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Mg 10% Inresa - Zusammengefasste Informationen

Dostupné balení:

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels - Mg 10% Inresa

1.    bezeichnung des arzneimittel

Mg l0% Inresa

Wirkstoff: Magnesiumsulfat­heptahydrat

2.    Verschreibungsstatus/Apothekenpflicht

Apothekenpflichtig

3.1.    Stoff- oder Indikationsgruppe

Magnesiumpräparat (Antikonvulsant Katarrtikum)

3.2.    Zusammensetzung des Arzneimittels

l Ampulle mit 10ml Injektionslösung enthält:

Arzneilich wirksamer Bestandteil:

Magnesiumsulfat­heptahydrat 1.00g (entsprechend 4,05mmol Mg = 98,6mg Mg)

Sonstige Bestandteile: Wasser für Injektionszwecke, Schwefelsäure

4.    anwendungsgebiete

Behandlung von Tetanien. Tetanien können auch Zeichen eines Calciummangels sein. Deshalb muss vor der Therapie der Magnesiummangel durch Elektrolytstatus festgestellt werden. Eine Therapie mit Mg 10% Inresa ist nur angezeigt, wenn der Serum-Magnesiumspiegel unter den Normalwerten (0.73 – 1,03 mmol / l) liegt und der Serum-Calciumspiegel normal (2,25 – 2,6 mmol / l) ist.

5.    gegenanzeigen

Myasthenia gravis. AV-Block I.-III. Grades (Störungen der Reizleitung am Herzen) oder sonstige kardiale Überleitungsstörun­gen, schwere Niereninsuffizienz, Anurie, Exsikkose, MagnesiumCalcium-Ammoniumphosphat­steine. Mg10% Inresa soll nicht gleichzeitig mit Barbituraten.

Narkotika oder Hypnotika wegen des Risikos einer Atemdepression angewendet werden.

6.    nebenwirkungen

Bei intravenöser Applikation von Magnesiumsulfat­heptahydrat tritt allgemein ein Wärmegefühl und Flush auf. Eine zu schnelle Injizierung kann vorübergehend Übelkeit, Erbrechen, Mundtrockenheit, Kopfschmerzen, Kribbeln, Schwitzen, vereinzelt starkes Schwindelgefühl, Agitiertheit, Erregung oder Tremor und intensiveres Wärmegefühl hervorrufen.

Bei hoher Dosierung von Magnesium kann es zu Bradykardie, Überleitungsstörun­gen und peripherer Gefäßerweiterung mit Blutdrucksenkung kommen.

7.    wechselwirkungen mit anderen mitteln

Bei gleichzeitiger i.v.-Anwendung von Calziumsalzen ist die Wirkung von Magnesium vermindert (Antagonisierung). Muskelrelaxantien vom Curaretyp verstärken die Wirkung von Magnesium an der motorischen Endplatte. Die gleichzeitige Anwendung von Aminoglykosid-Antibiotika sollte vermindert werden.

8.    Warnhinweise

Die Injektionslösung sollte nicht mit calcium- oder phosphathaltigen Lösungen gemischt werden (Gefahr der Ausfällung und Wechselwirkun­gbeeinflussun­g).

9.    Wichtigste Inkompatibilitäten

Keine bekannt.

10.    Dosierung mit Einzel- und Tagesgaben

Die Dosierung richtet sich nach dem Schweregrad des Magnesiumdefizits. Allgemein gilt folgende Dosierungsrichtli­nie:

Die Injektion einer Ampulle sollte in 1– bis 2-tägigem Abstand wiederholt werden.

Serumspiegel ab 2,5 mmol / l verursachen schwere Nebenwirkungen.

Deshalb muß dieser vor und während der Therapie mit Magnesiumsulfat­heptahydrat kontrolliert werden. Soweit nicht anders verordnet, gilt zur Behandlung von Tetanie folgende Dosierung: 1–2g Magnesiumsulfat­heptahydrat i.v. applizieren (4,05 – 8,1mmol Magnesium).

11.    Art der Anwendung

Injektionslösung zur i.v. bzw. i.m. Applikation.

1 Ampulle langsam am liegenden Patienten i.v. applizieren (die ersten 3ml in 3 Minuten). Es empfiehlt sich die Patienten nach der Injektion noch 10–20 Minuten ruhen zu lassen.

12.    Notfallmaßnahmen, Symptome und Gegenmittel

a) Symptome der IntoxikationBei einer intakten Nierenfunktion und angegebener Dosierung sind keine Magnesiuminto­xikationen zu erwarten. Nur bei schwerer Niereninsuffizienz mit Anurie kann es sowohl bei der oralen als auch parenteralen Therapie zur Kumulation von Magnesium und zu Intoxikationser­scheinungen kommen (s. Tabelle).

Mg-Plasma-Konzentration in mmol/l

Mögliche Symptome, mögliche unerwünschte Wirkungen

>1,5 mmol / l

Blutzuckerabfall, Brechreiz, Erbrechen

>2,5–5,0 mmol / l

Verlängerung der OT-Intervalle, der QRS-Dauer, Anstieg der T-Welle.

>3,5–5 mmol / l

Erlöschen des Patellarsehne­nereflex, Bewusstseinsstörun­gen

>5,0–7,5 mmol / l

Atemdepression

ab 10,0 mmol / l

Herzstillstand

b) Therapie von Intoxikationen

Als sofortige Maßnahme (Antidot) dient eine intravenöse Calcium-Injektion.

13.    pharmakologische und toxikologische eigenschaften, pharmakokinetik, bioverfügbarkeit, soweit diese angaben für die therapeutische verwendung erforderlich sind.

13.1    pharmakologische eigenschaften

Ein Abfall der Magnesiumkonzen­tration im Plasma ist von einer gesteigerten Erregbarkeit des Zentralnerven­systems bis zu Krämpfen und Desorientiertheit bzw. psychotischen Syndromen gefolgt. Eine Tendenz zur vorzeitigen Wehentätigkeit und Gestosen wird durch Magnesiummangel gefördert.

Hohe Magnesium-Konzentrationen verursachen eine schlaffe Lähmung der Skelettmuskulatur. Diese wird auf eine Minderung der Acetylcholinabgabe an den neuromuskulären Endplatten zurückgeführt. Am Herzen gleicht die Wirkung von Magnesiumionen der von Kaliumionen. Hohe Konzentration (20–30mmol/l Plasma) verlängern die Überleitungszeit; höhere Konzentrationen führen zu einem Herzstillstand in der Diastole.

Eine hypomagnesämische Tetanie kann durch Magnesium-Ionen, nicht aber durch Calcium-Ionen behoben werden.

Magnesium spielt bei einer großen Zahl biochemische Reaktionen eine Rolle; mit am wichtigsten ist eine Beteiligung als Co-Faktor bei allen Enzymen, die mit den nukleotidabhängigen Transphosphory­lierungs-Reaktionen in Verbindung gebracht werden können.

13.2. Pharmakokinetik

Resorption

Magnesium wird zu etwa 30–40% in dem distalen Dünndarmabschnitt resorbiert.

Die Normalwerte der Magnesium-Serumkonzentration liegen im Bereich von 0,75–1,1mmol/l.

Verteilung in Organen und Geweben

Der Körperbestand des erwachsenen Menschen an Magnesium beträgt rund 100mg. Die Hälfte davon befindet sich im Knochen. Rund 45% befinden sich intrazellulär und 5% in der extrazellulären Flüssigkeit. Die intrazelluläre Konzentration variiert zwischen 10 und 60mmol/l, die im Plasma zwischen 3 und 4,4mmol/l. Davon sind 2/3 als Mg2+ Ionen gelöst und 1/3 ist an Proteine gebunden.

Elimination

Die renale Magnesiumaussche­idung paßt sich schnell dem Magnesiumangebot an. Im Normalfall werden ca. 1,5mg/kg/Tag mit dem Urin ausgeschieden. Nach einer parenteralen Applikation kann man von einer Halbwertszeit von knapp 4 Stunden ausgehen.

13.3    Toxikologische Eigenschaften

Akute Toxizität

beim Tier:

Die LD50 wurde bei der Ratte (intravenöse Anwendung, einmalige Dosis von 90–450mg/kg) mit 206mg/kg (männliche Ratte) bis 174mg/kg KGW (weibliche Ratte) ermittelt. Für weibliche Beaglehunde liegt die letale Dosis LD50, bei mehr als 1200mg/kg (Mochizuki Metal, J Toxicol Sci 1998, May.23 Suppl 1:31–5),siehe auch Abs. 6 und 12.

Chronische Toxizität / Subchronische Toxizität

Bei einer 4-wöchigen Untersuchung an Beaglehunden (24-stündige Infusion mit 12,5; 50 und 100mg Magnesiumsulfat­heptahydrat/kg/h wurde eine Dosierung von 5Omg/kg/h als nichttoxisch angenommen (Akagi K, et al, J Toxicol Sci 1998 May;23 Suppl 1:51.56) siehe auch Abs. 6 und 12.

Mutagenes und tumorerzeugendes Potential

Es gibt keine Hinweise darauf, daß Magnesiumsulfat­heptahydrat als körpereigene Substanz mutagenes oder tumorerzeugendes Potential besitzt.

Reproduktionsto­xizität

Es gibt keine Hinweise darauf, dass Magnesiumsulfat­heptahydrat als körpereigene Substanz reproduktionsto­xisch wirkt.

Konkrete Angaben zur mutagenen, karzinogenen oder teratogenen Wirkung von Magnesium liegen nicht vor.

14.    Sonstige Hinweise

Wird Magnesiumsulfat­heptahydrat kurz vor der Geburt angewendet, sollte das Neugeborene während der ersten 24–48 Lebensstunden auf Anzeichen einer Intoxikation

(neurologische Depression mit Atemdepression, Muskelschwäche, Verlust von Reflexen) überwacht werden. Die Gabe von Aminoglykosid-Antibiotika sollte in dieser Zeitspanne vermieden werden (s. Wechselwirkungen).

Bei hochdosierter Magnesiumsulfat­heptahydratthe­rapie muss geprüft werden:

1. Die Patellarsehnen­reflexe müssen erhalten sein.

2. Die Atemfrequenz darf 16 Atemzüge pro Minute nicht unterschreiten.

3. Die Urinausscheidung soll mindestens 25 ml pro Stunde betragen. Ist sie geringer, besteht die Gefahr der Hypermagnäsie.

4. Als Antidot müssen Ampullen Calciumgluconat 10% bereit gehalten werden.

5. Sollte bei lebensbedrohlichen Zuständen das Antidot nicht ausreichend sein, sind intensivmedizi­nische Maßnahmen zu ergreifen.

15.    dauer der haltbarkeit

Die Dauer der Haltbarkeit beträgt 3 Jahre.

Die Injektionslösung ist nach Öffnen der Ampulle sofort zu verbrauchen.

Das Arzneimittel soll nach Ablauf des Verfalldatums nicht mehr angewendet werden.

Nur zur einmaligen Anwendung! Restmenge nach Anbruch des Arzneimittels verwerfen.

16.    Besondere Lager- und Aufbewahrungshinweise

Keine.

17.    darreichungsformen und packungsgrößen

Originalpackungen mit 5 Ampullen (N1) und

50 Ampullen (Klinikpackung) mit je 10ml Injektionslösung.

18.    Zeitpunkt der Herausgabe der Information

Mai 2004