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Migralave + MCP - Beipackzettel, Nebenwirkungen, Wirkung, Anwendungsgebiete

Dostupné balení:

Beipackzettel, Nebenwirkungen, Wirkung, Anwendungsgebiete - Migralave + MCP

1.    was ist migralave + mcp und wofür wird es angewendet?

Migralave + MCP ist ein Mittel zur Anfallsbehandlung der Migräne.

Migralave + MCP wird angewendet bei akuten Kopfschmerzen mit Übelkeit oder Erbrechen bei Migräne mit und ohne Aura.

  • 2. Was sollten Sie vor der Einnahme von Migralave + MCP beachten?

Migralave + MCP darf nicht eingenommen werden:

  • – wenn Sie allergisch gegen Paracetamol, Metoclopramid­hydrochlorid oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile des Arzneimittels sind

  • – wenn Sie an einer schweren Beeinträchtigung der Leberfunktion le­iden

  • – bei Tumor des Nebennierenmarks (Phäochromozytom)

  • – bei mechanischem Darmverschluss

  • – bei Darmdurchbruch

  • – bei Blutungen im Magen-Darm-Bereich

  • – bei bestimmten hormonabhängigen Geschwülsten (prolaktinabhängi­gen Tumoren)

  • – bei Epileptikern

  • – bei Patienten mit Störungen des natürlichen Bewegungsablaufes (extrapyramidal­motorischen Störungen)

  • – bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion.

Migralave + MCP darf nicht angewendet werden bei Kindern unter 14 Jahren.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, Apotheker oder dem medizinischen Fachpersonal, bevor Sie Migralave + MCP einnehmen.

Besondere Vorsicht ist erforderlich:

  • – bei Leberfunktion­sstörungen (z. B. durch chronischen Alkoholmissbrauch, Leberentzündungen)

  • – bei vorgeschädigter Niere

  • – bei angeborenem vermehrtem Bilirubin-Gehalt des Blutes (Gilbert-Syndrom oder Meulengracht-Krankheit).

Bei längerem hochdosierten, nicht bestimmungsgemäßem Gebrauch von Migralave + MCP können, bedingt durch Paracetamol (wie auch durch andere Schmerzmittel), Kopfschmerzen auftreten, die nicht durch erhöhte Dosen des Arzneimittels behandelt werden dürfen.

Ganz allgemein kann die gewohnheitsmäßige Einnahme von Schmerzmitteln, insbesondere bei Kombination mehrerer schmerzstillender Wirkstoffe, zur dauerhaften Nierenschädigung mit dem Risiko eines Nierenversagens („Analgetika-Nephropathie“) führen.

Bei Leber- und Nierenfunktion­sstörungen sowie bei angeborenem vermehrtem Bilirubin-Gehalt des Blutes (Gilbert-Syndrom oder Meulengracht-Krankheit) muss Migralave + MCP in größeren Einnahmeabständen oder in verminderter Menge eingenommen werden.

Es können extrapyramidale Störungen auftreten, besonders bei Kindern und Heranwachsenden und/oder bei hohen Dosierungen (s. Kapitel 4. „Welche Nebenwirkungen sind möglich?“).

Einnahme von Migralave + MCP zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/ anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/ angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen/ anzuwenden.

Bedingt durch den wirksamen Bestandteil Paracetamol ist mit folgenden Wechselwirkungen zu rechnen:

Wechselwirkungen sind möglich mit

  • – Arzneimitteln gegen Gicht wie Probenecid: Bei gleichzeitiger Einnahme von Probenecid sollte die Dosis von Migralave + MCP verringert werden, da der Abbau von Migralave + MCP verlangsamt sein kann.

  • – Schlafmitteln wie Phenobarbital,

Mitteln gegen Epilepsie wie Phenytoin, Carbamazepin

Mitteln gegen Tuberkulose (Rifampicin)

anderen möglicherweise die Leber schädigende Arzneimittel

Unter Umständen kann es bei gleichzeitiger Einnahme mit Migralave + MCP zu Leberschäden kommen

  • – Mitteln gegen Übelkeit (Metoclopramid und Domperidon): Diese können eine Beschleunigung der Aufnahme und des Wirkungseintritts von Migralave + MCP bewirken.

  • – Mitteln zur Senkung erhöhter Blutfettwerte (Cholestyramin): Diese können die Aufnahme und damit die Wirksamkeit von Migralave + MCP verringern.

  • – Arzneimittel bei HIV-Infektionen (Zidovudin): Die Neigung zur Verminderung weißer Blutkörperchen (Neutropenie) wird verstärkt. Migralave + MCP soll daher nur nach ärztlichem Anraten gleichzeitig mit Zidovudin eingenommen werden.

  • – Arzneimitteln, die zu einer Verlangsamung der Magenentleerung führen: Diese können die Aufnahme und den Wirkungseintritt von Paracetamol verzögern.

Auswirkungen der Einnahme von Migralave + MCP auf Laboruntersuchun­gen

Die Harnsäurebestim­mung, sowie die Blutzuckerbes­timmung können beeinflusst werden.

Wechselwirkungen zwischen Paracetamol aus Migralave + MCP und Cumarinderivaten (Arzneimittel zur Herabsetzung der Gerinnungsfähigkeit des Blutes) sind bezüglich ihrer klinischen Bedeutung noch nicht zu beurteilen. Eine Langzeitanwendung von Migralave + MCP bei Patienten, die mit blutgerinnungshem­menden Mitteln (oralen Antikoagulantien) behandelt werden, sollte daher nur unter ärztlicher Kontrolle erfolgen.

Mit dem wirksamen Bestandteil Metoclopramid sind folgende Wechselwirkungen möglich:

Migralave + MCP kann die Resorption (Aufnahme aus dem Magen-Darm-Trakt) von anderen Stoffen verändern, z.B. die von Digoxin [Herzmittel] und Cimetidin [Magen-Darm-Mittel] vermindern, die von Levodopa [Mittel zur Behandlung der Parkinson-Krankheit], Paracetamol, verschiedenen Antibiotika (belegt für Tetracyclin, Pivampicillin), Lithium und Alkohol beschleunigen bzw. erhöhen. Bei gleichzeitiger Verabreichung von Migralave + MCP und Lithium (Mittel zur Behandlung psychischer Erkrankungen) können erhöhte Lithiumplasmas­piegel auftreten.

Anticholinergika können die Wirkung von Migralave + MCP vermindern.

Bei gleichzeitiger Gabe von Migralave + MCP und Neuroleptika (Mittel zur Behandlung psychischer Erkrankungen wie z.B. Phenothiazinen, Thioxanthende­rivaten, Butyrophenonen) können verstärkt extrapyramidale Störungen (z.B. Krampferscheinungen im Kopf-, Hals-, Schulterbereich) auftreten.

Bei gleichzeitiger Gabe von sogenannten “Serotonin-Wiederaufnahme­hemmern” (Arzneimittel zur Behandlung von Depressionen) kann es ebenfalls zu verstärktem Auftreten von extrapyramidalen Symptomen bis hin zu einem sogenannten “Serotonin-Syndrom” (u.a. charakterisiert durch Veränderungen des Geisteszustandes wie Verwirrtheit, Erregtheit, unkoordinierte Bewegungen Zittern, Durchfall und Fieber) kommen.

Die Wirkung von Succinylcholin (ein muskelentspannendes Mittel) kann durch Migralave + MCP verlängert werden.

Einnahme von Migralave + MCP zusammen mit Nahrungsmitteln, Getränken und Alkohol: Migralave + MCP darf nicht zusammen mit Alkohol eingenommen oder verabreicht werden.

Schwangerschaft und Stillzeit:

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Da keine ausreichenden Untersuchungen vorliegen, soll Migralave + MCP während der Stillzeit und in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft nicht angewendet werden. Im zweiten und dritten Drittel der Schwangerschaft soll Migralave + MCP nur auf ausdrückliche Anordnung des Arztes angewendet werden. Dabei sollten Sie Migralave + MCP mit der geringsten wirksamen Dosis für den kürzest möglichen Zeitraum und mit der geringstmöglichen Häufigkeit und nicht in Kombination mit anderen Arzneimitteln einnehmen, da die Sicherheit der Anwendung für diese Fälle nicht belegt ist.

Verkehrstüchtig­keit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen:

Migralave + MCP kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen soweit verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt wird. Sie können dann möglicherweise auf plötzliche und unerwartete Ereignisse nicht mehr schnell und gezielt genug reagieren. Dies gilt in verstärktem Maße im Zusammenwirken mit Alkohol und sedierenden Medikamenten (sog. Beruhigungsmit­teln).

  • 3. Wie ist Migralave + MCP einzunehmen?

4.    welche nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann Migralave + MCP Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

Sehr häufig: mehr als 1 Behandelter von 10

Häufig: 1 bis 10 Behandelte von 100

Gelegentlich: 1 bis 10 Behandelte von 1.000

Selten: 1 bis 10 Behandelte von 10.000

Sehr selten: weniger als 1 Behandelter von 10.000

Nicht bekannt: Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Nebenwirkungen:

Bedingt durch Paracetamol sind folgende Nebenwirkungen möglich:

Leber- und Gallenerkrankungen

Selten wurde von einem leichten Anstieg bestimmter Leberenzyme (Serumtransami­nasen) berichtet.

Erkrankungen des Immunsystems

Sehr selten kann es zu allergischen Reaktionen in Form von einfachem Hautausschlag oder Nesselausschlag bis hin zu einer Schockreaktion kom­men

Im Falle einer allergischen Schockreaktion rufen Sie den nächst erreichbaren Arzt zu Hilfe.

Ebenfalls sehr selten ist bei empfindlichen Personen eine Verengung der Atemwege (Analgetika-Asthma) ausgelöst worden.

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Sehr selten wurde über Veränderungen des Blutbildes berichtet wie eine verringerte Anzahl von Blutplättchen (Thrombozytopenie) oder eine starke Verminderung bestimmter weißer Blutkörperchen (Agranulozytose).

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellge­webes

Sehr selten wurden Fälle von schweren Hautreaktionen berichtet.

Bedingt durch den wirksamen Bestandteil Metoclopramid können:

Durchfall, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, Angst und Ruhelosigkeit auftreten.

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Methämoglobinämie, die auf einen NADH-Cytochrom-b5-Reduktasemangel zurückzuführen ist, besonders bei Neugeborenen.

Gefäßerkrankungen

Nicht bekannt: sehr hoher Blutdruck

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellge­webes Gelegentlich kann es zu Hautausschlag kommen.

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Nach längerer Anwendung kann es zu einer Prolaktinerhöhung, Gynäkomastie (Brustdrüsenschwe­llung), Galaktorrhoe (spontane milchige Absonderung aus der Brustdrüse) oder Störungen der Regelblutung kommen; dann ist das Arzneimittel abzusetzen.

Erkrankungen des Nervensystems und psychiatrische Erkrankungen

Extrapyramidale Symptome: akute Dystonie und Dyskinesie, Parkinson-Syndrom, Akathisie, selbst nach Gabe einer einzigen Dosis des Arzneimittels, besonders bei Kindern und Heranwachsenden (s. Abschnitt 2. „Was sollten Sie vor der Einnahme von Migralave + MCP beachten?“).

Sehr selten wurde das Auftreten von Depressionen unter Anwendung von Metoclopramid beobachtet.

Sehr selten wurden bei älteren Patienten nach Langzeitbehandlung Spätdyskinesien (Bewegungsstörun­gen) beschrieben.

Sehr selten trat unter Metoclopramide­innahme ein malignes neuroleptisches Syndrom (charakteristische Zeichen: Fieber, Muskelstarre, Bewusstseins- und Blutdruckverände­rungen) auf. Der Arzt muss sofort verständigt werden! Als Maßnahmen werden empfohlen: Absetzen von Migralave + MCP, Kühlung, Dantrolen und/oder Bromocriptin, ausreichende Flüssigkeitszufuhr.

Bei Jugendlichen und bei Patienten mit schwerer Nierenfunktion­sstörung (Niereninsuffi­zienz), bei denen die Ausscheidung von Metoclopramid eingeschränkt ist, ist besonders auf Nebenwirkungen zu achten und bei deren Auftreten das Arzneimittel sofort abzusetzen.

Gegenmaßnahmen:

Bei den ersten Anzeichen einer Überempfindlichke­itsreaktion darf Migralave + MCP nicht nochmals eingenommen werden, und es ist sofort Kontakt mit einem Arzt aufzunehmen.

Sollten Sie die oben genannten Nebenwirkungen bei sich beobachten, soll Migralave + MCP nicht nochmals eingenommen werden.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen auch direkt über

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3

D-53175 Bonn

Website:

anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.    wie ist migralave + mcp aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf den Durchdrückpackungen und dem Umkarton nach „verwendbar bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr anwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Entsorgen Sie Arzneimittel niemals über das Abwasser (z.B. nicht über die Toilette oder das Waschbecken). Fragen Sie in Ihrer Apotheke, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

Weitere Informationen finden sie unter

6.    inhalt der packung und weitere informationen

Was Migralave + MCP enthält

Die Wirkstoffe sind:

Paracetamol und Metoclopramid­hydrochlorid 1 H2O

1 Filmtablette enthält 500 mg Paracetamol und 5,3 mg Metoclopramid­hydrochlorid 1 H2O

Die sonstigen Bestandteile sind:

Mikrokristalline Cellulose, kolloidales wasserfreies Siliciumdioxid, Povidon 30, Crospovidon (Typ A), Magnesiumstearat (Ph. Eur.), Hypromellose, Macrogol 400, Macrogol 6000.

Wie Migralave + MCP aussieht und Inhalt der Packung

Weiße, bikonvexe, oblonge Filmtabletten.

Migralave + MCP ist in Blisterpackungen mit 20, 50 und 100 Filmtabletten erhältlich.

Pharmazeutischer Unternehmer

Aenova IP GmbH

Temmlerstrasse 2

35039 Marburg

Telefon-Nr.: 06421/494–0

Telefax-Nr.: 06421/494–202

Hersteller

Temmler Pharma GmbH

Temmlerstrasse 2

35039 Marburg

Telefon-Nr.: 06421/494–0

Telefax-Nr.: 06421/494–202

Stand der Information:

Diese Gebrauchsinfor­mation wurde zuletzt überarbeitet im Mai 2021.

TA02021525105­0130005 02.07.2021

Das Medikament ist im ATC-Baum enthalten: