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Dozurso 500 mg Filmtabletten – Fachinformation (SmPC) für Ärzte und Apotheker

Die Fachinformation richtet sich an Ärzte und Apotheker. Verständliche Hinweise für Patienten enthält der Beipackzettel: Einnahme, Nebenwirkungen, Andere Arzneimittel, Schwangerschaft und Stillzeit.

Aktualisiert:
Fakten
Status:
Verschreibungspflichtig
Stärke:
500 mg

Fachinformation - Dozurso 500 mg Filmtabletten

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Dozurso 500 mg Filmtabletten

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Jede Tablette enthält 500 mg Ursodesoxycholsäure.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: Sojalecithin.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Filmtablette.

Weiße längliche Tablette (19 mm lang, 8,8 mm breit) mit einer Bruchkerbe auf jeder Seite.

Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

  • Behandlung der primär biliären Cholangitis (PBC, auch bezeichnet als primär biliäre Zirrhose) bei erwachsenen Patienten ohne dekompensierte Leberzirrhose.
  • Auflösung von im Röntgenbild nicht sichtbaren Cholesteringallensteinen bei Patienten, bei denen eine chirurgische Behandlung nicht angezeigt ist. Die Gallensteine dürfen auf dem Röntgenbild keine Schatten werfen und einen maximalen Durchmesser von 15 mm nicht überschreiten. Die Gallenblase muss trotz des Gallensteins/der Gallensteine funktionstüchtig sein.

Pädiatrische Population

Mit zystischer Fibrose assoziierte hepatobiliäre Erkrankungen bei Kindern im Alter von 6 bis unter 18 Jahren.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Zum Einnehmen.

Für Patienten mit einem Gewicht unter 47 kg bzw. für Patienten, die Dozurso 500 mg Filmtabletten nicht schlucken können, ist die Verfügbarkeit anderer Darreichungsformen mit Ursodesoxycholsäure (z. B. orale Suspension) zu prüfen.

Für die verschiedenen Anwendungsgebiete werden jeweils folgende Tagesdosen empfohlen:

Zur Behandlung einer primär biliären Cholangitis (PBC)

Stadium I-III

Die Tagesdosis ist abhängig vom Körpergewicht und reicht von 1½ bis 3½ Filmtabletten (12-16 mg Ursodesoxycholsäure pro Kilogramm Körpergewicht).

Während der ersten 3 Behandlungsmonate sollten Dozurso 500 mg Filmtabletten in über den Tag verteilten Dosen eingenommen werden. Mit Verbesserung der Leberwerte kann die Tagesdosis einmal täglich abends eingenommen werden.

Körpergewicht (kg)

Tagesdosis (mg/kg

Körpergewicht)

Dozurso 500 mg Filmtabletten
Erste 3 MonateAnschließend
MorgensMittagsAbendsAbends (1 x täglich)
47 – 6212 – 16½½½1½
63 – 7813 – 16½½12
79 – 9313 – 16½112½
94 – 10914 – 161113
> 110111½3½

Stadium IV:

Bei erhöhten Bilirubinwerten im Serum (> 40 μg/l; konjugiert) sollte zunächst nur die Hälfte der normalen Dosis verabreicht werden (siehe Dosierung für Stadien I-III), (6-8 mg Ursodesoxycholsäure pro Kilogramm Körpergewicht, entsprechend etwa 1 bis 1½ Dozurso 500 mg Filmtabletten).

Anschließend sollte die Leberfunktion mehrere Wochen lang engmaschig überwacht werden (alle 2 Wochen für 6 Wochen). Falls keine Verschlechterung der Leberfunktion (AP, ALAT, ASAT, Gamma-GT, Bilirubin) auftritt und kein verstärkter Pruritus auftritt, kann die Dosis bis zur normalen Dosierung weiter erhöht werden. Allerdings sollte auch hier die Leberfunktion mehrere Wochen lang engmaschig überwacht werden. Falls erneut keine Verschlechterung der Leberfunktion auftritt, kann die Erhaltungstherapie mit der normalen Dosierung langfristig fortgeführt werden.

In seltenen Fällen kann zu Beginn der Behandlung eine Verschlechterung der klinischen Symptome, z. B. eine Verstärkung des Juckreizes auftreten. Ist dies der Fall, sollte die Therapie mit einer (1) 250-mg-Tablette täglich oder einer halben 500-mg-Tablette täglich fortgesetzt werden. Anschließend sollte die Dosis schrittweise erhöht werden (Erhöhung der täglichen Dosis wöchentlich um eine (1) 250-mg-Tablette oder eine halbe 500-mg-Tablette), bis die in dem jeweiligen Behandlungsschema angegebene Dosis wieder erreicht ist.

Bei Patienten mit einer primär biliären Cholangitis (Stadium IV) ohne erhöhte Bilirubinwerte im Serum kann sofort mit der normalen Dosis begonnen werden (siehe Dosierungen bei Stadien I-III).

Allerdings ist auch in solchen Fällen eine engmaschige Überwachung der Leberfunktion – wie oben beschrieben – durchzuführen. Die Behandlung einer primär biliären Cholangitis muss anhand der Leberwerte (Labor) und anhand der klinischen Befunde regelmäßig überprüft werden.

Die Tabletten sollten unzerkaut als Ganzes mit etwas Flüssigkeit geschluckt werden. Es muss darauf geachtet werden, die Tabletten regelmäßig einzunehmen.

Auflösung von Gallensteinen:

Erwachsene: Etwa 10 mg Ursodesoxycholsäure (UDCA) pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag:

  • bis 60 kg: 1 Tablette
  • 61-80 kg: 1½ Tabletten
  • 81-100 kg: 2 Tabletten
  • über 100 kg: 2½ Tabletten

Die Tabletten sollten am Abend vor dem Schlafengehen unzerkaut als Ganzes mit etwas Flüssigkeit geschluckt werden. Es muss darauf geachtet werden, die Tabletten regelmäßig einzunehmen.

Basierend auf den bisherigen Erfahrungen beträgt die Dauer des Auflösungsprozesses mit Ursodesoxycholsäure 6 Monate bis 2 Jahre, je nach Ausgangsgröße der Steine. Für eine korrekte Beurteilung des Behandlungsergebnisses ist es notwendig, die Größe der vorhandenen Steine zu Beginn der Behandlung präzise zu bestimmen und im weiteren Verlauf – etwa alle 3-4 Monate – regelmäßig anhand von Röntgenaufnahmen und/oder Ultraschalluntersuchungen zu überwachen.

Bei den Nachuntersuchungen ist darauf zu achten, ob es in der Zwischenzeit zu einer Kalzifizierung der Steine gekommen ist. In solch einem Fall sollte die Therapie beendet werden.

Bei Patienten, deren Steine sich nach Ablauf einer 6-monatigen Behandlung mit der angegebenen Dosierung nicht verkleinert haben, wird empfohlen, anhand von Gallenproben aus dem Duodenum den lithogenen Index zu bestimmen. Bei einem Gallenindex > 1,0 ist es unwahrscheinlich, dass ein günstiges Ergebnis erzielt werden kann, und es ist besser, eine andere Form der Behandlung von Gallensteinen in Betracht zu ziehen. Nach der sonografischen Bestätigung der Auflösung der Gallensteine muss die Behandlung noch 3-4 Monate fortgesetzt werden. Ein Absetzen der Behandlung für einen Zeitraum von 3-4 Wochen führt zu einer erneuten Übersättigung der Galle und verlängert die Gesamtdauer der Behandlung. Ein Absetzen der Behandlung nach Auflösung der Gallensteine kann zu einem nachfolgenden Rezidiv führen.

Ältere Patienten: Es gibt keine Hinweise darauf, dass eine Anpassung der Erwachsenendosis erforderlich ist; allerdings sollten die relevanten Vorsichtsmaßnahmen in Betracht gezogen werden.

Pädiatrische Population

Kinder mit zystischer Fibrose im Alter von 6 bis unter 18 Jahren:

20 mg/kg/Tag verteilt auf 2-3 Dosen, mit einer weiteren Dosiserhöhung auf 30 mg/kg/Tag, falls erforderlich.

4.3 Gegenanzeigen

Dozurso 500 mg Filmtabletten dürfen nicht angewendet werden bei Patienten mit:

  • einer akuten Entzündung der Gallenblase oder der Gallengänge
  • einem Verschluss der Gallengänge (Verschluss des Ductus choledochus oder des Ductus cysticus)
  • häufigen Episoden von Gallenkoliken
  • röntgendichten kalzifizierten Gallensteinen
  • einer eingeschränkten Kontraktionsfähigkeit der Gallenblase
  • einer Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, einer Überempfindlichkeit gegen Erdnüsse oder Soja oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile

Pädiatrische Population

Erfolglose Portoenterostomie oder ohne Wiedererlangen eines guten Gallenflusses bei Kindern mit biliärer Atresie.

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Dozurso 500 mg Filmtabletten sollten unter ärztlicher Aufsicht angewendet werden.

Während der ersten 3 Behandlungsmonate sollten die Parameter der Leberfunktion – AST (SGOT), ALT (SGPT) und γ-GT – von einem Arzt alle 4 Wochen und anschließend alle 3 Monate kontrolliert werden. Neben der Erkennung von Patienten mit primärer biliärer Cholangitis, die auf die Behandlung ansprechen bzw. nicht ansprechen, ermöglicht diese Überwachung zudem auch die frühe Erkennung einer potenziellen Verschlechterung der Leberfunktion, insbesondere bei Patienten mit primärer biliärer Cholangitis in einem fortgeschrittenen Stadium.

Bei Patienten, die mit Ursodesoxycholsäure behandelt werden, ist auf die Aufrechterhaltung des Gallenflusses zu achten.

Bei der Anwendung zur Auflösung von Cholesteringallensteinen:

Um das therapeutische Ansprechen verfolgen und eine Verkalkung der Gallensteine rechtzeitig erkennen zu können, sollte abhängig von der Steingröße 6-10 Monate nach Beginn der Behandlung eine visuelle Darstellung der Gallenblase (orale Cholecystografie) mit Übersichts- und Schlussaufnahmen im Stehen und im Liegen (Ultraschallverlaufskontrolle) durchgeführt werden.

Kann die Gallenblase auf Röntgenbildern nicht dargestellt werden, oder in Fällen von verkalkten Gallensteinen, einer beeinträchtigten Kontraktionsfähigkeit der Gallenblase oder bei häufigen Episoden von Gallenkoliken sollte Dozurso 500 mg Filmtabletten nicht angewendet werden.

Patientinnen, die Dozurso 500 mg Filmtabletten zur Auflösung von Gallensteinen einnehmen, sollten eine wirksame nicht-hormonelle Verhütungsmethode anwenden, da hormonelle Kontrazeptiva die Bildung von Gallensteinen verstärken könnten (siehe Abschnitt 4.5 und 4.6).

Bei Anwendung zur Behandlung einer primär biliären Cholangitis im fortgeschrittenen Stadium:

In sehr seltenen Fällen wurde eine Dekompensation der Leberzirrhose beobachtet, die sich nach dem Absetzen der Behandlung teilweise wieder zurückbildete.

Bei Patienten mit PBC können sich in seltenen Fällen die klinischen Symptome zu Beginn der Behandlung verschlechtern (z. B. verstärkter Juckreiz). In solchen Fällen sollte die Dosis von Dozurso auf eine Dozurso 250 mg Filmtablette pro Tag reduziert und anschließend schrittweise – wie in Abschnitt 4.2 beschrieben – wieder erhöht werden.

Falls es zu Durchfällen kommt, muss die Dosis reduziert werden. Bei Patienten mit persistierender Diarrhö sollte die Behandlung abgebrochen werden.

Ursodesoxycholsäure darf aufgrund des potenziell erhöhten Risikos eines Behandlungsversagens, das bei Patienten mit sklerosierender Cholangitis beobachtet wurde, maximal mit einer Dosis von 20 mg/kg/Tag verabreicht werden.

Dozurso 500 mg Filmtabletten sollen nicht gleichzeitig mit Colestyramin, Colestipol oder Antazida, die Aluminiumhydroxid und/oder Smektit (Aluminiumoxid) enthalten, angewendet werden (siehe Abschnitt 4.5).

Sojalecithin:

Dieses Arzneimittel enthält Sojalecithin.

Bei Patienten, die auf Erdnüsse oder Soja überempfindlich reagieren, sollten Dozurso 500 mg Filmtabletten nicht verwendet werden.

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Tablette, was bedeutet, dass es im Grunde genommen ‘natriumfrei’ ist.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Dozurso 500 mg Filmtabletten sollten nicht gleichzeitig mit Colestyramin, Colestipol oder mit Antazida, die Aluminiumhydroxid und/oder Smektit (Aluminiumoxid) enthalten,verabreicht werden, da diese Präparate Ursodesoxycholsäure im Darm binden und damit ihre Resorption und Wirksamkeit verhindern. Sollte die Anwendung eines Präparates erforderlich sein, das diese Substanzen enthält, muss es in einem Zeitabstand von mindestens 2 Stunden vor oder nach Dozurso 500 mg Filmtabletten eingenommen werden (siehe Abschnitt 4.4).

Dozurso 500 mg Filmtabletten können die Resorption von Ciclosporin aus dem Darm beeinflussen. Daher sollte bei Patienten, die mit Ciclosporin behandelt werden, der Blutspiegel dieser Substanz vom Arzt kontrolliert und die Ciclosporin-Dosis bei Bedarf angepasst werden.

Aufgrund der Wirkung von Ursodesoxycholsäure auf die Ausscheidung von Gallensäuren besteht theoretisch die Möglichkeit, dass die Resorption anderer lipophiler Substanzen beeinträchtigt sein könnte.

In Einzelfällen können Dozurso 500 mg Filmtabletten die Resorption von Ciprofloxacin verringern.

In einer klinischen Studie mit gesunden Freiwilligen führte die gemeinsame Anwendung von UDCA (500 mg/Tag) und Rosuvastatin (20 mg/Tag) zu leicht erhöhten Plasmaspiegeln von Rosuvastatin. Die klinische Relevanz dieser Wechselwirkung, auch im Hinblick auf andere Statine, ist nicht bekannt.

Es wurde gezeigt, dass Ursodesoxycholsäure bei gesunden Freiwilligen die maximalen Plasmaspiegel (Cmax) und die Fläche unter der Kurve (AUC) des Kalziumantagonisten Nitrendipin verringert. Bei einer gemeinsamen Anwendung von Nitrendipin und Ursodesoxycholsäure wird die engmaschige Überwachung des Behandlungsergebnisses empfohlen. Unter Umständen ist eine Erhöhung der Nitrendipin-Dosis erforderlich.

Zudem wurde über eine Wechselwirkung mit Verringerung der therapeutischen Wirkung von Dapsone berichtet.

In Verbindung mit in-vitro-Daten könnten diese Beobachtungen auf eine potenzielle Induktion von Cytochrom-P450 3A-Enzymen durch Ursodesoxycholsäure hinweisen. Allerdings wurde in einer gut konzeptionierten Wechselwirkungsstudie mit Budesonid, einem bekannten Cytochrom-P450 3A-Substrat, keine Induktion beobachtet.

Östrogene und cholesterinsenkende Substanzen wie Clofibrate erhöhen die hepatische Cholesterinsekretion und können dadurch die Bildung von Gallensteinen fördern. Sie wirken somit der Auflösung von Gallensteinen durch Ursodesoxycholsäure entgegen.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Tierexperimentelle Studien haben keinen Einfluss von Ursodesoxycholsäure auf die Fertilität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3). Daten zu Auswirkungen auf die Fertilität nach Behandlung mit Ursodesoxycholsäure beim Menschen liegen nicht vor.

Es liegen keine oder nur eine begrenzte Menge an Daten vor. Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität während der frühen Trächtigkeitsphase gezeigt (siehe Abschnitt 5.3). Dozurso 500 mg Filmtabletten dürfen während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, dies ist eindeutig erforderlich. Frauen im gebärfähigen Alter sollten nur dann behandelt werden, wenn sie zuverlässige Empfängnisverhütungsmethoden anwenden; es werden nicht-hormonelle Empfängnisverhütungsmethoden oder orale Kontrazeptiva mit niedrigem Östrogengehalt empfohlen. Allerdings sollten Patientinnen, die Dozurso 500 mg Filmtabletten zur Auflösung von Gallensteinen einnehmen, wirksame nicht-hormonelle Verhütungsmethoden anwenden, da hormonelle orale Kontrazeptiva die Bildung von Gallensteinen verstärken könnten.

Vor Beginn der Behandlung muss das mögliche Bestehen einer Schwangerschaft ausgeschlossen werden.

In einigen wenigen dokumentierten Fällen stillender Frauen war die Konzentration von Ursodesoxycholsäure in der Muttermilch sehr gering, und wahrscheinlich sind bei gestillten Säuglingen keine schädlichen Reaktionen zu erwarten.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Dozurso 500 mg Filmtabletten haben keinen oder einen vernachlässigbaren Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.

4.8 Nebenwirkungen

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zugrunde gelegt:

Sehr häufig (≥ 1/10)

Häufig (≥ 1/100 bis < 1/10)

Gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100)

Selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000)

Sehr selten / nicht bekannt (< 1/10.000 / auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

MedDRA-System OrganklassenHäufigSehr seltenHäufigkeit nicht bekannt
Erkrankungen des GastrointestinaltraktsBreiförmiger Stuhl oder Durchfall (in klinischen Studien beobachtet).Starke Schmerzen im rechten oberen Abdomen (während der Behandlung von primär biliärer Cholangitis).Erbrechen
Leber- und Gallenerkrankungen

Verkalkung von Gallensteinen, Dekompensation von Leberzirrhose (während der Behandlung von primär biliärer Cholangitis in fortgeschrittenen Stadien), die sich nach dem Absetzen

Sehr selten

Ikterus
MedDRA-System OrganklassenHäufigHäufigkeit nicht bekannt
der Behandlung teilweise zurückbildete.
UntersuchungenAnstieg der Serumspiegel von alkalischer Phosphatase, γ-GT und Bilirubin (bei Patienten mit PBC im fortgeschrittenen Stadium.
Erkrankungen der Haut und des UnterhautzellgewebesUrtikariaExazerbation von Pruritus (nach Beginn der UDCA-Behandlung bei Patienten mit Zirrhose).

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: http://www.bfarm.de an anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

In Fällen einer Überdosierung kann es zu Diarrhö kommen. Das Auftreten anderer Symptome einer Überdosierung ist generell nicht zu erwarten, da die Resorption von Ursodesoxycholsäure mit ansteigenden Dosen verringert ist, und mehr Wirkstoff mit den Fäzes ausgeschieden wird.

Es sind keine spezifischen Gegenmaßnahmen erforderlich, und die Folgen eines Durchfalls sollten symptomatisch im Hinblick auf Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt behandelt werden.

Zusätzliche Informationen über spezielle Patientengruppen:

Die langfristige, hoch dosierte Behandlung mit Ursodesoxycholsäure (28-30 mg/kg/Tag) bei Patienten mit primär sklerosierender Cholangitis (keine zugelassene Anwendung) war mit höheren Raten an schweren Nebenwirkungen verbunden.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

ATC-Code: A05AA02, Gallensäurehaltige Zubereitungen

Gallensäuren sind der wichtigste Bestandteil der Gallenflüssigkeit und spielen bei der Stimulation der Gallenproduktion eine Rolle. Gallensäuren sind darüber hinaus wichtig, um Cholesterin in der Galleflüssigkeit gelöst zu halten. Bei gesunden Personen sorgt das Verhältnis zwischen Cholesterinkonzentration und Gallensäuren in der Gallenblase dafür, dass das Cholesterin den größten Teil des Tages gelöst ist. Dementsprechend werden keine Gallensteine gebildet (die Galle ist nicht-lithogen). Bei Patienten mit Cholesterinsteinen in der Gallenblase ist dieses Verhältnis gestört und die Gallenflüssigkeit ist mit Cholesterin übersättigt (die Galle ist lithogen). Nach einiger Zeit kann dies zur Ausfällung von Cholesterinkristallen und zur Bildung von Gallensteinen führen. Ursodesoxycholsäure kann lithogene in nicht-lithogene Gallenflüssigkeit umwandeln und darüber hinaus Cholesteringallensteine schrittweise auflösen.

Studien zur Auswirkung von Ursodesoxycholsäure auf die Cholestase bei Patienten mit gestörtem Gallenabfluss und auf die klinischen Symptome bei Patienten mit biliärer Zirrhose haben ein schnelles Nachlassen der cholestatischen Symptome im Blut (ermittelt anhand erhöhter Werte von alkalischer Phosphatase (AP), Gamma-GT und Bilirubin) und des Pruritus sowie bei den meisten Patienten eine geringere Müdigkeit ergeben.

Pädiatrische Population

Zystische Fibrose

Es gibt klinische Berichte zu Langzeiterfahrungen von bis zu 10 Jahren oder mehr in der Behandlung mit UDCA bei pädiatrischen Patienten, die an mit zystischer Fibrose assoziierten hepatobiliären Erkrankungen (CFAHD) leiden. Eine Behandlung mit UDCA kann nachweislich eine Gallengangsproliferation verringern, die Progression histologischer Schäden zum Stillstand bringen und sogar hepatobiliäre Veränderungen rückgängig machen, wenn sie im Frühstadium der CFAHD verabreicht wird. Die Behandlung mit UDCA sollte sofort nach Diagnosestellung von CFAHD begonnen werden, um die Wirksamkeit der Behandlung zu optimieren.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Ursodesoxycholsäure kommt natürlicherweise im Körper vor. Nach oraler Verabreichung wird sie schnell und vollständig resorbiert. Sie wird zu 96-98 % an Plasmaproteine gebunden, von der Leber vollständig extrahiert und in der Galle als Glycin- und Taurinkonjugate ausgeschieden. Im Darm werden einige der Konjugate dekonjugiert und erneut resorbiert. Die Konjugate können auch zu Lithocholsäure dehydroxyliert werden, die teilweise resorbiert, von der Leber sulfatiert und über die Gallenwege ausgeschieden werden.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

  1. a) Akute Toxizität

Studien zur akuten Toxizität am Tier haben keine toxischen Schäden gezeigt.

  1. b) Chronische Toxizität

Studien zur subchronischen Toxizität am Affen haben in den Gruppen mit hoher Dosierung hepatotoxische Effekte gezeigt, unter anderem funktionelle Veränderungen (z. B. Leberenzymveränderungen) und morphologische Veränderungen wie Gallengangsproliferationen, portale Entzündungsherde und hepatozelluläre Nekrosen. Diese toxischen Effekte sind am ehesten der Lithocholsäure zuzuschreiben, einem Metaboliten der Ursodesoxycholsäure, die – im Gegensatz zum Menschen – beim Affen nicht entgiftet wird. Die klinische Erfahrung bestätigt, dass die beschriebenen hepatotoxischen Effekte beim Menschen keine offensichtliche Relevanz haben.

  1. c) Karzinogenes und mutagenes Potenzial

Zweijahresstudien an Mäusen und Ratten zeigten keine Hinweise auf ein karzinogenes Potenzial.

In-vitro- und In-vivo-Untersuchungen zur Genotoxizität von Ursodesoxycholsäure waren negativ.

  1. d) Reproduktionstoxizität

In Studien an Ratten traten nach einer Dosis von 2000 mg Ursodesoxycholsäure pro Kilogramm Körpergewicht Fehlbildungen des Schwanzes auf. Bei Kaninchen wurden keine teratogenen Wirkungen festgestellt; allerdings wurden embryotoxische Effekte beobachtet (ab einer Dosis von 100 mg pro Kilogramm Körpergewicht). Ursodesoxycholsäure hatte keine Auswirkung auf die Fertilität von Ratten und beeinträchtigte nicht die peri-/postnatale Entwicklung der Nachkommen.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Kern

Maisstärke

Natriumlaurylsulfat

Povidon K30 (E1201)

Wasserfreies, hochdisperses Siliciumdioxid

Magnesiumstearat

Tablettenfilm

Lecithin (Soja) (E 322)

Macrogol 3350 (E1521)

Polyvinylalkohol (E1203)

Talkum (E553b)

Titandioxid (E171)

6.2 Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend

6.3 Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre.

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

20, 30, 50, 60 oder 100 Tabletten in Blisterpackungen (PVC / PVDC / Aluminium).

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Keine besonderen Anforderungen für die Beseitigung.

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu beseitigen.

7. INHABER DER ZULASSUNG

LABORATOIRES MAYOLY SPINDLER

6 AVENUE DE L'EUROPE

78400 CHATOU

FRANKREICH

8. ZULASSUNGSNUMMER(N)

90685.00.00

9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 09. März 2016

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung:

10. STAND DER INFORMATION

10/2021

Über dieses Dokument

Quelle: BfArM – Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (AMIce) · Zulassungsnummer: 90685.00.00 · ENR 2190685

Stand der Information laut Text: 10/2021

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Die Informationen auf dieser Website ersetzen nicht den Rat eines Arztes oder Apothekers.

Fakten zu Dozurso 500 mg Filmtabletten

Rezeptpflicht
Verschreibungspflichtig?
  • Sie erhalten das Arzneimittel nur mit einem ärztlichen Rezept in der Apotheke.
  • Rechtsgrundlage laut BfArM: verschreibungspflichtig gemäß § 48(1),(2)2 AMG.
Wirkstoff Ursodesoxycholsäure 500 mg
Darreichungsform Tablette
Art der Anwendung Zum Einnehmen
Sonstige Bestandteile
Maisstärke, Natriumdodecylsulfat, Povidon, Hochdisperses Siliciumdioxid und 6 weitere+

Maisstärke, Natriumdodecylsulfat, Povidon, Hochdisperses Siliciumdioxid, Magnesiumstearat (Ph.Eur.) [pflanzlich], (3-sn-Phosphatidyl)cholin, Macrogol, Poly(vinylalkohol), Talkum, Titandioxid

Packungsgrößen Originalpackung, in der EU zugelassen 20 Stück, Originalpackung, in der EU zugelassen 30 Stück, Originalpackung, in der EU zugelassen 50 Stück, Originalpackung, in der EU zugelassen 60 Stück, Originalpackung, in der EU zugelassen 100 Stück, 20 Stück, 30 Stück, 50 Stück, 60 Stück, 100 Stück
Haltbarkeit 3 Jahre (ungeöffnete Packung)
Fälschungsschutz Ja – die Packung trägt einen individuellen Code und einen Erstöffnungsschutz (securPharm), die Apotheke prüft die Echtheit
ATC-Klassifikation
  1. A Alimentäres System und Stoffwechsel
    1. A05 Gallen- und Lebertherapie
      1. A05A Gallentherapie
        1. A05AA Gallensäuren und Derivate
          1. A05AA02 Ursodeoxycholsäure
Zulassung 90685.00.00, seit 14.03.2016, verlängert 06.02.2020; dezentrales Verfahren (mehrere EU-Staaten)
Pharmazeutischer Unternehmer Laboratoires Mayoly Spindler S.A.S., 78400 CHATOU, Frankreich
Hersteller (Freigabe) CENEXI Rechtsform: S.A.S.

Quelle: BfArM, Arzneimittel-Informationssystem AMIce (ENR 2190685), Datensatz vom 29.09.2026. Angaben ohne Gewähr – fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke.