Fachinformation - Enzalutamid AL 160 mg Filmtabletten
1 BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Enzalutamid AL 160 mg Filmtabletten
2 QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Jede Filmtablette enthält 160 mg Enzalutamid.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3 DARREICHUNGSFORM
Filmtablette (Tablette).
Gelbe, ovale Filmtabletten mit der Prägung „160“ auf einer Seite und den Abmessungen 23 mm x 11 mm.
4 KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Enzalutamid AL ist angezeigt:
- als Monotherapie oder in Kombination mit einer Androgenentzugstherapie zur Behandlung erwachsener Männer mit nicht metastasiertem hormonsensitivem Prostatakarzinom (non-metastatic hormone-sensitive prostate cancer, nmHSPC), die ein biochemisches Rezidiv (biochemical recurrence, BCR) mit hohem Risiko aufweisen und für eine Salvagestrahlentherapie ungeeignet sind (siehe Abschnitt 5.1).
- in Kombination mit einer Androgenentzugstherapie zur Behandlung erwachsener Männer mit metastasiertem hormonsensitivem Prostatakarzinom (metastatic hormone-sensitive prostate cancer, mHSPC) (siehe Abschnitt 5.1).
- zur Behandlung erwachsener Männer mit nicht metastasiertem kastrationsresistentem Hochrisiko-Prostatakarzinom (castration-resistant prostate cancer, CRPC) (siehe Abschnitt 5.1).
- zur Behandlung erwachsener Männer mit metastasiertem CRPC mit asymptomatischem oder mild symptomatischem Verlauf nach Versagen der Androgenentzugstherapie, bei denen eine Chemotherapie klinisch noch nicht indiziert ist (siehe Abschnitt 5.1).
- zur Behandlung erwachsener Männer mit metastasiertem CRPC, deren Erkrankung während oder nach einer Chemotherapie mit Docetaxel fortschreitet.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Die Behandlung mit Enzalutamid sollte von einem spezialisierten Arzt mit Erfahrung in der medizinischen Behandlung des Prostatakarzinoms begonnen und überwacht werden.
Dosierung
Die empfohlene Dosis beträgt 160 mg Enzalutamid (eine 160 mg Filmtablette) oral als tägliche Einmalgabe.
Eine medikamentöse Kastration mit einem Luteinisierenden-Hormon-Releasing-Hormon (LHRH)-Analogon soll während der Behandlung von Patienten mit CRPC oder mHSPC, die nicht chirurgisch kastriert sind, fortgeführt werden.
Patienten mit nmHSPC BCR mit hohem Risiko können mit Enzalutamid AL mit oder ohne einem LHRH-Analogon behandelt werden. Bei Patienten, die Enzalutamid AL mit oder ohne einem LHRH-Analogon erhalten, kann die Therapie ausgesetzt werden, wenn der PSA-Wert nach 36 Therapiewochen nicht nachweisbar ist (<0,2 ng/ml). Die Behandlung sollte bei Patienten nach erfolgter radikaler Prostatektomie bei Anstieg des PSA-Werts auf ≥2,0 ng/ml bzw. bei Patienten nach erfolgter Strahlentherapie als Primärtherapie bei Anstieg des PSA-Werts auf ≥5,0 ng/ml wieder aufgenommen werden. Falls der PSA-Wert nach 36 Therapiewochen nachweisbar ist (≥0,2 ng/ml), sollte die Behandlung fortgesetzt werden (siehe Abschnitt 5.1).
Sollte der Patient die Einnahme von Enzalutamid AL zur üblichen Zeit vergessen haben, sollte die verschriebene Dosis möglichst zeitnah zur üblichen Zeit eingenommen werden. Wenn der Patient die Dosis über einen gesamten Tag vergessen hat, sollte die Behandlung am nächsten Tag mit der üblichen Tagesdosis fortgesetzt werden.
Falls bei Patienten toxische Wirkungen vom Schweregrad ≥3 oder eine intolerable Nebenwirkung auftreten, sollte die Behandlung für eine Woche unterbrochen bzw. erst dann fortgesetzt werden, wenn die toxischen Symptome auf einen Schweregrad ≤2 zurückgegangen sind. Danach soll mit der gleichen bzw. einer niedrigeren Dosis (120 mg oder 80 mg) weiterbehandelt werden.
Gleichzeitige Anwendung von starken CYP2C8-Inhibitoren
Die gleichzeitige Anwendung von starken CYP2C8-Inhibitoren während der Behandlung sollte nach Möglichkeit vermieden werden. Bei Patienten, bei denen eine Begleittherapie mit einem starken CYP2C8-Inhibitor erforderlich ist, sollte die Dosis von Enzalutamid auf 80 mg einmal täglich reduziert werden. Nach Absetzen des starken CYP2C8-Inhibitors sollte die Dosis von Enzalutamid wieder auf die Dosis vor Einnahme des starken CYP2C8-Inhibitors erhöht werden (siehe Abschnitt 4.5).
Ältere Patienten
Bei älteren Patienten ist keine Dosisanpassung erforderlich (siehe Abschnitte 5.1 und 5.2).
Leberfunktionsstörung
Bei Patienten mit leichter, mäßiger oder schwerer Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Klasse A, B bzw. C) ist keine Dosisanpassung erforderlich. Bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung wurde jedoch eine verlängerte Halbwertszeit von Enzalutamid beobachtet (siehe Abschnitte 4.4 und 5.2).
Nierenfunktionsstörung
Bei Patienten mit leichter bis mäßiger Nierenfunktionsstörung ist keine Dosisanpassung erforderlich (siehe Abschnitt 5.2). Vorsicht ist geboten bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung oder terminaler Niereninsuffizienz (siehe Abschnitt 4.4).
Kinder und Jugendliche
Es gibt im Anwendungsgebiet „Behandlung erwachsener Männer mit CRPC, mHSPC oder nmHSPC BCR mit hohem Risiko“ keinen relevanten Nutzen von Enzalutamid bei Kindern und Jugendlichen.
Art der Anwendung
Enzalutamid AL ist zum Einnehmen bestimmt. Die Filmtabletten dürfen nicht zerbrochen, zerkleinert oder gekaut werden, sondern müssen als Ganzes mit einer ausreichenden Menge Wasser geschluckt werden und können zu oder unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.
4.3 Gegenanzeigen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.
Frauen, die schwanger sind oder schwanger werden können (siehe Abschnitte 4.6 und 6.6).
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Risiko von Krampfanfällen
Die Anwendung von Enzalutamid war mit Krampfanfällen verbunden (siehe Abschnitt 4.8). Die Entscheidung, die Behandlung fortzusetzen, sollte bei Patienten, die Krampfanfälle entwickeln, von Fall zu Fall getroffen werden.
Posteriores reversibles Enzephalopathie-Syndrom
Es liegen seltene Berichte über posteriores reversibles Enzephalopathie-Syndrom (PRES) bei Patienten vor, die mit Enzalutamid behandelt werden (siehe Abschnitt 4.8). PRES ist eine seltene, reversible neurologische Störung, die mit schnell entstehenden Symptomen, einschließlich Krampfanfall, Kopfschmerzen, Verwirrtheit, Blindheit und anderen visuellen und neurologischen Störungen, mit oder ohne assoziierter Hypertonie, auftreten kann. Die Diagnose eines PRES bedarf der Bestätigung durch eine bildgebende Untersuchung des Gehirns, vorzugsweise Magnetresonanztomographie (MRT). Es wird empfohlen, Enzalutamid bei Patienten, die PRES entwickeln, abzusetzen.
Sekundäre Primärtumore
In klinischen Studien wurden Fälle von sekundären Primärtumoren bei Patienten berichtet, die mit Enzalutamid behandelt wurden. In klinischen Phase-III-Studien waren die am häufigsten berichteten Ereignisse bei mit Enzalutamid behandelten Patienten, die auch häufiger als unter Placebo auftraten, Blasenkrebs (0,3%), Adenokarzinom des Kolons (0,2%), Übergangszellkarzinom (0,2%) und malignes Melanom (0,2%).
Patienten sollten darauf hingewiesen werden, unverzüglich ihren Arzt aufzusuchen, wenn sie während der Behandlung mit Enzalutamid Anzeichen von gastrointestinaler Blutung, makroskopischer Hämaturie oder andere Symptome wie Dysurie oder Harndrang bemerken.
Gleichzeitige Anwendung mit anderen Arzneimitteln
Enzalutamid ist ein potenter Enzyminduktor und kann zu einem Verlust der Effektivität vieler gängiger Arzneimittel führen (siehe Beispiele in Abschnitt 4.5). Bevor die Behandlung mit Enzalutamid begonnen wird, sollte man sich einen Überblick über die gleichzeitig angewendeten Arzneimittel verschaffen. Die gleichzeitige Anwendung von Enzalutamid mit Arzneimitteln, die empfindliche Substrate für viele metabolisierende Enzyme oder Transporter sind (siehe Abschnitt 4.5), sollte grundsätzlich vermieden werden, falls deren therapeutische Wirkung für den Patienten sehr wichtig ist und falls Dosisanpassungen, basierend auf der Bestimmung der Effektivität oder der Plasmakonzentrationen, nicht einfach durchzuführen sind.
Die gleichzeitige Behandlung mit Warfarin und Cumarin-artigen Antikoagulanzien sollte vermieden werden. Wird Enzalutamid AL gleichzeitig mit einem Antikoagulans gegeben, das durch CYP2C9 metabolisiert wird (wie z.B. Warfarin oder Acenocumarol), sollte der International Normalised Ratio (INR)-Wert zusätzlich kontrolliert werden (siehe Abschnitt 4.5).
Nierenfunktionsstörung
Da bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung keine klinischen Erfahrungen mit Enzalutamid vorliegen, ist bei diesen Patienten Vorsicht geboten.
Schwere Leberfunktionsstörung
Bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung wurde eine verlängerte Halbwertszeit von Enzalutamid, möglicherweise bedingt durch eine Zunahme der Verteilung ins Gewebe, beobachtet. Die klinische Relevanz dieser Beobachtung ist weiterhin unbekannt. Eine Verlängerung der Zeit bis zum Erreichen der Steady-State-Konzentrationen ist jedoch zu erwarten, und die Zeit bis zum maximalen pharmakologischen Effekt sowie die Zeit bis zum Einsetzen und Rückgang der Enzyminduktion (siehe Abschnitt 4.5) kann verlängert sein.
Kürzliche kardiovaskuläre Erkrankungen
Patienten mit einem vor Kurzem erlittenen Myokardinfarkt (innerhalb der vergangenen 6 Monate) oder mit instabiler Angina pectoris (innerhalb der vergangenen 3 Monate), mit Herzinsuffizienz im New York Heart Association (NYHA)-Stadium III oder IV (außer bei einer linksventrikulären Auswurffraktion [LVEF] ≥45%), mit Bradykardie oder mit unkontrolliertem Bluthochdruck wurden aus den Phase-III-Studien ausgeschlossen. Dies sollte berücksichtigt werden, falls Enzalutamid für solche Patienten verschrieben wird.
Androgendeprivationstherapie kann das QT-Intervall verlängern
Bei Patienten mit einer Vorgeschichte einer QT-Verlängerung oder mit Risikofaktoren für eine QT-Verlängerung und bei Patienten, die als Begleitmedikation Arzneimittel erhalten, die das QT-Intervall verlängern können (siehe Abschnitt 4.5), sollten die Ärzte das Nutzen-Risiken-Verhältnis einschließlich dem möglichen Auftreten von Torsade de Pointes abwägen, bevor die Behandlung mit Enzalutamid begonnen wird.
Anwendung zusammen mit Chemotherapie
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Enzalutamid bei gleichzeitiger Anwendung mit einer zytotoxischen Chemotherapie ist nicht erwiesen. Die gleichzeitige Anwendung von Enzalutamid hat keinen klinisch relevanten Einfluss auf die Pharmakokinetik von intravenösem Docetaxel (siehe Abschnitt 4.5); jedoch kann ein vermehrtes Auftreten von durch Docetaxel induzierter Neutropenie nicht ausgeschlossen werden.
Schwere Hautreaktionen
Schwere Hautreaktionen (severe cutaneous adverse reactions, SCARs) einschließlich des potenziell lebensbedrohlichen oder tödlichen Stevens-Johnson-Syndroms wurden unter der Behandlung mit Enzalutamid berichtet.
Zum Zeitpunkt der Verschreibung sollten die Patienten über die Anzeichen und Symptome informiert und engmaschig bezüglich Hautreaktionen überwacht werden.
Falls Anzeichen und Symptome auftreten, die auf diese Reaktion hinweisen, muss Enzalutamid unverzüglich abgesetzt und gegebenenfalls eine alternative Behandlung erwogen werden.
Überempfindlichkeitsreaktionen
Unter Enzalutamid wurden Überempfindlichkeitsreaktionen beobachtet, die sich durch Symptome, wie zum Beispiel Hautausschlag oder Ödem von Gesicht, Zunge, Lippen oder Pharynx manifestierten (siehe Abschnitt 4.8).
Enzalutamid AL als Monotherapie bei Patienten mit nmHSPC BCR mit hohem Risiko
Die Ergebnisse der EMBARK Studie legen nahe, dass Enzalutamid als Monotherapie und in Kombination mit einer Androgenentzugstherapie keine gleichwertigen Behandlungsoptionen bei Patienten mit nmHSPC BCR mit hohem Risiko sind (siehe Abschnitte 4.8 und 5.1). Enzalutamid in Kombination mit einer Androgenentzugstherapie wird als bevorzugte Behandlungsoption angesehen, außer in Fällen, in denen die zusätzliche Androgenentzugstherapie zu inakzeptablen Toxizitäten oder Risiken führen könnte.
Dysphagie im Zusammenhang mit der Produktformulierung
Es gab Berichte über Patienten, die Schwierigkeiten beim Schlucken von Enzalutamid-Tabletten hatten, einschließlich Berichten über Würgeanfälle. Patienten sollten darauf hingewiesen werden, die Tabletten als Ganzes mit einer ausreichenden Menge Wasser zu schlucken.
Sonstige Bestandteile
Enzalutamid AL enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Filmtablette, d.h. es ist nahezu „natriumfrei“.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Möglicher Einfluss anderer Arzneimittel auf Enzalutamid
CYP2C8-Inhibitoren
CYP2C8 spielt eine wichtige Rolle bei der Elimination von Enzalutamid und bei der Bildung seines aktiven Metaboliten. Nach oraler Gabe des starken CYP2C8-Inhibitors Gemfibrozil (600 mg zweimal täglich) bei gesunden männlichen Probanden stieg die AUC von Enzalutamid um 326% an, während Cmax von Enzalutamid um 18% abnahm. Für die Gesamtheit von ungebundenem Enzalutamid plus ungebundenem aktivem Metaboliten stieg die AUC um 77% an, während Cmax um 19% abnahm. Starke Inhibitoren (z.B. Gemfibrozil) von CYP2C8 sollten während der Behandlung mit Enzalutamid vermieden oder mit Vorsicht angewendet werden. Bei Patienten, bei denen eine Begleittherapie mit einem starken CYP2C8-Inhibitor erforderlich ist, sollte die Dosis von Enzalutamid auf 80 mg einmal täglich reduziert werden (siehe Abschnitt 4.2).
CYP3A4-Inhibitoren
CYP3A4 spielt eine untergeordnete Rolle bei der Metabolisierung von Enzalutamid. Nach oraler Gabe des starken CYP3A4-Inhibitors Itraconazol (200 mg einmal täglich) bei gesunden männlichen Probanden stieg die AUC von Enzalutamid um 41% an, während Cmax unverändert blieb. Für die Gesamtheit von ungebundenem Enzalutamid plus ungebundenem aktivem Metaboliten stieg die AUC um 27% an, während Cmax wiederum unverändert blieb. Bei Anwendung von Enzalutamid zusammen mit Inhibitoren von CYP3A4 ist keine Dosisanpassung erforderlich.
CYP2C8- und CYP3A4-Induktoren
Nach oraler Gabe des moderaten CYP2C8- und starken CYP3A4-Induktors Rifampicin (600 mg einmal täglich) bei gesunden männlichen Probanden nahm die AUC von Enzalutamid sowie des aktiven Metaboliten um 37% ab, während die Cmax unverändert blieb. Bei der Anwendung von Enzalutamid zusammen mit Induktoren von CYP2C8 und CYP3A4 ist keine Dosisanpassung erforderlich.
Möglicher Einfluss von Enzalutamid auf andere Arzneimittel
Enzyminduktion
Enzalutamid ist ein potenter Enzyminduktor und verstärkt die Synthese verschiedener Enzyme und Transporter; daher sind Interaktionen mit vielen gängigen Arzneimitteln, die Substrate von Enzymen oder Transportern sind, zu erwarten. Die Abnahme der Plasmakonzentration kann erheblich sein und zu einer Reduktion oder einem Verlust der klinischen Wirkung führen. Zudem besteht das Risiko einer verstärkten Bildung aktiver Metaboliten. Enzyme, die induziert werden könnten, schließen CYP3A4 in der Leber und im Darm, CYP2B6, CYP2C9, CYP2C19 und Uridin-5'-diphospho-Glucuronosyltransferase (UGT – Glucuronid-konjugierende Enzyme) ein. Einige Transporter könnten ebenso induziert werden, z.B. Multidrug Resistance-Associated Protein 2 (MRP2) und Organic Anion Transporting Polypeptide 1B1 (OATP1B1).
In-vivo-Studien haben gezeigt, dass Enzalutamid ein starker Induktor von CYP3A4 und ein moderater Induktor von CYP2C9 und CYP2C19 ist. Die gleichzeitige Gabe von Enzalutamid (160 mg einmal täglich) mit einer oralen Einmalgabe von sensitiven CYP-Substraten an Patienten mit Prostatakarzinom führte zu einer Abnahme der AUC von Midazolam (CYP3A4-Substrat) um 86%, einer Abnahme der AUC von S-Warfarin (CYP2C9-Substrat) um 56% und einer Abnahme der AUC von Omeprazol (CYP2C19-Substrat) um 70%. UGT1A1 könnte ebenfalls induziert werden. In einer klinischen Studie bei Patienten mit metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom (CRPC) hatte Enzalutamid (160 mg einmal täglich) keinen klinisch relevanten Einfluss auf die Pharmakokinetik von intravenös verabreichtem Docetaxel (75 mg/m2 als Infusion alle 3 Wochen). Die AUC von Docetaxel sank um 12% [Verhältnis der geometrischen Mittel (GMR) = 0,882 (90%-KI: 0,767; 1,02)] während die Cmax um 4% [GMR = 0,963 (90%-KI: 0,834; 1,11)] abnahm.
Interaktionen mit bestimmten Arzneimitteln, die über den Metabolismus oder über aktiven Transport eliminiert werden, sind zu erwarten. Falls deren therapeutische Wirkung für den Patienten sehr wichtig ist und Dosisanpassungen, basierend auf der Bestimmung der Effektivität oder der Plasmakonzentrationen, nicht einfach durchzuführen sind, sollten diese Arzneimittel vermieden oder mit Vorsicht eingesetzt werden. Die Gefahr einer Leberschädigung nach Paracetamolgabe ist bei Patienten, die gleichzeitig mit einem Enzyminduktor behandelt werden, vermutlich höher.
Unter anderem können folgende Arzneimittelgruppen beeinflusst werden:
- Analgetika (z.B. Fentanyl, Tramadol),
- Antibiotika (z.B. Clarithromycin, Doxycyclin),
- Krebsarzneimittel (z.B. Cabazitaxel),
- Antiepileptika (z.B. Carbamazepin, Clonazepam, Phenytoin, Primidon, Valproinsäure),
- Antipsychotika (z.B. Haloperidol),
- Antithrombotika (z.B. Acenocumarol, Warfarin, Clopidogrel),
- Betablocker (z.B. Bisoprolol, Propranolol),
- Kalziumantagonisten (z.B. Diltiazem, Felodipin, Nicardipin, Nifedipin, Verapamil),
- Herzglykoside (z.B. Digoxin),
- Kortikosteroide (z.B. Dexamethason, Prednisolon),
- antivirale HIV-Arzneimittel (z.B. Indinavir, Ritonavir),
- Hypnotika (z.B. Diazepam, Midazolam, Zolpidem),
- Immunsuppressiva (z.B. Tacrolimus),
- Protonenpumpenhemmer (z.B. Omeprazol),
- Statine, die über CYP3A4 verstoffwechselt werden (z.B. Atorvastatin, Simvastatin),
- Schilddrüsenhormone (z.B. Levothyroxin).
Das volle Induktionspotenzial von Enzalutamid zeigt sich eventuell erst einen Monat nach Behandlungsbeginn, wenn der Steady State der Plasmakonzentration von Enzalutamid erreicht ist, obwohl einige Induktionseffekte auch schon vorher auftreten können. Bei Patienten, die Arzneimittel einnehmen, die Substrate von CYP2B6, CYP3A4, CYP2C9, CYP2C19 oder UGT1A1 sind, sollte während des ersten Behandlungsmonats mit Enzalutamid auf einen möglichen Verlust der pharmakologischen Wirkungen (oder eine Verstärkung der Wirkung, wenn aktive Metaboliten gebildet werden) geachtet und gegebenenfalls eine Dosisanpassung in Betracht gezogen werden. Aufgrund der langen Halbwertszeit von Enzalutamid (5,8 Tage, siehe Abschnitt 5.2) kann die Wirkung auf die CYP-Enzyme für einen Monat oder auch länger anhalten. Eine schrittweise Dosisreduktion der gleichzeitig gegebenen Arzneimittel könnte erforderlich sein, wenn die Behandlung mit Enzalutamid beendet wird.
CYP1A2- und CYP2C8-Substrate
Enzalutamid (160 mg einmal täglich) führte zu keiner klinisch relevanten Änderung der AUC oder Cmax von Coffein (CYP1A2-Substrat) oder Pioglitazon (CYP2C8-Substrat). Die AUC von Pioglitazon erhöhte sich um 20%, während Cmax um 18% abnahm. Die AUC und Cmax von Coffein nahmen um 11% bzw. 4% ab. Bei Anwendung von Enzalutamid zusammen mit einem CYP1A2- oder CYP2C8-Substrat ist keine Dosisanpassung erforderlich.
P-gp-Substrate
In-vitro-Daten deuten darauf hin, dass Enzalutamid ein Inhibitor des Effluxtransporters P-gp sein könnte. In einer Studie mit Patienten mit Prostatakarzinom, die eine einzelne orale Dosis des P-gp-Probesubstrats Digoxin vor sowie gleichzeitig mit Enzalutamid erhielten (die gleichzeitige Verabreichung erfolgte mindestens 55 Tage nach der einmal täglichen Gabe von 160 mg Enzalutamid), wurde eine leicht hemmende Wirkung von Enzalutamid im Steady State auf P-gp beobachtet. Die Plasmakonzentrationen von Digoxin wurden mit einem validierten Flüssigchromatografie-Tandem-Massenspektrometrie-Assay gemessen Die AUC und Cmax von Digoxin erhöhten sich um 33% bzw. 17%. Arzneimittel mit geringer therapeutischer Breite, die Substrate von P-gp sind (z.B. Colchicin, Dabigatranetexilat, Digoxin), sollten bei gleichzeitiger Gabe von Enzalutamid mit Vorsicht eingesetzt werden. Eventuell ist eine Dosisreduktion erforderlich, um optimale Plasmakonzentrationen zu gewährleisten.
Labortest-Interferenz
Bei Patienten unter Behandlung mit Enzalutamid wurden im Chemilumineszenz-Mikropartikel-Immunoassay (CMIA) fälschlicherweise erhöhte Digoxin-Plasmakonzentrationen ermittelt, unabhängig davon, ob sie Digoxin erhielten. Daher sollten Digoxin-Plasmakonzentrationen, die mittels CMIA gemessen wurden, mit Vorsicht interpretiert und durch eine andere Art von Assay bestätigt werden, bevor Maßnahmen in Bezug auf die Digoxin-Dosierung ergriffen werden.
BCRP-Substrate
Im Steady State rief Enzalutamid bei Patienten mit Prostatakarzinom, die eine einzelne orale Dosis des Breast Cancer Resistance Protein (BCRP)-Probesubstrats Rosuvastatin vor sowie gleichzeitig mit Enzalutamid erhielten (die gleichzeitige Verabreichung erfolgte mindestens 55 Tage nach der einmal täglichen Gabe von 160 mg Enzalutamid), keine klinisch bedeutsame Veränderung der Exposition mit Rosuvastatin hervor. Die AUC von Rosuvastatin nahm um 14% ab, während die Cmax sich um 6% erhöhte. Es ist keine Dosisanpassung erforderlich, wenn ein BCRP-Substrat gleichzeitig mit Enzalutamid verabreicht wird.
MRP2-, OAT3- und OCT1-Substrate
Basierend auf In-vitro-Daten kann die Inhibierung von MRP2 (im Darm) und des Organic Anion Transporter 3 (OAT3) sowie des Organic Cation Transporter 1 (OCT1) (systemisch) nicht ausgeschlossen werden. Theoretisch ist eine Induktion dieser Transporter ebenso möglich, der Nettoeffekt ist derzeit aber unbekannt.
Arzneimittel, die das QT-Intervall verlängern
Da eine Androgendeprivationstherapie das QT-Intervall verlängern kann, ist die gleichzeitige Anwendung von Enzalutamid und Arzneimitteln, für die bekannt ist, dass sie das QT-Intervall verlängern, oder Arzneimitteln, die Torsade de Pointes hervorrufen können, wie Antiarrhythmika der Klasse IA (z.B. Chinidin, Disopyramid) oder der Klasse III (z.B. Amiodaron, Sotalol, Dofetilid, Ibutilid), Methadon, Moxifloxacin, Antipsychotika etc., sorgfältig abzuwägen (siehe Abschnitt 4.4).
Einfluss von Nahrung auf die Exposition mit Enzalutamid
Nahrung hat keine klinisch relevante Wirkung auf das Ausmaß der Exposition mit Enzalutamid. In klinischen Studien wurde Enzalutamid ohne Berücksichtigung der Nahrungsaufnahme gegeben.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Frauen im gebärfähigen Alter
Es liegen keine Daten zur Anwendung von Enzalutamid in der Schwangerschaft beim Menschen vor. Dieses Arzneimittel ist nicht zur Anwendung bei Frauen im gebärfähigen Alter bestimmt. Dieses Arzneimittel kann Schäden beim ungeborenen Kind oder einen Abort verursachen, wenn es von schwangeren Frauen genommen wird (siehe Abschnitte 4.3, 5.3 und 6.6).
Kontrazeption bei Männern und Frauen
Es ist nicht bekannt, ob Enzalutamid oder seine Metaboliten im Sperma vorhanden sind. Ein Kondom ist während und für 3 Monate nach Ende der Behandlung mit Enzalutamid erforderlich, wenn der Patient mit einer schwangeren Frau sexuell aktiv ist. Hat der Patient Geschlechtsverkehr mit einer Frau im gebärfähigen Alter, ist sowohl ein Kondom als auch eine andere zuverlässige Verhütungsmethode während der Behandlung und für 3 Monate danach erforderlich. Studien an Tieren haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3).
Schwangerschaft
Enzalutamid ist nicht zur Anwendung bei Frauen bestimmt. Enzalutamid ist kontraindiziert bei Frauen, die schwanger sind oder werden können (siehe Abschnitte 4.3, 5.3 und 6.6).
Stillzeit
Enzalutamid ist nicht zur Anwendung bei Frauen bestimmt. Es ist nicht bekannt, ob Enzalutamid in die Muttermilch übergeht. Enzalutamid und/oder seine Metaboliten werden in die Rattenmilch ausgeschieden (siehe Abschnitt 5.3).
Fertilität
Tierexperimentelle Studien haben gezeigt, dass Enzalutamid das Reproduktionssystem bei männlichen Ratten und Hunden beeinträchtigt (siehe Abschnitt 5.3).
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
Enzalutamid AL könnte einen mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen haben, da von psychischen und neurologischen Effekten einschließlich Krampfanfällen berichtet wurde (siehe Abschnitt 4.8). Patienten sollten auf das potenzielle Risiko eines psychischen oder neurologischen Ereignisses beim Fahren oder Bedienen von Maschinen hingewiesen werden. Es wurden keine wissenschaftlichen Studien durchgeführt, um die Auswirkungen von Enzalutamid auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen zu bewerten.
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des Sicherheitsprofils
Die am häufigsten auftretenden Nebenwirkungen sind Asthenie/Fatigue, Hitzewallungen, Hypertonie, Frakturen und Stürze. Weitere wichtige Nebenwirkungen schließen ischämische Herzerkrankung und Krampfanfälle ein.
Ein Krampfanfall trat bei 0,6% der mit Enzalutamid behandelten Patienten, bei 0,1% der Patienten, die Placebo erhielten und bei 0,3% der mit Bicalutamid behandelten Patienten auf.
Seltene Fälle des posterioren reversiblen Enzephalopathie-Syndroms wurden bei mit Enzalutamid behandelten Patienten berichtet (siehe Abschnitt 4.4).
Stevens-Johnson-Syndrom wurde unter der Behandlung mit Enzalutamid berichtet (siehe Abschnitt 4.4).
Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen
Im Folgenden werden die Nebenwirkungen, die in klinischen Studien beobachtet wurden, nach ihrer Häufigkeit aufgeführt. Bei den Häufigkeitsangaben werden folgende Kategorien zugrunde gelegt: sehr häufig (≥1/10); häufig (≥1/100, <1/10); gelegentlich (≥1/1.000, <1/100); selten (≥1/10.000, <1/1.000); sehr selten (<1/10.000); nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar). In jeder Häufigkeitskategorie werden die Nebenwirkungen in abnehmendem Schweregrad dargestellt.
Tabelle 1: Nebenwirkungen, die in kontrollierten klinischen Studien und nach Markteinführung aufgetreten sind
| Organklasse nach dem MedDRA System | Nebenwirkung und Häufigkeit |
|---|---|
| Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems | Gelegentlich: Leukopenie, Neutropenie Nicht bekannt*: Thrombozytopenie |
| Erkrankungen des Immunsystems | Nicht bekannt*: Gesichtsödem, Zungenödem, Lippenödem, Pharynxödem |
| Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen | Nicht bekannt*: verminderter Appetit |
| Psychiatrische Erkrankungen | Häufig: Angst Gelegentlich: visuelle Halluzinationen |
| Erkrankungen des Nervensystems | Häufig: Kopfschmerzen, Gedächtnisstörung, Amnesie, Aufmerksamkeitsstörung, Dysgeusie, Restless-Legs-Syndrom, kognitive Störung Gelegentlich: Krampfanfall¥ Nicht bekannt*: posteriores reversibles Enzephalopathie-Syndrom |
| Herzerkrankungen | Häufig: ischämische Herzerkrankung† Nicht bekannt*: QT-Verlängerung (siehe Abschnitte 4.4 und 4.5) |
| Gefäßerkrankungen | Sehr häufig: Hitzewallungen, Hypertonie |
| Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts | Nicht bekannt*: Dysphagie∞, Übelkeit, Erbrechen, Diarrhö |
| Leber- und Gallenerkrankungen | Gelegentlich: erhöhte Leberenzyme |
| Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes | Häufig: trockene Haut, Juckreiz Nicht bekannt*: Erythema multiforme, Stevens-Johnson-Syndrom, Hautausschlag |
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen | Sehr häufig: Frakturen‡ Nicht bekannt*: Myalgie, Muskelkrämpfe, muskuläre Schwäche, Rückenschmerzen |
Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse | Häufig: Gynäkomastie, Brustwarzenschmerz#, Brust schmerzempfindlich# |
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort | Sehr häufig: Asthenie, Fatigue |
Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe bedingte Komplikationen | Sehr häufig: Stürze |
* Spontanmeldungen nach Markteinführung.
¥ Beurteilt mit Hilfe der narrow SMQs von ‘Konvulsionen’, einschließlich Krampfanfall, Grand-Mal-Anfall, komplexe partielle Krampfanfälle, partielle Krampfanfälle und Status epilepticus. Dies schließt seltene Fälle von Krampfanfällen mit tödlich verlaufenden Komplikationen ein.
† Beurteilt mit Hilfe der narrow SMQs von ‘Myokardinfarkt’ und ‘Andere ischämische Herzerkrankung’, einschließlich der folgenden bevorzugten Bezeichnungen, die in randomisierten placebokontrollierten Phase-III-Studien bei mindestens zwei Patienten beobachtet wurden: Angina pectoris, koronare Herzkrankheit, Myokardinfarkte, akuter Myokardinfarkt, akutes Koronarsyndrom, instabile Angina pectoris, Myokardischämie und Koronaratherosklerose.
‡ Beinhalten alle bevorzugten Bezeichnungen mit dem Wort ‚Fraktur‘ der Knochen.
# Nebenwirkungen für Enzalutamid als Monotherapie.
∞ Es gab Berichte über Dysphagie, einschließlich Berichten über Würgeanfälle (siehe Abschnitt 4.4).
Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen
Krampfanfall
In den kontrollierten klinischen Studien kam es bei 31 von 5.110 Patienten (0,6%), die mit einer täglichen Dosis von 160 mg Enzalutamid behandelt wurden, zu einem Krampfanfall, wohingegen vier Patienten (0,1%), die Placebo erhielten, und ein Patient (0,3%), der Bicalutamid erhielt, einen Krampfanfall erlitten. Die Dosis scheint einen entscheidenden Einfluss auf das Anfallsrisiko zu haben, wie präklinische Daten und Daten aus einer Dosiseskalationsstudie zeigen. Aus den kontrollierten Studien wurden Patienten mit einem Krampfanfall in der Vorgeschichte oder mit Risikofaktoren für einen Krampfanfall ausgeschlossen.
In der einarmigen Studie 9785-CL-0403 (UPWARD) zur Beurteilung der Inzidenz von Krampfanfällen bei Patienten mit prädisponierenden Faktoren für einen Krampfanfall (davon hatten 1,6% Krampfanfälle in der Vorgeschichte) erlitten 8 von 366 (2,2%) Patienten, die Enzalutamid erhielten, einen Krampfanfall. Die mediane Behandlungsdauer betrug 9,3 Monate.
Über welchen Mechanismus Enzalutamid möglicherweise die Krampfschwelle senkt, ist nicht bekannt, könnte aber mit Daten aus In-vitro-Studien erklärt werden, die zeigten, dass Enzalutamid und sein aktiver Metabolit an den GABA-aktivierten Chloridkanal binden und diesen inhibieren können.
Ischämische Herzerkrankung
In randomisierten placebokontrollierten klinischen Studien trat bei 3,5% der Patienten, die mit Enzalutamid plus Androgenentzugstherapie behandelt wurden, eine ischämische Herzerkrankung auf im Vergleich zu 2% der Patienten, die Placebo plus Androgenentzugstherapie erhielten. Bei 14 (0,4%) Patienten, die mit Enzalutamid plus Androgenentzugstherapie behandelt wurden, und 3 (0,1%) Patienten, die mit Placebo plus Androgenentzugstherapie behandelt wurden, kam es zu einer ischämischen Herzerkrankung mit Todesfolge.
In der Studie EMBARK trat ischämische Herzerkrankung bei 5,4% der Patienten auf, die mit Enzalutamid plus Leuprorelin behandelt wurden, und bei 9% der Patienten, die Enzalutamid als Monotherapie erhielten. Bei keinen der Patienten, die mit Enzalutamid plus Leuprorelin behandelt wurden, und bei einem Patienten (0,3%), der Enzalutamid als Monotherapie erhielt, kam es zu einer ischämischen Herzerkrankung mit Todesfolge.
Gynäkomastie
In der Studie EMBARK wurde Gynäkomastie (alle Grade) bei 29 von 353 Patienten (8,2%) beobachtet, die mit Enzalutamid plus Leuprorelin behandelt wurden, und bei 159 von 354 Patienten (44,9%), die Enzalutamid als Monotherapie erhielten. Gynäkomastie Grad 3 oder höher wurde bei keinem der Patienten beobachtet, die mit Enzalutamid plus Leuprorelin behandelt wurden, und bei 3 Patienten (0,8%), die Enzalutamid als Monotherapie erhielten.
Brustwarzenschmerz
In der Studie EMBARK wurde Brustwarzenschmerz (alle Grade) bei 11 von 353 Patienten (3,1%) beobachtet, die mit Enzalutamid plus Leuprorelin behandelt wurden, und bei 54 von 354 Patienten (15,3%), die Enzalutamid als Monotherapie erhielten. Brustwarzenschmerz Grad 3 oder höher wurde bei keinem der Patienten beobachtet, die mit Enzalutamid plus Leuprorelin oder mit Enzalutamid als Monotherapie behandelt wurden.
Schmerzempfindliche Brust
In der Studie EMBARK wurde eine schmerzempfindliche Brust (alle Grade) bei 5 von 353 Patienten (1,4%) beobachtet, die mit Enzalutamid plus Leuprorelin behandelt wurden, und bei 51 von 354 Patienten (14,4%), die Enzalutamid als Monotherapie erhielten. Schmerzempfindliche Brust Grad 3 oder höher wurde bei keinem der Patienten beobachtet, die mit Enzalutamid plus Leuprorelin oder mit Enzalutamid als Monotherapie behandelt wurden.
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem
Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte
Abt. Pharmakovigilanz
Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3
D-53175 Bonn
Website: www.bfarm.de
anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Es gibt kein Antidot für Enzalutamid. Im Falle einer Überdosierung sollte die Behandlung mit Enzalutamid abgesetzt und allgemeine supportive Maßnahmen sollten eingeleitet werden, wobei die Halbwertszeit von 5,8 Tagen zu berücksichtigen ist. Nach einer Überdosierung können Patienten ein erhöhtes Risiko für Krampfanfälle haben.
5 PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Hormonantagonisten und verwandte Mittel, Antiandrogene,
ATC-Code: L02BB04.
Wirkmechanismus
Das Prostatakarzinom ist bekanntermaßen ein androgensensitiver Tumor und spricht auf eine Inhibition des Androgenrezeptors an. Trotz niedriger bzw. nicht mehr nachweisbarer Konzentrationen an Serumandrogenen schreitet die Krankheit über den Androgenrezeptor-Signalweg fort. Die Stimulation des Tumorzellwachstums über den Androgenrezeptor erfordert die nukleäre Translokation und die Bindung an die DNA. Enzalutamid ist ein starker Inhibitor des Androgenrezeptor-Signalwegs, der mehrere Schritte in diesem Signalweg blockiert. Enzalutamid hemmt kompetitiv die Androgenbindung an Androgenrezeptoren und hemmt infolgedessen die Translokation aktivierter Rezeptoren in den Nukleus sowie die Bindung an die DNA, sogar bei Überexpression von Androgenrezeptoren und in Prostatakarzinomzellen, die resistent gegenüber Antiandrogenen sind. Die Behandlung mit Enzalutamid verringert das Wachstum der Prostatakarzinomzellen und kann den Zelltod der Krebszellen und eine Tumorregression induzieren. In präklinischen Studien zeigte Enzalutamid keine agonistische Aktivität am Androgenrezeptor.
Pharmakodynamische Wirkungen
In einer klinischen Phase-III-Studie (AFFIRM) mit Patienten, bei denen eine vorangegangene Chemotherapie mit Docetaxel versagt hatte, war bei 54% der mit Enzalutamid behandelten Patienten ein Rückgang der PSA-Werte um mindestens 50% gegenüber dem Ausgangswert zu verzeichnen. Im Placebo-Arm war dies dagegen nur bei 1,5% der Patienten der Fall.
In einer weiteren klinischen Phase-III-Studie (PREVAIL) mit Chemotherapie-naiven Patienten zeigten die Patienten, die Enzalutamid erhielten, eine signifikant höhere Gesamt-PSA-Ansprechrate (definiert als eine ≥50% Reduktion vom Ausgangswert), verglichen mit Patienten, die Placebo erhielten, 78,0% gegenüber 3,5% (Differenz = 74,5%, p <0,0001).
In einer klinischen Phase-II-Studie (TERRAIN) mit Chemotherapie-naiven Patienten, zeigten die Patienten, die Enzalutamid erhielten, eine signifikant höhere Gesamt-PSA-Ansprechrate (definiert als eine ≥50% Reduktion vom Ausgangswert), verglichen mit Patienten, die Bicalutamid erhielten, 82,1% gegenüber 20,9% (Differenz = 61,2%, p <0,0001).
In einer einarmigen Studie (9785-CL-0410) mit Patienten, die zuvor mindestens 24 Wochen mit Abirateron (plus Prednison) behandelt wurden, war bei 22,4% eine Reduktion der PSA-Werte um ≥50% vom Ausgangswert zu verzeichnen. Bezüglich vorangegangener Chemotherapie in der Anamnese zeigten 22,1% der Patientengruppe ohne vorangegangene Chemotherapie eine ≥50% Reduktion der PSA-Werte und 23,2% nach vorangegangener Chemotherapie.
In der klinischen Studie MDV3100-09 (STRIVE) zu nicht metastasiertem und metastasiertem CRPC zeigten die Patienten, die Enzalutamid erhielten, eine signifikant höhere bestätigte Gesamt-PSA-Ansprechrate (definiert als eine ≥50% Reduktion vom Ausgangswert), verglichen mit Patienten, die Bicalutamid erhielten: 81,3% gegenüber 31,3% (Differenz = 50,0%, p <0,0001).
In der klinischen Studie MDV3100-14 (PROSPER) zu nicht metastasiertem CRPC zeigten die Patienten, die Enzalutamid erhielten, im Vergleich zu den Patienten, die Placebo erhielten, eine signifikant höhere bestätigte PSA-Ansprechrate (definiert als eine ≥50% Reduktion vom Ausgangswert): 76,3% gegenüber 2,4% (Differenz = 73,9%, p <0,0001).
Klinische Wirksamkeit und Sicherheit
Die Wirksamkeit von Enzalutamid wurde in drei randomisierten, placebokontrollierten, multizentrischen klinischen Phase-III-Studien [MDV3100-14 (PROSPER), CRPC2 (AFFIRM), MDV3100-03 (PREVAIL)] bei Patienten mit progredientem Prostatakarzinom nach Progression der Erkrankung unter Androgenentzugstherapie [LHRH-Analogon oder nach bilateraler Orchiektomie] nachgewiesen. Die PREVAIL-Studie schloss Chemotherapie-naive Patienten mit metastasiertem CRPC ein, wohingegen die AFFIRM-Studie Patienten mit metastasiertem CRPC einschloss, die vorher Docetaxel erhalten hatten, und die PROSPER-Studie Patienten mit nicht metastasiertem CRPC einschloss. Die Wirksamkeit bei Patienten mit mHSPC wurde in einer randomisierten, placebokontrollierten, multizentrischen klinischen Phase-III-Studie [9785-CL-0335 (ARCHES)] nachgewiesen. In einer weiteren randomisierten, placebokontrollierten, multizentrischen klinischen Phase-III-Studie [MDV3100-13 (EMBARK)] wurde die Wirksamkeit bei Patienten mit nmHSPC BCR mit hohem Risiko nachgewiesen. Alle Patienten erhielten eine Therapie mit LHRH-Analoga oder hatten eine bilaterale Orchiektomie, sofern nicht anders angegeben.
In den aktiven Behandlungsarmen wurde Enzalutamid oral in einer Dosierung von 160 mg täglich gegeben. In den fünf klinischen Studien (EMBARK, ARCHES, PROSPER, AFFIRM und PREVAIL) erhielten die Patienten im Kontrollarm Placebo und es war nicht erforderlich, dass die Patienten Prednison einnehmen.
Änderungen in der PSA-Konzentration im Serum sind unabhängig betrachtet nicht immer ein Hinweis auf einen klinischen Nutzen. Aus diesem Grund wurde in den fünf Studien empfohlen, die Patienten mit ihrer Studienmedikation weiter zu behandeln, bis die Kriterien zum Aussetzen oder Absetzen, wie für jede Studie unten angegeben, erfüllt waren.
Studie MDV3100-13 (EMBARK) (Patienten mit nicht metastasiertem HSPC BCR mit hohem Risiko)
In der Studie EMBARK wurden 1.068 Patienten mit nmHSPC BCR mit hohem Risiko aufgenommen und im Verhältnis 1:1:1 der Behandlung mit Enzalutamid zum Einnehmen bei einer Dosis von 160 mg einmal täglich mit gleichzeitiger Androgenentzugstherapie (N = 355), der Behandlung mit Enzalutamid zum Einnehmen bei einer Dosis von 160 mg einmal täglich als unverblindete Monotherapie (N = 355) oder der Behandlung mit Placebo zum Einnehmen einmal täglich mit gleichzeitiger Androgenentzugstherapie (N = 358) zugewiesen (Androgenentzugstherapie definiert als Leuprorelin). Alle Patienten hatten zuvor eine lokale Therapie mit radikaler Prostatektomie oder Strahlentherapie (einschließlich Brachytherapie) erhalten oder beides, mit kurativer Absicht. Die Patienten mussten eine durch eine verblindete unabhängige zentrale Beurteilung (blinded independent central review, BICR) bestätigte nicht metastasierte Krankheit sowie ein BCR mit hohem Risiko (definiert als PSA-Verdopplungszeit ≤9 Monate) aufweisen. Die Patienten mussten zudem PSA-Werte von ≥1 ng/ml aufweisen, wenn sie zuvor eine radikale Prostatektomie (mit oder ohne Strahlentherapie) als Primärbehandlung ihres Prostatakarzinoms erhalten hatten, oder PSA-Werte von mindestens 2 ng/ml über dem Nadir, wenn sie zuvor nur eine Strahlentherapie erhalten hatten. Patienten nach erfolgter Prostatektomie, die gemäß Beurteilung des Prüfarztes auch geeignete Kandidaten für eine Salvagestrahlentherapie waren, wurden von der Studie ausgeschlossen.
Die Patienten wurden nach folgenden Kriterien stratifiziert: PSA-Wert zum Screening-Zeitpunkt (≤10 ng/ml vs. >10 ng/ml), PSA-Verdopplungszeit (≤3 Monate vs. >3 Monate bis ≤9 Monate) und vorherige Hormontherapie (vorherige Hormontherapie vs. keine vorherige Hormontherapie). Bei Patienten mit nicht nachweisbaren PSA-Werten (<0,2 ng/ml) in Woche 36 wurde die Behandlung in Woche 37 ausgesetzt und dann wieder fortgesetzt, wenn die PSA-Werte auf ≥2,0 ng/ml für Patienten nach erfolgter Prostatektomie oder ≥5,0 ng/ml für Patienten ohne vorherige Prostatektomie gestiegen waren. Bei Patienten mit nachweisbaren PSA-Werten in Woche 36 (≥0,2 ng/ml) wurde die Behandlung ohne Aussetzung fortgesetzt, bis die Kriterien für ein dauerhaftes Absetzen der Behandlung erfüllt waren. Die Behandlung wurde dauerhaft abgesetzt, wenn die Entwicklung einer radiologischen Progression durch die zentrale Beurteilung nach erster lokaler Auswertung bestätigt wurde.
Die demographischen und Ausgangscharakteristika waren zu Beginn der Studie zwischen den drei Behandlungsgruppen gut ausgewogen. Das mediane Gesamtalter bei Randomisierung betrug 69 Jahre (Bereich: 49,0 – 93,0). Die meisten Patienten in der Gesamtpopulation waren weiß (83,2%), 7,3% waren asiatisch und 4,4% waren schwarz. Die mediane PSA-Verdopplungszeit lag bei 4,9 Monaten. Vierundsiebzig Prozent (74%) der Patienten hatten zuvor eine lokale Therapie mit radikaler Prostatektomie, 75% der Patienten hatten zuvor eine Strahlentherapie (einschließlich Brachytherapie) und 49% der Patienten hatten zuvor eine Therapie mit beidem. Zweiunddreißig Prozent (32%) der Patienten hatten einen Gleason-Score von ≥8. Der Leistungsstatus nach der Eastern Cooperative Oncology Group (ECOG PS) betrug bei Studienbeginn bei 92% der Patienten 0 und bei 8% der Patienten 1.
Der primäre Endpunkt war das metastasenfreie Überleben (metastasis-free survival, MFS) bei Patienten, die zu Enzalutamid plus Androgenentzugstherapie randomisiert wurden, im Vergleich zu Patienten, die zu Placebo plus Androgenentzugstherapie randomisiert wurden. Das metastasenfreie Überleben war definiert als die Zeit von der Randomisierung bis zur radiologischen Progression oder bis zum Tod während der Studie, je nachdem, was zuerst eintrat.
Zu den auf Multiplizität geprüften sekundären Endpunkten zählten die Zeit bis zur PSA-Progression, die Zeit bis zur ersten Anwendung einer antineoplastischen Therapie sowie das Gesamtüberleben. Ein weiterer auf Multiplizität geprüfter sekundärer Endpunkt war das MFS bei Patienten, die zu Enzalutamid als Monotherapie randomisiert wurden, im Vergleich zu Patienten, die zu Placebo plus Androgenentzugstherapie randomisiert wurden.
Enzalutamid plus Androgenentzugstherapie und als Monotherapie zeigte eine statistisch signifikante Verbesserung des MFS gegenüber Placebo plus Androgenentzugstherapie. Die wichtigsten Wirksamkeitsendpunkte sind in Tabelle 2 dargestellt.
Tabelle 2: Zusammenfassung der Wirksamkeit bei Patienten in der Studie EMBARK, die entweder mit Enzalutamid plus Androgenentzugstherapie, Placebo plus Androgenentzugstherapie oder Enzalutamid als Monotherapie behandelt wurden (Intent-to-Treat-Analyse)
| Enzalutamid plus Androgenentzugstherapie (N = 355) | Placebo plus Androgenentzugstherapie (N = 358) | Enzalutamid als Monotherapie (N = 355) | ||
|---|---|---|---|---|
| Metastasenfreies Überleben1 | ||||
| Anzahl der Ereignisse (%)2 | 45 (12,7) | 92 (25,7) | 63 (17,7) | |
| Median, Monate (95%-KI)3 | n.e. (n.e., n.e.) | n.e. (85,1; n.e.) | n.e. (n.e., n.e.) | |
Hazard Ratio in Relation zu Placebo plus Androgenentzug stherapie (95%-KI)4 | 0,42 (0,30; 0,61) | -- | 0,63 (0,46; 0,87) | |
| P-Wert für den Vergleich mit Placebo plus Androgenentzugs therapie5 | p <0,0001 | -- | p = 0,0049 | |
| Zeit bis PSA-Progression6 | ||||
| Anzahl der Ereignisse (%)2 | 8 (2,3) | 93 (26,0) | 37 (10,4) | |
| Enzalutamid plus Androgenentzugstherapie (N = 355) | Placebo plus Androgenentzugstherapie (N = 358) | Enzalutamid als Monotherapie (N = 355) | ||
| Median, Monate (95%-KI)3 | n.e. (n.e., n.e.) | n.e. (n.e., n.e.) | n.e. (n.e., n.e.) | |
Hazard Ratio in Relation zu Placebo plus Androgenentzug stherapie (95%-KI)4 | 0,07 (0,03; 0,14) | -- | 0,33 (0,23; 0,49) | |
P-Wert für den Vergleich mit Placebo plus Androgenentzugs therapie5 | p <0,0001 | -- | p <0,0001 | |
| Zeit bis zum Beginn einer neuen antineoplastischen Therapie | ||||
| Anzahl der Ereignisse (%)7 | 58 (16,3) | 140 (39,1) | 84 (23,7) | |
| Median, Monate (95%-KI)3 | n.e. (n.e., n.e.) | 76,2 (71,3; n.e.) | n.e. (n.e., n.e.) | |
Hazard Ratio in Relation zu Placebo plus Androgenentzug stherapie (95%-KI)4 | 0,36 (0,26; 0,49) | -- | 0,54 (0,41; 0,71) | |
| P-Wert für den Vergleich mit Placebo plus Androgenentzugs therapie5 | p <0,0001 | -- | p <0,0001 | |
| Gesamtüberleben8 | ||||
| Anzahl der Ereignisse (%) | 33 (9,3) | 55 (15,4) | 42 (11,8) | |
| Median, Monate (95%-KI)3 | n.e. (n.e., n.e.) | n.e. (n.e., n.e.) | n.e. (n.e., n.e.) | |
Hazard Ratio in Relation zu Placebo plus Androgenentzug stherapie (95%-KI)4 | 0,59 (0,38; 0,91) | -- | 0,78 (0,52; 1,17) | |
P-Wert für den Vergleich mit Placebo plus Androgenentzugs therapie5 | p = 0,01539 | -- | p = 0,23049 | |
n.e. = nicht erreicht.
1 Mediane Nachbeobachtungszeit 61 Monate.
2 Basierend auf dem frühesten beitragenden Ereignis (radiologische Progression oder Tod).
3 Basierend auf der Kaplan-Meier-Schätzung.
4 Die Hazard Ratio basiert auf einem Cox-Regressionsmodell, das nach PSA-Wert zum Screening-Zeitpunkt, PSA-Verdopplungszeit und nach erfolgter Hormontherapie stratifiziert ist.
5 Der zweiseitige p-Wert basiert auf einem Log-Rang-Test, der nach PSA-Wert zum Screening-Zeitpunkt, PSA- Verdopplungszeit und nach erfolgter Hormontherapie stratifiziert ist.
6 Basierend auf PSA-Progression gemäß Kriterien der Prostate Cancer Clinical Trials Working Group 2.
7 Basierend auf der ersten Anwendung antineoplastischer Therapie gegen Prostatakarzinom nach Studienbeginn.
8 Basierend auf einer vorab spezifizierten Zwischenanalyse mit Datenstichtag 31. Januar 2023 und einer medianen Nachbeobachtungszeit von 65 Monaten.
9 Das Ergebnis hat das vorab spezifizierte zweiseitige Signifikanzniveau von p ≤0,0001 nicht erreicht.

