Fachinformation - EMGE 243 mg
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Magnesium Verla 400 mg direkt
Pulver zum Einnehmen
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
1 Beutel mit 2,0 g Pulver zum Einnehmen enthält:
400 mg Magnesium (= 16,5 mmol) als Magnesiumhydrogencitrat und schweres
Magnesiumoxid.
Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung:
Menthol (max. 0,010 mg) (siehe Abschnitt 4.4).
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Pulver zum Einnehmen.
Beutel mit weißem bis leicht gelblichem Pulver zum Einnehmen.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Behandlung und Vorbeugung von Magnesiummangel.
Magnesium Verla 400 mg direkt wird angewendet bei Erwachsenen.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Dosierung
Erwachsene: 1 Beutel Magnesium Verla 400 mg direkt täglich.
Kinder und Jugendliche:
Kinder und Jugendliche sollten Magnesiumpräparate mit einer geringeren Magnesiummenge erhalten.
Nierenfunktionsstörungen
Magnesium Verla 400 mg direkt ist kontraindiziert bei Patienten mit schweren
Nierenfunktionsstörungen (siehe Abschnitt 4.3). Magnesium Verla 400 mg direkt sollte bei
Patienten mit weniger schweren Nierenfunktionsstörungen nur unter ärztlicher Aufsicht angewendet werden (siehe Abschnitt 4.4).
Leberfunktionsstörungen
Eine Dosisanpassung ist nicht erforderlich (siehe Abschnitt 5.2: Magnesium wird über die
Niere ausgeschieden).
Art der Anwendung
Zum Einnehmen.
Den Inhalt eines Beutels direkt auf die Zunge geben, zergehen lassen und schlucken.
Die Resorption kann verbessert werden, indem Magnesium Verla 400 mg direkt eine halbe
Stunde vor einer Mahlzeit eingenommen wird.
Dauer der Anwendung:
Die Dauer der Anwendung ist abhängig vom Ausmaß des Magnesiummangels und liegt im
Ermessen des Arztes.
Sicherheitsdaten vergleichbarer Magnesiumpräparate liegen aus klinischen Studien vor, die
über eine Dauer von 4 Wochen bis zu 6 Monaten durchgeführt wurden.
4.3 Gegenanzeigen
Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.
Schwere Nierenfunktionsstörungen (glomeruläre Filtrationsrate < 30 ml/min).
Anurie.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Bei Patienten mit leichter bis mittelschwerer Einschränkung der Nierenfunktion sollte die
Nierenfunktion engmaschig überwacht werden, und eine regelmäßige Kontrolle des
Elektrolythaushaltes wird empfohlen (vor allem Untersuchungen auf Hyperkaliämie und
Hypermagnesiämie).
Bei entsprechend sensibilisierten Patienten können durch Menthol
Überempfindlichkeitsreaktionen (einschließlich Atemnot) ausgelöst werden.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Magnesium-Präparate sollten 2-3 Stunden versetzt zu Tetrazyklinen, Bisphosphonaten oder
Natriumfluoridpräparaten eingenommen werden, um eine gegenseitige Beeinträchtigung der
Resorption zu vermeiden.
Bestimmte Arzneimittel beschleunigen die Ausscheidung oder hemmen die Resorption von
Magnesium und können dadurch einen Magnesiummangel verursachen. Eine
Dosisanpassung von Magnesium kann daher erforderlich sein, wenn Magnesium Verla
400 mg direkt gleichzeitig mit folgenden Arzneimitteln eingenommen wird:
Diuretika (wie Thiazide und Furosemid), Protonenpumpenhemmer (wie Omeprazol und
Pantoprazol), Platin-Derivate (insbesondere Cisplatin), Aminoglykosid-Antibiotika,
Rapamycin, Amphotericin B, Foscarnet, Cyclosporin A, EGF-Rezeptorantagonisten (wie
Cetuximab und Erlotinib) und Pentamidin.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Schwangerschaft
Magnesium Verla 400 mg direkt kann in der Schwangerschaft angewendet werden.
Es liegen keine Hinweise auf ein Fehlbildungsrisiko vor. Es liegen jedoch nur wenige
Erfahrungsberichte über die Anwendung in der Frühschwangerschaft bei Menschen vor.
Tierstudien liefern hinsichtlich der Reproduktionstoxizität nur unzureichende Daten (siehe
Stillzeit
Magnesium Verla 400 mg direkt kann während der Stillzeit angewendet werden.
Magnesiumhydrogencitrat/schweres Magnesiumoxid/Metabolite werden in die Muttermilch ausgeschieden, aber bei therapeutischen Dosen von Magnesium Verla 400 mg direkt sind keine Auswirkungen auf gestillte Neugeborene/Kinder zu erwarten.
Fertilität
Aufgrund von Langzeit-Erfahrungen sind keine negativen Auswirkungen von
Magnesiumhydrogencitrat/schwerem Magnesiumoxid auf die männliche oder weibliche
Fruchtbarkeit zu erwarten.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen
von Maschinen
Es liegen keine Studien vor. Bisher liegen keine Hinweise auf einen Einfluss auf die
Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen vor.
4.8 Nebenwirkungen
Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeiten zu Grunde gelegt:
Sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100 bis < 1/10), gelegentlich (≥ 1/100 bis < 1/1.000), selten (≥
1/1.000 bis < 1/10.000), sehr selten (< 1/10.000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar): Weiche
Stühle oder Durchfall.
Bei Auftreten von Nebenwirkungen sollte die Therapie vorübergehend unterbrochen werden.
Diese kann nach Besserung und/oder Beseitigung der Beschwerden mit verringerter
Dosierung fortgeführt werden.
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer
Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-
Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer
Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt.
Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Symptome:
Hohe Dosierungen an Magnesium können zu Durchfall führen, möglicherweise begleitet von
Übelkeit und abdominellen Krämpfen.
Bei schwerer Niereninsuffizienz mit Anurie kann es zur Kumulation von Magnesium sowie zu
Intoxikationserscheinungen kommen. Eine Hypermagnesiämie ist gekennzeichnet durch den fortschreitenden Verlust von neuromuskulären, respiratorischen und kardiovaskulären
Funktionen.
Die klinischen Symptome korrelieren mit dem Magnesiumspiegel.
Mg Plasma- Konzentration (mmol/l) | Symptome und Nebenwirkungen |
| > 1,5 | Blutdruckabfall, Übelkeit, Erbrechen |
| > 2,5 | ZNS-Depression |
| > 3,5 | Hyporeflexie, EKG-Veränderung |
| > 5,0 | Beginnende Atemdepression |
| > 5,5 | Koma |
| > 7,0 | Herzstillstand und Atemlähmung |
Notfallmaßnahmen:
Intravenöse Calcium-Injektion (10-20 ml 10%ige Calciumgluconat-Lösung);
Gabe von Schleifendiuretika, die die renale Elimination von Magnesium erhöhen.
Bei Niereninsuffizienz: Hämodialyse.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Alimentäres System und Stoffwechsel,
Mineralstoffpräparat, Magnesium (verschiedene Salze in Kombination)
ATC-Code: A12CC30
Magnesium wirkt als physiologischer Calcium-Antagonist und ist ein Co-Faktor zahlreicher
Enzymsysteme, die u. a. am Phosphat-Stoffwechsel beteiligt sind.
Magnesium:
wirkt antitetanisch durch Herabsetzung der neuromuskulären Erregbarkeit der
Nervenendplatten, beseitigt daher Wadenkrämpfe und weitere tetanische
Beschwerden,
- hat eine kontraktionshemmende und spasmolytische Wirkung auf den Tonus der glatten Muskulatur,
kontrolliert die Elektrolytverschiebungen durch Regulation der
Zellmembranpermeabilität und Aktivierung der Na-K-ATPase der Ionenpumpe (beteiligt an der Wiederherstellung des Ruhemembranpotentials),
- verhindert die adrenerge Überstimulation,
- spielt eine entscheidende Rolle im zellulären Energiestoffwechsel, da es an allen ATP-abhängigen enzymatischen Reaktionen beteiligt ist,
- verhindert einen stressbedingten intrazellulären Magnesiummangel und eine intrazelluläre Calcium-Akkumulation.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Resorption
Magnesium wird im Duodenum und vorderen Jejunum rasch resorbiert. Die Resorptionsrate ist abhängig vom Magnesiumstatus und kann bei Vorliegen eines Magnesiummangels bis
70 % betragen. Sie ist zusätzlich noch von verschiedenen anderen Faktoren abhängig wie
Schädigungen der Darmschleimhaut, Darmmotilität, Passagezeit, physiologische Darmflora.
Verteilung in Organen und Gewebe
Im Serum befindet sich nur etwa 0,3 % des Magnesiumgesamtvolumens, das sind 0,75 bis
1,1 mmol/l. Davon sind etwa 45 % an Albumin und andere Liganden gebunden. Das freie, ionisierte Magnesium stellt den physiologisch wirksamen Anteil dar. Etwa die Hälfte des
Magnesiumgesamtvolumens ist intrazellulär lokalisiert. Der verbleibende Rest des
Magnesiums ist in den Knochen enthalten, wobei der an die Knochenoberfläche adsorbierte
Anteil mit dem Serummagnesium im Gleichgewicht steht.
Elimination
Magnesium wird fast ausschließlich über die Nieren ausgeschieden, die biliäre
Ausscheidung ist gering.
Die renale Rückresorptionsquote liegt normalerweise zwischen 95 und 100 %, wodurch eine
Steuerung des Magnesiumhaushaltes im Organismus möglich wird.
Beeinflussung der Magnesiumhomöostase durch Arzneimittel:
Andere Arzneimittel können die intestinale Resorption von Magnesium hemmen oder die renale Exkretion von Magnesium steigern (siehe Abschnitt 4.5).
Einfluss von Erkrankungen auf die Magnesiumhomöostase
Eine osmotische Diurese aufgrund von Glucosurie (z. B. bei diabetischen Patienten) kann die renale Ausscheidung von Magnesium erhöhen. Diabetiker können deshalb in
Abhängigkeit ihres metabolischen Status einen erhöhten Magnesiumbedarf aufweisen.
5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit
Es liegen keine Studien zu Magnesiumcitrat und nur eine begrenzte Studienzahl zu
Magnesiumoxid vor. Daten aus präklinischen Studien mit anderen Magnesiumsalzen, basierend auf konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter Gabe, Genotoxizität, kanzerogenem Potential sowie zur Reproduktions- und
Entwicklungstoxizität, lassen keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen.
Präklinische Daten zu Magnesiumoxid zeigten kein erhöhtes mutagenes Risiko und toxische
Wirkungen nur bei Tieren in Dosierungen, die weit über der beim Menschen eingesetzten
Dosis lagen. Mit Magnesiumcitrat und Magnesiumoxid wurden keine Studien zur
Genotoxizität, zum kanzerogenen Potential oder zur Reproduktions- und
Entwicklungstoxizität durchgeführt.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Xylitol
Zitronen-Aroma (enthält u. a. Menthol)
Hochdisperses Siliciumdioxid
Magnesiumstearat (Ph.Eur.) [pflanzlich]
Magnesium Verla 400 mg direkt ist für Diabetiker geeignet: 1 Beutel enthält ca. 0,8 g verwertbare Kohlenhydrate.
6.2 Inkompatibilitäten
Nicht zutreffend
6.3 Dauer der Haltbarkeit
6 Monate
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Beutel (laminierte Aluminiumfolie) im Umkarton mit:
10 Beuteln
25 Beuteln
50 Beuteln
100 Beuteln
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung
Keine besonderen Anforderungen.
7. INHABER DER ZULASSUNG
Verla-Pharm Arzneimittel GmbH & Co. KG
Hauptstraße 98
82327 Tutzing
Postfach 1261
82324 Tutzing
Telefon: 08158 257-0
Telefax: 08158 257-254
www.verla.de
8. ZULASSUNGSNUMMER
7012898.00.00
9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 09. September 2025
10. STAND DER INFORMATION
01/2025
11. VERKAUFSABGRENZUNG
Apothekenpflichtig
