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Vomex A i.m. Injektionslösung 100 mg/2 ml – Fachinformation (SmPC) für Ärzte und Apotheker

Die Fachinformation richtet sich an Ärzte und Apotheker. Verständliche Hinweise für Patienten enthält der Beipackzettel: Einnahme, Nebenwirkungen, Andere Arzneimittel, Schwangerschaft und Stillzeit.

Aktualisiert:
Fakten
Status:
Verschreibungspflichtig
Stärke:
100 mg
Wirkstoff:
ATC-Gruppe:

Fachinformation - Vomex A i.m. Injektionslösung

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Vomex A i.m. Injektionslösung 100 mg/2 ml

Vomex A i.v. Injektionslösung 62 mg/10 ml

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Vomex A i.m. Injektionslösung: 1 Ampulle zu 2 ml enthält 100 mg Dimenhydrinat.

Vomex A i.v. Injektionslösung: 1 Ampulle zu 10 ml enthält 62 mg Dimenhydrinat.

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung: Vomex A i.m. Injektionslösung enthält 105 mg Benzylalkohol und 1040 mg Propylengly-col pro Ampulle (2ml).

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Injektionslösung

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Zur Prophylaxe und symptomatischen Therapie von Übelkeit und Erbrechen unter-schiedlicher Genese, insbesondere von Kinetosen.

Vomex A i.m. Injektionslösung: Für Kinder ab 6 Jahren und über 20 kg Körpergewicht, Jugendliche und Erwachsene

Vomex A i.v. Injektionslösung: Für Kinder ab 6 kg Körpergewicht, Jugendliche und Er-wachsene

Hinweis:

Dimenhydrinat ist zur alleinigen Behandlung von Zytostatika-induzierter Übelkeit und Erbrechen nicht geeignet.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Die Dosierung von Dimenhydrinat soll sich am Körpergewicht der Patienten und der Bioverfügbarkeit der jeweiligen Darreichungsform orientieren. Insbesondere bei jungen oder leichten Patienten kann schon die niedrigste Dosierung in der jeweils zutreffenden Gewichts- oder Altersklasse zur Linderung der Symptome ausreichend sein. Dabei sollte im Allgemeinen eine Dosierung von 5 mg/kg Körpergewicht (KG) pro Tag nicht über-schritten werden.

Dosierung

Vomex A i.m. Injektionslösung:

Kinder und Jugendliche von 6 bis 14 Jahre

Körpergewicht über 20 und bis zu 30 kg:

1 - 2 mal täglich 25 - 50 mg Dimenhydrinat.

Eine Tageshöchstdosis von 5 mg Dimenhydrinat pro kg Körpergewicht und maxi-mal 100 mg Dimenhydrinat sollte nicht überschritten werden.

Körpergewicht über 30 und bis zu 56 kg:

1 - 3 mal täglich 25 - 50 mg Dimenhydrinat.

Eine Tageshöchstdosis von 5 mg Dimenhydrinat pro kg Körpergewicht und maxi-mal 150 mg Dimenhydrinat sollte nicht überschritten werden.

Erwachsene und Jugendliche über 14 Jahre und über 56 kg Körpergewicht:

100 – 300 mg Dimenhydrinat täglich (entsprechend 1 – 3 Ampullen pro Tag).

Im Allgemeinen darf in dieser Patientengruppe die Tageshöchstdosis von 400 mg Dimenhydrinat nicht überschritten werden.

2 ml Vomex A i.m. Injektionslösung enthalten 100 mg Dimenhydrinat.

Für Kinder unter 6 Jahren oder unter 20 kg Körpergewicht stehen Präparate mit anderen Dosierungsstärken zur Verfügung. Das Arzneimittel darf in dieser Patientengruppe nicht angewendet werden (siehe Abschnitt 4.4).

Vomex A i.v. Injektionslösung:

Überdosierung mit Dimenhydrinat, dem Wirkstoff von Vomex A, kann insbe-sondere bei Kindern unter drei Jahren lebensbedrohlich sein und muss des-halb in dieser Altersgruppe unter allen Umständen vermieden werden.

Körpergewicht über 6 und bis zu 20 kg:

1 - 3 mal täglich 1,25 mg Dimenhydrinat pro kg Körpergewicht.

Die angegebene Obergrenze zur Dosierung darf nicht überschritten werden.

Kinder und Jugendliche von 6 bis 14 Jahre

Körpergewicht über 20 und bis zu 30 kg:

1 - 2 mal täglich 25 - 50 mg Dimenhydrinat.

Eine Tageshöchstdosis von 5 mg Dimenhydrinat pro kg Körpergewicht und maxi-mal 100 mg Dimenhydrinat sollte nicht überschritten werden.

Körpergewicht über 30 kg und bis zu 56 kg:

1 - 3 mal täglich 25 - 50 mg Dimenhydrinat. Eine Tageshöchstdosis von 5 mg Dimenhydrinat pro kg Körpergewicht und maxi-mal 150 mg Dimenhydrinat sollte nicht überschritten werden.

Erwachsene und Jugendliche über 14 Jahre und über 56 kg Körpergewicht:

62 - 186 mg Dimenhydrinat (entsprechend 1 - 3 Ampullen) pro Tag. Eine Tageshöchstdosis von 400 mg Dimenhydrinat sollte nicht überschritten wer-den.

10 ml Vomex A i.v. Injektionslösung enthalten 62 mg Dimenhydrinat.

Art der Anwendung

Zur Prophylaxe von Kinetosen erfolgt die erstmalige Gabe ca. ½ - 1 Stunde vor Reisebe-ginn. Zur Therapie von Übelkeit und Erbrechen werden die Gaben, falls mehrere nötig, in regelmäßigen Abständen über den Tag verteilt.

Bei intramuskulärer Applikation ist Vomex A i.m. Injektionslösung tief intraglutäal zu injizieren.

Bei der intravenösen Gabe soll Vomex A i.v. Injektionslösung sehr langsam injiziert werden (10 ml in nicht weniger als 2 min). Bei Applikation durch eine liegende Verweilka-nüle sollte mit Kochsalz- oder Ringerlösung nachinfundiert werden.

Zur Infusion kann Vomex A i.v. Injektionslösung in folgende Infusionslösungen gegeben werden:

  • Glucose 5/10 %
  • Isotonische Kochsalzlösung
  • Ringerlösung.

Dauer der Anwendung

Vomex A Injektionslösung ist, wenn vom Arzt nicht anders verordnet, nur zur kurzzeiti-gen Anwendung vorgesehen. Bei anhaltenden Beschwerden sollte deshalb ein Arzt auf-gesucht werden. Spätestens nach 2-wöchiger Behandlung sollte geprüft werden, ob eine Behandlung mit Vomex A Injektionslösung weiterhin erforderlich ist.

4.3 Gegenanzeigen

Vomex A darf nicht angewendet werden bei

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff Dimenhydrinat, andere Antihistaminika, Benzylalkohol (Vomex A i.m. Injektionslösung) oder einen der in Abschnitt 6.1 ge-nannten sonstigen Bestandteile,
  • akutem Asthma-Anfall,
  • Engwinkelglaukom,
  • Phäochromozytom,
  • Porphyrie,
  • Prostatahyperplasie mit Restharnbildung,
  • Krampfanfällen (Epilepsie, Eklampsie),
  • Herzrhythmusstörungen (z.B. Wolff-Parkinson-White Syndrom).

Generell darf der Wirkstoff von Vomex A (Dimenhydrinat) nicht bei einem Körpergewicht unter 6 kg eingesetzt werden.

Vomex A i.m. Injektionslösung darf wegen des Gehaltes an Benzylalkohol nicht bei Säuglingen und Kleinkindern angewendet werden.

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Vomex A i.m Injektionslösung/ Vomex A i.v. Injektionslösung darf nur unter besonderer Vorsicht angewendet werden bei Vorliegen von Zuständen, die durch die anticholinerge Wirkung von Dimenhydrinat verschlechtert werden können, wie:

  • Chronischen Atembeschwerden und Asthma, da Dimenhydrinat zu dickflüssigeren Sek-reten führen kann.
  • Leberinsuffizienz, da Dimenhydrinat in der Leber metabolisiert wird (siehe Abschnitt 5.2)
  • Schwerer Niereninsuffizienz, da es zu einer Akkumulation von Dimenhydrinat kommen kann. Die Metaboliten von Dimenhydrinat werden über die Niere ausgeschieden (siehe Abschnitt 5.2).
  • Hypokaliämie, Hypomagnesiämie:. Hypokaliämie ist ein Risikofaktor für die Entwicklung einer QT-Intervall-Verlängerung. Hypomagnesiämie ist ein unabhängiger Prädiktor für erhöhte Mortalität bei Patienten mit kardialen Störungen. Da vor allem höhere Dosen von Dimenhydrinat zur Verlängerung des QT-Intervalls mit schwerwiegenden Konse-quenzen führen können, ist bei Patienten mit Hypokaliämie, Hypomagnesiämie, Bradykardie, angeborenem langen QT-Syndrom oder anderen klinisch signifikanten kar-dialen Störungen (insbesondere koronare Herzkrankheit, Erregungsleitungsstörungen) besondere Vorsicht geboten. Daher darf Vomex A i.m Injektionslösung/ Vomex A i.v. In-jektionslösung auch bei gleichzeitiger Anwendung von Arzneimitteln, die ebenfalls das QT-Intervall verlängern (z. B. Antiarrhythmika Klasse IA oder III, Antibiotika, Malaria-Mit-tel, Antihistaminika, Neuroleptika) oder zu einer Hypokaliämie führen, nur unter beson-derer Vorsicht angewendet werden.
  • Morbus Parkinson, da die Wirkung von anticholinergen Medikamenten gegen Parkinson verstärkt werden kann (siehe Abschnitt 4.5)

    Vomex A i.m Injektionslösung/ Vomex A i.v. Injektionslösung sollte mit Vorsicht bei Pati-enten (insbesondere bei älteren Personen) mit Zuständen, die durch eine Anticholiner-gika-Therapie verstärkt werden könnten, z.B. erhöhter Augeninnendruck, Pyloro-Duo-denale Obstruktion, Prostata-Hypertrophie, Hypertonie, orthostatische Hypotonie, Hyper-thyreose, Schwindel, Sedierung, oder schwere koronare Herzkrankheit, angewendet werden.

    Vomex A i.m. Injektionslösung enthält pro Ampulle 105 mg Benzylalkohol und 1040 mg Propylenglycol. Folglich sollte eine i.v.-Gabe der Vomex A i.m. Injektionslösung unbedingt vermieden werden, da es zum einen lokale Venenentzündungen auslösen kann, zum anderen besteht aufgrund der Wirkstoffmenge von 100 mg bei einer intravenösen Gabe je nach Gewicht des Patienten die Gefahr einer Überdosierung. Sollte es dennoch versehentlich zu einer Verwechslung gekommen sein, sollte die betroffene Vene mit Kochsalz- oder Ringerlösung nachinfundiert und beobachtet werden.

    Große Mengen Benzylalkohol sollten wegen des Risikos der Akkumulation und Toxizität (metabolische Azidose) nur mit Vorsicht und wenn absolut nötig angewendet werden, insbesondere bei Personen mit eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion und in der Schwangerschaft und Stillzeit.

    Propylenglycol kann Symptome wie nach Alkoholkonsum verursachen.

    Die gleichzeitige Anwendung mit einem Substrat der Alkoholdehydrogenase - wie Etha-nol – kann schwerwiegende Nebenwirkungen bei Kindern unter 5 Jahren hervorrufen. Für Propylenglycol wurde bei Tieren oder Menschen keine Reproduktions- oder Entwick-lungstoxizität gezeigt, es kann aber den Fötus erreichen und wurde in der Milch nachge-wiesen. Die Anwendung von Propylenglycol bei schwangeren und stillenden Patientin-nen sollte im Einzelfall abgewogen werden. Bei Patienten mit eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion ist eine medizinische Überwachung erforderlich, da verschiedene un-erwünschte Wirkungen, die Propylenglycol zugeschrieben werden, berichtet wurden, z.B. Nierenfunktionsstörung (akute Tubulusnekrose), akutes Nierenversagen und Leber-funktionsstörung.

    Kinder

    Vomex A i.m. Injektionslösung:

    Überdosierungen mit Dimenhydrinat, dem Wirkstoff von Vomex A i.m. Injektionslö-sung, können insbesondere bei Kindern lebensbedrohlich sein und müssen ver-mieden werden. Deshalb darf Vomex A i.m. Injektionslösung nicht bei Kindern un-ter 6 Jahren oder unter 20 kg Körpergewicht angewendet werden. Hierzu stehen andere niedriger dosierte Darreichungsformen zur Verfügung.

    Vomex A i.v. Injektionslösung:

    Überdosierungen mit Dimenhydrinat, dem Wirkstoff von Vomex A i.v. Injektionslö-sung, können insbesondere bei Kindern lebensbedrohlich sein und müssen ver-mieden werden. Deshalb darf Vomex A i.v. Injektionslösung nicht bei Kindern unter 6 kg Körpergewicht angewendet werden.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Bei gleichzeitiger Anwendung von Dimenhydrinat mit anderen zentral dämpfenden Arz-neimitteln (Psychopharmaka, Hypnotika, Sedativa, Analgetika, Narkotika) kann es zu ei-ner gegenseitigen Verstärkung der Wirkungen kommen.

Die anticholinerge Wirkung von Dimenhydrinat (siehe unter 4.8. Nebenwirkungen) kann durch die gleichzeitige Gabe von anderen Stoffen mit anticholinergen Wirkungen (z.B. Atropin, Biperiden oder trizyklischen Antidepressiva) in nicht vorhersehbarer Weise ver-stärkt werden.

Bei gleichzeitiger Gabe von Dimenhydrinat mit Monoaminoxidase-Hemmern kann sich u.U. eine lebensbedrohliche Darmlähmung, Harnverhalten oder eine Erhöhung des Au-geninnendruckes entwickeln. Außerdem kann es zum Abfall des Blutdruckes und zu einer verstärkten Funktionseinschränkung des Zentralnervensystems und der Atmung kommen. Deshalb darf Dimenhydrinat nicht gleichzeitig mit Hemmstoffen der Monoami-noxidase angewendet werden.

Procarbazin kann die Wirkung von Dimenhydrinat verstärken.

Die gleichzeitige Anwendung von Arzneimitteln, die ebenfalls das QT-Intervall verlän-gern (z.B. Antiarrhythmika Klasse IA oder III, Antibiotika, Malaria-Mittel, Neuroleptika) oder zu einer Hypokaliämie führen (z.B. bestimmte Diuretika) ist zu vermeiden (siehe Kapitel 4.3, 4.9 und 5.3).

Die Anwendung von Dimenhydrinat zusammen mit blutdrucksenkenden Arzneimitteln kann zu verstärkter Müdigkeit bzw. zu verstärkter hypotensiver Wirkung führen.

Dimenhydrinat kann bei vorgesehenen Allergie-Tests möglicherweise zu falsch-negati-ven Test-Ergebnissen führen.

Weiterhin ist zu beachten, dass durch Dimenhydrinat die während einer Aminoglykosid-Antibiotika-Therapie eventuell auftretenden ototoxischen Wirkungen u.U. maskiert wer-den können.

Diphenhydramin hemmt den durch CYP2D6 vermittelten Metabolismus. Vorsicht ist ge-boten, wenn Vomex A zusammen mit Substraten dieses Enzyms angewendet wird, ins-besondere solchen mit geringer therapeutischer Breite.

Dimenhydrinat verstärkt die Wirkung von Adrenalin, Noradrenalin und anderen Sympa-thomimetika.

Während der Behandlung mit Dimenhydrinat sollte kein Alkohol getrunken werden, da Alkohol die Wirkung von Dimenhydrinat in nicht vorhersehbarer Weise verändern und verstärken kann. Auch die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen, werden dadurch weiter beeinträchtigt.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Für Dimenhydrinat liegen widersprüchliche Berichte über die Sicherheit einer Anwendung in der Schwangerschaft vor. Eine prospektive Studie an Schwangeren hat keine Anhaltspunkte über den Zusammenhang einer Dimenhydrinat-Anwendung und Missbildungen ergeben. In einer anderen Studie wurde eine Assoziation mit kardiovaskulären Defekten und mit Inguinalhernie und einer Dimenhydrinat-Exposition in der Schwangerschaft beschrieben. In einer Fall-Kontroll-Studie, in der 38.151 Neugeborene ohne kongenitale Anomalien und 22.843 mit kongenitalen Anomalien eingeschlossen wurden, ließen sich bei den insgesamt 2.640 mit Dimenhydrinat exponierten Kindern keine Anzeichen auf ein teratogenes Potential von Dimenhydrinat erkennen. Es liegen keinerlei Hinweise darauf vor, dass eine Anwendung von Dimenhydrinat im ersten Schwangerschaftsdrittel zu einer erhöhten Abortrate führt. Dimenhydrinat kann am Uterus eine Steigerung der Kontraktilität hervorrufen bzw. vorzeitig Wehen auslösen.

Dimenhydrinat ist tierexperimentell nur unzureichend auf reproduktionstoxikologische Eigenschaften untersucht (siehe Abschnitt 5.3).

Vomex A sollte in der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn nichtmedikamentöse Maßnahmen und andere sicherere Arzneimittel keinen Erfolg gezeigt haben. In den letzten Schwangerschaftswochen sollte Vomex A wegen möglicher Auslösung vorzeitiger Uteruskontraktionen nicht angewendet werden.

Stillzeit

Dimenhydrinat geht in die Muttermilch über. Für Vomex A liegen keine Erfahrungen mit der Anwendung in der Stillzeit vor. Da unerwünschte Wirkungen, wie erhöhte Irritabilität, auf das gestillte Kind nicht auszuschließen sind, sollte Vomex A in der Stillzeit entweder abgesetzt werden oder in der Zeit der Anwendung von Vomex A abgestillt werden.

Fertilität

Es liegen keine Untersuchungen zur Beeinflussung der Fertilität vor.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Schläfrigkeit, Gedächtnisstörungen und verminderte Konzentrationsfähigkeit können sich nachteilig auf die Fahrtüchtigkeit oder die Fähigkeit zum Arbeiten mit Maschinen auswir-ken. Dies gilt in besonderem Maße nach unzureichender Schlafdauer, bei Behandlungs-beginn und Präparatewechsel sowie im Zusammenwirken mit Alkohol (siehe auch Ab-schnitt 4.5).

4.8 Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Die Nebenwirkungen von Dimenhydrinat treten im Allgemeinen aufgrund der zentralen und peripheren anticholinergen Effekte von Dimenhydrinat auf. In Abhängigkeit von der individuellen Empfindlichkeit und der eingenommenen Dosis kommt es sehr häufig - ins-besondere zu Beginn der Behandlung - zu folgenden Nebenwirkungen: Somnolenz, Be-nommenheit, Kopfschmerz und Muskelschwäche. Diese Nebenwirkungen können auch noch am folgenden Tage zu Beeinträchtigungen führen.

Tabellarische Zusammenfassung der Nebenwirkungen

Die Nebenwirkungen von Vomex A i.m. Injektionslösung bzw. Vomex A i.v. Injektionslö-sung sind auf dessen pharmakologische Aktivität von variabler Intensität zurückzuführen und können dosisabhängig sein oder auch nicht. Die Nebenwirkungen sind nach der MedDRA-Systemorganklasse und nach Häufigkeitskategorie aufgelistet. Die Häufig-keitskategorien sind nach folgender Vereinbarung definiert: sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100 bis < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100), selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000), sehr selten (< 1/10.000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügba-ren Daten nicht abschätzbar).

Häufigkeit
Sehr häufig ( ≥ 1/10)Häufig ( ≥ 1/100 bis < 1/10)Gelegentlich ( ≥ 1/1.000 bis < 1/100)Selten ( ≥ 1/10.000 bis < 1/1.000)Sehr selten ( <1/10,00 0)Nicht bekannt (Häufigk eit auf Grundla ge der verfügb aren Daten nicht abschät zbar)
Erkrank ungen des Blutes und des Lymphs ystems

Leukope nie

Neutrope nie

Thrombo -zytopeni e

Hämolyti sche Anämie

Erkrank ungen des Immuns ystems

Urticaria

Ödem

Anaphylakti sche Reaktionen

Nur Vomex A i.m. Injektionslö sung:

Überempfin dlichkeitsre aktionen durch Benzylalko hol

Psychia trische Erkrank ungenAngst
Erkrank ungen des Nerven system s

Somnolenz

Kopfschmer zen

Benommen heit

Sedierung

Mydriasis

Erinnerungsv ermögen eingeschränkt

Gleichgewicht sstörung

Schwindelgef ühl

Aufmerksamk eits-störungen

Koordinations störungen

Verwirrtheitsz ustand

Halluzination

Stimmungs-schwankunge n

Schlaflosigkei t

Vertigo

Myasthenie

Sehschärfe vermindert

Orthostase syndrom

Unruhe

Agitiertheit

Nervosität

Tremor

Extrapyr amidale Erkranku ng
Herz-erkrank ungenTachykardie
  • -
  • -
Erkrank ungen der Atemwe ge, des Brustra ums und Mediast inumsVerstopfte Nase
  • -
  • -
Erkrank ungen des Gastro-intestin altraktsMundtrocke nheitObstipation

Gastroint estinale Erkranku ngen

(z.B. Übelkeit,

Schmerz en im Oberbau ch,

Erbreche n,

Durchfall )

Leber- und Gallene rkranku ngenHepatisc he Funktios-störunge n (Ikterus, Gelbsuc ht cholestat isch)
Erkrank ungen der Haut und des Unterha utzellge webes

Erythem

Ekzem

Angioödem e

Purpura

Dermatitis allergisch

Photose nsibilität
Skelett-muskul atur, Bindeg ewebs- und Knoche nerkran kungenMuskuläre Schwäche

Erkrank ungen der

Nieren und Harnwe ge

Störungen bei der Entleerung der Harnblase
Unter-suchun genIntraokulärer Druck erhöhtVerlänge rung des QT-Intervalls im EKG

Pädiatrische Patienten

Es besteht, insbesondere bei Kindern, die Möglichkeit des Auftretens paradoxer Reaktionen wie Unruhe, Erregung, Schlaflosigkeit, Angstzustände oder Zittern.

Ältere Patienten

Gelegentlich treten Gleichgewichtsstörungen, Verwirrung, Schwindel, Gedächtnis- oder Konzentrationsstörungen auf, die häufiger bei älteren Menschen beobachten werden.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer

Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-

Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über das

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

D-53175 Bonn

Website: http://www.bfarm.de

anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Vergiftungen mit Dimenhydrinat, dem Wirkstoff von Vomex A, können lebensbedrohlich sein. Kinder sind besonders gefährdet.

Im Falle einer Überdosierung oder Vergiftung mit Vomex A ist in jedem Fall unverzüglich ein Arzt zu konsultieren.

Eine Überdosierung mit Vomex A ist in erster Linie - abhängig von der aufgenommenen Dosis - durch die verschiedenen Stadien einer Bewusstseinstrübung gekennzeichnet, die von starker Schläfrigkeit bis zu Bewusstlosigkeit reichen kann. Daneben werden Zei-chen des anticholinergen Syndroms beobachtet: Mydriasis, Sehstörungen, Tachykardie, Hyperthermie, heiße, gerötete Haut und trockene Schleimhäute, Obstipation, zentral be-dingte Unruhe, Angst- und Erregungszustände, gesteigerte Muskelreflexe und Halluzina-tionen. Außerdem sind tonisch-klonische Krämpfe und Atemdepression möglich, die nach hohen Dosen bis hin zu Atemlähmung und Herz-Kreislauf-Stillstand führen können.

Darüber hinaus sind Herzrhythmusstörungen wie QT-Intervallverlängerung (wobei Tor-sades de Pointes nicht ausgeschlossen werden können) möglich.

Die weitere Therapie orientiert sich an den jeweils vorliegenden Symptomen: Bei Spas-men Diazepam, erforderlichenfalls temperatursenkende Maßnahmen, künstliche Beat-mung bei drohender Atemlähmung. Als Gegenmittel bei anticholinergen Erscheinungen wird Physostigminsalicylat (nach Physostigmintest) empfohlen.

Auf Grund der hohen Plasma-Eiweiß-Bindung und des großen Verteilungsvolumens dürften forcierte Diurese oder Hämodialyse bei reinen Dimenhydrinat-Vergiftungen nur von geringem Nutzen sein.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe:

Dimenhydrinat ist ein Antiemetikum/Antivertiginosum aus der Gruppe der H1-Antihistami-nika.

ATC-Code: A04AB02

Dimenhydrinat ist das Salz von Diphenhydramin mit 8-Chlortheophyllin. Die pharmakolo-gischen Effekte sind der Diphenhydramin-Komponente zuzuschreiben.

Diphenhydramin ist ein Ethanolamin-Derivat mit H1-antihistaminischen, anticholinergen und ausgeprägt zentral sedierenden Eigenschaften. Darüber hinaus wirkt Dimenhydrinat antiemetisch und lokalanästhetisch.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Dimenhydrinat wird nach oraler und rektaler Gabe gut resorbiert. Es dissoziiert im Blut in Diphenhydramin und 8-Chlortheophyllin.

Diphenhydramin unterliegt einem ausgeprägten first-pass-Metabolismus in der Leber (ca. 50 %).

Die Wirkungsdauer beträgt im Allgemeinen 3 - 6 Stunden.

Diphenhydramin wird im Organismus - einschließlich dem ZNS - gut verteilt. Es kommt rasch zu einer Umverteilung von Diphenhydramin aus dem Blut ins Gewebe. Das rela-tive Verteilungsvolumen beträgt 3 bis 4 l/kg. Dimenhydrinat wird stark an Plasma- eiweiße gebunden, überwindet die Plazenta-Schranke und tritt in die Muttermilch über.

Diphenhydramin wird in der Leber abgebaut und hauptsächlich über die Nieren, zum größten Teil in metabolisierter Form, ausgeschieden. Die Ausscheidung ist meist inner-halb von 24 Stunden abgeschlossen.

Eine im Jahre 1992 durchgeführte Bioverfügbarkeitsuntersuchung an 16 Probanden ergab im Vergleich zum Referenzpräparat folgende Ergebnisse für Diphenhydramin:

Vomex A i.m. InjektionslösungReferenz: Vomex A i.v. Injektionslösung
maximale Plasmakonzentration (Cmax) (ng/ml):

98,1

SA 23,4 CV % 23,9

118,8

SA 56,3 CV % 47,4

Zeitpunkt der maximalen Plasmakon-zentration (tmax) (h):

2,0

SA 0,8 CV % 38,6

0,2

SA 0,2 CV % 75,2

Fläche unter der Kon-zentrations-Zeit-Kurve (AUC) (ng/ml h):

950

SA 185 CV % 19,5

547

SA 115 CV % 21,1

Siehe Abbildung [Konzentrations-Zeit-Diagramm]

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

  1. a) Akute Toxizität

siehe unter 4.9 Überdosierung.

Für den Menschen sind letale Dosen zwischen 10 mg/kg (Kinder) und 40 mg/kg KG p.o. beschrieben worden.

In elektrophysiologischen In-vitro-Untersuchungen bei Konzentrationen, die ca. um den Faktor 40 über den therapeutisch wirksamen Konzentrationen lagen, hat Diphenhydra-min den rapid delayed rectifier K+-Kanal blockiert und die Aktionspotentialdauer verlän-gert. Daher kann Diphenhydramin bei Vorliegen von weiteren begünstigenden Faktoren potentiell Torsades de Pointes-Arrhythmien auslösen. Diese Vorstellung wird durch Ein-zelfallberichte mit Diphenhydramin gestützt.

  1. b) Chronische Toxizität

siehe unter 4.8 Nebenwirkungen.

  1. c) Mutagenes und tumorerzeugendes Potential

Dimenhydrinat wurde in vitro bezüglich mutagener Wirkungen geprüft. Die Tests erga-ben keine relevanten Hinweise auf mutagene Effekte.

Langzeitstudien an Ratten und Mäusen mit Dimenhydrinat ergaben keine Hinweise auf ein tumorerzeugendes Potential.

  1. d) Reproduktionstoxizität

Dimenhydrinat ist unzureichend auf reproduktionstoxische Eigenschaften untersucht. Tierexperimentelle Untersuchungen auf embryo- und fetotoxische Wirkungen von Dimenhydrinat waren negativ, aber nicht umfangreich genug. Es liegen keine tierexperimentellen Studien zum Risiko einer Fertilitätsbeeinträchtigung vor.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Vomex A i.m. Injektionslösung:

105 mg Benzylalkohol, 1040 mg Propylenglycol und Wasser für Injektionszwecke.

Vomex A i.v. Injektionslösung:

Wasser für Injektionszwecke.

6.2 Inkompatibilitäten

Inkompatibilitäten können auftreten, wenn Vomex A i.v. Injektionslösung mit Lösungen der folgenden Arzneistoffe gemischt wird:

  • Aminophyllin
  • Heparin-Natrium
  • Hydrocortison-Natriumsuccinat
  • Hydroxyzin-HCl
  • Phenobarbital-Natrium
  • Phenytoin-Natrium
  • Prednisolon-Natriumphosphat
  • Promazin-HCl
  • Promethazin-HCl.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre.

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für diese Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Klarglasampullen in Faltschachteln.

Vomex A i.m. Injektionslösung:

5 x 2 ml

Vomex A i.v. Injektionslösung:

3 x 10 ml

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.

7. INHABER DER ZULASSUNG

Klinge Pharma GmbH

Bergfeldstr. 9 83607 Holzkirchen

Deutschland

8. ZULASSUNGSNUMMER(N)

Vomex A i.m. Injektionslösung: 6580523.00.00

Vomex A i.v. Injektionslösung: 6581008.00.00

9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

04.02.2002

10. STAND DER INFORMATION

12/2020

11. VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig.

Über dieses Dokument

Quelle: BfArM – Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (AMIce) · Zulassungsnummer: 6580523.00.00 · ENR 0580523

Stand der Information laut Text: 12/2020

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Fakten zu Vomex A i.m. Injektionslösung

Rezeptpflicht
Verschreibungspflichtig?
  • Sie erhalten das Arzneimittel nur mit einem ärztlichen Rezept in der Apotheke.
  • Rechtsgrundlage laut BfArM: verschreibungspflichtig gemäß § 48(1),(2)2 AMG.
Wirkstoff Dimenhydrinat 100 mg
Darreichungsform Injektion
Art der Anwendung Intramuskuläre Anwendung
Sonstige Bestandteile Propylenglycol, Wasser für Injektionszwecke
Packungsgrößen 10 ml
Haltbarkeit 3 Jahre (ungeöffnete Packung)
Fälschungsschutz Ja – die Packung trägt einen individuellen Code und einen Erstöffnungsschutz (securPharm), die Apotheke prüft die Echtheit
ATC-Klassifikation
  1. A Alimentäres System und Stoffwechsel
    1. A04 Antiemetika und Mittel gegen Übelkeit
      1. A04A Antiemetika und Mittel gegen Übelkeit
        1. A04AB Antihistaminika
          1. A04AB02 Dimenhydrinat
Zulassung 6580523.00.00, seit 13.02.2002; nationales Verfahren (Deutschland)
Pharmazeutischer Unternehmer Klinge Pharma GmbH, 83607 Holzkirchen
Hersteller (Freigabe) Haupt Pharma Livron S.A.S.
Risikoverfahren
1 Verfahren zur Arzneimittelsicherheit+
  • AM mit Wirkstoff Dimenhydrinat bzw. mit Wirkstoffkombination Coffein/Dimenhydrinat
Frühere Namen Vomex A (ab 01.01.1978)
PZN 01116383

Quelle: BfArM, Arzneimittel-Informationssystem AMIce (ENR 0580523), Datensatz vom 17.09.2026. Angaben ohne Gewähr – fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke.