Fachinformation - Ibuprofen AL 400 mg Filmtabletten
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Ibuprofen AL 400 mg Filmtabletten
Ibuprofen AL 600 mg Filmtabletten
Ibuprofen AL 800 mg Filmtabletten
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Ibuprofen AL 400 mg Filmtabletten
Jede Filmtablette enthält 400 mg Ibuprofen.
Ibuprofen AL 600 mg Filmtabletten
Jede Filmtablette enthält 600 mg Ibuprofen.
Ibuprofen AL 800 mg Filmtabletten
Jede Filmtablette enthält 800 mg Ibuprofen.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Filmtablette.
Ibuprofen AL 400 mg Filmtabletten
Ovale (14 mm x 8 mm im Durchmesser), weiße bis cremefarbene Filmtablette mit der Prägung „I 6” auf einer Seite.
Ibuprofen AL 600 mg Filmtabletten
Kapselförmige (17 mm x 9 mm im Durchmesser), weiße bis cremefarbene Filmtablette mit der Prägung „I 7” auf einer Seite.
Ibuprofen AL 800 mg Filmtabletten
Kapselförmige (19 mm x 9 mm im Durchmesser), weiße bis cremefarbene Filmtablette mit der Prägung „I 10” auf einer Seite.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Ibuprofen AL 400 mg/ -600 mg /-800 mg Filmtabletten sind zur symptomatischen Behandlung von Schmerz und Entzündung bei Arthritiden (z. B. rheumatoide Arthritis), bei Reizzuständen bei degenerativen arthrotischen Erkrankungen (z. B. bei Arthrosen) und schmerzhaften Schwellungen und Entzündungen nach Weichteilverletzungen indiziert.
Ibuprofen AL 400 mg Filmtabletten ist auch indiziert zur symptomatischen Behandlung von leichten bis mäßig starken Schmerzen und/oder Fieber bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren (ab 40 kg Körpergewicht).
Ibuprofen AL 600 mg Filmtabletten ist indiziert bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 50 kg Körpergewicht (ab 15 Jahren).
Ibuprofen AL 800 mg Filmtabletten ist indiziert bei Erwachsenen.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Dosierung
Die Behandlung sollte mit der niedrigsten Dosis beginnen, die voraussichtlich wirksam ist, und anschließend je nach therapeutischem Ansprechen und etwaigen Nebenwirkungen angepasst werden. Bei einer Langzeitbehandlung sollte eine niedrige Erhaltungsdosis angestrebt werden.
Nebenwirkungen können minimiert werden, wenn die zur Symptomkontrolle erforderliche niedrigste wirksame Dosis über den kürzest möglichen Zeitraum angewendet wird (siehe Abschnitt 4.4).
Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren (≥ 40 kg)
Rheumatische Erkrankungen und schmerzhafte Schwellungen und Entzündungen nach Weichteilverletzungen
400 mg bis 800 mg dreimal täglich. Zwischen den Dosen sollte ein Abstand von mindestens 4-6 Stunden eingehalten werden. Zur schnelleren Linderung der Morgensteifigkeit kann die erste Dosis auf nüchternen Magen verabreicht werden. Bei Niereninsuffizienz sollte die Dosis reduziert werden.
Die maximale Dosis innerhalb von 24 Stunden beträgt 2 400 mg.
Leichte bis mäßig starke Schmerzen
400 mg als Einzeldosis oder zwei- bis dreimal täglich. Zwischen den Dosen sollte ein Abstand von mindestens 4-6 Stunden eingehalten werden. Einzeldosen über 400 mg zeigen keine zusätzliche schmerzstillende Wirkung.
Die maximale Dosis innerhalb von 24 Stunden beträgt 1 200 mg.
Fieber
400 mg ein- bis dreimal täglich nach Bedarf. Zwischen den Dosen sollte ein Abstand von mindestens 4-6 Stunden eingehalten werden.
Die maximale Dosis innerhalb von 24 Stunden beträgt 1 200 mg.
Kinder und Jugendliche
Kinder unter 12 Jahren (< 40 kg)
Ibuprofen AL wird für Kinder unter 12 Jahren nicht empfohlen. Für diese Patientengruppe sind andere Darreichungsformen im Markt erhältlich.
Ältere Patienten
Ältere Patienten haben ein erhöhtes Risiko für schwerwiegende Folgen von Nebenwirkungen. Wenn ein NSAR als notwendig erachtet wird, sollte die niedrigste wirksame Dosis für den kürzest möglichen Zeitraum angewendet werden. Der Patient sollte während der NSAR-Therapie regelmäßig auf gastrointestinale Blutungen überwacht werden. Wenn die Nieren- oder Leberfunktion beeinträchtigt ist, sollte die Dosis individuell angepasst werden.
Eingeschränkte Nierenfunktion
Bei Patienten mit Nierenfunktionsstörung ist bei der Dosierung von Ibuprofen Vorsicht geboten. Die Dosierung sollte individuell angepasst werden. Die Dosis sollte so niedrig wie möglich gehalten werden und die Nierenfunktion sollte überwacht werden (siehe Abschnitte 4.3, 4.4 und 5.2).
Eingeschränkte Leberfunktion (siehe Abschnitt 5.2)
Bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen ist bei der Dosierung Vorsicht geboten. Die Dosierung sollte individuell angepasst und die Dosis so niedrig wie möglich gehalten werden (siehe Abschnitte 4.3, 4.4 und 5.2).
Art der Anwendung
Die Tabletten sollten mit einem Glas Wasser eingenommen werden. Die Tabletten sind im Ganzen zu schlucken und sollten nicht gekaut, zerbrochen, zerkleinert oder gelutscht werden, um Beschwerden im Mundraum und Reizungen im Rachen zu vermeiden. Patienten mit empfindlichem Magen wird empfohlen, Ibuprofen zusammen mit einer Mahlzeit einzunehmen. Bei Einnahme kurz nach dem Essen kann sich der Wirkungseintritt von Ibuprofen verzögern.
4.3 Gegenanzeigen
- Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten Hilfsstoffe.
- bestehendes Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür oder wiederkehrende gastrointestinale Ulzera/Blutungen in der Anamnese (mindestens zwei eindeutige Episoden nachgewiesener Ulzeration oder Blutung).
- Schwere Leberfunktionsstörung.
- Schwere Herzinsuffizienz (NYHA-Klasse IV).
- Schwere Nierenfunktionsstörung (glomeruläre Filtrationsrate unter 30 ml/min).
- Erkrankungen, die mit einer erhöhten Blutungsneigung einhergehen.
- Gastrointestinale Blutungen oder Perforation in der Anamnese im Zusammenhang mit einer vorherigen Behandlung mit nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR).
- drittes Trimester der Schwangerschaft.
- Aufgrund von Kreuzreaktionen sollte Ibuprofen nicht bei Patienten angewendet werden, die nach Einnahme von Acetylsalicylsäure oder anderen NSAR Symptome von Asthma, Rhinitis oder Urtikaria entwickelt haben.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Allgemeine Vorsichtsmaßnahmen
Nebenwirkungen können minimiert werden, wenn die zur Symptomkontrolle erforderliche niedrigste wirksame Dosis über den kürzest möglichen Zeitraum angewendet wird (siehe Abschnitt 4.2 sowie gastrointestinale und kardiovaskuläre Wirkungen weiter unten).
Bei längerer Anwendung jeglicher Art von Schmerzmitteln können Kopfschmerzen auftreten, die nicht durch eine Erhöhung der Dosis des Arzneimittels behandelt werden dürfen.
Bei Anwendung von NSAR können durch gleichzeitigen Konsum von Alkohol wirkstoffbedingte Nebenwirkungen, insbesondere solche, die den Gastrointestinaltrakt oder das zentrale Nervensystem betreffen, verstärkt werden.
Es gibt Hinweise darauf, dass Arzneimittel, die die Cyclooxygenase-/Prostaglandinsynthese hemmen, durch eine Wirkung auf den Eisprung die Fruchtbarkeit von Frauen beeinträchtigen können. Diese Wirkung ist nach Absetzen der Behandlung reversibel.
Kardiovaskuläre Wirkungen
Eine angemessene Überwachung und Beratung von Patienten mit Hypertonie und/oder leichter bis mittelschwerer dekompensierter Herzinsuffizienz in der Anamnese sind erforderlich, da Flüssigkeitseinlagerungen und Ödeme im Zusammenhang mit einer NSAR-Therapie berichtet wurden.
Klinische Studien weisen darauf hin, dass die Anwendung von Ibuprofen, insbesondere in hohen Dosen (2 400 mg/Tag) möglicherweise mit einem geringfügig erhöhten Risiko arterieller thrombotischer Ereignisse (z. B. Myokardinfarkt oder Schlaganfall) assoziiert ist. Insgesamt weisen epidemiologische Studien nicht darauf hin, dass Ibuprofen in niedrigen Dosen (z. B. ≤ 1 200 mg/Tag) mit einem erhöhten Risiko arterieller thrombotischer Ereignisse assoziiert ist.
Bei Patienten mit unkontrollierter Hypertonie, Herzinsuffizienz (NYHA II-III), bestehender ischämischer Herzkrankheit, peripherer arterieller Verschlusskrankheit und/oder zerebrovaskulärer Erkrankung sollte Ibuprofen nur nach sorgfältiger Abwägung angewendet und hohe Dosen (2 400 mg/Tag) sollten vermieden werden.
Eine sorgfältige Abwägung sollte auch vor Beginn einer Langzeitbehandlung von Patienten mit Risikofaktoren für kardiovaskuläre Ereignisse (z. B. Hypertonie, Hyperlipidämie, Diabetes mellitus, Rauchen) stattfinden, insbesondere wenn hohe Dosen von Ibuprofen (2 400 mg/Tag) erforderlich sind.
Bei der Behandlung von Patienten mit Hypertonie und/oder Herzinsuffizienz in der Anamnese ist Vorsicht geboten, da im Zusammenhang mit der Behandlung mit NSAR über Flüssigkeitseinlagerungen und Ödeme berichtet wurde.
Bei mit Ibuprofen behandelten Patienten wurden Fälle von Kounis-Syndrom berichtet. Das Kounis-Syndrom umfasst kardiovaskuläre Symptome infolge einer allergischen Reaktion oder Überempfindlichkeitsreaktion mit einer Verengung der Koronararterien und kann potenziell zu einem Myokardinfarkt führen.
Gastrointestinale Blutungen, Ulzera und Perforationen
Es besteht ein enger Zusammenhang zwischen der Dosis und schweren gastrointestinalen Blutungen. Die gleichzeitige Anwendung von Ibuprofen und anderen NSAR, einschließlich selektiver Cyclooxygenase-2 (COX-2)-Hemmer, sollte vermieden werden.
Ältere Patienten haben ein erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen bei der Behandlung mit NSAR, insbesondere für gastrointestinale Blutungen und Perforationen, die tödlich sein können.
Gastrointestinale Blutungen, Ulzera oder Perforationen, auch mit letalem Ausgang, wurden unter allen NSAR berichtet. Sie traten mit oder ohne vorherige Warnsymptome oder schwerwiegende gastrointestinale Ereignisse in der Anamnese zu jedem Zeitpunkt der Therapie auf.
Das Risiko gastrointestinaler Blutung, Ulzera oder Perforation ist höher mit steigenden NSAR-Dosis und bei Patienten mit Ulzera in der Anamnese, insbesondere mit den Komplikationen Blutung oder Perforation (siehe Abschnitt 4.3), und bei älteren Patienten. Diese Patienten sollten die Behandlung mit der niedrigsten verfügbaren Dosis beginnen.
Eine Behandlung mit schleimhautschützenden Arzneimitteln (z. B. Misoprostol oder Protonenpumpenhemmern) sollte für diese Patienten sowie für Patienten, die niedrige Dosen von Acetylsalicylsäure oder anderen Arzneimitteln einnehmen, die das Risiko gastrointestinaler Nebenwirkungen erhöhen können, in Betracht gezogen werden (siehe unten und Abschnitt 4.5).
Patienten mit gastrointestinalen Reaktionen in der Anamnese, insbesondere ältere Patienten, sollten angewiesen werden, auf ungewöhnliche Symptome im Bauchraum (vor allem gastrointestinale Blutungen), insbesondere zu Beginn der Behandlung, zu achten und bei Auftreten solcher Symptome ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Vorsicht ist angeraten, wenn die Patienten gleichzeitig Arzneimittel einnehmen, die das Risiko für Ulzera oder Blutungen erhöhen können, wie z.B. orale Kortikosteroide, Antikoagulanzien wie Warfarin, selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer oder Thrombozytenaggregationshemmer wie Acetylsalicylsäure (siehe Abschnitt 4.5).
Wenn es bei Patienten unter Ibuprofen zu gastrointestinalen Blutungen oder Ulzera kommt, ist die Behandlung abzubrechen.
NSAR sollten bei Patienten mit gastrointestinalen Erkrankungen in der Anamnese, z. B. Colitis ulcerosa und Morbus Crohn, mit Vorsicht angewendet werden, da diese Erkrankungen verschlimmert werden können (siehe Abschnitt 4.8).
Renale Wirkungen
Bei dehydrierten Patienten ist Vorsicht geboten. Es besteht ein Risiko für Nierenfunktionsstörungen insbesondere bei dehydrierten Kindern, Jugendlichen und älteren Patienten.
Wie bei anderen NSAR hat die Langzeitanwendung von Ibuprofen zu Papillennekrosen und anderen pathologischen Veränderungen in der Niere geführt. Nierentoxizität wurde auch bei Patienten beobachtet, bei denen renale Prostaglandine eine kompensatorische Rolle bei der Aufrechterhaltung einer normalen Nierendurchblutung spielen. Bei diesen Patienten kann die Anwendung eines NSAR zu einer dosisabhängigen Verringerung der Prostaglandinbildung und in zweiter Linie zu einer Verringerung des renalen Blutflusses führen, was zu Nierenversagen führen kann. Am stärksten gefährdet sind Patienten mit Nierenfunktionsstörungen, Herzinsuffizienz, Leberfunktionsstörung, ältere Patienten und Patienten, die Diuretika oder ACE-Hemmer einnehmen. Die Symptome sind in der Regel nach Absetzen des NSAR reversibel.
Bei Patienten mit Nieren-, Leber- oder Herzinsuffizienz ist die niedrigste wirksame Dosis für die kürzestmögliche Dauer anzuwenden und die Nierenfunktion zu überwachen, insbesondere bei Patienten unter Langzeitanwendung (siehe auch Abschnitt 4.3).
Hämatologische Wirkungen
Ibuprofen kann die Thrombozytenaggregation hemmen, was zu einer Verlängerung der Blutungszeit führt.
Atemwegserkrankungen
Vorsicht ist geboten, wenn Ibuprofen bei Patienten angewendet wird, die an Bronchialasthma, chronischer Rhinitis oder allergischen Erkrankungen leiden oder in der Vergangenheit daran gelitten haben, da Ibuprofen bei solchen Patienten Bronchospasmen, Urtikaria oder Angioödeme verursachen kann.
Schwere Hautreaktionen
Schwere Hautreaktionen, einschließlich exfoliative Dermatitis, Erythema multiforme, Stevenson-Johnson-Syndrom (SJS), toxische epidermale Nekrolyse (TEN), Arzneimittelreaktion mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS-Syndrom) und akute generalisierte exanthematische Pustulose (AGEP), die lebensbedrohlich oder tödlich sein können, wurden im Zusammenhang mit der Anwendung von Ibuprofen berichtet (siehe Abschnitt 4.8). Die meisten dieser Reaktionen traten innerhalb des ersten Monats auf.
Wenn Anzeichen und Symptome auftreten, die auf diese Reaktion hinweisen, sollte Ibuprofen unverzüglich abgesetzt und eine angemessene alternative Behandlung in Betracht gezogen werden.
Infektionen und parasitäre Erkrankungen
In Ausnahmefällen kann es zu einem Auftreten von schweren Hautinfektionen und Weichteilkomplikationen während einer Varizelleninfektion kommen. Bis jetzt kann die Beteiligung von NSAR an einer Verschlimmerung dieser Infektionen nicht ausgeschlossen werden. Es ist daher empfehlenswert, die Anwendung von Ibuprofen bei Vorliegen einer Varizellen-Infektion zu vermeiden.
Maskierung der Symptome der zugrunde liegenden Infektionen und Fieber
Ibuprofen AL kann Infektionssymptome maskieren, was zu einem verspäteten Einleiten einer geeigneten Behandlung und damit zur Verschlechterung der Infektion führen kann. Dies wurde bei bakteriellen, ambulant erworbenen Pneumonien und bakteriell verursachten Komplikationen bei Varizellen beobachtet. Wenn Ibuprofen AL zur Behandlung von Fieber oder Schmerzen im Zusammenhang mit einer Infektion verabreicht wird, wird eine Überwachung der Infektion empfohlen. Ambulant behandelte Patienten sollten einen Arzt konsultieren, falls die Symptome anhalten oder sich verschlimmern.
Aseptische Meningitis
In seltenen Fällen wurde bei Patienten unter Ibuprofen-Therapie eine aseptische Meningitis beobachtet. Obgleich sie wahrscheinlich eher bei Patienten mit systemischem Lupus erythematodes (SLE) und verwandten Bindegewebserkrankungen auftritt, wurde sie auch bei Patienten ohne zugrunde liegende chronische Erkrankung berichtet.
Patienten mit Magen-Darm-Problemen, SLE, hämatologischen Erkrankungen oder Gerinnungsstörungen und Asthma sollten mit Vorsicht behandelt werden und engmaschig überwacht werden, da sich ihr Zustand durch die NSAR verschlimmern kann.
Beeinträchtigte weibliche Fertilität
Es gibt Hinweise darauf, dass Arzneimittel, die die Cyclooxygenase-/Prostaglandinsynthese hemmen, durch eine Wirkung auf den Eisprung die weibliche Fertilität beeinträchtigen können. Diese Wirkung ist nach Absetzen der Behandlung reversibel (siehe Abschnitt 4.6).
Sonstige Bestandteile
Ibuprofen AL enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Filmtablette, d.h., es ist nahezu „natriumfrei“.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Die folgenden Kombinationen mit Ibuprofen sollten vermieden werden
Dicumarol-Gruppe
NSAR können die Wirkung von Antikoagulanzien wie Warfarin verstärken Experimentelle Studien zeigen, dass Ibuprofen die Wirkung von Warfarin auf die Blutungszeit verstärkt. NSAR und Wirkstoffe der Dicumarol-Gruppe werden durch dasselbe Enzym, CYP2C9, metabolisiert.
Thrombozytenaggregationshemmer
NSAR sollten aufgrund der additiven Hemmung der Thrombozytenfunktion nicht mit Thrombozytenaggregationshemmern wie Ticlopidin kombiniert werden (siehe unten).
Methotrexat
NSAR hemmen die tubuläre Sekretion von Methotrexat, wodurch es auch zu einer verminderten Clearance von Methotrexat kommen kann. Daher sollte bei einer hochdosierten Behandlung mit Methotrexat die Verordnung von NSAR grundsätzlich vermieden werden (siehe unten).
Acetylsalicylsäure
Die gleichzeitige Verabreichung von Ibuprofen und Acetylsalicylsäure wird im Allgemeinen aufgrund des Potenzials für vermehrte Nebenwirkungen nicht empfohlen.
Experimentelle Daten weisen darauf hin, dass Ibuprofen die Wirkung niedrig dosierter Acetylsalicylsäure auf die Thrombozytenaggregation kompetitiv hemmen kann, wenn beide gleichzeitig verabreicht werden. Obwohl Unsicherheiten in Bezug auf die Extrapolation dieser Daten auf die klinische Situation bestehen, kann die Möglichkeit, dass eine regelmäßige Langzeitanwendung von Ibuprofen die kardioprotektive Wirkung niedrig dosierter Acetylsalicylsäure reduzieren kann, nicht ausgeschlossen werden. Bei gelegentlicher Anwendung von Ibuprofen ist eine klinisch relevante Wechselwirkung nicht wahrscheinlich (siehe Abschnitt 5.1).
Herzglykoside
NSAR können eine Herzinsuffizienz verschlimmern, die glomeruläre Filtration verringern und den Plasmaspiegel von Herzglykosiden (z. B. Digoxin) erhöhen.
Mifepriston
Aufgrund der antiprostaglandinischen Eigenschaften von nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR), einschließlich Acetylsalicylsäure, kann es theoretisch zu einer Verringerung der Wirksamkeit des Arzneimittels kommen. Begrenzte Erkenntnisse deuten darauf hin, dass die gleichzeitige Anwendung von NSAR am Tag der Prostaglandinverabreichung die Wirkung von Mifepriston oder Prostaglandin auf die Reifung des Gebärmutterhalses oder die Kontraktilität der Gebärmutter nicht beeinträchtigt und die klinische Wirksamkeit des medikamentösen Schwangerschaftsabbruchs nicht verringert.
Sulfonylharnstoffe
Bei gleichzeitiger Einnahme eines Sulfonylharnstoffs und Ibuprofen wurden seltene Fälle einer Hypoglykämie beschrieben.
Zidovudin
Es gibt Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für Hämarthrosen und Hämatome bei HIV-positiven Hämophilie-Patienten, die gleichzeitig Zidovudin und Ibuprofen anwenden.
Bei folgenden Kombinationen mit Ibuprofen kann eine Dosisanpassung erforderlich sein
NSAR können die Wirkung von Diuretika und anderen Antihypertensiva verringern.
Diuretika können auch das Risiko einer Nephrotoxizität von NSAR erhöhen.
NSAR können die Ausscheidung von Aminoglykosiden verringern. Kinder: Bei einer gleichzeitigen Behandlung mit Ibuprofen und Aminoglykosiden ist Vorsicht geboten.
Lithium: Ibuprofen verringert die renale Clearance von Lithium, wodurch der Lithiumspiegel im Serum ansteigen kann. Die Kombination sollte vermieden werden, es sei denn, es können häufige Kontrollen des Lithiumspiegels im Serum durchgeführt und die Lithiumdosis gegebenenfalls reduziert werden.
ACE-Hemmer, Angiotensin-II-Antagonisten und Diuretika
Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion (z. B. dehydrierten und/oder älteren Patienten) besteht ein erhöhtes Risiko für ein akutes Nierenversagen, das in der Regel reversibel ist, wenn die Behandlung mit ACE-Hemmern oder Angiotensin-II-Antagonisten gleichzeitig mit NSAR, einschließlich selektiver Cyclooxygenase-2-Hemmern, erfolgt. Die Kombination sollte daher bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion, insbesondere bei älteren Patienten, nur mit Vorsicht angewendet werden. Die Patienten müssen angewiesen werden, eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme einzuhalten, und eine regelmäßige Kontrolle der Nierenwerte sollte nach Beginn der Kombinationstherapie sowie in regelmäßigen Abständen während der Behandlung in Betracht gezogen werden (siehe Abschnitt 4.4).
Betarezeptorenblocker
NSAR wirken der blutdrucksenkenden Wirkung von Betarezeptorenblockern entgegen.
Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI)
SSRI und NSAR erhöhen jeweils das Risiko von Blutungen, z. B. im Magen-Darm-Trakt. Dieses Risiko wird durch eine Kombinationstherapie erhöht. Der Mechanismus könnte möglicherweise mit einer verminderten Serotoninaufnahme in den Thrombozyten zusammenhängen (siehe Abschnitt 4.4).
Ciclosporin
Die gleichzeitige Anwendung von NSAR und Ciclosporin kann vermutlich das Risiko einer Nephrotoxizität aufgrund einer verminderten Prostacyclinsynthese in der Niere erhöhen. Daher muss bei einer Kombinationsbehandlung die Nierenfunktion engmaschig überwacht werden.
Captopril
Experimentelle Studien weisen darauf hin, dass Ibuprofen der Wirkung von Captopril auf die Natriumausscheidung entgegenwirkt.
Colestyramin
Die gleichzeitige Anwendung von Ibuprofen und Colestyramin verzögert und reduziert (um 25 %) die Resorption von Ibuprofen. Diese Arzneimittel sollten in einem Abstand von mindestens 2 Stunden verabreicht werden.
Thiazide, thiazidähnliche Präparate und Schleifendiuretika
NSAR können der diuretischen Wirkung von Furosemid und Bumetanid möglicherweise durch Hemmung der Prostaglandinsynthese entgegenwirken. Sie können auch der blutdrucksenkenden Wirkung von Thiaziden entgegenwirken.
Tacrolimus
Die gleichzeitige Anwendung von NSAR und Tacrolimus kann vermutlich das Risiko einer Nephrotoxizität aufgrund einer verminderten Prostacyclinsynthese in der Niere erhöhen.
Dementsprechend sollte bei einer Kombinationsbehandlung die Nierenfunktion engmaschig überwacht werden.
Methotrexat
Das Risiko einer möglichen Wechselwirkung zwischen einem NSAR und Methotrexat sollte auch im Zusammenhang mit einer niedrig dosierten Behandlung mit Methotrexat berücksichtigt werden, insbesondere bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen. Bei jeder Kombinationsbehandlung sollte die Nierenfunktion überwacht werden. Vorsicht ist geboten, wenn sowohl ein NSAR als auch Methotrexat innerhalb von 24 Stunden verabreicht werden, da die Plasmaspiegel von Methotrexat ansteigen können, was zu einer erhöhten Toxizität führt (siehe oben).
Kortikosteroide
Eine gleichzeitige Behandlung führt zu einem erhöhten Risiko für gastrointestinale Ulzera oder Blutungen.
Thrombozytenaggregationshemmer
Erhöhtes Risiko gastrointestinaler Blutungen (siehe oben).
CYP2C9-Inhibitoren
Die gleichzeitige Anwendung von Ibuprofen und CYP2C9-Inhibitoren kann die Exposition gegenüber Ibuprofen (CYP2C9-Substrat) erhöhen. In einer Studie mit Voriconazol und Fluconazol (CYP2C9-Hemmer) wurde eine um 80-90% erhöhte Exposition gegenüber S(+)-Ibuprofen gezeigt. Bei gleichzeitiger Anwendung mit starken CYP2C9-Inhibitoren sollte eine Reduktion der Ibuprofen-Dosis in Betracht gezogen werden, insbesondere wenn hohe Dosen von Ibuprofen zusammen mit entweder Voriconazol oder Fluconazol angewendet wird.
Interaktionsstudien wurden nur an Erwachsenen durchgeführt
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Schwangerschaft
Die Hemmung der Prostaglandinsynthese kann die Schwangerschaft und/oder die embryo-fetale Entwicklung negativ beeinflussen. Daten aus epidemiologischen Studien weisen auf ein erhöhtes Risiko für Fehlgeburten sowie kardiale Missbildungen und Gastroschisis nach der Anwendung eines Prostaglandinsynthesehemmers in der Frühschwangerschaft hin. Das absolute Risiko für kardiovaskuläre Missbildungen stieg von weniger als 1 % auf etwa 1,5 % an. Es wird angenommen, dass das Risiko mit der Dosis und der Dauer der Therapie steigt.
Bei Tieren wurde nachgewiesen, dass die Gabe eines Prostaglandinsynthesehemmers zu erhöhtem prä- und post-implantärem Verlust und zu embryo-fetaler Letalität führt. Ferner wurden erhöhte Inzidenzen verschiedener Missbildungen, einschließlich kardiovaskulärer Missbildungen, bei Tieren berichtet, die während der Phase der Organogenese einen Prostaglandinsynthesehemmer erhielten.
Ab der 20. Schwangerschaftswoche kann die Anwendung von Ibuprofen ein durch eine fötale Nierenfunktionsstörung ausgelöstes Oligohydramnion verursachen. Dies kann kurz nach Beginn der Behandlung auftreten und ist in der Regel nach Absetzen der Behandlung reversibel. Zusätzlich wurden Fälle berichtet, bei denen nach der Behandlung im zweiten Schwangerschaftstrimenon eine Verengung des Ductus arteriosus auftrat, wobei sich diese in den meisten Fällen nach dem Absetzen der Behandlung zurückgebildet hat. Somit sollte Ibuprofen während des ersten und zweiten Schwangerschaftstrimenons nicht gegeben werden, es sei denn, dies ist unbedingt notwendig. Wenn Ibuprofen bei einer Frau angewendet wird, die versucht, schwanger zu werden oder sich im ersten oder zweiten Schwangerschaftstrimenon befindet wird, sollte die Dosis so gering wie möglich und die Behandlungsdauer so kurz wie möglich gehalten werden. Nach einer mehrtägigen Einnahme von Ibuprofen ab der 20. Schwangerschaftswoche sollte eine pränatale Überwachung hinsichtlich eines Oligohydramnions und einer Verengung des Ductus arteriosus in Betracht gezogen werden. Ibuprofen sollte abgesetzt werden, wenn ein Oligohydramnion oder eine Verengung des Ductus arteriosus festgestellt wird.
Während des dritten Schwangerschaftstrimenons können alle Prostaglandinsynthesehemmer
den Fötus folgenden Risiken aussetzen:
- kardiopulmonale Toxizität (vorzeitige Verengung/vorzeitiger Verschluss des Ductus arteriosus und pulmonale Hypertonie);
- Nierenfunktionsstörung (siehe oben);
die Mutter und das Neugeborene am Ende der Schwangerschaft folgenden Risiken aussetzen:
- mögliche Verlängerung der Blutungszeit, ein thrombozytenaggregationshemmender Effekt, der auch bei sehr geringen Dosen auftreten kann,
- Hemmung der Uteruskontraktionen, die zu verzögerten Wehen oder einem verlängerten Geburtsvorgang führen kann.
Daher ist Ibuprofen im dritten Schwangerschaftstrimenon kontraindiziert (siehe Abschnitte 4.3 und 5.3).
Stillzeit
Der Wirkstoff Ibuprofen geht in die Muttermilch über, aber bei therapeutischen Dosen während einer kurzzeitigen Behandlung scheint das Risiko eines Einflusses auf den Säugling unwahrscheinlich. Wird eine längere Anwendung bzw. Einnahme höherer Dosen verordnet, sollte jedoch ein frühzeitiges Abstillen in Betracht gezogen werden.
Fertilität
Die Anwendung von Ibuprofen kann die weibliche Fertilität beeinträchtigen und wird bei Frauen, die schwanger werden möchten, nicht empfohlen. Bei Frauen, die Schwierigkeiten haben, schwanger zu werden, oder bei denen Untersuchungen zur Infertilität durchgeführt werden, sollte das Absetzen von Ibuprofen in Betracht gezogen werden.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
Nach der Anwendung von Ibuprofen kann die Reaktionszeit bei bestimmten Patienten beeinträchtigt sein. Dies sollte berücksichtigt werden, wenn erhöhte Wachsamkeit erforderlich ist, z. B. beim Autofahren. Dies gilt in verstärktem Maße im Zusammenwirken mit Alkohol.
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des Sicherheitsprofils
Die für Ibuprofen gemeldeten unerwünschten Arzneimittelwirkungen ähneln denen anderer NSAR.
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
Die am häufigsten beobachteten Nebenwirkungen betreffen den Gastrointestinaltrakt. Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Blähungen, Verstopfung, Dyspepsie, Bauchschmerzen, Meläna, Hämatemesis, ulzerative Stomatitis, gastrointestinale Blutungen sowie Verschlimmerung von Colitis und Morbus Crohn (siehe Abschnitt 4.4) sind nach Anwendung von Ibuprofen berichtet worden. Weniger häufig wurden Gastritis, Zwölffingerdarmgeschwür und Magengeschwür sowie gastrointestinale Perforationen beobachtet.
Magen-Darm-Geschwüre, Perforationen oder Blutungen können manchmal tödlich sein, insbesondere bei älteren Patienten (siehe Abschnitt 4.4).
Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes
In Ausnahmefällen kann es zu einem Auftreten von schweren Hautinfektionen und Weichteilkomplikationen während einer Varizelleninfektion kommen. Verschlechterung infektionsbedingter Entzündungen (z. B. Entwicklung einer nekrotisierenden Fasziitis) sind im Zusammenhang mit der Anwendung von NSAR beschrieben worden.
Herz- und Gefäßerkrankungen
Klinische Studien weisen darauf hin, dass die Anwendung von Ibuprofen insbesondere in hohen Dosen (2 400 mg/Tag) möglicherweise mit einem geringfügig erhöhten Risiko arterieller thrombotischer Ereignisse (zum Beispiel Myokardinfarkt oder Schlaganfall) assoziiert ist (siehe Abschnitt 4.4).
Ödeme, Bluthochdruck und Herzinsuffizienz wurden im Zusammenhang mit NSAR-Behandlung berichtet.
Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
Ibuprofen kann durch reversible Hemmung der Thrombozytenaggregation zu einer Verlängerung der Blutungszeit führen.
Infektionen und parasitäre Erkrankungen
In den meisten Fällen, in denen über aseptische Meningitis berichtet wurde, lag eine Form einer zugrunde liegenden Autoimmunerkrankung vor (insbesondere systemischer Lupus erythematodes und verwandte Bindegewebserkrankungen).
Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen
Nebenwirkungen, die zumindest möglicherweise mit Ibuprofen in Zusammenhang stehen, werden gemäß der MedDRA-Häufigkeitskonvention und der Systemorganklassen-Datenbank angegeben.
Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeiten zugrunde gelegt: sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100; <1/10), gelegentlich (≥1/1 000; <1/100), selten (≥1/10 000; <1/1 000), sehr selten (<1/10 000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
| Systemorganklasse | Häufigkeit | Nebenwirkungen |
| Systemorganklasse | Häufigkeit | Nebenwirkungen |
| Systemorganklasse | Häufigkeit | Nebenwirkungen |
| Infektionen und parasitäre Erkrankungen | Gelegentlich | Rhinitis. |
| Selten | Aseptische Meningitis (siehe Abschnitt 4.4). | |
| Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems | Gelegentlich | Leukopenie, Thrombozytopenie, Agranulozytose, aplastische Anämie und hämolytische Anämie. |
| Erkrankungen des Immunsystems | Gelegentlich | Überempfindlichkeitsreaktionen. |
| Selten | Schwere allgemeine Überempfindlichkeitsreaktionen (anaphylaktische Reaktionen). | |
| Psychiatrische Erkrankungen | Gelegentlich | Schlaflosigkeit, Angst. |
| Selten | Depression, Verwirrtheit. | |
| Erkrankungen des Nervensystems | Gelegentlich | Parästhesie, Somnolenz. |
| Häufig | Kopfschmerzen, Schwindel. | |
| Selten | Optikusneuritis. | |
| Augenerkrankungen | Gelegentlich | Sehstörungen. |
| Selten | Toxische Optikusneuropathie. | |
| Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths | Gelegentlich | Hörverlust |
| Selten | Tinnitus, Vertigo. | |
| Herzerkrankungen | Nicht bekannt | Herzinsuffizienz, Herzinfarkt, Kounis-Syndrom |
| Gefäßerkrankungen | Nicht bekannt | Hypertonie. |
| Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums | Gelegentlich | Asthma, Bronchospasmus, Dyspnoe. |
| Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts | Häufig | Dyspepsie, Diarrhö, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Flatulenz, Obstipation, Meläna, Hämatemesis, gastrointestinale Blutungen. |
| Gelegentlich | Gastritis, Zwölffingerdarmgeschwür, Magengeschwür, Mundgeschwüre, Magen-Darm-Perforation. | |
| Sehr selten | Pankreatitis. | |
| Nicht bekannt | Verschlimmerung von Colitis und Morbus Crohn. | |
| Leber- und Gallenerkrankungen | Gelegentlich | Hepatitis, Gelbsucht, Leberfunktionsstörungen. |
| Selten | Leberschäden. | |
| Sehr selten | Leberversagen. | |
| Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes | Häufig | Ausschlag. |
| Gelegentlich | Urtikaria, Juckreiz, Purpura, Angioödem, Lichtempfindlichkeitsreaktionen. | |
| Sehr selten | Schwere Hautreaktionen (einschließlich Erythema multiforme, exfoliative Dermatitis, Stevens-Johnson-Syndrom und toxische epidermale Nekrolyse). | |
| Nicht bekannt | Arzneimittelreaktion mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS), akute generalisierte exanthematische Pustulose (AGEP). | |
| Erkrankungen der Nieren und Harnwege | Gelegentlich | Nephrotoxizität in verschiedenen Formen, z. B. tubulointerstitielle Nephritis, nephrotisches Syndrom und Nierenversagen. |
| Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort | Häufig | Müdigkeit. |
| Selten | Ödem. |
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Toxizität
Risiko von Symptomen bei Dosen > 80–100 mg/kg. Bei Dosen > 200 mg/kg besteht das Risiko schwerer Symptome, wobei jedoch erhebliche individuelle Unterschiede bestehen. Eine Dosis von 560 mg/kg bei einem 15 Monate alten Kind führte zu einer schweren Vergiftung, 3,2 g bei einem 6-jährigen Kind zu einer leichten bis mittelschweren Vergiftung, 2,8–4 g bei einem 1½-jährigen Kind und 6 g bei einem 6-jährigen Kind zu einer schweren Vergiftung, selbst nach Magenspülung, 8 g bei einem Erwachsenen zu einer mittelschweren Vergiftung und > 20 g bei einem Erwachsenen zu einer sehr schweren Vergiftung. 8 g, verabreicht an einen 16-jährigen Jugendlichen, beeinträchtigten die Nierenfunktion, und 12 g in Kombination mit Alkohol, verabreicht an einen Jugendlichen, führten zu einer akuten tubulären Nekrose.
Symptome
Die Symptome einer Überdosierung treten in der Regel 4 bis 6 Stunden nach der Einnahme auf. Die vorherrschenden Symptome betreffen den Magen-Darm-Trakt, wie z. B. Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen (möglicherweise mit Blut) sowie Kopfschmerzen, Tinnitus, Verwirrtheit und Nystagmus. Bei hohen Dosen Bewusstlosigkeit und Krämpfe (vor allem bei Kindern). Bradykardie, Blutdruckabfall. Metabolische Azidose, Hypernatriämie, Nierenschäden, Hämaturie. Möglicherweise Leberschäden. Gelegentlich wurde über Hypothermie und ARDS berichtet.
Eine längere Anwendung bei höheren als den empfohlenen Dosen oder eine Überdosierung kann zu renaler tubulärer Azidose und Hypokaliämie führen.
Maßnahmen
Falls erforderlich, Magenspülung, Aktivkohle. Bei Magen-Darm-Problemen Antazida. Im Falle einer Hypotonie intravenöse Flüssigkeitszufuhr und gegebenenfalls inotrope Unterstützung. Es sollte eine ausreichende Diurese sichergestellt sein. Korrektur von Säure-Basen- und Elektrolytstörungen. Sonstige symptomatische Therapie.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Nichtsteroidale Antiphlogistika und Antirheumatika, Propionsäure-Derivate.
ATC-Code: M01AE01
Wirkmechanismus
Ibuprofen gehört zur Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR). Es enthält ein Propionsäurederivat mit dem generischen Namen Ibuprofen. Ibuprofen hat entzündungshemmende, schmerzstillende und fiebersenkende Wirkungen. Die entzündungshemmende Wirkung ist mit der von Acetylsalicylsäure und Indometacin vergleichbar. Die pharmakologische Wirkung von Ibuprofen hängt wahrscheinlich mit seiner Fähigkeit zusammen, die Prostaglandinsynthese zu hemmen. Ibuprofen verlängert die Blutungszeit durch reversible Hemmung der Thrombozytenaggregation.
Klinische Wirksamkeit und Sicherheit
Experimentelle Daten weisen darauf hin, dass Ibuprofen die Wirkung niedrig dosierter Acetylsalicylsäure auf die Thrombozytenaggregation kompetitiv hemmen kann, wenn beide gleichzeitig verabreicht werden. Einige pharmakodynamische Studien zeigten, dass es bei Einnahme von Einzeldosen von 400 mg Ibuprofen innerhalb von 8 Stunden vor oder innerhalb von 30 Minuten nach der Verabreichung von Acetylsalicylsäure-Dosen mit schneller Freisetzung (81 mg) zu einer verminderten Wirkung der Acetylsalicylsäure auf die Bildung von Thromboxan oder die Thrombozytenaggregation kam. Obwohl Unsicherheiten in Bezug auf die Extrapolation dieser Daten auf die klinische Situation bestehen, kann die Möglichkeit, dass eine regelmäßige Langzeitanwendung von Ibuprofen die kardioprotektive Wirkung niedrig dosierter Acetylsalicylsäure reduzieren kann, nicht ausgeschlossen werden. Bei gelegentlicher Anwendung von Ibuprofen ist eine klinisch relevante Wechselwirkung nicht wahrscheinlich (siehe Abschnitt 4.5).
Ibuprofen hemmt die Prostaglandinsynthese in den Nieren. Bei Patienten mit normaler Nierenfunktion ist dieser Effekt ohne besondere Bedeutung. Bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz, dekompensierter Herz- oder Leberinsuffizienz sowie bei Erkrankungen, die mit Veränderungen des Plasmavolumens einhergehen, kann die gehemmte Prostaglandinsynthese zu akuter Niereninsuffizienz, Flüssigkeitsretention und Herzinsuffizienz führen (siehe Abschnitt 4.3).
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Resorption
Ibuprofen wird schnell aus dem Magen-Darm-Trakt resorbiert und hat eine Bioverfügbarkeit von 80–90 %. Die maximalen Serumkonzentrationen werden ein bis zwei Stunden nach der Verabreichung erreicht. Bei Einnahme zusammen mit Nahrung sind die maximalen Serumkonzentrationen niedriger und werden langsamer erreicht als bei Einnahme auf nüchternen Magen. Die Verabreichung zusammen mit Nahrung hat keinen nennenswerten Einfluss auf die Gesamtbioverfügbarkeit.
Verteilung
Ibuprofen wird weitgehend an Plasmaproteine gebunden (99 %). Ibuprofen hat ein geringes Verteilungsvolumen von etwa 0,12–0,2 l/kg bei Erwachsenen.
Biotransformation
Ibuprofen wird rasch in der Leber über Cytochrom P450, vorzugsweise CYP2C9, zu zwei primären inaktiven Metaboliten, 2-Hydroxy-Ibuprofen und 3-Carboxy-Ibuprofen, metabolisiert. Nach oraler Einnahme des Arzneimittels können etwas weniger als 90 % einer oralen Dosis Ibuprofen im Urin als oxidative Metaboliten und deren Glucuronsäurekonjugate nachgewiesen werden. Nur sehr wenig Ibuprofen wird unverändert im Urin ausgeschieden.
Elimination
Die Ausscheidung über die Nieren erfolgt schnell und vollständig. Die Eliminationshalbwertszeit beträgt etwa 2 Stunden. Die Ausscheidung von Ibuprofen ist 24 Stunden nach der letzten Dosis praktisch abgeschlossen.
Besondere Patientengruppen
Ältere Patienten
Sofern keine Nierenfunktionsstörung vorliegt, bestehen nur geringe, klinisch nicht relevante Unterschiede im pharmakokinetischen Profil und in der Ausscheidung über den Urin zwischen jungen und älteren Patienten.
Kinder
Die systemische Exposition gegenüber Ibuprofen nach einer gewichtsabhängigen therapeutischen Dosierung (5 mg/kg bis 10 mg/kg Körpergewicht) bei Kindern ab einem Jahr scheint ähnlich zu sein wie bei Erwachsenen.
Kinder im Alter von 3 Monaten bis 2,5 Jahren schienen ein höheres Verteilungsvolumen (L/kg) und eine höhere Clearance (L/kg/h) von Ibuprofen zu haben als Kinder im Alter von > 2,5 bis 12 Jahren.
Patienten mit Nierenfunktionsstörung
Bei Patienten mit leichter Nierenfunktionsstörung wurden im Vergleich zu gesunden Kontrollpersonen ein erhöhter Gehalt an ungebundenem (S)-Ibuprofen, höhere AUC-Werte für (S)-Ibuprofen und erhöhte Enantiomer-AUC-(S/R)-Verhältnisse berichtet.
Bei Patienten mit Nierenerkrankungen im Endstadium, die eine Dialyse erhielten, betrug die mittlere freie Fraktion von Ibuprofen etwa 3 % im Vergleich zu etwa 1 % bei gesunden Probanden. Eine schwere Nierenfunktionsstörung kann zu einer Akkumulation von Ibuprofen-Metaboliten führen. Die Bedeutung dieses Effekts ist unbekannt. Die Metaboliten können durch Hämodialyse entfernt werden (siehe Abschnitte 4.2, 4.3 und 4.4).
Patienten mit Leberfunktionsstörung
Eine alkoholische Lebererkrankung mit leichter bis mittelschwerer Leberfunktionsstörung führte zu keinen wesentlichen Veränderungen der pharmakokinetischen Parameter.
Bei Patienten mit Leberzirrhose und mäßiger Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Score 6–10), die mit racemischem Ibuprofen behandelt wurden, wurde eine durchschnittliche Verdopplung der Halbwertszeit beobachtet, und das Enantiomer-AUC-Verhältnis (S/R) war im Vergleich zu gesunden Kontrollpersonen signifikant niedriger, was auf eine Beeinträchtigung der metabolischen Inversion von (R)-Ibuprofen zum aktiven (S)-Enantiomer hindeutet (siehe Abschnitte 4.2, 4.3 und 4.4).
5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit
Es liegen keine für die Sicherheitsbewertung relevanten präklinischen Daten vor, abgesehen von den bereits in dieser Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels berücksichtigten Daten.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Tablettenkern: Mikrokristalline Cellulose (E 460), Vorverkleisterte Stärke
(Mais) (Ph. Eur.), Povidon K90, Natriumdodecylsulfat (E 487), Croscarmellose-Natrium (E468), Hochdisperses Siliciumdioxid (E 551), Magnesiumstearat (Ph.Eur.) [pflanzlich] (E 470b).
Filmüberzug: Titandioxid (E 171), Hypromellose 2910, 3 mPa.s (E 464), Hypromellose 2910, 6 mPa.s (E 464), Hypromellose 2910, 50 mPa.s (E 464), Hydroxypropylcellulose (Ph.Eur.) (E 463), Macrogol.
6.2 Inkompatibilitäten
Nicht zutreffend.
6.3 Dauer der Haltbarkeit
3 Jahre.
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
PVC/Alu-Blisterpackungen in einem Umkarton mit 10 oder 12 Tabletten pro Blister oder Einzeldosis-Blister.
400 mg: PVC/Alu Blisterpackungen enthalten 10, 20, 50,100 Tabletten.
Perforierte PVC/Alu Blisterpackungen enthalten 10x1, 20x1, 50x1,100x1 Tabletten.
600 mg: PVC/Alu Blisterpackungen enthalten 10, 20, 50,100 Tabletten.
Perforierte PVC/Alu Blisterpackungen enthalten 10x1, 20x1, 50x1,100x1 Tabletten.
800 mg: PVC/Alu Blisterpackungen enthalten 10, 20, 50,100 Tabletten.
Perforierte PVC/Alu Blisterpackungen enthalten 10x1, 20x1, 50x1,100x1 Tabletten.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu beseitigen.
7. INHABER DER ZULASSUNG
ALIUD PHARMA GmbH
Gottlieb-Daimler-Straße 19
89150 Laichingen
Deutschland
Telefon: 07333 9651-0
Telefax: 07333 9651-6004
info@aliud.de
8. ZULASSUNGSNUMMERN
7020704.00.00
7020705.00.00
7020706.00.00
9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG
19.06.2026
10. STAND DER INFORMATION
Juni 2026
11. VERKAUFSABGRENZUNG
Verschreibungspflichtig
