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FDG Freiburg 300-3100 MBq/ml Injektionslösung - Zusammengefasste Informationen

Dostupné balení:

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels - FDG Freiburg 300-3100 MBq/ml Injektionslösung

Fachinformation

1.    BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

FDG Freiburg 300 – 3100 MBq/mL, Injektionslösung

2.    qualitative und quantitative zusammensetzung

1 ml Injektionslösung enthält zum Kalibrierzeitpunkt je nach Deklaration

300 – 3100 MBq/mL Fludeoxygluco­se(18F)

Physikalische Eigenschaften des Radionuklids Fluor-18:

Fluor-18 hat eine physikalische Halbwertszeit von 109,8 min. Es zerfällt unter Positronenemission (97 %) mit einer maximalen Energie von 634 keV zu Sauerstoff-18, gefolgt von Gammastrahlen durch Positron/Elektron-Paarvernichtung mit einer Energie von 511 keV, die beim diagnostischen Einsatz gemessen wird.

Sonstige Bestandteile siehe unter Abschnitt 6.1.

3.    darreichungsform

Injektionslösung

Klare und farblose Lösung.

4.    klinische angaben

4.1    anwendungsgebiete

4.1 anwendungsge­biete

FDG Freiburg 300 – 3100 MBq/mL, Injektionslösung ist ein Diagnostikum für die PositronenEmissions-Tomographie (PET).

Onkologische Diagnostik

FDG Freiburg 300 – 3100 MBq/mL, Injektionslösung wird im Rahmen der onkologischen Diagnostik verwendet zur Untersuchung von Funktion und Erkrankungen spezifischer Organe oder Gewebe mit dem Ziel der Darstellung einer verstärkten Glukoseaufnahme. Die folgenden Anwendungsgebiete sind ausreichend dokumentiert.

Diagnose:

– Charakterisierung von solitären Lungenrundherden

– Nachweis von Krebserkrankungen unbekannten Ursprungs, nach Auftreten von z. B. Halslymphknoten­metastasen, Metastasen der Leber oder Knochenmetastasen

– Charakterisierung von Neubildungen im Pankreas

Bestimmung des Tumorstadiums:

– Kopf/Halstumore einschließlich Unterstützung bei einer gezielten Biopsie

– primäre Lungenkarzinome

– Ösophaguskarzinome

– Kolorektale Karzinome insbesondere zur Stadienbestimmung bei Rezidiven

– maligne Lymphome

– maligne Melanome, Breslow-Stadium >1,5 mm oder Lymphknotenme­tastasen bei der Erstdiagnose

Kontrolle des therapeutischen Ansprechens:

– Maligne Lymphome

– Kopf-, Halstumore

Rezidivnachweis bei begründetem Verdacht auf Rezidive:

– Gliome mit hohem Malignitätsgrad (III und IV)

– Kopf-, Halstumore

– primäre Lungenkarzinome

– maligne Lymphome

Untersuchung des Herzens

Bei der kardiologischen Indikation ist das Diagnoseziel vitales Myokardgewebe, das Glukose aufnimmt, aber eine Hypoperfusion aufweist. Die Perfusion muss im Vorfeld mit geeigneten bildgebenden Verfahren bestimmt worden sein.

– Vitalitätsprüfung des Myokards bei Patienten mit stark eingeschränkter Funktion des linken Ventrikels, die Kandidaten für eine Revaskularisation sind, wenn herkömmliche bildgebende Verfahren keinen Aufschluss geben.

Neurologische Diagnostik

Beim neurologischen Anwendungsgebiet ist das Diagnoseziel der verminderte GlukoseStoffwechsel zwischen den epileptischen Anfällen.

– Lokalisation epileptogener Zonen für die prächirurgische Abklärung von partiellen Epilepsien

4.2    Dosierung, Art und Dauer der Anwendung

4.2 Dosierung, Art und Dauer der Anwendung

Dosierung

Erwachsene

Für Erwachsene mit einem Gewicht von 70 kg wird im Allgemeinen eine Radioaktivitätsmen­ge von 100 bis 400 MBq intravenös appliziert. Die Radioaktivitätsmen­ge ist ggf. in Abhängigkeit vom Körpergewicht und von der Art der verwendeten Kamera anzupassen.

Patienten mit Nieren- oder Leberinsuffizienz

Bei Patienten mit eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion ist eine sorgfältige Abwägung der zu applizierenden Aktivität erforderlich, da es bei diesen Patienten zu einer erhöhten Strahlenexposition kommen kann.

Es wurden keine umfangreichen Dosisbereich- und Dosisanpassun­gsstudien mit diesem Arzneimittel durchgeführt.

Die Pharmakokinetik von Fludeoxyglucose (18F) wurde bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion nicht charakterisiert.

Kinder und Jugendliche

Für Patienten unter 18 Jahren liegen nur wenige klinische Daten zur Sicherheit und diagnostischen Wirksamkeit des Arzneimittels vor. Bei Kindern und Jugendlichen ist daher eine besonders sorgfältige Abwägung zwischen der zu erwartenden diagnostischen Information und dem mit der Strahlenexposition verbundenen Risiko erforderlich. Es sollte berücksichtigt werden, dass die effektive Dosis pro MBq bei Kindern höher ist als bei Erwachsenen (siehe auch Abschnitt Strahlenexposi­tion).

Bei Kindern und Jugendlichen wird die anzuwendende Aktivität durch Multiplikation der für Erwachsene empfohlenen Aktivität mit einem körpergewichtsab­hängigen Faktor aus der folgenden Tabelle berechnet (Empfehlung der Europäischen Gesellschaft für Nuklearmedizin -EANM):

A[MBq]verabreicht = Baseline Aktivität × Faktor

Die Baseline Aktivität für eine 2D-Bildgebung beträgt 25,9 MBq und für eine 3D-Bildgebung 14,0 MBq (empfohlen für Kinder).

Körpergewicht [kg]

Faktor

Körpergewicht [kg]

Faktor

Körpergewicht [kg]

Faktor

3

1

22

5.29

42

9.14

4

1.14

24

5.71

44

9.57

6

1.71

26

6.14

46

10.00

8

2.14

28

6.43

48

10.29

10

2.71

30

6.86

50

10.71

12

3.14

32

7.29

52–54

11.29

14

3.57

34

7.72

56–58

12.00

16

4.00

36

8.00

60–62

12.71

18

4.43

38

8.43

64–66

13.43

20

4.86

40

8.86

68

14.00

Art der Anwendung

Zur intravenösen Anwendung.

Zur einmaligen Anwendung.

Hinweise zur Verdünnung des Arzneimittels vor der Anwendung, siehe Abschnitt 12.

Hinweise zur Vorbereitung des Patienten, siehe Abschnitt 4.4

Durchführung der Untersuchung

Die Aktivität der Lösung wird vor Anwendung bestimmt. Das Applikationsvolumen richtet sich nach der Zeitspanne, die zwischen der Erstkalibrierung und dem Applikationsze­itpunkt liegt; es muss mit entsprechenden Zerfallskorrek­turfaktoren berechnet und vor Injektion mit einem Dosiskalibrator gemessen werden. Bei der Injektion ist sorgfältig darauf zu achten, dass das radioaktive Material nicht in das umgebende Gewebe gelangt (s. Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung).

Die Emissionsaufnahmen werden üblicherweise 45 bis 60 min. nach Injektion von Fludeoxygluco­se(18F) begonnen. Unter der Voraussetzung, dass die Gewebeaufnahme (Hirn, Herz, Tumor) ein Aktivitätsplateau erreicht hat und noch ausreichend Aktivität für eine adäquate Zählstatistik vorhanden ist, können Emissionsaufnahmen auch nach zwei bis drei Stunden durchgeführt werden, was zu einer geringeren Hintergrundak­tivität führt.

Falls erforderlich, können Wiederholungsun­tersuchungen kurzfristig durchgeführt werden.

4.3    gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile

4.4    besondere warnhinweise und vorsichtsmaßnahmen für die anwendung

Allergoide bzw. anaphylaktoide Reaktionen

Wie auch bei anderen Arzneimittel können auch bei der Anwendung von Fludeoxygluco­se(18F) Überempfindlichke­itsreaktionen auftreten (siehe Abschnitt 4.8). Patienten sollten über frühere allergische Reaktionen zu Fludeoxygluco­se(18F) befragt werden. Bei diesen Patienten hat die Entscheidung über die Anwendung von Dotagraf nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung zu erfolgen.

Bei Auftreten von allergischen Reaktionen muss die Applikation des Arzneimittels sofort unterbrochen werden. Falls erforderlich, müssen entsprechende Therapiemaßnahmen eingeleitet werden. Um im Notfall unverzüglich reagieren zu können, müssen entsprechende Arzneimittel und Ausrüstung (z. B. Trachealtubus und Beatmungsgerät) griffbereit sein.

Individuelle Nutzen-Risiko-Bewertung

Bei allen Patienten muss die Strahlenexposition durch den zu erwartenden diagnostischen Nutzen gerechtfertigt sein. Die verabreichte Aktivität muss so berechnet werden, dass das gewünschte Diagnoseergebnis mit der geringst möglichen Strahlendosis erzielt werden kann. Bei Patienten mit nicht eingestelltem Diabetes mellitus darf dieses Arzneimittel nicht angewendet werden, da aufgrund einer verminderten Aufnahme von Fludeoxygluco­se(18F) in die Gewebe falsch negative Befunde resultieren können.

Nieren- und Leberfunktion­sstörungen

Aufgrund der überwiegend renalen Ausscheidung von Fludeoxyglucose (18F) ist eine sorgfältige Abwägung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion erforderlich, da eine erhöhte Strahlenexposition möglich ist. Die Aktivität sollte bei Bedarf angepasst werden.

Kinder und Jugendliche

Angaben zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen, siehe Abschnitt 4.2 oder 5.1.

Da die effektive Dosis pro MBq höher ist als bei Erwachsenen, ist eine besonders sorgfältige Indikationsstellung erforderlich (siehe Abschnitt 11).

Vorbereitung des Patienten

Vor der Anwendung von FDG Freiburg 300 – 3100 MBq/mL, Injektionslösung sollte der (ausreichend hydrierte) Patient mindestens 4 Stunden nichts gegessen haben, um eine maximale Aktivitätsanre­icherung zu erhalten, da die Glukoseaufnahme in die Zellen limitiert ist (”Sättigungski­netik”). Die Trinkmenge sollte nicht eingeschränkt werden (keine Glukosehaltigen Getränke verwenden!)

Um beste Bildqualität zu erreichen und die Strahlenexposition der Blase zu vermindern, muss der Wasserhaushalt des Patienten zum Untersuchungsze­itpunkt ausgeglichen sein. Außerdem sollten die Patienten aufgefordert werden, vor und nach der Untersuchung ausreichend zu trinken und häufig die Blase zu entleeren.

- Onkologie und Neurologie

Um eine Hyperfixation des Tracers im Muskel zu vermeiden, sollte den Patienten empfohlen werden, vor der Untersuchung schwere körperliche Anstrengung zu vermeiden und zwischen der Injektion und der Untersuchung und während der Bildakquisition zu ruhen (die Patienten sollen bequem liegen und weder lesen noch sprechen).

Der zerebrale Glukosestoffwechsel hängt von der Aktivität des Gehirns ab; deshalb sollen neurologische Untersuchungen nach einer Entspannungsphase in einem abgedunkelten Raum mit möglichst geringen Hintergrundgeräus­chen durchgeführt werden.

Vor der Verabreichung von FDG Freiburg 300 – 3100 MBq/mL, Injektionslösung sollte ein Blutglukosetest durchgeführt werden, da ein erhöhter Glukosespiegel zu einer verminderten Sensitivität von FDG Freiburg 300 – 3100 MBq/mL PET führen kann, insbesondere wenn der Plasmaglukosewert des Patienten zum Untersuchungsze­itpunkt über 8 mmol/l liegt.

- Kardiologie

Da die Glukoseaufnahme im Myokard vom Insulinspiegel abhängig ist, wird für Untersuchungen des Herzens eine orale Glukosebelastung mit 50 g Glukose etwa 1 Stunde vor der Anwendung von FDG Freiburg 300 – 3100 MBq/mL, Injektionslösung empfohlen. Alternativ kann, insbesondere bei Patienten mit Diabetes mellitus, der Blutzuckerspiegel ggf. durch eine kombinierte Infusion von Insulin und Glukose (sog. Insulin-Glukose-Clamp) eingestellt werden.

Anwendung von FDG Freiburg 300 – 3100 MBq/mL Injektionslösung

Die Injektion muss streng intravenös erfolgen, um eine möglichen Gewebsschädigung und eine erhöhte Strahlenexposi­tion der Lymphknoten als Ergebnis lokaler Extravasation sowie Bildartefakte zu vermeiden.

Interpretation der Fludeoxyglucose (18F)-PET-(FDG-PET)-Aufnahmen

Infektiöse und/oder entzündliche Erkrankungen sowie regenerative Prozesse nach operativen Eingriffen können zu einer erheblichen Fludeoxygluco­se(18F)-Anreicherung und damit zu falsch positiven Ergebnissen führen.

In Fällen, in denen eine Akkumulation von Fludeoxyglucose (18F) entweder durch Krebs, Infektionen oder Entzündungen verursacht werden kann, können zusätzliche diagnostische Techniken zur Bestimmung der verursachenden pathologischen Veränderung erforderlich sein, um die durch die PET erhaltenen Informationen zu ergänzen.

Aufgrund der hohen physiologischen Aufnahme von Fludeoxyglucose (18F) in Gehirn, Herz und Nieren wurde PET/ Computertomographie (CT) mit Fludeoxyglucose (18F) nicht für den Nachweis von septischen metastatischen Foci in diesen Organen untersucht, wenn der Patient unter einer Bakteriämie oder Endokarditis leidet.

Falsch positive oder falsch negative Ergebnisse können nach einer Strahlentherapie innerhalb der ersten 2–4 Monate nicht ausgeschlossen werden. Die Kontrolle einer Strahlentherapie soll daher nicht früher als 4 Monate nach der Behandlung erfolgen. Sollte die klinische Indikation eine frühere Diagnostik mit Fludeoxygluco­se(18F) erfordern, müssen die Gründe hierfür sorgfältig und nachvollziehbar dokumentiert werden.

Ein Zeitabstand von mindestens 4–6 Wochen nach der letzten Chemotherapie-Verabreichung ist optimal, vor allem um falsch negative Ergebnisse zu vermeiden. Im Fall einer Chemotherapie mit Zyklen, die kürzer als 4 Wochen sind, sollte die FDG-PET-Untersuchung unmittelbar vor Beginn eines neuen Zyklus durchgeführt werden. Sollte die klinische Indikation eine frühere Diagnostik mit Fludeoxygluco­se(18F) erfordern, müssen die Gründe hierfür sorgfältig und nachvollziehbar dokumentiert werden.

Bei indolenten Lyphomen und beim unteren Ösophaguskarzinom ist nur der positive prädiktive Wert zu berücksichtigen, da die Sensitivität der FDG-PET hier begrenzt ist.

Fludeoxygluco­se(18F) ist nicht geeignet, um Gehirnmetastasen nachzuweisen.

Bei der Verwendung eines Koinzidenz-PET-Kamerasystems ist die Sensitivität im Vergleich zu dedizierten PET reduziert, was zu einem geringeren Nachweis von Läsionen in der Größe von < 10mm führt.

Die Kombination der funktionellen FDG-PET-Aufnahmen mit ergänzenden morphologischen Bildgebenden Verfahren wie beispielsweise in der PET-CT kann zur Erhöhung der Sensitivität und Spezifität führen. Der Einsatz eines PET-CT-Hybrid-Scanners mit oder ohne CT-Kontrastmittel kann zu Artefakten auf den schwächungsko­rrigierten PET-Aufnahmen führen.

Nach der Untersuchung:

Ein enger Kontakt zwischen dem Patienten und Säuglingen/Kle­inkindern bzw. schwangeren Frauen sollte während der ersten 12 Stunden nach der Untersuchung vermieden werden.

Besondere Hinweise:

Abhängig vom Zeitpunkt der Injektion, kann die Natriummenge, die dem Patienten appliziert wird, größer als 1 mmol (23 mg) sein. Der Natriumgehalt beträgt 4,9 mg Natrium pro 1 ml Injektionslösung. Dies ist zu berücksichtigen bei Personen unter natriumkontro­llierter (natriumarmer/kochsal­zarmer) Diät.

Vorsichtsmaßnahmen zur Vermeidung von Gefahren für die Umwelt siehe Abschnitt 6.6

4.5    wechselwirkungen mit anderen arzneimitteln und sonstige wechselwirkungen

Alle Arzneimittel, die den Blutglukosespiegel verändern, können die Sensitivität der Untersuchung beeinträchtigen (z.B. Kortikosteroide, Valproat, Carbamazepin, Phenytoin, Phenobarbital und Katecholamine).

Nach Anwendung koloniestimuli­erender Faktoren (CSF) wurde eine über mehrere Tage anhaltende vermehrte Fludeoxygluco­se(18F)-Anreicherung in Knochenmark und Milz beobachtet. Dies muss bei der Interpretation der PET-Aufnahmen berücksichtigt werden. Ein Abstand von mindestens 5 Tagen zwischen der Therapie mit CSF und der PET-Untersuchung kann diese Beeinflussung verringern.

Die Zufuhr von Glukose und Insulin beeinflusst die Aufnahme von Fludeoxygluco­se(18F) in die Zellen. Bei hohen Blutglukosespiegeln sowie bei niedrigen Plasmainsulin­spiegeln ist die Aufnahme von Fludeoxyglucose (18F) in Organe und Tumoren vermindert.

Es wurden keine Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen zwischen Fludeoxyglucose (18F) und Kontrastmitteln für die CT durchgeführt.

4.6    fertilität, schwangerschaft und stillzeit

Frauen im gebärfähigen Alter

Falls es beabsichtigt ist, einer Frau im gebärfähigen Alter ein Radiopharmakon zu verabreichen, ist es wichtig festzustellen, ob diese Frau schwanger ist oder nicht. Jede Frau, bei der eine Menstruation ausgeblieben ist, muss als schwanger betrachtet werden, bis das Gegenteil bewiesen ist. Bestehen Zweifel hinsichtlich einer möglichen Schwangerschaft (falls eine Regelblutung ausgeblieben ist, falls die Regelblutungen sehr unregelmäßig sind usw.) müssen der Patientin alternative Untersuchungsmet­hoden angeboten werden, bei denen keine ionisierende Strahlung eingesetzt wird (sofern es diese gibt).

Schwangerschaft

Es liegen keine klinischen Erfahrungen mit der Anwendung von Fludeoxygluco­se(18F) an Schwangeren vor.

Nuklearmedizinische Untersuchungen an Schwangeren beinhalten auch eine Strahlenexposition des Feten. Die Verabreichung von Fludeoxygluco­se(18F) mit einer Aktivität von 400 MBq ergibt eine im Uterus absorbierte Dosis von 8,4 mGy. In diesem Dosisbereich sind ein Absterben des Feten sowie Missbildungen, Wachstumsverzöge­rungen oder funktionelle Störungen nicht zu erwarten; das Risiko für die Entstehung von Krebs und das Auftreten von Erbkrankheiten kann jedoch erhöht sein. Deshalb dürfen während einer Schwangerschaft nur zwingend erforderliche Untersuchungen durchgeführt werden, bei denen der wahrscheinliche Nutzen das Risiko für die Mutter und den Fötus bei Weitem übersteigt.

Stillzeit

Fludeoxygluco­se(18F) geht in die Muttermilch über. Vor der Verabreichung von Radiopharmaka an eine stillende Mutter ist zu prüfen, ob eine Verschiebung der Verabreichung des Radiopharmakons auf einen Zeitpunkt nach Beendigung der Stillperiode möglich ist, und ob im Hinblick auf die Ausscheidung von Radioaktivität in die Muttermilch das am besten geeignete Radiopharmakon gewählt wurde.

Falls die Verabreichung als notwendig erachtet wird, muss das Stillen nach Gabe von Fludeoxygluco­se(18F) für mindestens 12 Stunden unterbrochen und die abgepumpte Muttermilch verworfen werden.

Darüber hinaus ist aus Gründen des Strahlenschutzes während der ersten 12 Stunden nach der Injektion enger Kontakt zwischen Mutter und Säugling einzuschränken.

Fertilität

Es wurden keine Studien zur Untersuchung des Einflusses von Fludeoxygluco­se(18F) auf die Fertilität durchgeführt.

4.7    auswirkungen auf die verkehrstüchtigkeit und die fähigkeit zum bedienen von maschinen

Es sind keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen erforderlich.

4.8    nebenwirkungen

Ionisierende Strahlen können Krebs und Erbgutveränderungen verursachen. Da die meisten nuklearmedizi­nischen Untersuchungen mit niedrigen effektiven Strahlendosen von weniger als 20 mSv durchgeführt werden, sind diese Effekte mit geringer Wahrscheinlichkeit zu erwarten.

Die effektive Strahlendosis liegt bei Gabe der maximalen empfohlenen Aktivität von 400 MBq bei 7,6 mSv.

Die unerwünschten Reaktionen, die in der Literatur beschrieben wurden, sind in der untenstehenden Tabelle nach Systemorganklassen aufgelistet. Die Häufigkeit von diesen unerwünschten Reaktionen ist auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar.

Organklassensys­tem

Häufigkeit

Nebenwirkung

Erkrankungen des Immunsystems

Nicht bekannt

Überempfindlichkeit

Erkrankungen des Nervensystems

Nicht bekannt

Geschmacksstörung, Krampfanfall

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellge­webes

Nicht bekannt

Pruritus, Papel, Ausschlag, Dermatitis exfoliativa, Urtikaria, Hyperhidrosis, Angioödem

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Nicht bekannt

Unwohlsein, lokale Reaktion

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-RisikoVerhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

D-53175 Bonn

Website:

anzuzeigen.

4.9    überdosierung

Wurde eine Überdosis Fludeoxygluco­se(18F) appliziert, muss die dem Patienten verabreichte Strahlendosis durch Erhöhung der Ausscheidung des Radionuklids mittels forcierter Diurese und häufiger Blasenentleerung so weit wie möglich reduziert werden.

5.    pharmakologische eigenschaften

5.1    pharmakodynamische eigenschaften

5.1 pharmakody­namische eigenschaften

Pharmakothera­peutische Gruppe: Nuklearmedizi­nisches Diagnostikum, an­dere

Radiodiagnostika zur Tumorerkennung (ATC-Code: V09IX04)

Pharmakodynamische Wirkungen

Bei den für diagnostische Untersuchungen zur Anwendung kommenden Substanzmengen sind nach bisherigen Erkenntnissen keine pharmakodynamischen Wirkungen der Fludeoxygluco­se(18F) zu erwarten.

5.2    Pharmakokinetische Eigenschaften

5.2 Pharmakoki­netische Eigenschaften

Verteilung

Fludeoxygluco­se(18F) ist ein Glukoseanalogon, welches sich in allen Zellen anreichert, die Glukose als primäre Energiequelle verwenden. Auch in Tumoren mit einem hohen Glukoseumsatz wird Fludeoxygluco­se(18F) angereichert.

Nach intravenöser Injektion ist das pharmakokinetische Profil von Fludeoxygluco­se(18F) im Gefäßkompartiment biexponentiell. Die Verteilung im Blut erfolgt innerhalb von 1 min und die Elimination in ca. 12 min. Bei Gesunden verteilt sich Fludeoxygluco­se(18F) weitläufig im gesamten Körper, insbesondere im Gehirn und im Herz, sowie in geringerem Maße in den Lungen und der Leber.

Aufnahme durch Organe

Die zelluläre Aufnahme von Fludeoxygluco­se(18F) erfolgt über gewebsspezifische Transportsysteme, die teilweise insulinabhängig sind und daher durch Nahrungsaufnahme, Ernährungszustand sowie bestehenden Diabetes mellitus beeinflusst werden. Bei Patienten mit Diabetes mellitus kommt es aufgrund der veränderten Gewebsverteilung und Glukosestoffwechsel­raten zu einer verminderten Aufnahme von Fludeoxygluco­se(18F) in die Zellen.

Fludeoxygluco­se(18F) wird wie Glukose durch die Zellmembran transportiert, durchläuft aber nur den ersten Schritt der Glykolyse, der zur Bildung von Fludeoxygluco­se(18F)-6-phosphat führt, das in den Zellen akkumuliert und im nachfolgenden glykolytischen Abbau nicht weiter metabolisiert wird. Weil die danach folgende Dephosphorylierung durch intrazelluläre Phosphatasen langsam erfolgt, wird Fludeoxygluco­se(18F)-6-phosphat in den Geweben über mehrere Stunden retiniert („trapping“- Mechanismus).

Fludeoxygluco­se(18F) passiert die Blut-Hirn-Schranke. Ca. 7 % der injizierten Aktivität reichern sich innerhalb von 80 – 100 Minuten nach Injektion im Gehirn an. Epilepsie auslösende Herde weisen in der anfallsfreien Phase einen verminderten Glukosestoffwechsel au­f.

Ca. 3 % der injizierten Aktivität werden innerhalb von ungefähr 40 Minuten vom Myokard aufgenommen. Die Verteilung von Fludeoxygluco­se(18F) im normalen Herzen ist weitgehend homogen, jedoch sind regionale Unterschiede bis ca. 15 % im interventrikulären Septum beschrieben. Während und nach einer reversiblen myokardialen Ischämie kommt es zur vermehrten Glukoseaufnahme in die myokardiale Zelle.

0,3 % und 0,9 – 2,4 % der injizierten Aktivität werden im Pankreas bzw. in der Lunge angereichert.

Die Bindung an das Nierenparenchym ist schwach, aber aufgrund der renalen Ausscheidung von Fludeoxygluco­se(18F) weisen die gesamten Harnwege, insbesondere die Blase, eine erhöhte Aktivität auf. Fludeoxygluco­se(18F) ist außerdem in geringerem Maße an den Augenmuskel, den Pharynx und den Darm gebunden. Bei vorausgehender körperlicher Anstrengung und bei muskulärer Betätigung während der Untersuchung kann es zu einer erhöhten Aufnahme von Fludeoxygluco­se(18F) in die Muskulatur kommen.

Elimination

Die Elimination von Fludeoxygluco­se(18F) erfolgt überwiegend renal, wobei 20 % der Aktivität 2 Stunden nach der Injektion mit dem Urin ausgeschieden werden.

5.3    präklinische daten zur sicherheit

Toxikologische Studien an Mäusen und Ratten haben gezeigt, dass durch eine einzelne intravenöse Injektion von 0,0002 mg/kg keine Todesfälle beobachtet wurden.

In Studien mit einmal wöchentlicher Gabe für bis zu 3 Wochen an Mäusen und Hunden wurde bei Mäusen bei einer Dosis von 14,3 mg Fludeoxyglucose/kg Körpergewicht intraperitoneal und bei Hunden bei einer Dosis von 0,72 mg Fludeoxyglucose/kg Körpergewicht intravenös keine Toxizität beobachtet.

Weitere Untersuchungen mit wiederholter Gabe wurden nicht durchgeführt, weil Fludeoxygluco­se(18F) als Einmalgabe verabreicht wird.

Dieses Arzneimittel ist nicht für eine regelmäßige oder kontinuierliche Applikation bestimmt. Mutagenitätsstudien und Langzeitstudien zur Kanzerogenität wurden nicht durchgeführt.

6.    pharmazeutische angaben

6.1    liste der sonstigen bestandteile

0,5 mg/ml Dinatriumhydrgen­citrat

2,9 mg/ml Natriumcitrat-Dihydrat

5,0 mg/ml Natriumchlorid

Wasser für Injektionszwecke

400 – 1500 µg/ml Ethanol

1,0 µg/ml Salzsäure

6.2    inkompatibilitäten

Das Arzneimittel darf, außer mit den unter Abschnitt 12 aufgeführten, nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.

6.3    dauer der haltbarkeit

Chemische und physikalische Stabilität der Injektionslösung wurde für 12 Stunden nach Kalibrierzeitpunkt bei 25°C nachgewiesen.

Mehrfache Entnahme:

Aus mikrobiologischer Sicht sollte das Arzneimittel sofort verwendet werden, es sei denn, die Methode des Öffnen und der Entnahme und ggf. des Verdünnens schließt das Risiko einer mikrobiellen Kontamination aus. Wird das Arzneimittel nicht sofort verwendet, ist der Anwender für die Haltbarkeit nach dem ersten Öffnen und die Aufbewahrungsbe­dingungen verantwortlich.

6.4    besondere vorsichtsmaßnahmen für die aufbewahrung

In der Originalverpackung aufbewahren.

In einer bleiabgeschirmten Umgebung lagern.

Dieses Arzneimittel muss in Übereinstimmung mit den nationalen Vorschriften für radioaktives Material gelagert werden.

6.5    art und inhalt des behältnisses

6.5 art und inhalt des behältnisses

Mehrdosenbehältnis, Volumen 15 ml oder 20 ml, neutrales Glas Typ 1, verschlossen mit einem Brombutyl – Gummistopfen und einer Aluminiumkappe.

Eine Durchstechflasche enthält bis zu 13 ml bzw. 18 ml Lösung, entsprechend 300 – 3100 MBq/ml zum Kalibrierzeitpunkt.

6.6    Hinweise für die Handhabung und Entsorgung

6.6 Hinweise für die Handhabung und Entsorgung

Radioaktive Arzneimittel dürfen nur von dazu berechtigten Personen in speziell dafür bestimmten klinischen Bereichen in Empfang genommen, gehandhabt und verabreicht werden. Der Umgang und die Anwendung dieser Produkte unterliegen den Bestimmungen der zuständigen Aufsichtsbehörde und/oder entsprechenden Genehmigungen.

Radioaktive Arzneimittel dürfen nur unter Vorkehrungen zum Schutz vor ionisierenden Strahlen und unter Beachtung pharmazeutischer Qualitätsanfor­derungen zubereitet und angewendet werden.

Patienten, die radioaktive Arzneimittel erhalten haben, stellen einen Risikofaktor für andere Personen aufgrund der vom Patienten ausgehenden Strahlung oder aufgrund von Ausscheidungen der Patienten oder Kontamination durch Verschütten von Urin, Erbrochenem usw. dar. Zur Vermeidung der Exposition von Dritten und zur Vermeidung von Kontaminationen sind die den nationalen Strahlenschut­zverordnungen entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen zu treffen.

Radioaktiver Abfall muss in Übereinstimmung mit den geltenden nationalen und internationalen Vorschriften beseitigt werden.

7.    inhaber der zulassung

EURO-PET

Positronen Emissions Tomographie Untersuchungszen­trum GmbH

Im Haus Frerichs – Universitätskli­nikum Freiburg

Hugstetter Str. 55

79106 Freiburg

8.    zulassungsnummer

99430.00.00

9.    datum der erteilung der zulassung/verlängerung der zulassung

28.06.2019

10.    stand der information

10. stand der information

März 2021

11.    DOSIMETRIE

Gemäß der ICRP Publikation 106 werden vom Patienten folgende Strahlendosen absorbiert:

Organ

Absorbierte Dosis pro verabreichter Aktivität (mGy/MBq)

Erwachsene

15-Jährige

10-Jährige

5-Jährige

1-Jährige

Nebennieren

0,012

0,016

0,024

0,039

0,071

Blase

0,130

0,160

0,250

0,340

0,470

Knochenoberfläche

0,011

0,014

0,022

0,034

0,064

Gehirn

0,038

0,039

0,041

0,046

0,063

Brust

0,0088

0,011

0,018

0,029

0,056

Gallenblase

0,013

0,016

0,024

0,037

0,070

Gastro-Intestinal-Trakt

Magen

0,011

0,014

0,022

0,035

0,067

Dünndarm

0,012

0,016

0,025

0,040

0,073

Dickdarm

0,013

0,016

0,025

0,039

0,070

(oberer Anteil)

0,012

0,015

0,024

0,038

0,070

(unterer Anteil)

0,014

0,017

0,027

0,041

0,070

Herz

0,067

0,087

0,130

0,210

0,380

Nieren

0,017

0,021

0,029

0,045

0,078

Leber

0,021

0,028

0,042

0,063

0,120

Lungen

0,020

0,029

0,041

0,062

0,120

Muskeln

0,010

0,013

0,020

0,033

0,062

Ösophagus

0,012

0,015

0,022

0,035

0,066

Ovarien

0,014

0,018

0,027

0,043

0,076

Pankreas

0,013

0,016

0,026

0,040

0,076

Rotes Knochenmark

0,011

0,014

0,021

0,032

0,059

Haut

0,0078

0,0096

0,015

0,026

0,050

Milz

0,011

0,014

0,021

0,035

0,066

Testes

0,011

0,014

0,024

0,037

0,066

Thymus

0,012

0,015

0,022

0,035

0,066

Schilddrüse

0,010

0,013

0,021

0,034

0,065

Uterus

0,018

0,022

0,036

0,054

0,090

Sonstige Organe

0,012

0,015

0,024

0,038

0,064

Effektive Dosis pro verabreichter Aktivität (mSv/MBq)

0,019

0,024

0,037

0,056

0,095

Für Fludeoxygluco­se(18F) beträgt die effektive Dosis, die aus der Anwendung einer maximal empfohlenen Radioaktivität von 400 MBq resultiert, 7,6 mSv (für eine Person mit einem Gewicht von 70 kg). Hierbei werden folgende Strahlendosen an die kritischen Organe abgegeben: Blase: 52 mGy; Herz: 27 mGy; Gehirn: 15 mGy.

12.    ANWEISUNGEN ZUR ZUBEREITUNG VON RADIOAKTIVEN ARZNEIMITTELN

Vor dem Gebrauch ist die Verpackung zu überprüfen und die Patientendosis in einem Aktivitätsmessgerät zu kontrollieren. Die Lösung kann mit Natriumchlorid-Lösung 9 mg/ml (0,9 %) verdünnt werden.

FDG Freiburg 300 – 3100 MBq/mL, Injektionslösung muss in adäquater Abschirmung gelagert und gehandhabt werden, um Patienten und Krankenhauspersonal bestmöglich zu schützen. Es wird empfohlen, sich durch die Verwendung einer abgeschirmten Spritze vor den Auswirkungen der Gamma-Strahlung zu schützen.

Dieses Arzneimittel enthält keine Konservierungsstof­fe. Die Entnahme des Arzneimittels darf nur unter aseptischen Bedingungen vorgenommen werden. Die Entnahme aus der Injektionsflasche darf erst nach Desinfektion des Gummistopfens erfolgen. Die Lösung muss durch Gummistopfen mit einer Einmalspritze und einer Einmalkanüle unter Beachtung einer geeigneten Strahlenabschirmung entnommen werden, um eine einzelne Dosis zu verabreichen. Alternativ kann ein für diesen Zweck als Medizinprodukt zertifiziertes automatisiertes bzw. ferngesteuertes Applikationssystem genutzt werden. Die Verwendung solch eines Applikationssystems in Kombination mit dem Liefergefäß von FDG-Freiburg ist nur für einen einzelnen Patienten zulässig. Den Vorgaben der Hersteller des als Medizinprodukt für diesen Verwendungszweck zertifizierten Applikationssystem ist unbedingt Folge zu leisten. FDG Freiburg 300 – 3100 MBq/mL, Injektionslösung darf nicht angewendet werden, wenn der Behälter beschädigt ist.

Qualitätskontrolle

Die Lösung muss vor Gebrauch visuell untersucht werden. Nur klare Lösungen frei von sichtbaren Partikeln dürfen verwendet werden.

Das Medikament ist im ATC-Baum enthalten: