Fachinformation - Calciumgluconat DEMO 5 % m/V Injektions-/Infusionslösung
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Calciumgluconat DEMO 5 % m/V Injektions-/Infusionslösung
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
1 ml enthält 0,0475 g Calciumgluconat Monohydrat, entsprechend 0,106 mmol Calcium.
Eine 10-ml-Ampulle enthält 0,475 g Calciumgluconat Monohydrat, entsprechend 1,06 mmol Calcium.
Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: Das Produkt enthält darüber hinaus den Bestandteil D-Glucarsäure-Calciumsalz-Tetrahydrat in einer Menge, die 0,0056 mmol Calcium pro ml (bzw. 0,056 mmol Calcium pro 10 ml) entspricht.
Calcium-Gesamtgehalt: 0,1115 mmol pro ml (1,115 mmol pro 10 ml).
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Injektions-/Infusionslösung.
Klare, farblose bis leicht gelbliche, sterile wässrige Lösung, mit einem pH-Wert zwischen 6 und 8,2, praktisch partikelfrei.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Die parenterale Calciumgabe ist indiziert, wenn die pharmakologische Wirkung einer hohen Calciumionen-Konzentration erforderlich ist, wie zum Beispiel bei akuter Hypokalzämie und einigen Fällen von Tetanie bei Neugeborenen.
Intravenöse Calciuminjektionen wurden zur Behandlung der akuten Koliken bei Bleivergiftungen angewendet. Bezüglich der Behandlung der Symptome einer akuten Bleivergiftung, sollte Rat in spezialisierten Vergiftungszentralen eingeholt werden (z. B. Giftnotruf Berlin, Giftnotruf der Charité Universitätsmedizin Berlin, Campus Benjamin Franklin, Hindenburgdamm 30, 12203 Berlin, Telefon: 030-19240, Internet: www.giftnotruf.de).
Calciumgluconat DEMO 5 % m/V Injektions-/Infusionslösung wird zur Behandlung akuter Fluorose eingesetzt. Bezüglich der Behandlung von Patienten mit dieser Vergiftung, sollte Rat in spezialisierten Vergiftungszentralen eingeholt werden (z. B. Giftnotruf Berlin, Giftnotruf der Charité Universitätsmedizin Berlin, Campus Benjamin Franklin, Hindenburgdamm 30, 12203 Berlin, Telefon: 030-19240, Internet: www.giftnotruf.de).
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Die normale Calciumkonzentration im Plasma liegt im Bereich von 2,25 - 2,75 mmol oder 4,5 - 5,5 mVal pro Liter. Ziel der Behandlung sollte die Wiederherstellung und Aufrechterhaltung dieser Plasma-Calciumwerte sein.
Während der Behandlung ist der Serum-Calciumspiegel engmaschig zu überwachen.
Dosierung
Akute Hypokalzämie
Erwachsene
Die übliche Anfangsdosis für Erwachsene beträgt 20 ml Calciumgluconat DEMO 5 % m/V Injektions-/Infusionslösung, entsprechend 2,23 mmol oder 4,46 mVal Calcium. Falls erforderlich, kann die Gabe in Abhängigkeit vom klinischen Zustand des Patienten wiederholt werden. Die Höhe nachfolgender Dosen richtet sich nach der aktuellen Serum-Calciumkonzentration.
Kinder und Jugendliche (< 18 Jahre)
Dosis und Art der Anwendung richten sich nach dem Grad der Hypokalzämie sowie nach der Art und Schwere der Symptome. Bei leichten neuromuskulären Symptomen ist die orale Calciumgabe vorzuziehen.
| Alter | ml / kg Körpergewicht |
|---|---|
| 3 Monate | 0,8 - 1,8 |
| 6 Monate | 0,6 - 1,4 |
| 1 Jahr | 0,4 - 1,0 |
| 3 Jahre | 0,8 - 1,4 |
| 7,5 Jahre | 0,4 - 0,8 |
| 12 Jahre | 0,2 - 0,6 |
| > 12 Jahre | Wie für Erwachsene |
In Fällen schwerer Hypokalzämie-Symptome bei Neugeborenen und Säuglingen, wie z. B. bei kardialen Symptomen, können höhere Initialdosen für eine schnelle Normalisierung des Serum-Calciumspiegels erforderlich sein (bis zu 4 ml pro kg Körpergewicht ≙ 0,45 mmol Calcium pro kg Körpergewicht).
Ebenfalls kann, falls notwendig, die Gabe in Abhängigkeit vom klinischen Zustand des Patienten wiederholt werden. Die Höhe nachfolgender Dosen richtet sich nach der aktuellen Serum-Calciumkonzentration.
Gegebenenfalls ist nach der intravenösen Therapie eine nachfolgende Behandlung mit oralen Calciumgaben indiziert, z. B. in Fällen von Calciferol-Mangel.
Ältere Patienten
Obwohl es keinen Hinweis darauf gibt, dass fortgeschrittenes Lebensalter einen direkten Einfluss auf die Verträglichkeit von Calciumgluconat DEMO 5 % m/V Injektions-/Infusionslösung hat, können Faktoren, die manchmal mit dem Altern einhergehen, wie Beeinträchtigung der Nierenfunktion und Mangelernährung, die Verträglichkeit indirekt beeinflussen und eine Dosisreduktion erforderlich machen. Die Nierenfunktion nimmt mit dem Alter ab und daher sollte vor der Verschreibung dieses Arzneimittels berücksichtigt werden, dass Calciumgluconat DEMO 5 % m/V Injektions-/Infusionslösung bei schwerer Niereninsuffizienz kontraindiziert ist (siehe Abschnitt 4.3). Siehe auch Abschnitt 4.4.
Neonatale Tetanie
Intravenöse Gabe von Calciumgluconat DEMO 5 % m/V als Bolus von 100 bis 200 mg Calciumgluconat /kg Körpergewicht (2 bis 4 ml/kg Körpergewicht) über einen Zeitraum von 10 bis 20 Minuten, gefolgt von einer kontinuierlichen Infusion (0,5 bis 1 g Calciumgluconat/kg Körpergewicht/Tag) über einen Zeitraum von 1 bis 2 Tagen.
Während der Infusion muss die Herzfrequenz überwacht werden.
Die Injektionsstelle muss ebenfalls genauestens überwacht werden, da die Infiltration des Gewebes durch eine Calciumlösung Reizungen hervorruft und örtliche Gewebeschäden oder Nekrosen auslösen kann.
Akute Koliken bei Bleivergiftungen
Erwachsene und pädiatrische Patienten (< 18 Jahre)
Bei der Behandlung der Symptome einer akuten Bleivergiftung sollte der Rat von spezialisierten Zentren (z. B. Giftnotruf Berlin, Giftnotruf der Charité Universitätsmedizin Berlin, Campus Benjamin Franklin, Hindenburgdamm 30, 12203 Berlin, Telefon: 030-19240, Internet: www.giftnotruf.de) eingeholt werden.
Fluorose
Erwachsene und pädiatrische Patienten (< 18 Jahre)
Bei der Behandlung der der Fluorose sollte der Rat von spezialisierten Zentren (z. B. Giftnotruf Berlin, Giftnotruf der Charité Universitätsmedizin Berlin, Campus Benjamin Franklin, Hindenburgdamm 30, 12203 Berlin, Telefon: 030-19240, Internet: www.giftnotruf.de) eingeholt werden.
Calciumgluconat Dosierung zur Behandlung von Hypokalzämie bei Fluorose:
Sofort:
- Bei Auftreten intravenöse Gabe von 20 ml Calciumgluconat DEMO 5 % m/V, nach einer Stunde wiederholen, oder
- intravenöse Gabe von 60 ml Calciumgluconat DEMO 5 % m/V bei Tetanie.
Erhaltungsdosis:
- Calciumspiegel im Serum durch die intravenöse Gabe von 20 ml Calciumgluconat DEMO 5 % m/V alle 4 Stunden aufrechterhalten, anpassen gemäß den Ergebnissen häufiger Untersuchungen der Calciumkonzentration im Serum.
Leichte bis mittelschwere dermale Toxizität durch Fluorwasserstoffsäure/ Fluorid Exposition:
Subkutanes Calciumgluconat DEMO 5 % m/V zur Behandlung einer dermalen Exposition mit Fluorwasserstoffsäure > 20 %.
- Jeden Quadratzentimeter des exponierten Bereichs mit 0,5 ml Calciumgluconat DEMO 5 % m/V durchsetzen.
Bei signifikanter Verätzung durch eine Fluorwasserstoffsäure/ Fluorid Exposition können Calciumsalze intravenös (zur Behandlung systemischer Toxizität) oder intraarteriell (hauptsächlich bei Verätzungen an den Händen), gegeben werden.
- Intravenöse Gabe von 20 ml Calciumgluconat DEMO 5 % m/V zusammen mit 5.000 Einheiten Heparin in einem Gesamtvolumen von 40 ml.
- Intraarterielle Infusion von 20 ml Calciumgluconat DEMO 5 % m/V in 50 ml Kochsalzlösung 0,9 %, über einen Zeitraum von 4 h.
Hypokalzämie bei Transfusionen
Erwachsene
Falls bei Massivtransfusion die Ca2+ Konzentration niedrig ist, sollte zur Erhaltung der Normokalzämie Calcium gegeben werden.
20 ml Calciumgluconat DEMO 5 % m/V Injektions-/Infusionslösung verdünnt in 100 ml G5W (5 % Glukose in Wasser), i.v. gegeben über einen Zeitraum von 10 min oder 20 bis 40 ml Calciumgluconat DEMO 5 % m/V Injektions-/Infusionslösung für jeweils 500 ml infundiertes Blut.
Kinder und Jugendliche (< 18 Jahre)
Während der Transfusion/Austauschtransfusion müssen der klinische Zustand des Patienten und die Calciumkonzentration im Serum überwacht werden, und eine klinisch signifikante Hypokalzämie sollte gemäß den Dosierungsempfehlungen für akute Hypokalzämie behandelt werden.
Art der Anwendung
Der Patient sollte liegen und während der Injektion sorgfältig überwacht werden. Die Überwachung sollte die Kontrolle der Herzfrequenz oder EKG-Kontrolle einschließen.
Extravasationen müssen vermieden werden; die Injektionsstelle ist sorgfältig zu beobachten.
Erwachsene
Langsame intravenöse Injektion.
Für die intramuskuläre Gabe sollte, wenn eine intravenöse Injektion nicht möglich ist, nur die 10 %ige m/V-Lösung verwendet werden.
Die intravenöse Injektionsrate sollte 4 ml (0,45 mmol Calcium) pro Minute nicht übersteigen.
Kinder und Jugendliche (< 18 Jahre)
Ausschließlich langsame intravenöse Injektion oder Infusion (jeweils nach Verdünnung), um ausreichend niedrige Zufuhrgeschwindigkeiten zu erzielen und Gewebereizungen oder Nekrosen infolge versehentlicher Extravasation zu vermeiden. Die intravenöse Zufuhrgeschwindigkeit sollte bei Kindern und Jugendlichen 5 ml pro Minute (siehe Abschnitt 6.6) 1:5 verdünntes Calciumgluconat DEMO 5 % m/V Injektions-/Infusionslösung nicht übersteigen.
Akute Fluoridvergiftung
Bei Fingerverletzungen bei akuten Fluoridvergiftungen sollte ein Volumen von 0,5 ml Calciumgluconat DEMO 5 % m/V Injektions-/Infusionslösung pro Fingerglied nicht überschritten werden.
4.3 Gegenanzeigen
Überempfindlichkeit gegen den (die) Wirkstoff(e) oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.
Dieses Arzneimittel ist kontrainduziert bei schwerer Niereninsuffizienz, Hyperkalzämie (z. B. bei Patienten mit einer Überfunktion der Nebenschilddrüsen, Vitamin-D Hypervitaminose, neoplastischen Erkrankungen mit Dekalzifizierung der Knochen), schwerer Hyperkalzurie und bei Patienten, die mit herzwirksamen Glykosiden behandelt werden (siehe auch Abschnitte 4.4 und 4.5).
Die gleichzeitige Gabe von Calciumgluconat DEMO 5 % m/V Injektions-/Infusionslösung und Ceftriaxon bei Patienten jeden Alters (siehe Abschnitt 4.4) ist kontraindiziert.
Calciumgluconat DEMO 5 % m/V Injektions-/Infusionslösung darf nicht zusammen mit Ceftriaxon gegeben werden bei:
- unreifen Neugeborenen bis zu einem korrigierten Alter von 41 Wochen (Schwangerschaftswochen + Lebenswochen),
- bei reifen Neugeborenen (< 28 Tage alt)
aufgrund des Risikos für eine Präzipitation von Ceftriaxon-Calcium (siehe Abschnitte 4.4, 4.8 und 6.2).
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Plasmaspiegel und Calciumausscheidung im Urin sind während parenteraler Calciumzufuhr zu überwachen, insbesondere bei Kindern, bei chronischer Niereninsuffizienz oder wenn es Anzeichen für die Bildung von Steinen im Harntrakt gibt. Wenn die Calciumkonzentration im Plasma 2,75 mmol je Liter überschreitet oder die 24 h-Ausscheidung von Calcium im Urin 5 mg/kg überschreitet, muss die Behandlung sofort abgebrochen werden, da bei diesen Konzentrationen Herzarrhythmien auftreten können. Siehe auch Abschnitt 4.3.
Falls Calciumgluconat ausnahmsweise Patienten, die mit Herzglykosiden behandelt werden, intravenös injiziert werden muss, ist eine ausreichende Überwachung der Herzfunktion unbedingt erforderlich und alle Möglichkeiten einer Notfallbehandlung kardialer Komplikationen wie schwerer Herzrhythmusstörungen müssen verfügbar sein.
Intravenöse Injektionen sollten unter Überwachung der Herzfrequenz oder EKG-Kontrolle durchgeführt werden, da es bei zu rascher Zufuhr von Calcium zu Bradykardie mit Vasodilatation oder zu Herzrhythmusstörungen kommen kann.
Eine Niereninsuffizienz kann mit Hyperkalzämie und einer sekundären Überfunktion der Nebenschilddrüsen einhergehen. Daher sollten Patienten mit Niereninsuffizienz parenterale Calciumgaben nur nach sorgfältiger Indikationsstellung und unter Überwachung des Calcium- und Phosphat-Haushalts erhalten.
Calciumsalze sollten bei Patienten mit Nephrokalzinose mit Vorsicht angewendet werden. Vorsicht ist auch bei Patienten mit Herzerkrankungen geboten.
Calciumsalze sollten bei Patienten mit Sarkoidose (Morbus Boeck) nur mit Vorsicht und nach sorgfältiger Indikationsstellung angewendet werden, desgleichen bei Patienten unter gleichzeitiger Medikation mit Epinephrin (siehe Abschnitt 4.5).
Calciumsalze lösen Gewebereizungen aus. Die Injektionsstelle ist sorgfältig zu beobachten um Extravasationen auszuschließen.
Calciumgluconat ist physikalisch mit vielen anderen Verbindungen inkompatibel (siehe Abschnitt 6.2). Bei der Verwendung von Infusionssystemen oder bei der Gabe an unterschiedlichen Stellen muss ein Vermischen von Calciumgluconat mit inkompatiblen Arzneimitteln vermieden werden. Aufgrund von Mikrokristallisation unlöslicher Calciumsalze im Körper, sind nach getrennten Gaben physikalisch inkompatibler Lösungen oder vollwertiger parenteraler Ernährungslösungen mit Calcium und Phosphaten, schwere Komplikationen und auch Todesfälle aufgetreten.
Es wurden Fälle mit tödlichen Reaktionen auf Grund von Calcium-Ceftriaxonpräzipitaten in der Lunge und den Nieren bei zu früh geborenen und bei reifen Neugeborenen im Alter von weniger als einem Monat berichtet. Mindestens einer davon erhielt Ceftriaxon und Calcium zu unterschiedlichen Zeiten und durch unterschiedliche intravenöse Zugänge. In den verfügbaren wissenschaftlichen Daten gibt es, neben den Fällen bei Neugeborenen, die mit Ceftriaxon und calciumhaltigen Lösungen oder anderen calciumhaltigen Produkten behandelt wurden, keine weiteren bestätigten Fälle einer intravaskulären Ausfällung. In vitro-Studien zeigten, dass im Vergleich mit anderen Altersgruppen, Neugeborene ein erhöhtes Risiko für eine Ausfällung von Ceftriaxoncalcium haben.
Bei Patienten jeden Alters darf Ceftriaxon nicht mit calciumhaltigen i.v.-Lösungen vermischt oder zusammen verabreicht werden, auch nicht über unterschiedliche Infusionsschläuche oder Zugänge.
Bei Patienten, die älter als 28 Tage sind, können Ceftriaxon und calciumhaltige Lösungen nacheinander verabreicht werden, wenn die Infusionssysteme an unterschiedlichen Stellen angelegt werden oder das Infusionssystem ausgewechselt wird oder zwischen den Infusionen gründlich mit einer physiologischen Kochsalzlösung durchgespült wird, um Ausfällungen zu verhindern (siehe Abschnitte 4.3, 4.8 und 6.2).
Calcium ist in Fettgewebe nicht löslich und kann zu Infiltrationen mit nachfolgender Abszessbildung, Gewebeverhärtung und Nekrosen führen.
Extravasationen müssen vermieden werden; die Injektionsstelle ist sorgfältig zu beobachten.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Herzwirksame Glykoside
Die Wirkung von Digoxin und anderen herzwirksamen Glykosiden könnte durch Calcium verstärkt werden und vielleicht eine Digitalisintoxikation zur Folge haben. Daher ist dieses Arzneimittel bei Patienten, die herzwirksame Glykoside erhalten, kontraindiziert (siehe auch Abschnitte 4.3 und 4.4).
Thiazid-Diuretika
Mit Thiaziden besteht ein erhöhtes Risiko für Hyperkalzämie.
Epinephrin
Die gleichzeitige Gabe von Calcium und Epinephrin schwächt die beta-adrenerge Wirkung von Epinephrin bei Patienten nach Herzoperationen ab (siehe Abschnitt 4.4).
Magnesium
Calcium und Magnesium hemmen sich gegenseitig in ihren Wirkungen.
Calcium-Antagonisten
Calcium kann die Wirkungen von Calcium-Antagonisten (Calciumkanalblockern) antagonisieren.
Wechselwirkungen mit Ceftriaxon
Siehe Abschnitte 4.4 und 6.2.
Physikalische Inkompatibilitäten
Siehe Abschnitt 4.4 (Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung) und Abschnitt 6.2 (Inkompatibilitäten).
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Schwangerschaft
Calcium passiert die Plazentaschranke und erreicht im fetalen Blut höhere Konzentrationen als im Blut der Mutter. Calciumgluconat darf während der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn der Arzt es als absolut notwendig erachtet. Die Dosis ist sorgfältig zu bestimmen und der Serum-Calciumspiegel regelmäßig zu überwachen, um eine Hyperkalzämie, die sich schädigend auf den Feten auswirken kann, auszuschließen.
Stillzeit
Calcium wird in die Muttermilch ausgeschieden. Dies ist bei Gabe von Calcium an stillende Mütter zu berücksichtigen. Es muss eine Entscheidung darüber getroffen werden, ob das Stillen zu unterbrechen ist oder ob die Behandlung mit Calciumgluconat zu unterbrechen ist. Dabei ist sowohl der Nutzen des Stillens für das Kind als auch der Nutzen der Therapie für die Frau zu berücksichtigen.
Fertilität
Es liegen keine Daten vor.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
Nicht zutreffend.
4.8 Nebenwirkungen
Die Häufigkeitsangaben der unten aufgeführten Nebenwirkungen entsprechen den folgenden Definitionen:
Sehr häufig: ≥ 1/10
Häufig: ≥ 1/100 bis < 1/10
Gelegentlich: ≥ 1/1 000 bis < 1/100
Selten: ≥ 1/10 000 bis < 1/1 000
Sehr selten: < 1/10 000
Nicht bekannt: Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar
Wirkungen auf die Gefäße und andere systemische Nebenwirkungen treten wahrscheinlich als Symptome einer akuten Hyperkalzämie auf, die aus einer intravenösen Überdosierung oder einer zu schnellen intravenösen Injektion resultiert. Ihr Auftreten und ihre Häufigkeit stehen in direktem Zusammenhang mit der Verabreichungsrate und der verabreichten Dosis.
Gefäßerkrankungen
Nicht bekannt: Hypotonie und möglicherweise tödlich verlaufender vasomotorischer Kollaps, Hitzegefühl, hauptsächlich nach zu schneller Injektion.
Herzerkrankungen
Nicht bekannt: Bradykardie, Herzrhythmusstörungen.
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
Nicht bekannt: Übelkeit, Erbrechen.
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
Nicht bekannt: Hitzewallungen, Schwitzen.
Ceftriaxon-Calciumsalz-Präzipitate
In seltenen Fällen wurden schwerwiegende oder sogar tödliche unerwünschte Reaktionen bei zu früh geborenen und bei reifen Neugeborenen (Alter < 28 Tage) beobachtet, die mit intravenösem Ceftriaxon und Calcium behandelt worden waren.
Ceftriaxon-Calciumsalz-Präzipitate wurden post mortem in Lunge und Nieren gefunden. Das hohe Risiko von Ausfällungen bei Neugeborenen ist auf ihr geringes Blutvolumen und die im Vergleich zu Erwachsenen längere Halbwertszeit von Ceftriaxon zurückzuführen (siehe Abschnitte 4.3 und 4.4).
Nebenwirkungen, die ausschließlich nach unsachgemäßer Anwendung auftreten:
Nicht bekannt: Es wurde über Verkalkung des Weichteilgewebes durch Extravasation von Calciumlösungen berichtet.
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte
Abt. Pharmakovigilanz
Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3
D-53175 Bonn
Website: http://www.bfarm.de anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Übermäßige Gabe von Calciumsalzen führt zu einer Hyperkalzämie. Symptome der Hyperkalzämie können sein: Anorexie, Übelkeit, Erbrechen, Obstipation, Abdominalschmerz, Muskelschwäche, Polydipsie, Polyurie, mentale Beeinträchtigungen, Knochenschmerzen, Nephrokalzinose, Nierensteine, und in schweren Fällen Herzrhythmusstörungen und Koma.
Schwere Hyperkalzämie wird durch intravenöse Infusion von Natriumchloridlösung zur Expansion des extrazellulären Flüssigkeitsvolumens behandelt. Dies kann zusammen mit, oder gefolgt von, Furosemid zur Erhöhung der Calciumausscheidung gegeben werden. Falls diese Behandlung nicht erfolgreich ist, können andere Arzneimittel, einschließlich Calcitonin, Bisphosphonate, Dinatriumedetat und Phosphate angewandt werden. Als letzte Möglichkeit kann eine Hämodialyse erwogen werden. Während der Behandlung der Überdosierung müssen die Serumelektrolyte sorgfältig überwacht werden.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Mineralstoffe, Calciumgluconat.
ATC-Code: A12AA03
Calcium ist ein essentieller Körperelektrolyt. Er ist für die Funktionsfähigkeit von Nerven und Muskeln erforderlich und ist essentiell für die Muskelkontraktion, Herzfunktion und Blutgerinnung.
Die Calciumhomöostase wird hauptsächlich durch drei endokrine Faktoren reguliert: bei Absinken der Calcium Konzentration im Plasma wird Parathormon ausgeschüttet und beschleunigt den Calciumtransport aus den Knochen, die intestinale Resorption und die renale Wiederaufnahme; Calcitonin senkt die Calciummenge im Plasma durch eine Verringerung der Calciumaufnahme durch die Knochen und durch eine Erhöhung der renalen Exkretion des Ions; Vitamin D stimuliert die intestinale Resorption von Calcium und reduziert die renale Exkretion.
Die cytoplasmatische Calciumkonzentration wird normalerweise durch die Ausscheidung von Calcium aus der Zelle und durch eine Sequestrierung in Zellorganellen, insbesondere dem endoplasmatischen Retikulum (in Muskelfasern auch sarkoplasmatisches Retikulum genannt) sehr niedrig, bei etwa 0,1 bis 1,0 μmol je Liter, gehalten. Verschiedene elektrische und chemische Stimuli lösen die Aufnahme von Calciumionen über die Plasmamembran, oder die Ausschüttung der Ionen aus Zellspeichern, aus. Diese Calciumionen interagieren mit hoch affinen Bindestellen an spezifischen intrazellulären Proteinen, wie zum Beispiel Troponin und regulieren dadurch eine Anzahl funktionaler und metabolischer Prozesse.
Calciumionen sind für die normale Funktionsweise des neuromuskulären Apparates unabdingbar. Hypokalzämie verursacht ein Absinken des Schwellenwerts für die Erregungsleitung und führt somit zu einer Tetanie. Hyperkalzämie verursacht ein Ansteigen des Schwellenwerts für eine Erregung von Nerven und Muskeln und führt dadurch zu Muskelschwäche und Lethargie. Calciumionen sind für die Muskelkontraktion notwendig. Durch die Bindung an Troponin verhindert Calcium den inhibitorischen Effekt von Troponin auf die Interaktion zwischen Aktin und Myosin.
Calciumionen spielen bei den meisten endokrinen und exokrinen Drüsen auch eine wichtige Rolle in der Reiz-Sekretionskupplung.
Calciumionen sind für die normale Kopplung der Erregung und Kontraktion im Herzmuskel und zur Weiterleitung elektrischer Impulse in bestimmten Bereichen des Herzens, insbesondere durch den AV-Knoten, unabdingbar. Die Einleitung der Kontraktion bei vaskulären und anderen glatten Muskeln ist ebenfalls auf Calciumionen angewiesen.
Diese Auswirkungen auf glatte, kardiale und vaskuläre Muskeln können zur Behandlung von Angina, Hypertension und kardialen Arrhythmien durch verschiedenste Calciumkanal-blockierende Arzneimittel unterbunden werden.
Calciumionen sind zudem in beiden, den intrinsischen und extrinsischen Wegen der Blutgerinnung involviert.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Verteilung
Nach Injektion zeigt das zugeführte Calcium dasselbe Verteilungsverhalten wie das körpereigene Calcium. Etwa 50 % des gesamten Calciums im Plasma liegen in der physiologisch aktiven ionisierten Form vor, etwa 40 % sind an Proteine, hauptsächlich Albumin, gebunden und 10 % bilden Komplexe mit Anionen.
Biotransformation
Injiziertes Calcium wird zum intravaskulären Calciumpool hinzugefügt und wird vom Organismus wie das körpereigene Calcium metabolisiert.
Elimination
Calcium wird hauptsächlich über den Urin und teilweise über den Stuhl ausgeschieden. Die Ausscheidung über den Urin ist das Nettoergebnis der gefilterten und resorbierten Menge. Die Rückresorption von Calcium in den Nierentubuli wird durch Vitamin D und Parathormon verstärkt, wohingegen Calcitonin die Ausscheidung der Calciumionen über den Urin steigert. Calcium wird zusätzlich über den Speichel, Gallenflüssigkeit, Pankreasflüssigkeit, Schweiß und Muttermilch ausgeschieden.
5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit
Bis auf die in der Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels aufgeführten Informationen gibt es keine weiteren Informationen.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
D-Glucarsäure-Calciumsalz-Tetrahydrat (0,18 % (m/V))
Wasser für Injektionszwecke
6.2 Inkompatibilitäten
Calciumsalze können Komplexe mit vielen Arzneistoffen bilden, was zu Ausfällungen führen kann (siehe Abschnitt 4.4). Calciumsalze sind mit oxidierenden Substanzen, Citraten, löslichen Carbonaten, Bicarbonaten, Phosphaten, Tartraten und Sulfaten inkompatibel. Physikalische Inkompatibilität wurde überdies für Amphotericin, Cephalothin-Natrium, Cephazolin-Natrium, Cephamandolnafat, Ceftriaxon, Novobiocin-Natrium, Dobutaminhydrochlorid, Prochlorperazin und Tetracycline berichtet.
Das Arzneimittel darf, außer mit den in Abschnitt 6.6 aufgeführten, nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.
6.3 Dauer der Haltbarkeit
3 Jahre
Nach Verdünnung
Die physikalische Gebrauchsstabilität wurde für die Verdünnung gemäß Anweisung auf 10 mg/ml mit den empfohlenen Infusionslösungen 9 mg/ml (0,9 %) Natriumchloridlösung zur Injektion oder 50 mg/ml (5 %) Glukoselösung zur Injektion bei Raumtemperatur für eine Dauer von 48 Stunden bei 23 °C bis 27 °C und 2 °C bis 8 °C nachgewiesen.
Unter mikrobiologischen Gesichtspunkten sollte die gebrauchsfertige Lösung sofort verwendet werden. Wird sie nicht sofort verwendet, ist der Anwender für die Dauer und die Bedingungen der Aufbewahrung verantwortlich und sollte in der Regel 48 Stunden bei 23 °C bis 27 °C oder 2 °C bis 8 °C nicht überschreiten, es sei denn, die Verdünnung erfolgte unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen.
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Aufbewahrungsbedingungen erforderlich.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Polypropylen Ampullen mit 10 ml. In Kartons zu je 10, 20 oder 50 Ampullen mit je 10 ml verpackt.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
Handhabung
Das Arzneimittel ist nur zur einmaligen Anwendung bestimmt. Unverbrauchte Lösung ist zu verwerfen.
Das Arzneimittel ist vor Anwendung visuell auf Partikel oder Verfärbung zu prüfen. Die Lösung ausschließlich verwenden, wenn sie klar, farblos bis blassgelb, wässrig und praktisch frei von Partikeln ist.
Verdünnung
Zur intravenösen Infusion kann Calciumgluconat DEMO 5 % m/V Injektions-/Infusionslösung 1:5 auf eine Konzentration von 10 mg Calciumgluconat /ml mit folgenden beiden Infusionslösungen verdünnt werden: 9 mg/ml (0,9 %) Natriumchloridlösung zur Injektion oder 50 mg/ml (5 %) Glukoselösung zur Injektion. Die gebrauchsfertigen Lösungen sind nach Verdünnung mit den empfohlenen Infusionslösungen zur sofortigen einmaligen Anwendung bestimmt. Die Verdünnung sollte unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen erfolgen. Nach der Zugabe sollte der Behälter zur Sicherstellung der Homogenität sanft geschwenkt werden.
Gemäß den Angaben eines Arztes verwenden.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den regionalen Anforderungen zu beseitigen.
7. INHABER DER ZULASSUNG
DEMO S.A. Pharmaceutical Industry
21 km National Road Athens-Lamia
14568 Kryoneri, Attikis
Griechenland
8. ZULASSUNGSNUMMER
7007662.00.00
9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG
22/10/2024
10. STAND DER INFORMATION
22/10/2024
