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Tiopronin Desitin 100 mg überzogene Tabletten – Fachinformation (SmPC) für Ärzte und Apotheker

Die Fachinformation richtet sich an Ärzte und Apotheker. Verständliche Hinweise für Patienten enthält der Beipackzettel: Einnahme, Nebenwirkungen, Andere Arzneimittel, Schwangerschaft und Stillzeit.

Aktualisiert:
Fakten
Status:
Verschreibungspflichtig
Stärke:
100 mg
Wirkstoff:
ATC-Gruppe:

Fachinformation - Tiopronin Desitin 100mg überzogene Tabletten

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Tiopronin Desitin 100 mg überzogene Tabletten

Tiopronin Desitin 250 mg überzogene Tabletten

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

1 überzogene Tablette enthält als Wirkstoff:

Tiopronin (= α-Mercaptopropionylglycin) 100 mg oder 250 mg

Sonstige Bestandteile Lactose und Sucrose

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1

3. DARREICHUNGSFORM

Überzogene Tabletten

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

  • Cystinurie, Cystinurolithiasis
  • Schwermetallvergiftungen, insbesondere Quecksilber, Kupfer, Eisen,

    Hämosiderose (Eisenüberladung),

    Morbus Wilson (Kupferüberladung)

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

  • Dosierung bei Cystinurie, Cystinurolithiasis

Körpergewicht bzw.

(Alter)

EinzeldosisTagesgesamtdosis

Kinder ab 10-12 kg

(ca. 1-2 Jahre)

Tiopronin Desitin 100 mg:

1 Tablette (entsprechend 100 mg Tiopronin)

Tiopronin Desitin 100 mg:

1-2 x 1 Tablette

(entsprechend bis 200 mg Tiopronin)

Kinder ab 13-19 kg

(ca. 3 - 5 Jahre)

Tiopronin Desitin 100 mg:

1 Tablette (entsprechend 100 mg Tiopronin)

Tiopronin Desitin 100 mg:

1-3 x 1 Tablette Tiopronin Desitin 100 mg

(entsprechend bis 300 mg Tiopronin)

Kinder ab 20-29 kg

(ca. 6-9 Jahre)

Tiopronin Desitin 100 mg:

1-2 Tabletten

(entsprechend 100-200 mg Tiopronin)

Tiopronin Desitin 100 mg:

2 x 1-2 Tabletten

(entsprechend bis 400 mg Tiopronin)

Kinder ab 30-43 kg

(ca. 10-12 Jahre)

Tiopronin Desitin 100 mg:

1-3 Tabletten

(entsprechend 100-300 mg Tiopronin)

Tiopronin Desitin 100 mg

3 x 1-2 Tabletten

(entsprechend bis 600 mg Tiopronin)

Kinder ab 44-52 kg

(ca. 13-14 Jahre)

Tiopronin Desitin 100 mg:

2-4 Tabletten (entsprechend 200-400 mg Tiopronin) o-der

Tiopronin Desitin 250 mg:

1 – 2 Tablette (entsprechend 250 - 500 mg Tiopronin)

Tiopronin Desitin 100 mg:

2 x 2-4 Tabletten

(entsprechend bis 800 mg Tiopronin) oder

Tiopronin Desitin 250 mg:

2 – 3 x 1 Tablette

(entsprechend bis 500 - 750 mg Tiopronin)

Jugendliche und

Erwachsene über 52 kg

(ab ca. 15 Jahre)

Tiopronin Desitin 100 mg:

2-3 Tabletten (entsprechend 200-300 mg Tiopronin)

oder

Tiopronin Desitin 250 mg:

1 – 2 Tablette (entsprechend 250 - 500 mg Tiopronin)

Tiopronin Desitin 100 mg:

3 x 2-3 Tabletten (entsprechend bis 900 mg Tiopro-nin) oder

Tiopronin Desitin 250 mg:

2 x 1 – 3x 2 Tabletten (entsprechend 500 – 1500 mg Tiopronin)

Erfahrungsgemäß muss die Dosis jedoch während der Therapie erhöht werden, um einem Wiederanstieg der Cystin-Ausscheidung vorzu-beugen. Die Erhöhung der Dosis sollte individuell erfolgen. Jedoch sollte eine gesamte Tagesdosis von 2000 mg Tiopronin, unabhängig vom Körpergewicht, nicht überschritten werden.

  • Dosierung bei Schwermetallvergiftungen
AlterEinzeldosisTagesgesamtdosis
Jugendliche ab 15 Jahren und Erwachsene

Tiopronin Desitin 100 mg:

1-3 Tabletten (ent-sprechend 100-300 mg Tiopronin)

oder

Tiopronin Desitin 250 mg:

1 - 2 Tablette (entspre-chend 250 - 500 mg Tiopro-nin)

Tiopronin Desitin 100 mg:

5-10 Tabletten (ent-sprechend 500-1000 mg Tiopronin)

oder

Tiopronin Desitin 250 mg

2 x 1 – 3 x 2 Tablet-ten (entsprechend 500–1500 mg Ti-opronin)

Die Dosierung bei Schwermetallvergiftungen sollte der Intoxikation entsprechen; sie schwankt von 5 – 10 x 100 mg bzw. 2 – 6 x 250 mg Tiopronin /Tag. Bei chronischen Schwer-metallvergiftungen sollte einschleichend dosiert werden.

  • Dosierung bei Hämosiderose, Morbus Wilson
AlterEinzeldosisTagesgesamtdosis
Jugendliche ab 15 Jahren und Erwachsene

Tiopronin Desitin 100 mg:

1-3 Tabletten (ent-sprechend 100-300 mg Tiopronin)

oder

Tiopronin Desitin 250 mg:

1 - 2 Tablette (ent-sprechend 250 - 500 mg Tiopronin)

Tiopronin Desitin 100 mg:

5-10 Tabletten (ent-sprechend 500-1000 mg Tiopronin) oder

Tiopronin Desitin 250 mg:

2 x 1 – 2 x 2 Tablet-ten (entsprechend 500–1000 mg Ti-opronin)

Zur Therapie von Morbus Wilson und Hämosiderose werden normalerweise 10 x 100 mg bzw. 4 x 250 mg Tiopronin/Tag gegeben.

Die angegebenen Dosierungen gelten für den Erwachsenen (70 kg Körpergewicht). Kinder erhalten dem Alter entspre-chend weniger.

Art der Anwendung

Zum Einnehmen.

Tiopronin Desitin 100 mg bzw. Tiopronin Desitin 250 mg soll eine ½ Stunde vor den Mahlzeiten unzerkaut mit reichlich Flüs-sigkeit (z.B. einem Glas Trinkwasser) eingenommen werden.

Tiopronin Desitin 100 mg bzw. Tiopronin Desitin 250 mg wird über den Tag verteilt (z.B. morgens, mittags oder abends) ein-genommen.

Dauer der Anwendung

Die Dauer der Anwendung wird vom behandelnden Arzt bestimmt.

Spezielle Therapiehinweise

  • Vor allem bei Cystinurie sollte auf eine regelmäßige und reichliche Flüssigkeitsaufnahme geachtet werden.
  • Bei Cystinurie sollte eine Alkalisierung des Urins erfolgen. Zugleich sollte der Salzkonsum eingeschränkt

    • werden, da eine erhöhte Salzaufnahme zu einer vermehrten renalen Cystin-Ausscheidung führt.
    • Transaminasen, Blutbild und Urinstatus sollten regelmäßig überwacht werden.
    • In der Langzeitbehandlung mit Tiopronin Desitin wird die Gabe von Vitamin B6 empfohlen.

4.3 Gegenanzeigen

  • Überempfindlichkeit gegen Tiopronin oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteilen
  • Albuminurie
  • Glomerulonephritis
  • Myasthenie, Polymyositis
  • Arzneimittel-bedingten Zytopenien
  • Pemphigus
  • Stillzeit

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Patienten mit der seltenen hereditären Fructose-Intoleranz, Glu-cose-Galactose-Malabsorption oder Saccharose-Isomaltase-Mangel sollten Tiopronin Desitin 100 mg bzw. Tiopronin Desitin 250 mg nicht einnehmen.

Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten Tiopronin Desitin 100 mg bzw. Tiopronin Desitin 250 mg nicht einnehmen.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

  • Wirkungsverstärkung von Antidiabetika, Antirheumatika und Mukolytika;
  • Wirkungsabschwächung von oxidierenden Substanzen; eine zeitgleiche Einnahme von eisenhaltigen Präparaten sollte unterbleiben, da Tiopronin Eisen komplexiert;
  • Verstärkung bekannter Nebenwirkungen von Aciclovir (systemisch) (insbesondere bei Nierenschädigung);
  • Nierenschädigungen möglich: ACE-Inhibitoren, Amino-glykoside (systemisch), Amphotericin-B, Cidofovir, Cisplatin, Foscarnet, Ganciclovir, Pentamidin, Teniposid;
  • Blutbildveränderungen: Alemtuzumab, Amsacrin, Epirubicin, Temozolomid, Vindesin;
  • Innenohrschädigungen: Aminoglykoside (systemisch), Cis-Platin;

Wechselwirkung mit Nahrungsmitteln und Getränken

Während der Behandlung mit Tiopronin Desitin 100 mg bzw. Tiopronin Desitin 250 mg darf kein Alkohol konsumiert wer-den.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Es liegen keine Erfahrungen mit einer Anwendung von Tiopronin an Schwangeren vor. Es liegen nur unzureichende tierexperimentelle Studien in Bezug auf die Auswirkungen auf Schwangerschaft, embryonale/fetale Entwicklung, Geburt und postnatale Entwicklung vor.

Bisherige tierexperimentelle Studien haben eine Reprodukti-onstoxizität gezeigt (siehe 5.3). Das potentielle Risiko für den Menschen ist nicht bekannt.

Daher darf Tiopronin Desitin 100 mg bzw. Tiopronin Desitin 250 mg während der Schwangerschaft nur bei vitaler Indika-tion verordnet werden. Prinzipiell sollte während einer

Schwangerschaft Nutzen und Risiken einer Arzneimittelthera-pie kritisch gegeneinander abgewogen werden.

Stillzeit

In einer Studie an 100 Frauen kam es bei Einnahme von Tiopronin zu einer frühzeitigen Unterdrückung der Laktation. Es ist nicht bekannt, ob Tiopronin in die Muttermilch übertritt. Das potentielle Risiko für den Säugling ist nicht bekannt. Daher ist Tiopronin Desitin 100 mg bzw. Tiopronin Desitin 250 mg während der Stillzeit kontraindiziert (siehe 4.3).

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähig-keit zum Bedienen von Maschinen

Durch individuell auftretende unterschiedliche Reaktionen, ins-besondere bei höherer Dosierung, könnte die Fähigkeit zur ak-tiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt werden. Dies gilt in verstärktem Maße bei Behandlungsbeginn sowie beim Zusammenwirken mit Alkohol oder Beruhigungs- und Schlafmitteln.

4.8 Nebenwirkungen

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

Sehr häufig: > 1/10
Häufig: > 1/100 bis < 1/10
Gelegentlich: > 1/1.000 bis < 1/100
Selten: > 1/10.000 bis < 1/1.000
Sehr selten: < 1/10.000
Nicht bekannt: Häufigkeit auf Grundlage der verfüg- baren Daten nicht abschätzbar

Gelegentlich:

  • Gastrointestinale Beschwerden wie Magenverstimmung, Diarrhöe
  • Störung des Geschmacksinns
  • Temperaturerhöhung
  • Hautreaktionen wie Pruritus, Stomatitis, Pemphigus, maculopapuläre Exantheme, Erythema multiforme und ekzematöse Eruptionen

Selten:

  • Anstieg der Transaminasen, Hepatitis
  • Thrombozytopenie, Leukopenie, in Einzelfällen Agranulozytose
  • Nephropathie, nephrotisches Syndrom, Proteinurie
  • Senkung des Blutzuckerspiegels

Sehr selten werden beobachtet:

  • Myopathie
  • Pneumopathie, Bronchiolitis obliterans
  • Myastenia gravis.

Hinweis

In seltenen Fällen können Albuminurie als Folge einer Nephropathie sowie Cytopenien auftreten. Blutbild und Urinstatus sind daher sorgfältig zu überwachen.

Bei Anzeichen o.g. Nebenwirkungen ist Tiopronin Desitin so-fort abzusetzen.

Es scheint keine gekreuzte Intoleranz zwischen Tiopronin und Penicillamin zu geben; dies bedeutet, dass beobachtete Nebenwirkungen unter einer Penicillamin-Therapie nicht zwangsläufig auch bei einer Therapie mit Tiopronin auftreten müssen.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesin-ger Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzei-gen.

4.9 Überdosierung

Tiopronin besitzt eine niedrige Toxizität und ist auch bei hoher Dosierung gut verträglich. Ein spezifisches Antidot zu Tiopronin ist nicht bekannt. Die Behandlung einer Intoxikation erfolgt symptomatisch.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Andere Mittel für das elementäre System und Stoffwechsel, Antidote

ATC Code: A16AA11, V03AB

SH-Gruppen-tragende Moleküle stellen hinsichtlich ihrer che-mischen Struktur- und Funktionseigenschaften eine besondere Molekülgruppe in lebenden Systemen dar.

Die Ionisation der SH-Gruppe, meist als Mercaptid-Ion (RS-), reagiert bei unterschiedlichen pH-Werten. So hat z.B. L-Cystein 3 dissoziable Protonen mit pH-Werten bei 1,71; 8,37 und 10,70.

Anteilnahme an Wasserstoffbrücken des bivalenten Schwefels mit anderen Reaktanten.

  • Alkylierungen und Arylierungen:
  • Alkylierungen mit Addition an Doppelbindungen.
  • Alkylierungen mit Chinonen und Chinon-Derivaten.
  • Alkylierungen mit Halogensäuren und ihren Amiden.
  • Alkylierungen mit Athylenoxiden und Athylenimiden.
  • Alkylierungen mit o-Methylharnstoff und Methyl-p-Nitrobenzensulfonat.
  • Reaktionen mit Cyanaten
  • Reaktionen mit Carbonylgruppen-Molekülen
  • Oxidationsreaktion der SH-Gruppe
  • Thiol-Disulfid-Austausch-Reaktion

Von besonderer therapeutischer Wichtigkeit ist die Reaktion mit Metallionen als Chelatbildner bzw. auch Schwer-metallfän-ger mit unterschiedlichen Bindungskonstanten hinsichtlich des jeweiligen Metalls und des Umgebungs-pH-Wertes.

Weiterhin ist darauf hinzuweisen, dass L-Cystein nicht nur als wichtiger Strukturbildner in homogenen und heterogenen Peptiden- und Proteinmolekülen fungiert, sondern dass die Bio-synthesen des so wichtigen Tripeptids Glutathion mit allen sei-nen wichtigen Aufgaben und auch die Biosynthese der in allen Zellen ebenfalls vorkommenden Metallothioneine von einem ausreichenden Angebot dieser Aminosäure abhängen.

Von besonderer Bedeutung ist die durch Tiopronin mögliche Regulationsbeeinflussung intrazellulärer Redoxpotentiale über die Reaktionen:

G-SH ⇔ gemischte Disulfide ⇔ G-S-S-G.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Tiopronin wird rasch resorbiert; der Blutspiegel erreicht bei ora-ler Applikation nach einer Stunde sein Maximum. 70 - 90% des Pharmakons werden innerhalb von 24 Stunden renal eliminiert.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Basierend auf den konventionellen Studien zum akuten toxischen Potential lassen die präklinischen Daten keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen (siehe 4.9).

Nebenwirkungen, die in präklinischen Experimenten im hu-mantherapeutischen Bereich nach wiederholter Gabe von Tiopronin auftraten, die nicht in klinischen Studien beobachtet wurden sind, waren: Cholangitis und extramedullare Hämato-poese.

Die Reproduktionstoxizität von Tiopronin wurde tierexperi-mentell nur unzureichend geprüft und dokumentiert. Vorliegende Daten aus Untersuchungen an Mäusen, Ratten und Kaninchen zeigten bei unterschiedlichen Applikations-arten keine embryo- oder fetotoxischen Effekte. Aufgrund fehlender viszeraler Untersuchungen kann ein Missbildungspo-tential jedoch nicht ausgeschlossen werden.

Mögliche Einflüsse von Tiopronin auf die peri- und postnatale Entwicklung wurden nicht untersucht. Bei männlichen Ratten führte Tiopronin in humantherapeutischen Dosen zu einer Absenkung des Testosteronspiegels, einer Gewichtsreduktion der Testes und zu einer Verringerung der Spermienzahl und Spermienmotilität.

Vorliegende Untersuchungsbefunde für Tiopronin ergeben keine Hinweise auf klinisch relevante, genotoxische Eigen-schaften. Langzeitstudien zum tumorerzeugenden Potential lie-gen nicht vor.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Lactose, Povidon K29-32, Talkum, Magnesiumstearat (Ph.Eur.), Mikrokristalline Cellulose, Dimeticon 100, Ba-sisches Butylmethacrylat-Copolymer (Ph.Eur.) (MW: ca. 150 000), Schellack, Hochdisperses Siliciumdioxid, Calciumcar-bonat, Titandioxid (E171), Sucrose, Gummi Arabicum, Geble-ichtes Wachs, Carnaubawachs.

6.2 Inkompatibilitäten

Inkompatibilitäten sind bisher keine bekannt

6.3 Dauer der Haltbarkeit

Tiopronin Desitin 100 mg: 18 Monate

Tiopronin Desitin 250 mg: 24 Monate

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 25°C lagern!

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Tiopronin Desitin 100 mg bzw. Tiopronin Desitin 250 mg ist in Blistern aus PVC/PVDC- und Aluminiumfolie verpackt.

Erhältlich in Packungen

Tiopronin Desitin 100 mg mit 50 (N2) überzogene Tabletten

Tiopronin Desitin 250 mg mit 100 (N3) überzogene Tabletten

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Schwefelhaltige Verbindungen, wie der Wirkstoff von Tiopronin Desitin 100 / 250 mg, weisen einen intensiven, un-angenehmen Geschmack auf. Tiopronin Desitin wird daher mit einem Lack und einer Zuckerschicht überzogen.

Durch den evtl. dennoch wahrnehmbaren Geruch wird die Qua-lität und Wirkungsweise von Tiopronin Desitin nicht beeinträchtigt.

7. INHABER DER ZULASSUNG

Desitin Arzneimittel GmbH

Weg beim Jäger 214

D-22335 Hamburg

Tel.: +49 (0) 40 - 59 - 101 - 525

Fax: +49 (0) 40 - 59 - 101 - 377

8. ZULASSUNGSNUMMERN

Tiopronin Desitin 100 mg überzogene Tabletten: 6140847.00.00

Tiopronin Desitin 250 mg überzogene Tabletten: 6140876.00.00

9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG / VER-LÄNGERUNG DER ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung

Tiopronin Desitin 100 mg überzogene Tabletten: 25.11.2005

Tiopronin Desitin 250 mg überzogene Tabletten: 25.11.2005

10. STAND DER INFORMATION

Oktober 2021

11. VERSCHREIBUNGSSTATUS/APOTHEKENPFLICHT

Verschreibungspflichtig

Über dieses Dokument

Quelle: BfArM – Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (AMIce) · Zulassungsnummer: 6140847.00.00 · ENR 0140847

Stand der Information laut Text: 10/2021

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Die Informationen auf dieser Website ersetzen nicht den Rat eines Arztes oder Apothekers.

Fakten zu Tiopronin Desitin 100mg überzogene Tabletten

Rezeptpflicht
Verschreibungspflichtig?
  • Sie erhalten das Arzneimittel nur mit einem ärztlichen Rezept in der Apotheke.
  • Rechtsgrundlage laut BfArM: verschreibungspflichtig gemäß § 48(1),(2)2 AMG.
Wirkstoff Tiopronin 100 mg
Darreichungsform Tablette
Art der Anwendung Zum Einnehmen
Sonstige Bestandteile
Mikrokristalline Cellulose, Talkum, Povidon, Magnesiumstearat (Ph.Eur.) und 11 weitere+

Mikrokristalline Cellulose, Talkum, Povidon, Magnesiumstearat (Ph.Eur.), Calciumcarbonat, Titandioxid, Hochdisperses Siliciumdioxid, Sucrose, Basisches Butylmethacrylat-Copolymer (Ph.Eur.), Carnaubawachs, Gebleichtes Wachs, Lactose, Sprühgetrocknetes arabisches Gummi, Simeticon, Schellack

Packungsgrößen 50 Stück
Haltbarkeit 18 Monate (ungeöffnete Packung)
Lagerung In Originalverpackung aufbewahren; Nicht über +25°C
Fälschungsschutz Ja – die Packung trägt einen individuellen Code und einen Erstöffnungsschutz (securPharm), die Apotheke prüft die Echtheit
ATC-Klassifikation
  1. A Alimentäres System und Stoffwechsel
    1. A16 Andere Mittel für das alimentäre System und den Stoffwechsel
      1. A16A Andere Mittel für das alimentäre System und den Stoffwechsel
        1. A16AA Aminosäuren und Derivate
          1. A16AA11 Tiopronin
Zulassung 6140847.00.00, seit 06.12.2005; nationales Verfahren (Deutschland)
Pharmazeutischer Unternehmer Desitin Arzneimittel GmbH, 22335 Hamburg
Hersteller (Freigabe) Biokanol Pharma GmbH
Frühere Namen Alpha-Mercaptopropionyl-Glycin (ab 01.01.1978), THIOMIL (ab 19.10.1979), A-Mercaptopropionyl-Glycin (ab 30.01.1980), Captimer 100mg (ab 23.01.1987), Captimer 100 mg (ab 25.11.2005), Captimer 100mg überzogene Tabletten (ab 03.07.2006)

Quelle: BfArM, Arzneimittel-Informationssystem AMIce (ENR 0140847), Datensatz vom 15.07.2026. Angaben ohne Gewähr – fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke.