Fachinformation - Havrix 720 Kinder (Orifarm GmbH)
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Havrix 720 Kinder
Injektionssuspension
Hepatitis-A-Impfstoff (inaktiviert, adsorbiert) (HAV)
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
1 Dosis (0,5 ml) enthält:
Hepatitis-A-Virus (inaktiviert)1,2 720 ELISA-Einheiten
1 Hergestellt in humanen, diploiden (MRC-5) Zellen
2 Adsorbiert an hydratisiertes Aluminiumhydroxid 0,25 Milligramm AI3+
Dieser Impfstoff enthält Spuren von Neomycin (siehe Abschnitt 4.3).
Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung
Dieser Impfstoff enthält 0,083 mg Phenylalanin pro Dosis (siehe Abschnitt 4.4).
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Injektionssuspension.
Die Suspension ist leicht milchig-weiß.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Havrix 720 Kinder ist indiziert bei Kleinkindern, Kindern und Jugendlichen ab dem vollendeten 1. Lebensjahr bis zum vollendeten 15. Lebensjahr, bei denen ein erhöhtes Infektionsrisiko für eine Hepatitis-A-Infektion be-steht.
Die zu impfenden Personengruppen sind den offiziellen Impfempfehlungen zu entnehmen.
Die Anwendung von Havrix 720 Kinder sollte gemäß offiziellen Empfehlungen erfolgen.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Dosierungshinweise
- Dosierung
Für Kleinkinder, Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 15. Lebensjahr beträgt die empfohlene Dosis 0,5 ml.
- Grundimmunisierungsschema
Der Standardimpfplan für die Immunisierung mit Havrix 720 Kinder besteht aus zwei Impfdosen. Die erste Dosis wird am Termin der Wahl verabreicht, die zweite Dosis sollte im Abstand von 6 bis 12 Monaten verabreicht werden, um einen Langzeitschutz sicherzustellen.
Das empfohlene Impfschema sollte eingehalten werden.
Es wird empfohlen, dass die Personen, die bereits eine Dosis Havrix 720 Kinder erhalten haben, die kom-plette Impfserie mit Havrix 720 Kinder abschließen.
- Auffrischimpfung
Es ist noch nicht völlig etabliert, ob immunkompetente Personen, welche auf eine Hepatitis-A-Impfung angesprochen haben, eine Auffrischimpfung als Schutz benötigen, da sie auch bei nicht nachweisbaren Antikörpern möglicherweise durch das immunologische Gedächtnis geschützt sind. Richtlinien für Auf-frischimpfungen beruhen auf der Annahme, dass für einen Schutz eine bestimmte Antikörperkonzentrati-on notwendig ist (zu Langzeitstudien siehe Abschnitt 5.1).
Wenn eine Auffrischimpfung sowohl für Hepatitis A als auch für Hepatitis B gewünscht wird, kann auch eine entsprechende Impfung mit einem Kombinationsimpfstoff gegen Hepatitis A und Hepatitis B vorge-nommen werden.
Art der Anwendung
Havrix 720 Kinder ist intramuskulär zu injizieren, bei Jugendlichen und Kindern vorzugsweise in den M. deltoideus bzw. bei Kleinkindern und im frühen Kindesalter in den anterolateralen Bereich des Ober-schenkels, jedoch nicht in die Gesäßmuskulatur (Glutealregion).
Havrix 720 Kinder sollte nicht subkutan oder intradermal verabreicht werden, da dies zu einer schwäche-ren Immunantwort führen kann.
Havrix 720 Kinder darf unter keinen Umständen intravasal verabreicht werden.
Bei Personen mit Thrombozytopenie oder einer Blutgerinnungsstörung darf Havrix 720 Kinder aus-nahmsweise subkutan verabreicht werden, da es bei diesen Personen nach intramuskulärer Injektion zu Blutungen kommen kann. Diese Art der Verabreichung kann jedoch zu einer schwächeren Immunantwort führen.
Bei gleichzeitiger Verabreichung von Havrix 720 Kinder und anderen Impfstoffen sind gegenüberliegende Gliedmaßen zu wählen.
4.3 Gegenanzeigen
Havrix 720 Kinder darf nicht angewendet werden bei Personen mit Überempfindlichkeit gegen den Wirk-stoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile oder Neomycin.
Havrix 720 Kinder darf nicht angewendet werden bei Personen mit Überempfindlichkeitsreaktionen nach einer früheren Verabreichung von Havrix.
Wie bei anderen Impfstoffen sollte die Impfung mit Havrix 720 Kinder bei Personen, die an einer akuten, schweren, mit Fieber einhergehenden Erkrankung leiden, auf einen späteren Zeitpunkt verschoben wer-den. Ein banaler Infekt stellt jedoch keine Kontraindikation für eine Impfung dar.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Rückverfolgbarkeit
Um die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des Arznei-mittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiert werden.
Wie bei allen injizierbaren Impfstoffen sollten für den seltenen Fall einer anaphylaktischen Reaktion nach Verabreichung des Impfstoffes stets entsprechende medizinische Behandlungs- und Überwachungsmög-lichkeiten sofort verfügbar sein.
Für Jugendliche und Erwachsene ab dem vollendeten 15. Lebensjahr steht der Hepatitis-A-Impfstoff Havrix 1440 mit 1440 ELISA-Einheiten HAV zur Verfügung.
Es ist möglich, dass sich Personen zum Zeitpunkt der Impfung in der Inkubationsphase einer Hepatitis-A-Infektion befinden. Es ist nicht bekannt, ob Havrix 720 Kinder in diesem Fall eine Hepatitis A verhindern kann.
Die Impfung mit Havrix 720 Kinder schützt nicht vor Infektionserkrankungen der Leber, die durch andere Viren wie z. B. Hepatitis B, C oder E oder sonstige Erreger verursacht werden.
Bei Patienten mit geschwächtem Immunsystem ist die Impfung noch nicht untersucht worden. Bei Hämo-dialysepatienten und Personen mit geschwächtem Immunsystem wird nach der Grundimmunisierung möglicherweise keine ausreichende Immunantwort erzielt, so dass in diesen Fällen die Verabreichung weiterer Impfdosen erforderlich sein kann.
Eine HIV-Infektion stellt keine Kontraindikation für die Impfung dar.
Besonders bei Jugendlichen kann es als psychogene Reaktion auf die Nadelinjektion nach oder sogar vor einer Impfung zu einer Synkope (Ohnmacht) kommen. Diese kann während der Erholungsphase von verschiedenen neurologischen Symptomen wie vorübergehende Sehstörung, Parästhesie und tonisch-klonische Bewegungen der Gliedmaßen begleitet sein. Es ist wichtig, Maßnahmen zu ergreifen, um Ver-letzungen durch die Ohnmacht zu verhindern.
Wie bei jedem Impfstoff wird möglicherweise nicht bei allen Geimpften eine schützende Immunantwort erzielt.
Havrix 720 Kinder enthält Phenylalanin und kann schädlich sein für Patienten mit Phenylketonurie.
Havrix 720 Kinder enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Dosis, d. h. es ist nahezu „natriumfrei“.
Havrix 720 Kinder enthält Kalium, aber weniger als 1 mmol (39 mg) Kalium pro Dosis, d. h. es ist nahezu „kaliumfrei“.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Bei der gleichzeitigen Verabreichung von Havrix 720 Kinder und spezifischen Hepatitis-A-Immunglobulinen wurde kein Einfluss auf die Serokonversion beobachtet, auch wenn es zu geringeren Antikörperkonzentrationen führte als nach Verabreichung von Havrix 720 Kinder allein.
Havrix 720 Kinder kann gleichzeitig mit oder in beliebigen Abständen zu anderen Impfstoffen verabreicht werden. Bei der gleichzeitigen Verabreichung von Havrix 720 Kinder und anderen Impfstoffen sind ver-schiedene Spritzen und gegenüberliegende Gliedmaßen zu wählen.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Schwangerschaft
Es sind keine ausreichenden Daten zur Anwendung von Havrix 720 Kinder während der Schwangerschaft beim Menschen sowie geeignete tierexperimentelle Studien zur Reproduktionstoxizität verfügbar. Wie bei allen inaktivierten Virusimpfstoffen ist jedoch keine Schädigung des Föten zu erwarten.
Havrix 720 Kinder sollte während der Schwangerschaft nur nach sorgfältiger Abwägung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses verabreicht werden, wenn die Impfung eindeutig erforderlich ist.
Stillzeit
Es sind keine ausreichenden Daten zur Anwendung von Havrix 720 Kinder bei Frauen während der Still-zeit sowie geeignete tierexperimentelle Studien zur Reproduktionstoxizität verfügbar.
Obwohl kein Risiko zu erwarten ist, sollte Havrix 720 Kinder bei stillenden Müttern nur nach sorgfältiger Abwägung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses verabreicht werden, wenn die Impfung eindeutig erforderlich ist.
Fertilität
Es liegen keine Daten zur Fertilität vor.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
Es ist unwahrscheinlich, dass der Impfstoff einen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen hat.
4.8 Nebenwirkungen
- Daten aus klinischen Prüfungen
Das folgende Nebenwirkungsprofil basiert auf einer zusammengefassten Auswertung von Ereignissen pro Dosis bei mehr als 5.300 Probanden.
Häufigkeiten werden wie folgt angegeben:
Sehr häufig (≥ 10)
Häufig (≥ 1 % bis < 10)
Gelegentlich (≥ 0,1 % bis < 1)
Selten (≥ 0,01 % bis < 0,1)
Sehr selten (< 0,01)
Infektionen und parasitäre Erkrankungen:
Gelegentlich: Infektion der oberen Atemwege, Schnupfen
Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen:
Häufig: Appetitlosigkeit
Psychiatrische Erkrankungen:
Sehr häufig: Reizbarkeit
Erkrankungen des Nervensystems:
Sehr häufig: Kopfschmerzen
Häufig: Schläfrigkeit
Gelegentlich: Schwindel
Selten: Hypästhesie, Parästhesie
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts:
Häufig: Gastrointestinale Beschwerden (wie Durchfall, Übelkeit und Erbrechen)
Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes:
Gelegentlich: Hautausschlag
Selten: Pruritus
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen:
Gelegentlich: Myalgie, Steifheit der Skelettmuskulatur
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort:
Sehr häufig: Schmerzen und Rötung an der Injektionsstelle, Müdigkeit
Häufig: Unwohlsein, Fieber (≥ 37,5 °C), Reaktionen an der Injektionsstelle (wie Schwellung oder Verhärtung)
Gelegentlich: Grippeähnliche Beschwerden
Selten: Schüttelfrost
Art und Häufigkeit der bei Kindern und Jugendlichen beobachteten Nebenwirkungen waren vergleichbar mit denen nach der Impfung von Erwachsenen.
- Daten nach der Markteinführung
Während der Anwendung des Impfstoffes nach der Markteinführung wurden folgende weitere Nebenwir-kungen berichtet.
Erkrankungen des Immunsystems:
Anaphylaxie, allergische Reaktionen einschließlich anaphylaktoider Reaktionen und Reaktionen ähnlich der Serumkrankheit
Erkrankungen des Nervensystems:
Krampfanfälle, entzündliche Erkrankungen des zentralen und peripheren Nervensystems einschließlich aufsteigender Lähmungen bis hin zur Atemlähmung (Guillain-Barré-Syndrom)
Gefäßerkrankungen:
Vaskulitis
Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes:
Angioödem, Urtikaria, Erythema exsudativum multiforme
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen:
Arthralgie
Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems:
Hypotonie
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts:
Erhöhung der Leberenzymwerte
Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems:
Idiopathische thrombozytopenische Purpura
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel, Paul-Ehrlich-Institut, Paul-Ehrlich-Str. 51-59, 63225 Langen, Tel: +49 6103 77 0, Fax: +49 6103 77 1234, Website: www.pei.de, anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Während der Anwendung nach der Markteinführung wurden Fälle von Überdosierung berichtet. Die uner-wünschten Ereignisse, die nach einer Überdosierung berichtet wurden, waren vergleichbar mit denen, die nach Verabreichung der vorgeschriebenen Impfstoff-Dosis berichtet wurden.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Hepatitis-A-Impfstoffe, ATC-Code: J07BC02
Der Impfstoff Havrix 720 Kinder wird aus gereinigten, inaktivierten Hepatitis-A(HA)-Viren, die an Alumini-umhydroxid adsorbiert wurden, hergestellt. Das HA-Virus wird in humanen, diploiden MRC-5-Zellen ver-mehrt.
Havrix 720 Kinder verleiht eine Immunität gegenüber Hepatitis A, indem es die Bildung spezifischer Hepa-titis-A-Antikörper anregt.
Der Schutz gegen Hepatitis A entwickelt sich normalerweise innerhalb von 2 bis 4 Wochen.
Immunantwort
In klinischen Studien mit Kindern im Alter von 1 bis 18 Jahren wurden bei mehr als 93 % der Geimpften spezifische humorale Hepatitis-A-Antikörper an Tag 15 und bei 99 % der Geimpften 1 Monat nach Verab-reichung einer Dosis Havrix 720 Kinder nachgewiesen.
Persistenz der Immunantwort
Um einen Langzeitschutz zu gewährleisten, sollte die zweite Dosis 6 bis 12 Monate nach der ersten Dosis Havrix 720 Kinder verabreicht werden.
Eine versäumte zweite Dosis nach 6 bis 12 Monaten kann bis zu 5 Jahre nach der ersten Dosis nachge-holt werden. In einer vergleichenden Studie, in der die zweite Dosis bis zu 5 Jahre nach der ersten Dosis gegeben wurde, konnte gezeigt werden, dass die Höhe der Antikörperkonzentrationen ähnlich denen nach einer zweiten Dosis nach 6 bis 12 Monaten war.
Es wurden keine Langzeitstudien bei Kindern durchgeführt.
Vorliegende Daten aus zwei Langzeitstudien über 17 Jahre zur Persistenz der Hepatitis-A-Antikörper (An-ti-HAV) nach 2 Dosen Havrix 1440 (1440 ELISA-Einheiten HAV), die im Abstand von 6 bis 12 Monaten gesunden Erwachsenen bis 40 Jahre verabreicht wurden, erlauben anhand mathematischer Modellierung die Annahme, dass mindestens 95 % der Geimpften 30 Jahre nach der Impfung und mindestens 90 % der Geimpften 40 Jahre nach der Impfung seropositiv (≥ 15 mI.E. Anti-HAV/ml) bleiben (siehe Tabelle 1).
Es ist zu erwarten, dass die Schutzdauer bei Kindern nach 2 Dosen Havrix 720 Kinder mit der oben ange-nommenen Schutzdauer bei Erwachsenen vergleichbar ist.
Obwohl die bisher vorliegenden Daten eine Auffrischimpfung bei immunkompetenten Personen nach voll-ständiger Grundimmunisierung mit 2 Dosen als nicht notwendig erscheinen lassen, sollte jedoch im Ein-zelfall in Abhängigkeit von der Hepatitis-A-Antikörperkonzentration eine Auffrischimpfung in Betracht ge-zogen werden.
Wirksamkeit von Havrix bei der Bekämpfung von Ausbrüchen
Die Wirksamkeit von Havrix wurde während verschiedener Hepatitis-A-Ausbrüche untersucht. Diese Stu-dien zeigten, dass eine Impfrate von 80 % zu einer Beendigung der Ausbrüche innerhalb von 4 bis 8 Wo-chen führte.
Auswirkung von Massenimpfungen auf die Inzidenz der Krankheit
In Ländern, in denen ein Impfprogramm mit zwei Dosen Havrix für Kinder im zweiten Lebensjahr einge-führt wurde, wurde eine Verminderung der Inzidenz von Hepatitis A beobachtet:
In Israel zeigten zwei retrospektive Datenbankstudien 5 bzw. 8 Jahre nach der Einführung des Impfpro-gramms eine Verminderung der Inzidenz von Hepatitis A in der Gesamtbevölkerung um 88 % bzw. 95 %.
Daten aus nationalen Überwachungssystemen zeigten ebenfalls eine Verminderung der Inzidenz von Hepatitis A um 95 % gegenüber der Zeit vor dem Impfprogramm.
- In Panama zeigte eine retrospektive Datenbankstudie 3 Jahre nach der Einführung des Impfprogramms eine Verminderung der gemeldeten Inzidenz von Hepatitis A (einschließlich „unspezifische Hepatitis“) um 90 % in der geimpften Bevölkerung und um 87 % in der Gesamtbevölkerung. In Kinderkrankenhäu-sern in Panama City wurden 4 Jahre nach der Einführung des Impfprogramms keine bestätigten akuten Fälle von Hepatitis A mehr diagnostiziert.
- Die in beiden Ländern beobachteten Verminderungen der Inzidenz von Hepatitis A in der Gesamt- bevölkerung (geimpft und nicht-geimpft) belegen eine Herdenimmunität.
Tabelle 1: Erwarteter Anteil an Geimpften mit einer Anti-HAV-Antikörperkonzentration von ≥ 15 mI.E./ml sowie 95 % Konfidenzintervalle für die Studien HAV-112 und HAV-123.
| Jahr nach der Impfung | Anteil Geimpfter mit ≥ 15 mI.E./ml Anti-HAV/ml | 95 % KI | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Untergrenze | Obergrenze | |||||||||
| Annahme für HAV-112 | ||||||||||
| 25 | 97,69 % | 94,22 % | 100 % | |||||||
| 30 | 96,53 % | 92,49 % | 99,42 % | |||||||
| 35 | 94,22 % | 89,02 % | 98,93 % | |||||||
| 40 | 92,49 % | 86,11 % | 97,84 % | |||||||
| Annahme für HAV-123 | ||||||||||
| 25 | 97,22 % | 93,52 % | 100 % | |||||||
| 30 | 95,37 % | 88,89 % | 99,07 % | |||||||
| 35 | 92,59 % | 86,09 % | 97,22 % | |||||||
| 40 | 90,74 % | 82,38 % | 95,37 % | |||||||
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Eine Untersuchung der pharmakokinetischen Eigenschaften ist bei Impfstoffen nicht erforderlich.
5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit
Basierend auf den allgemeinen Sicherheitsstudien lassen die präklinischen Daten keine besonderen Ge-fahren für den Menschen erkennen.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Aminosäuren-Mischung (bestehend aus: L-Alanin, L-Arginin, Glycin, L-Histidin, L-Isoleucin, L-Leucin, L-Lysinhydrochlorid, L-Methionin, L-Phenylalanin, L-Prolin, L-Serin, L-Threonin, L-Tryptophan, L-Tyrosin, L-Valin)
Natriummonohydrogenphosphat
Kaliumdihydrogenphosphat
Natriumchlorid
Kaliumchlorid
Polysorbat 20
Wasser für Injektionszwecke
Adjuvans siehe Abschnitt 2.
6.2 Inkompatibilitäten
Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.
6.3 Dauer der Haltbarkeit
3 Jahre
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Im Kühlschrank lagern (2 °C bis 8 °C).
Nicht einfrieren. Gefrorener Impfstoff ist zu verwerfen.
Stabilitätsdaten zeigen, dass Havrix bei Temperaturen bis 25 ºC für 3 Tage stabil ist.
Diese Daten sind nur dazu bestimmt, dem Arzt eine Anleitung bei vorübergehenden
Temperaturabweichungen zu geben.
In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
0,5 ml Suspension in einer Fertigspritze (Glas Typ I) mit einem Kolbenstopfen (Butylgummi) und einer Ver-schlusskappe aus Gummi.
Die Verschlusskappe und der Gummi-Kolbenstopfen der Fertigspritze sind aus synthetischem Gummi herge-stellt.
Packungsgrößen zu 1 und 10, mit oder ohne Nadeln/Kanülen.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht (siehe Abschnitt 12).
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise für die Handhabung
Bei Lagerung kann sich eine feine, weiße Ablagerung mit einem klaren, farblosen Überstand bilden.
Der Impfstoff ist vor der Verabreichung kräftig zu schütteln, bis eine leicht milchig-weiße Suspension entsteht, und per Augenschein auf Fremdpartikel und/oder physikalische Veränderungen zu untersuchen. Falls solche Abweichungen beobachtet werden, ist der Impfstoff zu verwerfen.
Entsorgung
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu beseiti-gen.
7. INHABER DER ZULASSUNG
Orifarm GmbH, Fixheider Str. 4, 51381 Leverkusen
Tel.: +49 2171 7077-115
Fax: +49 2171 7077-836
E-Mail: DE_Regulatory@orifarm.com
8. ZULASSUNGSNUMMER
PEI.H.03337.01.1
9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 15.04.2006
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 29.11.2010
10. STAND DER INFORMATION
Juni 2023
11. VERKAUFSABGRENZUNG
Verschreibungspflichtig
- 12. IN DEUTSCHLAND VERFÜGBARE PACKUNGSGRÖSSEN
1 Fertigspritze mit oder ohne Nadel/Kanüle
