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Immunobion (ENR 2177505) – Fachinformation (SmPC) für Ärzte und Apotheker

Die Fachinformation richtet sich an Ärzte und Apotheker. Verständliche Hinweise für Patienten enthält der Beipackzettel: Einnahme, Nebenwirkungen, Andere Arzneimittel, Schwangerschaft und Stillzeit.

Aktualisiert:
Fakten
Status:
Freiverkäuflich
Stärke:
175 mg

Fachinformation - Immunobion (ENR 2177505)

1. Bezeichnung des Arzneimittels

Immunobion 175 mg überzogene Tablette

2. Qualitative und quantitative Zusammensetzung

Wirkstoff: Purpursonnenhutkraut-Presssaft, getrocknet

Eine überzogene Tablette enthält 175 mg getrockneter Presssaft aus frischem, blühendem Purpursonnenhutkraut (DEV: 38-56:1)

Sonstige Bestandteile: u.a. Lactose

Die vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1

3. Darreichungsform

Überzogene Tablette

4. Klinische Angaben

4.1 Anwendungsgebiete

Zur unterstützenden Behandlung bei rezidivierenden Infekten der Atemwege und der ableitenden Harnwege.

4.2 Dosierung, Art und Dauer der Anwendung

Erwachsene und Heranwachsende über 12 Jahren nehmen 2- bis 3-mal täglich eine überzogene Tablette ein.

Die Einzeldosis entspricht 3 ml Presssaft aus frischem, blühendem Purpursonnenhut-kraut.

Die überzogene Tablette wird unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit (vorzugsweise 1 Glas Wasser) eingenommen.

Das Arzneimittel soll ohne Unterbrechung nicht länger als 2 Wochen eingenommen werden.

4.3 Gegenanzeigen

Immunobion darf nicht angewendet werden bei:

  • Überempfindlichkeit gegenüber Echinaceae purpureae herba (Purpursonnenhutkraut), Gelborange S, Ponceau 4R, gegen Lactose, gegen andere Korbblütler oder einen der sonstigen Bestandteile des Arzneimittels

Aus grundsätzlichen Erwägungen nicht anzuwenden bei progredienten Systemerkrankungen wie Tuberkulose, Leukämie bzw. Leukämie-ähnlichen Erkrankungen, Kollagenosen, multipler Sklerose, AIDS-Erkrankungen, HIV-Infektionen, chronischen Viruserkrankungen und Autoimmunerkrankungen.

Vorsorglich sollte Immunobion nicht eingenommen werden bei Asthma oder allergischem Schnupfen (Rhinitis) oder bei Lebererkrankungen.

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

In der Packungsbeilage wird der Patient auf Folgendes hingewiesen:

Zur Anwendung bei Atemwegsinfekten

Bei länger anhaltenden Beschwerden, bei Atemnot, bei Fieber oder eitrigem oder blutigem Auswurf sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Zur Anwendung bei Harnwegsinfekten

Bei Blut im Urin, bei Fieber, bei Anhalten der Beschwerden über 5 Tage sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Zur Anwendung dieses Arzneimittels bei Kindern unter 12 Jahren liegen keine ausreichenden Untersuchungen vor.

Es soll deshalb bei Kindern und Heranwachsenden unter 12 Jahren nicht angewendet werden.

Patienten mit der seltenen heriditären Galaktose-Intoleranz, Lactase-Mangel, oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten Immobion nicht einnehmen.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Für Zubereitungen aus Purpursonnenhutwurzel wurde eine Beeinflussung der Aktivität der Cytochrom-P450-Isoformen CYP3A oder CYP1A2 festgestellt (J. Gorski et al, Clin Pharmacol Ther 1004; 75: 89-100). Das vorliegende Arzneimittel ist dahingehend nicht ausreichend geprüft. Bei der gleichzeitigen Anwendung von Arzneimitteln, deren Eliminierung abhängig von der Aktivität der Cytochrom-P450-Isoformen CYP3A oder CYP1A2 ist deshalb Vorsicht geboten.

Vorsorglich sollten Zubereitungen aus dem Purpursonnenhutkraut nicht mit hepatotoxischen Arzneimitteln wie anabolen Steroiden, Amiodaron, Methotrexat oder Ketoconazol eingenommen werden.

4.6 Schwangerschaft und Stillzeit

Zur Anwendung dieses Arzneimittels während der Schwangerschaft und Stillzeit liegen keine ausreichenden Untersuchungen vor. Die Studie „Pregnancy outcome following gestational exposure to Echinacea“ (M. Gallo et al, Arch intern med 2000, 160:3141-3143) lässt keine Aussagen über mögliche Risiken zu, da Angaben über Wirkstoff und Dosierung fehlen.

Immunobion soll deshalb während der Schwangerschaft und Stillzeit nicht angewendet werden.“

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Es sind keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen erforderlich.

4.8 Nebenwirkungen

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

Sehr häufig: (≥ 1/10)
Häufig: (≥ 1/100 bis < 1/10)
Gelegentlich: (≥ 1/1.000 bis < 1/100)
Selten: (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000)
Sehr selten: (< 1/10.000)
Nicht bekannt: (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Sehr selten können Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten.

Für Arzneimittel mit Zubereitungen aus Purpursonnenhutkraut wurden Hautausschlag, Juckreiz, selten Gesichtsschwellungen, Atemnot, Schwindel und Blutdruckabfall beobachtet.

Gelborange S und Ponceau 4R können Überempfindlichkeitsreaktionen hervorrufen.

4.9 Überdosierung

Für Zubereitungen aus Echinaceae purpureae herba (Purpursonnenhutkraut) sind bisher keine Intoxikationen bekannt.

5. Pharmakologische Eigenschaften

Beim Menschen und/oder im Tierversuch haben Echinacea-Zubereitungen bei oraler Gabe eine immunbiologische Wirkung. Sie steigern u. a. die Zahl der weißen Blutkörperchen und der Milzzellen, aktivieren die Phagozytoseleistung menschlicher Granulozyten und wirken fiebererzeugend.

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Echinacea-Purpurea-Presssaft

ATC-Code: L03AP01

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Bisher sind keine pharmakokinetischen Daten zur Resorption, Metabolisierung und Elimination sowie Bioverfügbarkeit verfügbar. Bei Trockenpresssaft aus Purpursonnenhutkraut handelt es sich um einen pflanzlichen Wirkstoff, dessen wirksamkeitsmitbestimmende Inhaltsstoffe noch nicht bekannt sind.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Nach einmaliger peroraler Gabe in der maximal applizierbaren Dosis von 15000 mg/kg KG Echinacea-purpurea-Presssaft an Ratten bzw. 30000 mg/kg KG an Mäusen ergaben sich keine abweichenden Befunde. Nach einer täglichen Gabe von 800, 2400 bzw. 8000 mg/kg KG Echinacea-purpurea-Presssaft über 4 Wochen wurden bei den Versuchstieren keine Abweichungen gegenüber der Kontrollgruppe festgestellt.

6. Pharmazeutische Angaben

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Hochdisperses Siliciumdioxid methyliert, Lactose-Monohydrat, mikrokristalline Cellulose, Lactose, Magnesiumstearat, Maltodextrin, Sucrose, Talkum, Titandioxid (E 171), Povidon K 25, Macrogol 6000, Basisches Butylmethacrylat-Copolymer, hochdisperses Siliciumdioxid, Eisen(III)-hydroxid-oxid (E 172), Gelborange S (E 110), Ponceau 4R (E 124), Montanglycolwachs

Hinweis: Eine überzogene Tablette entspricht ca. 0,02 Broteinheiten (BE).

6.2 Inkompatibilitäten

Es sind keine Wechselwirkungen mit anderen Mitteln bekannt.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

Das Fertigarzneimittel ist 4 Jahre haltbar.

Nach Ablauf des Verfalldatums soll es nicht mehr verwendet werden.

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 30 °C aufbewahren.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

PVC/PVDC/Aluminium-Blister im Umkarton

Originalpackungen mit 10, 20, 50 und 100 überzogenen Tabletten

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen

7. Inhaber der Zulassung

Rodisma-Med Pharma GmbH

Kölner Strasse 48

51149 Köln

8. Zulassungsnummer

…

9. Datum der Erteilung der Zulassung

…

10. Stand der Information

März 2010

11. Verkaufsabgrenzung

Apothekenpflichtig

Über dieses Dokument

Quelle: BfArM – Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (AMIce) · Zulassungsnummer: 77505.00.00 · ENR 2177505

Stand der Information laut Text: 03/2010

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Die Informationen auf dieser Website ersetzen nicht den Rat eines Arztes oder Apothekers.

Fakten zu Immunobion (ENR 2177505)

Rezeptpflicht
Freiverkäuflich?
  • Das Arzneimittel darf auch außerhalb von Apotheken verkauft werden, zum Beispiel in Drogerien.
  • Rechtsgrundlage laut BfArM: freiverkäuflich gemäß § 44(1) AMG.
Wirkstoff Purpursonnenhutkrautsaft 175 mg
Darreichungsform Tablette
Art der Anwendung Zum Einnehmen
Art des Arzneimittels Pflanzliches Arzneimittel
Sonstige Bestandteile
Maltodextrin, Hochdisperses Siliciumdioxid, methyliert, Lactose-Monohydrat, Mikrokristalline Cellulose und 11 weitere+

Maltodextrin, Hochdisperses Siliciumdioxid, methyliert, Lactose-Monohydrat, Mikrokristalline Cellulose, Lactose, Magnesiumstearat (Ph.Eur.) [pflanzlich], Sucrose, Talkum, Titandioxid, Povidon, Macrogol, Basisches Butylmethacrylat-Copolymer (Ph.Eur.), Hochdisperses Siliciumdioxid, Eisen(III)-hydroxid-oxid, Montanglycolwachs

Packungsgrößen 10 Stück, 20 Stück, 50 Stück, 100 Stück
Haltbarkeit 4 Jahre (ungeöffnete Packung)
ATC-Klassifikation
  1. L Antineoplastische und immunmodulierende Mittel
    1. L03 Immunstimulanzien
      1. L03A Immunstimulanzien
        1. L03AP Pflanzliche Immunstimulanzien
          1. L03AP01 Echinacea-purpurea-Presssaft
Zulassung 77505.00.00, seit 29.04.2010, verlängert 10.02.2016; nationales Verfahren (Deutschland)
Pharmazeutischer Unternehmer Rodisma-Med Pharma GmbH, 51149 Köln
Hersteller (Freigabe) Rodisma-Med Pharma GmbH

Quelle: BfArM, Arzneimittel-Informationssystem AMIce (ENR 2177505), Datensatz vom 12.03.2026. Angaben ohne Gewähr – fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke.