Info Patient

Claversal 1000 mg Zäpfchen – Fachinformation (SmPC) für Ärzte und Apotheker

Die Fachinformation richtet sich an Ärzte und Apotheker. Verständliche Hinweise für Patienten enthält der Beipackzettel: Einnahme, Nebenwirkungen, Andere Arzneimittel, Schwangerschaft und Stillzeit.

Aktualisiert:
Fakten
Status:
Verschreibungspflichtig
Stärke:
1000 mg
Wirkstoff:
ATC-Gruppe:

Fachinformation - Claversal 1000 mg Zäpfchen

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Claversal 1000 mg Zäpfchen

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Jedes Zäpfchen enthält 1000 mg Mesalazin

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Zäpfchen

Gräulich-weiß bis leicht rötlich-violette torpedoförmige Zäpfchen

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Claversal wird angewendet bei distaler Colitis ulcerosa (Proktitis und Proktosigmoiditis) zur:

  • Behandlung von leichten oder mittelschweren akuten Exazerbationen
  • Aufrechterhaltung der Remission.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Individuelle Dosisanpassungen sollten nach Ermessen des Arztes in Abhängigkeit von den Merkmalen und der Erkrankung des Patienten vorgenommen werden.

Die empfohlene Dosis für Erwachsene beträgt:

  • Behandlung von leichten oder mittelschweren akuten Exazerbationen: einmal täglich ein Zäpfchen (1000 mg);
  • Aufrechterhaltung der Remission: einmal täglich ein Zäpfchen (1000 mg).Eine niedrigere wirksame Dosis kann in Betracht gezogen werden (in diesem Fall sollten 500 mg Zäpfchen verwendet werden).

Kinder und Jugendliche

Claversal wird aufgrund fehlender Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit nicht zur Anwendung bei Kindern unter 6 Jahren empfohlen. Über die Anwendung von Claversal bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren liegen nur begrenzte Erfahrungen vor. Zurzeit vorliegende Daten werden in Abschnitt 5.1 beschrieben; eine Dosierungsempfehlung kann jedoch nicht gegeben werden.

Art der Anwendung:

Rektale Anwendung

Claversal sollte regelmäßig und konsequent angewendet werden, entweder während der akuten Phase oder während der Langzeittherapie der Erhaltungsphase, um die beabsichtigte Wirkung zu erzielen.

Es wird empfohlen vor Verabreichung des Zäpfchens den Darm zu entleeren.

Zäpfchen sollten mit dem Patienten auf der linken Seite liegend eingeführt werden, und es ist ratsam, etwa 1 Stunde in dieser Position zu bleiben.

Zäpfchen sollten tief in den After eingeführt werden und 1-3 Stunden im Rektum verbleiben, um die Wirksamkeit zu erhöhen.

4.3 Gegenanzeigen

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff (Mesalazin), Salicylate oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile
  • schwere Leber- und Nierenfunktionsstörungen
  • hämorrhagische Diathese

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Die Behandlung mit Claversal sollte unter ärztlicher Aufsicht erfolgen.

Blutuntersuchungen (großes Blutbild, Leberfunktionsparameter wie Transaminasen, Kreatinin) und Urinuntersuchungen, sollten zwei Wochen nach Therapiebeginn und 3 Monate lang in Abständen von 4 Wochen durchgeführt werden. Bei normalem Befund sind vierteljährliche Kontrolluntersuchungen erforderlich. Wenn zusätzliche Symptome auftreten, sind sofortige Kontrolluntersuchungen erforderlich.

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion und/oder eingeschränkter Leberfunktion sollten sorgfältig überwacht werden. Wenn sich die Nierenfunktion während der Behandlung verschlechtert, sollte eine Mesalazin-bedingte Nephrotoxizität in Betracht gezogen werden.

Es wurden Fälle von Nephrolithiasis bei Verabreichung von Mesalazin gemeldet, einschließlich Nierensteinen mit einem Gehalt von 100 % Mesalazin. Es wird empfohlen, während der Behandlung eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr sicherzustellen.

Patienten mit einer Lungenkrankheit, vor allem Asthma, sollten während der Therapie mit Mesalazin besonders sorgfältig überwacht werden.

Bei Patienten mit bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Sulfasalazin-haltigen Präparaten sollte die Behandlung mit Claversal ebenfalls unter sorgfältiger ärztlicher Kontrolle erfolgen. Bei Auftreten akuter Unverträglichkeitsreaktionen, wie z. B. Krämpfen, akute Bauchschmerzen, Fieber, Kopfschmerzen und schweren Hautausschlägen, ist die Behandlung sofort abzubrechen.

Selten wurde über Mesalazin-induzierte kardiale Überempfindlichkeitsreaktionen (Myokarditis oder Perikarditis) berichtet.

Schwere Blutdyskrasien in Zusammenhang mit Mesalazin wurden selten berichtet. Die gleichzeitige Behandlung mit Mesalazin kann bei Patienten, die Azathioprin oder 6-Mercaptopurin erhalten, das Risiko für schwere Blutdyskrasien erhöhen. Bei Verdacht auf diese Nebenwirkungen oder deren Auftreten muss die Behandlung abgebrochen werden.

Bei der Behandlung von Patienten mit aktivem Magen- oder Duodenalgeschwür ist Vorsicht geboten.

Schwere arzneimittelinduzierte unerwünschte Hautreaktionen

Es wurde über schwere arzneimittelinduzierte Hautreaktionen (Severe cutaneous adverse reactions,

SCARs), einschließlich Arzneimittelreaktion mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS-Syndrom), Stevens-Johnson-Syndrom (SJS) und toxischer epidermaler Nekrolyse (TEN), im Zusammenhang mit Mesalazin-Behandlung berichtet.

Beim ersten Auftreten von Anzeichen und Symptomen schwerer Hautreaktionen, wie z. B. Hautausschlag, Schleimhautläsionen oder sonstigen Anzeichen einer Überempfindlichkeit sollte Mesalazin sofort abgesetzt werden.

Mesalazin kann nach Kontakt mit Natriumhypochlorit-Bleichmitteln zu einer rotbraunen Verfärbung des Urins führen (z. B. in Toiletten, die mit dem in bestimmten Bleichmitteln enthaltenen Natriumhypochlorit gereinigt wurden).

Idiopathische intrakranielle Hypertonie

Bei Patienten, die Mesalazin erhalten, wurde über idiopathische intrakranielle Hypertonie (Pseudotumor cerebri) berichtet. Patienten sollten auf Anzeichen und Symptome einer idiopathischen intrakraniellen Hypertonie, einschließlich schwerer oder wiederkehrender Kopfschmerzen, Sehstörungen oder Tinnitus, hingewiesen werden. Wenn eine idiopathische intrakranielle Hypertonie auftritt, sollte ein Absetzen von Mesalazin in Betracht gezogen werden.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Es wurden keine speziellen Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen durchgeführt.

Die gleichzeitige Anwendung von nephrotoxischen Arzneimitteln wie NSAR und Azathioprin kann das Risiko einer Nierentoxizität erhöhen.

Mesalazin kann die myelosuppressive Wirkung von Azathioprin, 6-Mercaptopurin und Thioguanin verstärken.

Mesalazin kann die Wirkung von Warfarin verringern.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Mesalazin darf während der Schwangerschaft und Stillzeit nicht angewendet werden, ausgenommen der mögliche Nutzen der Behandlung überwiegt nach Einschätzung des Arztes die möglichen Risiken. Die Grunderkrankung (chronisch entzündliche Darmerkrankung, CED) selbst kann die Risiken für den Schwangerschaftsverlauf erhöhen.

Schwangerschaft

Es ist bekannt, dass Mesalazin die Plazentaschranke passiert, und seine Konzentration im Nabelschnurplasma ist niedriger als die Konzentration im mütterlichen Plasma. Der Metabolit Acetyl-Mesalazin kommt in ähnlichen oder höheren Konzentrationen in der Nabelschnur und im mütterlichen Plasma vor. Tierexperimentelle Untersuchungen bei oralem Mesalazin lassen nicht auf direkte oder indirekte schädliche Auswirkungen auf Schwangerschaft, embryofetale Entwicklung, Geburt oder postnatale Entwicklung schließen. Es liegen keine ausreichenden und gut kontrollierten Studien zur Anwendung von Mesalazin bei Schwangeren vor. Die veröffentlichten Daten zur Anwendung von Mesalazin beim Menschen sind begrenzt und zeigen keine erhöhte Gesamtrate angeborener Missbildungen. Einige Daten zeigen eine erhöhte Rate von Früh- und Totgeburten und geringem Geburtsgewicht. Jedoch treten diese negativen Auswirkungen auf den Schwangerschaftsverlauf auch in Verbindung mit akuten Schüben der chronisch entzündlichen Darmerkrankung auf.

Bei Neugeborenen, deren Mütter mit Quintasa Sachet behandelt wurden, wurden Veränderungen des Blutbildes (Leukopenie, Thrombozytopenie und Anämie) beobachtet.

In einem Einzelfall wurde nach Langzeitanwendung einer hohen Dosis Mesalazin (2–4 g, oral) während der Schwangerschaft ein Nierenversagen bei einem Neugeborenen berichtet.

Stillzeit

Mesalazin geht in die Muttermilch über. Die Mesalazin-Konzentration in der Muttermilch ist geringer als im Blut der Mutter, wohingegen der Metabolit Acetyl-Mesalazin in ähnlichen oder höheren Konzentrationen vorliegt. Es wurden keine kontrollierten Studien mit Mesalazin während der Stillzeit durchgeführt. Bisher liegen nur begrenzte Erfahrungen bei Frauen nach oraler Anwendung während der Stillzeit vor. Überempfindlichkeitsreaktionen wie Diarrhoe können nicht ausgeschlossen werden. Wenn bei dem Kind Diarrhoe auftritt, muss das Stillen beendet werden.

Fertilität

Daten zu Mesalazin aus Tierexperimenten zeigen keinen Einfluss auf die männliche oder weibliche Fertilität.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Die Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen wurde nicht untersucht.

4.8 Nebenwirkungen

Die Häufigkeitsangaben der nachstehend aufgeführten Nebenwirkungen wurde auf Grundlage der folgenden Konvention (MedDRA-Konvention) festgelegt: Sehr häufig (≥ 1/10); häufig (≥ 1/100 bis < 1/10); gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100); selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000); sehr selten (< 1/10.000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

SystemorganklasseHäufigkeit nach MedDRA-Konvention

Selten

(≥1/10.000 bis <1/1.000)

Sehr selten (<1/10.000)Nicht bekannt
Erkrankungen des Blutes und des LymphsystemsBlutbildveränderungen (Agranulozytose, Panzytopenie, Leukopenie, Neutropenie, Thrombozytopenie, aplastische Anämie)
Erkrankungen des ImmunsystemsÜberempfindlichkeits-reaktionen wie allergisches Exanthem, Arzneimittelfieber, Lupus-erythematodes-Syndrom, Pankolitis
Erkrankungen des NervensystemsKopfschmerzen, SchwindelPeriphere NeuropathieIdiopathische intrakranielle Hypertonie (siehe Abschnitt 4.4)
HerzerkrankungenMyokarditis, Perikarditis
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und MediastinumsAllergische Reaktionen der Lunge (Dyspnoe, Husten, allergische Alveolitis, eosinophile Pneumonie, Lungeninfiltration, Pneumonitis)
Erkrankungen des GastrointestinaltraktsUnwohlsein und Bauchschmerzen, Diarrhoe, Blähungen, Übelkeit, ErbrechenAkute Pankreatitis Verschlimmerung der Colitis-Symptome
Leber- und GallenerkrankungenVeränderungen der Leberfunktionswerte (Anstieg der Transaminasen und Cholestasewerte), Hepatitis, cholestatische Hepatitis
Erkrankungen der Haut und des UnterhautzellgewebesLichtempfindlich keit*

Alopezie

Erythema multiforme

Arzneimittelreaktion mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS-Syndrom),

Stevens-Johnson-Syndrom (SJS), toxische epidermale Nekrolyse (TEN)**

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und KnochenerkrankungenMyalgie, Arthralgie
Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Interstitielle Nephritis,

eingeschränkte Nierenfunktion,

nephrotisches Syndrom

Nephrolithiasis
Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der BrustdrüseOligospermie (reversibel)

* Lichtempfindlichkeit

Bei Patienten mit bereits bestehenden Hauterkrankungen, wie beispielsweise atopischer Dermatitis und atopischem Ekzem, wurden schwerwiegendere Reaktionen berichtet.

** Es wurde über schwere arzneimittelinduzierte Hautreaktionen (Severe cutaneous adverse reactions, SCARs), einschließlich Arzneimittelreaktion mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS-Syndrom), Stevens-Johnson-Syndrom (SJS) und toxischer epidermaler Nekrolyse (TEN), im Zusammenhang mit Mesalazin-Behandlung berichtet (siehe Abschnitt 4.4).

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Es wurden keine Fälle von Überdosistoxizität berichtet.

Unter normalen Umständen ist die Resorption von Mesalazin durch den Dickdarm begrenzt.

Da es kein spezifisches Antidot gibt, sollte die Behandlung im Falle einer Überdosierung symptomatisch und unterstützend erfolgen.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Intestinale Antiphlogistika. Aminosalicylsäure und ähnliche Mittel.

ATC-Code: A07EC02.

Wirkmechanismus

Claversal enthält Mesalazin, auch bekannt als 5-Aminosalicylsäure, das über einen noch nicht vollständig geklärten Wirkmechanismus entzündungshemmend wirkt. Es hat sich gezeigt, dass Mesalazin die LTB4-stimulierte Migration von Darmmakrophagen hemmt und somit durch die Einschränkung der Migration von Makrophagen in entzündete Bereiche eine Darmentzündung reduzieren kann. Die Produktion entzündungsfördernder Leukotriene (LTB4 und 5-HETE) in Makrophagen der Darmwand wird gehemmt. Mesalazin aktiviert nachweislich PPAR-γ-Rezeptoren, die die zellkernbasierte Aktivierung von Entzündungsreaktionen im Darm neutralisieren.

Pharmakodynamische Wirkungen

Unter Studienbedingungen hemmte Mesalazin die Cyclooxygenase und damit die Freisetzung von Thromboxan B2 und Prostaglandin E2, die klinische Bedeutung dieses Effekts ist jedoch noch unklar. Mesalazin hemmt die Bildung des plättchenaktivierenden Faktors (PAF). Mesalazin ist auch ein Antioxidans. Es wurde gezeigt, dass es die Bildung reaktiver Sauerstoffprodukte verringert und freie Radikale abfängt.

In klinischen Studien mit Patienten mit aktiver distaler Colitis ulcerosa (Proktitis/Proktosigmoiditis) war die Behandlung mit Mesalazin 500 mg und 1 g Suppositorien in verschiedenen Dosierungsschemata (o.d./b.i.d./t.i.d.) wirksam, um eine klinische, endoskopische und histologische Remission der Erkrankung zu induzieren. Die Langzeitbehandlung mit Mesalazin-Zäpfchen erwies sich als wirksam und sicher für die Aufrechterhaltung der Remission bei Patienten mit distaler Colitis ulcerosa.

Kinder und Jugendliche:

In einer klinischen Studie an 49 pädiatrischen Patienten (5-17 Jahre) mit leichter bis mittelschwerer ulzerativer Proktitis wurde eine Behandlung mit Mesalazin 500 mg Zäpfchen 1x täglich erzielten nach 3 und 6 Wochen eine signifikante Reduktion des Krankheitsaktivitätsindex.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Allgemeine Merkmale des Wirkstoffs

Pharmakokinetik und lokale Verfügbarkeit: Die therapeutische Wirksamkeit von Mesalazin ist höchstwahrscheinlich auf die topische Wirkung des Wirkstoffes auf die erkrankten Bereiche der intestinalen Mukosa zurückzuführen.

Claversal Zäpfchen sollen im distalen Teil des Darmtrakts für hohe Mesalazin-Konzentrationen bei geringer systemischer Resorption sorgen.

Die Wirkung der Zäpfchen erstreckt sich auf das Rektum.

Resorption:

Die Resorption nach rektaler Gabe ist gering und ist abhängig von der Dosis, der Formulierung und dem Umfang der Verteilung. Auf Basis der Wiederfindungs-Daten im Urin gesunder Probanden unter Steady-State-Bedingungen nach Gabe einer täglichen Dosis von 2 g (1 g x 2) werden ca. 10 % der Dosis nach Verabreichung des Zäpfchens resorbiert.

Verteilung:

Die Proteinbindung von Mesalazin beträgt ca. 50 %, die von Acetyl-Mesalazin ca. 80 %.

Biotransformation:

Mesalazin wird sowohl präsystemisch durch die intestinale Mukosa als auch systemspezifisch in der Leber hauptsächlich durch NAT-1 zu N-Acetyl-Mesalazin (Acetyl-Mesalazin) metabolisiert.

Die Acetylierung erfolgt teilweise auch durch Bakterien im Kolon. Die Acetylierung scheint vom Acetylierungs-Phänotyp unabhängig zu sein.

Es wird angenommen, dass Acetyl-Mesalazin klinisch inaktiv ist, dies muss jedoch noch bestätigt werden.

Elimination:

Die Plasmahalbwertszeit von reinem Mesalazin beträgt etwa 40 Minuten, für Acetyl-Mesalazin etwa 70 Minuten.

Beide Substanzen werden mit Urin und den Fäzes ausgeschieden.

Die Urinausscheidung besteht hauptsächlich aus Acetyl-Mesalazin.

Eigenschaften bei der Anwendung am Patienten

Bei Patienten mit Leber- und Nierenfunktionsstörungen ist die 5-ASA-Eliminationsrate (Clearance) verringert, und dies führt zu einer erhöhten Mesalazin-Konzentration, die das Risiko unerwünschter nephrotoxischer Wirkungen erhöhen kann.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Toxische renale Wirkungen wurden bei allen untersuchten Spezies gezeigt Die Dosierungen und Plasmakonzentrationen der NOAEL-Werte (No Observed Adverse Effect Levels) bei Ratten und Affen übersteigen die beim Menschen verwendeten um das 2-7,2-Fache.

In tierexperimentellen Untersuchungen wurde keine signifikante Toxizität im Gastrointestinaltrakt, in der Leber oder im hämopoietischen System beobachtet.

In-vitro- und in-vivo-Untersuchungen haben keine mutagene Wirkung gezeigt. An Ratten durchgeführte Untersuchungen zum tumorigenen Potenzial zeigten keinen substanzabhängigen Anstieg der Tumorhäufigkeit.

Tierexperimentelle Untersuchungen mit oralem Mesalazin lassen nicht auf direkte oder indirekte schädliche Auswirkungen auf Schwangerschaft, embryofetale Entwicklung, Geburt oder postnatale Entwicklung schließen.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Hartfett

6.2 Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend

6.3 Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 30 °C lagern

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Zäpfchen sind in PVC/PE-Folienstreifen verpackt

Jede Packung enthält 10, 12, 24, 30, 90 und 100 Zäpfchen.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu beseitigen.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.

7. INHABER DER ZULASSUNG

FAES FARMA S. A.

Autonomia Etorbidea, 10

48940 Leioa (Bizkaia)

Spanien

8. ZULASSUNGSNUMMER

2203439.00.00

9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG

03/04/2020

10. STAND DER INFORMATION

Januar 2025

11. VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

Versionscode: F04

Über dieses Dokument

Quelle: BfArM – Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (AMIce) · Zulassungsnummer: 2203439.00.00 · ENR 2203439

Stand der Information laut Text: 01/2025

Einen Fehler gefunden? Schreiben Sie uns über die Kontaktseite.

Die Informationen auf dieser Website ersetzen nicht den Rat eines Arztes oder Apothekers.

Fakten zu Claversal 1000 mg Zäpfchen

Rezeptpflicht
Verschreibungspflichtig?
  • Sie erhalten das Arzneimittel nur mit einem ärztlichen Rezept in der Apotheke.
  • Rechtsgrundlage laut BfArM: verschreibungspflichtig gemäß § 48(1),(2)2 AMG.
Wirkstoff Mesalazin 1000 mg
Darreichungsform Zäpfchen
Art der Anwendung Rektale Anwendung
Sonstige Bestandteile Hartfett
Packungsgrößen 10 Stück, 12 Stück, 24 Stück, 30 Stück, 90 Stück, 100 Stück
Haltbarkeit 3 Jahre (ungeöffnete Packung)
Lagerung Lagerung und Transport: Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren; Nicht über +30°C; Lagerung und Transport: Nicht über +30°C; Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren
Fälschungsschutz Ja – die Packung trägt einen individuellen Code und einen Erstöffnungsschutz (securPharm), die Apotheke prüft die Echtheit
ATC-Klassifikation
  1. A Alimentäres System und Stoffwechsel
    1. A07 Antidiarrhoika und intestinale Antiphlogistika/Antiinfektiva
      1. A07E Intestinale Antiphlogistika
        1. A07EC Aminosalicylsäure und ähnliche Mittel
          1. A07EC02 Mesalazin
Zulassung 2203439.00.00, seit 15.04.2020, verlängert 09.08.2024; dezentrales Verfahren (mehrere EU-Staaten)
Pharmazeutischer Unternehmer FAES FARMA, S.A., 48940 LEIOA-BIZKAIA, Spanien
Hersteller (Freigabe) FAES FARMA PORTUGAL, S.A.
Risikoverfahren
3 Verfahren zur Arzneimittelsicherheit+
  • AM mit dem Wirkstoff Mesalazin
  • AM mit Wirkstoff Mesalazin
  • AM mit Wirkstoff Mesalazin
Frühere Namen Salcrozine 1000 mg Zäpfchen (ab 11.12.2020)
PZN 16703985, 16704045, 16703991, 16704016

Quelle: BfArM, Arzneimittel-Informationssystem AMIce (ENR 2203439), Datensatz vom 01.10.2026. Angaben ohne Gewähr – fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke.