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Desmogalen Nasenspray – Fachinformation (SmPC) für Ärzte und Apotheker

Die Fachinformation richtet sich an Ärzte und Apotheker. Verständliche Hinweise für Patienten enthält der Beipackzettel: Einnahme, Nebenwirkungen, Andere Arzneimittel, Schwangerschaft und Stillzeit.

Aktualisiert:
Fakten
Status:
Verschreibungspflichtig
Stärke:
0.0904 mg/ml
Wirkstoff:
ATC-Gruppe:

Fachinformation - Desmogalen Nasenspray

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

DesmoGalen® Nasenspray

0,01 % Nasenspray, Lösung

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

1 ml Lösung enthält 100 Mikrogramm Desmopressinacetat 3 H2O entspr. 90,4 Mikrogramm Desmopressin.

1 Sprühstoß mit 0,1 ml enthält 10 Mikrogramm Desmopressinacetat 3 H2O.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1

3. DARREICHUNGSFORM

Nasenspray, Lösung

Klare, farblose und geruchlose Lösung

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

DesmoGalen Nasenspray als Antidiuretikum

  • zentraler Diabetes insipidus
  • traumatisch bedingte Polyurie und Polydipsie bei Vorliegen eines passageren ADH-Mangels nach Hypophysektomie, Operationen im Hypophysenbereich oder Schä-delhirntraumen

DesmoGalen Nasenspray als Diagnostikum

  • Kurztest zur Bestimmung der Nierenkonzentrationsfähigkeit
  • Differentialdiagnose des Diabetes insipidus

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

DesmoGalen Nasenspray als Antidiuretikum

Zentraler Diabetes insipidus sowie zentral traumatisch bedingte Polyurie und Poly-dipsie

Die Dosierung ist den individuellen Anforderungen anzupassen. Bei Kindern beträgt die durchschnittliche tägliche Dosis 10 Mikrogramm, bei Erwachsenen 10-20 Mikrogramm. Dosen von weniger als 10 Mikrogramm können mit DesmoGalen Na-senspray nicht verabreicht werden.

Sollten Anzeichen einer Wasserretention und/oder Hyponatriämie auftreten, muss die Behandlung unterbrochen und die Dosis angepasst werden.

Zur optimalen Einstellung der Dosis sollte die Menge und die Osmolalität des ausge-schiedenen Harns bestimmt werden.

Die Tagesdosis soll in 1 - 2 Dosen (morgens und, falls erforderlich, abends vor dem Zubettgehen) aufgeteilt werden.

TagesdosisAnzahl der Sprühstöße
Erwachsene10 – 20 Mikrogramm1 - 2
Kinder über 1 Jahr10 Mikrogramm1

Die Behandlung soll sich an zwei Parametern ausrichten: einer ausgewogenen Was-serbilanz und einer adäquaten Schlafdauer.

DesmoGalen Nasenspray als Diagnostikum

Kurztest zur Untersuchung der Nierenkonzentrationsfähigkeit und zur Differentialdiag-nose des Diabetes insipidus

DosisAnzahl der Sprühstöße
Erwachsene1 x 40 Mikrogramm4
Kinder über 1 Jahr1 x 20 Mikrogramm2
Kinder unter 1 Jahr1 x 10 Mikrogramm1

Art und Dauer der Anwendung

Zur nasalen Anwendung

Vor der Anwendung gründliche Reinigung der Nase (Schnäuzen). Schutzkappe ab-nehmen, Flasche senkrecht halten. Die Spitze des Ansaugschlauchs muss stets nach unten zeigen und in die Lösung eintauchen. Sprühöffnung in ein Nasenloch einführen und ein Mal pumpen. Ein Sprühstoß entspricht einer Dosis von 10 Mikrogramm. Ist ei-ne höhere Dosis verordnet, wird abwechselnd in jedes Nasenloch gesprüht. Während des Sprühvorgangs leicht durch die Nase einatmen. Nach Gebrauch Schutzkappe wieder aufsetzen und Flasche aufrecht lagern.

Vor der ersten Anwendung 4 – 5 Mal sprühen, bis ein gleichmäßiger Sprühnebel ent-steht.

Nach 50 Sprühstößen sollte die verbliebene Flüssigkeit nicht mehr benutzt werden, da der Ansaugschlauch möglicherweise nicht mehr in die Lösung eintaucht und somit ei-ne genaue Dosierung nicht mehr gewährleistet ist.

DesmoGalen Nasenspray als Antidiuretikum

Zentraler Diabetes insipidus sowie zentral traumatisch bedingte Polyurie und Poly-dipsie

Zu Beginn der Behandlung muss die optimale Dosierung vom Arzt individuell durch Bestimmung der Harnmenge und Harnosmolalität ermittelt werden. Bei nicht ausrei-chender Wirkung ist die Dosis zu erhöhen. Die Therapie sollte sich an zwei Parame-tern ausrichten: einer ausgewogenen Wasserbilanz und einer adäquaten Schlafdau-er.

DesmoGalen Nasenspray als Diagnostikum

Kurztest zur Untersuchung der Nierenkonzentrationsfähigkeit und zur Differentialdiag-nose des Diabetes insipidus

Der Kurztest dient sowohl zur Unterscheidung eines Diabetes insipidus von Polyurien anderer Genese als auch zur Bestimmung einer eingeschränkten Nierenkonzentrati-onsfähigkeit aufgrund von Harnwegsinfektionen (Zystitis, Pyelonephritis) sowie zur Früherkennung von tubulointerstitiellen Schädigungen etwa durch Lithium, Analgetika, Chemotherapeutika und Immunsuppressiva.

Der Kurztest wird vorzugsweise morgens durchgeführt. Die Trinkmenge sollte wäh-rend der ersten 12 Stunden nach Verabreichung des Arzneimittels eingeschränkt werden. Kinder unter 5 Jahren und Patienten mit Herzerkrankungen oder Bluthoch-druck sollten die Flüssigkeitsaufnahme auf die Hälfte reduzieren. Es wird empfohlen, die Blase direkt vor der Arzneimittelgabe zu leeren.

Vor Testbeginn und zweimal nach der Desmopressin-Gabe sollte die Osmolalität des Urins bestimmt werden. Der innerhalb der ersten Stunde gesammelte Urin wird ver-worfen. Die beiden nachfolgenden Urinproben werden vorzugsweise 2 und 4 Stunden nach der Desmopressin-Gabe abgenommen und deren Osmolalität ermittelt. Zur Be-stimmung der renalen Konzentrationsfähigkeit wird dann der höhere Wert mit dem Ausgangswert vor Testbeginn oder einem altersspezifischen Referenzwert (Erwach-sene 800 – 1000 mOsm/kg) verglichen.

Eine durch zentralen Diabetes insipidus bedingte Polyurie liegt vor, wenn die Uri-nosmolalität deutlich ansteigt und das Urinvolumen deutlich abnimmt. Erniedrigte Werte, ein fehlender oder nur geringer Anstieg der Urinosmolalität deuten auf eine eingeschränkte Nierenkonzentrationsfähigkeit hin.

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Desmopressin wurden in spezifischen Patienten-gruppen (mit eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion oder anderen Begleiterkran-kungen) nicht untersucht.

4.3 Gegenanzeigen

Desmopressin darf nicht angewendet werden bei:

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genann-ten sonstigen Bestandteile
  • primärer und psychogener Polydipsie oder Polydipsie bei Alkoholikern
  • schwerem klassischen von-Willebrand-Jürgens-Syndrom (Typ IIb), Patienten mit 5% Faktor-VIII-Aktivität, Faktor VIII-Antikörpern
  • Hyponatriämie
  • Herzinsuffizienz und anderen Erkrankungen, die eine Behandlung mit Diuretika er-fordern
  • leichter oder schwerer Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance unter 50 ml/min)
  • Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion, da dieses Syndrom mit durch Wasserre-tention bedingter Hyponatriämie assoziiert ist

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Desmopressin sollte mit Vorsicht angewendet werden:

  • bei der Behandlung junger und älterer Patienten
  • bei Störungen des Flüssigkeits- und/oder Elektrolythaushalts
  • bei Risiko einer intrakraniellen Druckerhöhung
  • bei Thromboseneigung
  • bei koronarer Herzkrankheit, Hypertonie

    Eine Schilddrüsen- oder Nebennierenrindeninsuffizienz sollte vor Behandlungsbeginn mit Desmopressin korrigiert werden, um das Auftreten einer Wasserretention oder Hyponatriämie zu vermeiden.

    DesmoGalen Nasenspray sollte mit besonderer Vorsicht bei Patienten mit zystischer Fibrose angewendet werden.

    Bei der Behandlung des zentralen Diabetes insipidus mit DesmoGalen Nasenspray kann eine schwere Hyponatriämie auftreten.

    Bei der intranasalen Anwendung können Veränderungen oder Erkrankungen der Na-senschleimhaut, wie z.B. Narbenbildung oder Ödeme, zu einer veränderten Absorpti-on führen. In diesen Fällen sollte DesmoGalen Nasenspray nicht angewendet werden.

    Um eine Wasserintoxikation zu vermeiden, sollte auf eine ausgewogene Wasserbilanz geachtet werden.

    Die Behandlung mit Desmopressin kann ohne gleichzeitige Einschränkung der Flüs-sigkeitsaufnahme zu einer Wasserretention und Hyponatriämie führen, die von Symp-tomen wie Gewichtszunahme, Kopfschmerzen, Übelkeit und Ödembildung begleitet sein kann. In schweren Fällen können Hirnödem, Krampfanfälle und Koma auftreten.

    Besonders Kinder und ältere Patienten (abhängig von ihrem Allgemeinzustand) haben ein erhöhtes Risiko für Wasser- und Elektrolytstörungen. Über ein Hirnödem wurde wiederholt berichtet bei sonst gesunden Kindern und jungen Erwachsenen, die wegen einer Enuresis nocturna mit Desmopressin behandelt wurden.

    Patienten sind darauf aufmerksam zu machen, dass eine übermäßige Flüssigkeits-aufnahme (auch während des Schwimmens) zu vermeiden ist, und dass bei Erbre-chen und Durchfall die Anwendung von Desmopressin so lange zu unterbrechen ist, bis sich der Flüssigkeitshaushalt wieder normalisiert hat.

    Die Gefahr von Hyponatriämie-bedingten Krampfanfällen kann auch durch Einhaltung der empfohlenen Anfangsdosierung und durch Vermeidung einer gleichzeitigen Ver-abreichung Vasopressin-sekretionsfördernder Substanzen minimiert werden (siehe 4.5).

    Zur Vermeidung einer Hyperhydratation und Hyponatriämie ist vor allem bei sehr jun-gen und älteren Patienten, bei Krankheiten mit instabiler Flüssigkeits- und Elektrolytbi-lanz oder bei erhöhtem intrakraniellen Druck vorsichtshalber die Flüssigkeitsaufnahme zu reduzieren.

    Eine mögliche Flüssigkeitsretention kann durch eine Gewichtskontrolle bzw. durch Messung des Plasma-Natriumspiegels bzw. der Plasma-Osmolalität überprüft werden. Eine Gewichtszunahme kann durch Überdosierung oder häufiger durch verstärkte Flüs-sigkeitsaufnahme verursacht sein.

    Nach dem diagnostischen Test auf Diabetes insipidus oder Nierenkonzentrationsfähigkeit ist eine Flüssigkeitsüberlastung zu vermeiden. Die Aufnahme von Flüssigkeit sollte nicht erzwungen werden, weder oral noch parenteral, und Patienten sollten nur so viel an Flüs-sigkeit zu sich nehmen, wie sie zur Löschung ihres Durstes benötigen.

    Die Prüfung der Nierenkonzentrationsfähigkeit bei Säuglingen und Kindern unter ei-nem Jahr sollte nur unter sorgfältig kontrollierten Bedingungen in einem Krankenhaus durchgeführt werden.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Bei gleichzeitiger Anwendung von Oxytocin ist mit einer Erhöhung des antidiureti-schen Effekts und einer Abschwächung der Uterusdurchblutung zu rechnen.

Clofibrat, Indometacin und Carbamazepin können die antidiuretische Wirkung von Desmopressin verstärken und so das Risiko einer Wasserretention erhöhen.

Glibenclamid und Lithium können den antidiuretischen Effekt von Desmopressin ab-schwächen.

Chlorpromazin, trizyklische Antidepressiva, selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer und NSAIDs können einen zusätzlichen antidiuretischen Ef-fekt auslösen und so das Risiko einer Wasserretention erhöhen.

Desmopressin kann den Effekt von Blutdruck steigernden Arzneimitteln erhöhen und den Effekt von Antihypertensiva abschwächen.

Bei gleichzeitiger Anwendung der o.g. Medikamente sollten der Blutdruck, der Plas-ma-Natriumspiegel und die Harnausscheidung überwacht werden.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Bisherige klinische Erfahrungen mit der nasalen Anwendung von Desmopressin wäh-rend der Schwangerschaft und Stillzeit ergaben keine Hinweise auf nachteilige Wir-kungen für Mutter oder Kind. Die ADH-Ersatztherapie mit Desmopressin in adäquater Dosierung kann während der Schwangerschaft durchgeführt werden.

Bei einer Verschreibung für schwangere Frauen ist besondere Vorsicht geboten. Eine Blutdrucküberwachung wird empfohlen.

Desmopressin wird bei Frauen nur in sehr geringen Mengen in die Muttermilch ausge-schieden.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Es wurden keine Studien über die Auswirkungen von DesmoGalen Nasenspray auf die Fahrtüchtigkeit und auf die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen, durchgeführt.

Desmopressin hat keine bekannte Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf die Fähig-keit, Maschinen zu bedienen.

4.8 Nebenwirkungen

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeiten zugrunde ge-legt:

Sehr häufig: ≥ 1/10

Häufig: ≥ 1/100, < 1/10

Gelegentlich: ≥ 1/1.000, < 1/100

Selten: ≥ 1/10.000, < 1/1.000

Sehr selten: < 1/10.000

Nicht bekannt Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen:

Selten: Hyponatriämie

Erkrankungen des Nervensystems:

Häufig: Kopfschmerzen

Selten: Hirnödem, hyponatriämische Krämpfe

Augenerkrankungen:

Häufig: Konjunktivitis

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraumes und Mediastinums:

Häufig: Nasale Kongestion, Epistaxis, Rhinitis

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts:

Häufig: Nausea, abdominale Krämpfe, Erbrechen

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes:

Sehr selten: allergische Reaktionen, Überempfindlichkeitsreaktionen (z.B. Pruritus, Exanthem, Fieber, Bronchospasmus, Anaphylaxie).

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort:

Häufig: Asthenie

Besonders nach übermäßiger Flüssigkeitsaufnahme kann es zu einer Wasserretenti-on mit folgenden Begleitsymptomen kommen: Gewichtszunahme, Hyponatriämie und in schweren Fällen Krämpfe, teilweise verbunden mit Bewusstseinseinschränkungen bis hin zu längerdauernder Bewusstlosigkeit. Dies gilt besonders für Kinder bis zu 1 Jahr oder ältere Patienten, unabhängig von ihrem Allgemeinzustand.

Herz- und Gefäßerkrankungen:

Aufgrund verstärkter Wasserrückresorption kann der Blutdruck steigen und es kann sich in einigen Fällen eine Hypertonie entwickeln. Bei Patienten mit einer koronaren Herzkrankheit kann es zu Angina pectoris kommen.

Diese Nebenwirkungen, außer den allergischen Reaktionen, können eventuell durch Dosisreduktion verhindert werden oder sich zurückbilden.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefor-dert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Die Symptome einer Überdosierung können bei folgenden Voraussetzungen auftre-ten:

  • die verabreichte Dosis ist zu hoch
  • zusammen oder kurz nach der Desmopressin-Gabe erfolgte eine übermäßige Flüssigkeitszufuhr
  • bei der intranasalen Anwendung lagen veränderte Resorptionsverhältnisse vor

Sie äußern sich durch eine Zunahme des Körpergewichts (Wasserretention), Kopf-schmerzen, Übelkeit, leichte Hypertonie, Tachykardie, Flush, gastrointestinale Krampfanfälle und in schweren Fällen Hirnödem, generalisierte Krämpfe und Koma (Wasserintoxikation).

Eine Überdosierung kann insbesondere bei der unvorsichtigen Einstellung von Klein-kindern auftreten.

Im Falle einer Überdosierung sollte in Abhängigkeit vom Schweregrad die Dosis ver-ringert, der Abstand der Einzelgaben vergrößert oder das Arzneimittel abgesetzt wer-den. Bei Hirnödem ist eine sofortige Einweisung zur Intensivtherapie notwendig, Krämpfe im Kindesalter bedürfen ebenfalls Intensivmaßnahmen. Es existiert kein spezielles Antidot für Desmopressin. Ist die Induktion einer Diurese angezeigt, können Saluretika wie z.B. Furosemid, unter gleichzeitigen Serum-Elektrolytkontrollen einge-setzt werden.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Hypophysenhinterlappenhormone, Vasopressin und Analoga

ATC-Code: H01BA02

Desmopressin ist ein synthetisches Analog zum natürlichen, humanen Hypophysen-hinterlappenhormon L-Arginin-Vasopressin und unterscheidet sich von diesem che-misch dadurch, dass die Aminogruppe des Cysteins in Position 1 entfernt und das L-Arginin durch das stereoisomere D-Arginin ausgetauscht ist. Durch diese Veränderun-gen geht die vasopressorische Wirkung des Moleküls weitgehend verloren, während die antidiuretische Wirkung um ein Vielfaches gesteigert und prolongiert wird.

Desmopressin erhöht in den distalen Nierentubuli und den Sammelrohren der Niere die Permeabilität für Wasser und damit die Wasserrückresorption aus dem Primär-harn.

Bei der intranasalen Applikation von Desmopressin variiert die zur Kontrolle des Dia-betes insipidus erforderliche Dosis bei den einzelnen Patienten erheblich.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Nach intranasaler Gabe von Desmopressin wird die maximale Plasmakonzentration nach ca. 50 min erreicht. Die antidiuretische Wirkung setzt bereits nach 15 min ein und hält dosisabhängig 6 - 24 Stunden an.

Die Plasmahalbwertszeit beträgt 2 - 3 Stunden. Desmopressin wird über die Nieren ausgeschieden.

Die systemische Bioverfügbarkeit von Desmopressin beträgt nach intranasaler Appli-kation ungefähr 10 % der verabreichten Dosis.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Präklinische Daten lassen kein besonderes Risiko für Menschen auf der Grundlage konventioneller Studien zur Sicherheitspharmakologie, Genotoxizität und Reprodukti-onstoxizität erkennen.

Es wurden sowohl eine Einschränkung der Nierenfunktion mit Erhöhung des Serum-kreatinins als auch eine hyaline Degeneration der Tubulusepithelien in Ratten bei ei-ner täglichen Dosis von 47,7 Mikrogramm / kg Körpergewicht gezeigt, d.h. bei einer Exposition, die als ausreichend weit über der maximalen Exposition des Menschen angesehen wird. Die Veränderungen waren nach Beendigung der Behandlung mit Desmopressin reversibel.

Untersuchungen zu karzinogenen Eigenschaften sind nicht verfügbar.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Natriumchlorid, Citronensäure-Monohydrat, Natriummonohydrogenphosphat-Dihydrat (Ph.Eur.), gereinigtes Wasser

6.2 Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

2 Jahre

Nach erstem Gebrauch: 4 Wochen bei Aufbewahrung nicht über 25 °C

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen. DesmoGalen Nasenspray soll im Kühlschrank zwischen 2 °C – 8 °C gelagert werden.

Nach dem ersten Gebrauch sollte DesmoGalen Nasenspray nicht über 25 °C aufbe-wahrt werden.

Das Dosierspray sollte aufrecht gelagert werden.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Braunglasflasche der Klasse I mit einer aufgesetzten Dosierpumpe, bestehend aus Polypropylen- und Polyethylenkomponenten sowie einer Stahlfeder.

5 ml (N2)

3 x 5 ml

4 x 5 ml (N3)

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in Verkehr gebracht.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Keine besonderen Anforderungen für die Beseitigung.

Zur Handhabung des Sprays wird auf Abschnitt 4.2 verwiesen.

7. INHABER DER ZULASSUNG

GALENpharma GmbH

Wittland 13, 24109 Kiel, Deutschland

Postfach 3764, 24036 Kiel, Deutschland

8. ZULASSUNGSNUMMER

38418.00.00

9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG / VERLÄNGERUNG DER ZULAS-SUNG

01.06.1999 / 31.01.2005

10. STAND DER INFORMATION

Mai 2025

11. VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

Über dieses Dokument

Quelle: BfArM – Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (AMIce) · Zulassungsnummer: 38418.00.00 · ENR 2138418

Stand der Information laut Text: 05/2025

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Die Informationen auf dieser Website ersetzen nicht den Rat eines Arztes oder Apothekers.

Fakten zu Desmogalen Nasenspray

Rezeptpflicht
Verschreibungspflichtig?
  • Sie erhalten das Arzneimittel nur mit einem ärztlichen Rezept in der Apotheke.
  • Rechtsgrundlage laut BfArM: verschreibungspflichtig gemäß § 48(1),(2)2 AMG.
Wirkstoff Desmopressin 0.0904 mg/ml
Darreichungsform Nasenspray
Art der Anwendung Nasale Anwendung
Sonstige Bestandteile Natriumchlorid, Salzsäure 10%, Wasser für Injektionszwecke
Packungsgrößen 5 ml, 15 ml, 20 ml
Haltbarkeit 2 Jahre (ungeöffnete Packung)
Lagerung um den Inhalt vor Licht zu schützen; Nicht über +25°C; In Originalverpackung aufbewahren; Nicht über +25°C; um den Inhalt vor Licht zu schützen; In Originalverpackung aufbewahren
Fälschungsschutz Ja – die Packung trägt einen individuellen Code und einen Erstöffnungsschutz (securPharm), die Apotheke prüft die Echtheit
ATC-Klassifikation
  1. H Systemische Hormonpräparate, exkl. Sexualhormone und Insuline
    1. H01 Hypophysen- und Hypothalamushormone und Analoga
      1. H01B Hypophysenhinterlappenhormone
        1. H01BA Vasopressin und Analoga
          1. H01BA02 Desmopressin
Zulassung 38418.00.00, seit 02.06.1999, verlängert 27.02.2004; Verfahren der gegenseitigen Anerkennung (EU)
Pharmazeutischer Unternehmer GALENpharma GmbH, 24109 Kiel
Hersteller (Freigabe) MoNo chem-pharm Produkte GmbH (BS 1)
Risikoverfahren
1 Verfahren zur Arzneimittelsicherheit+
  • Desmopressin-haltige Nasensprays (der Fa. GALENpharma GmbH): Hyponatriämie und Wasserintoxikation (abgeschlossen 20.04.2017)
Frühere Namen Desmogalen Spray (ab 01.06.1999)
PZN 00601573, 18023266, 01072734

Quelle: BfArM, Arzneimittel-Informationssystem AMIce (ENR 2138418), Datensatz vom 15.09.2026. Angaben ohne Gewähr – fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke.