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Eribulin AqVida 0,44 mg/ml Injektionslösung – Beipackzettel, Nebenwirkungen, Dosierung

Aktualisiert:
Fakten
Status:
Verschreibungspflichtig
Stärke:
0,44 mg/ml
Wirkstoff:
ATC-Gruppe:

Beipackzettel, Nebenwirkungen, Wirkung, Anwendungsgebiete - Eribulin AqVida 0,44 mg/ml Injektionslösung (AqVida GmbH)

1. Was ist Eribulin AqVida und wofür wird es angewendet?

Eribulin AqVida enthält den Wirkstoff Eribulin und ist ein Arzneimittel gegen Krebs, das Wachstum und Ausbreitung von Krebszellen stoppt.

Es wird eingesetzt bei Erwachsenen, wenn mindestens eine andere Chemotherapie zur Behandlung von lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs (d. h. ein Brustkrebs, der sich über den ursprünglichen Tumor hinaus ausgebreitet hat) angewandt wurde, aber keine Wirkung mehr zeigt.

Es wird ferner eingesetzt bei Erwachsenen zur Behandlung des fortgeschrittenen oder metastasierten Liposarkoms (eine Krebsart, die im Fettgewebe entsteht), wenn bereits ein Therapieversuch unternommen wurde, die vorangegangene Therapie aber keine Wirkung mehr zeigt.

2. Was sollten Sie vor der Anwendung von Eribulin AqVida beachten?

Eribulin AqVida darf nicht angewendet werden,

  • wenn Sie allergisch gegen Eribulinmesilat oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.
  • wenn Sie stillen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder dem medizinischen Fachpersonal, bevor Sie Eribulin AqVida anwenden,

  • wenn Sie Probleme mit der Leber haben.
  • wenn Sie Fieber oder eine Infektion haben.
  • wenn Sie an Taubheitsgefühl, Kribbeln, Prickeln, Berührungsempfindlichkeit oder Muskelschwäche leiden.
  • wenn Sie Herzprobleme haben.

Wenn Sie eines dieser Symptome betrifft, informieren Sie Ihren Arzt, der die Behandlung eventuell beendet oder die Dosis senkt.

Kinder und Jugendliche

Kinder im Alter von 0 bis 18 Jahren dürfen mit diesem Arzneimittel nicht behandelt werden, weil es bei ihnen nicht wirkt.

Anwendung von Eribulin AqVida zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.

Schwangerschaft, Stillzeit und Fortpflanzungsfähigkeit

Eribulin AqVida kann schwerwiegende Geburtsfehler verursachen und sollte nicht angewendet werden, wenn Sie schwanger sind, es sei denn, es wird für unbedingt notwendig erachtet, und es wurden alle Risiken für Sie und das Baby sorgfältig abgewogen. Bei Männern kann das Arzneimittel nach der Anwendung zu bleibenden Fruchtbarkeitsstörungen führen und sie sollten mit ihrem Arzt darüber sprechen, bevor die Behandlung begonnen wird. Frauen im gebärfähigen Alter müssen eine hoch wirksame Empfängnisverhütungsmethode während der Behandlung mit Eribulin AqVida und für 7 Monate nach der Behandlung anwenden.

Eribulin AqVida darf während der Stillzeit nicht angewendet werden, weil eine Gefährdung des Babys möglich ist.

Männer mit Partnerinnen im gebärfähigen Alter sollten darauf hingewiesen werden, dass sie während der Behandlung mit Eribulin AqVida kein Kind zeugen dürfen. Männer müssen während der Behandlung mit Eribulin AqVida sowie für 4 Monate nach der Behandlung eine wirksame Verhütungsmethode anwenden.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Eribulin AqVida kann Nebenwirkungen wie Müdigkeit (sehr häufig) und Schwindel (häufig) verursachen. Sie dürfen kein Fahrzeug führen oder Maschinen bedienen, wenn Sie müde sind oder es Ihnen schwindelig ist.

Eribulin AqVida enthält Ethanol (Alkohol)

Dieses Arzneimittel enthält 79 mg Alkohol (Ethanol) pro 2 ml Injektionslösung entsprechend 40 mg/ml. Die Menge in 2 ml Injektionslösung dieses Arzneimittels entspricht weniger als 2 ml Bier oder 1 ml Wein.

Die geringe Alkoholmenge in diesem Arzneimittel hat keine wahrnehmbaren Auswirkungen.

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro 1 ml Injektionslösung, d.h., es ist nahezu „natriumfrei“.

3. Wie ist Eribulin AqVida anzuwenden?

Eribulin AqVida wird Ihnen von einem qualifizierten Angehörigen eines Gesundheitsberufes für eine Dauer von 2 bis 5 Minuten intravenös gegeben. Die Dosis, die Sie erhalten, richtet sich nach Ihrer Körperoberfläche (ausgedrückt in Quadratmetern bzw. m2) und wird nach Ihrem Körpergewicht und Ihrer Körpergröße berechnet. Die übliche Dosis Eribulin AqVida beträgt 1,23 mg/m2, aber diese Dosis kann von Ihrem Arzt entsprechend den Ergebnissen Ihrer Blutuntersuchung oder anhand anderer Faktoren angepasst werden. Um zu gewährleisten, dass die gesamte Dosis Eribulin AqVida gegeben wurde, empfiehlt es sich, nach der Gabe von Eribulin AqVida Kochsalzlösung zum Nachspülen in die Vene einlaufen zu lassen.

Wie häufig wird Ihnen Eribulin AqVida gegeben werden?

Eribulin AqVida wird Ihnen in der Regel an Tag 1 und 8 eines 21-Tage-Zyklus gegeben. Ihr Arzt wird festlegen, wie viele Behandlungszyklen Sie erhalten sollen. Je nach den Ergebnissen Ihrer Blutuntersuchungen muss der Arzt die Gabe des Arzneimittels unter Umständen hinauszögern, bis sich die Ergebnisse der Blutuntersuchungen wieder normalisiert haben. Der Arzt kann auch beschließen, Ihre Dosis zu senken.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt.

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Wenn eines der folgenden schwerwiegenden Symptome bei Ihnen auftritt, brechen Sie die Anwendung von Eribulin AqVida ab und suchen Sie sofort einen Arzt auf:

  • Fieber mit Herzrasen, schneller flacher Atmung, kalter, blasser, schweißiger oder fleckiger Haut und/oder Verwirrtheit. Dies können Anzeichen einer Erkrankung namens Sepsis sein, d. h. einer ernstzunehmenden, schwerwiegenden Reaktion auf eine Infektion. Eine Sepsis kann gelegentlich auftreten (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen) und sie kann lebensbedrohlich werden und zum Tod führen.
  • Jede Atemnot oder das Anschwellen von Gesicht, Mund, Zunge oder Rachen. Dies könnten Anzeichen einer gelegentlich auftretenden allergischen Reaktion sein (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen).
  • Schwerwiegende Hautausschläge mit Blasenbildung auf der Haut sowie im Bereich von Mund, Augen und Genitalien. Sie können Anzeichen einer Erkrankung sein, die als Stevens-Johnson-Syndrom oder toxische epidermale Nekrolyse bezeichnet wird. Die Häufigkeit dieser Erkrankung ist nicht bekannt, aber sie kann lebensbedrohlich werden.

Weitere Nebenwirkungen:

Sehr häufige Nebenwirkungen (können mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen) sind:

  • Abnahme der weißen oder roten Blutkörperchen
  • Müdigkeit oder Schwäche
  • Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung, Durchfall
  • Taubheitsgefühl, Kribbeln oder Prickeln
  • Fieber
  • Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust
  • Atemnot, Husten
  • Gelenk-, Muskel- und Rückenschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Haarausfall

Häufige Nebenwirkungen (können bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen) sind:

  • Abnahme der Blutplättchen (mit daraus resultierenden Blutergüssen oder verlängerter Zeit bis zum Stillen einer Blutung)
  • Infektion mit Fieber, Lungenentzündung, Schüttelfrost
  • Schneller Herzschlag, Hitzewallung
  • Schwindel, Gleichgewichtsstörungen
  • Verstärkte Tränenbildung, Konjunktivitis (Rötung und Reizung der Augenoberfläche), Nasenbluten
  • Dehydratation, Mundtrockenheit, Fieberbläschen, weißer Mundbelag (Mundsoor), Verdauungsstörungen, Sodbrennen, Bauchschmerzen oder -schwellung
  • Weichgewebeschwellung, Schmerzen (insbesondere Brust-, Rücken und Knochenschmerzen), Muskelkrämpfe oder -schwäche)
  • Mund-, Atemwegs- und Harnwegsinfektionen, schmerzhaftes Wasserlassen
  • Halsentzündung, entzündete oder laufende Nase, grippeähnliche Symptome, Halsschmerzen
  • Abnormale Leberfunktionswerte, veränderte Zucker-, Bilirubin-, Phosphat-, Kalium-, Magnesium- oder Kalziumspiegel im Blut
  • Schlaflosigkeit, Depression, Geschmacksveränderung
  • Hautausschlag, Juckreiz, Nagelerkrankungen, trockene oder gerötete Haut
  • Übermäßige Schweißausbrüche (einschließlich Nachtschweiß)
  • Ohrenklingeln
  • Blutgerinnsel in der Lunge
  • Gürtelrose
  • Hautschwellung und Taubheit von Händen und Füßen

Gelegentliche Nebenwirkungen (können bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen) sind:

  • Blutgerinnsel
  • Abnormale Leberfunktionswerte (Hepatotoxizität)
  • Nierenversagen, Blut oder Protein im Urin
  • Ausgedehnte Lungenentzündung, die zu Narbenbildung führen kann
  • Bauchspeicheldrüsenentzündung
  • Mundschleimhautgeschwüre

Seltene Nebenwirkungen (können bis zu 1 von 1000 Behandelten betreffen) sind:

  • Eine schwerwiegende Blutgerinnungsstörung, die zur verbreiteten Entstehung von Blutgerinnseln und inneren Blutungen führt

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder das medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden können.

5. Wie ist Eribulin AqVida aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton nach „verwendbar bis” und dem auf der Durchstechflasche nach „verw. bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Wenn Eribulin AqVida zur Herstellung einer Infusionslösung verdünnt wird, sollte die verdünnte Lösung sofort verwendet werden. Wird die verdünnte Lösung nicht sofort verwendet, sollte sie bei 15 bis 25°C oder bei 2 bis 8°C und nicht länger als 28 Tage gelagert werden.

Wenn unverdünnte Eribulin AqVida-Lösung in eine Spritze gefüllt wurde, sollte diese bei 15 bis 25°C nicht länger als 48 Stunden oder bei 2 bis 8°C nicht länger als 96 Stunden gelagert werden.

Entsorgen Sie Arzneimittel niemals über das Abwasser (z.B. nicht über die Toilette oder das Waschbecken) oder Haushaltsabfall. Fragen Sie in Ihrer Apotheke, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei. Weitere Informationen finden Sie unter www.bfarm.de/arzneimittelentsorgung.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Eribulin AqVida enthält

  • Der Wirkstoff ist Eribulin. 1 ml enthält Eribulinmesilat entsprechend 0,44 mg Eribulin. Jede 2-ml-Durchstechflasche enthält Eribulinmesilat entsprechend 0,88 mg Eribulin.
  • Die sonstigen Bestandteile sind Ethanol und Wasser für Injektionszwecke sowie Salzsäure (0,03%) (zur pH-Wert-Einstellung) und Natriumhydroxid-Lösung (0,04%) (zur pH-Wert-Einstellung).

Wie Eribulin AqVida aussieht und Inhalt der Packung

Eribulin AqVida ist eine klare, farblose, wässrige Injektionslösung in Durchstechflaschen aus Glas, die 2 ml Lösung enthalten.

Packung mit 1 Durchstechflasche mit 2 ml Injektionslösung

Packung mit 6 Durchstechflaschen mit je 2 ml Injektionslösung

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer

AqVida GmbH

Kaiser-Wilhelm-Straße 89

20355 Hamburg

Deutschland

Hersteller

AqVida GmbH

Werkstraße 21

23942 Dassow

Deutschland

AqVida GmbH

Kaiser-Wilhelm-Straße 89

20355 Hamburg

Deutschland

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im März 2026.

Über dieses Dokument

Quelle: BfArM – Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (AMIce) · Zulassungsnummer: 7018396.00.00 · ENR 7018396

Stand der Information laut Text: 03/2026

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Die Informationen auf dieser Website ersetzen nicht den Rat eines Arztes oder Apothekers.

Fakten zu Eribulin AqVida 0,44 mg/ml Injektionslösung (AqVida GmbH)

Rezeptpflicht
Verschreibungspflichtig?
  • Sie erhalten das Arzneimittel nur mit einem ärztlichen Rezept in der Apotheke.
  • Rechtsgrundlage laut BfArM: verschreibungspflichtig gemäß § 48(1),(2)2 AMG.
Wirkstoff Eribulin 0,44 mg/ml
Darreichungsform Injektion
Art der Anwendung Intravenöse Anwendung
Art des Arzneimittels Chemisches Arzneimittel
Sonstige Bestandteile Ethanol, Wasser für Injektionszwecke, Salzsäure x%, Natriumhydroxid-Lösung (%-Angaben)
Packungsgrößen 2 ml, 12 ml
Haltbarkeit 3 Jahre (ungeöffnete Packung)
Lagerung Lagerung und Transport: Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich
Fälschungsschutz Ja – die Packung trägt einen individuellen Code und einen Erstöffnungsschutz (securPharm), die Apotheke prüft die Echtheit
ATC-Klassifikation
  1. L Antineoplastische und immunmodulierende Mittel
    1. L01 Antineoplastische Mittel
      1. L01X Andere antineoplastische Mittel
        1. L01XX Andere antineoplastische Mittel
          1. L01XX41 Eribulin
Zulassung 7018396.00.00, seit 17.06.2025; nationales Verfahren (Deutschland)
Pharmazeutischer Unternehmer AqVida GmbH, 20355 Hamburg
Hersteller (Freigabe) AqVida GmbH (BS 2), AqVida GmbH Produktionsstätte Dassow Zweigniederlassung, AqVida GmbH
PZN 19441190, 19441215, 19441244, 19862069

Quelle: BfArM, Arzneimittel-Informationssystem AMIce (ENR 7018396), Datensatz vom 17.06.2026. Angaben ohne Gewähr – fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke.