.

Impfung mit Lebendvakzinen während der Behandlung mit großen therapeutischen Dosen von Dexamethason (und anderen Corticosteroiden) ist aufgrund der Mög-lichkeit einer viralen Infektion kontraindi-ziert. In diesem Fall sollte die Impfung bis mindestens 3 Monate nach Beendigung der Behandlung mit Corticosteroiden verscho-ben werden. Andere Arten von Immunisie-rung während der Behandlung mit großen therapeutischen Dosen von Corticosteroi-den sind hinsichtlich des Risikos von neu-rologischen Komplikationen und vermin-derter oder fehlender Zunahme der Anti-körper-Titer (im Vergleich mit den erwarte-ten Werten) und daher einer geringeren Schutzwirkung, gefährlich. Patienten, die Corticosteroide lokal (parenteral) oder für einen kurzen Zeitraum (weniger als 2 Wo-chen) erhalten haben, können jedoch in kleineren Dosen immunisiert werden.

Cholinesterase-Hemmer: Die gleichzeitige Anwendung von Cholinesterase-Hemmern und Corticosteroiden kann schwere Mus-kelschwäche bei Patienten mit Myasthenia gravis verursachen. Wenn möglich sollten Cholinesterase-Hemmer mindestens 24 Stunden vor dem Beginn der Corticostero-id-Therapie abgesetzt werden.

Bei Patienten die gleichzeitig mit Glucocor-ticoiden und Fluoroquinolonen behandelt werden ist das Risiko von Sehnenentzün-dung und Sehnenriss erhöht.

Bei einer gleichzeitigen Behandlung mit CYP3A-Inhibitoren einschließlich cobi-cistathaltiger Produkte ist mit einem erhöh-ten Risiko systemischer Nebenwirkungen zu rechnen. Die Kombination sollte ver-mieden werden, es sei denn, der Nutzen überwiegt das erhöhte Risiko systemischer Nebenwirkungen der Corticosteroide; in diesem Fall sollten die Patienten im Hin-blick auf systemische Corticosteroid-nebenwirkungen überwacht werden.

Pharmakokinetische Wechselwirkungen

Wirkungen anderer Arzneimittel auf Dexamethason:

Dexamethason wird über das Cytochrom P450 3A4 (CYP3A4) metabolisiert. Die Verabreichung von Dexamethason mit CYP3A4-Induktoren, wie Ephedrin, Barbi-turaten, Rifabutin, Rifampicin, Phenytoin und Carbamazepin kann zu reduzierten Plasmakonzentrationen von Dexamethason führen, in diesem Fall muss die Dosis er-höht werden.

Aminoglutethimid kann die Reduktion von Dexamethason beschleunigen und seine Wirksamkeit vermindern. Falls erforder-lich, sollte die Dexamethason Dosierung angepasst werden.

Gallensäure-Harze, wie Cholestyramin, können die Absorption von Dexamethason verringern.

Topisch angewendete gastrointestinale Arzneimitteln, Antazida, Aktivkohle: Bei gleichzeitiger Gabe von Prednisolon und Dexamethason wurde eine abnehmende Glucocorticoid-Resorption beobachtet. Daher sollte die Verabreichung von Glu-cocorticoiden und topisch angewendeten gastrointestinalen Arzneimitteln, Antazida und Aktivkohle verschoben werden (mit ei-nem Intervall von mindestens zwei Stun-den).

Die Verabreichung von Dexamethason mit CYP3A4-Inhibitoren, wie Azol-Antimykotika (z. B. Ketoconazol, Itracona-zol), HIV-Protease-Inhibitoren (z. B. Ri-tonavir) und Makrolid-Antibiotika (z. B. Erythromycin) kann zu erhöhten Plasma-konzentrationen und einer verringerten Ausscheidung von Dexamethason führen. Falls erforderlich, sollte die Dexamethason-Dosis reduziert werden.

Ketoconazol kann nicht nur die Plasmakon-zentration von Dexamethason durch Hem-mung von CYP3A4 erhöhen, sondern auch die adrenale Corticosteroid Synthese unter-drücken und eine Nebennierenrindeninsuf-fizienz nach Absetzen der Behandlung mit Corticosteroiden verursachen.

Östrogene, einschließlich oraler Kontrazep-tiva, können den Stoffwechsel bestimmter Corticosteroide hemmen und dadurch ihre Wirkung verstärken.

Effekte von Dexamethason auf andere Arz-neimittel

Dexamethason ist ein moderater Induktor von CYP3A4. Die Verabreichung von Dexamethason mit Substanzen, die durch CYP3A4 metabolisiert werden, kann zu ei-ner erhöhten Ausscheidung und einer ver-ringerten Plasmakonzentration dieser Stoffe führen.

Tuberkulostatika: Bei gleichzeitiger Ein-nahme von Prednisolon wurde eine Reduk-tion der Isoniazid-Plasmakonzentrationen beobachtet. Patienten, die Isoniazid ein-nehmen, sollten engmaschig überwacht werden.

Cyclosporin: Die gleichzeitige Verabrei-chung von Cyclosporin und Corticosteroi-den kann zu einer erhöhten Wirkung beider Substanzen führen. Es besteht ein erhöhtes Risiko für zerebrale Anfälle.

Praziquantel: Reduzierte Praziquantel Plasmakonzentrationen schaffen ein Risiko für ein Therapieversagen aufgrund des er-höhten Leberstoffwechsels von Dexame-thason.

Orale Antikoagulanzien (Kumarin): Die gleichzeitige Behandlung mit Corticostero-iden kann entweder zu einer Verstärkung oder zu einer Schwächung der Wirkung von oralen Antikoagulanzien führen. Bei hohen Dosen oder einer über 10 Tage dau-ernden Behandlung besteht das Risiko einer Blutung besonders bei Corticoid-Therapien (gastrointestinale Schleimhaut, vaskuläre Fragilität). Patienten, die Corticosteroide in Kombination mit oralen Antikoagulanzien verwenden, sollten engmaschig überwacht werden (Kontrollen am Tag 8, dann alle zwei Wochen während und nach der Be-handlung).

Atropin und andere Anticholinergika: Ein Anstieg des Augeninnendrucks kann wäh-rend der gleichzeitigen Verabreichung mit Dexamethason festgestellt werden. Nicht-depolarisierende Muskelrelaxantien: die muskelentspannende Wirkung kann länger anhalten.

Somatotropin: die Wirkung des Wachs-tumshormons kann reduziert sein.

Protirelin: Eine reduzierte Erhöhung der TRH-Werte kann während der Verabrei-chung von Protirelin bemerkt werden.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Still-zeit

Schwangerschaft

Dexamethason passiert die Plazentaschran-ke. Die Verabreichung von Corticosteroi-den an trächtige Tiere kann zu Anomalien in der fötalen Entwicklung führen, ein-schließlich Gaumenspalte, intrauterine

Wachstumsverzögerung und Auswirkungen

auf Gehirnwachstum und -entwicklung. Es

gibt keine Hinweise darauf, dass Corti-

costeroide zu einer erhöhten Inzidenz von

angeborenen Missbildungen führen, wie

Lippen-Kiefer-Gaumenspalte beim Men-

schen (siehe Abschnitt 5.3). Langfristige

oder wiederholte Corticosteroidtherapie

während der Schwangerschaft erhöht das

Risiko für eine intrauterine Wachstumsver-

zögerung. Sind Neugeborene in der präna-

talen Phase Corticosteroiden ausgesetzt, be-

steht ein erhöhtes Risiko von Nebennieren-

rindeninsuffizienz, die unter normalen Um-

ständen eine spontane postnatale Regressi-

on erfährt und daher selten von klinischer

Bedeutung ist. Dexamethason sollte wäh-

rend der Schwangerschaft, besonders in den

ersten drei Monaten, nur verschrieben wer-

den, wenn der Nutzen das Risiko für Mutter

und Kind überwiegt.

Stillzeit

Glucocorticoide gehen in die Muttermilch

über. Über den Übergang von Dexame-

thason in die Muttermilch beim Menschen

existieren nur unzureichende Informatio-

nen. Ein Risiko für Neugeborene/Säuglinge

kann nicht ausgeschlossen werden. Säug-

linge von Müttern, die eine hohe Dosis von

systemischen Corticosteroiden über einen

längeren Zeitraum einnehmen, können ein

gewisses Maß an Nebennierensuppression

haben.

Eine Entscheidung darüber, das Stillen

fortzusetzen/abzubrechen oder die Therapie

mit Dexamethason fortzuset-

zen/abzubrechen, sollte unter Berücksichti-

gung des Nutzens des Stillens für das Kind

und des Nutzens der Behandlung mit

Dexamethason für die Frau erfolgen.

Fertilität

Dexamethason verringert die Testosteron-

Biosynthese und die endogene ACTH-

Sekretion, was die Spermatogenese und den ovariellen Zyklus beeinflusst.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüch-tigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Es wurden keine Studien zu den Auswir-kungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen durchgeführt.

Dexamethason kann Verwirrtheit, Halluzi-nationen, Schwindel, Somnolenz, Müdig-keit, Synkope und verschwommenes Sehen verursachen (siehe Abschnitt 4.8). Wenn Patienten davon betroffen sind, sollten sie angewiesen werden, während der Behand-lung mit Dexamethason nicht am Straßen-verkehr teilzunehmen, keine Maschinen zu benutzen und keine gefährlichen Tätigkei-ten auszuführen

4.8 Nebenwirkungen

Zusammenfassung der Sicherheitsprofile Die Häufigkeit der zu erwartenden Neben-wirkungen korreliert mit der relativen Wirksamkeit der Substanz, Dosis, Tages-zeit der Verabreichung und der Dauer der Behandlung. Während einer Kurzzeitthera-pie unter Einhaltung der Dosierungsemp-fehlungen und unter einer engmaschigen Überwachung der Patienten ist das Risiko von Nebenwirkungen gering.

Zu den üblichen Nebenwirkungen der kurz-fristigen Dexamethason-Behandlung (Ta-ge/Wochen) gehören Gewichtszunahme, psychische Störungen, Glukoseintoleranz und vorübergehende Nebennierenrindenin-suffizienz. Langfristige Dexamethason-Behandlung (Monate/Jahre) verursacht in der Regel zentrale Fettleibigkeit, Hautsprö-digkeit, Muskelschwund, Osteoporose, Wachstumsverzögerung und langfristige Nebenniereninsuffizienz. (Siehe auch Ab-schnitt 4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung)

Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen

Nicht bekannt Infektionen und parasitäre Erkrankungen Erhöhte Anfälligkeit für oder Verschlimmerung von (latenten) Infektio-nen ⃰(einschließlich Septikämie, Tuberkulose, Augeninfektionen, Windpocken, Ma-sern, Pilz- und Virusinfektionen) mit Maskierung der klinischen Symptome, opportu-nistische Infektionen

Erkrankungen des Blutes und Lymphsys-tems

Leukozytose, Lymphopenie, Eosinopenie, Polyzythämie, anormale Koagulation

Erkrankungen des Immunsystems Überempfindlichkeitsreaktionen einschließlich Anaphylaxie, Immunsuppression (sie-he auch unter "Infektionen und parasitäre Erkrankungen")

Endokrine Erkrankungen Unterdrückung der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse und Induktion des Cushing-Syndroms (typische Symptome: Vollmondgesicht, Fülle, Stammfett-sucht), sekundäre Nebennieren- und Hypophysen-Insuffizienz⃰ (vor allem bei Stress, wie Trauma oder Operation), Wachstumsunterdrückung in der frühen Kindheit, Kind-heit und Jugend, Menstruationsstörungen und Amenorrhoe, Hirsutismus Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen Gewichtszunahme, negatives Eiweiß- und Kalziumgleichgewicht⃰, gesteigerter Appe-

tit, Natrium- und Wasserretention⃰, Kaliumausscheidung⃰ (Vorsicht: Rhythmusstörun-gen), hypokalemische Alkalose, Manifestation eines latenten Diabetes mellitus, ge-störte Kohlenhydrattoleranz mit einer notwendigen Dosiserhöhung der Antidiabeti-kum-Behandlung⃰, Hypercholesterinämie, Hypertriglyceridämie
Psychiatrische Erkrankungen⃰Psychische Abhängigkeit, Depression, Schlaflosigkeit, verschlimmerte Schizophrenie, Geisteskrankheit, von Euphorie bis zu einer manifestierten Psychose
Erkrankungen des NervensystemsErhöhter Hirndruck mit Papillenödem bei Kindern (Pseudotumor cerebri), in der Re-gel nach Absetzen der Behandlung; Manifestation einer latenten Epilepsie, Erhöhung der Anfallhäufigkeit bei manifester Epilepsie, Schwindel, Kopfschmerzen
AugenerkrankungenErhöhter Augeninnendruck, Glaukom⃰, Papillenödem, Katarakt⃰, vor allem mit hinterer subkapsulärer Trübung, Hornhaut- und Lederhaut-Atrophie, Begünstigung viraler, fungaler und bakterieller Entzündungen am Auge, Verschlechterung der Symptome, die mit Hornhautulkus⃰ assoziiert sind, Chorioretinopathie, verschwommenes Sehen (siehe auch Abschnitt 4.4)*
HerzerkrankungenHerzmuskelruptur nach einem kürzlich erlittenen Herzinfarkt, Herzinsuffizienz in prädisponierten Patienten, Kompensationsstörung des Herzens*
GefäßerkrankungenHypertonie, Vaskulitis, Verstärkte Atherosklerose- und erhöhtes Thrombose-/Thromboembolierisiko (Erhöhung der Gerinnungsfähigkeit des Blutes kann zu thromboembolischen Komplikationen führen)
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und MediastinumsSchluckauf
Gastrointestinale ErkrankungenDyspepsie, Magenbeschwerden⃰, Magengeschwüre mit Perforationen und Blutungen, akute Pankreatitis, ulcerative Ösophagitis, Ösophagus-Candidiasis, Blähungen, Übel-keit, Erbrechen
Erkrankung der Haut und des Unterhaut-zellgewebesHypertrichose, Hautatrophie, Teleangiektasien, Striae, Erythem, Steroid-Akne, Pete-chien, Ekchymosen, allergische Dermatitis, Urtikaria, Angioneurotisches Ödem, schütteres Haar, Pigmentstörungen , erhöhte Kapillarzerbrechlichkeit, periorale Der-matitis, Hyperhidrose, Neigung zu Blutergüssen
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und KnochenerkrankungenVorzeitiger Epiphysenschluss, Osteoporose, Frakturen der Wirbelsäule und der langen Knochen, aseptische Nekrose des Oberschenkel- und Oberarmknochens, Sehnen-ruptur⃰, proximale Myopathie, Muskelschwäche, Verlust der Muskelmasse
Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der BrustdrüseImpotenz
Allgemeine Erkrankungen und Beschwer-den am VerabreichungsortVerringerte Reaktion auf Impfungen und Hauttests. Verzögerte Wundheilung, Un-wohlsein, Krankheitsgefühl, Steroidentzugssyndrom: eine zu schnelle Reduktion der Corticosteroid-Dosis nach längerer Behandlung kann zu einer akuten Nebennierenrin-deninsuffizienz, Hypotonie und Tod führen. Ein Entzugssyndrom kann mit Fieber, Myalgie, Arthralgie, Rhinitis, Konjunktivitis, schmerzhaft juckenden Hautknötchen und Gewichtsverlust einhergehen.

⃰ siehe auch Abschnitt 4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Beschreibung ausgewählter Nebenwirkun-gen

Nebennierenrindeninsuffizienz

Eine Nebennierenrindeninsuffizienz, die durch Glucocorticoid-Behandlung verur-sacht wird, kann, abhängig von der Dosis und der Dauer der Behandlung, für viele Monate und in einigen Fällen mehr als ein Jahr nach dem Absetzen der Behandlung bestehen bleiben. (siehe Abschnitt 4.4 Be-sondere Warnhinweise und Vorsichtsmaß-nahmen für die Anwendung)

Psychologische Veränderungen

Psychologische Veränderungen sind in ver-schiedenen Formen manifestiert, wobei die gängigste Form Euphorie ist. Depression, psychotische Reaktionen und suizidale Tendenzen können ebenfalls auftreten. Die-se Krankheiten können schwerwiegend sein. Normalerweise beginnen sie innerhalb weniger Tage oder Wochen nach Beginn der Medikation. Sie treten mit höherer

Wahrscheinlichkeit bei hohen Dosierungen auf. Die meisten dieser Probleme ver-schwinden wieder, wenn die Dosis gesenkt oder die Medikamentengabe gestoppt wird. (siehe Abschnitt 4.4 Besondere Warnhin-weise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung)

Infektionen

Die Behandlung mit Dexamethason kann die Symptome einer bestehenden oder sich entwickelnden Infektion verbergen und damit eine Diagnose erschweren sowie zu einem erhöhten Infektionsrisiko führen. (siehe Abschnitt 4.4 Besondere Warnhin-weise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung)

Darmperforation

Corticosteroide können einem erhöhten Ri-siko einer Kolonperforation bei schwerer Colitis ulcerosa mit drohender Perforation, Divertikulitis und Enteroanastomosen (un-mittelbar postoperativ) zugeordnet werden.

Anzeichen für eine peritoneale Reizung nach einer Magen-Darm-Perforation kön-nen bei Patienten, die hohe Dosen von Glu-cocorticoiden einnehmen, fehlen. (siehe Abschnitt 4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung)

Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Bradykardie, Verschlechterung einer schweren Herzinsuffizienz und schwer zu regulierender Bluthochdruck können auftre-ten. Vorsicht ist geboten, wenn Corticoste-roide bei Patienten angewendet werden, die erst kürzlich einen Myokardinfarkt als My-okardruptur erlitten haben. (siehe Abschnitt 4.4 Besondere Warnhinweise und Vor-sichtsmaßnahmen für die Anwendung)

Kinder und Jugendliche

Corticosteroide verursachen eine dosisab-hängige Hemmung des Wachstums in der frühen Kindheit, Kindheit und Jugend, da Corticosteroide zu einer vorzeitigen Schlie-ßung der Epiphysen führen können, welche

irreversibel sein kann. (siehe Abschnitt 4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichts-maßnahmen für die Anwendung)

Ältere Patienten

Die unerwünschten Wirkungen der syste-mischen Corticosteroide können insbeson-dere im Alter schwerwiegende Folgen ha-ben, vor allem Osteoporose, Hypertonie, Hypokaliämie, Diabetes, Infektanfälligkeit und Atrophie der Haut. (siehe Abschnitt 4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichts-maßnahmen für die Anwendung)

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkun-gen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwir-kungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinu-ierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehöri-ge von Gesundheitsberufen sind aufgefor-dert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwir-kung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovi-gilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de an-zuzeigen.

4.9 Überdosierung

Symptome

Berichte über akute Toxizität und/oder To-desfälle im Zusammenhang mit Glucocorti-coiden nach einer Überdosierung sind sel-ten.

Eine Überdosierung oder längerer Ge-brauch kann die unerwünschten Wirkungen der Glucocorticoide verstärken.

Therapie

Es steht kein Antidot zur Verfügung. Die Behandlung sollte symptomatisch und un-terstützend sein und, wenn möglich, mit ei-ner Dosisreduktion von Dexamethason ein-hergehen.

Eine Behandlung auf chronische Vergif-tungserscheinungen ist wahrscheinlich nicht indiziert, es sei denn, der Patient ist in einem Zustand, der ihn ungewöhnlich an-fällig für die negativen Wirkungen von Corticosteroiden macht.

In diesem Fall sollte der Magen entleert und eine symptomatische Behandlung nach Bedarf eingeleitet werden. Anaphylaktische Reaktionen und Überempfindlichkeitsreak-tionen können mit Epinephrin (Adrenalin), Überdruckbeatmung und Aminophyllin be-handelt werden. Der Patient sollte warm und ruhig gehalten werden. Die biologische Halbwertszeit von Dexamethason im Plas-ma beträgt etwa 190 Minuten.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Corti-costeroide zur systemischen Anwendung, rein; Glucocorticoide

ATC-Code: H02AB02

Wirkungsmechanismus

Dexamethason ist ein hochwirksames und lang wirkendes Glucocorticoid mit ver-nachlässigbarer Natrium-Retention und ist daher besonders geeignet für die Anwen-dung bei Patienten mit Herzversagen und Hypertonie.

Seine entzündungshemmende Wirksamkeit ist 7-mal größer als die von Prednisolon und, wie andere Glucocorticoide, hat Dexamethason auch antiallergische, fieber-senkende und immunsuppressive Eigen-schaften.

Dexamethason hat eine biologische Halb-wertszeit von 36-54 Stunden und ist daher bei Bedingungen geeignet, unter denen eine kontinuierliche Glucocorticoidwirkung er-forderlich ist.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption und Verteilung

Dexamethason wird nach oraler Applikati-on gut resorbiert; die maximalen Plasma-konzentrationen werden zwischen 1 und 2 Stunden nach Einnahme erreicht und zeigen große interindividuelle Variationen. Die mittlere Plasmahalbwertszeit beträgt 3,6 ± 0,9 h. Dexamethason wird an Plasmaprote-ine (zu etwa 77%), vor allem an Albumine, gebunden. Die prozentuale Proteinbindung von Dexamethason, im Gegensatz zu der von Cortisol, bleibt praktisch unverändert bei erhöhten Steroidkonzentrationen. Corti-costeroide werden schnell in alle Körper-gewebe verteilt. Sie überwinden die Plazen-taschranke und können in geringen Mengen in die Muttermilch übergehen.

Biotransformation

Dexamethason wird hauptsächlich in der Leber metabolisiert, aber auch in der Niere.

Elimination

Die Ausscheidung von Dexamethason und seine Metaboliten erfolgt über den Urin.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Studien an Tieren haben gezeigt, dass Glu-cocorticoide die Häufigkeit von Gaumen-spalten, spontanen Aborten und intrauteri-nen Wachstumsverzögerungen erhöhen. In einigen Fällen waren diese Abweichungen mit Defekten des zentralen Nervensystems und des Herzens kombiniert. In nicht-menschlichen Primaten wurden kleinere Schädelskelettanomalien beobachtet. Diese Effekte wurden nach der Verwendung von hohen Dexamethason Dosen beobachtet.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Lactose-Monohydrat

Vorverkleisterte Stärke (Mais)

Hochdisperses Siliciumdioxid

Magnesiumstearat (Ph.Eur.) [pflanzlich]

6.2 Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für dieses Arzneimittel sind bezüglich der Temperatur keine besonderen Lagerungs-bedingungen erforderlich.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht und Feuchtigkeit zu schützen.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Blisterpackung (OPA/Alu/PVC//Alu): 10, 20, 30, 50, 60, 100, 10 x 1, 20 x 1, 30 x 1, 50 x 1, 60 x 1 und 100 x 1 Tabletten, in ei-ner Faltschachtel.

Es werden möglicherweise nicht alle Pa-ckungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.

7. INHABER DER ZULASSUNG

TAD Pharma GmbH

Heinz-Lohmann-Straße 5

27472 Cuxhaven

Deutschland

8. ZULASSUNGSNUMMERN

Dexamethason TAD 20 mg Tabletten: 94251.00.00

Dexamethason TAD 40 mg Tabletten: 94252.00.00

9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung; 28.11.2016

Datum der letzten Verlängerung der Zulas-sung: 02.11.2021

10. STAND DER INFORMATION

Januar 2022

11. VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

Über dieses Dokument

Quelle: BfArM – Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (AMIce) · Zulassungsnummer: 94251.00.00 · ENR 2194251

Stand der Information laut Text: 01/2022

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Fakten zu Dexamethason TAD 20 mg Tabletten

Rezeptpflicht
Verschreibungspflichtig?
  • Sie erhalten das Arzneimittel nur mit einem ärztlichen Rezept in der Apotheke.
  • Rechtsgrundlage laut BfArM: verschreibungspflichtig gemäß § 48(1),(2)2 AMG.
Wirkstoff Dexamethason 20 mg
Darreichungsform Tablette
Art der Anwendung Zum Einnehmen
Sonstige Bestandteile Lactose-Monohydrat, Vorverkleisterte Stärke, Hochdisperses Siliciumdioxid, Magnesiumstearat (Ph.Eur.) [pflanzlich]
Packungsgrößen 10 Stück, 20 Stück, 30 Stück, 50 Stück, 60 Stück, 100 Stück
Haltbarkeit 3 Jahre (ungeöffnete Packung)
Fälschungsschutz Ja – die Packung trägt einen individuellen Code und einen Erstöffnungsschutz (securPharm), die Apotheke prüft die Echtheit
ATC-Klassifikation
  1. H Systemische Hormonpräparate, exkl. Sexualhormone und Insuline
    1. H02 Corticosteroide zur systemischen Anwendung
      1. H02A Corticosteroide zur systemischen Anwendung, rein
        1. H02AB Glucocorticoide
          1. H02AB02 Dexamethason
Zulassung 94251.00.00, seit 01.12.2016, verlängert 05.11.2021; dezentrales Verfahren (mehrere EU-Staaten)
Pharmazeutischer Unternehmer TAD Pharma GmbH, 27472 Cuxhaven
Hersteller (Freigabe) TAD Pharma GmbH, KRKA, d.d., Novo mesto HR-Beiname: KRKA, tovarna zdravil, d.d., Novo mesto
Risikoverfahren
1 Verfahren zur Arzneimittelsicherheit+
  • AM mit Wirkstoff Dexamethason (außer zentral zugelassene Arzneimittel)
PZN 13721913, 13721907, 15571435, 13721936

Quelle: BfArM, Arzneimittel-Informationssystem AMIce (ENR 2194251), Datensatz vom 29.09.2026. Angaben ohne Gewähr – fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke.