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Lidocain/Adrenalin Aguettant 10 mg/ml + 5 Mikrogramm/ml Injektionslösung – Fachinformation (SmPC) für Ärzte und Apotheker

Die Fachinformation richtet sich an Ärzte und Apotheker. Verständliche Hinweise für Patienten enthält der Beipackzettel: Einnahme, Nebenwirkungen, Andere Arzneimittel, Schwangerschaft und Stillzeit.

Aktualisiert:
Fakten
Status:
Verschreibungspflichtig
Stärke:
100 mg / 0.05 mg

Fachinformation - Lidocain/Adrenalin Aguettant 10 mg/ml + 5 Mikrogramm/ml Injektionslösung

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Lidocain/Adrenalin Aguettant 10 mg/ml + 5 Mikrogramm/ml Injektionslösung

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Lidocain/Adrenalin Aguettant 10 mg/ml + 5 mcg/ml

Jeder Milliliter der Injektionslösung enthält Lidocainhydrochlorid-Monohydrat entsprechend 10 mg Lidocainhydrochlorid und Adrenalin (Epinephrin)-Tartrat entsprechend 5 Mikrogramm Adrenalin (Epinephrin).

Jede 10-ml-Ampulle enthält Lidocainhydrochlorid-Monohydrat, entsprechend 100 mg Lidocainhydrochlorid, und Adrenalin (Epinephrin)-Tartrat, entsprechend 50 Mikrogramm Adrenalin (Epinephrin).

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung

Jeder ml der Injektionslösung enthält 2,48 mg Natrium und 0,5 mg Natriummetabisulfit (E223).

Jede 10-ml-Ampulle enthält 24,8 mg Natrium und 5 mg Natriummetabisulfit (E223).

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Injektionslösung (Injektion).

Klare farblose wässrige Lösung, praktisch frei von sichtbaren Partikeln.

pH-Wert = 3,0 bis 4,0

Osmolalität:

Lidocain/Adrenalin Aguettant 10 mg/ml + 5 mcg/ml: 250–290 mOsm/kg

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Lidocain/Adrenalin Aguettant ist für die Lokalanästhesie oder Regionalanästhesie indiziert.

Lidocain/Adrenalin Aguettant 10 mg/ml + 5 mcg/ml ist für Erwachsene und Kinder über 1 Jahr indiziert.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Lidocain/Adrenalin darf nur von einem Arzt mit Erfahrung in der Regionalanästhesie oder unter dessen Aufsicht verwendet werden. Es ist die niedrigste Konzentration und die kleinstmögliche Dosis für eine angemessene Anästhesie zu verabreichen (siehe Abschnitt 4.4).

Die Dosis muss je nach Alter, Gewicht und Zustand des Patienten angepasst werden.

Dosierung

Erwachsene

Die empfohlenen Dosen von Lidocain/Adrenalin bei Erwachsenen sind in Tabelle 1 aufgeführt.

Tabelle 1: Empfohlene Dosis für Erwachsene

IndikationLidocainhydrochlorid
KonzentrationDosisEmpfohlene Gesamtdosis
Infiltrationsanästhesie10 mg/ml1–20 ml10–200 mg
Periphere Nervenblockaden
Blockade des Plexus brachialis10 mg/ml20–35 ml200–350 mg
Paravertebrale Blockade10 mg/ml3–5 ml30–50 mg (pro Segment)
Blockade des Nervus intercostalis10 mg/ml3–5 ml30–50 mg (pro Segment)
Blockade des Ischiasnervs10 mg/ml10–40 ml100–400 mg
Pudendusblockade (auf jeder Seite)10 mg/ml10–20 ml100–200 mg
Parazervikalblockade (auf jeder Seite)10 mg/ml10 ml100 mg
Retrobulbäre Blockade10 mg/ml2–5 ml20–50 mg
Epiduralanästhesie
Lumbalanästhesie10 mg/ml25–40 ml250–400 mg
Thoraxanästhesie10 mg/ml20–30 ml200–300 mg
Geburtshilfliche Anästhesie10 mg/ml20–30 ml200–300 mg
Kaudalanästhesie10 mg/ml40 ml400 mg

Empfohlene Höchstdosis

Die maximale Dosis von Lidocainhydrochlorid mit Adrenalin darf 500 mg nicht überschreiten.

Besondere Patientengruppen

Ältere oder schwache Patienten

Ältere oder schwache Patienten können empfindlicher auf Standarddosen reagieren, was das Risiko und den Schweregrad von toxischen Reaktionen auf das zentrale Nervensystem und das Herz-Kreislauf-System erhöht und eine engmaschige klinische Überwachung erfordert. Die Dosis wird individuell je nach Alter und Körpergewicht der Patienten berechnet. Die Dosis ist eventuell anzupassen, da die Herzleistung und der hepatische Blutfluss mit zunehmendem Alter abnehmen, was auf eine verminderte Clearance von Lidocain hinweist (siehe Abschnitt 5.2).

Patienten mit Niereninsuffizienz

Patienten müssen überwacht werden, da eine Niereninsuffizienz aufgrund der Akkumulation aktiver Metaboliten zu toxischen Wirkungen führen kann (siehe Abschnitte 4.4 und 5.2). Aufgrund der verringerten Clearance und der erhöhten Halbwertszeit von Lidocain muss die Dosis möglicherweise angepasst werden.

Patienten mit Leberinsuffizienz

Bei Patienten mit Leberinsuffizienz muss die Dosis möglicherweise bis zur Hälfte reduziert werden (siehe Abschnitt 4.4).

Patienten mit Herzinsuffizienz

Bei Patienten mit Herzinsuffizienz muss die Dosis möglicherweise bis zur Hälfte reduziert werden (siehe Abschnitt 4.4).

Andere spezielle Patientengruppen

Bei Patienten mit schlechtem Allgemeinzustand oder bei Patienten mit verminderter Proteinbindungskapazität (z. B. aufgrund von Niereninsuffizienz, Leberinsuffizienz, Krebs, Schwangerschaft) muss die Dosis möglicherweise reduziert werden.

Kinder und Jugendliche

Lidocain/Adrenalin Aguettant 10 mg/ml + 5 mcg/ml sollte nicht bei Kindern jünger als 1 Jahr angewendet werden

Jugendliche (12–18 Jahre)

Die Dosierung ist dieselbe wie bei Erwachsenen.

Kinder im Alter von 1 bis 11 Jahren

Die Dosis ist auf der Grundlage des Gewichts bis zu einem Maximum von 7 mg/kg zu berechnen.

Für die Berechnung bei übergewichtigen Kindern ist das Durchschnittsgewicht für das jeweilige Alter zu berücksichtigen.

Art der Anwendung

Die Art der Anwendung von Lidocain variiert je nach Verfahren (Infiltrationsanästhesie, intravenöse Regionalanästhesie, Nervenblockade oder Epiduralanästhesie).

Um eine versehentliche intravaskuläre Injektion zu vermeiden, muss äußerst vorsichtig vorgegangen werden. Eine Aspiration muss immer sorgfältig durchgeführt werden.

Für die Epiduralanästhesie wird eine Testdosis von 3-5 ml eines kurz wirksamen Lokalanästhetikums empfohlen.

Nach der Art der Anwendung der Testdosis muss ein verbaler Kontakt mit dem Patienten und eine wiederholte Überwachung der Herzfrequenz für 5 Minuten erfolgen. Vor der Anwendung der vollen Dosis ist eine erneute Aspiration zu erfolgen. Die volle Dosis wird unter ständigem verbalem Kontakt mit dem Patienten langsam injiziert.

Wenn Symptome leichter Toxizität auftreten, ist die Anwendung sofort abzubrechen.

Für die chirurgische Anästhesie (z. B. epidurale Anwendung) ist generell die höhere Konzentration und Dosis (höher als die Konzentration und Dosis zur postoperativen Schmerzlinderung) anzuwenden. Wenden Sie jedoch, wann immer möglich, die minimal wirksame Konzentration und Dosis an und überschreiten Sie nicht die Höchstdosis.

Das Volumen der verwendeten Lösung spielt eine Rolle bei der Größe des Diffusionsbereichs des Anaesthetikums.

Es empfiehlt sich, die Lösung vor der Injektion auf Körpertemperatur zu erwärmen, da die Injektion von kalten Lösungen schmerzhaft ist.

4.3 Gegenanzeigen

  • Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe Lidocain, Adrenalin (Epinephrin) und andere Lokalanästhetika vom Amid-Typ oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.
  • Eine Überempfindlichkeit gegen Sulfit in der Anamnese ist eine Kontraindikation für die Anwendung von adrenalinhaltigen Lokalanästhetika.
  • Lidocain darf nicht zur Epiduralanästhesie bei Patienten mit schwerer Hypotonie wie bei kardiogenem und hypovolämischem Schock angewendet werden.
  • Die Anwendung von Adrenalin bei der Anästhesie von Organen mit endständigen Arterien wie Fingern, Zehen, der Nase, den Ohren oder dem Penis muss vermieden werden.

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Die Anwendung von Regional- oder Lokalanästhesie ist in einem entsprechend ausgestatteten und mit Personal besetzten Raum durchzuführen. Regional- oder Lokalanästhesieverfahren, mit Ausnahme von Bagatellfällen, muss immer in unmittelbarer Nähe der Wiederbelebungsgeräte durchgeführt werden. Arzneimittel und andere Hilfsmittel zur Überwachung und Wiederbelebung müssen in Reichweite sein.

Bei größeren Blockaden ist vor der Injektion des Lokalanästhetikums eine intravenöse Kanüle zu legen.

Wie alle Lokalanästhetika kann Lidocain bei hohen Konzentrationen im Blut akute zentralnervöse und kardiovaskuläre Vergiftungserscheinungen hervorrufen, insbesondere nach unbeabsichtigter intravaskulärer Anwendung. Ärzte müssen mit den anzuwendenden Techniken vertraut sein und über die Diagnose und Behandlung systemischer Toxizität und anderer Komplikationen Bescheid wissen, die bei der Anwendung von Lokalanästhetika auftreten können (siehe Abschnitt 4.9).

In seltenen Fällen wurde ein Herzstillstand ohne vorherige Symptome des zentralen Nervensystems beschrieben. Dieser Herzstillstand war wahrscheinlich ein Symptom einer Überdosierung aufgrund einer versehentlichen intravaskulären Injektion (siehe Abschnitt 4.9).

Äußerste Vorsicht ist bei der Anwendung von adrenalinhaltigen Lösungen bei Patienten mit schwerem oder unbehandeltem Bluthochdruck, Schilddrüsenüberfunktion, ischämischer Herzerkrankung, Störungen der atrioventrikulären Erregungsleitung, zerebrovaskulärer Insuffizienz, Diabetes oder anderen Erkrankungen geboten, die sich durch die Wirkung von Adrenalin verschlimmern können. Adrenalin kann bei Patienten mit Angina pectoris entsprechende Schmerzen auslösen.

Warnhinweise für spezielle Patientengruppen

Um das Risiko gefährlicher Nebenwirkungen zu minimieren, ist bei den folgenden Patientengruppen besondere Vorsicht geboten:

  • Patienten mit einer partiellen oder totalen AV-Blockade, da Lokalanästhetika die Leitfähigkeit des Herzmuskels verringern können.
  • Ältere Patienten und Patienten in schlechtem Allgemeinzustand.
  • Patienten mit schwerer Leber- und/oder Niereninsuffizienz.
  • Patienten, die mit Antiarrhythmika der Klasse III (z. B. Amiodaron) behandelt werden, sollen überwacht und eine EKG-Überwachung ist in Betracht zu ziehen, da kardiologische Begleitwirkungen möglich sind (siehe Abschnitt 4.5).
  • Patienten mit akuter Porphyrie. Lidocain/Adrenalin Aguettant Injektionslösung ist wahrscheinlich porphyrinogen und darf nur unter strenger Indikation an Patienten mit schweren oder akuten Fällen von akuter Porphyrie verschrieben werden. Bei allen Patienten mit Porphyrie müssen entsprechende Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden.

Die Anwendung von Lokalanästhetika in einem entzündeten Bereich muss vermieden werden.

Nach Markteinführung wurde über Chondrolyse bei Patienten berichtet, die postoperativ eine intraartikuläre Dauerinfusion von Lokalanästhetika erhielten. Die meisten der gemeldeten Fälle von Chondrolyse betrafen das Schultergelenk. Da mehrere Faktoren eine Rolle spielen und die wissenschaftliche Literatur hinsichtlich des Mechanismus der Wirkung uneinheitlich ist, konnte die Kausalität nicht nachgewiesen werden. Die intraartikuläre Dauerinfusion ist keine zugelassene Indikation für Lidocain.

Warnhinweise zur Art der Anwendung

Die Epiduralanästhesie kann zu Hypotonie und Bradykardie führen. Dieses Risiko kann durch die intravenöse Anwendung von kristalloiden oder kolloidalen Lösungen verringert werden.

Nach der Anwendung hoher Lidocain-Konzentrationen im intrathekalen Raum wurde über seltene

Fälle von Neuropathien berichtet. Anzeichen einer Wirbelsäulenblockade ist zu überwachten, um eine unbeabsichtigte intrathekale Injektion zu erkennen.

Für einige Lokalanästhesietechniken wurden schwerwiegende Nebenwirkungen beschrieben – unabhängig vom verwendeten Lokalanästhetikum.

Zum Beispiel:

  • Eine Epiduralanästhesie kann, insbesondere bei hypovolämischen Patienten, zu Hypotonie und Bradykardie führen. Dieses Risiko kann verringert werden, indem der Kreislauf vor der Anwendung des Anästhetikums mit einer kristallinen oder kolloidalen Lösung aufgefüllt wird. Hypotonie muss sofort mit einer intravenösen Gabe von Sympathomimetika behandelt werden, die bei Bedarf wiederholt werden kann.
  • Bei Patienten mit eingeschränkter Herz-Kreislauf-Kapazität ist bei der Epiduralanästhesie Vorsicht geboten, da sie die durch Lidocain verursachte Verlangsamung der atrioventrikulären Erregungsleitung möglicherweise weniger gut kompensieren können.
  • Eine parazervikale Blockade beeinträchtigt den Fötus stärker als andere in der Geburtshilfe

    verwendete Blockaden. Die fetale kardiale Wirkung muss während der parazervikalen Anästhesie überwacht werden, da häufig eine fetale Bradykardie oder Tachykardie beobachtet wurde, die von einer fetalen Azidose und Hypoxie begleitet sein kann. Die möglichen Wirkungen einer parazervikalen Blockade sind gegen die Vorteile abzuwiegen.

  • Bei der retrobulbären Injektion kann in seltenen Fällen das Lokalanästhetikum in den Subarachnoidalraum austreten und selbst bei niedrigen Dosen des Lokalanästhetikums toxische Reaktionen hervorrufen, insbesondere vorübergehende Erblindung, Herz-Kreislauf-Kollaps, Atemstillstand, Krämpfe usw. Diese Komplikationen müssen sofort erkannt und behandelt werden.
  • Bei retro- und peribulbären Injektionen von Lokalanästhetika besteht ein geringes Risiko einer anhaltenden Augenmuskelfunktionsstörung. Zu den Hauptursachen gehören Traumata und/oder lokale toxische Nebenwirkungen auf Muskel- und/oder Nervengewebe. Die Schwere der Gewebereaktion hängt von der Schwere des Traumas, der Stärke der verwendeten Injektionsflüssigkeit und der Dauer ab, die das Gewebe dem Lokalanästhetikum ausgesetzt war. Daher wird empfohlen, für alle Lokalanästhetika die niedrigste wirksame Konzentration und Dosis anzuwenden. Vasokonstriktoren und andere Zusatzstoffe können die Gewebereaktionen verstärken und dürfen nur bei entsprechender Indikation verwendet werden.
  • Insbesondere Injektionen im Kopf-Hals-Bereich können versehentlich intravaskulär werden und selbst bei niedrigen Dosen eine zerebrale Toxizität verursachen.

Andere Warnhinweise

Mögliche Kreuzsensibilitäten mit anderen Lokalanästhetika vom Amid-Typ sind zu berücksichtigen.

Natrium

Dieses Arzneimittel enthält 2,48 mg Natrium pro ml, entsprechend 1,24 % der von der WHO für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der Nahrung von 2 g.

Natriummetabisulfit

Dieses Arzneimittel enthält Natriummetabisulfit. Es kann in seltenen Fällen schwere Überempfindlichkeitsreaktionen und Bronchialkrämpfe (Bronchospasmen) hervorrufen

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Lidocain

Pharmakodynamische Wechselwirkungen

Antiarrhythmika der Klasse I

Die gleichzeitige Anwendung von Lidocain und anderen Antiarrhythmika der Klasse I muss wegen des Risikos schwerwiegender Nebenwirkungen auf das Herz vermieden werden.

Sonstige Antiarrhythmika

Wenn Lidocain mit anderen antiarrhythmischen Arzneimitteln wie Betarezeptorenblockern oder Kalziumkanalblockern kombiniert wird, kann die hemmende Wirkung auf die atrioventrikuläre und intraventrikuläre Erregungsleitung sowie auf die Kontraktilität verstärkt werden.

Kombination mit anderen Lokalanästhetika

Die Kombination verschiedener Lokalanästhetika kann zu additiven Wirkungen auf das kardiovaskuläre und das zentrale Nervensystem führen.

Muskelrelaxantien

Die Wirkung von Muskelrelaxantien (z. B. Suxamethonium) wird durch Lidocain verlängert.

Beruhigungsmittel, Hypnotika

Lidocain ist mit entsprechender Vorsicht Patienten zu verabreichen, die Arzneimittel Sedativa erhalten, die ebenfalls die Funktion des ZNS beeinflussen und daher die Toxizität von Lidocain verändern können. Es kann zu einem additiven Effekt zwischen der lokalanästhetischen Wirkung und Sedativa oder Hypnotika kommen.

Inhalationsanästhetika

Wenn Lidocain und Inhalationsanästhetika gleichzeitig verabreicht werden, kann sich die depressive Wirkung beider Mittel verstärken.

Arzneimittel, welche die Krampfschwelle senken können

Da Lidocain selbst die Krampfschwelle senken kann, kann die gleichzeitige Anwendung mit anderen Arzneimitteln, welche die Krampfschwelle senken (z. B. Tramadol oder Bupropion), das Risiko von Krampfanfällen erhöhen.

Arzneimittel, welche die Krampfschwelle erhöhen können

Die gleichzeitige Anwendung von Diazepam erhöht die Schwelle, ab der Lidocain Krampfanfälle auslösen kann. Dies muss bei der Überwachung der Patienten auf Anzeichen einer Toxizität von Lidocain berücksichtigt werden.

Pharmakokinetische Wechselwirkungen

Lidocain wird hauptsächlich über die Cytochrom P450 Isoenzyme CYP3A4 und CYP1A2 metabolisiert (siehe Abschnitt 5.2). Die gleichzeitige Anwendung mit Wirkstoffen, die Substrate, Inhibitoren oder Induktoren der Leberenzyme, Isoenzyme CYP3A4 und CYP1A2 sind, kann einen Einfluss auf die Pharmakokinetik von Lidocain und somit auch auf seine Wirkung haben.

Inhibitoren von CYP3A4 und/oder CYP1A2

Die gleichzeitige Anwendung von Lidocain mit Inhibitoren von CYP3A4 und/oder CYP1A2 kann zu erhöhten Plasmakonzentrationen von Lidocain führen. Erhöhte Plasmaspiegel wurden z. B. berichtet für:

  • Amiodaron (CYP3A4-Inhibitor): Amiodaron vermindert den hepatischen Metabolismus von Lidocain, wodurch das Risiko eines Anstiegs der Lidocain-Konzentration mit nachfolgender Zunahme der neurologischen und kardiovaskulären Toxizität entsteht. Eine klinische Überwachung, ein EKG und eventuell eine Kontrolle der Plasmakonzentration von Lidocain sollten durchgeführt werden. Falls erforderlich, muss die Lidocain-Dosierung während und nach der Amiodaron-Therapie überwacht werden.
  • Cimetidin (CYP3A4- und CYP1A2-Inhibitor): Cimetidin in einer Dosierung von 800 mg/Tag oder mehr: Anstieg der Plasmakonzentration von Lidocain mit anschließender Zunahme der neurologischen und kardiovaskulären Toxizität. Es sind eine klinische Überwachung, ein EKG und eventuell eine Kontrolle der Lidocain-Plasmakonzentration durchzuführen. Falls erforderlich, muss die Lidocain-Dosierung während und nach der Cimetidin-Therapie überwacht werden.
  • Fluvoxamin (CYP3A4- und CYP1A2-Inhibitor): Erhöhung des Lidocainspiegels, wodurch sich das Risiko einer neurologischen und kardiovaskulären Toxizität erhöht. Eine klinische Überwachung, ein EKG und eventuell eine Kontrolle der Plasmakonzentration von Lidocain sind durchzuführen. Falls erforderlich, ist die Dosierung von Lidocain während und nach der Behandlung zu überwachen.
  • Betablocker (außer Esmolol): Lidocain intravenös: Anstieg des Lidocainspiegels mit anschließender Zunahme der neurologischen und kardiovaskulären Toxizität. Eine klinische Überwachung, ein EKG und eventuell eine Kontrolle der Plasmakonzentration von Lidocain sind durchzuführen. Falls erforderlich, muss die Lidocain-Dosierung während und nach der Behandlung mit Betablockern überwacht werden.
  • Andere bekannte Inhibitoren von CYP3A4: Proteaseinhibitoren (z. B. Ritonavir), Makrolidantibiotika (z. B. Erythromycin), Antimykotika (z. B. Ketoconazol, Itraconazol).
  • Andere bekannte Inhibitoren von CYP1A2: Ciprofloxacin.

Induktoren von CYP3A4 und/oder CYP1A2

Wirkstoffe, die CYP3A4 und/oder CYP1A2 induzieren, wie Barbiturate (vor allem Phenobarbital), Carbamazepin, Phenytoin oder Primidon, beschleunigen die Plasmaclearance von Lidocain und verringern somit die Wirksamkeit von Lidocain.

Andere pharmakokinetische Wechselwirkungen

Arzneimittel, die den Stoffwechsel, den hepatischen Blutfluss, die Herzleistung oder die periphere Verteilung von Lidocain verändern, können die Plasmaspiegel von Lidocain beeinflussen.

Arzneimittel, die eine Hypokaliämie verursachen

Die elektrophysiologischen Wirkungen von Lidocain sind hochgradig abhängig von der extrazellulären Kaliumkonzentration und können durch Hypokaliämie nahezu vollständig blockiert werden. Die gleichzeitige Anwendung von Arzneimitteln, die eine schwere Hypokaliämie verursachen können (z. B. Acetazolamid, Schleifendiuretika und Thiazide), muss daher vermieden werden oder dürfen nur unter sorgfältiger Überwachung der Serumkaliumkonzentration angewendet werden.

Wechselwirkungen mit Adrenalin

Nicht-selektive Beta-Rezeptorenblocker

Nicht-selektive Beta-Rezeptorenblocker wie Propranolol verstärken die blutdrucksteigernde Wirkung von Adrenalin, was zu starkem Bluthochdruck und Bradykardie führen kann. Die Kombination kann eine Anpassung der Dosis erfordern.

Inhalationsanästhetikum

Adrenalin kann schwere Herzrhythmusstörungen verursachen, wenn es unter Vollnarkose mit Halothan injiziert wird. Die Kombination kann eine Anpassung der Dosis erfordern.

Trizyklische Antidepressiva

Die blutdrucksteigernde Wirkung von Adrenalin in Kombination mit trizyklischen Antidepressiva kann zu einem anhaltenden Anstieg des Blutdrucks führen. Studien zur akuten Toxizität mit hochdosiertem intravenösem Adrenalin haben gezeigt, dass die Wirkung um das 2- bis 3-fache verstärkt wird.

Eine Kombination aus adrenalinhaltigen Lösungen und Oxytocin-ähnlichen Arzneimitteln vom Mutterkorntyp kann einen starken, anhaltenden Blutdruckanstieg bewirken und möglicherweise zerebrovaskuläre und kardiale Schäden verursachen.

Phenothiazin-Derivate und Butyrophenon-Derivate können die blutdrucksteigernde Wirkung von Adrenalin verringern oder hemmen.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Bisher liegen keine adäquaten Daten zur Anwendung von Lidocain/Adrenalin bei Schwangeren vor.

Lidocain passiert die Plazenta. Es ist davon auszugehen, dass Lidocain bei einer großen Anzahl von schwangeren Frauen und Frauen im gebärfähigen Alter angewendet wurde. Es gibt keine Hinweise darauf, dass Lidocain Störungen des Fortpflanzungsprozesses, wie z. B. eine erhöhte Missbildungsrate, verursacht oder direkt oder indirekten Auswirkungen auf den Fötus hat. Die Risiken für den Menschen sind jedoch nicht vollständig untersucht worden.

Tierstudien zu den Auswirkungen von Lidocain und Adrenalin auf die Schwangerschaft, die embryonale/fötale Entwicklung, die Geburt und die Entwicklung nach der Geburt sind unvollständig (siehe Abschnitt 5.3).

Tierstudien haben für Adrenalin ein teratogenes Risiko während der Organogenese gezeigt (siehe Abschnitt 5.3). Die jahrzehntelange Erfahrung mit der Anwendung von Adrenalin in der Schwangerschaft lässt jedoch kein arzneimittelbedingtes Risiko für schwerwiegende Geburtsfehler, Fehlgeburten oder negative Auswirkungen auf die Mutter oder den Fötus erkennen.

Bei gelegentlicher Anwendung während der Schwangerschaft und der Geburt wird davon ausgegangen, dass der Nutzen die möglichen Risiken überwiegt. Eine Parazervikal- oder Pudendusblockade mit Lidocain erhöht das Risiko von Reaktionen wie fetaler Bradykardie/Tachykardie. Die Herzfrequenz des Fötus muss daher sorgfältig überwacht werden. Adrenalin kann die Durchblutung der Gebärmutter und die Kontraktion der Gebärmutter während der Geburt verringern, insbesondere nach intravenöser Injektion (siehe auch Abschnitt 5.2).

Stillzeit

Adrenalin wird über die Muttermilch ausgeschieden. Adrenalin wird jedoch nicht absorbiert, wenn es eingenommen wird. Geringe Mengen von Lidocain werden in die Muttermilch abgegeben und es wird vom Säugling geringfügig aufgenommen. Die Notwendigkeit der Behandlung der Mutter mit Lidocain/Adrenalin und die Vorteile des Stillens müssen gegen die möglichen Risiken für das Kind abgewogen werden.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Lidocain/Adrenalin Aguettant kann Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen haben. Nach der Injektion von Lokalanästhetika kann es zu einem vorübergehenden sensorischen Verlust und/oder einer motorischen Blockade kommen. Bis zum Abklingen der Wirkung dürfen Patienten keine Fahrzeuge lenken oder Maschinen bedienen.

4.8 Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Die Häufigkeit und Schwere der Nebenwirkungen von Lidocain hängen von der Dosis, der Art der Anwendung und der individuellen Empfindlichkeit des Patienten ab.

Nebenwirkungen von Lokalanästhetika sind selten, es sei denn, es handelt sich um eine Überdosierung, eine abnorm schnelle systemische Absorption oder eine versehentliche intravaskuläre Injektion; in solchen Fällen können sie sehr schwerwiegend sein, insbesondere in Bezug auf die kardiale und neurologische Funktion.

Reaktionen, die durch Lidocain verursacht werden, sind möglicherweise schwer von den physiologischen Wirkungen der Nervenblockade (z. B. Hypotonie, Bradykardie), von Ereignissen, die direkt (z. B. neurologische Läsionen) oder indirekt durch die Nadelpunktion verursacht werden, zu unterscheiden.

Nach der Anwendung von Lidocain können Symptome einer lokalen Toxizität auftreten. Bei Plasmakonzentrationen von Lidocain, die 5–10 mg/l überschreiten, sind systemische Nebenwirkungen zu erwarten. Sie äußern sich in Form von ZNS-Symptomen und kardiovaskulären Symptomen.

Mögliche Nebenwirkungen nach der Anwendung von Lidocain als Lokalanästhetikum sind weitgehend die gleichen wie bei anderen Lokalanästhetika vom Amid-Typ.

Die in diesem Abschnitt aufgeführten Nebenwirkungen lassen sich in die folgenden Häufigkeitskategorien einteilen:

Sehr häufig (≥ 1/10); häufig (≥ 1/100 bis < 1/10); gelegentlich (≥ 1/1 000 bis < 1/100); selten (≥ 1/10 000 bis < 1/1 000) und nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

MedDRA

System Organ-Klasse

MedDRA bevorzugte Begriff
Sehr häufig (≥ 1/10)

Häufig

(≥ 1/100,

< 1/10)

Gelegentlich (≥ 1/1 000, < 1/100)

Selten

(≥ 1/10 000, < 1/1 000)

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)
Erkrankungen des Blutes und des LymphsystemsMethämoglobinämie
Erkrankungen des ImmunsystemsAllergische Reaktionen*, anaphylaktoide Reaktionen, Bronchospasmus und in schweren Fällen anaphylaktischer Schock
Erkrankungen des NervensystemsParästhesie, Bewusstlosigkeit, vorübergehende neurologische Symptome.Anzeichen und Symptome einer ZNS-Toxizität (zirkumorale Parästhesie, Taubheit der Zunge, Hyperakusis, Dysarthrie)

Neuropathie, Krämpfe (Überdosierung), periphere Nervenschäden, Hirnnervenläsionen, anhaltende Anästhesie, Parese, Kopfschmerzen in Verbindung mit Tinnitus und Photophobie, neurosensorische Taubheit.

Anwendungen im Brust- oder Kopf-/Halsbereich können eine sympathische Blockade auslösen, die zu vorübergehenden Symptomen wie dem Horner- oder Harlekin-Syndrom führt.

AugenerkrankungenDoppeltsehen

MedDRA

System Organ-Klasse

MedDRA bevorzugte Begriff
Sehr häufig (≥ 1/10)

Häufig

(≥ 1/100,

< 1/10)

Gelegentlich (≥ 1/1 000, < 1/100)

Selten

(≥ 1/10 000, < 1/1 000)

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)
HerzerkrankungenBradykardieArrhythmie, Myokarddepression oder möglicherweise Herzstillstand (Überdosierung oder versehentliche intravaskuläre Injektion)
GefäßerkrankungenBluthochdruck, Hypotonie
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und MediastinumsAtemdepression
Erkrankungen des GastrointestinaltraktsÜbelkeitErbrechen
Erkrankungen der Haut und des UnterhautgewebesAusschlag, Urtikaria, Ödeme

*Hauttests für Allergien gegen Lidocain gelten als nicht zuverlässig.

Kinder und Jugendliche

Es wird erwartet, dass Häufigkeit, Art und Schweregrad der Nebenwirkungen bei Kindern die gleichen sind wie bei Erwachsenen.

Andere spezielle Patientengruppen

Bei älteren Patienten kann das Auftreten von Nebenwirkungen erhöht sein.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über das aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

D-53175 Bonn

Website: http://www.bfarm.de

4.9 Überdosierung

Je nach individueller Empfindlichkeit treten toxische Reaktionen ab einer Konzentration von etwa 5–10 mg Lidocain pro Liter aufwärts im venösen Blut auf.

Die tödliche Plasmakonzentration für Menschen liegt im Bereich von 6 bis 33 mg Lidocain pro Liter.

Eine Überdosierung oder eine versehentliche intravaskuläre Injektion kann zu überhöhten Plasmakonzentrationen von Lidocain führen; dadurch entstehen Anzeichen einer akuten Toxizität, die zu sehr ernsten Wirkungen führen kann. Die toxischen Nebenwirkungen von Lidocain hängen von der Höhe der Plasmakonzentration ab. Je höher die Plasmakonzentration und je schneller sie ansteigt, desto häufiger und schwerer sind die toxischen Reaktionen. Solche toxischen Reaktionen betreffen das zentrale Nervensystem und das Herz-Kreislauf-System.

Symptome

Geringe toxische Überdosen von Lidocain führen zu einer Stimulation des ZNS. Eine starke Überdosierung, die hohe toxische Plasmakonzentrationen erzeugt, führt zu einer Depression der zentralen Funktionen.

Die Toxizität für das zentrale Nervensystem ist eine abgestufte Reaktion mit Symptomen und Anzeichen von zunehmendem Schweregrad.

Zu Beginn werden Symptome beobachtet wie: Schwindel, Vertigo, Unruhe, Halluzinationen, Euphorie, Beklemmung, Gähnen, Logorrhoe, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Labialparästhesien, Taubheit der Zunge, Tinnitus und Dysarthrie, Hör- und Sehstörungen.

Andere subjektive Symptome des zentralen Nervensystems sind: Desorientierung, gelegentliches Gefühl der Schläfrigkeit. Außerdem wurde über Tachykardie, Bluthochdruck und Hitzewallungen berichtet.

Diese Warnzeichen erfordern eine aufmerksame Überwachung: Muskelzuckungen, Zittern, Schüttelfrost und generalisierte Krampfanfälle. Die gleichzeitige Anwendung von Diazepam erhöht die Schwelle, ab der Lidocain Krampfanfälle auslösen kann. Dies muss bei der Überwachung der Patienten auf Anzeichen einer Toxizität von Lidocain berücksichtigt werden.

Bei Anwendung einer sehr hohen Dosis: generalisierte Depression des zentralen Nervensystems, Atemdepression, Koma und Atemstillstand.

Kardiovaskuläre Toxizität kann in schweren Fällen auftreten: Herzrhythmusstörungen wie ventrikuläre Extrasystole, Kammerflimmern, nicht tastbarer Puls, Blässe, schwere Bradykardie, Störungen der atrioventrikulären Erregungsleitung, Abnahme der Herzkontraktilität, Hypotonie und Herzstillstand.

Behandlung

Wenn während der Anwendung des Lokalanästhetikums Anzeichen einer akuten Toxizität auftreten, muss die Anwendung des Anästhetikums sofort abgebrochen werden. Um Hypoxie und Azidose zu verhindern, die die systemische Toxizität von Lokalanästhetika (LAST) verstärken und das Fortschreiten von kardiovaskulärem Kollaps und Krampfanfällen verschlimmern, ist intravenös Flüssigkeit zu verabreichen.

Wenn Krämpfe auftreten, ist die Sauerstoffversorgung aufrechterhalten und der Kreislauf unterstützt werden. Falls erforderlich, ist ein Antikonvulsivum zu verabreichen. Die Anwendung einer intravenösen Fettemulsion ist in Betracht zu ziehen.

Wenn eine kardiovaskuläre Depression vorliegt (Hypotonie, Bradykardie), muss eine Behandlung mit intravaskulärer Flüssigkeitssubstitution, Vasopressoren, chronotropen und/oder inotropen Arzneimitteln in Betracht gezogen werden.

Bei einem Kreislaufstillstand muss sofort eine kardiopulmonale Wiederbelebung eingeleitet werden. Für ein erfolgreiches Ergebnis können längere Wiederbelebungsmaßnahmen erforderlich sein.

Patienten mit manifesten Anzeichen von Lokalanästhetika-Intoxikation, kurz LAST müssen mindestens 12 Stunden lang überwacht werden, da die kardiovaskuläre Depression nach der Behandlung anhalten oder erneut auftreten kann.

Zentral wirkende Analeptika sind kontraindiziert.

Es gibt kein spezifisches Antidot.

Lidocain kann nicht durch Hämodialyse ausgeschieden werden.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Lokalanästhetika

ATC-Code: N01BB52.

Lidocain/Adrenalin enthält Lidocain, ein Lokalanästhetikum vom Amid-Typ, und das gefäßverengende Adrenalin (Epinephrin). Lidocain blockiert reversibel die Impulsleitung in Nervenfasern, indem es den Transport von Natriumionen durch die Nervenmembran hemmt. Ähnliche Effekte können auch bei erregbaren Membranen im Gehirn und im Herzmuskel beobachtet werden.

Das Einsetzen und die Dauer der lokalanästhetischen Wirkung von Lidocain hängen von der entsprechenden Anwendungsstelle und Dosis ab. Das Vorhandensein von Adrenalin kann die Dauer der Wirkung für die Infiltration und die periphere Nervenblockade verlängern, aber es hat eine weniger ausgeprägte Wirkung auf die epidurale Blockade.

Die Toxizität für das zentrale Nervensystem tritt bei niedrigeren Plasmakonzentrationen von Lidocain auf als die kardiale Toxizität. Im Falle einer Überdosierung treten daher zuerst die Symptome einer Toxizität des zentralen Nervensystems auf, bevor die Symptome einer kardialen Toxizität auftreten.

Zu den Nebenwirkungen systemisch zirkulierender Lokalanästhetika auf das Herz gehören eine Verzögerung der Reizschwelle und der Erregungsleitung, negative Inotropie, negative Chronotropie und Hypotonie. Diese Wirkungen können in seltenen Fällen zu einem Herzstillstand führen.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Die Plasmaspiegel hängen von der jeweiligen Anwendungsstelle und der Art der Anwendung ab. Allerdings ist das Verhältnis zwischen der Menge des injizierten Lokalanästhetikums und den maximalen Plasmaspiegeln schlecht.

Maximale Konzentrationen werden innerhalb von spätestens 30 Minuten erreicht. Bei der Mehrheit der Patienten werden die maximalen Konzentrationen innerhalb von 10–20 Minuten erreicht.

Interkostalblockaden erzeugen die höchsten Plasmakonzentrationen, während subkutane Injektionen in den Bauchraum die niedrigsten Plasmakonzentrationen erzeugen

Nach intramuskulärer Injektion von 400 mg Lidocainhydrochlorid-Monohydrat für die Interkostalblockade wurde eine maximale Plasmakonzentration (Cmax) von 6,48 mg/l ermittelt, die nach 5–15 Minuten erreicht wird (tmax).

Nach subkutaner Anwendung erreichten die Cmax-Werte 4,91 mg/l (vaginale Injektion) bzw. 1,95 mg/l (abdominale Injektion). In einer Studie mit 5 gesunden Freiwilligen erreichte der Cmax-Wert nach einer Infiltrationsanästhesie des Oberkiefers und der Wangen mit 36 mg Lidocain bei Anwendung einer 2 %igen Lösung 0,31 mg/l.

Der Adrenalin-Zusatz (5 µg/ml) verlangsamt die Resorptionsgeschwindigkeit und reduziert die maximale Plasmakonzentration je nach Injektionsstelle um 20–50 %.

Die Resorption erfolgt vollständig und biphasisch aus dem Epiduralraum, mit Halbwertszeiten von etwa 9,3 Minuten bzw. 82 Minuten. Die langsame Resorption ist der zeitbegrenzende Faktor bei der Elimination von Lidocain, was die langsamere Elimination nach epiduraler Injektion im Vergleich zur intravenösen Injektion erklärt.

Verteilung

Lidocain folgt einer biphasischen Eliminationskinetik. Nach intravenöser Anwendung wird der Wirkstoff zunächst schnell aus dem zentralen Kompartiment in intensiv durchblutete Gewebe und Organe verteilt (Alpha-Verteilungsphase). Auf diese Phase folgt eine Umverteilung in die Skelettmuskulatur und das Fettgewebe. Die Halbwertszeit während der Alpha-Verteilungsphase beträgt etwa 4–8 Minuten. Die Verteilung in das periphere Gewebe erfolgt voraussichtlich innerhalb von 15 Minuten.

Die Plasmaproteinbindung liegt bei Erwachsenen bei etwa 60–80 %. Sie ist abhängig von der Wirkstoffkonzentration und zusätzlich von der Konzentration des sauren Alpha-1-Glykoproteins (AGP). Das AGP ist ein Akute-Phase-Protein, das freies Lidocain bindet und je nach dem pathophysiologischen Zustand des Patienten z. B. nach Traumata, Operationen oder Verbrennungen erhöht sein kann. Im Gegensatz dazu wurde gezeigt, dass die AGP-Konzentrationen bei Neugeborenen und Patienten mit Leberfunktionsstörungen niedrig sind, was zu einer deutlichen Verringerung der Lidocain-Plasmaproteinbindung führt.

Das Verteilungsvolumen beträgt im stationären Zustand 91 Liter. Das Verteilungsvolumen kann bei Patienten mit weiteren Erkrankungen, z. B. Herz-, Leber- oder Niereninsuffizienz, verändert sein.

Biotransformation

Lidocain wird in der Leber durch Monooxygenasen schnell metabolisiert. Dies geschieht hauptsächlich durch oxidative N-Dealkylierung, Hydroxylierung am aromatischen Ring und Hydrolyse der Amidbindung. Hydroxylierte Derivate werden konjugiert.

Insgesamt werden ca. 90 % des Lidocains zu 4-Hydroxy-2,6-Xylidin, zu 4-Hydroxy-2,6-Xylidin-Glucuronid und in geringerem Maße zu den aktiven Metaboliten Monoethylglycinxylidid (MEGX) und Glycinxylidid (GX) metabolisiert.

Letztere können sich bei länger andauernden Infusionen oder bei schwerer Niereninsuffizienz aufgrund ihrer längeren Halbwertszeit im Vergleich zu Lidocain selbst anreichern. Bei Lebererkrankungen kann die Stoffwechselrate auf 10–50 % des Normalwerts reduziert sein.

Ergebnisse mit menschlichen Lebermikrosomen und rekombinanten menschlichen CYP-Isoformen zeigten, dass CYP1A2 und CYP3A4 Enzyme die wichtigsten CYP-Isoformen sind, die an der Lidocain-N-Deethylierung beteiligt sind.

Elimination

Weniger als 10 % des Lidocains werden unverändert mit dem Urin ausgeschieden, der restliche Anteil in Form der Metaboliten.

Die Eliminationshalbwertszeit beträgt 1,5–2 Stunden bei Erwachsenen und ca. 3 Stunden bei Neugeborenen. Die Eliminationshalbwertszeit kann sich bei schwerer Herzinsuffizienz (bis zu 4–12 Stunden) oder bei chronischen Lebererkrankungen (bis zu 4,5–6 Stunden) erhöhen.

Die Halbwertszeiten der aktiven Metaboliten Monoethylglycinexylidid (MEGX) und Glycinexylidid (GX) betragen 2–6 Stunden bzw. 10 Stunden. Da ihre Plasmahalbwertszeiten länger sind als die von Lidocain, kann es bei längerer Infusion zu einer Akkumulation der Metaboliten, insbesondere von GX, kommen.

Außerdem hängt die Ausscheidungsrate vom pH-Wert ab; sie kann durch Ansäuerung des Urins erhöht werden. Die plasmatische Clearance beträgt etwa 0,95 ml/min.

Der hepatische Blutfluss scheint die Rate des Lidocain-Metabolismus zu begrenzen.

Besondere Patientengruppen

Patienten mit Niereninsuffizienz

Die Plasmahalbwertszeit von Lidocain schien unverändert zu sein, abgesehen von einer gewissen Akkumulation von GX während einer Infusion von 12 Stunden oder mehr. Diese Akkumulation schien mit der langfristigen Anwendung des Arzneimittels zusammenzuhängen. Bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz war die Clearance von Lidocain jedoch ungefähr halbiert und die Halbwertszeit von Lidocain war etwa doppelt so lang wie bei gesunden Patienten.

Patienten mit Leberinsuffizienz

Bei Patienten mit eingeschränkter Leberdurchblutung, z. B. nach einem akuten Herzinfarkt, bei Herzinsuffizienz, Lebererkrankungen oder kongestiver Herzinsuffizienz, kann die Plasmahalbwertszeit von Lidocain und seinen Metaboliten verlängert sein und es sind signifikante Auswirkungen auf die Pharmakokinetik und den Dosierungsbedarf von Lidocain zu erwarten.

Ältere Menschen

Die Eliminationshalbwertszeit und das Verteilungsvolumen scheinen bei älteren Menschen aufgrund einer verringerten Herzleistung und/oder Leberdurchblutung verlängert bzw. erhöht zu sein.

Schwangere oder stillende Frauen

Lidocain passiert die Plazenta durch einfache Diffusion und erreicht den Fötus innerhalb weniger Minuten nach der Anwendung.

Nach einer Parazervikalblockade wurden im Nabelschnurblut deutlich höhere Konzentrationen von Lidocain gefunden.

Der Fötus ist in der Lage, Lidocain zu metabolisieren. Die Konzentrationen im fötalen Blut betragen etwa 60 % der Konzentrationen im Mutterblut. Aufgrund einer geringeren Plasmaproteinbindung im fötalen Blut beträgt die Konzentration des pharmakologisch aktiven freien Lidocains das 1,4-fache der mütterlichen Konzentration.

Lidocain wird in geringen Mengen in die Muttermilch ausgeschieden.

Kinder und Jugendliche

Bei Neugeborenen sind die sauren

Alpha1- Glykoproteinspiegel niedrig und die Proteinbindung kann verringert sein. Da die freie Fraktionsmenge höher sein kann, wird die Anwendung von Lidocain bei Neugeborenen nicht empfohlen.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Reproduktionstoxizität

Im Rahmen von Studien zur embryonalen und fötalen Entwicklung von Ratten und Kaninchen wurden bei der Anwendung von Lidocain während der Organogenese keine teratogenen Wirkungen beobachtet. Embryotoxizität wurde bei Kaninchen in der maternal toxischen Dosis beobachtet. Der Nachwuchs von Ratten, die während der späten Trächtigkeit und Laktation mit einer maternal toxischen Dosis behandelt wurden, zeigte eine reduzierte postnatale Überlebensrate.

In sehr hohen Dosen verursachte Adrenalin bei Ratten Fehlbildungen. Abgesehen davon gibt es keine reproduktionstoxikologischen Studien über Adrenalin bei Tieren.

Genotoxizität und Karzinogenität

Studien zur Genotoxizität von Lidocain waren negativ. Die Karzinogenität von Lidocain wurde nicht untersucht. Der Lidocain-Metabolit 2,6-Dimethylanilin hat in vitro genotoxisches Potenzial. In einer Studie zur Karzinogenität bei Ratten, die in utero, postnatal oder lebenslang 2,6-Dimethylanilin ausgesetzt waren, wurden Tumore in der Nasenhöhle, im subkutanen Gewebe und in der Leber beobachtet. Die klinische Relevanz der Tumorbefunde bei kurzzeitiger/intermittierender Anwendung von Lidocain ist unbekannt.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Natriumchlorid

Salzsäure (zur pH-Wert-Einstellung)

Natriumhydroxid (zur pH-Wert-Einstellung)

Natriummetabisulfit (E223)

Wasser für Injektionszwecke

6.2 Inkompatibilitäten

Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden

6.3 Dauer der Haltbarkeit

Ungeöffnete Ampullen: 2 Jahre.

Dieses Arzneimittel darf maximal 3 Monate bei einer Temperatur von nicht über 25 °C gelagert werden.

Nach der ersten Entnahme aus der Kühlung ist das Arzneimittel nach drei Monaten zu entsorgen.

Nach dem ersten Öffnen der Ampulle:

Die Injektionslösung ist sofort nach dem Öffnen des Behältnisses zu verwenden.

Nicht verwendete Reste sind zu verwerfen.

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Im Kühlschrank lagern (2 °C – 8 °C). Die Ampulle im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses <und spezielles Zubehör für den Gebrauch, die Anwendung oder die Implantation>

10 ml Lösung in farbloser Glasampulle. Jede Packung enthält 10 Ampullen.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung <und sonstige Hinweise zur Handhabung>

Gebrauchsanweisung:

Vor der Anwendung ist das Produkt visuell auf Partikel und Verfärbungen zu überprüfen. Verwenden Sie nur saubere und farblose Lösungen, frei von Partikeln oder Niederschlägen.

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu beseitigen.

7. INHABER DER ZULASSUNG

Laboratoire Aguettant

1, rue Alexander Fleming

69007 Lyon

Frankreich

8. ZULASSUNGSNUMMER

Zul.Nr.: 7015582.00.00

9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG

24/07/2025

10. STAND DER INFORMATION

06/2026

Über dieses Dokument

Quelle: BfArM – Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (AMIce) · Zulassungsnummer: 7015582.00.00 · ENR 7015582

Stand der Information laut Text: 06/2026

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Fakten zu Lidocain/Adrenalin Aguettant 10 mg/ml + 5 Mikrogramm/ml Injektionslösung

Rezeptpflicht
Verschreibungspflichtig?
  • Sie erhalten das Arzneimittel nur mit einem ärztlichen Rezept in der Apotheke.
  • Rechtsgrundlage laut BfArM: verschreibungspflichtig gemäß § 48(1),(2)2 AMG.
Wirkstoffe Lidocain 100 mg, Epinephrin/Adrenalin 0.05 mg
Darreichungsform Injektion
Art der Anwendung Infiltration; epidurale Anwendung; perineurale Anwendung
Art des Arzneimittels Chemisches Arzneimittel
Sonstige Bestandteile Natriumchlorid, Salzsäure x%, Natriumhydroxid, Natriummetabisulfit (Ph.Eur.), Wasser für Injektionszwecke
Packungsgrößen 100 ml
Haltbarkeit 3 Monate (ungeöffnete Packung)
Lagerung Nicht über +25°C
Fälschungsschutz Ja – die Packung trägt einen individuellen Code und einen Erstöffnungsschutz (securPharm), die Apotheke prüft die Echtheit
ATC-Klassifikation
  1. N Nervensystem
    1. N01 Anästhetika
      1. N01B Lokalanästhetika
        1. N01BB Amide
          1. N01BB52 Lidocain, Kombinationen
Zulassung 7015582.00.00, seit 28.07.2025; dezentrales Verfahren (mehrere EU-Staaten)
Pharmazeutischer Unternehmer Laboratoire Aguettant, 69007 LYON, Frankreich
Hersteller (Freigabe) Delpharm Dijon, Laboratoire Aguettant, Delpharm Tours HR-Beiname: Delmas Rechtsform: S.A.S.

Quelle: BfArM, Arzneimittel-Informationssystem AMIce (ENR 7015582), Datensatz vom 22.07.2026. Angaben ohne Gewähr – fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke.