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Esmololhydrochlorid Noridem 10 mg/ml Infusionslösung - Zusammengefasste Informationen

Dostupné balení:

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels - Esmololhydrochlorid Noridem 10 mg/ml Infusionslösung

FACHINFORMATION

1.    

Esmololhydrochlorid Noridem 10 mg/ml Infusionslösung

2.    

Esmololhydrochlorid Noridem 10 mg/ml Infusionslösung enthält 10 mg Esmololhydrochlorid je Milliliter. Jede Flasche mit 250 ml enthält 2.500 mg Esmololhydrochlo­rid.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung

Dieses Arzneimittel enthält etwa 30,38 mmol (oder 698,52 mg) Natrium je Flasche.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.    

Infusionslösung

Klare, und praktisch partikelfreie Lösung. pH: 4,50 – 5,50

Osmolarität: etwa 130 mOsm/kg

4.    klinische angaben

4.1     

Supraventrikuläre Tachykardie (außer bei Präexzitation­ssyndromen) oder nicht

kompensatorische Sinustachykardie

Esmololhydrochlorid Noridem ist indiziert, wenn eine schnelle Kontrolle einer erhöhten Kammerfrequenz bei Patienten mit Vorhofflimmern oder Vorhofflattern perioperativ, postoperativ oder unter anderen Bedingungen erwünscht ist und eine kurzdauernde Kontrolle der Kammerfrequenz mit einer kurzwirksamen Substanz angebracht ist.

Esmololhydrochlorid Noridem kann ebenfalls bei nicht kompensatorischer Sinustachykardie gegeben werden, wenn nach dem Urteil des behandelnden Arztes eine besondere Behandlungsnot­wendigkeit besteht.

Tachykardie und Hypertonie in der perioperativen Phase

Behandlung von Tachykardie und Hypertonie während der Einleitung der Anästhesie und endotrachealen Intubation, während operativen Eingriffen, bei der Anästhesieausle­itung sowie in der postoperativen Phase, wenn nach dem Urteil des behandelnden Arztes solch eine besondere Behandlung indiziert ist.

Esmololhydrochlorid Noridem ist nicht indiziert für die Anwendung bei Kindern bis zu 18 Jahren (siehe Abschnitt 4.2). Esmololhydrochlorid Noridem eignet sich nicht zur Behandlung von chronischen Erkrankungen.

4.2     

Dosierung

Esmololhydrochlorid Noridem 10 mg/ml Infusionslösung ist eine gebrauchsfertige Lösung zur intravenösen Anwendung.

SUPRAVENTRIKULÄRE TACHYARRHYTHMIE (außer bei Präexzitationssyndromen) ODER NICHTKOMPENSATORISCHE SINUSTACHYKARDIE

Bei supraventrikulärer Tachyarrhythmie muss die Esmololhydrochlorid Noridem-Dosis individuell titriert werden, wie in dem nachfolgenden Flussdiagramm dargestellt.

Jede Stufe besteht aus einer Einleitungsdosis, gefolgt von einer Erhaltungsdosis. Die effektive Erhaltungsdosis liegt zwischen 50 und 200 Mikrogram­m/kg/Minute, wobei auch Dosen von 25 bis 300 Mikrogram­m/kg/Minute verwendet werden.

Übersicht über Einleitung und Erhaltung der Behandlung

Infusion einer Einleitungsdosis von 500 Mikrogram­m/kg/Minute über 1 Minute, DANACH

Infusion einer Erhaltungsdosis von 50 Mikrogramm/kg/Mi­nute über 4 Minuten

Ansprechen

Aufrechterhalten der Infusion bei 50 Mikrogramm/kg/Mi­nute

Unzureichendes Ansprechen innerhalb von 5 Minuten

Die Dosis von 500 Mikrogram­m/kg/Minute über 1 Minute wiederholen.

Die Erhaltungsdosis auf 100 Mikrogram­m/kg/Minute über 4 Minuten steigern

Ansprechen

Aufrechterhalten der Infusion bei 150 Mikrogram­m/kg/Minute

Unzureichendes Ansprechen

Die Dosis von 500 Mikrogram­m/kg/Minute über 1 Minute wiederholen

Die Erhaltungsdosis auf 200 Mikrogram­m/kg/Minute steigern und beibehalten

Einleitungsdosis

Je nach hämodynamischer Reaktion (Herzfrequenz, Blutdruck) kann eine Anpassung der Einleitungsdosis erforderlich sein.

Erhaltungsdosis

Bei einer kontinuierlichen und progressiven Dosierung liegt eine wirksame Erhaltungsdosis zwischen 50 und 200 Mikrogram­m/kg/Minute. Dosen von 25 Mikrogramm/kg/Mi­nute können verwendet werden.

Je nach gewünschter hämodynamischer Reaktion kann eine Anpassung der Erhaltungsdosis erforderlich sein.

Die Verabreichung von Dosen über 200 Mikrogram­m/kg/Minute verstärkt die Wirkung zum Senken der Herzfrequenz nur geringfügig, und die Häufigkeit von Nebenwirkungen nimmt zu. Tabelle 1 und 2 enthalten Angaben zu der jeweiligen Einleitungsdosis und Erhaltungsdosis von Esmololhydrochlorid Noridem in Abhängigkeit vom Patientengewicht.

Tabelle 1

Erforderliches Volumen von Esmololhydrochlorid Noridem 10 mg/ml für eine

EINLEITUNGSDOSIS von 500 µg/kg/Minute

Gewicht des Patienten (kg)

40

50

60

70

80

90

100

110

120

Volumen (ml)

2

2,5

3

3,5

4

4,5

5

5,5

6

Tabelle 2

Erforderliches Volumen von Esmololhydrochlorid Noridem 10 mg/ml für eine

ERHALTUNGSDOSIS bei Infusionsraten zwischen 12,5 und 300 µg/kg/Minute

Gewicht des Patienten (kg)

Dosisrate für die Infusion

12.5 µg/kg/Mi n

25 µg/kg/Mi n

50 µg/kg/ Min

100 µg/kg/Mi n

150 µg/kg/Mi n

200 µg/kg/ Min

300 µg/kg/ Min

Erforderliche Menge zum Erreichen der Dosisrate pro Stunde (ml / h)

40

3 ml/h

6 ml/h

12 ml/h

24 ml/h

36 ml/h

48 ml/h

72 ml/ h

50

3, 75 ml/h

7,5 ml/h

15 ml/h

30 ml/h

45 ml/h

60 ml/h

90 ml/ h

60

4,5 ml/h

9 ml/h

18 ml/h

36 ml/h

54 ml/h

72 ml/h

108 ml /h

70

5,25 ml/h

10.5 ml/h

21 ml/h

42 ml/h

63 ml/h

84 ml/h

126 ml /h

80

6 ml/h

12 ml/h

24 ml/h

48 ml/h

72 ml/h

96 ml/h

144 ml /h

90

6,75 ml/h

13,5 ml/h

27 ml/h

54 ml/h

81 ml/h

108 ml/ h

162 ml /h

100

7,5 ml/h

15 ml/h

30 ml/ h

60 ml/h

90 ml/h

120 ml/ h

180 ml /h

110

8,25 ml/h

16.5 ml/h

33 ml/h

66 ml/h

99 ml/h

132 ml/ h

198 ml /h

120

9 ml/h

18 ml/h

36 ml/h

72 ml/h

108 ml/h

144 ml/ h

216 ml /h

1 ml Esmololhydrochlorid Noridem entspricht 10 mg Esmolol

Sobald die gewünschte Herzfrequenz oder der gewünschte Sicherheitsendpunkt (z. B. Blutdrucksenkung) erreicht wird, die Einleitungsdosis STOPPEN und die Erhaltungsdosis schrittweise von 50 Mikrogramm/kg/Mi­nute auf 25 Mikrogramm/kg/Mi­nute oder weniger reduzieren. Gegebenenfalls kann das Intervall zwischen den Titrationsstufen von 5 auf 10 Minuten gesteigert werden.

HINWEIS: Erhaltungsdosen von mehr als 200 Mikrogram­m/kg/Minute haben keine signifikanten Vorteile gezeigt. Die Sicherheit von Dosen über 300 Mikrogram­m/kg/Minute wurde nicht untersucht.

PERIOPERATIVE TACHYKARDIE UND HYPERTONIE

Bei perioperativer Tachykardie und/oder Hypertonie kann das Dosierungsschema wie folgt variieren:

Bei der intraoperativen Behandlung – während der Anästhesie, wenn eine sofortige Kontrolle erforderlich ist,

wird über 15 bis 30 Sekunden eine Bolusinjektion von 80 mg verabreicht, gefolgt von einer

Infusion von 150 Mikrogram­m/kg/Minute. Die Infusionsrate bei Bedarf bis auf

300 Mikrogram­m/kg/Minute titrieren. In Tabelle 2 ist das Infusionsvolumen in Abhängigkeit vom Patientengewicht angegeben.

Nach dem Erwachen aus der Narkose

eine Dosis von 500 Mikrogram­m/kg/Minute über 4 Minuten infundieren, gefolgt von einer Infusion von 300 Mikrogram­m/kg/Minute. In Tabelle 2 ist das Infusionsvolumen in Abhängigkeit vom Patientengewicht angegeben.

In postoperativen Situationen – sofern Zeit für die Titration bleibt

vor jeder Titrationsstufe wird über 1 Minute eine Einleitungsdo­sis von

500 Mikrogram­m/kg/Minute verabreicht, um einen raschen Wirkungseintritt zu erreichen. Titrationsstufen von 50, 100, 150, 200, 250 und 300 Mikrogram­m/kg/Minute über einen Zeitraum von 4 Minuten verabreichen, bis der gewünschte Therapieeffekt eintritt. In Tabelle 2 ist das Infusionsvolumen in Abhängigkeit vom Patientengewicht angegeben.

Empfohlene Maximaldosen:

Für eine adäquate Blutdruckkontrolle können höhere Dosen (250 –

300 Mikrogram­m/kg/Minute) erforderlich sein. Die Sicherheit von Dosen über

300 Mikrogram­m/kg/Minute wurde nicht ausreichend untersucht.

Potenzielle Wirkungen, die bei der Dosierung von Esmololhydrochlorid Noridem zu beachten sind

Wenn Nebenwirkungen auftreten, kann die Gabe von Esmololhydrochlorid Noridem reduziert oder abgebrochen werden. Unerwünschte pharmakologische Wirkungen sollten innerhalb von 30 Minuten abklingen.

Beim Auftreten lokaler Reizungen an der Infusionsstelle eine andere Infusionsstelle wählen. Dabei vorsichtig vorgehen, um eine Extravasation zu vermeiden.

Die Verabreichung von Esmololhydrochlorid Noridem über einen Zeitraum von mehr als

24 Stunden wurde nicht hinreichend untersucht. Infusionen über einen Zeitraum von mehr als

24 Stunden dürfen nur mit Vorsicht durchgeführt werden.

Es wird empfohlen, die Infusion schrittweise zu beenden, um das Risiko eines übermäßigen Anstiegs der Herzfrequenz und des Blutdrucks (Rebound-Phänomen) zu vermeiden. Da wie bei allen Beta-Blockern Entzugssymptome nicht ausgeschlossen werden können, darf die

Esmololhydrochlorid Noridem-Verabreichung bei Patienten mit Koronararteri­enerkrankungen nicht abrupt beendet werden.

Umstellung der Esmololhydrochlorid Noridem-Therapie auf alternative Arzneimittel

Sobald eine ausreichende Kontrolle der Herzfrequenz erreicht worden ist und die Patienten klinisch stabil sind, kann auf alternative Arzneimittel (z. B. Antiarrhythmika oder Calciumantago­nisten) umgestellt werden.

Dosisreduktion:

Wenn von Esmololhydrochlorid Noridem auf alternative Arzneimittel umgestellt werden soll, sollte sich der Arzt mit der Fachinformation des ausgewählten alternativen Arzneimittels vertraut machen und die Dosierung von Esmololhydrochlorid Noridem folgendermaßen herabsetzen:

Innerhalb der ersten Stunde nach der ersten Gabe des alternativen Arzneimittels die Infusionsrate von Esmololhydrochlorid Noridem um die Hälfte (50 %) reduzieren. Nach der zweiten Dosis des alternativen Arzneimittels überprüfen, wie der Patient auf das Arzneimittel anspricht. Falls eine zufriedenstellende Kontrolle der Herzfrequenz während der ersten Stunde erreicht ist, die Infusion von Esmololhydrochlorid Noridem beenden.
Weitere Hinweise zur Dosierung

Sobald die gewünschte therapeutische Wirkung oder der gewünschte Sicherheitsendpunkt (z. B. Blutdrucksenkung) erreicht ist, die Einleitungsdosis stoppen und die Dosis schrittweise auf 12,5 bis 25 Mikrogramm/kg/Mi­nute herabsetzen.

Außerdem kann bei Bedarf das Intervall zwischen den Titrationsstufen von 5 auf 10 Minuten gesteigert werden.

Die Gabe von Esmololhydrochlorid Noridem beenden, wenn die Sicherheitsgrenze der Herzfrequenz oder des Blutdrucks rasch erreicht bzw. überschritten wird. Nach Stabilisierung der hämodynamischen Parameter (Blutdruck, Herzfrequenz) ohne Einleitungsdosis mit einer niedrigeren Dosis fortfahren.

Besondere Patientengruppen

Ältere Patienten

Ältere Patienten mit Vorsicht behandeln und mit einer niedrigeren Dosis beginnen.

Es wurden keine speziellen Studien mit älteren Patienten durchgeführt. Die Auswertung der Daten von 252 Patienten über 65 Jahren lässt aber darauf schließen, dass es im Hinblick auf die pharmakodynamische Wirkung keine Unterschiede im Vergleich zu den Daten von Patienten unter 65 Jahren gibt.

Patienten mit Niereninsuffizienz

Bei Patienten mit Niereninsuffizienz ist Vorsicht geboten, wenn Esmololhydrochlorid Noridem als Infusion gegeben wird, da der Säuremetabolit von Esmololhydrochlorid Noridem unverändert über die Nieren ausgeschieden wird. Die Ausscheidung des Säuremetaboliten ist bei Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz deutlich vermindert, und die Plasmaspiegel sind deutlich erhöht.

Patienten mit Leberinsuffizienz

Bei Leberinsuffizienz sind keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen erforderlich, da die Esterasen in den Erythrozyten eine wesentliche Rolle im Esmololhydrochlorid Noridem-Stoffwechsel spielen.

Kinder und Jugendliche

Über die Wirksamkeit und Sicherheit von Esmololhydrochlorid Noridem bei Kindern bis zu 18 Jahren liegen keine Daten vor. Daher ist Esmololhydrochlorid Noridem nicht indiziert für die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen (siehe Abschnitt 4.1). Zurzeit vorliegende Daten werden in Abschnitt 5.1 und 5.2 beschrieben, eine Dosierungsempfeh­lung kann jedoch nicht gegeben werden.

4.3     

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile oder andere Beta-Blocker (Kreuzallergien mit Beta-Blockern sind möglich)

Schwere Sinusbradykardie (Herzfrequenz weniger als 50 Schläge/Minute) Sinusknotensyndrom, schwere Störungen der AV-Knotenleitung (ohne Herzschrittmacher),

AV-Block zweiten oder dritten Grades

Kardiogener Schock Schwere Hypotonie Dekompensierte Herzinsuffizienz Gleichzeitige oder kürzlich erfolgte intravenöse Verabreichung von Verapamil.

Esmololhydrochlorid darf erst 48 Stunden nach Absetzen von Verapamil angewendet werden (siehe Abschnitt 4.5)

Unbehandeltes Phäochromozytom Pulmonale Hypertonie Akuter Asthmaanfall Metabolische Azidose

4.4     

Es wird empfohlen, bei allen Patienten, die mit Esmololhydrochlorid behandelt werden, den Blutdruck und die Herzfrequenz (EKG) kontinuierlich zu überwachen.

Bei Patienten mit supraventrikulären Arrhythmien darf Esmololhydrochlorid zur Kontrolle der ventrikulären Funktion nur mit Vorsicht angewendet werden, wenn die Patienten hämodynamisch instabil sind oder andere Arzneimittel einnehmen, die einen oder alle der folgenden Parameter herabsetzen: Peripherer Widerstand, Myokardfüllung, myokardiale Kontraktilität oder elektrische Reizübertragung im Myokard. Trotz des raschen Eintritts und Abklingens der Wirkung von Esmololhydrochlorid können schwere Reaktionen auftreten, wie zum Beispiel Bewusstseinsver­lust, kardiogener Schock, Herzstillstand. Es wurden mehrere Todesfälle im Zusammenhang mit komplexen klinischen Zuständen berichtet, bei denen Esmololhydrochlorid vermutlich zur Kontrolle der Kammerfrequenz verabreicht wurde.

Die am häufigsten beobachtete Nebenwirkung ist Hypotonie, die zwar dosisabhängig ist, aber bei jeder Dosis auftreten kann. Diese kann schwerwiegend sein. Bei einer hypotensiven Episode unbedingt die Infusionsrate herabsetzen oder gegebenenfalls die Infusion beenden. Eine Hypotonie ist normalerweise reversibel (innerhalb von 30 Minuten nach Absetzen von Esmololhydrochlo­rid). In einigen Fällen können zusätzliche Interventionen notwendig sein, um wieder normale Blutdruckwerte zu erreichen. Bei Patienten mit niedrigem systolischem Blutdruck ist bei der Anpassung der Dosis und während der Infusion der Erhaltungsdosis besondere Vorsicht geboten.

Bei der Anwendung von Esmololhydrochlorid ist es zu Bradykardie – zum Teil mit schwerer Ausprägung – und Herzstillstand gekommen. Esmololhydrochlorid bei Patienten mit niedriger Herzfrequenz vor der Behandlung nur mit besonderer Vorsicht und nur nach einer sorgfältigen Nutzen-Risiko-Abwägung anwenden.

Esmololhydrochlorid ist bei Patienten mit vorbestehender Sinusbradykardie kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3). Die Dosis reduzieren oder die Verabreichung beenden, wenn die Herzfrequenz auf weniger als 50 – 55 Schläge pro Minute in Ruhe sinkt und beim Patienten typische Symptome einer Bradykardie auftreten.

Eine Aktivierung des sympathischen Nervensystems ist notwendig, um bei dekompensierter Herzinsuffizienz die Kreislauffunktion zu unterstützen. Eine Beta-Blockade birgt das potenzielle Risiko, die myokardiale Kontraktilität weiter herabzusetzen und eine noch schwerere

Herzinsuffizienz auszulösen. In manchen Fällen kann eine kontinuierliche Myokarddepression mit Beta-Blockern über einen längeren Zeitraum zu Herzversagen führen.

Bei der Anwendung von Esmololhydrochlorid bei Patienten mit eingeschränkter Herzfunktion ist besondere Vorsicht geboten. Beim ersten Anzeichen oder Symptom eines bevorstehenden Herzversagens muss die Therapie mit Esmololhydrochlorid abgebrochen werden. Obwohl es aufgrund der kurzen Eliminationshal­bwertzeit von Esmololhydrochlorid ausreichen kann, das Arzneimittel abzusetzen, sollte gegebenenfalls eine spezifische Behandlung in Erwägung gezogen werden (siehe Abschnitt 4.9). Esmololhydrochlorid ist kontraindiziert bei Patienten mit dekompensierter Herzinsuffizienz (siehe Abschnitt 4.3).

Wegen der negativen Auswirkungen auf die Überleitungszeit des Herzens dürfen Beta- Blocker bei Patienten mit kardialem Block ersten Grades oder anderen kardialen Reizleitungsstörun­gen nur mit Vorsicht eingesetzt werden (siehe Abschnitt 4.3).

Bei Patienten mit Phäochromozytom darf Esmololhydrochlorid nur mit Vorsicht und nur nach vorheriger Therapie mit Alpha-Rezeptorenblockern angewendet werden (siehe Abschnitt 4.3).

Vorsicht ist geboten, wenn Esmololhydrochlorid zur Behandlung einer Hypertonie nach induzierter Hypothermie angewendet wird.

Patienten mit bronchospastischen Erkrankungen sollten im Allgemeinen keine Beta-Blocker erhalten. Wegen seiner relativen Beta-1-Selektivität und seiner Titrierbarkeit darf Esmololhydrochlorid bei Patienten mit bronchospastischen Erkrankungen nur mit Vorsicht angewendet werden. Da die Beta-1-Selektivität jedoch nicht absolut ist, sollte Esmololhydrochlorid sorgfältig titriert werden, um die niedrigste wirksame Dosis zu erreichen. Bei Bronchospasmen die Infusion sofort abbrechen und gegebenenfalls einen Beta-2-Agonisten verabreichen.

Wenn der Patient bereits ein Beta-2-Sympathikometikum verwendet, muss dieses gegebenenfalls neu dosiert werden. Esmololhydrochlorid bei Patienten mit bekannten Atembeschwerden oder Asthma nur mit Vorsicht einsetzen.

Vorsichtsmaßnahmen

Esmololhydrochlorid bei Diabetes oder bei vermuteter oder tatsächlicher Hypoglykämie nur mit Vorsicht anwenden. Beta-Blocker können die prodromalen Symptome einer Hypoglykämie, wie z. B. Tachykardie, überdecken. Etwaige Benommenheit und Schweißausbrüche sollten davon unbeeinflusst bleiben. Durch gleichzeitige Gabe von Beta-Blockern und Antidiabetika kann die (blutzuckersen­kende) Wirkung der Antidiabetika verstärkt werden (siehe Abschnitt 4.5).

Bei der Verwendung von Esmololhydrochlorid 10 mg/ml und 20 mg/ml ist es zu Reaktionen an der Infusionsstelle gekommen. Hierzu gehörten Reizungen und Entzündungen an der Infusionsstelle sowie schwerere Reaktionen wie Thrombophlebitis, Nekrose und Blasenbildung, insbesondere im Zusammenhang mit Extravasation (siehe Abschnitt 4.8). Esmololhydrochlorid möglichst nicht in kleine Venen oder über einen Butterfly-Katheter infundieren. Beim Auftreten lokaler Reizungen an der Infusionsstelle eine andere Infusionsstelle wählen.

Beta-Blocker können bei Patienten mit Prinzmetal-Angina die Anzahl und Dauer von anginösen Anfällen aufgrund einer ungehinderten alpha- Rezeptoren-vermittelten Vasokonstriktion der Koronararterien erhöhen. Nicht-selektive Beta-Blocker dürfen bei diesen Patienten überhaupt nicht, und Beta-1-selektive Blocker nur mit äußerster Vorsicht verwendet werden.

Bei hypovolämischen Patienten kann Esmololhydrochlorid zu einer Abschwächung der Reflextachykardie führen und das Risiko eines Kreislaufkollapses erhöhen. Esmololhydrochlorid sollte daher bei diesen Patienten nur mit Vorsicht eingesetzt werden.

Bei Patienten mit peripheren Kreislaufstörungen (Raynaud-Syndrom und Morbus, Claudicatio intermittens) Beta-Blocker nur mit äußerster Vorsicht einsetzen, da sich diese Störungen verstärken können.

Manche – vor allem intravenöse applizierte – Beta-Blocker wie Esmololhydrochlorid wurden mit einem Anstieg des Serum-Kaliumspiegels und Hyperkaliämie in Zusammenhang gebracht. Bei

Patienten mit Risikofaktoren wie z. B. Nierenfunktion­sstörungen und bei Hämodialyse- Patienten ist das Risiko erhöht.

Beta-Blocker können die Empfindlichkeit gegenüber Allergenen sowie den Schweregrad anaphylaktischer Reaktionen erhöhen. Patienten, die Beta- Blocker verwenden, reagieren möglicherweise nicht auf die üblichen Dosen Epinephrin, die zur Behandlung anaphylaktischer oder anaphylaktoider Reaktionen eingesetzt werden (siehe Abschnitt 4.5).

Beta-Blocker können Psoriasis bzw. psoriasiforme Hautveränderung induzieren bzw. eine Psoriasis verstärken. Bei Patienten mit einer Psoriasis in der Eigen- oder Familienanamnese sollten BetaRezeptoren­blocker nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung angewendet werden.

Beta-Blocker wie Propranolol und Metoprolol können bestimmte klinische Anzeichen einer Hyperthyreose (wie z. B. Tachykardie) überdecken. Patienten, bei denen die Gefahr einer Thyreotoxikose besteht oder vermutet wird, müssen engmaschig überwacht werden, da ein abruptes Absetzen von Beta-Blockern bei diesen Patienten eine thyreotoxische Krise auslösen kann.

Natriumgehalt

Dieses Arzneimittel enthält 698,52 mg (oder 30,38 mmol) Natrium pro Flasche, entsprechend 34,9 % der von der WHO für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der Nahrung von 2 g."

Dies sollte bei Patienten unter einer natriumarmen. Diät berücksichtigt werden.

Die Anwendung von Esmololhydrochlorid kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen. Die gesundheitlichen Folgen der Anwendung von Esmololhydrochlorid als Dopingmittel können nicht abgesehen werden, schwerwiegende Gesundheitsgefährdun­gen sind nicht auszuschließen.

4.5     

Bei der Anwendung von Esmololhydrochlorid mit anderen Antihypertonika oder anderen Arzneimitteln, die Hypotonie oder Bradykardie verursachen können, ist erhöhte Vorsicht geboten: Die Wirkungen von Esmololhydrochlorid können gesteigert bzw. die Nebenwirkungen einer Hypotonie oder Bradykardie verstärkt werden.

Calciumantagonisten wie Verapamil und – in geringerem Ausmaß – Diltiazem wirken sich negativ auf die Kontraktilität und AV-Überleitung aus. Diese Kombination nicht bei Patienten mit Reizleitungsstörun­gen anwenden und Esmololhydrochlorid erst 48 Stunden nach Absetzen von Verapamil verabreichen (siehe Abschnitt 4.3).

Calciumantago­nisten, die zur Stoffklasse der Dihydropyridine gehören (z. B. Nifedipin), können zu einem erhöhten Hypotonie-Risiko führen. Bei Patienten mit Herzinsuffizienz, die mit Calciumantagonisten behandelt werden, kann eine Behandlung mit Beta-Blockern zu Herzversagen führen. Es wird empfohlen, Esmololhydrochlorid vorsichtig zu titrieren und die Hämodynamik sorgfältig zu überwachen.

Die gleichzeitige Gabe von Esmololhydrochlorid und Antiarrhythmika der Klasse I (z. B. Disopyramid, Chinidin) und Amiodaron kann die Wirkung auf die atriale Überleitungszeit verstärken und negativ inotrope Wirkungen hervorrufen.

Die gleichzeitige Gabe von Esmololhydrochlorid und Insulin oder oralen Antidiabetika kann die blutzuckersenkende Wirkung verstärken (vor allem nicht-selektive Beta-Blocker). Eine Beta-

adrenerge Blockade kann die Symptome einer Hypoglykämie (Tachykardie) überdecken, sonstige Manifestationen wie Benommenheit und Schweißausbrüche jedoch möglicherweise nicht.

Anästhetika: Wenn der Volumenstatus des Patienten unklar ist oder gleichzeitig blutdrucksenkende Medikamente verwendet werden, kann es zu einer Abschwächung der Reflextachykardie und einem erhöhten Hypotonie-Risiko kommen. Eine Fortsetzung der Beta-Blockade reduziert das Risiko von Herzrhythmusstörun­gen während der Narkoseeinleitung und Intubation. Der Anästhesist muss informiert werden, wenn der Patient zusätzlich zu Esmololhydrochlorid einen Beta-Blocker erhält. Die blutdrucksenkende Wirkung von Inhalationsanästhe­tika kann durch Esmololhydrochlorid verstärkt werden. Die Dosierung der Medikation sollte dann angepasst werden, um die gewünschte Hämodynamik aufrechtzuerhalten.

Die Kombination von Esmololhydrochlorid mit Ganglienblockern kann die blutdrucksenkende Wirkung verstärken.

NSAIDs können die blutdrucksenkenden Wirkungen von Beta-Blockern verringern.

Bei gleichzeitiger Verwendung von Floctafenin oder Amisulprid und Beta- Blockern ist besondere Vorsicht erforderlich.

Die gleichzeitige Gabe von trizyklischen Antidepressiva (wie z. B. Imipramin und Amitriptylin), Barbituraten oder Phenothiazinen (wie z. B. Chlorpromazin) sowie anderen Antipsychotika (wie z. B. Clozapin) kann die blutdrucksenkende Wirkung verstärken. Die Dosierung von Esmololhydrochlorid sollte unbedingt verringert werden, um eine unerwartete Hypotonie zu verhindern.

Patienten, bei denen das Risiko einer anaphylaktischen Reaktion besteht, reagieren unter Einsatz von Beta-Blockern möglicherweise noch stärker auf Allergenexposition (zufällige, diagnostische oder therapeutische). Patienten, die Beta-Blocker anwenden, reagieren möglicherweise nicht auf die Dosen Epinephrin, die üblicherweise zur Behandlung anaphylaktischer Reaktionen eingesetzt werden (siehe Abschnitt 4.4).

Bei gleichzeitiger Verabreichung von Beta-Sympathomimetika muss mit antagonistischen Effekten gerechnet werden. Eventuell muss die Dosierung der Medikation je nach Ansprechen des Patienten angepasst oder die Verabreichung alternativer Therapeutika erwogen werden.

Katecholamin-depletierende Arzneimittel, z. B. Reserpin, können eine additive Wirkung haben, wenn sie zusammen mit Beta-Blockern verabreicht werden. Patienten, die gleichzeitig mit Esmololhydrochlorid und einem Katecholamin-Depletor behandelt werden, sollten deshalb unbedingt engmaschig auf Anzeichen einer Hypotonie oder einer ausgeprägten Bradykardie, die zu Schwindel, Synkopen oder orthostatischer Hypotonie führen können, überwacht werden.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Beta-Blockern mit Moxonidin oder Alpha-2-Antagonisten (wie z. B. Clonidin) ist das Risiko einer Rebound- Hypertonie nach Absetzen des Arzneimittels erhöht. Wenn Clonidin oder Moxonidin in Kombination mit einem Beta-Blocker angewendet werden und beide Behandlungen abgebrochen werden müssen, sollte immer zuerst der Beta-Blocker und dann ein paar Tage später Clonidin oder Moxonidin abgesetzt werden.

Die gleichzeitige Anwendung von Beta-Blockern und Ergot-Derivaten kann zu schwerer peripherer Vasokonstriktion und Hypertonie führen.

Ergebnisse einer Interaktionsstudie zwischen Esmololhydrochlorid und Warfarin zeigten, dass die gleichzeitige Gabe von Esmololhydrochlorid und Warfarin die Warfarin-Plasmaspiegel nicht verändert. Die Esmololhydrochlorid -Konzentration war jedoch bei gleichzeitiger Gabe von Warfarin höher.

Bei gleichzeitiger intravenöser Anwendung von Digoxin und Esmololhydrochlorid bei gesunden freiwilligen Testpersonen stiegen die Digoxin-Blutspiegel zu einigen Untersuchungsze­itpunkten um 10 % bis 20 % an. Die Kombination aus Digitalisglykosiden und Esmololhydrochlorid kann die

AV-Überleitungszeit verlängern. Digoxin hatte keinen Einfluss auf die Pharmakokinetik von Esmololhydrochlo­rid.

Bei der Untersuchung der Wechselwirkung zwischen intravenösem Morphin und Esmololhydrochlorid bei gesunden Probanden wurden keine Auswirkungen auf die Morphinkonzen­tration im Blut beobachtet. In Anwesenheit von Morphin waren die Blutspiegel im Steady-State für Esmololhydrochlorid um 46 % erhöht, die anderen pharmakokinetischen Parameter blieben jedoch unverändert.

Die Wirkung von Esmololhydrochlorid auf die Dauer einer durch Suxamethonium­chlorid oder Mivacurium induzierten neuromuskulären Blockade wurde an Patienten untersucht, die sich chirurgischen Eingriffen unterzogen. Esmololhydrochlorid hatte keinen Einfluss auf die Induktion der neuromuskulären Blockade durch Suxamethonium­chlorid, aber die Dauer der neuromuskulären Blockade wurde von 5 Minuten auf 8 Minuten verlängert. Bei Mivacurium hatte Esmololhydrochlorid eine mäßig verlängernde Wirkung auf die klinische Dauer (18,6 %) und den Recovery -Index (6,7 %).

Obwohl die in Studien mit Warfarin, Digoxin, Morphin, Suxamethonium­chlorid oder Mivacurium beobachteten Wechselwirkungen nicht von großer klinischer Bedeutung sind, darf Esmololhydrochlorid nur mit Vorsicht bei Patienten titriert werden, die gleichzeitig mit Warfarin, Digoxin, Morphin, Suxamethonium­chlorid oder Mivacurium behandelt werden.

4.6      

Über die Wirkung von Esmolol auf die Fertilität des Menschen gibt es keine Daten.

Schwangerschaft

Es liegen nur sehr begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Esmololhydrochlorid bei Schwangeren vor. Tierexperimentelle Studien ergaben Hinweise auf eine mögliche Reproduktionsto­xizität (siehe Abschnitt 5.3).

Die Anwendung von Esmololhydrochlorid während der Schwangerschaft wird nicht empfohlen.

Aufgrund der pharmakologischen Wirkung in einer späten Phase der Schwangerschaft sollten unbedingt Nebenwirkungen auf den Fötus oder das Neugeborene (insbesondere Hypoglykämie, Hypotonie und Bradykardie) berücksichtigt werden.

Falls eine Behandlung mit Esmololhydrochlorid notwendig ist, sollten der uteroplazentare Blutfluss und das fetale Wachstum überwacht werden. Das Neugeborene muss engmaschig überwacht werden.

Stillzeit

Esmololhydrochlorid soll während der Stillzeit nicht angewendet werden.

Es ist nicht bekannt, ob Esmololhydrochlo­rid/Metabolite in die Muttermilch übergehen. Ein Risiko für Neugeborene/Säu­glinge kann nicht ausgeschlossen werden.

4.7     

Nicht zutreffend.

4.8     

Im Falle von Nebenwirkungen kann die Gabe von Esmololhydrochlorid reduziert oder abgebrochen werden.

Die meisten der beobachteten Nebenwirkungen waren nur leicht ausgeprägt und vorübergehender Natur. Die wichtigste dabei war Hypotonie. Die folgenden Nebenwirkungen sind gemäß den MedDRA-Systemorganklassen und ihrer Häufigkeit eingestuft.

Hinweis: Die Häufigkeit des Auftretens von unerwünschten Ereignissen wird wie folgt klassifiziert:

Sehr häufig (≥ 1/10)

Häufig (≥ 1/100, < 1/10)

Gelegentlich (≥ 1/1.000, < 1/100)

Sehr selten (< 1/10.000)

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Systemorganklasse

Häufigkeit

Sehr häufig

Häufig

Gelegentlich

Sehr selten

Nicht bekannt

Stoffwechsel- und Ernährungsstörunge n

Anorexie

Hyperkaliämie Metabolische Azidose

Psychiatrische Erkrankungen

Depression

Angstzustände

Gedankenstörung en

Erkrankungen des Nervensystems

Schwindelgefü hl1

Somnolenz Kopfschmerzen Parästhesie Aufmerksamke itsstörungen Verwirrtheitszu stand

Unruhe

Synkopen

Krämpfe

Sprach-

/Sprechstörungen

Augenerkrankungen

Sehstörungen

Herzerkrankungen

Bradykardie Atrioventrikulärer Block

Erhöhter Pulmonalarteriend ruck

Herzversagen Ventrikuläre Extrasystolen Nodaler

Rhythmus Angina pectoris

Sinusarrest Asystolie

Akzelerierter idioventrikuläre r Rhythmus Koronarer Arterienspasmu s

Herzstillstand

Gefäßerkrankungen

Hypotonie

Periphere Ischämie Blässe Hitzegefühl (Flushing)

Thrombop hlebitis2

Systemorganklasse

Häufigkeit

Sehr häufig

Häufig

Gelegentlich

Sehr selten

Nicht bekannt

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Dyspnea Lungenödem Bronchospasmus Keuchende Atmung Schwellung der Nasenschleimhäut

e Rasselgeräusche Pfeifende Atmung

Erkrankungen des Gastrointesti­naltrakt

s

Übelkeit

Erbrechen

Dysgeusie Dyspepsie Obstipation Trockener Mund Bauchschmerzen

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgeweb es

Diaphorese1

Hautverfärbung2 Erythem2

Hautnekro se2 (als Folge der Extravasati on)

Psoriasis3

Angioödem Urticaria

Skelett- muskulatur, Bindegewebs- und Knochenerkran­kung en

Schmerzen am

Bewegungsappara t4

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Harnretention

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Asthenie Ermüdung Reaktionen an der

Injektionsstelle Reaktionen an der

Infusionsstelle Entzündliche Reaktionen an der

Infusionsstelle Verhärtungen an der Infusionsstelle

Schüttelfrost Pyrexie Ödeme2 Schmerzen2 Brennender Schmerz an der Infusionsstelle Ekchymose an der Infusionsstelle

Phlebitis an der Infusionsstelle Vesicula an der Infusionsstelle Blasenbildung2

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: anzuzeigen.

4.9     

Es gab Fälle von versehentlichen massiven Überdosierungen mit konzentrierten Esmololhydrochlorid-Lösungen. In einigen Fällen war der Ausgang tödlich, in anderen kam es zu dauerhaften Behinderungen. Todesfälle traten bei Einleitungsdosen von 625 mg bis 2,5 g (12,5 bis 50 mg/kg) auf.

Symptomatik

Bei einer Überdosierung können folgende Symptome auftreten: Schwere Hypotonie, Sinusbradykardie, atrioventrikulärer Block, Herzinsuffizienz, kardiogener Schock, Herzstillstand, Bronchospasmus, respiratorische Insuffizienz, Bewusstseinsverlust bis hin zum Koma, Krämpfe, Übelkeit, Erbrechen, Hypoglykämie und Hyperkalämie.

Behandlung

Wegen der kurzen Eliminationshal­bwertzeit von Esmololhydrochlorid (ungefähr 9 Minuten), sollte in einem ersten Schritt die Behandlung mit dem Arzneimittel abgebrochen werden. Wie lange es dauert, bis die Symptome einer Überdosierung abklingen, hängt von der verabreichten Esmololhydrochlorid-Menge ab. Dies kann länger dauern als die 30 Minuten, die nach Absetzen therapeutisch wirksamer Esmololhydrochlorid-Dosen beobachtet wurden. Eventuell ist eine künstliche Beatmung erforderlich. Je nachdem, welche klinischen Auswirkungen beobachtet werden, sollten auch folgende allgemeine Maßnahmen erwogen werden:

Bradykardie: Atropin oder ein anderes Anticholinergikum intravenös verabreichen. Wenn die Bradykardie nicht ausreichend behandelt werden kann, ist möglicherweise ein Herzschrittmacher erforderlich.

Bronchospasmus: Vernebelte Beta-2-Sympathomimetika verabreichen. Falls dies nicht ausreicht, können intravenöse Beta-2-Sympathomimetika oder Aminophyllin in Erwägung gezogen werden.

Symptomatische Hypotonie: Flüssigkeiten und/oder blutdrucksteigernde Arzneimittel intravenös verabreichen.

Herz-Kreislauf-Depression oder kardiogener Schock: Diuretika oder Sympathomimetika können verabreicht werden. Die Dosis der Sympathikomimetika (in Abhängigkeit von der Symptomatik: Dobutamin, Dopamin, Noradrenalin, Isoprenalin etc.) richtet sich nach dem Therapieeffekt.

Falls eine weitere Behandlung notwendig ist, können folgende Mittel je nach klinischer Situation und Ermessen des behandelnden Arztes intravenös gegeben werden: – Atropin – Inotrope Mittel – Calciumionen.

5.    pharmakologische eigenschaften

5.1     

Pharmakothera­peutische Gruppe: Beta-Adrenozeptoran­tagonisten, selektiv.

ATC-Code: C07AB09

Esmololhydrochlorid ist ein Beta-selektiver (kardioselektiver) adrenerger Rezeptorenblocker. In therapeutischen Dosen hat Esmololhydrochlorid keine signifikante intrinsische sympathomimetische Aktivität (ISA) oder membranstabili­sierende Aktivität.

Esmololhydrochlo­rid, der wirksame Bestandteil von Esmololhydrochlorid Noridem, ist chemisch mit Beta- Blockern mit Phenoxypropanolamin-Struktur verwandt.

Aufgrund der pharmakologischen Eigenschaften hat Esmololhydrochlorid einen raschen Wirkungseintritt und eine kurze Wirkungsdauer, wodurch die Dosis schnell angepasst werden kann.

Bei Verwendung einer geeigneten Einleitungsdosis werden innerhalb von 5 Minuten Steady-State- Blutspiegel erreicht. Die therapeutische Wirkung wird jedoch früher erreicht als die stabile Plasmakonzentra­tion. Die Infusionsrate kann dann angepasst werden, um die gewünschte pharmakologische Wirkung zu erzielen.

Esmololhydrochlorid zeigt die typischen hämodynamischen und elektrophysio­logischen Wirkungen von Beta-Blockern:

Verminderung der Herzfrequenz bei Ruhe und Belastung; Abschwächung der Isoprenalin-induzierten Steigerung der Herzfrequenz; Verlängerung der Sinusknoten-Erholungszeit; Verzögerung der AV-Überleitung; Verlängerung des AV-Intervalls während des normalen Sinusrhythmus und während der Vorhofstimulierung ohne Leitungsverzögerung im His-Purkinje- System; Verlängerung der PQ-Zeit, Induktion eines AV-Blocks II. Grades; Verlängerung der funktionellen Refraktärperiode von Atrien und Ventrikeln; Negativ inotrope Wirkung und verminderte Auswurffraktion; Blutdruckabfall.
Kinder und Jugendliche

An 26 pädiatrischen Patienten im Alter von 2 bis 16 Jahren mit supraventrikulärer Tachykardie (SVT) wurde eine nicht-kontrollierte Studie zur Pharmakokinetik/Wir­ksamkeit durchgeführt.

Zunächst wurde eine Einleitungsdosis von 1.000 Mikrogramm/kg Esmololhydrochlorid verabreicht, gefolgt von einer Dauerinfusion von 300 Mikrogram­m/kg/Minute. Die SVT wurde bei 65 % der Patienten innerhalb von 5 Minuten nach Beginn der Anwendung von Esmolol beendet.

In einer randomisierten, aber unkontrollierten Dosisvergleichsstu­die wurde die Wirksamkeit an 116 pädiatrischen Patienten im Alter von 1 Woche bis 7 Jahren bestimmt, die nach Operation einer Aortenisthmus­stenose an Hypertonie litten. Den Patienten wurden zunächst entweder

125 Mikrogramm/kg, 250 Mikrogramm/kg oder 500 Mikrogramm/kg infundiert, gefolgt von einer Dauerinfusion von 125 Mikrogram­m/kg/Minute, 250 Mikrogram­m/kg/Minute bzw.

500 Mikrogram­m/kg/Minute. Es gab zwischen den drei verschiedenen Dosisgruppen keine signifikanten Unterschiede im Hinblick auf die blutdrucksenkende Wirkung. 54 % der Patienten insgesamt benötigten außer Esmololhydrochlorid weitere Arzneimittel, um eine zufriedenstellende Blutdruckkontrolle zu erreichen. In dieser Hinsicht gab es keine Unterschiede zwischen den verschiedenen Dosisgruppen.

5.2 Pharmakoki­netische Eigenschaften

Resorption

Die Kinetik von Esmolol ist bei gesunden Erwachsenen linear, die Plasmakonzentration verhält sich proportional zur Dosis. Wenn keine Einleitungsdosis verwendet wird, werden bei Dosen von 50 bis 300 Mikrogramm/kg pro Minute innerhalb von 30 Minuten Steady-State -Blutspiegel erreicht.

Verteilung

Die Verteilungshal­bwertzeit von Esmololhydrochlorid ist mit ca. 2 Minuten sehr kurz.

Das Verteilungsvolumen beträgt 3,4 l/kg. Esmololhydrochlorid wird zu 55 % an Humanplasmaproteine gebunden, wohingegen die Bindung des Säuremetaboliten nur bei 10 % liegt.

Biotransformation

Der Stoffwechsel von Esmololhydrochlorid ist unabhängig von der Dosis im Bereich zwischen 50 und 300 Mikrogram­m/kg/Minute.

Esmololhydrochlorid wird durch Esterasen zu einem Säuremetaboliten (ASL-8123) und Methanol abgebaut. Dies geschieht mittels Hydrolyse der Estergruppe durch Esterasen in den Erythrozyten.

Elimination

Nach intravenöser Verabreichung beträgt die Eliminationshal­bwertzeit ungefähr 9 Minuten.

Die Gesamt-Clearance beträgt 285 ml/kg/Minute; sie hängt nicht vom Blutkreislauf der Leber oder eines anderen Organs ab. Esmololhydrochlorid wird über die Nieren ausgeschieden – teilweise unverändert (weniger als 2 % der verabreichten Menge) und teilweise als Säuremetabolit, der eine geringe (weniger als 0,1 % Esmololhydrochlo­rid) Beta-blockierende Wirkung besitzt. Der Säuremetabolit wird mit dem Harn ausgeschieden und hat eine Halbwertzeit von ungefähr 3,7 Stunden.

Kinder

An 22 pädiatrischen Patienten im Alter von 3 bis 16 Jahren wurde eine pharmakokinetische Studie durchgeführt. Zunächst wurde eine Einleitungsdosis von 1.000 Mikrogramm/kg Esmololhydrochlorid verabreicht, gefolgt von einer Dauerinfusion von

300 Mikrogram­m/kg/Minute. Die beobachtete mittlere Gesamtkörper-Clearance betrug 119 ml/kg/Minute, das mittlere Verteilungsvolumen 283 ml/kg, und die mittlere terminale Eliminationshal­bwertzeit 6,9 Minuten. Dies deutet darauf hin, dass die Kinetik von Esmololhydrochlorid bei Kindern ähnlich ist wie bei Erwachsenen. Es wurde jedoch eine hohe interindividuelle Variabilität beobachtet.

5.3     

In Tierstudien wurde keine teratogene Wirkung beobachtet. Beim Kaninchen wurde eine embryotoxische Wirkung beobachtet (erhöhte fetale Resorption), die vermutlich von Esmololhydrochlorid verursacht wurde. Diese Wirkung wurde bei Dosen beobachtet, die mindestens 10 Mal höher waren als die therapeutische Dosis. Es wurden keine Studien zur Wirkung von Esmololhydrochlorid auf die Fruchtbarkeit und zu peri- und postnatalen Wirkungen durchgeführt. Esmololhydrochlorid hat sich in mehreren in-vitro – und in-vivo – Untersuchungen als nicht mutagen herausgestellt. Die Sicherheit von Esmololhydrochlorid wurde nicht in Langzeitstudien untersucht.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1      

Natriumchlorid

Natriumacetat-Trihydrat

Essigsäure (99 %)

Salzsäure (3,65 %) / Natriumhydroxid-Lösung (4 %) (zur pH-Wert Einstellung)

Wasser für Injektionszwecke

6.2     

Da keine Kompatibilitätsstu­dien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen Arzneimitteln oder Natriumbicarbonat-Lösungen gemischt werden.

6.3     

2 Jahre.

Das Arzneimittel ist nach Anbruch 24 Stunden bei 2 °C bis 8 °C physiochemisch stabil.

Aus mikrobiologischer Sicht sollte das Arzneimittel unmittelbar verwendet werden, es sei denn, die Methode des Öffnens schließt das Risiko einer mikrobiellen Kontamination aus. Wenn es nicht sofort angewendet wird, ist der Anwender für die Dauer und die Bedingungen der Aufbewahrung verantwortlich.

6.4     

Nicht über 25 °C lagern.

Aufbewahrungsbe­dingungen nach dem ersten Öffnen des Arzneimittels, siehe Abschnitt 6.3.

6.5     

250 ml-Blow-Fill-Seal-Polypropylen-Flaschen mit geformter Kunststoffkappe mit einer eingebetteten Gummidichtung im Inneren und einem Aufziehring an der Außenseite. Die oben beschriebenen Flaschen sind in einem Beutel aus Aluminium verpackt.

Packungsgrößen von 1 oder 10 Flaschen.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6     

Esmololhydrochlorid Noridem 10 mg/ml Infusionslösung wird in 250-ml-PP-Flaschen geliefert. Fügen Sie Esmololhydrochlorid Noridem 10 mg/ml Infusionslösung keine weiteren Arzneimittel zu.

Jede Flasche ist nur zum Gebrauch bei einem Patienten bestimmt.

Nichtverwendete Lösung und die Behälter sind entsprechend den nationalen Anforderungen zu beseitigen. Teilweise verwendete Flaschen nicht erneut anschließen.

VORSICHT

Verwenden Sie keine Kunststoffbehälter in Reihenverbindungen. Eine solche Verwendung könnte zu einer Embolie führen, da Restluft aus dem ersten Behälter angesaugt wird, bevor die Verabreichung der Flüssigkeit aus dem zweiten Behälter abgeschlossen ist.

ZUM ÖFFNEN

Das Produkt erst dann aus der Verpackung nehmen, wenn es verwendet werden soll. Nicht verwenden, wenn die Umverpackung zuvor geöffnet oder beschädigt wurde.

Die Lösung muss vor der Verwendung visuell auf Ausflockungen und Verfärbungen geprüft werden. Es dürfen nur klare und praktisch partikelfreie Lösungen verwendet werden.

Keine Zusätze in die Esmololhydrochlorid Noridem 10 mg/ml Infusionslösun­g geben.

7.    

Noridem Enterprises Limited

Evagorou & Makariou,

Mitsi Building 3,

Suite 115

1065 Nicosia

Zypern

Mitvertrieb

DEMO Pharmaceuticals GmbH

Airport Business Center

Am Söldnermoos 17

85399 Hallbergmoos

Deutschland

8.    

2204823.00.00

9.    

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10.    

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