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Mito-Apogepha 20 mg – Fachinformation (SmPC) für Ärzte und Apotheker

Die Fachinformation richtet sich an Ärzte und Apotheker. Verständliche Hinweise für Patienten enthält der Beipackzettel: Einnahme, Nebenwirkungen, Andere Arzneimittel, Schwangerschaft und Stillzeit.

Aktualisiert:
Fakten
Status:
Verschreibungspflichtig
Wirkstoff:
ATC-Gruppe:

Fachinformation - Mito-Apogepha 20 mg

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Mito-Apogepha 20 mg

Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Lösung zur intravesikalen Anwendung

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Jede Durchstechflasche mit Pulver zur Herstellung einer Lösung zur intravesikalen Anwendung enthält 20 mg Mitomycin.

Nach Rekonstitution enthält 1 ml Lösung 1 mg Mitomycin.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Lösung zur intravesikalen Anwendung

Pulver: graues bis blaugraues Pulver

Lösungsmittel: farblose, klare Flüssigkeit

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Mito-Apogepha 20 mg wird angewendet bei Erwachsenen.

Intravesikale Anwendung zur Rezidivprophylaxe bei nicht-invasivem Harnblasenkarzinom nach transurethraler Resektion.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Mitomycin darf nur von in dieser Therapie erfahrenen Ärzten und bei strenger Indikationsstellung angewendet werden.

Mito-Apogepha 20 mg ist nur zur intravesikalen Instillation nach Rekonstitution bestimmt.

Dosierung

Der Inhalt einer Durchstechflasche wird für eine Blaseninstillation benötigt.

Es gibt eine Vielzahl intravesikaler Therapieregimes für Mitomycin, die sich hinsichtlich der verwendeten Dosis, der Instillationshäufigkeit sowie der Therapiedauer unterscheiden.

Sofern nicht anders angegeben, wird Mitomycin in einer Dosierung von 20 - 40 mg einmal wöchentlich in die Harnblase instilliert. Therapieregimes mit einer alle 2 Wochen, einmal monatlich oder alle 3 Monate erfolgenden Instillation können ebenfalls angewendet werden.

Die Entscheidung für das bestmögliche Regime mit optimaler Anwendungshäufigkeit und Therapiedauer sollte vom Facharzt anhand der individuellen Patientensituation getroffen werden.

Bestimmte Patientengruppen

Zur Anwendung von Mitomycin bei Patienten ≥ 65 Jahre sind keine ausreichenden Daten aus klinischen Studien verfügbar.

Das Arzneimittel sollte bei Patienten mit eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion mit Vorsicht angewendet werden.

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit der Anwendung von Mito-Apogepha 20 mg bei Kindern und Jugendlichen ist nicht erwiesen.

Es liegen keine Daten vor.

Art der Anwendung

Zur Zubereitung einer Lösung zur intravesikalen Anwendung wird der Inhalt einer Durchstechflasche, entsprechend 20 mg Mitomycin, in 20 ml Natriumchloridlösung 9 mg/ml (0,9 %) gelöst.

Die gebrauchsfertige Lösung sollte nicht mehr als 1 mg Mitomycin pro ml enthalten.

Es wird empfohlen, dieses Arzneimittel bei seinem optimalen pH-Wert (Urin-pH > 6) anzuwenden und durch eine reduzierte Flüssigkeitsaufnahme vor, während und nach der Instillation die Konzentration von Mitomycin aufrechtzuerhalten. Die Harnblase muss vor der Instillation mit einem Katheter entleert werden. Mitomycin wird mithilfe eines Katheters und mit geringem Druck in die Harnblase eingeführt. Die Dauer der einzelnen Instillation sollte 1 - 2 Stunden betragen. Während dieser Zeit sollte die Lösung einen ausreichenden Kontakt mit der gesamten Schleimhautoberfläche der Harnblase haben. Es sollte daher darauf geachtet werden, dass der Patient so weit wie möglich mobil bleibt. Nach 2 Stunden sollte der Patient die instillierte Lösung ausscheiden, vorzugsweise sitzend.

Hinweise zur Rekonstitution des Arzneimittels vor der Anwendung siehe Abschnitt 6.6.

4.3 Gegenanzeigen

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile
  • Stillen
  • Vorliegen einer Harnblasenwandperforation
  • Zystitis

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Mitomycin ist bei Menschen eine mutagene und potenziell karzinogene Substanz. Haut- und Schleimhautkontakte sind zu vermeiden.

Es wird empfohlen, nach der Miktion Hände und Genitalbereich zu waschen. Dies gilt insbesondere für die ersten Miktionen nach Anwendung von Mitomycin.

Die intravesikale Anwendung des Arzneimittels sollte mit Vorsicht erfolgen, da das Risiko einer Harnblasenwandperforation besteht, die unmittelbar oder Wochen nach der Instillation des Arzneimittels auftreten kann.

Symptome einer Extravasation nach intravesikaler Anwendung von Mitomycin können direkt nach der Applikation oder erst Wochen oder Monate später auftreten. Es kann unklar sein, ob die Extravasation durch eine unbemerkte Perforation oder eine zu dünne Tunica muscularis bedingt ist oder ob das Arzneimittel nicht korrekt verabreicht wurde.

Als erste Symptome treten Schmerzen im Becken oder Bauchraum auf, die nicht auf eine einfache Analgesie ansprechen. In den meisten Fällen wurde infolge der Extravasation eine (Fett-)Gewebsnekrose im umliegenden Bereich beobachtet. Es wurde auch über eine Harnblasenwandperforation oder die Entwicklung einer Fistel und/oder eines Abszesses berichtet (siehe Abschnitt 4.8).

Um schwerwiegende Konsequenzen zu vermeiden, sollten Ärzte daher bei Patienten, die über Becken- oder Bauchschmerzen klagen, die Möglichkeit einer Extravasation in Betracht ziehen.

Aufgrund der knochenmarktoxischen Wirkung von Mitomycin müssen andere myelotoxische Therapiemodalitäten (insbesondere andere Zytostatika, Bestrahlung) mit besonderer Vorsicht gehandhabt werden, um eine additive Myelosuppression in Grenzen zu halten.

Eine Langzeittherapie kann zu einer kumulativen Knochenmarktoxizität führen.

Die Knochenmarksuppression kann sich verzögert mit maximaler Ausprägung nach 4 - 6 Wochen manifestieren und nach längerer Anwendung kumulieren. Daher ist häufig eine individuelle Dosisanpassung erforderlich.

Ältere Patienten leiden häufiger unter reduzierter physiologischer Funktion und Knochenmarkdepression, die längerfristig anhalten kann. Daher ist Mitomycin in dieser Patientengruppe mit besonderer Vorsicht und unter engmaschiger Überwachung des Patientenzustands zu geben.

Bei pulmonaler Symptomatik, die nicht auf die Grunderkrankung zurückgeführt werden kann, ist die Therapie sofort abzubrechen. Die pulmonale Toxizität ist mit Steroiden gut behandelbar.

Die Therapie sollte ebenfalls sofort abgebrochen werden, wenn sich Symptome einer Hämolyse oder Indikationen für eine Nierenfunktionsstörung (Nephrotoxizität) zeigen. Ein auftretendes hämolytisch-urämisches Syndrom (HUS: irreversibles Nierenversagen, mikroangiopathische hämolytische Anämie [MAHA-Syndrom] und Thrombozytopenie) verläuft gewöhnlich tödlich.

Eine engmaschige Überwachung der Nierenfunktion wird empfohlen.

Neue Erkenntnisse lassen einen Therapieversuch zur Entfernung von Immunkomplexen, die anscheinend bei der Auslösung der Symptome eine signifikante Rolle spielen, mittels Immunadsorption mit Staphylokokken-Protein-A-Säulen angezeigt erscheinen.

Nach einer intravesikalen Anwendung von Mitomycin sind bislang keine Fälle von MAHA beobachtet worden.

Zu Vorsichtsmaßnahmen bei der Handhabung von Mito-Apogepha 20 mg siehe Abschnitt 6.6.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Mögliche Wechselwirkungen unter intravesikaler Therapie

Es sind keine Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln bekannt, wenn Mitomycin intravesikal verabreicht wird.

Mögliche Wechselwirkungen unter systemischer Therapie

Chemotherapeutika und Radiotherapie

Myelotoxische Wechselwirkungen mit anderen Knochenmark-schädigenden Therapiemodalitäten (besonders andere zytotoxische Arzneimittel, Strahlentherapie) sind möglich.

Die Kardiotoxizität von Doxorubicin kann durch Mitomycin verstärkt werden.

Eine Kombination mit Vinca-Alkaloiden oder Bleomycin kann die pulmonale Toxizität verstärken.

Bei Patienten, die eine gleichzeitige intravenöse Gabe von Mitomycin und 5-Fluorouracil oder Tamoxifen erhielten, wurde von einem erhöhten Risiko für ein hämolytisch-urämisches Syndrom berichtet.

Vitamine

Die gleichzeitige Gabe von Pyridoxinhydrochlorid (Vitamin B6) führte im Tierversuch zum Wirkungsverlust von Mitomycin.

Impfstoffe

Während einer Mitomycin-Behandlung sollten keine Impfungen mit Lebendimpfstoffen erfolgen, da durch den Lebendimpfstoff ein erhöhtes Infektionsrisiko entstehen könnte.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Es liegen keine hinreichenden Daten für die Verwendung von Mitomycin bei Schwangeren vor.

Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3).

Mitomycin hat eine mutagene, teratogene und karzinogene Wirkung und kann daher die Entwicklung eines Embryos beeinträchtigen. Frauen dürfen während einer Behandlung mit Mitomycin nicht schwanger werden. Falls während der Behandlung eine Schwangerschaft eintritt, muss eine genetische Beratung angeboten werden.

Stillzeit

Es gibt Hinweise dafür, dass Mitomycin in die Muttermilch übergeht.

Aufgrund seiner erwiesenen mutagenen, teratogenen und karzinogenen Wirkung darf Mitomycin während der Stillzeit nicht gegeben werden. Daher ist Mito-Apogepha 20 mg während der Stillzeit kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

Fertilität

Patientinnen im geschlechtsreifen Alter sollten während und bis zu 6 Monate nach Beendigung der Chemotherapie empfängnisverhütende Maßnahmen ergreifen bzw. sexuelle Abstinenz einhalten.

Mitomycin wirkt erbgutschädigend. Männern, die mit Mitomycin behandelt werden, wird daher empfohlen, während der Behandlung und bis zu 6 Monate danach kein Kind zu zeugen und sich vor Therapiebeginn wegen der Möglichkeit einer irreversiblen Infertilität durch die Therapie mit Mitomycin über eine Spermakonservierung beraten zu lassen.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Mito-Apogepha 20 mg kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch durch Auslösen von Übelkeit und Erbrechen das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt ist. Dies gilt besonders in Verbindung mit Alkohol.

4.8 Nebenwirkungen

Die Nebenwirkungen sind im Folgenden nach Systemorganklassen und Häufigkeit aufgeführt.

Die Häufigkeiten sind wie folgt definiert:

Sehr häufig: ≥ 1/10

Häufig: ≥ 1/100, < 1/10

Gelegentlich: ≥ 1/1 000, < 1/100

Selten: ≥1/10 000, < 1/1 000

Sehr selten: < 1/10 000

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Mögliche Nebenwirkungen unter intravesikaler Therapie

Nebenwirkungen können durch die Lösung zur intravesikalen Instillation verursacht werden oder infolge einer tiefen Resektion auftreten.

Bei intravesikaler Anwendung von Mitomycin sind die häufigsten Nebenwirkungen allergische Hautreaktionen in Form von lokalen Exanthemen (z. B. Kontaktdermatitis, auch in Form von Palmar- und Plantarerythemen) und Zystitis (siehe Tabelle 1).

Tabelle 1

Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes

Häufig

Pruritus, allergischer Hautausschlag, Kontaktdermatitis, palmar-plantares Erythrodysästhesiesyndrom

Selten

Generalisiertes Exanthem

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Häufig

Zystitis (möglicherweise hämorrhagisch), Dysurie, Nykturie, Pollakisurie, Hämaturie, lokale Reizung der Harnblasenwand

Sehr selten

Nekrotisierende Zystitis, allergische (eosinophile) Zystitis, Stenosen der ableitenden Harnwege, verminderte Harnblasenkapazität, Kalzifizierung der Harnblasenwand, Harnblasenwandfibrose, Harnblasenwandperforation

Nicht bekannt

Im Falle einer Extravasation:

Harnblasenwandperforation, (Fett-)Gewebsnekrose im umliegenden Bereich, vesikale Fistel, Abszesse

Bei Auftreten einer Zystitis sollte diese symptomatisch durch lokale antiphlogistische und analgetische Maßnahmen behandelt werden. In den meisten Fällen kann die Therapie mit Mitomycin fortgesetzt werden, bei Bedarf mit reduzierter Dosis.

In Einzelfällen ist eine allergische (eosinophile) Zystitis beschrieben worden, die einen Therapieabbruch erforderlich machte.

Bei der intravesikalen Therapie gelangt Mitomycin nur in geringfügiger Menge in den Körperkreislauf. Gleichwohl sind in sehr seltenen Fällen die folgenden systemischen Nebenwirkungen berichtet worden (siehe Tabelle 2).

Mögliche systemische Nebenwirkungen, die sehr selten nach intravesikaler Anwendung aufgetreten sind

Tabelle 2

Erkrankungen des Blutes und des LymphsystemsLeukozytopenie, Thrombozytopenie
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und MediastinumsInterstitielle Lungenerkrankung
Erkrankungen des GastrointestinaltraktsÜbelkeit, Erbrechen, Diarrhoe
Leber- und GallenerkrankungenTransaminasen erhöht
Erkrankungen der Haut und des UnterhautgewebesAlopezie
Erkrankungen der Nieren und HarnwegeNierenfunktionsstörungen
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am VerabreichungsortFieber

Mögliche Nebenwirkungen unter systemischer Therapie

Die häufigsten Nebenwirkungen von systemisch gegebenem Mitomycin sind gastrointestinale Symptome wie Übelkeit und Erbrechen sowie Knochenmarksuppression mit Leukopenie und, zumeist dominanter, Thrombozytopenie (siehe Tabelle 3). Die Knochenmarksuppression tritt bei bis zu 65 % der Patienten auf.

Bei bis zu 10 % der Patienten muss mit schwerer Organtoxizität in Form von interstitieller Pneumonie oder Nephrotoxizität gerechnet werden.

Mitomycin ist potenziell hepatotoxisch.

Tabelle 3

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Sehr häufig

Knochenmarksuppression, Leukopenie, Thrombozytopenie

Selten

Hämolytische Anämie, thrombotische Mikroangiopathie (TMA) einschl. thrombotisch-thrombozytopenische Purpura (TTP)

Nicht bekannt

Anämie

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Selten

Lebensbedrohliche Infektion, Sepsis

Nicht bekannt

Infektion

Erkrankungen des Immunsystems

Sehr selten

Schwere allergische Reaktion

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Gelegentlich

Anorexie

Herzerkrankungen

Selten

Herzinsuffizienz nach vorausgegangener Anthrazyklintherapie

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Häufig

Interstitielle Pneumonie, Dyspnoe, Husten, Kurzatmigkeit

Selten

Pulmonaler Hypertonus, Lungenvenenverschlusskrankheit (PVOD)

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Sehr häufig

Übelkeit, Erbrechen

Gelegentlich

Mukositis, Stomatitis, Diarrhoe

Leber- und Gallenerkrankungen

Selten

Leberfunktionsstörung, Transaminasenerhöhung, Ikterus, Lebervenenverschlusskrankheit (VOD)

Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes

Häufig

Exantheme, allergischer Hautausschlag, Kontaktdermatitis, palmar-plantares Erythrodysästhesiesyndrom

Gelegentlich

Alopezie

Selten

Generalisierte Exantheme

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Häufig

Nierenfunktionsstörung, erhöhtes Serumkreatinin, Glomerulopathie, Nephrotoxizität

Selten

Hämolytisch-urämisches Syndrom (HUS, häufig mit letalem Ausgang), mikroangiopathische hämolytische Anämie (MAHA-Syndrom)

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Häufig

Bei Paravasation: Zellulitis, Gewebsnekrosen

Gelegentlich

Fieber

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Symptome der Intoxikation

Bei Überdosierung muss mit einer schweren Myelotoxizität bis hin zur Myelophthise gerechnet werden, die erst nach etwa 2 Wochen klinisch voll in Erscheinung tritt.

Der Zeitraum bis zum Absinken der Leukozyten auf den tiefsten Wert kann bis zu 4 Wochen betragen.

Auch bei Verdacht auf Überdosierung muss daher eine längere, engmaschige hämatologische Kontrolle erfolgen.

Bislang sind jedoch keine Fälle von Überdosierung bei intravesikaler Anwendung von Mitomycin berichtet worden.

Therapie bei Intoxikation

Da keine effektiven Gegenmittel verfügbar sind, ist bei der Gabe dieses Arzneimittels größtmögliche Sorgfalt geboten.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antineoplastische Mittel, zytotoxische Antibiotika und verwandte Substanzen, andere zytotoxische Antibiotika, ATC-Code: L01DC03

Das Antibiotikum Mitomycin ist ein Zytostatikum aus der Gruppe der Alkylanzien.

Mitomycin ist ein aus Streptomyces caespitosus isoliertes Antibiotikum mit antineoplastischer Wirkung. Es liegt in inaktiver Form vor. Die Aktivierung zu einem trifunktionellen Alkylans erfolgt rasch, entweder bei physiologischem pH in Anwesenheit von NADPH im Serum oder praktisch in allen Körperzellen intrazellulär mit Ausnahme des Cerebrums, da die Blut-Hirn-Schranke von Mitomycin nicht überwunden wird. Die 3 alkylierenden Radikale stammen je von einer Chinon-, einer Aziridin- und einer Urethangruppe. Der Wirkungsmechanismus beruht überwiegend auf einer Alkylierung der DNS (weniger der RNS) mit entsprechender Hemmung der DNS-Synthese. Der Grad der DNS-Schädigung korreliert mit dem klinischen Effekt und ist in resistenten Zellen geringer als in sensiblen. Wie bei anderen Alkylanzien werden proliferierende Zellen stärker geschädigt als solche, die sich in der Ruhephase (G0) des Zellzyklus befinden. Zusätzlich werden, insbesondere bei Anwendung höherer Dosen, freie Peroxidradikale freigesetzt, die zu DNS-Brüchen führen. Die Freisetzung von Peroxidradikalen wird mit dem organspezifischen Muster an Nebenwirkungen in Verbindung gebracht.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Nach intravesikaler Verabreichung erreicht nur ein kleiner Teil von Mitomycin das Serum. Vierzig Minuten nach intravesikaler Instillation von 40 mg Mitomycin wurden im Plasma Spitzenkonzentrationen von maximal 0,05 μg/ml gemessen. Dies liegt deutlich unter dem Mitomycin-Serumspiegel von 0,4 μg/ml, der als myelosuppressiv bekannt ist. Gleichwohl lässt sich eine systemische Wirkung nicht völlig ausschließen.

Im Vergleich dazu wurden nach intravenöser Anwendung von 10 - 20 mg/m² Mitomycin Spitzenkonzentrationen von 0,4 - 3,2 µg/ml im Plasma gemessen.

Verteilung

Die biologische Halbwertszeit ist kurz und liegt zwischen 40 und 50 Minuten. Der Abfall des Serumspiegels verläuft biexponentiell, zunächst innerhalb der ersten 45 Minuten steil, danach langsamer.

Nach etwa 3 Stunden liegen die Serumspiegel gewöhnlich unterhalb der Nachweisgrenze.

Biotransformation und Elimination

Der Hauptort der Metabolisierung und Elimination nach systemischer Anwendung ist die Leber. Dementsprechend wurden hohe Konzentrationen von Mitomycin in der Gallenblase gefunden. Die renale Ausscheidung spielt für die Elimination nur eine untergeordnete Rolle.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Im Tierversuch wirkt Mitomycin toxisch auf alle proliferierenden Gewebe, insbesondere auf die Zellen des Knochenmarks und die der Schleimhaut des Magen-Darm-Kanals, und es kommt zu einer Hemmung der Spermiogenese.

Mitomycin besitzt mutagene, karzinogene und teratogene Wirkungen, die in entsprechenden experimentellen Systemen nachweisbar sind.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Pulver: Mannitol (Ph. Eur.)

Lösungsmittel: Natriumchlorid, Wasser für Injektionszwecke

6.2 Inkompatibilitäten

Inkompatibilitäten treten mit stark sauren oder alkalischen Substanzen auf.

Das Arzneimittel darf, außer mit den unter Abschnitt 6.6 aufgeführten, nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

24 Monate

Das Arzneimittel ist unmittelbar nach der Rekonstitution anzuwenden.

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Durchstechflasche mit Pulver:

Nicht über 30 °C lagern.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Lösungsmittel:

Es sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Aufbewahrungsbedingungen nach Rekonstitution des Arzneimittels, siehe Abschnitt 6.3.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Pulver:

Braunglas-Durchstechflasche Typ I, verschlossen mit einem Brombutyl-Gummistopfen mit Aluminiumkappe und einer Flip-Off-Kappe

Lösungsmittel:

PVC-Beutel

Packungen:

1 Durchstechflasche mit Pulver zur Herstellung einer Lösung zur intravesikalen Anwendung und 1 Instillationssystem mit Lösungsmittel, Katheter

4 Durchstechflaschen mit Pulver zur Herstellung einer Lösung zur intravesikalen Anwendung und 4 Instillationssysteme mit Lösungsmittel, Katheter

5 Durchstechflaschen mit Pulver zur Herstellung einer Lösung zur intravesikalen Anwendung und 5 Instillationssysteme mit Lösungsmittel, Katheter

6 Durchstechflaschen mit Pulver zur Herstellung einer Lösung zur intravesikalen Anwendung und 6 Instillationssysteme mit Lösungsmittel, Katheter

Klinikpackungen:

1 Durchstechflasche mit Pulver zur Herstellung einer Lösung zur intravesikalen Anwendung und 1 Instillationssystem mit Lösungsmittel, Katheter

4 Durchstechflaschen mit Pulver zur Herstellung einer Lösung zur intravesikalen Anwendung und 4 Instillationssysteme mit Lösungsmittel, Katheter

5 Durchstechflaschen mit Pulver zur Herstellung einer Lösung zur intravesikalen Anwendung und 5 Instillationssysteme mit Lösungsmittel, Katheter

6 Durchstechflaschen mit Pulver zur Herstellung einer Lösung zur intravesikalen Anwendung und 6 Instillationssysteme mit Lösungsmittel, Katheter

10 Durchstechflaschen mit Pulver zur Herstellung einer Lösung zur intravesikalen Anwendung und 10 Instillationssysteme mit Lösungsmittel, Katheter

Jede Durchstechflasche ist mit einer Folie zur Sicherung gegen Glassplitterung und Kontamination ummantelt.

Die Packungen enthalten einen verschließbaren Entsorgungsbeutel.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Es dürfen nur klare Lösungen verwendet werden.

Der Inhalt der Durchstechflasche ist zur einmaligen Anwendung bestimmt.

Nicht verwendete Lösung ist zu verwerfen.

Beim Umgang mit Mitomycin sollten die Inhalation des Pulvers sowie Haut- und Schleimhautkontakte vermieden werden (Handschuhe tragen!). Die Zubereitung sollte durch geschultes Personal erfolgen.

Schwangeres Personal ist vom Umgang mit Zytostatika auszuschließen.

Kontaminierte Körperstellen sollen umgehend sorgfältig mit Wasser und Seife gereinigt werden.

Handcremes dürfen nicht verwendet werden, da sie das Eindringen des Arzneimittels in die Epidermis begünstigen können.

Im Falle eines Kontakts mit den Augen muss das betroffene Auge mehrere Male mit Kochsalzlösung gespült werden. Das Auge muss mehrere Tage lang auf eine Schädigung der Hornhaut beobachtet werden. Sofern erforderlich, ist eine geeignete Behandlung einzuleiten.

Die Natriumchloridlösung 9 mg/ml (0,9 %) ist ausschließlich zur intravesikalen Instillation geeignet und nur zur einmaligen Anwendung bestimmt. Sie kann nach der Anwendung zusammen mit der entleerten Durchstechflasche im beiliegenden Entsorgungsbeutel entsorgt werden.

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu beseitigen.

Die Broschüre „Zytostatika im Gesundheitsdienst – Informationen zur sicheren Handhabung“ der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege ist zu beachten.

Rekonstitution von Mito-Apogepha 20 mg

  1. 1. Aluminiumverpackung an der Einkerbung einreißen und Klarsicht-Sterilverpackung mit Natriumchloridlösung 9 mg/ml (0,9 %) entnehmen. Klarsicht-Sterilverpackung oben mittig aufreißen und das Applikationssystem mit der Natriumchloridlösung 9 mg/ml (0,9 %) entnehmen. Weiße Klemmverschlüsse ① und ② auf beiden Seiten durch Drücken der Riffelfläche schließen.
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  1. 2. Arzneimittelflasche auf festen Untergrund stellen, Deckel-Kappe entfernen und den Anstechdorn ③ des Applikationssystems mittig und senkrecht durch den Gummistopfen der Arzneimittelflasche einstechen. Der Klemm-Bügel ④ des Applikationssystems ist abschließend unter dem Aluminiumrand der Arzneimittelflasche fixiert (hörbares und spürbares Einrasten).
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  1. 3. Roten Knickverschluss an der Sollbruchstelle durch Hin- und Herbiegen aufbrechen.
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  1. 4. Weißen Klemmverschluss ② zur Arzneimittelflasche durch Zurückdrücken des unteren Klemmenrandes öffnen. Natriumchloridlösung 9 mg/ml (0,9 %) durch Zusammendrücken des Beutels ⑤ in die Arzneimittelflasche pumpen und leicht schwenken. Applikationssystem mit der Arzneimittelflasche nach oben drehen.
Ein Bild, das Entwurf, Zeichnung, Diagramm, Werkzeug enthält.

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  1. 5. Rekonstituiertes Arzneimittel vollständig durch Zusammendrücken des Beutels ⑤ zurückpumpen und dann den weißen Klemmverschluss ② zur Arzneimittelflasche schließen.
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  1. 6. Blaue Steril-Schutzkappe ⑥ am Katheteranschluss an der Spitze knicken. Somit wird der darunterliegende Katheteranschluss geöffnet. Danach die blaue Kappe ⑥ abziehen.
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  1. 7. Das Applikationssystem an den in der Harnröhre positionierten, kompatiblen Katheter ⑦ anschließen (konische Aufsteckverbindung). Weißen Klemmverschluss ① am Katheteranschluss öffnen und das gesamte rekonstituierte Arzneimittel durch Zusammendrücken des Beutels ⑤ via Katheter in die Harnblase instillieren. Beutel zusammengedrückt lassen und das gesamte Applikationssystem zusammen mit dem Katheter im beiliegenden, verschließbaren Entsorgungsbeutel gemäß den nationalen Anforderungen entsorgen.
Ein Bild, das Entwurf, Zeichnung, Cartoon, Darstellung enthält.

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7. INHABER DER ZULASSUNG

APOGEPHA Arzneimittel GmbH

Kyffhäuserstr. 27

01309 Dresden

Telefon 0351 3363-3

Telefax 0351 3363-440

info@apogepha.de

www.apogepha.de

8. ZULASSUNGSNUMMER

7020518.00.00

9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG

04.05.2026

10. STAND DER INFORMATION

06.2026

11. VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

Über dieses Dokument

Quelle: BfArM – Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (AMIce) · Zulassungsnummer: 7020518.00.00 · ENR 7020518

Stand der Information laut Text: 06/2026

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Die Informationen auf dieser Website ersetzen nicht den Rat eines Arztes oder Apothekers.

Fakten zu Mito-Apogepha 20 mg

Rezeptpflicht
Verschreibungspflichtig?
  • Sie erhalten das Arzneimittel nur mit einem ärztlichen Rezept in der Apotheke.
  • Rechtsgrundlage laut BfArM: verschreibungspflichtig gemäß § 48(1),(2)2 AMG.
Wirkstoff Mitomycin
Darreichungsform Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Lösung zur intravesikalen Anwendung
Art der Anwendung Intravesikale Anwendung
Art des Arzneimittels Chemisches Arzneimittel
Sonstige Bestandteile Mannitol (Ph.Eur.), Stickstoff, Natriumchlorid, Wasser für Injektionszwecke
Packungsgrößen 1 Stück, 1 Stück, 4 Stück, 4 Stück, 5 Stück, 5 Stück, 6 Stück, 6 Stück (außerdem Klinikpackungen: 1 Stück, 1 Stück, 4 Stück, 4 Stück, 5 Stück, 5 Stück, 6 Stück, 6 Stück, 10 Stück, 10 Stück)
Haltbarkeit 24 Monate (ungeöffnete Packung)
Lagerung Lagerung und Transport: Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich
Fälschungsschutz Ja – die Packung trägt einen individuellen Code und einen Erstöffnungsschutz (securPharm), die Apotheke prüft die Echtheit
ATC-Klassifikation
  1. L Antineoplastische und immunmodulierende Mittel
    1. L01 Antineoplastische Mittel
      1. L01D Zytotoxische Antibiotika und verwandte Substanzen
        1. L01DC Andere zytotoxische Antibiotika
          1. L01DC03 Mitomycin
Referenzarzneimittel Generikum von Mitomycin medac
Zulassung 7020518.00.00, seit 04.05.2026; nationales Verfahren (Deutschland)
Pharmazeutischer Unternehmer APOGEPHA Arzneimittel GmbH, 01309 Dresden
Hersteller (Freigabe) APOGEPHA Arzneimittel GmbH

Quelle: BfArM, Arzneimittel-Informationssystem AMIce (ENR 7020518), Datensatz vom 16.10.2026. Angaben ohne Gewähr – fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke.