Fachinformation - Hydromorphon Glenmark 2,6 mg Filmtabletten
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Hydromorphon Glenmark 1,3 mg Filmtabletten
Hydromorphon Glenmark 2,6 mg Filmtabletten
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Hydromorphon Glenmark 1,3 mg Filmtabletten enthalten 1,3 mg Hydromorphonhydrochlorid, entsprechend 1,16 mg Hydromorphon.
Hydromorphon Glenmark 2,6 mg Filmtabletten enthalten 2,6 mg Hydromorphonhydrochlorid, entsprechend 2,32 mg Hydromorphon.
Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung
Hydromorphon Glenmark 1,3 mg Filmtabletten enthalten 1,6 mg Croscarmellose-Natrium.
Hydromorphon Glenmark 2,6 mg Filmtabletten enthalten 3,2 mg Croscarmellose-Natrium.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Filmtablette
Hydromorphon Glenmark 1,3 mg Filmtabletten
Gelbe bis bräunliche, runde und bikonvexe Filmtabletten mit einem Durchmesser von 6,1 mm ± 0,2 mm und ohne Bruchkerbe.
Hydromorphon Glenmark 2,6 mg Filmtabletten
Rote, längliche und bikonvexe Filmtabletten mit einer Länge von 10,7 mm ± 0,2 mm und einer Bruchkerbe auf einer Seite. Die Filmtablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Behandlung von starken Schmerzen.
Hydromorphon Glenmark wird angewendet bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Dosierung
Einzelne Zusatzdosen von sofort freisetzendem Hydromorphon oder sofort freisetzendem Morphin sollten 10 - 25 % der innerhalb von 24 Stunden verabreichten Dosis der Hydromorphon-Retardtabletten nicht überschreiten.
Umstellung von Patienten zwischen oralem und parenteralem Hydromorphon
Patienten, die von einer parenteralen Hydromorphontherapie auf Hydromorpontabletten umgestellt werden, müssen unter Berücksichtigung der individuell unterschiedlichen Empfindlichkeit vorsichtig behandelt werden, d. h. die orale Startdosis darf nicht überschätzt werden (siehe Abschnitt 5.2).
Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren
Die Dosierung ist abhängig von der Stärke der Schmerzen, dem Alter des Patienten und dem vorhergehenden Analgetikagebrauch. Bei Patienten, die noch nicht mit Opioiden vorbehandelt waren, ist die übliche Initialdosis 1,3 mg oder 2,6 mg Hydromorphonhydrochlorid alle 4 Stunden. Bei nicht ausreichender Analgesie oder Zunahme der Schmerzen sollte die Dosis unter Verwendung von 1,3 mg und 2,6 mg Filmtabletten alleine oder in Kombination erhöht werden, bis eine ausreichende Analgesie erreicht wird.
Ältere Patienten (ab 65 Jahren)
Bei älteren Patienten sollte die Dosis mit Hydromorphon titriert werden, bis eine adäquate Analgesie erreicht wird. Es sollte beachtet werden, dass bei älteren Patienten unter Umständen mit einer niedrigeren Dosis eine ausreichende Analgesie erzielt wird.
Patienten mit Nieren- und/oder Leberfunktionsstörungen
Bei diesen Patienten kann die Schmerzkontrolle mit niedrigeren Dosen als bei anderen Patientengruppen erreicht werden. Die Dosis sollte sorgfältig auf die klinische Wirkung abgestimmt werden.
Kinder unter 12 Jahren
Hydromorphon wird für Kinder unter 12 Jahren nicht empfohlen.
Art der Anwendung
Zum Einnehmen.
Die Filmtabletten können unabhängig von der Nahrungsaufnahme mit ausreichend Wasser eingenommen werden und dürfen nicht zerkaut oder zerdrückt werden.
Behandlungsziele und Abbruch
Vor Einleitung der Behandlung mit Hydromorphon Glenmark sollten eine Behandlungsstrategie, einschließlich Behandlungsdauer und Behandlungszielen, sowie ein Plan für das Behandlungsende gemeinsam mit dem Patienten und in Übereinstimmung mit den Leitlinien zur Schmerzbehandlung vereinbart werden. Während der Behandlung sollte ein häufiger Kontakt zwischen Arzt und Patient stattfinden, um die Notwendigkeit einer Fortsetzung der Behandlung zu beurteilen, die Beendigung der Behandlung in Erwägung zu ziehen und die Dosis bei Bedarf anzupassen. Wenn ein Patient die Hydromorphon-Therapie nicht mehr benötigt, kann es ratsam sein, die Dosis schrittweise zu reduzieren, um Entzugserscheinungen zu vermeiden. Bei fehlender adäquater Schmerzkontrolle sollte die Möglichkeit einer Hyperalgesie, einer Gewöhnung (Toleranz) und einer Progression der zugrundeliegenden Erkrankung in Erwägung gezogen werden (siehe Abschnitt 4.4).
Behandlungsdauer
Hydromorphon sollte nicht länger als notwendig angewendet werden.
4.3 Gegenanzeigen
- Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile
- Atemdepression mit Hypoxie und/oder Hyperkapnie
- schwere chronisch obstruktive Atemwegserkrankung
- schweres Bronchialasthma
- paralytischer Ileus
- akutes Abdomen
- Koma
- gleichzeitige Verabreichung von Monoaminoxidasehemmern oder wenn diese innerhalb der letzten 14 Tage abgesetzt wurden
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Eine Atemdepression ist das Hauptrisiko einer Opioidüberdosierung.
Eine reduzierte Dosierung von Hydromorphon kann ratsam sein und sollte mit Vorsicht bei folgenden Patienten angewendet werden:
- Ältere oder geschwächte Patienten
- schwer beeinträchtigte respiratorische Funktion
- Schlafapnoe
- gleichzeitiger Anwendung von sedierenden Arzneimitteln (siehe unten und Abschnitt 4.5)
- Toleranz, physische Abhängigkeit und Entzugserscheinungen (siehe unten)
- Psychische Abhängigkeit (Sucht), Missbrauchsprofil und Substanz- und/oder Alkoholmissbrauch in der Anamnese (siehe unten)
- Kopfverletzung, Gehirnverletzungen (intrakranielle Läsionen) oder erhöhter Hirndruck, Bewusstseinsstörungen unklaren Ursprungs
- Hypotonie mit Hypovolämie
- Pankreatitis
- Hypothyreose
- toxische Psychose
- Prostatahyperplasie
- Eingeschränkte Nebennierenrindenfunktion (z. B. Morbus Addison)
- schwer eingeschränkte Nierenfunktion
- schwer eingeschränkte Leberfunktion
- Alkoholabhängigkeit
- Delirium tremens
- Krampfanfälle
- Obstipation
- Schock oder verminderte Atemreseve
- Erkrankungen der Gallenwege
- Gallenkoliken oder Nierenkoliken
- Chronisch obstruktive Lungenerkrankung
- Obstruktive oder entzündliche Darmerkrankungen
Risiko bei gleichzeitiger Anwendung von jeglichen sedierenden Arzneimitteln wie zum Beispiel
Benzodiazepinen
Die gleichzeitige Anwendung von Hydromorphon mit jeglichen Arzneimitteln mit sedierenden Eigenschaften wie z.B. Benzodiazepinen kann zu Sedierung, Atemdepression, Koma und Tod führen. Aufgrund dieser Risiken sollten derartige sedierende Arzneimitteln nur dann gleichzeitig verschrieben werden, wenn für den Patienten keine alternativen Behandlungsoptionen möglich sind. Sollte entschieden werden, Hydromorphon zusammen mit sedierenden Arzneimitteln zu verordnen, sollte die niedrigste wirksame Dosis und die kürzest mögliche Dauer der Behandlung gewählt werden.
Die Patienten sollten engmaschig hinsichtlich Anzeichen und Symptome von Atemdepression und Sedierung hinsichtlich werden. Diesbezüglich wird dringend empfohlen, Patienten und ihre Bezugspersonen über diese Symptome zu informieren (siehe Abschnitt 4.5).
Schlafbezogene Atemstörungen
Opioide können schlafbezogene Atemstörungen, einschließlich zentraler Schlafapnoe und schlafbezogener Hypoxämie, verursachen. Die Anwendung von Opioiden geht mit einer dosisabhängigen Erhöhung des Risikos für eine zentrale Schafapnoe einher (siehe Abschnitt 4.8). Bei Patienten mit zentraler Schlafapnoe sollte eine Verringerung der Opioidgesamtdosis in Betracht gezogen werden.
Opioidgebrauchsstörung (Missbrauch und Abhängigkeit)
Bei wiederholter Anwendung von Opioiden wie Hydromorphon können sich eine Toleranz sowie eine physische und/oder psychische Abhängigkeit entwickeln. Es kann eine Kreuztoleranz mit anderen Opioiden bestehen. Das Missbrauchsprofil von Hydromorphon ähnelt dem anderer starker Opioidagonisten und kann von Menschen mit latenten oder manifesten Suchterkrankungen missbraucht werden. Es ist wichtig, dass Patienten nur die verschriebenen Arzneimittel einnehmen und dieses Arzneimittel nicht an andere Personen weitergeben.
Die wiederholte Anwendung von Hydromorphon Glenmark kann zu einer Opioidgebrauchsstörung führen. Eine höhere Dosis und längere Dauer der Opioidbehandlung können das Risiko erhöhen, eine Opioidgebrauchsstörung zu entwickeln. Durch Missbrauch oder absichtliche Falschanwendung von Hydromorphon Glenmark kann es zu einer Überdosierung und/oder zum Tod kommen. Das Risiko, eine Opioidgebrauchsstörung zu entwickeln, ist bei Patienten mit einer Substanzgebrauchsstörung (einschließlich Alkoholgebrauchsstörung) in der persönlichen oder familiären Vorgeschichte (Eltern oder Geschwister), bei Rauchern oder bei Patienten mit anderen psychischen Erkrankungen in der persönlichen Vorgeschichte (z. B. Major Depression, Angststörungen und Persönlichkeitsstörungen) erhöht. Bei der Verschreibung an Langzeitpatienten mit einem Risiko für Opioidmissbrauch kann eine zusätzliche Unterstützung und Überwachung erforderlich sein.
Vor Beginn der Behandlung mit Hydromorphon Glenmark und während der Behandlung sollten die Behandlungsziele und ein Plan für die Beendigung der Behandlung mit dem Patienten vereinbart werden (siehe Abschnitt 4.2). Vor und während der Behandlung sollte der Patient außerdem über die Risiken und Anzeichen einer Opioidgebrauchsstörung aufgeklärt werden. Den Patienten sollte geraten werden, sich bei Auftreten dieser Anzeichen mit ihrem Arzt in Verbindung zu setzen.
Die Patienten müssen auf Anzeichen eines Suchtverhaltens (drug-seeking behaviour) überwacht werden (z. B. zu frühes Nachfragen nach Folgerezepten). Hierzu gehört auch die Überprüfung der gleichzeitigen Anwendung von Opioiden und psychoaktiven Arzneimitteln (wie Benzodiazepinen). Bei Patienten mit Anzeichen und Symptomen einer Opioidgebrauchsstörung sollte die Konsultation eines Suchtspezialisten in Betracht gezogen werden. Es sollte eine umfassende Anamnese erstellt werden, um Begleitmedikationen, einschließlich rezeptfreier Arzneimittel und online erworbener Arzneimittel, sowie frühere und aktuelle medizinische und psychiatrische Erkrankungen zu dokumentieren.
Patienten können feststellen, dass die Behandlung bei chronischer Anwendung weniger wirksam ist, und den Wunsch äußern, die Dosis zu erhöhen, um das ursprünglich erreichte Maß an Schmerzlinderung zu erreichen. Patienten können ihre Behandlung auch durch zusätzliche Schmerzmittel ergänzen. Dies können Anzeichen dafür sein, dass der Patient eine Toleranz entwickelt. Die Risiken der Toleranzentwicklung sollten dem Patienten erklärt werden.
Hydromorphon sollte präoperativ oder innerhalb der ersten 24 Stunden postoperativ mit Vorsicht angewendet werden. Nach dieser Zeit sollte Hydromorphon mit Vorsicht angewendet werden, insbesondere nach einer Bauchoperation.
Bei Gefahr eines paralytischen Ileus, sollte Hydromorphon nicht eingesetzt werden. Bei Auftreten oder Verdacht auf paralytischen Ileus muss die Behandlung mit Hydromorphon unverzüglich beendet werden.
Bei Patienten, die einer Chordotomie oder einer anderen schmerzbefreienden Operation unterzogen werden, sollte Hydromorphon 4 Stunden vor dem Eingriff abgesetzt werden. Falls eine Weiterbehandlung mit Hydromorphon indiziert ist, muss die Dosis postoperativ neu eingestellt werden.
Arzneimittelentzugssyndrom
Vor Beginn einer Behandlung mit Opioiden sollte mit den Patienten eine Entzugsstrategie für die Beendigung der Behandlung mit Hydromorphon besprochen werden.
Bei plötzlichem Absetzen der Therapie oder einer Dosisreduktion kann ein Entzugssyndrom auftreten. Wenn ein Patient keine Therapie mehr benötigt, ist es ratsam, die Dosis schrittweise zu reduzieren, um Entzugserscheinungen zu minimieren.
Wenn Frauen dieses Arzneimittel während der Schwangerschaft einnehmen, besteht das Risiko, dass ihre Neugeborenen ein neonatales Entzugssyndrom entwickeln.
Hyperalgesie
Hyperalgesie kann diagnostiziert werden, wenn bei Patienten unter Langzeittherapie mit Opioiden verstärkte Schmerzen auftreten. Bei hohen Dosen kann Hyperalgesie auftreten, die nicht auf eine weitere Dosiserhöhung von Hydromorphon anspricht. Eine Dosisreduktion oder der Wechsel zu einem anderen Opioid kann erforderlich sein.
Die gleichzeitige Einnahme von Alkohol und Hydromorphon kann die unerwünschten Wirkungen von Hydromorphon verstärken; eine gleichzeitige Einnahme sollte vermieden werden.
Der Missbrauch oraler Darreichungsformen durch parenterale Verabreichung kann zu schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen führen, die tödlich sein können.
Opioide, wie Hydromorphon, können das Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren- oder Gonaden-System beeinflussen. Sichtbare Veränderungen sind ein Anstieg des Serum-Prolaktins, eine Senkung des Plasma-Kortisols und -Testosterons. Diese Hormonveränderungen können auch klinische Symptome zur Folge haben.
Bei bestehender Nebennierenrindeninsuffizienz sollte die Plasmakortisolkonzentration kontrolliert und gegebenenfalls Kortikoide zugeführt werden.
Natrium
Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Filmtablette, d. h., es ist nahezu „natriumfrei“.
Kinder
Nicht empfohlen für Kinder unter 12 Jahren.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Zentralnervensystem (ZNS):
Die gleichzeitige Anwendung von Opioiden zusammen mit sedierenden Arzneimitteln, wie Benzodiazepinen oder vergleichbaren Arzneimitteln, erhöht das Risiko von Sedierung, Atemdepression, Koma und Tod aufgrund einer additiven ZNS-dämpfenden Wirkung. Die Dosis und Dauer der gleichzeitigen Anwendung sollten begrenzt werden (siehe Abschnitt 4.4). Zu den Arzneimitteln, die das ZNS beeinflussen, zählen unter anderem: andere Opioide, Anxiolytika, Hypnotika und Beruhigungsmittel (einschließlich Benzodiazepinen), Anästhetika (z. B. Barbiturate), Antiemetika, Antidepressiva, Antipsychotika (z. B. Phenothiazine), Antihistaminika und Alkohol. Wie andere Opioid-Analgetika kann Hydromorphon die Wirkung von neuromuskulären Blockern verstärken und zu einer übermäßigen Atemdepression führen.
Alkohol kann ebenfalls die pharmakodynamischen Effekte von Hydromorphon verstärken. Die gleichzeitige Einnahme sollte vermieden werden.
Die gleichzeitige Anwendung von Opioiden und Gabapentinoiden (Gabapentin und Pregabalin) erhöht das Risiko für Opioid-Überdosierung, Atemdepression und Tod.
Die gleichzeitige Anwendung mit Monoaminoxidasehemmern oder innerhalb von 14 Tagen nach Absetzen von Monoaminoxidasehemmern ist kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
Es wurden keine formalen Interaktionsstudien mit Hydromorphon Glenmark durchgeführt.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Die Anwendung von Hydromorphon während der Schwangerschaft und Stillzeit wird nicht empfohlen.
Schwangerschaft
Es liegen keine oder nur begrenzte Daten zur Anwendung von Hydromorphon bei Schwangeren vor.
Es wurde in Tierstudien mit höheren Dosen, als sie beim Menschen angewendet werden, keine teratogene Wirkung festgestellt (siehe Abschnitt 5.3). Fertilität oder Reproduktionsparameter in Tierstudien wurden selbst durch derart hohe Dosen (5 mg/kg/Tag oral) nicht beeinflusst. Perinatale Toxizität wurde bei Ratten, die mit 2 bzw. 5 mg/kg/Tag behandelt wurden, festgestellt.
Hydromorphon wird während der Schwangerschaft und während der Wehen nicht empfohlen, da die Kontraktilität des Uterus beeinträchtigt und das Risiko einer neonatalen Atemdepression erhöht ist. Eine chronische Einnahme von Hydromorphon während der Schwangerschaft kann zu einem Entzugssyndrom beim Neugeborenen führen.
Stillzeit
Es sind keine Daten zur Anwendung von Hydromorphon während der Stillzeit verfügbar. Hydromorphon sollte daher nicht bei stillenden Müttern angewendet werden, andernfalls sollte das Stillen unterbrochen werden.
Fertilität
Es sind keine Daten zur Wirkung von Hydromorphon auf die Fertilität beim Menschen verfügbar. Studien an Ratten haben keine Auswirkung auf die männliche oder weibliche Fertilität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3).
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
Hydromorphon Glenmark kann die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigen. Das kann insbesondere zu Beginn der Behandlung mit Hydromorphon, nach Dosiserhöhung oder bei Opioidrotation der Fall sein und wenn Hydromorphon gemeinsam mit Alkohol oder anderen ZNS-wirksamen Substanzen verabreicht wird. Patienten mit stabiler Dosierung müssen nicht unbedingt beeinträchtigt sein. Daher sollten Patienten mit ihrem Arzt besprechen, ob sie ein Fahrzeug führen oder Maschinen bedienen dürfen.
Hydromorphon kann Benommenheit verursachen. Patienten sollten daher nicht Auto fahren oder Maschinen bedienen, wenn sie davon betroffen sind.
Dieses Arzneimittel kann die kognitiven Funktionen beeinträchtigen und die Verkehrssicherheit beeinträchtigen. Bei der Verschreibung dieses Arzneimittels sollten Patienten darauf hingewiesen werden:
- Dieses Arzneimittel kann Ihre Verkehrssicherheit beeinträchtigen.
- Fahren Sie kein Auto, bis Sie wissen, wie dieses Arzneimittel auf Sie wirkt.
4.8 Nebenwirkungen
Hydromorphon kann Obstipation, Übelkeit und Erbrechen verursachen. Obstipation kann mit geeigneten Laxativa behandelt werden. Wenn Übelkeit und Erbrechen den Patienten beeinträchtigen, kann Hydromorphon ohne Weiteres mit Antiemetika kombiniert werden.
Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zugrunde gelegt:
Sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100 bis < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1 000 bis < 1/100), selten (≥ 1/10 000 bis < 1/1 000), sehr selten (< 1/10 000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
| Sehr häufig | Häufig | Gelegentlich | Selten | Nicht bekannt | ||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Erkrankungen des Immun-systems | Überempfindli chkeit (einschließlich oropharyngeal er Schwellung) Anaphylaktisc he Reaktionen | |||||
| Stoffwechsel- und Ernährungs-störungen | Appetit vermindert | |||||
| Psychiatrische Erkrankungen | Verwirrtheit Angst Schlaflosig-keit | Agitiertheit Depression Euphorie Halluzinationen Albträume | Aggression | Arzneimittel-abhängigkeit (siehe Abschnitt 4.4) Dysphorie | ||
| Erkrankungen des Nerven-systems | Schwindel Somnolenz Sedierung | Kopf-schmerzen | Myoklonus Tremor Parästhesie | Lethargie | Konvulsionen Dyskinesie Hyperalgesie (siehe Abschnitt 4.4) Nicht bekannt | |
| Sehr häufig | Häufig | Gelegentlich | Selten | |||
| Erkrankungen der Geschlechts-organe und | Erektile Dysfunktion Verminderte Libido | |||||
Zentrales Schlafapnoe-Syndrom Synkope Erhöhter intrakranieller Druck Nystagmus | ||||||
| Augen-erkrankungen | Sehstörung | Miosis Doppeltsehen | ||||
| Herz-erkrankungen | Tachykardie Bradykardie Palpitationen | |||||
| Gefäß-erkrankungen | Hypotonie | Rötung des Gesichts Hypertonie | ||||
| Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums | Dyspnoe | Atem-depression Broncho-spasmus | Laryngospasm us | |||
| Erkrankungen des Gastrointes-tinaltrakts | Obstipation Übelkeit | Bauch-schmerzen Mund-trockenheit Erbrechen | Diarrhoe Geschmacks-störungen Dyspepsie | paralytischer Ileus | ||
| Leber- und Gallen-erkrankungen | Erhöhung leber-spezifischer Enzyme | Erhöhung von Pankreas-enzymen Gallen-koliken | ||||
| Erkrankungen der Haut und des Unterhaut-gewebes | Pruritus Hyper-hidrose | Hautausschlag | Urtikaria | |||
| Erkrankungen der Skelett-muskulatur und Bindegewebs-störungen | Muskelsteifhei t | |||||
| Erkrankungen der Nieren und Harnwege | Verstärkter Harndrang | Harnretention | ||||
| Sehr häufig | Häufig | Gelegentlich | Selten | Nicht bekannt | ||
| der Brustdrüse | ||||||
| Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verab-reichungsort | Asthenie | Entzugs-erscheinungen Ermüdung Unwohlsein Periphere Ödeme | Toleranz Arzneimittelen tzugs-syndrom beim Neugeborenen Schüttelfrost Orientierungs-losigkeit Sich unnormal fühlen | |||
Entzugserscheinungen können auftreten und sich in gesteigerter Erregbarkeit, Angst, Nervosität, Schlaflosigkeit, Hyperkinesien, Tremor und gastrointestinalen Symptomen äußern. Langsames Ausschleichen zur Vermeidung von Entzugssymptomen kann angezeigt sein.
Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen
Arzneimittelabhängigkeit
Die wiederholte Anwendung von Hydromorphon Glenmark kann, auch in therapeutischer Dosierung, zu einer Arzneimittelabhängigkeit führen. Das Risiko für eine Arzneimittelabhängigkeit kann je nach individuellen Risikofaktoren des Patienten, Dosierung und Dauer der Opioidbehandlung variieren (siehe Abschnitt 4.4).
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Zeichen von Hydromorphon-Intoxikation und Überdosierung sind stecknadelkopfgroße Pupillen, Atemdepression und Hypotonie. Kreislaufversagen und Somnolenz bis hin zu Stupor oder Koma, Aspirationspneumonie, Skelettmuskelerschlaffung, Apnoe, Bradykardie und Tod können in schweren Fällen auftreten. Toxische Leukenzephaltopathie wurde bei Überdosierung von Hydromorphon beobachtet.
Die Patienten sollten über die Anzeichen und Symptome einer Überdosierung informiert werden und dafür sorgen, dass auch ihre Angehörigen und Freunde diese Anzeichen kennen und bei deren Auftreten sofort ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.
Behandlung
Die primäre Aufmerksamkeit sollte der Herstellung einer freien Atemwege und der Einleitung einer assistierten oder kontrollierten Beatmung gewidmet werden.
Es sind unverzüglich notfallmedizinische oder gegebenenfalls intensivmedizinische Maßnahmen erforderlich (z. B. Intubation und Beatmung). Zur Behandlung der Intoxikationssymptome können spezifische Opiat-Antagonisten (z. B. Naloxon) angewendet werden. Die Dosierung einzelner Opiat-Antagonisten unterscheidet sich voneinander (jeweilige Fachinformationen beachten!).
Naloxon sollte nicht verabreicht werden, wenn keine signifikanten klinischen Zeichen einer Atem- oder Kreislaufdepression vorliegen. Naloxon soll bei Patienten, von denen bekannt oder anzunehmen ist, dass sie physisch von Hydromorphon abhängig sind, mit Vorsicht verabreicht werden. In solchen Fällen kann die abrupte oder völlige Aufhebung der Hydromorphon-Wirkung ein akutes Entzugssyndrom bewirken.
Eine Magenspülung kann angezeigt sein, um den nicht resorbierten Arzneimittelanteil zu entfernen. Wenn nötig, muss künstlich beatmet werden. Flüssigkeits- und Elektrolytspiegel sollen aufrechterhalten werden.
Je nach Fortschritt und klinischem Zustand des Patienten sollten weitere unterstützende Maßnahmen in Betracht gezogen werden.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Analgetika, Opioide, natürliche Opium-Alkaloide
ATC-Code: N02AA03
Wirkmechanismus
Hydromorphon ist ein μ-selektiver reiner Opioid-Agonist. Hydromorphon und verwandte Opioide wirken hauptsächlich auf das ZNS und den Darm. Die therapeutischen Wirkungen sind vornehmlich analgetisch, anxiolytisch, antitussiv und sedativ, einschließlich Stimmungsveränderungen, Atemdepression, verminderte gastrointestinale Motilität, Übelkeit, Erbrechen und Veränderungen des endokrinen Systems und des autonomen Nervensystems.
Präklinische Studien zeigen verschiedene Wirkungen von Opioiden auf Komponenten des Immunsystems, deren klinische Bedeutung unbekannt ist.
Klinische Langzeitstudien mit Hydromorphon wurden nicht durchgeführt.
Pädiatrische Population
Es liegen keine ausreichenden Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit bei Kindern unter 12 Jahren vor.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Resorption
Hydromorphon wird aus dem Gastrointestinaltrakt resorbiert und unterliegt einer präsystemischen Elimination, was zu einer oralen Bioverfügbarkeit von 32 % (Bereich 17-62 %) führt.
Verteilung
Die Plasmaproteinbindung von Hydromorphon ist gering (< 10 %), wobei dieser Prozentsatz von 2,46 ng/ml bis zu sehr hohen Plasmaspiegeln von 81,99 ng/ml, die nur bei sehr hohen Hydromorphon-Dosen erreicht werden, konstant bleibt.
Biotransformation
Hydromorphon wird durch direkte Konjugation oder durch Reduktion der Ketogruppe mit nachfolgender Konjugation metabolisiert. Nach Resorption wird Hydromorphon hauptsächlich zu Hydromorphon-3-Glukuronid, Hydromorphon-3-Glukosid und Dihydroisomorphin-6-Glukuronid metabolisiert. Zu einem kleineren Anteil wurden auch die Metabolite Dihydroisomorphin-6-Glukosid, Dihydromorphin und Dihydroisomorphin beobachtet. Hydromorphon wird in der Leber metabolisiert. Ein kleiner Anteil wird über die Nieren unverändert ausgeschieden.
Elimination
Metabolite von Hydromorphon wurden im Plasma, Urin und in humanen Hepatozyten-Test-Systemen festgestellt. Es gibt keine Hinweise, dass Hydromorphon in vivo durch das Cytochrom P 450-Enzymsystem metabolisiert wird. In vitro hemmt Hydromorphon mit einer IC50 > 50 μM nur geringfügig die rekombinanten CYP-Isoformen, einschließlich CYP1A2, 2A6, 2C8, 2D6 und 3A4. Es ist deshalb nicht zu erwarten, dass Hydromorphon den Metabolismus von anderen Arzneistoffen, die durch diese CYP-Isoformen metabolisiert werden, inhibiert.
5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit
Es wurde auf die männliche oder weibliche Fertilität bzw. auf die Spermien bei Ratten selbst nach 5 mg/kg/Tag (30 mg/m2/Tag oder das 1,4-Fache der erwarteten Humandosis auf die Oberfläche bezogen) von oralem Hydromorphon keine Wirkung beobachtet.
Hydromorphon war bei Ratten und Kaninchen in Dosen, die im Muttertier toxisch waren, nicht teratogen.
Es gab keinen Nachweis einer fötalen Toxizität bei Ratten, auch nicht bei Dosen von 10 mg/kg oralem Hydromorphonhydrochlorid. Eine verzögerte fötale Entwicklung wurde bei Ratten bei Dosen von 50 mg/kg festgestellt, die no-observed-effect-level-Dosis betrug 25 mg/kg. Die höchste geschätzte Einmalgabe bei weiblichen Ratten und Kaninchen in diesen Studien betrug ca. das 3- bzw. 6-Fache einer oralen Humandosis von 32 mg/Tag (AUC0-24h).
Die Peripartum/Postpartum-Mortalität von Rattenjungen (F1) war bei 2 und 5 mg/kg/Tag erhöht und die Körpergewichte waren geringer während der Stillzeit. Klinische oder Nekropsiebeobachtungen aufgrund der Verabreichung an die Muttertiere wurden nicht beobachtet.
Hydromorphon war im Rückmutationsassay an Bakterien (Ames) und im Maus-Mikronukleus-Assay nicht mutagen. Hydromorphon war auch nicht mutagen im Maus-Lymphoma-Assay in Abwesenheit exogener Metabolisierung (S9). In Gegenwart exogener Metabolisierung war es bei Konzentrationen von 100 μg/ml und darunter nicht mutagen. Bei Konzentrationen von 200 μg/ml und darüber, was deutlich über zu erwartenden durchschnittlichen Human-Plasmaspitzenkonzentrationen liegt, wurde eine positive Reaktion festgestellt.
Karzinogenitätsstudien wurden nicht durchgeführt.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Tablettenkern
Mikrokristalline Cellulose (E460)
Calciumhydrogenphosphat (E341)
Croscarmellose-Natrium (E468)
Hochdisperses Siliciumdioxid (E551)
Magnesiumstearat (Ph.Eur) [pflanzlich] (E470b)
Filmüberzug
Hypromellose 2910 (E464)
Polydextrose (E1200)
Titandioxid (E171)
Maltodextrin
Mittelkettige Triglyceride
Eisen(III)-oxid (E172)
Eisen(II,III)-hydroxid-oxid-Hydrat (E172) [nur 1,3 mg Filmtabletten]
Eisen(II,III)-oxid (E172) [nur 2,6 mg Filmtabletten]
6.2 Inkompatibilitäten
Nicht zutreffend
6.3 Dauer der Haltbarkeit
3 Jahre
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Klare, durchsichtige PVC/PVdc/PVC-Aluminium-Blisterpackungen mit 10, 20, 28, 30, 50, 60 oder 100 Filmtabletten.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu beseitigen.
7. INHABER DER ZULASSUNG
Glenmark Arzneimittel GmbH
Industriestr. 31
82194 Gröbenzell
Deutschland
8. ZULASSUNGSNUMMERN
Hydromorphon Glenmark 1,3 mg Filmtabletten
7020607.00.00
Hydromorphon Glenmark 2,6 mg Filmtabletten
7020608.00.00
9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG
14.11.2025
10. STAND DER INFORMATION
März 2026
11. VERKAUFSABGRENZUNG
Verschreibungspflichtig, Betäubungsmittel
