Fachinformation - Erythrozytenkonzentrat leukozytendepletiert (KR)
1. Identifizierung des Arzneimittels
- a) Bezeichnung
Erythrozytenkonzentrat leukozytendepletiert (KR)
- b) Stoffgruppe
Blutzubereitung, Erythrozyten zur Transfusion
2. Anwendungsgebiete
sind akute und chronische Anämien. Für die Indikation zur Erythrozytentransfusion lassen sich keine universell anwendbaren unteren Grenzwerte für Hämoglobin oder
Hämatokrit festlegen. Die Ursache der Anämie soll möglichst geklärt werden und, falls möglich, eine kausale Therapie eingeleitet werden. Die Entscheidung für die
Transfusion von Erythrozyten oder für eine andere, gleichwertige Therapie ist abhängig vom klinischen Gesamtzustand des Patienten.
3. Informationen zur Anwendung
- a) Gegenanzeigen
Absolut:
- Kontraindikationen sind nicht bekannt.
Relativ:
Bei potentiellen Empfängern eines Stammzelltransplantats ist die Gabe von
Erythrozytenkonzentraten des Transplantatspenders oder Blutsverwandten des Transplantatspenders vor der Transplantation unbedingt zu vermeiden.
Bekannte Überempfindlichkeiten des Empfängers gegen nicht erythrozytäre
und plasmatische Blutbestandteile sind zu beachten.
- Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Erythrozytenkonzentrate werden AB0-gleich und sollten Rh(D)-kompatibel über ein
Transfusionsgerät mit Standardfilter der Porengröße 170 bis 230 μm transfundiert werden. In zu dokumentierenden Ausnahmefällen können auch sog. „majorkompatible“
Präparate transfundiert werden. Vor der Gabe von Erythrozytenkonzentraten
ist eine Kreuzprobe durchzuführen.
Unmittelbar vor der Transfusion ist ein AB0-Identitätstest (Bedside-Test) am Empfängerblut vorzunehmen.
Bei der Verabreichung sind die Zufuhrgeschwindigkeit und die Temperatur der
Erythrozytenkonzentrate zu beachten. Die Transfusionsgeschwindigkeit muss dem klinischen Zustand des Patienten angepasst werden. Eine Erwärmung gekühlter
Erythrozytenkonzentrate ist in der Regel nicht erforderlich, Ausnahmen sind z.B.
Massivtransfusionen und das Vorliegen von Kälteagglutininen. Zur Bluterwärmung dürfen nur für diesen Zweck geeignete Geräte eingesetzt werden.
Zur Vermeidung einer Graft-versus-Host-Reaktion sollen folgenden, besonders gefährdeten Patienten ausschließlich mit mindestens 25 Gy bestrahlte Erythrozytenkonzentrate transfundiert werden:
- Föten (intrauterine Transfusion)
- Neugeborenen nach intrauterinen Transfusionen
- Patienten bei Verdacht auf schwere angeborene Immundefizienz
- Neugeborenen bei postpartaler Austauschtransfusion
- Patienten mit schweren T-Zell-Defektsyndromen (z.B. SCID)
Patienten bei allogener Transplantation hämatopoetischer Stammzellen (aus
peripherem Blut, Knochenmark oder Nabelschnurblut)
- Patienten mit M. Hodgkin Lymphom
- Patienten unter Therapie mit Purin-Analoga (z.B. Fludarabin, Cladribin, Deoxycoformycin)
- Patienten 7 – 14 Tage vor autologer Stammzellentnahme
- Patienten bei autologer Stammzelltransplantation
- Patienten, die ein Erythrozytenkonzentrat eines Blutsverwandten erhalten
Hämato-onkologische Patienten unter Therapie mit Antithymozytenglobulin
(ATG) oder Alemtuzumab (anti-CD52)
Empfohlen wird die Verwendung von bestrahlten Erythrozytenkonzentraten für:
- Patienten mit schwächeren Formen angeborener Immundefizienz
Patienten nach allogener Transplantation hämatopoetischer Stammzellen bis
zur Immunrekonstitution bzw. mindestens 6 Monate nach der Transplantation sowie Patienten bis 3 Monate nach autologer Transplantation hämatopoetischer
Stammzellen (bei Ganzkörperbestrahlung 6 Monate)
Patienten mit Graft-versus-Host-Reaktion oder andauernder immunsuppressiver
Therapie nach allogener Transplantation hämatopoetischer Stammzellen
Neben der Leukozytendepletion des Erythrozytenkonzentrates kann eine zusätzliche
Testung auf Anti-CMV-Antikörper bzw. CMV-DNA zur Vermeidung einer CMVInfektion in besonders gefährdeten Patientengruppen (s. u.) durchgeführt werden.
Nach derzeitigem Kenntnisstand ist unklar, ob die Verwendung CMV ausgewählter
Blutspenden das Risiko einer transfusionsassoziierten CMV Infektion vermindert
(s. Querschnitts-Leitlinien).
Eine CMV-Infektion kann bei
- Föten
- Frühgeborenen
- Patienten mit erworbenen (AIDS) oder angeborenen Immundefekten
- Organ- und Stammzelltransplantierten
zu schweren Erkrankungen führen.
- c)
Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln, soweit sie die Wirkungsweise
des Arzneimittels beeinflussen können und Hauptinkompatibilitäten
Wechselwirkungen mit anderen Mitteln sind nicht bekannt. Wegen der Gefahr der hypotonen Lyse dürfen keine hypotonen Lösungen, wegen der Gefahr von Gerinnselbildungen dürfen keine kalziumhaltigen Lösungen gleichzeitig in demselben
Schlauchsystem gegeben werden. Die Beimischung von Medikamenten zum
Erythrozytenkonzentrat ist nicht zulässig.
- d) Verwendung für besondere Personengruppen
Bei Rh (D)-negativen Mädchen und Frauen im gebärfähigen Alter ist die Transfusion von Rh (D)-positiven Erythrozytenkonzentraten mit Ausnahme von lebensbedrohlichen
Situationen unbedingt zu vermeiden. Die Transfusion von Rh (D)-positiven
Erythrozytenkonzentraten in Rh (D)-negative Patienten lässt sich wegen des
Mangels an Rh (D)-negativem Blut nicht immer vermeiden, sollte aber nur in Betracht gezogen werden, wenn es sich um Männer oder um Frauen im nicht gebärfähigen
Alter handelt. In solchen Fällen ist stets eine serologische Nachuntersuchung
2 bis 4 Monate nach Transfusion zur Feststellung eventuell gebildeter Anti-
D-Antikörper durchzuführen.
Schwangerschaft und Stillzeit: Bei bestimmungsgemäßem Gebrauch bestehen keine Einwände.
Bei Früh- und Neugeborenen sollten unter bestimmten Bedingungen (z. B. Austauschtransfusion, Massivtransfusion, extrakorporale Lungenunterstützung) kurz gelagerte Erythrozytenkonzentrate verwendet werden.
Auswirkung auf Kraftfahrer und die Bedienung von Maschinen: Nach der Transfusion von Erythrozytenkonzentraten sollte eine Ruhepause von mindestens 1/2
Stunde eingehalten werden.
- e) Warnhinweise
sind nicht angeordnet.
4. Hinweise zur ordnungsgemäßen Anwendung
- a) Dosierung
Bei einem normalgewichtigen Erwachsenen ohne gesteigerten Erythrozytenumsatz ist nach Übertragung eines Erythrozytenkonzentrates mit einem Anstieg des
Hämoglobinwertes um etwa 10 g/l (1g/dl bzw. 0,62 mmol/l) bzw. des Hämatokritwertes um etwa 0,03 (3 %) zu rechnen. Bei Patienten mit Immunhämolyse ist der
Hb-Anstieg entsprechend dem Schweregrad der Erkrankung reduziert. Bei akuten
Anämien infolge Blutverlustes ist in Abhängigkeit von diesem zu dosieren. Hierbei ist unter Umständen eine zusätzliche, dem Einzelfall sachgerecht angepasste Volumensubstitution notwendig.
- b) Art der Anwendung
zur i.v. Infusion
- c) Häufigkeit der Verabreichung
nach Indikationsstellung
- d) Dauer der Behandlung
nach Indikationsstellung
- e) Überdosierung
Eine Hypervolämie sowie eine Polyglobulie können bei nicht sachgerechter Dosierung und Infusionsgeschwindigkeit auftreten.
- f) Notfallmaßnahmen
Treten Unverträglichkeiten auf, so ist die Transfusion unverzüglich abzubrechen, der Venenzugang jedoch offen zu halten und eine Behandlung, der Schwere der
Symptome gemäß, nach den aktuellen Regeln der Notfalltherapie einzuleiten.
5. Nebenwirkungen
Hämolytische Transfusionsreaktionen können als hämolytische Sofortreaktionen
während oder kurz nach der Transfusion von Erythrozytenkonzentraten
auftreten. Häufigste Ursachen sind eine AB0-Inkompatibilität sowie bereits vor der Transfusion vorhandene, hämolytisch wirksame starke (irreguläre) Alloantikörper.
- Anaphylaktische Reaktionen bei Empfängern mit angeborenem IgA-Mangel
Verzögerte hämolytische Reaktionen können nach Ablauf mehrerer Tage bis
zu vier Wochen nach zunächst unauffälliger Erythrozytentransfusion auftreten.
- Bei Patienten mit Hämoglobinopathien kann eine hyperhämolytische Transfusionsreaktion auftreten.
Febrile, nicht-hämolytische Transfusionsreaktionen in unmittelbarem zeitlichem
Zusammenhang mit der Transfusion
Urtikarielle Hautreaktionen und andere akute allergische und anaphylaktoide
Reaktionen
- Posttransfusionelle Purpura
- Transfusionsassoziierte akute Lungeninsuffizienz (TRALI)
Eine transfusionsbedingte Hyperkaliämie kann bei Frühgeborenen, anurischen
Empfängern und nach Notfall- und Massivtransfusionen vorkommen.
- Eine sekundäre Hämosiderose kann bei Langzeitsubstitution auftreten.
Insbesondere bei hohen Transfusionsgeschwindigkeiten und Transfusionsvolumina
kann es zur Volumenüberlastung des Kreislaufs (Hypervolämie, transfusionsassoziierte zirkulatorische Überladung) kommen.
Insbesondere unter der Therapie mit ACE-Hemmern kann es zu einer hypotensiven
Transfusionsreaktion kommen.
Bei Massivtransfusionen von nicht erwärmten Erythrozytenkonzentraten kann
eine transfusionsinduzierte Hypothermie auftreten.
Graft-versus-Host-Reaktion bei immunsupprimierten Patienten nach Übertragung
proliferationsfähiger Lymphozyten
Das Risiko einer bakteriellen Kontamination lässt sich nicht mit letzter Sicherheit
ausschließen.
Bei der Anwendung von aus menschlichem Blut hergestellten Arzneimitteln ist
die Übertragung von Infektionserregern - auch bislang unbekannter Natur - nicht völlig auszuschließen. Dies gilt z.B. für Hepatitisviren, seltener für HIV. Eine
Übertragung von Parasiten wie z. B. Malariaerregern ist grundsätzlich möglich.
Im Vereinigten Königreich Großbritannien und Nordirland wurde über Einzelfälle
berichtet, in denen bei Empfängern von Transfusionen, deren Spender später an der varianten Creutzfeldt-Jakob Krankheit (vCJK) erkrankten, ebenfalls der
„Erreger“ (so genannte Prionen) nachgewiesen wurde. Bei der vCJK handelt es sich um eine in Deutschland bislang nicht beobachtete Erkrankung, die durch den Verzehr von bestimmten Nahrungsmitteln aus BSE-kranken Rindern erworben werden kann.
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-
Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel, Paul-Ehrlich-Institut, Paul-
Ehrlich-Straße 51 – 59, 63225 Langen, Telefon +49 6103-773116, Telefax: +49
6103-771268, Website: www.pei.de bzw. www.pei.de/haemovigilanz-formulare,
E-Mail: pharmakovigilanz2@pei.de anzuzeigen.
Patienten sind darüber zu informieren, dass sie sich an Ihren Arzt oder das medizinische Fachpersonal wenden sollen, wenn sie Nebenwirkungen bemerken.
Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Gebrauchsinformation und
Fachinformation angegeben sind. Patienten können Nebenwirkungen auch direkt dem Paul-Ehrlich-Institut anzeigen. Indem Patienten Nebenwirkungen melden, können sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.
6. Pharmakologische Eigenschaften
Die wirksamen Bestandteile von Erythrozytenkonzentraten sind morphologisch und funktionell intakte Erythrozyten, die als Träger des Hämoglobins für die Aufnahme, den Transport und die Abgabe der Atemgase verantwortlich sind. Als Folge der
Lagerung kommt es zu zunehmender Rigidität der Erythrozyten sowie zu funktionellen
Veränderungen, wie der Abnahme des ATP- und 2,3 DPG-Gehalts sowie
der Freisetzung von Inhaltstoffen, wie z.B. Kalium, LDH und Hb. Nach Transfusion tritt im Organismus des Empfängers eine weitgehende Rekonstitution der Erythrozytenfunktion ein. Durch die Leukozytendepletion auf < 1 x 106 Leukozyten pro
Standardpackung wird das Risiko einer Immunisierung gegen humane leukozytäre
Alloantigene (HLA) stark vermindert.
Erythrozytenkonzentrate enthalten weder körpereigene Stoffe in unphysiologischer
Konzentration noch körperfremde Stoffe, mit Ausnahme von Mannitol. Mannitol weist in der niedrigen Konzentration als Zusatz der Additivlösung im Erythrozytenkonzentrat keine relevanten Eigenwirkungen auf. Es ist auch für Sonderfälle der Erythrozytentransfusion wie Massivtransfusionen, bei Föten, Früh- und Neugeborenen sowie bei anurischen Patienten unbedenklich in der vorliegenden Konzentration.
Es liegen keine Berichte über Mannitol-assoziierte unerwünschte Reaktionen bei der Erythrozytentransfusion vor.
7. Weitere Hinweise
- a) Angaben zur Aufbewahrung und Haltbarkeit
Das Erythrozytenkonzentrat „Erythrozytenkonzentrat leukozytendepletiert (KR)“
ist bei sachgerechter Lagerung zwischen 2 und 6°C 42 Tage bis zu dem auf dem
Etikett angegebenen Datum haltbar. Nach Ablauf des Verfalldatums darf das Erythrozytenkonzentrat nicht mehr verwendet werden.
Während des Transports darf die Kühlkette nur kurz unterbrochen werden.
Erwärmte Erythrozytenkonzentrate dürfen nicht erneut gelagert werden.
Eine durch das Transfusionsbesteck geöffnete Konserve muss unverzüglich, spätestens jedoch innerhalb von 6 Stunden transfundiert werden.
- b) Optische Prüfung
Unmittelbar vor der Transfusion muss jedes Erythrozytenkonzentrat einer optischen
Qualitätsprüfung unterzogen werden, auffällige Erythrozytenkonzentrate
dürfen nicht verwendet werden.
- c) Zusammensetzung des Fertigarzneimittels
Wirkstoffe (nach Art und Menge):
Human-Erythrozyten aus einer einzelnen Vollblutspende
Hämatokrit 0,5 bis 0,7 l/l
Sonstige Bestandteile:
Human – Plasma: 0,06 - 0,02 ml / ml,
CPD – Stabilisatorlösung: 0,02 - 0,01 ml / ml;
SAG-Mannit – Additivlösung: 0,42 - 0,27 ml / ml,
Leukozytenzahl: < 1 x 106 pro Einheit
- d) Darreichungsform und Inhalt, Behältnis
260 bis 320 ml und 64 bis 80 ml Suspension im Kunststoffbeutel mit CE-Zertifikat
- e) Angaben zum pharmazeutischen Unternehmer/Inhaber der Zulassung
Helios Klinikum Krefeld GmbH
Lutherplatz 40
47805 Krefeld
Tel. 02151-32-2550
- f)
Angaben zum Hersteller, der das Fertigarzneimittel für das Inverkehrbringen
freigegeben hat
Helios Klinikum Krefeld GmbH
Lutherplatz 40
47805 Krefeld
Tel. 02151-32-2550
- g) Zulassungsnummer
PEI.H.03163.01.1
- h) Datum der Erteilung
09.12.2004
- i) Arzneimittelstatus
Verschreibungspflichtig
8. Sonstige Hinweise
Maßnahmen zur Reduktion des Übertragungsrisikos von Infektionserregern:
Da bei der Anwendung von aus menschlichem Blut hergestellten Arzneimitteln die
Übertragung von Infektionskrankheiten nicht völlig auszuschließen ist, werden
Maßnahmen getroffen, um das Risiko einer Übertragung von infektiösem Material zu minimieren: Für die Herstellung von „Erythrozytenkonzentrat leukozytendepletiert
(KR)“ werden ausschließlich Spenden gesunder Spender verwendet, die mit negativem Ergebnis getestet wurden auf die vorgeschriebenen Infektionsparameter
Humanes Immundefizienz Virus (Anti-HIV-1/2-Ak, HIV-1 Genom), Hepatitis-B
Virus (HBsAg, Anti-HBc-Ak), Hepatitis-C Virus (Anti-HCV-Ak, HCV-Genom), Hepatitis-
E Virus (HEV-Genom) und Treponema pallidum (Anti-Treponema pallidum-
Ak). „Erythrozytenkonzentrat leukozytendepletiert (KR)“ aus Spenden mit wiederholt reaktivem Ergebnis auf Anti-HBc-Antikörper ist negativ getestet auf HBVGenom und enthält mindestens 100 IU/l an schützenden Anti-HBs-Antikörpern.
Darüber hinaus kann durch die Leukozytendepletion das Risiko einer Übertragung von leukozytenassoziierten Viren (HTLV-I/II, CMV, EBV u.a.) und Bakterien
(Yersinia enterocolitica) entscheidend vermindert werden.
Qualitätssicherung:
Für die Transfusion von Erythrozytenkonzentraten sind von den Einrichtungen der
Krankenversorgung Maßnahmen im Rahmen der Qualitätssicherung nach § 15 des
Transfusionsgesetzes zu ergreifen. Dazu gehören u.a. detaillierte Anweisungen sowohl für die Indikationsstellung, für die Auswahl der Präparate und deren Dosierung abhängig von Hämoglobinwert und dem klinischen Allgemeinzustand des Patienten bei unterschiedlichen Grunderkrankungen, Vorsorgemaßnahmen zur Erhaltung der Unversehrtheit der Konserve vor der Transfusion, die Überwachung der Anwendung und Anweisungen zur Nachuntersuchung der Patienten für die Feststellung des Transfusionserfolges, eventuell gebildeter Antikörper und zu ergreifender
Prophylaxe.
Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung:
Die ordnungsgemäße Entsorgung von angebrochenen bzw. nicht mehr verwendbaren
Präparaten ist entsprechend den Vorgaben der Einrichtung der Krankenversorgung sicherzustellen.
Die jeweils aktuelle „Richtlinie zur Gewinnung von Blut und Blutbestandteilen und zur Anwendung von Blutprodukten (Richtlinie Hämotherapie)“ sowie gegebenenfalls ergänzende Veröffentlichungen der Bundesärztekammer und des Paul-Ehrlich-
Instituts sind zu berücksichtigen.
9. Datum der letzten Überarbeitung
14.02.2023
