Info Patient

Tannosynt Creme gegen Entzündung und Juckreiz – Fachinformation (SmPC) für Ärzte und Apotheker

Die Fachinformation richtet sich an Ärzte und Apotheker. Verständliche Hinweise für Patienten enthält der Beipackzettel: Einnahme, Nebenwirkungen, Andere Arzneimittel, Schwangerschaft und Stillzeit.

Aktualisiert:
Fakten
Status:
Apothekenpflichtig, rezeptfrei
Stärke:
1 g

Fachinformation - Tannosynt Creme gegen Entzündung und Juckreiz

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Tannosynt Creme gegen Entzündung und Juckreiz

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

100 g Creme enthalten 1 g Phenol-Methanal-Harnstoff-Polykondensat, sulfoniert, Natriumsalz (Synthetischer Gerbstoff).

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung: Dieses Arzneimittel enthält 30 mg Propylenglycol und 25 mg Cetylalkohol (Ph.Eur.) pro 1g – siehe Abschnitt 4.4.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Creme

Tannosynt ist eine weiße bis beige Creme.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Zur unterstützenden Behandlung von Hauterkrankungen, die mit Entzündung, Nässen und Juckreiz verbunden sind.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Im Allgemeinen wird Tannosynt Creme bis zur Abheilung ein- bis zweimal täglich dünn auf die erkrankten Hautstellen aufgetragen.

Zur Anwendung auf der Haut.

Zu den Dosierungserfordernissen liegt kein Erkenntnismaterial vor.

4.3 Gegenanzeigen

Tannosynt Creme darf nicht angewendet werden

  • bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile
  • am Auge

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Cetylalkohol kann örtlich begrenzt Hautreizungen (z. B. Kontaktdermatitis) hervorrufen.

Propylenglycol kann Hautreizungen hervorrufen.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Keine.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Gegen die Anwendung von Tannosynt Creme während der Schwangerschaft und Stillzeit bestehen aufgrund der fehlenden Resorption keine Bedenken.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Nicht zutreffend.

4.8. Nebenwirkungen

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

Sehr häufig (≥ 1/10) Häufig (≥ 1/100 bis < 1/10) Gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100) Selten (≥ 1/10.000 bis 1/1.000) Sehr selten (< 1/10.000) Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Der Wirkstoff oder die sonstigen Bestandteile von Tannosynt Creme können selten zu einer Kontaktdermatitis der Haut führen.

Bei topischer Anwendung von synthetischem Gerbstoff können sehr selten leichte Hautreizungen, wie Brennen, Rötung und Juckreiz auftreten.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigililanz, Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Es wurden keine Fälle von Überdosierung berichtet.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Andere Antipruriginosa

ATC-Code: D04AX07

Natürliche und synthetische Gerbstoffe besitzen eine gewisse eiweißfällende Wirkung. Aus der Reaktionsfähigkeit mit Eiweiß ergibt sich eine adstringierende, gerbende und schorfbildende Wirkung. Eine dünne Schicht aus koagulierendem Eiweiß ist bei der Wundbehandlung in der Lage, den Flüssigkeitsverlust zu verringern.

Durch die adstringierende Wirkung synthetischer Gerbstoffe ist die Unterdrückung einer überhöhten Schweißsekretion möglich.

Mittels Histamin-Quaddel-Methode kann die antipruriginöse Wirkung nachgewiesen werden. Darüber hinaus wurde in Untersuchungen nach der Lippenreiz-Methode, mit der die lokalanästhesierenden Eigenschaften einer Substanz geprüft werden, festgestellt, dass durch synthetischen Gerbstoff die Reiz- bzw. Empfindlichkeitsschwelle heraufgesetzt wird.

Die pharmakologische Wirkung von synthetischen Gerbstoffen beruht auf ihrer adstringierenden Eigenschaft, in deren Folge eine Entzündungshemmung mit Einschränkung der Exsudation und Sekretion sowie einer damit verbundenen indirekten antibakteriellen und antimykotischen Wirkung besteht. Deshalb können nässende und intertriginöse Dermatosen, die bakteriell und mit Fadenpilzen, insbesondere aber mit Hefepilzen wie Candida albicans superinfiziert sind, einer unterstützenden lokalen Therapie mit synthetischem Gerbstoff zugänglich sein.

In vitro konnte eine spezifische dosisabhängige irreversible Hemmung einer in neutrophilen Granulozyten lokalisierten Serin-Protease, der humanen Leukozytenelastase, gezeigt werden. Es wird angenommen, dass die Inaktivierung dieser Protease möglicherweise eine Rolle für den entzündungshemmenden Effekt der synthetischen Gerbstoffe spielt.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Der synthetische Gerbstoff wird im Stratum corneum, nicht aber im Stratum basale eingelagert. Eine besondere Durchlässigkeit besteht nach histochemischen In-vitro-Untersuchungen nicht. Eine Resorption ist bei kutaner Anwendung praktisch auszuschließen.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Akute Toxizität

Die akute orale Toxizität an Ratten und Kaninchen ist sehr niedrig. Bei dermaler Applikation wirkt der synthetische Gerbstoff nicht resorptiv toxisch. Beim Kaninchen ist bei Anwendung der konzentrierten Substanz über einen Zeitraum von ca. 20 Stunden eine leicht hautreizende Wirkung festzustellen. Am Kaninchenauge bewirkte die Applikation von 50 mg Wirkstoff deutliche Schwellung und Rötung der Bindehäute.

Chronische Toxizität

In Fütterungsversuchen an Ratte und Hund wurden keine substanzspezifischen Wirkungen nachgewiesen.

Tumorerzeugendes und mutagenes Potential

Langzeituntersuchungen am Tier auf ein tumorerzeugendes Potential liegen nicht vor. Erkenntnisse über mutagene Eigenschaften von Tannosynt Creme liegen nicht vor.

Reproduktionstoxizität

Es liegen keine Untersuchungen bzw. Erkenntnisse zum Risiko einer Reproduktionstoxizität vor.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Gereinigtes Wasser

Isopropylmyristat (Ph.Eur.)

alpha-Octadecyl-omega-(stearoyloxy)poly(oxyethylen)-5

Propylenglycol

Cetylalkohol (Ph.Eur.)

Palmitinsäure

2-[2-(Octadecyloxy)ethoxy]ethanol

alpha-Dodecyl-omega-hydroxypoly-(oxyethylen)-10

Phenoxyethanol (Ph.Eur.)

Stearinsäure (Ph.Eur.)

Macrogolstearylether-21 (Ph. Eur.)

Poly(methyl,phenylsiloxan) 20

Dimeticon 1000

Natriumhydroxid

6.2 Inkompatibilitäten

Inkompatibilitäten bestehen z. B. mit Schwermetallsalzen, Alkaloiden, Gelatine, Albumin, Stärke oder oxidierenden Substanzen.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

18 Monate

Haltbarkeit nach Anbruch: 6 Monate

Dieses Arzneimittel soll nach Ablauf des Verfalldatums nicht mehr angewendet werden.

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 25 °C lagern.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Aluminiumtuben mit Membranverschluss und HDPE-Schraubdeckel

Packungsgrößen: 20 g, 50 g, 100 g

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Keine besonderen Anforderungen.

7. INHABER DER ZULASSUNG

Almirall Hermal GmbH

Scholtzstraße 3

21465 Reinbek

Telefon: (0 40) 7 27 04-0

Telefax: (0 40) 7 27 04-329

info@almirall.de

www.almirall.de

8. ZULASSUNGSNUMMER

6005871.00.00

9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG / VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 18.06.1970

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 28.10.2004

10. STAND DER INFORMATION

10.2020

11. VERKAUFSABGRENZUNG

Apothekenpflichtig

Über dieses Dokument

Quelle: BfArM – Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (AMIce) · Zulassungsnummer: 6005871.00.00 · ENR 0005871

Stand der Information laut Text: 10/2020

Einen Fehler gefunden? Schreiben Sie uns über die Kontaktseite.

Die Informationen auf dieser Website ersetzen nicht den Rat eines Arztes oder Apothekers.

Fakten zu Tannosynt Creme gegen Entzündung und Juckreiz

Rezeptpflicht
Apothekenpflichtig, rezeptfrei?
  • Sie erhalten das Arzneimittel ohne Rezept, aber nur in der Apotheke. Lassen Sie sich dort beraten.
  • Rechtsgrundlage laut BfArM: apothekenpflichtig gemäß §43 oder §46 AMG.
Wirkstoff Phenol-Methanal-Harnstoff-Polykondensat-Natriumsalz 1 g
Darreichungsform Creme
Art der Anwendung Anwendung auf der Haut
Sonstige Bestandteile
Gereinigtes Wasser, Propylenglycol, Natriumhydroxid, Stearinsäure (Ph.Eur.) und 9 weitere+

Gereinigtes Wasser, Propylenglycol, Natriumhydroxid, Stearinsäure (Ph.Eur.), Cetylalkohol (Ph.Eur.), Dimeticon, Isopropylmyristat (Ph.Eur.), alpha-Octadecyl-omega-(stearoyloxy)poly(oxyethylen)-x, Palmitinsäure, Poly(methyl,phenylsiloxan), Macrogolstearylether (Ph.Eur.), 2-[2-(Octadecyloxy)ethoxy]ethanol, alpha-Dodecyl-omega-hydroxypoly(oxyethylen)-10

Packungsgrößen 20 g, 50 g, 100 g
Haltbarkeit 18 Monate (ungeöffnete Packung)
ATC-Klassifikation
  1. D Dermatika
    1. D04 Antipruriginosa, inkl. Antihistaminika, Anästhetika etc.
      1. D04A Antipruriginosa, inkl. Antihistaminika, Anästhetika etc.
        1. D04AX Andere Antipruriginosa
Zulassung 6005871.00.00, seit 05.11.2004; nationales Verfahren (Deutschland)
Pharmazeutischer Unternehmer ALMIRALL HERMAL GmbH, 21465 Reinbek
Hersteller (Freigabe) ALMIRALL HERMAL GmbH
Frühere Namen Etacortin (ab 01.01.1978), Vobaderm (ab 23.04.1985), Tannosynt (ab 27.05.1993)
PZN 06188105, 06188080, 06188097

Quelle: BfArM, Arzneimittel-Informationssystem AMIce (ENR 0005871), Datensatz vom 20.07.2026. Angaben ohne Gewähr – fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke.