Fachinformation - Vitamin B12 Glenmark 1 mg Filmtabletten
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Vitamin B12 Glenmark 1 mg Filmtabletten
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
1 Filmtablette enthält 1 mg Cyanocobalamin (Vitamin B12).
Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung:
1 Filmtablette enthält 0,0009 mg Gelborange-S-Aluminiumsalz (E110) und 131,57 mg Lactose-Monohydrat.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Filmtablette
Rosafarbene, runde bikonvexe Filmtablette (Durchmesser ca. 7,8 mm) mit der Prägung „46“ auf der einen Seite und der Prägung „G“ auf der anderen Seite.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Vitamin B12 Glenmark ist zur Anwendung bei Erwachsenen angezeigt für die:
- Behandlung von Vitamin-B12-Mangelzuständen durch Mangelernährung
- Langzeitbehandlung eines Vitamin-B12-Mangels, z. B. aufgrund von Malabsorption
- Orale Behandlung von perniziöser Anämie und Vitamin-B12-Mangel mit neurologischen Symptomen, nach schneller Normalisierung der B12-assoziierten Biomarker mit parenteral verabreichtem Vitamin B12
Bei Patienten, die eine rasche Normalisierung der Vitamin-B12-assoziierten Biomarker benötigen, sollte eine Remissionsbehandlung mit parenteraler Verabreichung von Vitamin B12 durchgeführt werden.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Dosierung
Erwachsene (≥18 Jahre alt)
1 Filmtablette täglich.
Wenn eine schnelle Normalisierung der mit Vitamin-B12-assoziierten Biomarker erforderlich ist, sollte Vitamin B12 zunächst parenteral verabreicht werden.
Patienten mit Leberfunktionsstörungen
Für Patienten mit Leberfunktionsstörungen liegen keine pharmakokinetischen Daten und keine klinischen Erfahrungen vor. Die Sicherheit und Wirksamkeit bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen wurde nicht untersucht.
Patienten mit Nierenfunktionsstörungen
Eine Dosisanpassung ist nicht erforderlich. In Fällen einer schweren Niereninsuffizienz sollte Vitamin B12 Glenmark unter ärztlicher Aufsicht eingenommen werden. Die Serum-Vitamin-B12-Werte sollten regelmäßig kontrolliert und die Dosis gegebenenfalls reduziert werden (siehe Abschnitt 4.4).
Ältere Patienten
Die Einnahme von Cyanocobalamin in den empfohlenen Dosen ist für ältere Patienten mit Vitamin-B12-Mangel sicher.
Kinder und Jugendliche (< 18 Jahre alt)
Vitamin B12 Glenmark ist zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen nicht geeignet (siehe Abschnitt 4.4).
Art der Anwendung
Vitamin B12 Glenmark ist zum Einnehmen. Es sollte zwischen den Mahlzeiten mit ausreichend Wasser eingenommen werden.
Dauer der Anwendung
Bei guter Verträglichkeit ist die Anwendungsdauer nicht begrenzt. Oral verabreichtes Vitamin B12 wird üblicherweise lebenslang gegeben, vorausgesetzt, eine ausreichende Vitaminaufnahme aus dem Darm wurde nachgewiesen oder solange der Vitamin-B12-Mangel besteht. Bei perniziöser Anämie ist eine lebenslange Substitution notwendig. Das Ansprechen auf die Behandlung muss regelmäßig überwacht werden (siehe Abschnitt 4.4).
4.3 Gegenanzeigen
- Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.
- Bei Patienten, die sich einer Cyanid-Entgiftung unterziehen müssen.
- Lebersche hereditäre Optikusneuropathie.
- Tabak- und Alkohol-bedingte Amblyopie.
- Tropische ataktische Neuropathie.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Zu Beginn der Behandlung sollte differential-diagnostisch abgeklärt werden, ob ein ernährungsbedingter Vitamin-B12-Mangel vorliegt oder eine chronisch entzündliche Darmerkrankung oder eine anderweitige Störung vorliegt, die eine unzureichende passive Diffusion von Vitamin B12 aus der Nahrung vermuten lässt.
Bei Patienten mit hämatologischen und neurologischen Symptomen eines Vitamin-B12-Mangels und in Fällen, in denen eine rasche Normalisierung der Vitamin-B12-assoziierten Biomarker erforderlich ist, sollte die Behandlung zu Beginn mit einer parenteralen Verabreichung von Cyanocobalamin bis zur Normalisierung der biochemischen Blutwerte und bis zum Abklingen der klinischen Symptome erfolgen.
Das therapeutische Ansprechen auf die orale Behandlung muss engmaschig überwacht werden (z. B. nach 7 Tagen, dann monatlich, dann halbjährlich, dann jährlich). Die Plasmaspiegel von Vitamin B12 oder Methylmalonsäure und das Blutbild sollten regelmäßig überwacht werden, um das Ansprechen auf die Behandlung zu beurteilen. Falls ein Vitamin-B12-Mangel bei einer Behandlungsdauer von einem Monat nur schlecht eingestellt ist, müssen die Therapietreue des Patienten überprüft und die Cyanocobalamin-Dosis bzw. die Art der Anwendung bei Bedarf angepasst werden.
Da überschüssiges Cobalamin teilweise über die Nieren ausgeschieden wird, kann sich Vitamin B12 potentiell anreichern, insbesondere bei Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz (dialysepflichtig). Um adäquate Serumkonzentrationen von Vitamin B12 aufrechtzuerhalten, muss die Vitamin-B12-Konzentration im Serum regelmäßig überprüft und das Behandlungsschema gegebenenfalls angepasst werden.
Bei Patienten mit gleichzeitigem Folsäuremangel ist Vorsicht geboten. Ein Folatmangel kann das therapeutische Ansprechen auf eine Behandlung mit Vitamin B12 dämpfen. Bei diesen Patienten muss die Anwendung von Vitamin B12 Glenmark mit einer Behandlung des Folatmangels einhergehen.
Kinder und Jugendliche
Vitamin B12 Glenmark ist nicht für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren geeignet, da nur unzureichende klinische Daten vorliegen und die Dosis ungeeignet ist.
Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, völligem Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten Vitamin B12 Glenmark nicht einnehmen.
Gelborange S kann allergische Reaktionen hervorrufen.
Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Filmtablette, d. h., es ist nahezu „natriumfrei“.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Aminoglykoside, Aminosalicylsäure, Antiepileptika, Biguanide (z. B. Metformin), Chloramphenicol, Cholestyramin, Colchicin, Glukokortikoide, Kaliumsalze, Methyldopa und Magensäurehemmer (z. B. Omeprazol und Cimetidin) können die Aufnahme von Vitamin B12 aus dem Magen-Darm-Trakt verringern. Die Narkose mit Di-Stickstoffoxid (Lachgas, N2O) hemmt die Methioninsynthase und die L-Methylmalonyl-CoA-Mutase und führt zu Mangelerscheinungen, auch bei normalen Serum-Vitamin-B12-Werten. Antipsychotika (wie Olanzapin und Risperidon) können die Serumvitaminspiegel senken.
Die klinische Relevanz vieler dieser Wechselwirkungen ist wahrscheinlich gering.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Schwangerschaft
Bisher liegen nur sehr begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von hochdosiertem Vitamin B12 bei Schwangeren vor. Tierexperimentelle Studien ergaben keine Hinweise auf direkte oder indirekte gesundheitsschädliche Wirkungen in Bezug auf eine Reproduktionstoxizität (siehe Abschnitt 5.3). Die verfügbaren Daten zu Schwangeren mit Vitamin-B12-Mangel zeigten einen Zusammenhang mit erhöhten Raten für Neuralrohrdefekte, Gaumenspalte, Frühgeburt, Fehlgeburt und Präeklampsie. Tierexperimentelle Studien an Ratten mit Vitamin-B12-Mangel zeigten eine Reproduktionstoxizität (siehe Abschnitt 5.3).
Die empfohlene tägliche Vitamin-B12-Zufuhr in der Schwangerschaft und Stillzeit beträgt 4,5 μg/Tag und 5 μg/Tag. Falls notwendig, kann eine Anwendung von Vitamin B12 Glenmark während der Schwangerschaft erwogen werden. Vitamin B12 Glenmark darf nicht zur Behandlung einer megaloblastären Anämie in der Schwangerschaft angewendet werden, die ausschließlich durch einen Folatmangel verursacht wird.
Stillzeit
Vitamin B12 wird in die Muttermilch ausgeschieden. Es sind keine nachteiligen Auswirkungen auf gestillte Neugeborene/Kinder zu erwarten. Vitamin B12 Glenmark kann während der Stillzeit angewendet werden.
Fertilität
Vitamin B12 ist notwendig zur Aufrechterhaltung der männlichen Fertilität. Daten aus Studien an männlichen Ratten mit Vitamin-B12-Mangel in unterschiedlichen Entwicklungsstadien zeigten einen negativen Einfluss auf die Fertilität (siehe Abschnitt 5.3). Bei normalen endogenen Vitamin-B12-Plasmakonzentrationen sind keine nachteiligen Auswirkungen auf die Fertilität zu erwarten.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
Cyanocobalamin hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Hierzu liegen jedoch keine Studiendaten vor.
4.8 Nebenwirkungen
Die folgenden Angaben zur Häufigkeit werden im Rahmen der Bewertung von Nebenwirkungen herangezogen: Sehr häufig (≥ 1/10), Häufig (≥ 1/100 bis < 1/10), Gelegentlich (≥ 1/1 000 bis < 1/100), Selten (≥ 1/10 000 bis < 1/1 000), Sehr selten (< 1/10 000), Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)
| Systemorganklasse/bevorzugter Begriff | Häufigkeit | Nebenwirkung |
|---|---|---|
| Erkrankungen des Immunsystems | Selten | Anaphylaxie, Fieber |
| Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes | Selten | Urtikaria, Exanthem, akne-ähnliche Hautausschläge, Ekzeme, allergische Reaktionen, einschließlich Hautreaktionen und Angioödemen |
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Toxizität
Geringe akute Toxizität.
Symptome
Auch nach sehr hohen Dosen nicht zu erwarten.
Behandlung
Sollte nicht erforderlich sein. (Symptomatisch in Ausnahmefällen.)
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
Pharmakotherapeutische Gruppe: Vitamin B12 (Cyanocobalamin), ATC-Code: B03BA01
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Vitamin B12 ist für den Menschen essentiell und vor allem in zwei wichtigen Enzymsystemen aktiv. Die adenosylierte Form ist ein Cofaktor des mitochondrialen Enzyms Methylmalonyl-CoA-Mutase. Diese Reaktion ist wichtig für einen normalen Fettsäurestoffwechsel. Die methylierte Form von Vitamin B12 ist ein Cofaktor für die Methionin-Synthetase und somit für eine normale Zellteilung essentiell. Ein Mangel an Methylcobalamin wird auch für die Demyelinisierung verantwortlich gemacht, die bei Vitamin-B12-Mangel auftritt. Eine Störung in diesem System führt zu einem abnormen DNA-Stoffwechsel mit Symptomen in primären Organen mit schneller Zellteilung, wie Knochenmark und Schleimhaut. Experimente haben gezeigt, dass ein Mangel an der methylierenden Form von neurologischen Schäden begleitet wird.
Ein Vitamin-B12-Mangel wird klinisch daran erkannt, dass er sich sowohl auf das blutbildende System als auch auf das Nervensystem auswirkt. Die Empfindlichkeit des hämatopoetischen Systems hängt mit der hohen Zellumsatzrate zusammen. Infolge einer unzureichenden Versorgung mit Vitamin B12 kommt es zu einer starken Störung der DNA-Replikation. Ein Mangel kann durch einen angeborenen oder erworbenen Defekt in einem der folgenden Bereiche entstehen: (1) unzureichende Zufuhr über die Nahrung; (2) unzureichende Sekretion des Intrinsic-Faktors; (3) Ileuserkrankung, Gastrektomie usw.; (4) angeborenes Fehlen von Transcobalamin II; (5) rasche Entleerung der Leberspeicher durch Störung der Rückresorption von Vitamin B12, das mit der Galle ausgeschieden wird; (6) Auftreten anormaler Mengen von Transcobalamin I und II im Plasma; (7) normaler Transport in die Zellen und ausreichende Versorgung mit Folsäure; (8) Altern; (9) Langzeittherapie mit Histamin-H2-Rezeptor-Antagonisten oder Protonenpumpenhemmern.
Eine jahrelang dauernde verminderte oder fehlende Vitamin-B12-Resorption führt zu Mangelerscheinungen, wenn der Plasmaspiegel unterhalb 200 pg/ml fällt. Hämatologisch finden sich Blutbildveränderungen in Form einer megaloblastären Anämie. Neurologisch manifestieren sich Ausfälle am peripheren und zentralen Nervensystem. Zeichen der Polyneuropathie können mit Läsionen der langen Rückenmarksbahnen und psychischen Störungen kombiniert sein.
Bei Mangelerscheinungen treten meist uncharakteristische Symptome auf, z. B. Müdigkeit und Blässe, Kribbeln in Händen und Füßen, Gangunsicherheit und verminderte körperliche Belastbarkeit. Die durch einen Vitamin-B12-Mangel verursachten Symptome können nur durch die Zufuhr von Vitamin B12 behoben werden.
Im Falle eines schweren Mangelzustands ist die bevorzugte Verabreichungsform die parenterale Verabreichung. Heute kann es als sicher angesehen werden, dass eine erfolgreiche Erhaltungstherapie bei Vitamin-B12-Mangelerscheinungen mit hohen oralen Dosen (1 000 µg/Tag) durchgeführt werden kann. Zu therapeutischen Zwecken wird Vitamin B12 in Form von Cyanocobalamin, Hydroxocobalamin und Hydroxocobalaminacetat angewendet. Diese Formen stellen „Prodrugs“ dar, die im Organismus in die wirksamen Formen Methyl- und 5-Adenosylcobalamin überführt werden. Der Mensch ist nicht in der Lage, Vitamin B12 selbst zu synthetisieren und muss sich das Vitamin mit der Nahrung zuführen. Als Vitamin-B12-haltige Produkte sind Leber, Niere, Herz, Fisch, Austern, Milch, Eigelb und Muskelfleisch bekannt. Die Resorption von Vitamin B12 erfolgt überwiegend im Dünndarm.
Es sind zwei Absorptionsmechanismen bekannt, ein aktiver, bei dem Vitamin B12 mit dem im Magen gebildeten Intrinsic-Faktor, einem Glykoprotein, verbunden wird und so die Absorption bewirkt, und ein passiver Absorptionsweg, der in Abwesenheit des Intrinsic-Faktors die Aufnahme hoher oral verabreichter Dosen gewährleistet. Nur die Vitamin-B12-Menge, die zur täglichen Bedarfsdeckung notwendig ist, wird im Körper gespeichert. Nach Angaben der EFSA entspricht der Tagesbedarf an Vitamin B12 bei gesunden Erwachsenen 4 μg.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Absorption
Oral verabreichtes Cyanocobalamin wird im Zwölffingerdarm und Dünndarm auch unabhängig vom Intrinsic-Faktor passiv resorbiert. Der Transport von Vitamin B12 in die Gewebe erfordert die Anreicherung von Transcobalaminen, Substanzen aus der Reihe der Plasma-β-Globuline. Unabhängig vom Intrinsic-Faktor kann das Vitamin auch durch passive Diffusion über den Verdauungstrakt oder über die Schleimhäute in die Blutbahn übergehen.
Ca. 1 - 3 % der oral verabreichten Mengen gehen in das Blut über, wobei die Aufnahmemenge proportional zur Zufuhr ansteigt. Somit wird bei hohen oralen Dosierungen (1 000 μg/Tag) eine adäquate Resorption sogar bei Patienten mit einem Mangel an Intrinsic-Faktor erzielt. Im Falle eines offensichtlichen Vitamin-B12-Mangels sollte eine parenterale Behandlung bevorzugt werden, um eine schnellere Remission und Auffüllung der Leberspeicher zu erreichen.
Verteilung
Vitamin B12 wird in der Leber, im Knochenmark und in anderen Geweben, einschließlich der Plazenta, verteilt. Bis zu 90 % der Körpervorräte befinden sich in der Leber, wo das Vitamin als aktives Coenzym gespeichert wird. Bei gesunden Erwachsenen mit einer ausgewogenen Ernährungsweise liegt der Gesamt-Körpervorrat an Vitamin B12 bei rund 3 bis 5 mg. Es dauert im Allgemeinen 3 -5 Jahre, bis klinische Anzeichen für einen Vitamin-B12-Mangel auftreten. Vitamin B12 wird auch in die Milch stillender Mütter abgegeben.
Biotransformation
Cyanocobalamin wird in Adenosylcobalamin und Methylcobalamin umgewandelt; diese Metaboliten sind biologisch aktiv. Der durch den täglichen Bedarf verbrauchte Vitamin-B12-Anteil ist sehr gering und liegt bei etwa 1 μg, die Turn-over-Rate bei 2,5 μg.
Ausscheidung
Vitamin B12 wird hauptsächlich über die Gallenblase ausgeschieden und bis zu 1 μg wird über den enterohepatischen Kreislauf erneut resorbiert.
Wenn die Speicherkapazität des Körpers aufgrund hoher Dosierungen überschritten wird, insbesondere infolge einer parenteralen Verabreichung, so wird der nicht aufgenommene Anteil über den Urin ausgeschieden.
5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit
Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter Verabreichung, Genotoxizität oder zum karzinogenen Potenzial lassen die präklinischen Daten aus der veröffentlichten Literatur in der empfohlenen täglichen Dosierung keine besondere Gefahr für den Menschen erkennen.
Reproduktionstoxikologie
Tierexperimentelle Daten zeigten keine Reproduktionstoxizität in Zusammenhang mit der Einnahme von Vitamin B12.
Bei neugeborenen Ratten mit Vitamin-B12-Mangel wurden erhöhte Raten an Hydrocephalus und Gaumenspalte festgestellt. Vitamin B12 schien bei Verabreichung an trächtige Ratten vor dem 12. Gestationstag die Entwicklung von Hydrocephalus zu verhindern.
Prä- und postnatale Entwicklungsstudien mit Vitamin B12 liegen nicht vor.
Männliche Ratten mit defizitären Vitamin-B12-Plasmaspiegeln zeigten geringere Hodengewichte, Spermienzahlen und Spermienmotilität. Die Zahl entarteter Spermien war erhöht, Nebenhoden und Prostata waren verkleinert. Neugeborene männliche Ratten, bei deren Müttern während der Trächtigkeit Vitamin B12-Mangelkonzentrationen im Plasma erzeugt worden waren, wiesen Apoptose der Samenleiter sowie Aplasien der Spermatiden auf.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Tablettenkern
Lactose-Monohydrat
Mikrokristalline Cellulose
Croscarmellose-Natrium
Magnesiumstearat (Ph. Eur.) [pflanzlich]
Filmüberzug
Hypromellose
Titandioxid (E171)
Macrogol
Carmin (E120)
Eisen(II,III)-oxid (E172)
Gelborange-S-Aluminiumsalz (E110)
6.2 Inkompatibilitäten
Nicht zutreffend.
6.3 Dauer der Haltbarkeit
2 Jahre
Haltbarkeitsdauer nach dem ersten Öffnen der Flaschen
HDPE-Flasche mit 30 Filmtabletten: 30 Tage
HDPE-Flasche mit 50 Filmtabletten: 50 Tage
HDPE-Flasche mit 100 Filmtabletten: 100 Tage
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Blisterpackungen: Nicht über 25 °C lagern. In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen.
Flaschen: Nicht über 25 °C lagern. Das Behältnis fest verschlossen halten, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Blisterpackung:
Durchsichtige PVC/PVDC//Aluminium Blister verpackt in Faltschachteln mit 30, 50 und 100 Filmtabletten.
Flaschenpackung:
HDPE-Flasche, versiegelt mit einem kindersicheren Polypropylen-Verschluss mit Heißsiegelfolie, verpackt in Faltschachteln mit 30, 50 und 100 Filmtabletten.
HDPE-Flasche mit Silicagel-Trockenmittel und kindersicherem Polypropylen-Verschluss mit Heißsiegelfolie, verpackt in Faltschachteln mit 50 und 100 Filmtabletten.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung
Keine besonderen Anforderungen.
7. INHABER DER ZULASSUNG
Glenmark Arzneimittel GmbH
Industriestr. 31
82194 Gröbenzell
Deutschland
8. ZULASSUNGSNUMMER(N)
7002875.00.00
9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG
07.03.2024
10. STAND DER INFORMATION
Juli 2026
11. VERKAUFSABGRENZUNG
Apothekenpflichtig
