Info Patient

Havrix® 1440 – Fachinformation (SmPC) für Ärzte und Apotheker

Die Fachinformation richtet sich an Ärzte und Apotheker. Verständliche Hinweise für Patienten enthält der Beipackzettel: Einnahme, Nebenwirkungen, Andere Arzneimittel, Schwangerschaft und Stillzeit.

Aktualisiert:
Fakten
Status:
Verschreibungspflichtig
Stärke:
1440 ELISA-E

Fachinformation - Havrix 1440 (ACA Müller ADAG Pharma AG)

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Havrix® 720 Kinder

(0,5 ml/Dosis), Injektionssuspension in einer Fertigspritze

Havrix® 1440

(1 ml/Dosis), Injektionssuspension in einer Fertigspritze

Hepatitis-A-Impfstoff (inaktiviert, adsorbiert)

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Havrix 720 Kinder

1 Dosis (0,5 ml) enthält:

Hepatitis-A-Virus (inaktiviert)1,2 720 ELISA-Einheiten

1 Hergestellt in humanen, diploiden (MRC-5) Zellen

2 Adsorbiert an hydratisiertes Aluminiumhydroxid Gesamt: 0,25 Milligramm Al3+

Havrix 1440

1 Dosis (1 ml) enthält:

Hepatitis-A-Virus (inaktiviert)1,2 1440 ELISA-Einheiten

1 Hergestellt in humanen, diploiden (MRC-5) Zellen

2 Adsorbiert an hydratisiertes Aluminiumhydroxid Gesamt: 0,50 Milligramm Al3+

Dieser Impfstoff kann Spuren von Neomycin und Formaldehyd enthalten, die im Herstellungsprozess verwen-det werden (siehe Abschnitt 4.3).

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung

Havrix 720 Kinder enthält 83 Mikrogramm Phenylalanin und 25 Mikrogramm Polysorbat 20 pro Dosis (siehe Abschnitt 4.4).

Havrix 1440 enthält 166 Mikrogramm Phenylalanin und 50 Mikrogramm Polysorbat 20 pro Dosis (siehe Ab-schnitt 4.4).

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Injektionssuspension in einer Fertigspritze.

Trübe, flüssige Suspension. Bei Lagerung kann sich eine feine, weiße Ablagerung mit einem klaren, farblosen Überstand bilden.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Havrix ist indiziert zur aktiven Immunisierung gegen eine Infektion mit dem Hepatitis A-Virus (HAV) bei Kin-dern, Jugendlichen und Erwachsenen:

  • Havrix 720 Kinder: Personen ab einem Alter von 1 Jahr bis einschließlich 15 Jahre. Der Impfstoff kann auch für Jugendliche bis zu einem Alter von einschließlich 18 Jahren verwendet werden.
  • Havrix 1440: Personen ab einem Alter von 16 Jahren und älter.

Die Anwendung dieses Impfstoffes soll gemäß offiziellen Empfehlungen erfolgen.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Grundimmunisierung

Havrix 720 Kinder (0,5 ml Suspension)

Eine Einzeldosis Havrix 720 Kinder wird für die Immunisierung von Kindern und Jugendlichen ab einem Alter von 1 Jahr bis einschließlich 15 Jahre verwendet.

Wenn nötig, könnte eine Einzeldosis Havrix 720 Kinder auch für die Immunisierung von Jugendlichen ab einem Alter von 16 Jahren bis einschließlich 18 Jahre verwendet werden (siehe Abschnitt 5.1).

Havrix 1440 (1 ml Suspension)

Eine Einzeldosis Havrix 1440 wird für die Immunisierung von Erwachsenen und Jugendlichen ab einem Alter von 16 Jahren verwendet.

Für eine optimale Antikörperantwort soll die Grundimmunisierung mindestens 2, vorzugsweise 4 Wochen vor einer zu erwartenden Hepatitis A-Virusexposition verabreicht werden (siehe Abschnitt 5.1).

Auffrischimpfung

Nach der Grundimmunisierung mit Havrix 720 Kinder oder Havrix 1440 wird eine Auffrischimpfung empfohlen, um den langfristigen Schutz zu gewährleisten. Diese Auffrischdosis soll vorzugsweise zwischen 6 und 12 Mo-naten nach der Grundimmunisierung verabreicht werden, jedoch kann sie bis zu 5 Jahre nach der Grundimmu-nisierung verabreicht werden (siehe Abschnitt 5.1).

Austauschbarkeit

Havrix kann mit anderen inaktivierten Hepatitis A-Impfstoffen ausgetauscht werden.

Ältere Patienten

Es liegen nur begrenzte Daten über die Anwendung von inaktivierten Hepatitis A-Impfstoffen bei älteren Men-schen vor.

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Havrix 720 Kinder bei Kindern im Alter von unter 1 Jahr sind nicht erwie-sen. Die aktuell verfügbaren Daten sind in Abschnitt 5.1 beschrieben, jedoch kann keine Empfehlung zur Do-sierung gemacht werden.

Art der Anwendung

Havrix 720 Kinder (0,5 ml Suspension) ist intramuskulär zu injizieren, bei Kindern und Jugendlichen in die Deltoidmuskel-Region und bei Kleinkindern in den anterolateralen Bereich des Oberschenkels, wenn der M. deltoideus noch nicht ausreichend entwickelt ist (siehe Abschnitt 6.6).

Havrix 1440 (1 ml Suspension) ist intramuskulär in die Deltoidmuskel-Region bei Jugendlichen und Erwach-senen zu injizieren (siehe Abschnitt 6.6).

Unabhängig von der Verabreichungsstelle soll für mindestens zwei Minuten nach der Injektion fester Druck (ohne Reiben) auf die Injektionsstelle ausgeübt werden.

Havrix sollte nicht in die Gesäßmuskulatur (Glutealregion) verabreicht werden.

Havrix darf unter keinen Umständen intravasal verabreicht werden.

Havrix sollte nicht subkutan oder intradermal verabreicht werden (siehe Abschnitt 4.4).

4.3 Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile oder gegen Neomycin oder Formaldehyd.

Überempfindlichkeitsreaktionen nach einer früheren Verabreichung von einem Hepatitis A-Impfstoff.

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Rückverfolgbarkeit

Um die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des Arzneimit-tels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiert werden.

Allgemeine Empfehlungen

Wie bei anderen Impfstoffen sollte die Impfung mit Havrix bei Personen, die an einer akuten, schweren, mit Fieber einhergehenden Erkrankung leiden, auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden. Die Impfung sollte nicht wegen eines leichten Infekts wie z.B. einer Erkältung zurückgestellt werden.

Wie bei allen injizierbaren Impfstoffen soll für den Fall einer seltenen anaphylaktischen Reaktion nach Verab-reichung des Impfstoffes stets entsprechende medizinische Behandlungs- und Überwachungsmöglichkeiten sofort verfügbar sein.

Nach der Impfung wird eine engmaschige Beobachtung für mindestens 15 Minuten empfohlen.

Besonders bei Jugendlichen kann es als psychogene Reaktion auf die Nadelinjektion nach oder sogar vor einer Impfung zu einer Synkope (Ohnmacht) kommen. Diese kann während der Erholungsphase von verschie-denen neurologischen Symptomen wie vorübergehende Sehstörung, Parästhesie und tonisch-klonische Be-wegungen der Gliedmaßen begleitet sein. Es ist wichtig, Maßnahmen zu ergreifen, um Verletzungen durch die Ohnmacht zu verhindern.

Havrix schützt nicht vor einer Hepatitis-Infektion verursacht durch andere Erreger, z.B. das Hepatitis B-, das Hepatitis C- und das Hepatitis E-Virus, oder anderen Pathogenen, die bekanntermaßen die Leber infizieren.

Personen können sich zum Zeitpunkt der Impfung in der Inkubationsphase einer Hepatitis A-Infektion befin-den. Es ist nicht bekannt, ob Havrix in diesem Fall eine Hepatitis A-Infektion verhindern kann.

Wie bei jedem Impfstoff wird möglicherweise nicht bei allen Geimpften eine schützende Immunantwort erzielt.

Die Immunantwort auf Havrix könnte bei immungeschwächten Patienten beeinträchtigt sein. Diese Patienten benötigen immer ein 2-Dosen-Impfschema.

Bei Personen mit Thrombozytopenie oder einer Blutgerinnungsstörung ist Havrix mit Vorsicht zu verabreichen, da es bei diesen Personen nach intramuskulärer Injektion zu Blutungen kommen kann. Bei diesen Personen darf der Impfstoff ausnahmsweise und sofern in Übereinstimmung mit offiziellen Empfehlungen subkutan ver-abreicht werden. Diese Art der Verabreichung kann jedoch zu einer suboptimalen Anti-HAV-Antikörperantwort führen.

Bei beiden Verabreichungsarten sollte für mindestens zwei Minuten nach der Injektion fester Druck (ohne Reiben) auf die Injektionsstelle ausgeübt werden.

Sonstige Bestandteile

Havrix 720 Kinder enthält 83 Mikrogramm Phenylalanin pro Dosis.

Havrix 1440 enthält 166 Mikrogramm Phenylalanin pro Dosis.

Phenylalanin kann schädlich sein für Patienten mit Phenylketonurie (PKU).

Havrix 720 Kinder enthält 25 Mikrogramm Polysorbat 20 pro Dosis.

Havrix 1440 enthält 50 Mikrogramm Polysorbat 20 pro Dosis.

Polysorbate können allergische Reaktionen hervorrufen.

Dieser Impfstoff enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Dosis, d.h. er ist nahezu „natriumfrei“.

Dieser Impfstoff enthält Kalium, jedoch weniger als 1 mmol (39 mg) Kalium pro Dosis, d.h. er ist nahezu „kali-umfrei“.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Da Havrix ein inaktivierter Impfstoff ist, ist es unwahrscheinlich, dass es bei gleichzeitiger Verabreichung mit anderen inaktivierten Impfstoffen zu einer Beeinträchtigung der Immunantwort kommt.

Havrix kann gleichzeitig mit folgenden Impfstoffen verabreicht werden: Typhus, Gelbfieber, Cholera (injizier-bar), Tetanus oder mit monovalenten oder kombinierten Masern-, Mumps-, Röteln- und Varizellen-Impfstoffen.

Havrix kann gleichzeitig mit Immunglobulinen verabreicht werden. Die Serokonversionsraten bleiben unver-ändert, auch wenn die Antikörpertiter niedriger sein können als nach Verabreichung von Havrix allein.

Wenn eine gleichzeitige Verabreichung mit injizierbaren Impfstoffen oder Immunglobulinen als notwendig er-achtet wird, müssen die Arzneimittel mit verschiedenen Spritzen und Nadeln und an verschiedenen Injektions-stellen verabreicht werden.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Weitergehende Erfahrungen an schwangeren Frauen (zwischen 300 – 1000 Schwangerschaftsausgängen) deuten nicht auf ein Fehlbildungsrisiko oder eine fetale / neonatale Toxizität hin.

Tierexperimentelle Studien ergaben keinen Hinweis auf eine Reproduktionstoxizität (siehe Abschnitt 5.3).

Falls notwendig, kann eine Anwendung von Havrix während der Schwangerschaft in Betracht gezogen wer-den.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Havrix in die Muttermilch übergeht. Obwohl das Risiko als vernachlässigbar angese-hen werden kann, sollte Havrix während der Stillzeit nur verabreicht werden, wenn die Impfung eindeutig er-forderlich ist.

Fertilität

Es liegen keine Daten zur Auswirkung von Havrix auf die menschliche Fertilität vor. Die Auswirkungen auf die menschliche Fertilität wurden nicht in tierexperimentelle Studien untersucht.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Havrix hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.

4.8 Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Nebenwirkungsprofils

Die häufigsten lokalen Nebenwirkungen bei Kindern und Erwachsenen sind Schmerzen und Erythem an der Injektionsstelle.

Die häufigsten allgemeinen Nebenwirkungen sind Gereiztheit bei Kindern und Ermüdung und Kopfschmerzen bei Erwachsenen.

Tabellarische Liste der Nebenwirkungen

Daten aus klinischen Prüfungen

Das Nebenwirkungsprofil in der folgenden Tabelle basiert auf Daten von 5 331 Patienten einschließlich 1 664 Kindern (bis zu einem Alter von 18 Jahren) und 3 667 Erwachsenen (ab einem Alter von 16 Jahren), die mit Havrix 720 Kinder bzw. mit Havrix 1440 in klinischen Studien geimpft wurden (geimpfte Gesamtkohorte). Ins-gesamt wurden 3 193 Dosen von Havrix 720 Kinder und 7 131 Dosen von Havrix 1440 während klinischer Studien verabreicht. Insgesamt wurden 3 971 Dosen von Havrix 1440 gleichzeitig mit Engerix-B 2 064 Er-wachsenen verabreicht.

Die Häufigkeit der berichteten Nebenwirkungen ist wie folgt:

Sehr häufig (≥ 1/10)

Häufig (≥ 1/100, < 1/10)

Gelegentlich (≥ 1/1 000, < 1/100)

Selten (≥ 1/10 000, < 1/1 000)

Sehr selten (< 1/10 000)

Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad angege-ben.

SystemorganklasseHäufigkeitNebenwirkungen
Infektionen und parasitäre ErkrankungenGelegentlichInfektion der oberen Atemwege (2), Rhinitis
Stoffwechsel- und ErnährungsstörungenHäufigAppetitlosigkeit
Psychiatrische ErkrankungenSehr häufigReizbarkeit (1)
Erkrankungen des NervensystemsSehr häufigKopfschmerzen (3)
HäufigBenommenheit (1)
GelegentlichSchwindelgefühl (2)
SeltenHypästhesie (2), Parästhesie (2)
Erkrankungen des GastrointestinaltraktsHäufigGastrointestinale klinische Zeichen und Symp-tome (2) (5) , Diarrhö (4), Übelkeit
GelegentlichErbrechen
Erkrankungen der Haut und des Unter-hautgewebesGelegentlichAusschlag (1)
SeltenPruritus (2)

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und

Knochenerkrankungen

GelegentlichMyalgie (2), Muskuloskelettale Steifigkeit (2)
Allgemeine Erkrankungen und Be-schwerden am VerabreichungsortSehr häufigSchmerzen und Erythem an der Injektions-stelle, Ermüdung (2)
HäufigUnwohlsein, Fieber (≥ 37,5 °C), Reaktionen an der Injektionsstelle (wie Verhärtung(4) und Schwellung an der Injektionsstelle)
GelegentlichGrippeähnliche Erkrankung (2)
SeltenSchüttelfrost (2)
(1)nur mit Havrix 720 Kinder
(2)nur mit Havrix 1440
(3)berichtet mit einer Häufigkeit von „häufig“ für Havrix 720 Kinder
(4)berichtet mit einer Häufigkeit von „gelegentlich“ für Havrix 720 Kinder
(5)gastrointestinal = beinhaltet Übelkeit, Erbrechen, Diarrhö (Symptome werden nicht separat aufgeführt)

Daten nach der Markteinführung

Die folgenden zusätzlichen Nebenwirkungen wurden sowohl bei Havrix 720 Kinder als auch bei Havrix 1440 während der Anwendung nach der Markteinführung beobachtet.

SystemorganklasseHäufigkeitNebenwirkungen
Erkrankungen des ImmunsystemsSeltenAnaphylaxie, allergische Reaktionen einschließlich anaphylaktoider Reaktionen und Reaktionen ähnlich der Serumkrankheit
Erkrankungen des NervensystemsSeltenKrampfanfälle
GefäßerkrankungenSeltenVaskulitis
Erkrankungen der Haut und des Un-terhautgewebesSeltenAngioödem, Erythema exsudativum multiforme, Urtikaria
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und KnochenerkrankungenSeltenArthralgie

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermög-licht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel

Paul-Ehrlich-Institut

Paul-Ehrlich-Str. 51 – 59

63225 Langen

Tel: +49 6103 77 0

Fax: +49 6103 77 1234

Website: http://www.pei.de

anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Während der Anwendung nach der Markteinführung wurden Fälle von Überdosierung berichtet. Die uner-wünschten Ereignisse, die nach einer Überdosierung berichtet wurden, waren vergleichbar mit denen, die nach Verabreichung der vorgeschriebenen Impfstoff-Dosis berichtet wurden.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Hepatitis-Impfstoffe, ATC-Code: J07BC02.

Wirkmechanismus

Havrix verleiht eine Immunität gegen HAV, indem es spezifische Immunreaktionen anregt, die durch die Bil-dung von Antikörpern gegen HAV nachgewiesen werden.

Pharmakodynamische Wirkungen

Die Immunogenität von Havrix wurde in 39 Studien mit über 6 000 Patienten, darunter Erwachsene, Jugend-liche und Kinder, untersucht.

Immunantwort

In klinischen Studien waren 99 % der Geimpften 30 Tage nach der ersten Dosis serokonvertiert.

In klinischen Studien mit Erwachsenen, in denen die Kinetik der Immunantwort untersucht wurde, zeigte sich nach Verabreichung der ersten Dosis Havrix 1440 eine frühe und schnelle Serokonversion bei 79 % der Ge-impften an Tag 13, bei 86,3 % an Tag 15, bei 95,2 % an Tag 17 und bei 100 % an Tag 19.

Es sind begrenzte Daten aus klinischen Studien mit Kindern unter 1 Jahr verfügbar. In diesen Studien wurde Havrix 720 Kinder im Alter von 2, 4 und 6 Monaten oder als 2 Dosen, die im Abstand von 6 Monaten im Alter von 4 bis 6 Monaten geimpft wurden, verabreicht. Bei den meisten Geimpften wurden einen Monat nach Ver-abreichung der letzten Impfstoffdosis humorale Antikörper gegen HAV nachgewiesen. Kinder mit bereits vor-handenen Antikörpern mütterlichen Ursprungs reagierten im Vergleich zu ursprünglich seronegativen Kindern deutlich schwächer (siehe Abschnitt 4.2).

In klinischen Studien mit Kindern im Alter von 1 bis 18 Jahren wurden bei mehr als 93 % der Geimpften spezifische humorale Antikörper gegen HAV an Tag 15 und bei 99 % der Geimpften 1 Monat nach Verabrei-chung der ersten Dosis Havrix 720 Kinder nachgewiesen.

In klinischen Studien mit Jugendlichen im Alter von 16 bis 18 Jahren, die Havrix 720 Kinder erhielten, wurden bei mehr als 94 % der Geimpften humorale Antikörper gegen HAV an Tag 15 und bei 100 % der Geimpften 1 Monat nach Verabreichung der ersten Dosis Havrix 720 Kinder nachgewiesen.

Immunantwort bei Patienten mit chronischen Lebererkrankungen

In zwei klinischen Studien wurden 300 Patienten mit chronischer Lebererkrankung (chronische Hepatitis B, chronische Hepatitis C oder andere) mit 2 Dosen Havrix 1440 geimpft, die im Abstand von 6 Monaten verab-reicht wurden. Der Impfstoff führte einen Monat nach der zweiten Dosis zu nachweisbare Antikörpertitern bei mindestens 95 % der Geimpften.

Persistenz der Immunantwort

Um einen Langzeitschutz zu gewährleisten, sollte eine Auffrischimpfung zwischen 6 und 12 Monaten nach der ersten Dosis Havrix 720 Kinder oder Havrix 1440 verabreicht werden. In klinischen Studien waren alle Ge-impften 1 Monat nach der Auffrischimpfung seropositiv.

Jedoch kann eine versäumte Auffrischimpfung nach 6 bis 12 Monaten nach der ersten Dosis bis zu 5 Jahre nach der ersten Dosis nachgeholt werden. In einer vergleichenden Studie bei Erwachsenen, in der die Auf-frischimpfung bis zu 5 Jahre nach der ersten Dosis gegeben wurde, konnte gezeigt werden, dass die Höhe der Antikörperkonzentrationen ähnlich denen nach einer Auffrischimpfung nach 6 bis 12 Monaten nach der ersten Dosis war.

Die Langzeit-Persistenz von Hepatitis A-Antikörpertitern nach zwei Dosen Havrix 1440 im Abstand von 6 bis 12 Monaten wurde untersucht. In zwei klinischen Studien bei Erwachsenen waren 96,7 % bzw. 100 % der Geimpften nach 17,5 Jahren (Studie HAV-112) bzw. 17 Jahren (Studie HAV-123) noch seropositiv.

Daten nach 17 bzw. 17,5 Jahren erlauben die Annahme, dass mindestens 95 % bzw. 90 % der Patienten 30 bzw. 40 Jahre nach der Impfung seropositiv (≥ 15 mI.E./ml) bleiben werden.

Die aktuellen Daten sprechen nicht für die Notwendigkeit einer weiteren Auffrischimpfung bei immunkompe-tenten Patienten, die eine Impfserie mit 2-Dosen erhalten haben.

Es ist zu erwarten, dass die Schutzdauer bei Kindern nach 2 Dosen Havrix 720 Kinder vergleichbar mit der oben vorhergesagten Schutzdauer bei Erwachsenen ist.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Eine Untersuchung der pharmakokinetischen Eigenschaften ist bei Impfstoffen nicht erforderlich.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Basierend auf Schutzstudien an Schimpansen wurden keine besonderen Gefahren für den Menschen beo-bachtet.

Mit einem anderen Hepatitis A- und Hepatitis B-Kombinationsimpfstoff (HAB) wurde eine Studie zur Repro-duktionstoxizität in Ratten durchgeführt. Dieser Kombinationsimpfstoff beinhaltet denselben Wirkstoff wie Ha-vrix. Den Ratten wurde 1/5 der humanen Dosis von HAB (200 μl intramuskuläre Injektion mit 144 ELISA-Einheiten des Hepatitis A-Virus (inaktiviert), 4 Mikrogramm Hepatitis B-Oberflächenprotein und 0,09 mg Alu-minium als Aluminiumsalz) intramuskulär injiziert. Er wurde nicht mit einer maternalen Toxizität assoziiert und es wurden keine Nebenwirkungen oder impfstoffbedingte Effekte auf die pränatale oder postnatale Entwick-lung der Föten / Welpen beobachtet.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Aminosäuren für Injektionszwecke (enthält Phenylalanin)

Natriummonohydrogenphosphat

Kaliumdihydrogenphosphat

Polysorbat 20 (E432)

Kaliumchlorid

Natriumchlorid

Wasser für Injektionszwecke

6.2 Inkompatibilitäten

Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Im Kühlschrank lagern (2 °C bis 8 °C).

Nicht einfrieren. Gefrorener Impfstoff ist zu verwerfen.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Stabilitätsdaten zeigen, dass Havrix bei Temperaturen bis 25 °C für 3 Tage stabil ist. Diese Daten sind nur dazu bestimmt, dem medizinischen Fachpersonal eine Anleitung bei vorübergehenden Temperaturabwei-chungen zu geben.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Havrix 720 Kinder

  • 0,5 ml Suspension in einer Fertigspritze (Glas Typ I) mit einem Kolbenstopfen (Butylgummi) und einer Verschlusskappe aus Gummi.

    Packungsgrößen zu 1, 2 10 und 25, mit oder ohne Nadeln / Kanülen.

Havrix 1440

  • 1 ml Suspension in einer Fertigspritze (Glas Typ I) mit einem Kolbenstopfen (Butylgummi) und einer Ver-schlusskappe aus Gummi.

    Packungsgrößen zu 1 und 10 mit oder ohne Nadeln / Kanülen.

Die Verschlusskappe und der Gummi-Kolbenstopfen der Fertigspritze sind aus synthetischem Gummi herge-stellt.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Havrix ist eine trübe, flüssige Suspension. Bei Lagerung kann sich eine feine, weiße Ablagerung mit einem farblosen Überstand bilden.

Der Impfstoff ist vor der Verabreichung per Augenschein auf Fremdpartikel und / oder Veränderungen des physikalischen Aussehens zu untersuchen. Vor der Verabreichung von Havrix ist die Fertigspritze gut zu schüt-teln, bis eine leicht milchig-weiße Suspension entsteht. Verwerfen Sie den Impfstoff, falls er anders aussieht.

Anleitung für die Handhabung der Fertigspritze

Halten Sie die Spritze am Zylinder, nicht am Kolben.

Drehen Sie die Spritzenkappe entgegen dem Uhrzeiger-sinn ab.

Um die Nadel anzubringen, verbinden Sie den Nadelan-satz mit dem Luer-Lock-Gewindeansatz und drehen Sie um eine Viertelumdrehung im Uhrzeigersinn, bis die Nadel spürbar einrastet.

Ziehen Sie den Spritzenkolben nicht aus dem Zylinder. Falls dies passiert, darf der Impfstoff nicht verabreicht wer-den.

Entsorgung

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu besei-tigen.

7. INHABER DER ZULASSUNG

ACA Müller ADAG Pharma AG

Hauptstr. 99

78244 Gottmadingen

8. ZULASSUNGSNUMMER(N)

Havrix 720 Kinder

PEI.H.11479.01.1

Havrix 1440

PEI.H.02557.01.1

9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG / VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

Havrix 720 Kinder

Datum der Erteilung der Zulassung: 22.10.2010

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 23.04.2015

Havrix 1440

Datum der Erteilung der Zulassung: 29.01.2004

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 16.03.2012

10. STAND DER INFORMATION

März 2025

11. VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

Über dieses Dokument

Quelle: BfArM – Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (AMIce) · Zulassungsnummer: PEI.H.02557.01.1 · ENR 2603277

Stand der Information laut Text: 03/2025

Einen Fehler gefunden? Schreiben Sie uns über die Kontaktseite.

Die Informationen auf dieser Website ersetzen nicht den Rat eines Arztes oder Apothekers.

Fakten zu Havrix 1440 (ACA Müller ADAG Pharma AG)

Rezeptpflicht
Verschreibungspflichtig?
  • Sie erhalten das Arzneimittel nur mit einem ärztlichen Rezept in der Apotheke.
  • Rechtsgrundlage laut BfArM: verschreibungspflichtig gemäß § 48(1),(2)2 AMG.
Wirkstoff adsorbiertes inaktiviertes Hepatitis A-Virus 1440 ELISA-E
Darreichungsform Injektion
Art der Anwendung Intramuskuläre Anwendung
Art des Arzneimittels Immunologisches Arzneimittel, Biologische Arzneimittel, Impfstoffe
Sonstige Bestandteile Hilfsstoffe (ohne Angabe)
Packungsgrößen 1 ml, 10 ml
Haltbarkeit 3 Jahre (ungeöffnete Packung)
Lagerung In Originalverpackung aufbewahren; Im Kühlschrank lagern (+2°C bis +8°C); Vor Licht schützen; Nicht einfrieren; Nicht einfrieren; In Originalverpackung aufbewahren; Im Kühlschrank lagern (+2°C bis +8°C); Vor Licht schützen
Fälschungsschutz Ja – die Packung trägt einen individuellen Code und einen Erstöffnungsschutz (securPharm), die Apotheke prüft die Echtheit
ATC-Klassifikation
  1. J Antiinfektiva zur systemischen Anwendung
    1. J07 Impfstoffe
      1. J07B Virale Impfstoffe
        1. J07BC Hepatitis-Impfstoffe
          1. J07BC02 Hepatitis A, inaktiviert, ganzes Virus
Parallelimport Importiert aus einem anderen EU-Staat, entspricht Havrix 1440
Zulassung PEI.H.02557.01.1, seit 04.02.2004, verlängert 16.03.2012; nationales Verfahren (Deutschland)
Pharmazeutischer Unternehmer ACA Müller ADAG Pharma AG, 78244 Gottmadingen
Hersteller (Freigabe) ACA Müller ADAG Pharma AG (BS 1)
PZN 02946313

Quelle: BfArM, Arzneimittel-Informationssystem AMIce (ENR 2603277), Datensatz vom 18.05.2026. Angaben ohne Gewähr – fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke.