Fachinformation - Cedia 20
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Cedia 20
150 Mikrogramm/20 Mikrogramm Filmtabletten
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Jede Filmtablette enthält 150 Mikrogramm Desogestrel und 20 Mikrogramm Ethinylestradiol.
Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung:
Jede Filmtablette enthält 81,68 mg Lactose (als Lactose Monohydrat).
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Filmtablette
Weiße bis fast weiße, runde, bikonvexe Filmtabletten mit der Prägung „FT1“ auf einer Seite und glatt auf der anderen Seite, mit einem Durchmesser von circa 6 mm.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Orales Kontrazeptivum
Bei der Entscheidung, Cedia 20 zu verschreiben, sollten die aktuellen, individuellen Risikofaktoren der einzelnen Frauen, insbesondere im Hinblick auf venöse Thromboembolien (VTE), berücksichtigt werden. Auch sollte das Risiko für eine VTE bei Anwendung von Cedia 20 mit dem anderer kombinierter hormonaler Kontrazeptiva (KHK) verglichen werden (siehe Abschnitte 4.3 und 4.4).
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Dosierung
Die Tabletten müssen in der auf der Blisterpackung angegebenen Reihenfolge täglich und ungefähr zur selben Uhrzeit eingenommen werden.
Während 21 aufeinanderfolgenden Tagen wird täglich eine Tablette eingenommen. Mit der jeweils darauffolgenden Blisterpackung wird nach einer 7-tägigen Einnahmepause begonnen, während der normalerweise eine menstruationsartige Entzugsblutung eintritt. Die Blutung setzt in der Regel am 2. oder 3. Tag nach der zuletzt eingenommenen Tablette ein und hält gegebenenfalls bis nach Beginn der darauffolgenden Einnahmephase an.
Beginn der Anwendung
Keine vorangegangene Einnahme hormoneller Kontrazeptiva (im vergangenen Monat)
Die Tabletteneinnahme sollte am ersten Tag der Monatsblutung begonnen werden. In diesem Fall ist keine zusätzliche Verhütungsmaßnahme erforderlich.
Falls die Menstruation bereits eingesetzt hat (d. h. 2, 3 oder 4 Tage zuvor), sollte die Behandlung am 5. Zyklustag begonnen werden. In diesem Fall sind während der ersten 7 Tage der Tabletteneinnahme zusätzliche Maßnahmen zur Empfängnisverhütung erforderlich.
Wenn die Menstruation vor mehr als 5 Tagen begonnen hat, ist die Patientin anzuweisen, mit der Einnahme von Cedia 20 erst bei der nächsten Monatsblutung zu beginnen.
Umstellung von einem anderen hormonellen Kombinationspräparat (kombinierte orale Kontrazeptiva (KOK), Vaginalring oder transdermales Pflaster)
Mit der Einnahme von Cedia 20 sollte am Folgetag der Einnahme der letzten wirkstoffhaltigen Tablette des Vorgängerpräparats begonnen werden. Mit der Einnahme sollte spätestens im Anschluss an die Einnahmepause bzw. am Folgetag der Einnahme der letzten wirkstofffreien Tablette des Vorgängerpräparats begonnen werden.
Wurde zuvor ein Vaginalring oder ein transdermales Pflaster verwendet, sollte mit der Einnahme von Cedia 20 vorzugsweise an dem Tag, an dem der Ring bzw. das Pflaster entfernt wird, begonnen werden. Die Einnahme von Cedia 20 sollte in diesem Fall jedoch spätestens nach dem üblichen ring- bzw. pflasterfreien Intervall beginnen, d. h. wenn die nächste Anwendung fällig wäre.
Nicht alle Verhütungsmethoden (transdermales Pflaster, Vaginalring) dürfen in allen EU-Mitgliedstaaten in Verkehr gebracht werden.
Umstellung von einem Gestagenmonopräparat (Minipille, Injektion, Implantat) oder einem Gestagen freisetzenden Intrauterinsystem (IUS)
Die Umstellung von der Minipille kann an jedem beliebigen Tag (von einem Implantat oder einem IUS am Tag der Entfernung, bei einem Injektionspräparat zum Zeitpunkt, an dem die nächste Injektion fällig wäre) erfolgen. In allen Fällen muss jedoch zur Empfängnisverhütung während der ersten 7 Einnahmetage zusätzlich eine Barrieremethode verwendet werden.
Nach einem Abort im 1. Trimenon
Mit der Einnahme kann sofort begonnen werden. In diesem Fall sind keine zusätzlichen Verhütungsmaßnahmen erforderlich.
Nach einer Geburt oder einem Abort im 2. Trimenon (Monate 4-6)
Hinweise für stillende Frauen siehe Abschnitt 4.6.
Frauen sollten angewiesen werden, an Tag 21 bis 28 nach einer Geburt oder einem Abort im 2. Trimenon mit der Anwendung zu beginnen. Bei einem späteren Beginn sollte die Frau angewiesen werden, dass in den ersten 7 Tagen der Tabletteneinnahme eine zusätzliche Barrieremethode anzuwenden ist. Hat jedoch bereits Geschlechtsverkehr stattgefunden, muss vor dem Beginn der KHK-Anwendung eine Schwangerschaft ausgeschlossen bzw. mit der Einnahme bis zur nächsten Monatsblutung gewartet werden.
Vorgehen bei vergessener Tabletteneinnahme
Die Zuverlässigkeit von Cedia 20 kann herabgesetzt sein, wenn Tabletten vergessen wurden:
Wird die vergessene Tablette innerhalb von 12 Stunden eingenommen, sind keine zusätzlichen Vorsichtsmaßnahmen erforderlich. Die weitere Einnahme erfolgt zur gewohnten Zeit.
Wird die Einnahme von einer oder mehr Tabletten um mehr als 12 Stunden vergessen, ist kein vollständiger Empfängnisschutz mehr gegeben.
Für eine ausgelassene Tabletteneinnahme gelten dann folgende zwei Grundregeln:
- Die Tabletteneinnahme darf nicht länger als 7 Tage unterbrochen werden.
- Es sind 7 aufeinanderfolgende Einnahmetage erforderlich, um die Hypothalamus-Hypophyse-Ovar-Achse hinreichend zu hemmen.
Daraus ergibt sich für die tägliche Praxis folgendes Vorgehen:
Woche 1
Die ausgelassene Tablette sollte so schnell wie möglich eingenommen werden, auch dann, wenn dadurch gleichzeitig zwei Tabletten einzunehmen sind. Die folgende Tabletteneinnahme wird zur gewohnten Tageszeit fortgesetzt. In den nächsten 7 Tagen ist zusätzlich ein mechanischer Empfängnisschutz, z. B. Kondome, zu verwenden. Kam es in den vorangegangenen 7 Tagen zu Geschlechtsverkehr, kann eine Schwangerschaft nicht ausgeschlossen werden. Je mehr Tabletten vergessen wurden und je näher die vergessene Tablette an der Einnahmepause liegt, desto größer ist das Risiko einer Schwangerschaft.
Woche 2
Die ausgelassene Tablette sollte so schnell wie möglich eingenommen werden, auch dann, wenn dadurch gleichzeitig zwei Tabletten einzunehmen sind. Die folgende Tabletteneinnahme wird zur gewohnten Tageszeit fortgesetzt. Wurden die Tabletten in den vergangenen 7 Tagen vorschriftsmäßig eingenommen, sind keine zusätzlichen Verhütungsmaßnahmen erforderlich. Ist dies jedoch nicht der Fall bzw. es wurden mehr als 1 Tablette ausgelassen, muss 7 Tage lang auf ein anderes Verhütungsmittel zurückgegriffen werden.
Woche 3
Aufgrund der nächsten Einnahmepause besteht die Gefahr eines unzureichenden Empfängnisschutzes. Es besteht jedoch die Möglichkeit, die Einnahme entsprechend anzupassen. Wenn eine der nachstehend genannten Möglichkeiten befolgt wird, sind keine zusätzlichen Verhütungsmaßnahmen erforderlich, vorausgesetzt, die Tabletten wurden während 7 Tage vor der Auslassung vorschriftsmäßig eingenommen. Ist dies nicht der Fall, muss auf die erste Möglichkeit verwiesen und 7 Tage lang zusätzliche Verhütungsmaßnahmen getroffen werden.
- Die ausgelassene Tablette sollte so schnell wie möglich eingenommen werden, auch dann, wenn dadurch gleichzeitig zwei Tabletten einzunehmen sind. Die Tabletteneinnahme wird zur gewohnten Tageszeit fortgesetzt. Statt eine Einnahmepause einzulegen, sollte die Einnahme direkt mit der nächsten Blisterpackung fortgesetzt werden. Zur Entzugsblutung kommt es dann sehr wahrscheinlich erst am Ende der zweiten Blisterpackung. Während der Einnahme der zweiten Blisterpackung kann es jedoch zu Schmier- oder Zwischenblutungen kommen.
- Alternativ kann die Einnahme aus der aktuellen angebrochenen Blisterpackung abgebrochen werden und sofort die 7-tägige Einnahmepause eingelegt werden (der Tag der Auslassung zählt als Tag der Einnahmepause). Danach ist die Einnahme mit der nächsten Blisterpackung fortzusetzen.
Sollte es nach vergessener Einnahme im nächsten regulären einnahmefreien Intervall zu keiner Entzugsblutung kommen, muss die Möglichkeit einer Schwangerschaft in Betracht gezogen werden.
Verhalten bei gastrointestinalen Störungen
Bei schweren gastrointestinalen Störungen kann die Resorption unvollständig sein und es sollten zusätzliche empfängnisverhütende Maßnahmen angewendet werden. Sofern der Durchfall nicht extrem schwer ist, beeinflusst er die Steroidresorption nicht.
Kommt es innerhalb von 3–4 Stunden nach der Tabletteneinnahme zu Erbrechen oder schwerem bzw. anhaltendem Durchfall, gelten die Hinweise unter „Vorgehen bei vergessener Tabletteneinnahme“. Wenn die Frau ihren üblichen Einnahmezeitplan nicht ändern möchte, muss sie die erforderliche(n) zusätzliche(n) Tablette(n) aus einer anderen Packung nehmen.
Verschieben oder Verzögerung der Menstruation
Das Verschieben der Menstruation ist keine Indikation dieses Arzneimittels. Soll jedoch in Ausnahmefällen eine Menstruation verschoben werden, sollte die Frau ohne einnahmefreies Intervall direkt mit der Einnahme aus der nächsten Blisterpackung Cedia 20 fortfahren. Die Einnahme kann so lange wie gewünscht hinausgeschoben werden, bis zum Ende der zweiten Blisterpackung.
Die Tabletteneinnahme ist dann wie gewohnt fortzusetzen. Während der Verlängerung kann es zu leichten Schmier- oder Durchbruchblutungen kommen; der Empfängnisschutz bleibt jedoch erhalten, solange keine Tabletten-Einnahme ausgelassen wird. Die reguläre Einnahme von Cedia 20 wird dann nach dem üblichen 7-tägigen einnahmefreien Intervall wieder aufgenommen.
Um die Menstruation auf einen anderen Wochentag als den bisher üblichen zu verschieben, kann das bevorstehende einnahmefreie Intervall um beliebig viele Tage verkürzt werden. Je kürzer das Intervall ist, desto höher ist das Risiko, dass keine Entzugsblutung auftritt und es während der Einnahme aus der zweiten Blisterpackung zu Durchbruch- oder Schmierblutungen kommt (wie auch beim Hinauszögern einer Menstruation).
Kinder und Jugendliche
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Desogestrel/Ethinylestradiol bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren wurde nicht untersucht. Es liegen keine Daten vor.
Art der Anwendung
Die Filmtabletten sind zum Einnehmen.
4.3 Gegenanzeigen
- Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile
Kombinierte hormonale Kontrazeptiva (KHK) dürfen unter den folgenden Bedingungen nicht angewendet werden. Tritt eine dieser Erkrankungen während der Einnahme von KHK erstmals auf, muss die Einnahme sofort abgebrochen werden.
Vorliegen einer oder Risiko für eine venöse Thromboembolie (VTE)
- Venöse Thromboembolie – bestehende VTE (auch unter Therapie mit Antikoagulanzien) oder VTE in der Vorgeschichte (z. B. tiefe Venenthrombose [TVT] oder Lungenembolie [LE])
- Bekannte erbliche oder erworbene Prädisposition für eine venöse Thromboembolie, wie z. B. APC-Resistenz (einschließlich Faktor-V-Leiden), Antithrombin-III-Mangel, Protein-C-Mangel oder Protein-S-Mangel
- Größere Operationen mit längerer Immobilisierung (siehe Abschnitt 4.4)
- Hohes Risiko für eine venöse Thromboembolie aufgrund mehrerer Risikofaktoren (siehe Abschnitt 4.4)
Vorliegen einer oder Risiko für eine arterielle Thromboembolie (ATE)
- Arterielle Thromboembolie – bestehende ATE, ATE in der Vorgeschichte (z. B. Myokardinfarkt) oder Erkrankung im Prodromalstadium (z. B. Angina pectoris)
- Zerebrovaskuläre Erkrankung – bestehender Schlaganfall, Schlaganfall oder prodromale Erkrankung (z. B. transitorische ischämische Attacke [TIA]) in der Vorgeschichte
- Bekannte erbliche oder erworbene Prädisposition für eine arterielle Thromboembolie, wie z. B. Hyperhomocysteinämie und Antiphospholipid-Antikörper (Anticardiolipin-Antikörper, Lupusantikoagulans)
- Migräne mit fokalen neurologischen Symptomen in der Vorgeschichte
Hohes Risiko für eine arterielle Thromboembolie aufgrund mehrerer Risikofaktoren (siehe Abschnitt 4.4) oder eines schwerwiegenden Risikofaktors wie:
- Diabetes mellitus mit Gefäßschädigung
- Schwere Hypertonie
- Schwere Dyslipoproteinämie
- Pankreatitis oder vorausgegangene Pankreatitis, falls es zu starker Hypertriglyceridämie kam
- bestehende oder vorausgegangene schwere Lebererkrankung, solange die Leberwerte nicht wieder normalisiert sind
- bestehende oder vorausgegangene Lebertumoren (gutartige oder bösartige)
- bestehende oder vermutete östrogenabhängige Tumoren (z. B. der Genitalorgane oder der Brust)
- Endometriumhyperplasie
- unerklärte Vaginalblutungen
- bestehende oder vermutete Schwangerschaft
- Cedia 20 ist kontraindiziert für die gleichzeitige Anwendung mit Arzneimitteln, die Ombitasvir/Paritaprevir/Ritonavir und Dasabuvir enthalten, oder mit Arzneimitteln, die Glecaprevir/Pibrentasvir enthalten (siehe Abschnitte 4.4 und 4.5).
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Warnhinweise
Die Eignung von Cedia 20 sollte mit der Frau besprochen werden, falls eine der im Folgenden aufgeführten Erkrankungen oder Risikofaktoren vorliegt.
Bei einer Verschlechterung oder dem ersten Auftreten einer dieser Erkrankungen oder Risikofaktoren ist der Anwenderin anzuraten, sich an Ihren Arzt zu wenden, um zu entscheiden, ob die Anwendung von Cedia 20 beendet werden sollte.
Krankheiten/Zustände, die eine Überwachung erfordern
- Risikofaktoren für thromboembolische Erkrankungen (siehe unten)
- Risikofaktoren für östrogenabhängige Tumoren, z. B. Brustkrebs bei Verwandten ersten Grades
- Hypertonie
- Lebererkrankungen (z. B. Leberadenom)
- Cholelithiasis, Ikterus und/oder cholestasebedingter Pruritus
- Herpes gestationis
- Migräne oder (starke) Kopfschmerzen
- Systemischer Lupus erythematodes
- Endogene Depression
- Asthma
- Otosklerosebedingter Hörverlust
- Porphyrie
Depressive Verstimmung und Depression stellen bei der Anwendung hormoneller Kontrazeptiva allgemein bekannte Nebenwirkungen dar (siehe Abschnitt 4.8). Depressionen können schwerwiegend sein und sind ein allgemein bekannter Risikofaktor für suizidales Verhalten und Suizid. Frauen sollte geraten werden, sich im Falle von Stimmungsschwankungen und depressiven Symptomen – auch wenn diese kurz nach Einleitung der Behandlung auftreten – mit ihrem Arzt in Verbindung zu setzen.
Durchblutungsstörungen
Risiko für eine venöse Thromboembolie (VTE)
- Die Anwendung jedes kombinierten hormonalen Kontrazeptivums (KHK) erhöht das Risiko für eine venöse Thromboembolie (VTE) im Vergleich zur Nichtanwendung. Arzneimittel, die Levonorgestrel, Norgestimat oder Norethisteron enthalten, sind mit dem geringsten Risiko für eine VTE verbunden. Andere Arzneimittel, wie Cedia 20, können ein bis zu doppelt so hohes Risiko aufweisen. Die Entscheidung, ein Arzneimittel anzuwenden, das nicht zu denen mit dem geringsten VTE-Risiko gehört, sollte nur nach einem Gespräch mit der Frau getroffen werden, bei dem sicherzustellen ist, dass sie Folgendes versteht: das Risiko für eine VTE bei Anwendung von Cedia 20, wie ihre vorliegenden individuellen Risikofaktoren dieses Risiko beeinflussen, und dass ihr Risiko für VTE in ihrem allerersten Anwendungsjahr am höchsten ist. Es gibt zudem Hinweise, dass das Risiko erhöht ist, wenn die Anwendung eines KHK nach einer Unterbrechung von 4 oder mehr Wochen wieder aufgenommen wird.
- Ungefähr 2 von 10 000 Frauen, die kein KHK anwenden und nicht schwanger sind, erleiden im Verlauf eines Jahres eine VTE. Bei einer einzelnen Frau kann das Risiko jedoch in Abhängigkeit von ihren zugrunde liegenden Risikofaktoren bedeutend höher sein (siehe unten).
Es wird geschätzt*, dass im Verlauf eines Jahres 9 bis 12 von 10 000 Frauen, die ein Desogestrel-haltiges KHK anwenden, eine VTE erleiden; im Vergleich hierzu kommt es pro Jahr bei ungefähr 6** von 10 000 Frauen, die ein Levonorgestrel-haltiges KHK anwenden, zu einer VTE.
In beiden Fällen ist die Anzahl an VTE pro Jahr geringer als die erwartete Anzahl während der Schwangerschaft oder in der Zeit nach der Geburt.
- VTE verlaufen in 1–2 % der Fälle tödlich.
* Diese Inzidenzen wurden aus der Gesamtheit der epidemiologischen Studiendaten abgeleitet, wobei relative Risiken der verschiedenen Arzneimittel im Vergleich zu Levonorgestrel-haltigen KHK verwendet wurden.
**Mittelwert der Spannweite 5-7 pro 10 000 Frauenjahre, auf der Grundlage eines relativen Risikos für Levonorgestrel-haltige KHK versus Nichtanwendung von ungefähr 2,3 bis 3,6
Abbildung 1: Jährliche Anzahl an VTE-Ereignissen pro 10 000 Frauen

Äußerst selten wurde bei Anwenderinnen von KHK über eine Thrombose in anderen Blutgefäßen berichtet, wie z. B. in Venen und Arterien von Leber, Mesenterium, Nieren oder Retina.
Risikofaktoren für VTE
Das Risiko für venöse thromboembolische Komplikationen bei Anwenderinnen von KHK kann deutlich ansteigen, wenn bei der Anwenderin zusätzliche Risikofaktoren bestehen, insbesondere wenn mehrere Risikofaktoren vorliegen (siehe Tabelle 1).
Cedia 20 ist kontraindiziert, wenn bei einer Frau mehrere Risikofaktoren gleichzeitig bestehen, die insgesamt zu einem hohen Risiko für eine Venenthrombose führen (siehe Abschnitt 4.3). Weist eine Frau mehr als einen Risikofaktor auf, ist es möglich, dass der Anstieg des Risikos das Risiko der Summe der einzelnen Faktoren übersteigt – in diesem Fall muss ihr Gesamtrisiko für eine VTE in Betracht gezogen werden. Wenn das Nutzen/Risiko-Verhältnis als ungünstig erachtet wird, darf ein KHK nicht verschrieben werden (siehe Abschnitt 4.3).
Tabelle 1: Risikofaktoren für VTE
| Risikofaktor | Anmerkung |
|---|---|
| Adipositas (Body-Mass-Index über 30 kg/m²) | Das Risiko nimmt mit steigendem BMI deutlich zu. Besonders wichtig, wenn weitere Risikofaktoren vorliegen. |
| Längere Immobilisierung, größere Operationen, jede Operation an Beinen | In diesen Fällen ist es ratsam, die Anwendung des Pflasters/der Tablette/des Rings (bei einer geplanten |
oder Hüfte, neurochirurgische Operation oder schweres Trauma Hinweis: Eine vorübergehende Immobilisierung einschließlich einer Flugreise von > 4 Stunden Dauer kann ebenfalls einen Risikofaktor für eine VTE darstellen, insbesondere bei Frauen mit weiteren Risikofaktoren. | Operation mindestens vier Wochen vorher) zu unterbrechen und erst zwei Wochen nach der kompletten Mobilisierung wieder aufzunehmen. Es ist eine andere Verhütungsmethode anzuwenden, um eine ungewollte Schwangerschaft zu verhindern. Eine antithrombotische Therapie muss erwogen werden, wenn Cedia 20 nicht vorab abgesetzt wurde. |
| Familiäre Vorbelastung (jede venöse Thromboembolie bei einem Geschwister oder Elternteil, insbesondere in relativ jungen Jahren, z. B. jünger als 50 Jahre). | Bei Verdacht auf eine genetische Prädisposition ist die Frau zur Beratung an einen Spezialisten zu überweisen, bevor eine Entscheidung über die Anwendung eines KHKs getroffen wird. |
| Andere Erkrankungen, die mit einer VTE verknüpft sind. | Krebs, systemischer Lupus erythematodes, hämolytisches urämisches Syndrom, chronisch entzündliche Darmerkrankung (Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa) und Sichelzellkrankheit |
| Zunehmendes Alter | Insbesondere älter als 35 Jahre |
Es besteht kein Konsens über die mögliche Rolle von Varizen und oberflächlicher Thrombophlebitis bezüglich des Beginns oder Fortschreitens einer Venenthrombose.
Das erhöhte Risiko einer Thromboembolie in der Schwangerschaft und insbesondere während der 6-wöchigen Dauer des Wochenbetts muss berücksichtigt werden (Informationen zur „Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit“ siehe Abschnitt 4.6).
Symptome einer VTE (tiefe Beinvenenthrombose und Lungenembolie)
Beim Auftreten von Symptomen ist den Anwenderinnen anzuraten, unverzüglich ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen und das medizinische Fachpersonal darüber zu informieren, dass sie ein KHK anwenden.
Bei einer tiefen Beinvenenthrombose (TVT) können folgende Symptome auftreten:
- unilaterale Schwellung des Beins und/oder Fußes oder entlang einer Beinvene;
- Schmerz oder Druckschmerz im Bein, der möglicherweise nur beim Stehen oder Gehen bemerkt wird,
- Erwärmung des betroffenen Beins; gerötete oder entfärbte Haut am Bein.
Bei einer Lungenembolie (LE) können folgende Symptome auftreten:
- plötzliches Auftreten unerklärlicher Kurzatmigkeit oder schnellen Atmens;
- plötzlich auftretender Husten möglicherweise in Verbindung mit Hämoptyse;
- stechender Brustschmerz;
- starke Benommenheit oder Schwindelgefühl;
- schneller oder unregelmäßiger Herzschlag.
Einige dieser Symptome (z. B. „Kurzatmigkeit“, „Husten“) sind unspezifisch und können als häufiger vorkommende und weniger schwerwiegende Ereignisse fehlinterpretiert werden (z. B. als Atemwegsinfektionen).
Andere Anzeichen für einen Gefäßverschluss können plötzlicher Schmerz sowie Schwellung und leicht bläuliche Verfärbung einer Extremität sein.
Tritt der Gefäßverschluss im Auge auf, können die Symptome von einem schmerzlosen verschwommenen Sehen bis zu einem Verlust des Sehvermögens reichen. In manchen Fällen tritt der Verlust des Sehvermögens sehr plötzlich auf.
Risiko für eine arterielle Thromboembolie (ATE)
Epidemiologische Studien haben die Anwendung von KHK mit einem erhöhten Risiko für arterielle Thromboembolie (Myokardinfarkt) oder apoplektischen Insult (z. B. transitorische ischämische Attacke, Schlaganfall) in Verbindung gebracht. Arterielle thromboembolische Ereignisse können tödlich verlaufen.
Risikofaktoren für ATE
Das Risiko für arterielle thromboembolische Komplikationen oder einen apoplektischen Insult bei Anwenderinnen von KHK erhöht sich bei Frauen, die Risikofaktoren aufweisen (siehe Tabelle 2). Cedia 20 ist kontraindiziert bei Frauen, die einen schwerwiegenden oder mehrere Risikofaktoren für eine ATE haben, die sie einem hohen Risiko für eine Arterienthrombose aussetzen (siehe Abschnitt 4.3). Weist eine Frau mehr als einen Risikofaktor auf, ist es möglich, dass der Anstieg des Risikos das Risiko der Summe der einzelnen Faktoren übersteigt – in diesem Fall muss ihr Gesamtrisiko betrachtet werden. Bei Vorliegen eines ungünstigen Nutzen/Risiko-Verhältnisses darf ein KHK nicht verschrieben werden (siehe Abschnitt 4.3).
Tabelle 2: Risikofaktoren für ATE
| Risikofaktor | Anmerkung |
|---|---|
| Zunehmendes Alter | Insbesondere älter als 35 Jahre |
| Rauchen | Frauen ist anzuraten, nicht zu rauchen, wenn Sie ein KHK anwenden möchten. Frauen über 35 Jahren, die weiterhin rauchen, ist dringend zu empfehlen, eine andere Verhütungsmethode anzuwenden. |
| Hypertonie | |
| Adipositas (Body-Mass-Index über 30 kg/m²) | Das Risiko nimmt mit steigendem BMI deutlich zu. Besonders wichtig bei Frauen mit zusätzlichen Risikofaktoren. |
| Familiäre Vorbelastung (jede arterielle Thromboembolie bei einem Geschwister oder Elternteil, insbesondere in relativ jungen Jahren, d. h. jünger als 50 Jahre). | Bei Verdacht auf eine genetische Prädisposition ist die Frau zur Beratung an einen Spezialisten zu überweisen, bevor eine Entscheidung über die Anwendung eines KHKs getroffen wird. |
| Migräne | Ein Anstieg der Häufigkeit oder des Schweregrads der Migräne während der Anwendung von KHK (die einem zerebrovaskulären Ereignis vorausgehen kann) kann ein Grund für ein sofortiges Absetzen sein. |
| Andere Erkrankungen, die mit unerwünschten Gefäßereignissen verknüpft sind. | Diabetes mellitus, Hyperhomocysteinämie, Erkrankung der Herzklappen und Vorhofflimmern, Dyslipoproteinämie und systemischer Lupus erythematodes. |
Symptome einer ATE
Beim Auftreten von Symptomen ist den Frauen anzuraten, unverzüglich ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen und das medizinische Fachpersonal darüber zu informieren, dass sie ein KHK anwenden.
Bei einem apoplektischen Insult können folgende Symptome auftreten:
- plötzliche Taubheitsgefühl oder Schwäche in Gesicht, Arm oder Bein, besonders auf einer Körperseite;
- plötzliche Gehschwierigkeiten, Schwindelgefühl, Gleichgewichtsverlust oder Koordinationsstörungen;
- plötzliche Verwirrtheit, Sprech- oder Verständnisschwierigkeiten;
- plötzliche Sehstörungen in einem oder beiden Augen;
- plötzliche, schwere oder länger anhaltende Kopfschmerzen unbekannter Ursache;
- Verlust des Bewusstseins oder Ohnmacht mit oder ohne Krampfanfall.
Vorübergehende Symptome deuten auf eine transitorische ischämische Attacke (TIA) handeln.
Bei einem Myokardinfarkt (MI) können folgende Symptome auftreten:
- Schmerz, Unbehagen, Druck, Schweregefühl, Enge- oder Völlegefühl in Brust, Arm oder unterhalb des Sternums;
- in den Rücken, Kiefer, Hals, Arm, Magen ausstrahlende Beschwerden;
- Völlegefühl, Indigestion oder Erstickungsgefühl;
- Schwitzen, Übelkeit, Erbrechen oder Schwindelgefühl;
- extreme Schwäche, Angst oder Kurzatmigkeit;
- schnelle oder unregelmäßige Herzschläge.
Tumoren
- In einigen epidemiologischen Untersuchungen wurde über ein erhöhtes Zervixkarzinom-Risiko bei Langzeitanwendung von KOKs (> 5 Jahre) berichtet. Kontrovers diskutiert wird nach wie vor, in welchem Ausmaß dieses Ergebnis durch das Sexualverhalten und andere Faktoren, wie eine Infektion mit dem humanen Papillomavirus (HPV), beeinflusst wird.
- Eine Metaanalyse von 54 epidemiologischen Studien ergab, dass das relative Risiko der Diagnosestellung eines Mammakarzinoms bei Frauen, die kombinierte orale Kontrazeptiva einnehmen, geringfügig erhöht (RR = 1,24) ist. Die beobachtete Risikoerhöhung kann sowohl auf eine frühzeitigere Diagnose von Brustkrebs bei den Anwenderinnen als auch auf die biologische Wirkung von kombinierten oralen Kontrazeptiva oder auf beide Faktoren gemeinsam zurückzuführen sein. Die zusätzlichen Brustkrebsfälle, die bei aktuellen Anwenderinnen von KOKs oder bei Frauen, die in den letzten zehn Jahren KOK angewendet haben, diagnostiziert werden, sind mit höherer Wahrscheinlichkeit auf die Brust beschränkt als bei Frauen, die nie KOKs angewendet haben.
- Brustkrebs ist bei Frauen unter 40 Jahren selten, unabhängig davon, ob sie KOKs einnehmen oder nicht. Dieses Hintergrundrisiko steigt zwar mit zunehmendem Alter, doch ist die zusätzliche Anzahl der Brustkrebsdiagnosen bei aktuellen und ehemaligen KOK-Anwenderinnen im Verhältnis zum Gesamtrisiko für Brustkrebs gering (siehe Abbildung 2).
- Der wichtigste Risikofaktor für Brustkrebs bei KOK-Anwenderinnen ist das Alter, in dem sie die Einnahme von KOKs beenden; je älter sie bei Beendigung der Einnahme sind, desto häufiger wird Brustkrebs diagnostiziert. Die Dauer der Einnahme ist weniger wichtig, und das erhöhte Risiko verschwindet im Laufe von 10 Jahren nach Beendigung der KOK-Einnahme allmählich, sodass nach 10 Jahren offenbar kein erhöhtes Risiko mehr besteht.
- Die mögliche Zunahme des Brustkrebsrisikos sollte mit der Anwenderin besprochen und gegen die Vorteile von KOKs abgewogen werden, wobei zu berücksichtigen ist, dass sie einen erheblichen Schutz vor dem Risiko der Entwicklung bestimmter anderer Krebsarten (z. B. Eierstock- und Gebärmutterschleimhautkrebs) bieten.
Abbildung 2: Geschätzte kumulative Anzahl von Brustkrebsfällen pro 10 000 Frauen, die innerhalb von 5 Jahren der Einnahme und bis zu 10 Jahre nach Absetzen der KOKs diagnostiziert wurden, im Vergleich zur Anzahl der Brustkrebsfälle, die bei 10 000 Frauen diagnostiziert wurden, die nie KOKs eingenommen haben.


- In seltenen Fällen wurden bei Anwenderinnen gutartige und noch seltener bösartige Lebertumoren beobachtet. Diese Tumoren führten in einigen Fällen zu lebensbedrohlichen inneren Blutungen im Bauchraum. Bei starken Schmerzen im oberen Bauchraum, bei Hepatomegalie oder intraabdominalen Blutungen muss bei Anwenderinnen differentialdiagnostisch ein Lebertumor in Betracht gezogen werden.
Anstieg der ALT
Während klinischer Studien, die mit Patienten, deren Hepatitis-C-Virus-Infektionen (HCV) mit Arzneimitteln behandelt wurden, die Ombitasvir/Paritaprevir/Ritonavir und Dasabuvir mit oder ohne Ribavirin enthielten, traten Erhöhungen der Transaminase (ALT) bis über das 5-Fache des oberen normalen Grenzwertes (Upper Limit of Normal, ULN) signifikant häufiger bei Frauen auf, die ethinylestradiolhaltige kombinierte hormonelle Verhütungsmittel (KH) verwendeten. Außerdem wurden ALT-Erhöhungen auch bei Frauen beobachtet, die ethinylestradiolhaltige Arzneimittel wie KHK verwendeten und mit Glecaprevir/Pibrentasvir behandelt wurden (siehe Abschnitte 4.3 und 4.5).
Sonstige Erkrankungen
- Frauen mit bestehender oder entsprechender familiärer Hypertriglyzeridämie können unter der Anwendung von KHK ein erhöhtes Risiko für eine Pankreatitis haben.
- Exogene Estrogene können möglicherweise Symptome eines hereditären und erworbenen Angioödems auslösen oder verschlechtern.
Obwohl bei vielen Frauen unter Anwendung von KHK über geringfügige Blutdruckerhöhungen berichtet wurde, sind klinisch relevante Erhöhungen selten. Es gibt keinen gesicherten Zusammenhang zwischen der Anwendung von KHK und klinischer Hypertonie. Entwickelt sich jedoch unter der Anwendung eines KHK eine anhaltend klinisch relevante Hypertonie, ist es ratsam, das KHK abzusetzen und die Hypertonie zu behandeln. Gegebenenfalls kann die Anwendung des KHK wieder aufgenommen werden, wenn unter antihypertensiver Therapie normotensive Werte erreicht werden.
300
250
200
150
100
50
0
Brustkrebsfälle
nie KOKs eingenommen
5 Jahre KOKs-Einnahme
4 4,5
16 17,5
44 48,7
100 111
160 181
230 262
Alter bei Einnahme: unter 20 20-24 25-29 30-34 35-39 40-44
Krebs diagnostiziert
bis zum Alter von: 30 35 40 45 50 55
- Über folgende Erkrankungen wurde sowohl während einer Schwangerschaft als auch unter KHK-Anwendung berichtet, ein Zusammenhang mit der KHK-Anwendung ist jedoch nicht schlüssig nachgewiesen: cholestasebedingter Ikterus und/oder Pruritus, Gallensteinbildung, Porphyrie, systemischer Lupus erythematodes, hämolytisch-urämisches Syndrom, Sydenham-Chorea, Herpes gestationis, otosklerosebedingter Hörverlust, hereditäres Angioödem.
- Akute oder chronische Leberfunktionsstörungen können das Absetzen von KHK erforderlich machen, bis sich die Leberfunktionsparameter wieder normalisiert haben. Ein erneutes Auftreten eines cholestatischen Ikterus, der erstmalig während einer Schwangerschaft oder unter Anwendung von Sexualsteroiden aufgetreten ist, macht ein Absetzen von KHK erforderlich.
- Obwohl KHK die periphere Insulinresistenz und Glukosetoleranz beeinflussen können, gibt es keinen Hinweis auf die Notwendigkeit, das Therapieregime bei Frauen mit Diabetes anzupassen. Dennoch sollten Frauen mit Diabetes während der Einnahme von KHK sorgfältig überwacht werden.
- Morbus Crohn und Colitis ulcerosa wurden mit der Anwendung von KHK in Zusammenhang gebracht.
- Chloasma kann gelegentlich auftreten, insbesondere bei Frauen mit Chloasma gravidarum in der Vorgeschichte. Frauen mit entsprechender Neigung sollten während der Einnahme von Cedia 20 Sonnenbestrahlung und UV-Strahlung meiden.
Ärztliche Untersuchung/Beratung
Vor der Einleitung oder Wiederaufnahme der Behandlung mit Cedia 20 muss eine vollständige Anamnese (mit Erhebung der Familienanamnese) erfolgen und eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden. Der Blutdruck sollte gemessen und eine körperliche Untersuchung durchgeführt werden, die sich an den Gegenanzeigen (siehe Abschnitt 4.3) und Warnhinweisen (siehe Abschnitt 4.4) orientiert. Es ist wichtig, die Frau auf die Informationen zu venösen und arteriellen Thrombosen hinzuweisen, einschließlich des Risikos von Cedia 20 im Vergleich zu anderen KHK, die Symptome einer VTE und ATE, die bekannten Risikofaktoren und darauf, was im Falle einer vermuteten Thrombose zu tun ist.
Die Anwenderin ist zudem anzuweisen, die Packungsbeilage sorgfältig zu lesen und die darin gegebenen Ratschläge zu befolgen. Die Häufigkeit und Art der Untersuchungen sollte den gängigen Untersuchungsleitlinien entsprechen und individuell auf die Frau abgestimmt werden.
Die Anwenderinnen sind darüber aufzuklären, dass hormonale Kontrazeptiva nicht vor HIV-Infektionen (AIDS) und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten schützen. Besteht das Risiko einer sexuell übertragbaren Infektion/HIV (einschließlich während Schwangerschaft oder Stillzeit), wird die korrekte und konsequente Anwendung von Kondomen empfohlen, entweder allein oder in Kombination mit einer weiteren Verhütungsmethode.
Verminderte Wirksamkeit
Die Wirksamkeit von Cedia 20 kann bei vergessener Einnahme und/oder gastrointestinalen Störungen (siehe Abschnitt 4.2 „Vorgehen bei vergessener Einnahme“) oder gleichzeitiger Einnahme von Arzneimitteln, die die Plasmakonzentration von Etonogestrel (dem aktiven Metaboliten von Desogestrel) verringern, herabgesetzt sein (siehe Abschnitt 4.5).
Beeinträchtigung der Zykluskontrolle/unregelmäßige Blutungen
Wie bei allen kombinierten oralen Kontrazeptiva kann es auch bei der Einnahme von Cedia 20 zu unregelmäßigen Blutungen (Schmier- und Zwischenblutungen) kommen. Dies gilt vor allem in den ersten Monaten der Einnahme. Daher ist eine diagnostische Abklärung unregelmäßiger Blutungen erst nach einer Anpassungsphase von ca. 3 Monatszyklen sinnvoll.
Bei anhaltenden unregelmäßigen Blutungen oder bei nach zuvor regelmäßigen Zyklen auftretende Blutungsunregelmäßigkeiten müssen nicht-hormonell bedingte Ursachen erwogen werden. Um Malignome oder eine Schwangerschaft auszuschließen, sind entsprechende diagnostische Maßnahmen angezeigt, ggf. auch eine Kürettage.
Bei manchen Frauen bleibt in der Einnahmepause die Entzugsblutung aus. Wurde das Präparat vorschriftsmäßig eingenommen (siehe Abschnitt 4.2), ist eine Schwangerschaft unwahrscheinlich. Wurde das Präparat vor dem ersten Ausbleiben der Blutung nicht vorschriftsmäßig eingenommen bzw. bleiben zwei aufeinanderfolgende Blutungen aus, muss vor der Fortsetzung der Einnahme eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden.
Cedia 20 enthält Lactose
Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, völligem Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten Cedia 20 nicht einnehmen.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Hinweis: Die Fachinformationen von Begleitmedikationen müssen zu Rate gezogen werden, um mögliche Wechselwirkungen zu identifizieren.
Wirkungen anderer Arzneimittel auf Cedia 20
Wechselwirkungen können mit Arzneimitteln oder pflanzlichen Präparaten auftreten, die mikrosomale Enzyme, insbesondere Cytochrom-P450-Enzyme (CYP), induzieren, was zu einer erhöhten Clearance von Sexualhormonen und zu Durchbruchblutungen und/oder zum Versagen der Kontrazeption führen kann.
Vorgehensweise
Eine Enzyminduktion kann bereits nach wenigen Behandlungstagen beobachtet werden. Die maximale Enzyminduktion tritt üblicherweise innerhalb weniger Wochen auf. Nach Beendigung der Arzneimitteltherapie kann die Enzyminduktion für ca. 4 Wochen anhalten.
Kurzzeitbehandlung
Frauen, die eine Behandlung mit enzyminduzierenden Arzneimitteln oder pflanzlichen Präparaten erhalten, sollten zusätzlich zu Cedia 20 vorübergehend eine Barrieremethode oder eine andere Verhütungsmethode anwenden. Die Barrieremethode muss während der gesamten Dauer der gleichzeitigen medikamentösen Therapie und bis zu 28 Tage nach deren Beendigung angewendet werden. Wenn die gleichzeitige Einnahme von Arzneimitteln über das Ende der Tabletten in der aktuellen KOK-Packung hinausgeht, sollte die nächste KOK-Packung sofort ohne die übliche tablettenfreie Pause begonnen werden.
Langzeitbehandlung
Bei Frauen, die längerfristig mit enzyminduzierenden Arzneimitteln behandelt werden, wird die Anwendung einer anderen zuverlässigen, nicht hormonalen Verhütungsmethode empfohlen, die nicht durch enzyminduzierende Arzneimittel beeinflusst wird.
Über die folgenden Wechselwirkungen wird in der Literatur berichtet:
Wirkstoffe, welche die Clearance von Cedia 20 erhöhen (Enzyminduktion)
wie z. B. Phenytoin, Phenobarbital, Primidon, Bosentan, Carbamazepin, Rifampicin, Rifabutin, einige HIV-Proteaseinhibitoren (z. B. Ritonavir) sowie nichtnukleosidische Reverse-Transkriptase-Inhibitoren (z. B. Efavirenz und Nevirapin) und möglicherweise auch Oxcarbazepin, Modafinil, Topiramat, Felbamat, Griseofulvin sowie pflanzliche Präparate, die Johanniskraut enthalten.
Wirkstoffe mit unterschiedlichen Auswirkungen auf die Clearance von Cedia 20
Bei gleichzeitiger Anwendung mit hormonalen Kontrazeptiva können viele Kombinationen von HIV-Protease-Inhibitoren (z. B. Nelfinavir) und nichtnukleosidischen Reverse-Transkriptase-Inhibitoren (z. B. Nevirapin) und/oder Kombinationen mit Arzneimitteln gegen das Hepatitis-C-Virus (HCV) (z. B. Boceprevir, Telaprevir), die Plasmakonzentrationen von Gestagenen, einschließlich Etonogestrel, oder Östrogenen erhöhen oder verringern. In einigen Fällen kann der Nettoeffekt dieser Veränderungen klinisch relevant sein.
Daher sollten die Fachinformationen der gemeinsam angewendeten HIV/HCV-Arzneimittel zu Rate gezogen werden, um mögliche Wechselwirkungen und alle damit verbundenen Empfehlungen zu identifizieren. Im Zweifelsfall sollten Frauen eine zusätzliche Barrieremethode anwenden, wenn sie mit Proteaseinhibitoren oder nichtnukleosidischen Reverse-Transkriptase-Inhibitoren behandelt werden.
Wirkstoffe, die die Clearance von Cedia 20 verringern (Enzymhemmer)
Die klinische Relevanz potenzieller Wechselwirkungen mit Enzymhemmern ist bislang nicht bekannt. Eine gleichzeitige Anwendung von starken (z. B. Ketoconazol, Itraconazol, Clarithromycin) oder mäßig starken (z. B. Fluconazol, Diltiazem, Erythromycin) CYP3A4-Hemmern kann die Serumkonzentrationen von Östrogenen oder Gestagenen, einschließlich Etonogestrel, erhöhen.
Bei gemeinsamer Anwendung eines KOK mit 0,035 mg Ethinylestradiol mit Etoricoxib in Dosen von 60 bis 120 mg/Tag wurde eine 1,4- bis 1,6-fach erhöhte Plasmakonzentration von Ethinylestradiol beobachtet.
Einfluss von Cedia 20 auf andere Arzneimittel
Orale Kontrazeptiva können den Metabolismus bestimmter Wirkstoffe beeinflussen.
Es kann zu Anstieg (z. B. Ciclosporin) oder Senkung (z. B. Lamotrigin) des Wirkstoffgehalts im Blut oder im Gewebe kommen. Klinische Daten deuten darauf hin, dass Ethinylestradiol die Clearance von CYP1A2-Substraten hemmt und somit zu einem schwachen (z. B. Theophyllin) oder mäßigen (z. B. Tizanidin) Anstieg der jeweiligen Plasmakonzentration führt.
Pharmakodynamische Wechselwirkungen
Während klinischer Studien mit Patienten, deren Hepatitis-C-Virus-Infektionen (HCV) mit Arzneimitteln behandelt wurden, die Ombitasvir/Paritaprevir/Ritonavir und Dasabuvir mit oder ohne Ribavirin enthielten, traten Erhöhungen der Transaminase (ALT) bis über das 5-Fache des oberen normalen Grenzwertes (Upper Limit of Normal, ULN) signifikant häufiger bei Frauen auf, die ethinylestradiolhaltige kombinierte hormonelle Kontrazeptiva (KHK) verwendeten. Außerdem wurden ALT-Erhöhungen auch bei Frauen beobachtet, die ethinylestradiolhaltige Arzneimittel wie KHK verwendeten und mit Glecaprevir/Pibrentasvir oder mit Sofosbuvir/Velpatasvir/Voxilaprevir behandelt wurden (siehe Abschnitt 4.3). Deshalb müssen Anwenderinnen von Cedia 20 auf eine alternative Verhütungsmethode (z. B. Verhütungsmittel, die nur ein Gestagen enthalten oder nichthormonelle Methoden) wechseln, bevor sie mit der Behandlung mit diesen Arzneimittelkombinationen beginnen. Zwei Wochen nach Beendigung der Behandlung mit diesen Arzneimittelkombinationen kann mit Cedia 20 wieder begonnen werden.
Laboruntersuchungen
Die Anwendung kontrazeptiver Steroide kann die Ergebnisse bestimmter Laboruntersuchungen beeinflussen, u. a. biochemische Parameter der Leber-, Schilddrüsen-, Nebennieren- und Nierenfunktion, sowie den Plamaspiegel von (Carrier)-Proteinen, wie Transcortin (CGB) und Lipid- bzw. Lipoproteinfraktionen, Parameter des Kohlenhydratstoffwechsel sowie der Blutgerinnung und Fibrinolyse. Die Änderungen bewegen sich in der Regel innerhalb des entsprechenden Normalbereichs.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Cedia 20 darf während der Schwangerschaft nicht angewendet werden. Tritt während der Behandlung mit diesem Arzneimittel eine Schwangerschaft ein, ist das Präparat abzusetzen.
In den meisten epidemiologischen Studien hat sich jedoch weder ein erhöhtes Risiko für Fehlbildungen bei Kindern gezeigt, deren Mütter vor der Schwangerschaft KHK angewendet hatten, noch eine teratogene Wirkung bei versehentlicher Anwendung von KHK in der Frühschwangerschaft.
Das erhöhte VTE-Risiko in der Zeit nach der Geburt sollte vor der erneuten Anwendung nach einer Anwendungspause bedacht werden (siehe Abschnitte 4.2 und 4.4).
Die Laktation kann durch KHK beeinflusst werden, da sie die Menge der Muttermilch reduzieren und deren Zusammensetzung verändern können. Daher sollte die Anwendung von KHK in der Regel erst nach dem vollständigen Abstillen empfohlen werden. Geringe Mengen des kontrazeptiven Steroids und/oder seiner Metaboliten können mit der Muttermilch ausgeschieden werden, es gibt jedoch keine Hinweise darauf, dass dies die Gesundheit des Säuglings beeinträchtigt.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
Cedia 20 hat keinen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen.
4.8 Nebenwirkungen
Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen
Bei Anwenderinnen von KHK wurde ein erhöhtes Risiko für arterielle und venöse thrombotische und thromboembolische Ereignisse einschließlich Myokardinfarkt, Schlaganfall, transitorische ischämische Attacken, Venenthrombose und Lungenembolie beobachtet, die in Abschnitt 4.4 eingehender behandelt werden.
Bei der Anwendung von kombinierten oralen Kontrazeptiva wird über eine Reihe von Nebenwirkungen berichtet, die detailliert in Abschnitt 4.4. erläutert werden.
Wie bei allen KHK können Veränderungen des vaginalen Blutungsmusters auftreten, insbesondere während der ersten Monate der Anwendung. Dies kann die Blutungshäufigkeit (Ausbleiben, seltener, häufiger oder kontinuierlich), die Intensität (erhöht oder vermindert) oder die Dauer betreffen.
Nebenwirkungen, die möglicherweise mit der Anwendung von Cedia 20 oder anderen KHK in Zusammenhang stehen, sind in der nachfolgenden Tabelle 31 aufgelistet. Alle Nebenwirkungen sind nach Systemorganklasse und Häufigkeit aufgeführt: häufig (≥ 1/100 bis < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1 000 bis < 1/100), selten (≥ 1/10 000 bis < 1/1 000).
Tabelle 3: Möglicherweise in Zusammenhang stehende unerwünschte Wirkungen, die bei Anwenderinnen von Desogestrel/Ethinylestradiol berichtet wurden
| Systemorganklasse | Häufig | Gelegentlich | Selten |
|---|---|---|---|
| Systemorganklasse | Häufig | Gelegentlich | Selten |
| Erkrankungen des Immunsystems | Überempfindlichkeit | ||
| Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen | Flüssigkeitsretention | ||
| Psychiatrische Erkrankungen | Depressive Verstimmung, Stimmungsschwan-kungen | verminderte Libido | vermehrte Libido |
| Erkrankungen des Nervensystems | Kopfschmerzen | Migräne | |
| Augenerkrankungen | Beschwerden beim Tragen von Kontaktlinsen | ||
| Gefäßerkrankungen | Venöse Thromboembolie2 Arterielle Thromboembolie2 | ||
| Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts | Übelkeit, abdominale Schmerzen | Erbrechen, Durchfall | |
| Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes | Hautausschlag, Urtikaria | Erythema nodosum, Erythema multiforme | |
| Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse | Brustschmerzen, Spannungsgefühl in den Brüsten | Brustvergrößerung | Vaginaler Ausfluss, Brustdüsen- sekretion |
| Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort | Gewichtszunahme | Gewichtsabnahme |
1 Der jeweils zutreffendste MedDRA-Begriff zur Beschreibung einer bestimmten unerwünschten Wirkung ist aufgeführt. Synonyme oder verwandte Zustände sind nicht aufgeführt, sollten jedoch ebenfalls berücksichtigt werden.
2 Inzidenz in beobachtenden Kohortenstudien von ≥ 1/10 000 bis 1/1 000 Frauenjahren.
Wechselwirkungen: Durch Wechselwirkungen oraler Kontrazeptiva mit anderen Arzneimitteln (Enzyminduktoren) kann es zu Durchbruchblutungen und/oder einem Versagen der Kontrazeption kommen (siehe Abschnitt 4.5).
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Es liegen keine Berichte über schwerwiegenden Folgen einer Überdosierung vor. Symptome, einer Überdosierung sind: Übelkeit, Erbrechen sowie geringfügige Vaginalblutungen bei jungen Mädchen. Ein Antidot ist nicht bekannt, die Behandlung hat symptomatisch zu erfolgen.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Gestagene und Östrogene, fixe Kombinationen
ATC-Klassifizierung: G03AA09
Die kontrazeptive Wirkung von KHK beruht auf dem Zusammenwirken verschiedener Faktoren. Die wichtigsten sind die Hemmung der Ovulation sowie Veränderungen der Zervixsekretion. Neben dem Schutz vor einer Schwangerschaft haben KHK mehrere günstige Eigenschaften, die unter Berücksichtigung der negativen Eigenschaften (siehe Warnhinweise, Nebenwirkungen) bei der Entscheidung für eine Verhütungsmethode von Nutzen sein können. So wird der Zyklus regelmäßiger, die Menstruation oft weniger schmerzhaft und die Blutung ist schwächer. Letzteres kann zu einer Verringerung des Auftretens von Eisenmangel führen.
Darüber hinaus gibt es für höher dosierte KHK (50 Mikrogramm Ethinylestradiol) Hinweise auf ein verringertes Risiko für fibrozystische Brusttumoren, Ovarialzysten, entzündliche Erkrankungen des Beckens, ektopische Schwangerschaften sowie Endometrium- und Ovarialkarzinome. Ob dies auch für niedriger dosierte KHK gilt, muss noch bestätigt werden.
Kinder und Jugendliche
Es liegen keine klinischen Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren vor.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Desogestrel
Resorption
Nach oraler Verabreichung wird Desogestrel sehr rasch und vollständig resorbiert und in Etonogestrel umgewandelt.
Maximale Blutspiegel werden nach etwa 1,5 Stunden erreicht. Die Bioverfügbarkeit beträgt 62–81 %.
Verteilung
Etonogestrel wird an Serumalbumin und an Sexualhormon-bindendes Globulin (SHBG) gebunden. Nur etwa 2–4 % der Gesamtkonzentration im Serum liegt als freies Steroid vor, 40–70 % sind spezifisch an SHBG gebunden. Der durch Ethinylestradiol bedingte Anstieg von SHBG beeinflusst die Verteilung auf die Serumproteine und führt zu einem Anstieg des SHBG-gebundenen Anteils und zu einer Abnahme des Albumin-gebundenen Anteils. Das scheinbare Verteilungsvolumen von Desogestrel beträgt 1,5 l/kg.
Biotransformation
Etonogestrel wird vollständig über die bekannten Stoffwechselwege von Steroiden metabolisiert, einschließlich Cytochrom P450 3A4. Die metabolische Clearance aus dem Serum beträgt etwa 2 ml/min/kg. Es wurde keine Wechselwirkung mit dem gleichzeitig verabreichten Ethinylestradiol nachgewiesen.
Elimination
Der Etonogestrel-Serumspiegel nimmt in zwei Phasen ab. Die terminale Eliminationsphase ist durch eine Halbwertszeit von etwa 30 Stunden gekennzeichnet. Desogestrel und seine Metaboliten werden im Verhältnis von etwa 6:4 über den Urin und die Galle ausgeschieden.
Steady-State-Bedingungen
Die Pharmakokinetik von Etonogestrel wird durch die SHBG-Spiegel beeinflusst, die durch Ethinylestradiol etwa verdreifacht werden. Nach täglicher Einnahme steigen die Serumspiegel etwa um das Zwei- bis Dreifache an und erreichen während der zweiten Hälfte eines Behandlungszyklus den Steady State.
Ethinylestradiol
Resorption
Oral zugeführtes Ethinylestradiol wird rasch und vollständig resorbiert. Maximale Plasmakonzentrationen werden innerhalb von 1–2 Stunden erreicht. Die absolute Bioverfügbarkeit liegt infolge präsystemischer Konjugation und First-Pass-Metabolismus bei ungefähr 60 %.
Verteilung
Ethinylestradiol ist zu einem Großteil, jedoch unspezifisch, an Serumalbumin gebunden (etwa 98,5 %) und induziert einen Anstieg der SHBG-Konzentrationen im Serum. Das scheinbare Verteilungsvolumen beträgt etwa 5 l/kg.
Biotransformation
Ethinylestradiol unterliegt sowohl in der Mucosa als auch im Dünndarm und in der Leber der präsystemischen Konjugation.
Ethinylestradiol wird vorwiegend durch aromatische Hydroxylierung metabolisiert, wobei jedoch eine Vielzahl hydroxy- und methylierten Metaboliten gebildet wird. Diese liegen sowohl in freier Form als auch in konjugierter Form mit Glucuroniden und Sulfaten vor. Die metabolische Clearance-Rate beträgt etwa 5 ml/min/kg.
In vitro ist Ethinylestradiol ein reversibler Inhibitor von CYP2C19, CYP1A1 und CYP1A2 sowie ein mechanismusbasierter Inhibitor von CYP3A4/5, CYP2C8 und CYP2J2.
Elimination
Der Ethinylestradiol-Serumspiegel nimmt in zwei Phasen ab, die terminale Eliminationsphase ist durch eine Halbwertszeit von etwa 24 Stunden gekennzeichnet. Der unveränderte Wirkstoff wird nicht ausgeschieden. Ethinylestradiol-Metaboliten werden im Verhältnis von 4:6 über den Urin und die Galle ausgeschieden. Die Eliminationshalbwertszeit der Metaboliten beträgt etwa 1 Tag.
Steady-State-Bedingungen
Steady-State-Konzentrationen werden nach 3 bis 4 Tagen erreicht, wenn die Serumspiegel um ca. 30 bis 40 % höher sind als nach Verabreichung einer einmaligen Dosis.
5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit
Daten aus präklinischen Studien geben keinen Hinweis auf ein besonderes Risiko für den Menschen, wenn KHK gemäß den Empfehlungen angewendet werden. Präklinische Studien mit Ethinylestradiol und Desogestrel ergaben keine besonderen Gefahren für den Menschen, basierend auf konventionellen Studien zur wiederholten Dosistoxizität, Genotoxizität, zum kanzerogenen Potenzial und zur Reproduktionstoxizität.
Jedoch muss berücksichtigt werden, dass Sexualsteroide das Wachstum bestimmter hormonabhängiger Gewebe und Tumoren fördern können.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Tablettenkern
Lactose-Monohydrat
Vorverkleisterte Stärke (Mais)
Povidon K-30
all-rac-alpha-Tocopherolacetat (Ph.Eur.)
Stearinsäure (Ph.Eur.) [pflanzlich]
Hochdisperses Siliciumdioxid
Magnesiumstearat (Ph.Eur.) [pflanzlich]
Talkum
Filmüberzug
Hypromellose 2910, 6 mPa.s
Macrogol 400
6.2 Inkompatibilitäten
Nicht zutreffend.
6.3 Dauer der Haltbarkeit
30 Monate
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Faltschachtel mit dreilagigem Aluminiumbeutel, der eine durchsichtige PVC/Aclar-Aluminium-Blisterpackung mit 21 Filmtabletten sowie zwei Beutel mit je 1 g Silicagel-Trockenmittel enthält.
Packungsgrößen:
1 x 21 Filmtabletten
3 x 21 Filmtabletten
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu beseitigen.
7. INHABER DER ZULASSUNG
Aristo Pharma GmbH
Wallenroder Str. 8–10
13435 Berlin
Deutschland
Tel.: + 49 30 71094-4200
Fax: + 49 30 71094-4250
8. ZULASSUNGSNUMMER(N)
7022965.00.00
9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 03. Juli 2026
10. STAND DER INFORMATION
07/2026
11. VERKAUFSABGRENZUNG
Verschreibungspflichtig
