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Otriven Duo mit Xylometazolin und Ipratropium - Zusammengefasste Informationen

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Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels - Otriven Duo mit Xylometazolin und Ipratropium

FACHINFORMATION

1.    bezeichnung des arzneimittels

Otriven Duo mit Xylometazolin und Ipratropium

0,5 mg/ml Xylometazolin­hydrochlorid + 0,6 mg/ml Ipratropiumbromid

Nasenspray, Lösung

Für Erwachsene

2.    qualitative und quantitative zusammensetzung

1 ml enthält 0,5 mg Xylometazolin­hydrochlorid und 0,6 mg Ipratropiumbromid.

1 Sprühstoß (ca. 140 Mikroliter) enthält 70 Mikrogramm Xylometazolin­hydrochlorid und 84 Mikrogramm Ipratropiumbromid.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.    darreichungsform

Nasenspray, Lösung.

Klare, farblose Lösung.

4.   klinische angaben

4.1  anwendungsgebiete

Symptomatische Behandlung von Nasenschleimhau­tanschwellung und Rhinorrhoe im Zusammenhang mit Schnupfen.

4.2    dosierung und art der anwendung

Dosierung

Erwachsene: 1 Sprühstoß in jedes Nasenloch bis zu 3-mal täglich. Zwischen zwei Anwendungen sollten mindestens 6 Stunden liegen. Eine 3-malige Anwendung pro Tag und Nasenloch nicht überschreiten.

Die Behandlungsdauer sollte sieben Tage nicht überschreiten (siehe Abschnitt 4.4).

Die angegebene Dosis nicht überschreiten.

Es sollte die zur Erzielung der Wirksamkeit niedrigste Dosis für die kürzeste Behandlungsdauer angewendet werden.

Sobald die Beschwerden nachgelassen haben, wird empfohlen die Anwendung bereits vor Erreichen der maximalen Behandlungsdauer von 7 Tagen einzustellen, um das Risiko von Nebenwirkungen zu minimieren (siehe Abschnitt 4.8).

Kinder und Jugendliche

Otriven Duo wird nicht für die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren empfohlen, da keine ausreichenden Daten vorliegen.

Ältere Personen

Über die Anwendung bei Patienten über 70 Jahren liegen nur begrenzte Erfahrungen vor.

Art der Anwendung

Vor der ersten Anwendung muss die Pumpe durch 4-maliges Sprühen befüllt werden. Einmal befüllt, bleibt die Pumpe im Allgemeinen bei regelmäßiger Anwendung gebrauchsfertig.

1. Vor der Anwendung Nase gründlich schnäuzen.

2. Flasche mit dem Daumen unter dem Boden und den Sprühkopf zwischen zwei Fingern aufrecht halten.

3. Kopf etwas nach vorne neigen und den Sprühkopf in eine Nasenöffnung einführen.

4. Einmal sprühen und gleichzeitig leicht durch die Nase einatmen.

5. Vorgang in der anderen Nasenöffnung wiederholen.

6. Nach dem Gebrauch den Sprühkopf reinigen und abtrocknen, bevor die Schutzkappe wieder auf die Flasche aufgesetzt wird.

Sollte das Spray während des gesamten Sprühvorgangs nicht vollständig sprühen oder das Arzneimittel länger als 6 Tage nicht verwendet worden sein, muss die Pumpe nochmals mit 4 Sprühvorgängen, wie zu Beginn, befüllt werden. Falls kein vollständiger Sprühstoß verabreicht werden konnte, sollte die Dosierung nicht wiederholt werden.

Zur Vermeidung von Infektionen darf das Spray nur von einem Patienten verwendet werden.

Nicht in die Augen sprühen.

4.3    gegenanzeigen

Otriven Duo darf bei Kindern unter 18 Jahren nicht angewendet werden, da keine ausreichenden Daten vorliegen.

Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.

Bekannte Überempfindlichkeit gegen Atropin oder Atropin-ähnliche Substanzen, wie z. B. Hyoscyamin und Scopolamin.

Nach chirurgischen Eingriffen, bei welchen möglicherweise die Dura mater beschädigt wurde, z. B. bei transsphenoidaler Hypophysektomie oder sonstigen transnasalen Operationen.

Engwinkelglaukom.

Rhinitis sicca oder atrophische Rhinitis.

4.4    besondere warnhinweise und vorsichtsmaßnahmen für die anwendung

Das Arzneimittel muss mit Vorsicht angewendet werden bei Patienten, die empfindlich auf adrenerge Stoffe reagieren, da es zu Symptomen wie Schlafstörungen, Schwindel, Tremor, Herzrhythmusstörun­gen oder erhöhtem Blutdruck führen kann.

Bei Patienten mit folgenden Erkrankungen muss das Arzneimittel vorsichtig angewendet werden:

– Hypertonie, Herz-Kreislauf-Krankheiten. Patienten mit Long-QT-Syndrom, die mit Xylometazolin behandelt werden, haben möglicherweise ein erhöhtes Risiko für schwere ventrikuläre Arrhythmien.

– Hyperthyreoidismus, Diabetes mellitus

– Hypertrophie der Prostata, Blasenhalsstenose

– Phäochromozytom

– Zystische Fibrose

– Monoaminooxida­sehemmer-Therapie (MAO-Hemmer) oder Patienten, die diese in

den letzten zwei Wochen eingenommen haben (siehe Abschnitt 4.5).

– Tri- und tetrazyklische Antidepressiva-Behandlung oder Patienten, die diese in den

letzten zwei Wochen eingenommen haben (siehe Abschnitt 4.5).

– Beta-2-Agonisten-Behandlung (siehe Abschnitt 4.5).

Vorsicht ist geboten bei Patienten mit einer Prädisposition für:

– Engwinkelglaukom,

– Epistaxis (z. B. ältere Menschen),

– paralytischen Ileus.

Es können unmittelbare Überempfindlichke­itsreaktionen, einschließlich Urtikaria, Angioödem, Hautausschlag, Bronchospasmus, pharyngeales Ödem und Anaphylaxie, auftreten.

Die Behandlungsdauer sollte 7 Tage nicht überschreiten, da eine chronische Behandlung mit Xylometazolin­hydrochlorid zu einem Anschwellen der Nasenschleimhaut und zu Hypersekretion aufgrund einer erhöhten Sensibilität der Zellen führen kann, sogenannter „Rebound-Effekt“ (Rhinitis medicamentosa).

Die Patienten sollten angewiesen werden, das Sprühen von Otriven Duo in oder um die Augen zu vermeiden. Falls Otriven Duo mit den Augen in Kontakt kommt, können

folgende vorübergehende Symptome auftreten: Verschwommenes Sehen, Reizung, Schmerzen, gerötete Augen. Es kann auch zu einer Verschlechterun­g eines

Engwinkelglaukoms kommen.

Der Patient sollte angewiesen werden, die Augen mit kaltem Wasser auszuspülen, falls Otriven Duo in direkten Kontakt mit den Augen kommt, und einen Arzt aufzusuchen, falls Augenschmerzen oder verschwommenes Sehen auftreten.

Außerhalb der Sicht- und Reichweite von Kindern aufbewahren.

4.5    wechselwirkungen mit anderen arzneimitteln und sonstige wechselwirkungen

monoaminooxidasehemmer (mao-hemmer) oder tri- und tetrazyklische antidepressivadie gleichzeitige anwendung oder eine anwendung von sympathomimetischen präparaten innerhalb der letzten 2 wochen kann zu stark erhöhtem blutdruck führen und wird daher nicht empfohlen.sympathomimetische präparate setzen katecholamin frei, was zu einer erheblichen freisetzung von noradrenalin führt, was wiederum eine vasokonstriktive wirkung hat, welche zu erhöhtem blutdruck führt. in kritischen fällen von bluthochdruck sollte die behandlung mit otrivin duo abgebrochen und der erhöhte blutdruck behandelt werden (siehe abschnitt 4.4).

Die gleichzeitige Anwendung anderer Anticholinergika kann die anticholinerge Wirkung verstärken.

Die oben genannten Wechselwirkungen wurden bei beiden Wirkstoffen von Otriven Duo einzeln, jedoch nicht in Kombination untersucht.

Es wurden keine formalen Interaktionsstudien mit anderen Stoffen durchgeführt.

4.6    fertilität, schwangerschaft und stillzeit

Schwangerschaft

Zur Anwendung dieses Präparates bei Schwangeren liegen unzureichende Daten vor. Tierexperimentelle Studien sind im Hinblick auf die Reproduktionsto­xizität unzureichend (siehe Abschnitt 5.3).

Es ist ratsam, dieses Präparat während der Schwangerschaft nicht anzuwenden.

Xylometazolin

Die verfügbaren Daten zeigen für Xylometazolin das Potenzial einen systemischen Vasokonstriktor-Effekt auszuüben.

Angesichts seiner systemischen vasokonstrikto­rischen Wirkung ist es ratsam, Xylometazolin während der Schwangerschaft nicht anzuwenden.

Ipratropiumbromid

Die klinische Sicherheit von Ipratropiumbromid während der Schwangerschaft beim Menschen wurde nicht nachgewiesen.

Nichtklinische Daten zeigten eine Embryotoxizität nach inhalativer Verabreichung von Ipratropiumbromid an Kaninchen in Dosen, die über der klinischen Dosis lagen (siehe Abschnitt 5.3).

Stillzeit

Es liegen keine ausreichenden Daten vor, um zu bestimmen, ob dieses Präparat beim Menschen in die Muttermilch ausgeschieden wird. Dieses Präparat sollte während der Stillzeit nur nach ärztlichem Rat angewendet werden.

Wenn der erwartete Nutzen für die Mutter größer ist als das mögliche Risiko für den Säugling, sollte die niedrigste wirksame Dosis und die kürzeste Behandlungsdauer in Betracht gezogen werden.

Xylometazolin

Es gibt keinen Hinweis auf eine nachteilige Wirkung auf den gestillten Säugling. Es ist nicht bekannt, ob Xylometazolin in die Muttermilch ausgeschieden wird.

Ipratropiumbromid

Es ist nicht bekannt, ob Ipratropriumbromid in die Muttermilch ausgeschieden wird.

Fertilität

Es liegen keine ausreichenden Daten zu den Auswirkungen dieses Präparates auf die Fruchtbarkeit vor.

Xylometazolin

Es liegen keine ausreichenden Daten zu Auswirkungen von Xylometazolin­hydrochlorid auf die Fertilität vor und Tierstudien sind nicht verfügbar.

Ipratropium

Nichtklinische Daten zeigten keinen Hinweis auf eine Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit nach oraler Verabreichung von Ipratropiumbromid an Ratten in Dosen höher als die klinische Dosis (siehe Abschnitt 5.3).

4.7    auswirkungen auf die verkehrstüchtigkeit und das bedienen von maschinen

Unter der Anwendung von Otriven Duo wurde über Sehstörungen (einschließlich verschwommenes Sehen und Mydriasis), Schwindel und Müdigkeit berichtet. Die Patienten sind anzuweisen, dass sie, sofern betroffen, keine Fahrzeuge führen, Maschinen bedienen oder an Aktivitäten teilnehmen dürfen, bei denen diese Symptome sie selbst oder andere gefährden könnten.

4.8    nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen sind Epistaxis bei 14,8 %, sowie Trockenheit der Nase bei 11,3 % der Patienten.

Viele der berichteten Nebenwirkungen sind auch Symptome einer Erkältung.

Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen

Die Nebenwirkungen werden nach Systemorganklassen und Häufigkeiten angegeben.

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

Sehr häufig (>1/10); Häufig (>1/100 bis <1/10); gelegentlich (>1/1000 und <1/100); selten (>1/10000 und <1/1000); sehr selten (<1/10000); nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Xylometazolin and Ipratropiumbromid

Die nachfolgenden Nebenwirkungen für die Kombination aus Xylometazolin und Ipratropriumbromid wurden in zwei randomisierten klinischen Studien und einer nichtinterven­tionellen Studie nach Marktzulassung mit dem Präparat, sowie aus der Überwachung nach dem Inverkehrbringen, berichtet.

Systemorganklasse

Nebenwirkung

Häufigkeit

Erkrankungen des Immunsystems

Überempfindlichke­itsreaktionen (Angioöden, Hautausschlag, Juckreiz)

Sehr selten

Psychiatrische Erkrankungen

Schlaflosigkeit

Gelegentlich

Erkrankungen des Nervensystems

Geschmacksstörung

Häufig

Geruchsstörung, Zittern

Gelegentlich

Augenerkrankungen

Augenreizung, trockene Augen

Gelegentlich

Photopsie

Nicht bekannt

Herzerkrankungen

Palpitationen, Tachykardie

Gelegentlich

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Epistaxis

Sehr häufig

Verstopfte Nase, Rhinalgie

Häufig

Nasengeschwür, Dysphonie, oropharyngeale Schmerzen, Niesen

Gelegentlich

Rhinorrhoe

Selten

Nasennebenhöhlen­beschwerden

Nicht bekannt

Erkrankungen des

Gastrointesti­naltrakts

Verdauungsstörungen

Gelegentlich

Schluckstörungen

Nicht bekannt

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Müdigkeit, Unbehagen

Gelegentlich

Brustbeklemmung, Durst

Nicht bekannt

Xylometazolin

Die folgenden Nebenwirkungen wurden in klinischen Studien und bei der Überwachung nach dem Inverkehrbringen mit Xylometazolin berichtet.

Systemorganklasse

Nebenwirkung

Häufigkeit

Erkrankungen des Nervensystems

Kopfschmerzen

Häufig

Augenerkrankungen

Sehstörungen

Sehr selten

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Trockenheit der Nasen, Nasale Beschwerden

Häufig

Epistaxis

Gelegentlich

Erkrankungen des

Gastrointesti­naltrakts

Übelkeit

Häufig

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Brennen an der Applikationsstelle

Häufig

Ipratropiumbromid

Die folgenden Nebenwirkungen wurden anhand von Daten identifiziert, die in klinischen Studien und der Pharmakovigilanz während der Anwendung des Arzneimittels nach der Zulassung berichtet wurden.

Systemorganklasse

Nebenwirkung

Häufigkeit

Erkrankungen des Immunsystems

Anaphylaktische Reaktion, Überempfindlichkeit

Nicht bekannt

Erkrankungen des Nervensystems

Schwindel, Kopfschmerzen

Häufig

Augenerkrankungen

Hornhautödem, Bindehauthyperämie

Gelegentlich

Glaukom, erhöhter Augeninnendruck, Akkommodation­sstörung, verschwommenes Sehen, Halosehen, Mydriasis, Augenschmerzen

Nicht bekannt

Herzerkrankungen

Supraventrikuläre Tachykardie, Palpitationen

Gelegentlich

Vorhofflimmern

Nicht bekannt

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Gereizter Rachen, trockener Rachen

Häufig

Husten

Gelegentlich

Laryngospasmus, pharyngeales Ödem

Nicht bekannt

Erkrankungen des

Gastrointesti­naltrakts

Trockener Mund

Häufig

Übelkeit

Gelegentlich

Erkankungen der Haut und des Unterhautzellge­webes

Hautausschlag, Urtikaria, Juckreiz

Nicht bekannt

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Harnretention

Nicht bekannt

Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen

Einige der unter „Nicht bekannt“ aufgeführten Nebenwirkungen wurden für das Arzneimittel nur einmalig in klinischen Studien oder nur aus der Überwachung nach dem Inverkehrbringen gemeldet. Daher kann eine Abschätzung der Häufigkeit auf Grundlage der bisher mit Otriven Duo behandelten Patienten nicht gegeben werden.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-RisikoVerhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: anzuzeigen.

4.9    überdosierung

Orale Überdosierung oder übermäßige Verabreichung von topischem

Xylometazolin­hydrochlorid kann zu starkem Schwindel, Schwitzen, stark gesenkter Körpertemperatur, Kopfschmerzen, Bradykardie, Hypertonie, Atemdepression, Koma und Krämpfen führen. Auf Hypertonie kann Hypotonie folgen. Kleinkinder reagieren in Bezug auf die Toxizität empfindlicher als Erwachsene.

Da die Resorption nach nasaler oder oraler Anwendung sehr gering ist, ist eine akute Überdosierung nach intranasal verabreichtem Ipratropiumbromid unwahrscheinlich. Falls es jedoch zu einer Überdosierung kommt, treten folgende Symptome auf: Mundtrockenheit, Akkomodationsstörun­gen der Augen und Tachykardie. Die Behandlung erfolgt symptomatisch.

Eine erhebliche Überdosierung kann zu anticholinergen ZNS-Symptomen wie Halluzinationen führen, die mit Cholinesterase­hemmern behandelt werden müssen.

Bei Verdacht auf eine Überdosierung sind geeignete unterstützende Maßnahmen einzuleiten; in begründeten Fällen ist eine dringende symptomatische Behandlung unter ärztlicher Aufsicht angezeigt. Dazu gehört eine mindestens sechsstündige Beobachtung des Betroffenen. Im Falle einer schweren Überdosierung mit Herzstillstand müssen die Wiederbelebun­gsmaßnahmen mindestens 1 Stunde lang fortgeführt werden. Die weitere Behandlung sollte, wie klinisch indiziert oder wie durch nationale Vergiftungszentren vorgegeben, erfolgen.

5.  pharmakologische eigenschaften

5.1  pharmakodynamische eigenschaften

Pharmakothera­peutische Klasse: Sympathomimetika, Kombinationen ohne Kortikoide;

ATC-Code: R01A B06

Xylometazolin­hydrochlorid ist ein Sympathomimetikum, das auf die α-adrenerge Rezeptoren wirkt. Xylometazolin hat eine vasokonstrikto­rische Wirkung. Die Wirkung setzt nach 5 – 10 Minuten ein und hält 6 – 8 Stunden an.

Ipratropiumbromid ist eine quaternäre Ammoniumverbindung mit anticholinerger Wirkung. Die nasale Verabreichung reduziert die Nasensekretion durch kompetitive Hemmung der cholinergen Rezeptoren, die um das Nasenepithel angesiedelt sind. Die Wirkung setzt normalerweise innerhalb von 15 Minuten ein und hält durchschnittlich 6 Stunden an.

5.2    Pharmakokinetische Eigenschaften

Nach Anwendung eines Sprühstoßes pro Nasenloch mit 140 μg Xylometazolin und 84 μg Ipratropiumbromid bei 24 gesunden Probanden wurden die mittleren Maximalkonzen­trationen von 0,085 ng/ml und 0,13 ng/ml 1 Stunde bzw. 2 Stunden nach der Verabreichung von Ipratropiumbromid bzw. Xylometazolin erreicht. Die Blutspiegelwerte sind sehr niedrig. Aufgrund der vorliegenden Daten wird jedoch erwartet, dass sich Ipratropiumbromid und insbesondere Xylometazolin bei der empfohlenen Dosierung (dreimal täglich) anreichert.

5.3    präklinische daten zur sicherheit

Nichtklinische Daten zur Sicherheit von Xylometazolin­hydrochlorid und Ipratropiumbromid haben keine Erkenntnisse geliefert, die relevant für die empfohlene Dosierung und Anwendung des Produktes sind.

Karzinogenese und Mutagenese

Für Xylometazolin­hydrochlorid liegen keine Daten zur Kanzerogenität vor. Die verfügbaren In-vitro- und In-vivo-Genotoxizitätsdaten für diesen Wirkstoff weisen jedoch nicht auf ein genotoxisches Potenzial hin. Nichtklinische Studien mit Ipratropiumbromid zeigten, dass diese Verbindung nicht mutagen, genotoxisch oder krebserregend ist.

Reproduktionsto­xikologie

Für Xylometazolin liegen keine nichtklinischen Daten zur Reproduktions- und Entwicklungsto­xikologie vor. Nichtklinische Daten für Ipratropiumbromid zeigten eine Embryotoxizität nach inhalativer Verabreichung an Kaninchen in einer Dosis, die ca. 14fach höher war als die klinische Dosis, basierend auf der humanen Äquivalentdosis.

6.  pharmazeutische angaben

6.1  liste der sonstigen bestandteile

Natriumedetat

Glycerol 85 %

Salzsäure 36 % (zur Anpassung des pH-Werts)

Natriumhydroxid (zur Anpassung des pH-Werts)

Gereinigtes Wasser.

6.2    inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3    dauer der haltbarkeit

3 Jahre.

Nach Anbruch kann das Nasenspray bis zum Ende der Haltbarkeit verwendet werden.

6.4  besondere vorsichtsmaßnahmen für die aufbewahrung

Nicht über 25 °C lagern.

6.5    art und inhalt des behältnisses

10 ml Nasenspray, Lösung (ca. 70 Sprühstöße)

HDPE-Flasche mit Dosierpumpe (Materialien, die mit der Lösung in Kontakt kommen: LDPE, HDPE, PE/Butyl, Edelstahl) und PP-Sprühkopf mit Schutzkappe.

6.6    besondere vorsichtsmaßnahmen für die beseitigung

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu beseitigen.

7.    inhaber der zulassung

GlaxoSmithKline Consumer Healthcare GmbH & Co. KG

K 80258 München

□ Barthstraße 4, 80339 München

Telefon (089) 78 77–209

Telefax (089) 78 77–304

E-Mail:

8.    zulassungsnummer

73291.00.00

9.    DATUM DER ZULASSUNG / VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 23. März 2009

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 07. April 2011

10.    stand der information

Mai 2021

Das Medikament ist im ATC-Baum enthalten: